Auch Balodan schlummerte ein, jedoch wurde seine Ruhephase unterbrochen, als der Schäfer die Herde zurück in den Stall trieb. Der Techniker half, um schnallstmöglich wieder ins Land der Träume zurückkehren zu können, wobei er sich auf die geringstmögliche Kommunikation beschränkte. eine dreiviertelstunde dauerte es, bis alle Tiere an ihrem platz waren und der Besitzer des Stalles sich mit einem Nicken davon machte. Müde ließ sich der junge Mann ins Stroh fallen. Er lag wach. Manchmal hatte er diese Tage, an denen sein Gehirn willkürlich anfing Denkprozesse zu starten und ihm keine Rast ließ. So dauerte es noch zwei Stunden, bis er endlich ein Auge zu bekam.
Am folgenden morgen schlief er lange und ausgiebig aus, auch wenn er die Gastfreundschaft des hirten nicht länger als nötig beanspruchen wollte. Es tat einfach Not. Er fühlte sich im Nachhinein auch um einiges besser, sein Körper schmerzte weniger, er schöpfte neue Kraft. Ob es nun an dem Quellwasser lag, dass er in Phirone in seinen Trinkschlauch gefüllt hatte, oder an der frischen Meeresluft. Es war ihm egal. Auch Seraphina schien die Ruhe zu nutzen, sie lag ruhig atmend im Stroh und bewegte sich nicht ein bischen. Balodan stand auf und ließ sie liegen, um sich auf die Suche nach etwas essbarem zu machen. Er wurde fündig, die Familie saß am Mittagstisch und aß Brot und Fisch. Er klopfte an die Tür. "Herein?" Der junge Mann durchschritt den Eingang. "Ah, ihr. Setzt euch." "Wisst ihr. Eigentlich-" "Was ist los? Es riecht doch köstlich, nicht?" Die Frau wandte ein: " Ich habe genug für alle gemacht." Unsicher setzte sich Bal. Er hatte nur etwas einfaches zu Essen für sich und Seraphina holen wollen. Nur leider fiel ihm nicht ein, wie er höflich hätte ablehnen können. "Gute Arbeit war das gestern, für einen der so etwas noch nie gemacht hat." Der Hausherr schien einen guten Tag zu haben. "Ich lerne schnell.", gab der Ingenieur kurz und knapp von sich. "Das glaube ich. Ich hoffe mein Sohn wird auch mal so tüchtig wie ihr. Euer Vater muss stolz auf euch sein." Wenn mein Vater mich jetzt sehen würde... "Muss er wohl." So gut gelaunt wie er war, war der Hirte noch unheimlicher. Die Frau kicherte kurz in sich hinein und gab zu denken: "Hah, wenn unser Sohn nur ein wenig nach seinem Alten schlägt, dann wird er ein fauler Sack." "Da sieht mans mal wieder. Kaum ist man Verheiratet fallen einem die Weiber in den Rücken. Früher noch, da war sie ein echter Wildfang, wie eure Frau." Als Balodan nach einigen Sekunden verstand, sah er etwas dumm drein und runzelte die Stirn. "Äh-" "Wollt ihr sie nicht holen?" "Ich bin mir recht sicher, dass sie noch etwas Ruhe haben möchte. Ich hatte eigentlich vor ihr etwas zu Essen mitzubringen." "Da siehst du´s. Richtige Männer bringen ihrer Lieben ihr Essen ans Bett. ." Vorwurfsvoll blickte die Dame des Hauses den Hirten an. "Ich bin nicht ihr-" "Nur keine falsche Bescheidenheit. Soll mein Mann hören, wie man sich richtig benimmt." "Lydia, nun mach mich nicht lächerlich." Dem Alchemisten fiel wieder ein, weshalb er sich schon immer von der Gesellschaft abgekapselt hatte. Er konnte fünf technische Probleme auf ein mal mit der selben Lösung beheben, Situationen wie diese jedoch ließen sein Gehirn überkochen.
Die zwei zankten sich noch ein wenig weiter und entließen Balodan schließlich mit zwei prall gefüllten Keramiktellern. Knall rot kehrte er in die Scheune zurück und überreichte Seraphina, die mittlerweile im Stroh saß und ihre Schulter auf Schmerzpositionen überprüfte, den herzhaften Salzwasserfisch. "Da."