Theorien zu Cocolint und dem Windfisch [SPOILER]

  • Cocolint als ein Traum des Windfisches ist keine normale Insel, aber auch kein normaler Traum, ebenso wenig wie der Windfisch ein normaler Fisch ist.
    Ich habe mir zusammen mit Noa: Gedanken zu dem Thema gemacht, und das ist das Ergebnis unserer Kooperation.


    Wer also ist der Windfisch, so wichtig dass es ein nennenswertes Abenteuer von Link ist, dass es seine Bestimmung ist ihn zu wecken?
    Dürfte demnach schon eine göttliche Existenz wie der Meereskönig in PH sein, es ist zu vermuten dass die Welt aus dem Gleichgewicht gerät, oder erstmal das Meer oder etwas in der Art, wenn der Windfisch ewig schläft. Man kann also vermuten dass er eine besondere Bedeutung hat.
    Auch der Traum an sich ist nicht normal. Abgesehen davon dass der Albtraum nur von innen zu besiegen ist und eine eigene Realität dort herrscht erwähnte die Eule zum Schluss auch dass sie auf den Traum aufgepasst hat bis die Albträume kamen. Also scheint der Windfisch wohl allgemein länger zu schlafen, wobei auch ungewiss ist ob die Zeit im Traum gleich der Zeit in der Realität ist.
    Was ja auch von der enormen Macht des Windfisches zeugt: Wenn man das gesamte Spiel durchspielt ohne zu sterben erfüllt ja der Windfisch Marins Wunsch und macht sie zur Möwe. Aber Marin ist ja eigentlich auch nur ein Traum, d.h.: Der Windfisch hat Marin Realität werden lassen, was für eine ungeheure Macht. Jetzt könnte man deswegen vermuten dass der Windfisch derartige Kräfte hat die sich auf Träume, Wünsche und Realität beziehen. Immerhin ist aus seinem Traum eine eigene Realität entstanden. Ich denke dass ist ein Punkt weswegen Links Awakening in meinen Augen eins der Zelda-Spiele mit dem meisten Tiefgang behandelt.


    Und was ist der Albtraum für eine Macht dass er den Traum des Windfisches übernimmt? Man kann jetzt interpretieren ob es sich um eine finstere Macht wie die von Ganon handelt, zumindest halte ich eine dämonische Existenz für möglich, die in dem Traum ihre Macht vergrößern wollte. Sicher könnte es auch ein einfacher Traum sein der nur durch die besondere Kraft des Windfisches so bösartig geworden ist, aber da er nicht aufwacht ist das eher unwahrscheinlich, wobei man nie vergessen darf dass man nur wenig über den Windfisch weiß. Scheinbar konnte der Albtraum auch in Links inneres sehen, da er ja die Albträume von Link verkörpert hat. Aber wenn es der Link ist der Labrynna und Holodrum gerettet hat, dann kennt er Aganhim ja gar nicht. Also besteht zum einem die Möglichkeit dass er durch Link auch die Ängste und Erzfeinde seines Vorfahren erkennt, oder es ist eben tatsächlich ein Überrest von Ganons Macht oder etwas ähnliches ist. Es muss ja nicht viel sein, nur etwas was sich in Form eines Albtraums manifestiert hat, wodurch dann die Gestalten Aganhim und Ganon Sinn machen würden, die anderen sind ja eh nichts besonderes. Und es wäre doch durchaus interessant davon auszugehen dass irgendein Dämon oder so nicht so mächtig ist, aber in dem Traum des Windfisches doch fatal wirken kann.
    Ende Oracle of Seasons/Ages (wahres Ende):


    Der Albtraum drang also in den Traum ein und brachte Cocolint all die Monster, speziell die Bosse lassen das mit Kommentaren deutlich werden. Sie sind eine Existenz im Traum, wenn der Traum endet sind sie nichts, einfach fort, wie alle Bewohner. Alle Monster und Bossgegner sind also Teil der Albträume.
    Speziell gegen Ende kommen Kommentare von den Bossen dass man den Windfisch nicht wecken soll, sie bekommen Angst.
    Letztlich lässt sich auch nicht sagen ob man bei der Albtraum von einer Existenz sprechen kann die alles mit sich gebracht hat, oder von einer Vielzahl von Albträumen. Beides ist möglich, vor dem letzten Bosskampf redete er von "uns" und noch nicht alle besiegt. Aber das ist Auslegungssache. Ob der Albtraum ein Traum oder ein böses Wesen ist kann man nicht sagen, mit dem Traum des Windfisches endet jedoch auch er.


    Doch welchen Einfluss nehmen der Albtraum und Link, als scheinbar von außen kommende auf die Insel? Die Eule erwähnte zu Beginn dass Cocolint nicht die vertrauten Naturgesetze herrschen, und durchaus gibt es einiges Kuriositäten wie sprechende Tiere auf Cocolint, oder eben auch...
    Mitten auf so einer Insel eine karge Wüste. So eine Wüste dürfte es normalerweise auf so einer Insel nicht geben, hier gibt es einfach eine kleine. Noch interessanter ist was in der Wüste liegt. Einer der wenigen Hinweise auf die wahre Natur der Insel, verborgen in einem Schrein. Auf der Tafel steht dass Cocolint ein Traum ist, doch die Eule meint niemand würde es genau wissen. Doch stammt der Schrein wirklich vom Windfisch selbst, oder waren es die Bewohner die ihn erbaut haben.
    Oder war es der Albtraum der ihn geschaffen hat um die Leute daran zu hindern den Windfisch aufzuwecken? Oder hat er den Schrein eigens für Link erschaffen um ihn abzuschrecken? Allgemein passt der düstere Charakter der Wüste nicht zum Rest von Cocolint, und könnte somit ein Werk des Albtraums sein.


    Auch viele weitere Aspekte sind schleierhaft. Warum ist der Windfisch ausgerechnet in einem Ei gefangen? Vielleicht auch ein Symbol für das Erwachen als Neuanfang, aber wenn etwas schlüpft zerbricht nun auch mal die Schale eines Eis. Gleichzeitig symbolisiert das Gebirge ja auch Tod, denn zum einem fliegt man ja zur Adlerfestung mit dem fliegenden Gockel, welcher ja schon tot war, man hat ihn wiederbelebt, mit einem Lied. Ursprünglich ist ja theoretisch auch der Gockel aus einem Ei geschlüpft, und man hat ihn nun mit einem Lied wieder zum Leben erweckt. Den Windfisch soll man mit einem Lied aus den Schlaf erwecken, damit er aus dem Ei schlüpft. Das Ei ist der Ausgangspunkt, damit beginnt die Geburt, und ist der wichtigste Punkt auf Cocolint. Der Gockel ist eigentlich schon tot, doch man erweckt ihn wieder. Also gewissermaßen kann man es so sehen. EI, Geburt ---> toter Gockel, tot ---> Wiederergeburt des Gockels. Und den Gockel belebt man wieder kurz bevor man das Windfischei öffnet, also sinngemäß legt der Gockel das Ei. Aber auch beim Eingang des Reptilienfelsens belebt man ein Reptil, und Reptilien legen auch Eier, also in den beiden letzten Dungeons wird man plötzlich derart konfrontiert, alle Monster fürchten sich ja nun auch vor dem Erwachen, dem Schlüpfen.
    Und allgemein kann man sich immer fragen ob ein Gebiet bevor man es betreten hat vielleicht noch anders war, und diverse Details erst vom Albtraum erschaffen werden.
    Interpreationsraum wird hier zur Genüge geboten.


    Was denkt ihr zu dem Thema?

  • Was man auch nicht vergessen darf ist das der Windfisch als Naturgeist in der Hyrule Historia behandelt wird. Wenn man nun an Prinzessin Mononoke denkt weißt man wie mächtig die Naturgeister sein können. Aber darum geht es nicht und Zero hat auch deutlich gezeigt mit was für eine Kraft der Windfisch gesegnet ist. Daran hatte ich bisher noch nicht gedacht das Marin als Möwe tatsächlich zur Realität geworden ist. Ebenso kann man noch folgendes aus der Hyrule Historia entnehmen:


    "Die Bewohner des Mövendorfes. Ähnliche Personen sind im Hyrule aus Ocarina of Time oder Holodrum anzutreffen. Vielleicht hat Links Fantasie Marin und Tarin aus der Erinnerung an Malon und Talon von der Lon-Lon-Farm erschaffen."


    Hat Link also auch ähnliche Kräfte oder ist das Triforce dafür verantwortlich?

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  • Scheinbar konnte der Albtraum auch in Links inneres sehen, da er ja die Albträume von Link verkörpert hat. Aber wenn es der Link ist der Labrynna und Holodrum gerettet hat, dann kennt er Aganhim ja gar nicht. Also besteht zum einem die Möglichkeit dass er durch Link auch die Ängste und Erzfeinde seines Vorfahren erkennt, oder es ist eben tatsächlich ein Überrest von Ganons Macht oder etwas ähnliches ist.


    Es gibt genug Leute, die sich mit der Timeline besser auskennen, als ich, aber ich glaube, dass der Link aus Links Awakening der selbe Link aus A Link to the Past ist. Das würde heißen, dass dieser Link dann bereits gegen Ganon, Agahnim und die anderen Gegner gekämpft hat. Somit sehe ich da kein Problem.


    Eine viel wichtigere Frage zum Thema wäre, wie lange schläft der Windfisch schon? Sind die Alpträume wirklich nur böse, oder sind sie das Yin zum Yang? Sie wollen Link daran hindern, den Windfisch aufzuwecken, doch damit werden Cocolint und seine Einwohner zerstört. Sind sie nur eine Illusion, die durch den Windfisch zum Leben erweckt wurden? Hat der Windfisch die Fähigkeit, mit seinen Träumen Dinge zu erschaffen, die Realität werden? Nun, für Link sind Marin, Tarin und alle anderen in Cocolint sehr wohl Realität. Er ist im Traum des Windfischs gefangen und kann die Insel nicht verlassen, aber um den Traum verlassen zu können, zerstört er die Alpträume und somit auch Marin.


    Sind die Alpträume also wirklich böse? Schließlich wollen sie doch nur weiter im Traum des Windfischs existieren. Ist es nicht das Grundbedürfnis jedes Lebewesens, existieren zu dürfen? Wem schaden sie denn damit? Link, weil er im Traum gefangen ist? Wie gelangte er überhaupt in den Traum des Windfischs? Es ist davon auszugehen, dass Link schläft und auf hoher See dahintreibt, genauso, wie anzunehmen ist, dass der Windfisch ein reales, wenn auch übernatürliches Wesen ist. Wurden Links Träume und die Träume des Windfischs verschmolzen?


    Übrigens sehe ich Ähnlichkeiten zwischen Links Awakening und berühmter Popkultur. In der Matrix leben auch alle Menschen vor sich hin, nicht wissend, dass sie in einem Programm, man könnte es auch Traum nennen, einer Maschine gefangen sind. Die Böse Agenten wollen verhindern, dass die Menschen aufwachen, da sie sonst selbst unbrauchbar würden.
    Weiters fällt mir zum Windfisch Ei sofort die Szene in 2001 - Odyssey im Weltraum ein. Dort wo, Dave seine eigene Geburt miterlebt. Es wirkt alles surreal, wie ein Traum, er sieht sich selber als Fötus und am Sterbebett. Das Windfischei als Zeichen der Wiedergeburt, eine gute Metapher. Nicht umsonst sagt man, dass der Tod Schlafes Bruder sei. Somit ist der Schlaf ein Zustand, der dem Tod sehr nahe kommt. Es wäre also garnicht so weit hergeholt, zu behaupten, dass das Erwachen aus einem langen Schlaf einer Wiedergeburt gleich kommt.

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  • Ich denke ähnlich wie Megaolf, dass Link nicht körperlich im Traum des Windfisches ist. Er treibt irgendwo noch auf der See und träumt vor sich hin. Vielleicht erkannte der Windfisch ja unterbewusst, dass Link ein Held ist. Oder das Triforce des Mutes führte ihn in den Traum von dem Windfisch.
    Die Monster wissen ja bekanntlich, dass sie sich in einem Traum befinden, auch das Link sich in einen Traum befindet. Jedoch weis keines der Monster, das Link keine Traumgestalt ist, äußerlich sieht man nicht, dass Link nicht den Träumen des Windfisches entsprungen ist. Worauf ich hinauswill: Warum sind sich die Monster so Sicher nicht selber zu träumen und aufzuwachen wenn der Windfisch geweckt ist, was macht sie so sicher eine Traumgestalt zu sein?


    Wenn ich Link wäre, würde ich mir nach den Worten meiner Endgegner nicht nur sorgen um Cocolint machen sondern auch um seine eigene Welt. Er ist ja schließlich auf Cocolint nach einen Schiffsbruch gestrandet, es ist dann ja auch verständlich, dass man denkt es handele sich um eine reale Insel. Wenn mich dann lauter Monster anreden, dass diese gesamte Realität nur ein Traum sei. Würde ich mir gedanken darüber machen ob nicht nur die Insel Cocolint ein Traum ist, sondern auch alles was davor kam.
    Aber auch so gesehen löste sich Link am Ende des Traumes auf der Link der auf Cocolint gestrandet war den gab es sogesehen gar nicht mehr bzw. war nie wirklich existent, oder? In dieser Sichtweise hatten die Monster sogar recht.


    Das Marin in der echten Welt eine Möwe wurde war für mich vornherein klar. Der Windfisch wird nicht umsonst ein großer fliegender Fisch sein, er wird auch die ein oder andere Macht besitzen. Vielleicht bezieht sich seine Macht darauf Träume wahr werden zu lassen. In der Hinsicht eine eigene Traumwelt zu erschaffen in der die Lebewesen sich selber entwickeln können, und die Monster um ihre nicht existenz wissen. Und in der Hinsicht, Marin als frühere Traumgestalt auch wahr geworden ist"
    Wind ist ja auch etwas flüchtiges wie ein Traum was trotzdem "greifbar" sein kann, etwas was man nicht festhalten oder sehen kann, welcher aber doch Bäume biegen und Regenschirme umdrehen kann. Im Sinne des Traumes: weder anfassbar noch wirklich da, jedoch bleiben oft Erinnerungen zurück. So fände ich den Namen Windfisch und meine zugedichtete Macht garnicht so verwunderlich.


    Ich glaube nicht das Link ähnliche Kräfte wie der Windfisch hat, oder das Triforce. Ich glaube, da Link das einzige vollständige Lebewesen auf Cocolint ist, auch als einziger in die Träume des Windfisches eingreifen kann, und so Marin und Tarin, nach dem Vorbild von Malon und Talon erschaffen hat. Vielleicht sieht er die Personen auf Cocolint auch völlig ander als der Windfisch und "stülpt" ihnen seine Ansicht einfach unterbewusst über und sieht das was er denkt zu sehen.

    I sleep very very well in my quitsching bettgestell but today in dieser Nacht, is that scheißding zamgekracht.
    I hope that dir not passiert and my english better wird.

  • Es gibt genug Leute, die sich mit der Timeline besser auskennen, als ich, aber ich glaube, dass der Link aus Links Awakening der selbe Link aus A Link to the Past ist. Das würde heißen, dass dieser Link dann bereits gegen Ganon, Agahnim und die anderen Gegner gekämpft hat. Somit sehe ich da kein Problem.


    Ich wusste sicher dass es der Link aus Oracle of Ages und Oracle of Seasons ist, gegen Ganon hat er auf jeden Fall gekämpft, egal ob mit oder ohne Wille. Aber danke für den Hinweis, ich habe gerade mal in Hyrule Historia nachgeschlagen wo stand: "Der Junge Link, der das Reich Hyrule rettete [...]"
    In so fern hast du Recht, es handelt sich um denselben.


    Eine viel wichtigere Frage zum Thema wäre, wie lange schläft der Windfisch schon? Sind die Alpträume wirklich nur böse, oder sind sie das Yin zum Yang? Sie wollen Link daran hindern, den Windfisch aufzuwecken, doch damit werden Cocolint und seine Einwohner zerstört. Sind sie nur eine Illusion, die durch den Windfisch zum Leben erweckt wurden? Hat der Windfisch die Fähigkeit, mit seinen Träumen Dinge zu erschaffen, die Realität werden? Nun, für Link sind Marin, Tarin und alle anderen in Cocolint sehr wohl Realität. Er ist im Traum des Windfischs gefangen und kann die Insel nicht verlassen, aber um den Traum verlassen zu können, zerstört er die Alpträume und somit auch Marin.


    Das ist auch ein guter Gedanke, und stimmt auch. An sich ist darin nichts böses seine Existenz, und gewissermaßen auch die des gesamten Umfeldes sichern zu wollen. Aber die Eule sagte zum Schluss des Spiels dass die Monster die Menschen auf Cocolint angegriffen hätten. Und hier besteht dann die Frage ob sie instinktiv oder böswillig angegriffen haben. Man weiß nicht inwiefern die Albträume mit Verstand gesegnet sind, doch die Albträume zum Schluss sowie die Bossgegner sind ja fähig zu sprechen, weswegen man vermuten kann dass sie mit Verstand gesegnet sind. Also ist es vielleicht nicht böse dass sie ihr eigenes Überleben sichern wollen, doch sie unterjochen gleichzeitig die Menschen. Die Abträume zum Schluss sagten auch dass sie ewig geherrscht hätten, wäre Link nicht gekommen. Hier ist ja dann doch ein böser Wille zu erkennen.
    Die normalen Monster, die ja scheinbar auch eine Manifestation der Albträume sind, handeln wohl tatsächlich rein instinktiv.


    Und ich finde auch den Gedanken gut dass er alles zerstört nur um nachhause zu können.
    Hyrule Historia deutet übrigens an dass es keine einfache Entscheidung für Link ist den Windfisch zu wecken, und es für ihn auch immer eine merkwürdige Erinnerung bleiben wird. Eben weil er alle Menschen, Tiere und Monster auf der Insel auslöscht, und das im Prinzip ja nur um sein eigenes Entkommen zu sichern. Sicher soll er den Windfisch wecken, aber man kann doch eher egoistische Motive vermuten. Link weiß doch gar nichts über den Windfisch, er macht es doch nur um zu Entkommen, und dafür beendet er die Existenz aller Wesen die dort leben. Das soll nicht heißen dass es falsch ist den Windfisch zu wecken, lediglich dass Links Motive ja auch fraglich sind, und er letztlich für die Leute auf der Insel doch nicht positiver als der Albtraum herüberkommen müsste. Sicher sind die Albträume wie ich geschrieben habe nicht gutartig, aber das mit dem Yin und Yang stimmt auch wieder, da es überall irgendwelche Bösen gibt, aber gewissermaßen ist doch Link in dem Fall für die Insel auch das Yin. Klar gehört er nicht zu den Albträumen, man hat quasi ein Dreieck aus Link, Albträumen und den Bewohnern.


    Es wäre also garnicht so weit hergeholt, zu behaupten, dass das Erwachen aus einem langen Schlaf einer Wiedergeburt gleich kommt.


    Was darauf schließen lässt dass der Windfisch schon ziemlich lange schlafen muss, wäre dann zumindest sinnvoll. Was lange ist, ist eine andere Frage...


    Ich denke ähnlich wie Megaolf, dass Link nicht körperlich im Traum des Windfisches ist. Er treibt irgendwo noch auf der See und träumt vor sich hin. Vielleicht erkannte der Windfisch ja unterbewusst, dass Link ein Held ist. Oder das Triforce des Mutes führte ihn in den Traum von dem Windfisch.
    Die Monster wissen ja bekanntlich, dass sie sich in einem Traum befinden, auch das Link sich in einen Traum befindet. Jedoch weis keines der Monster, das Link keine Traumgestalt ist, äußerlich sieht man nicht, dass Link nicht den Träumen des Windfisches entsprungen ist. Worauf ich hinauswill: Warum sind sich die Monster so Sicher nicht selber zu träumen und aufzuwachen wenn der Windfisch geweckt ist, was macht sie so sicher eine Traumgestalt zu sein?


    Die Eule sagte: "Natürlich weiß man nicht genau ob Cocolint ein Traum ist. Ob es ein Traum ist weiß man ja leider immer erst wenn man aufwacht..."
    Es ist also vermutlich ein Mythos auf Cocolint, und sie glauben dran und fürchten sich, es ist ihre Welt, und sie hören dass sie untergeht. Würde der Windfisch aufwachen wäre es in keinem Fall ein Vorteil für sie, aber möglicherweise ein Nachteil.
    Ich war erst skeptisch als du geschrieben hast dass Link wohl nicht körperlich im Traum ist, weil es ja gefährlich wäre da herum zutreiben. Aber eine Eulenstatue im Spiel sagte: "SCHLÄFT DER WINDFISCH EWIG DER HELD WIRD ZU ERDE". Man könnte es so interpretieren dass Link natürlich irgendwann stirbt, aber nun wäre eine nahe liegende Interpretation dass das heißt, dass Link nur begrenzt Zeit hat, ich glaube auch die Eule erwähnte dass man sich beeilen soll. Denn wenn der Fisch nicht aufwacht könnte Link auf seinem Stück Treibholz sterben und dann passiert mit ihm eben das was mit Toten passiert. Macht Sinn, und passt mit der Aussage dieser Eule zusammen.



    Aber auch so gesehen löste sich Link am Ende des Traumes auf der Link der auf Cocolint gestrandet war den gab es sogesehen gar nicht mehr bzw. war nie wirklich existent, oder? In dieser Sichtweise hatten die Monster sogar recht.


    Dazu fallen mir nur die Worte des Windfisches zum Schluss ein, dass Cocolint nur noch in Links Erinnerung existieren wird. Jeder Traum geht einmal zu Ende, darum geht es in dem Spiel. Nun ist es Auslegungssache ob ein Traum während seines Bestehens existiert hat, oder ob er nie wirklich existiert hat, immerhin hinterlässt ein Traum keine direkten Spuren, nur bei dem der den Traum träumt. Die Insel war nie wirklich, aber Link erinnert sich daran als eine Realität. Und obwohl man während man träumt ja eben nie weiß ob es ein Traum ist, muss man sagen dass es kein normaler Traum ist. Und auch Link kann sich letztlich ja nicht sicher sein ob es wirklich ein Traum ist, dass weiß er ja erst wenn er aufwacht.

    Ich glaube nicht das Link ähnliche Kräfte wie der Windfisch hat, oder das Triforce. Ich glaube, da Link das einzige vollständige Lebewesen auf Cocolint ist, auch als einziger in die Träume des Windfisches eingreifen kann, und so Marin und Tarin, nach dem Vorbild von Malon und Talon erschaffen hat. Vielleicht sieht er die Personen auf Cocolint auch völlig ander als der Windfisch und "stülpt" ihnen seine Ansicht einfach unterbewusst über und sieht das was er denkt zu sehen.


    Sehr schöne Idee, und bringt mich auf eine Idee, wo du doch sagst er ist das einzige vollständige Lebewesen. Sind alles interessante Überlegungen, und jetzt könnte man sich die Frage stellen: Können die Bewohner von Cocolint träumen? Vielleicht haben die Bewohner von Cocolint keine Träume in dem Sinne, und deswegen sind sie einfach Bewohner dieser Welt. Link träumt dieses Abenteuer, er kann also träumen. Das könnte das sein was ihn unterscheidet von den Bewohnern Cocolints, und das was erklären würde wieso er die Welt womöglich verändern kann: Er träumt zusammen mit dem Windfisch von Cocolint.
    Übrigens eine schöne Interpretation mit dem Wind.

  • Super :) Freut mich das die verrückte Theorie von Zero und mir hier Anklang findet. Erstmal vorweg: großes Lob an Megaolf! Dein Beitrag gefiel mir richtig gut und liefert einige tolle Ansätze die wir außer Acht gelassen haben.


    Eine viel wichtigere Frage zum Thema wäre, wie lange schläft der Windfisch schon? Sind die Alpträume wirklich nur böse, oder sind sie das Yin zum Yang? Sie wollen Link daran hindern, den Windfisch aufzuwecken, doch damit werden Cocolint und seine Einwohner zerstört. Sind sie nur eine Illusion, die durch den Windfisch zum Leben erweckt wurden? Hat der Windfisch die Fähigkeit, mit seinen Träumen Dinge zu erschaffen, die Realität werden? Nun, für Link sind Marin, Tarin und alle anderen in Cocolint sehr wohl Realität. Er ist im Traum des Windfischs gefangen und kann die Insel nicht verlassen, aber um den Traum verlassen zu können, zerstört er die Alpträume und somit auch Marin.

    Eine sehr gute Frage, worauf man nur spekulieren kann wie lange der Windfisch schon schläft. Es dürfte sicher aber wohl um einige Jahrhunderte handeln, da nirgends in der Bibliothek oder von den Bewohnern die Rede ist wie sie auf die Insel kam. Spricht die Insel ist seit vielen Generation vorhanden und dementsprechend lange ist der Windfisch im Schlaf.
    Ich denke bei solch einer hohen Macht, wie der Windfisch sie hat, wird immer ein Gegenteil erschaffen. Die Alpträume entsprechen quasi die Kehrseite der Träume. Dadurch wird das Gleichgewicht bewahrt. Durch die Zeit und den andauernden Schlaf werden die Alpträume wohl Oberhand gewonnen haben und der Windfisch fand in Link eine Art "Gesandter" oder ähnliches der das Gleichgewicht wieder herstellt. Zu + gehört eben auch immer -.


    Sind die Alpträume also wirklich böse? Ist es nicht das Grundbedürfnis jedes Lebewesens, existieren zu dürfen?

    Das ist absolut richtig und völlig legitim der Alpträume. Doch muss man unterscheiden können zwischen bloßes existieren und leben. Eine Existenz ist immer vorhanden, doch richtig leben zu können erfordert Aufwand und ist mühsam. Ist es somit also berechtigt durch bloße Existenz ein Recht auf Unterdrückung zu haben? Ist es ihr Recht Link an sein Willen/Wünsch hindern zu wollen? Haben sie ein Recht dadurch zu leben?



    Wie gelangte er überhaupt in den Traum des Windfischs? Es ist davon auszugehen, dass Link schläft und auf hoher See dahintreibt, genauso, wie anzunehmen ist, dass der Windfisch ein reales, wenn auch übernatürliches Wesen ist. Wurden Links Träume und die Träume des Windfischs verschmolzen?

    Das wird uns zwar im Abspann gezeigt aber hundertprozentig kann man davon nicht ausgehen. Ich halte es zwar für sehr unwahrscheinlich, jedoch ist es auch möglich das er nur kurz das Bewusstsein verloren hat. Hey, Link ist ja nicht irgendwer. ;P
    Man träumt ja öfters Sachen von Dingen die man gar nicht am Tag erlebt hat oder in sein Bewusstsein vorhanden sind. Es ist also möglich das Link eine "Vision" vom Windfisch und Cocolint hatte. Ein Hilferuf vom Windfisch an Link. Dieser gelangt somit in den Traum vom Windfisch ohne es zu ahnen. Man könnte es als manipulierte Vision von Link sehen, der den Traum des Windfisches entspricht.



    Warum sind sich die Monster so Sicher nicht selber zu träumen und aufzuwachen wenn der Windfisch geweckt ist, was macht sie so sicher eine Traumgestalt zu sein?

    Sind sie sich wirklich sicher das sie sich in ein Traum befinden bzw. das sie am träumen sind? Der Traum ist nicht nur sehr real, sondern ein Paradoxon. Obwohl es ein Traum von Link ist würde er ja nicht enden wenn er aufwacht. Immerhin wacht Link im Bett von Marin und Tarin auf. Und ein weiteres Mal begibt er sich in ein Bett und träumt ein anderen Traum, wenn er sich in die Höhle nördlich von Mövendorf begibt. (Jene wo man die Okarina erhält)
    Obwohl es also offensichtlich ist es auch widersprüchlich. Links Traum ist nur sein Traum sondern auch der des Windfisch und man kann auch davon ausgehen das die Bewohner diesen Traum haben.

    Wind ist ja auch etwas flüchtiges wie ein Traum was trotzdem "greifbar" sein kann, etwas was man nicht festhalten oder sehen kann, welcher aber doch Bäume biegen und Regenschirme umdrehen kann. Im Sinne des Traumes: weder anfassbar noch wirklich da, jedoch bleiben oft Erinnerungen zurück. So fände ich den Namen Windfisch und meine zugedichtete Macht garnicht so verwunderlich.

    Sehr schön! Das verleiht das Wort "Windfisch" noch mehr ausdruck und fügt sich super in die Macht eines Naturgeistes ein. Den Wind kann man nicht erfassen, doch er ist präsent und spürbar. Ebenso verhält es sich mit den Traum. Obwohl der Traum nicht vorhanden ist kann man ihn in sein Gedächtnis spüren und mit der Zeit verflüchtigt er sich und schwindet langsam dahin wie die Blätter mit dem Wind. Super! Das würde nicht nur das tragische, traurige und surreale von Cocolint untermauern, nein, es würde somit schon philosophisch werden und ein weiteren großen Schritt machen. Somit hat es Zero sehr gut ausgedrückt das Link's Awakening eins der tiefgründigsten Zeldas sein könnte.

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  • Ich finde das echt interessant zu lesen.



    Mir fallen einige Parallelen zum Ende von Phanton Hourglass auf: In beiden Spielen scheint Link (in PH zusammen mit Tetra) in einer Traumwelt zu sein. Auch am Ende von PH wacht er auf und stellt fest, dass in der Echtzeit kaum Zeit vergangen ist, während in der Traumwelt mehrere Tage oder Wochen vergangen sind. Bei LA ist das meiner Meinung nach genauso, ich denke nicht, dass Link tagelang bewusstlos auf dem Meer umhergetrieben ist. In beiden Spielen war eine Art Wal beteiligt (der Windfisch sieht fidne ich wie ein Blauwal aus), der Meereskönig in PH ist in seiner Realform auch ein Wal.
    Ich sehe da ziemliche Parallelen, weiß aber nicht, ob und wie die Spiele bzw deren Geschichten tatsächlich in Verbindung stehen.

  • Durch das Abschließen des ZFZZ durch Iky: und silberregen: kam mir beim Lesen der letzten paar Beiträge die Frage auf: wie kann man das Zitat, "Komm, SPIELERNAME... lass uns gemeinsam aufwachen.", vom Windfisch deuten? Das die Träume von Link und dem Windfisch verschmolzen sind steht in der Hyrule Historia - zumindest wird es angedeutet. Siehe #2! Ein Traum in ein Traum.. Ich komme beim Überlegen einfach nicht drum herum an Inception zu denken. xD Meine Theorie ist das der Windfisch die Insel und die Tiere erschaffen hat, aber Link quasi das "menschliche" auf die Insel brachte. Damit lässt sich auch erklären wieso einige Charaktere später in anderen Zeldas nochmal auftauchen siehe Malon, Talon etc. Ist es gar möglich das die Alpträume Link auf die Insel gebracht haben um sich aus sein Erinnerungen ernähern zu können? Zwar widerspricht es sich etwas mit dem was die Monster auf der Insel über Link sagen, aber sie müssen ja nicht unbedingt die wahren Absichten von den Alpträumen gewusst haben.


    Zitat

    Wir sind das Produkt der Alpträume... Wir haben den Windfisch in den Tiefschlaf versetzt, um die Herrscher dieser Traumwelt zu werden... Und solange der alte Windfisch schläft, wird diese Insel nie verschwinden... Wenn du nicht gekommen wärst, wir hätten hier für immer die Macht gehabt... Harharhar! Aber wer weiß... Noch hast Du uns ja nicht besiegt... Bist du bereit?

    Verrückt oder auch nicht aber das klingt ein wenig in Rätsel gesprochen. Wie haben sie es geschafft den Windfisch, der gottähnliche Kräfte hat, in den Tiefschlaf zu versetzten? Wenn sie ein Teil des Traums und der Welt von Cocolint sind gibt es für sie auch kein Entkommen mehr, richtig? Eines Tage, in der Ewigkeit, wäre ihnen dieser Traum zu langweilig geworden. Immerhin ist Cocolint nur eine Insel ohne richtige Bewohner die man unterwerfen kann und ihnen Schmerzen zufügen kann. Ich denke mal schon das die meisten Bösen auf sowas stehen und je größer die Insel/Land/Kontinent/Welt umso mehr Platz zum regieren. War also Links Auftauchen nicht gar ein erlösen der Alpträume? Woher stammen sie und wie sind sie entstanden?


    Das wären Ideen und Fragen die mir noch so durch den Kopf gingen. Würde mich, Zero: sicher auch, sehr freuen wenn man den Thread wieder ankurbelt und neue Ideen hier einfließen. Zu letzt fällt mir hierzu ein Zitat ein den ich grade bei so einer Theorie passend finde:


    "Wenn du in ein Werk so viel hineininterpretierst, das du es genial findest wer ist dann genial, du, oder das Werk?"

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  • Ist es somit also berechtigt durch bloße Existenz ein Recht auf Unterdrückung zu haben? Ist es ihr Recht Link an sein Willen/Wünsch hindern zu wollen? Haben sie ein Recht dadurch zu leben?


    Die Alpträume werden dadurch "böse", weil sie nicht bloß mit ihrer Existenz zufrieden sind, sie ermöglichen es, dass auf der Insel Monster herumlaufen, die sofort angreifen. Es ist das klassische Bild des Bösen, obwohl sie aus ihrer Sicht natürlich das Richtige tun. Eigentlich wollen die Alpträume "nur" überleben, eine Nebenerscheinung ist ja auch, dass die restlichen Bewohner von Cocolint weiterleben. Ob den Alpträumen das Bewusst ist oder ob sie sich in weiterer Folge Cocolint unter den Nagel reißen, ist Interpretationssache.


    Ich halte es zwar für sehr unwahrscheinlich, jedoch ist es auch möglich das er nur kurz das Bewusstsein verloren hat.


    Das wird mit ziemlicher Sicherheit so sein. Nicht nur, dass es eigentlich "Kanon" in allen möglichen Medien ist, dass derartige Träume etc. in der Regel in der realen Welt nicht lange anzudauern scheinen, egal, wie lange die Figur zu träumen scheint, es ist auch so, dass Link früher oder später untergehen oder verhungern würde, nüchtern betrachtet. Es bleibt unerklärt, aber ich denke nicht, dass er allzu lange dahintreibt. Die Zeit vergeht schließlich im Traum anders.


    Obwohl es ein Traum von Link ist würde er ja nicht enden wenn er aufwacht.


    Es ist eben nicht sein Traum, es ist der Traum des Windfischs. Von selbst kann er nicht aufwachen, dass hängt mit der unerklärlichen, eben übernatürlichen Macht des Windfischs zusammen, der wohl andere Träumende in seinen Traum ziehen kann.


    Obwohl es also offensichtlich ist es auch widersprüchlich. Links Traum ist nur sein Traum sondern auch der des Windfisch und man kann auch davon ausgehen das die Bewohner diesen Traum haben.


    Ich glaube nicht, ich denke, die Bewohner entstammen entweder aus dem Geist des Windfischs oder sind Projektionen von Link selbst. Immerhin wurde ja schon die Ähnlichkeit von Malon und Talon zu Marin und Tarin angesprochen und auch die Monster der Insel und die Gegner, in die sich die Alpträume verwandeln, entstammen älteren Spielen und somit auch Links Erinnerung. Mir ist schon klar, dass die Entwickler auch versucht haben "bekannte" Gegnertypen ins Spiel einzubauen, der Nebeneffekt ist aber auch, dass es Freiraum für Interpretation lässt, woher Link die Gegner kennt und dass ein Zusammenhang zu anderen Abenteuern nicht zufällig sein kann.
    Die Bewohner träumen meiner Meinung nicht, weil Link sich seiner Sache bewusst ist und von den Alpträumen bzw der Eule auch dementsprechen angesprochen wird, während die restlichen Bewohner nichtsahnend in den Tag leben und nie äußern, dass sie alles für einen Traum halten.


    Ungeklärt ist, wie die Macht des Windfischs sich manifestiert und ob er, wenn er üblicherweise träumt, auch andere in seinen Traum zieht bzw. diese Traumwelt erschafft. Auch ist die Frage, wo und wie lange er schon Träumt und wie sich die Alpträume in seinen Traum geschlichen haben. Vielleicht war es einfach Links Schicksal, in den Traum des Windfischs zu gelangen und ihn von den Alpträumen zu befreien, wie es so oft in Zelda der Fall ist, dass das Schicksal seine Finger im Spiel hat und dem legendären Held den Weg weist

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    "Was ist das? Ein Festmahl für Ameisen?"

  • Langer und großer Diskussionsstoff, denke ich... ich glaube, es wäre sehr interessant, hier im Detail mitzudiskutieren, doch das kann ich im Augenblick leider nicht so, wie ich möchte, denn es ist schlicht und ergreifend zu lange her, dass ich Link's Awakening gezockt habe und daher sind mir viele Details, die mich damals dran faszinierten, nicht mehr im Kopf (laut meinem Review liegt das Durchzocken nun mehr als drei Jahre zurück, das überrascht mich selbst).


    Letztendlich war ich mir jedoch, soweit ich mich entsinne, nicht ganz sicher, ob der Windfisch nicht sozusagen stellvertretend für Link selbst steht, der aufwachen muss, um nicht zu ertrinken. Eine etwas schwierige Interpretation, wenn mir die ganzen Details zur Handlung fehlen, aber ich überlege, ob es nicht möglich ist, dass es eigentlich genau andersrum ist: dass der Windfisch eine Art Schutzengel ist, der Link aufweckt, um sein Leben zu retten? Während Link nämlich in die Schönheit seines Traums abzusinken droht, worin er vergangene Erlebnisse und Erinnerungen verarbeitet, die er wohl hinter sich gelassen hat, versucht der Windfisch, ihm klarzumachen, dass der Traum enden muss, indem er sich selbst einfach als Parallele für Links reales, träumendes Selbst in die Traumwelt projeziert.


    Ich schätze, ich muss demnächst mal wieder LA spielen, um meine Argumentation ein bisschen fundierter darzulegen. Oder zumindest den Manga lesen - der hat einige interessante Ansätze dazu.

  • Peter: Spiel Links Awakening, das ist auf jeden Fall eine gute Idee, das Spiel dürftest du in ein paar wenigen Stunden gut durchbekommen.


    Die Idee des Windfischs als Schutzengel hingegen finde ich sehr romantisch, aber es passt meiner Meinung nach einfach zu wenig zum Spielverlauf. Die Monster sagen mehrmals, dass es der Traum des Fischs ist, in den Ruinen des Tempels wird das auch klar dargestellt und ich finde, es sollte nicht vergessen werden, dass der Windfisch am Ende des Spiels, wenn Link aufwacht, über ihn hinwegfliegt. Obwohl, so betrachtet würde Letzteres deine Theorie sogar unterstützen.

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

    #81: Jumbo Schreiner



    "Was ist das? Ein Festmahl für Ameisen?"

  • Ich erinnere mich leider nicht mehr genau, wie lange ich damals dafür gebraucht habe, aber es waren sicher doch ein paar Tage. Durch die 2D-Zeldas muss ich mich ja immer ein bisschen quälen, das wird also wohl mehr als ein paar wenige Stunden in Anspruch nehmen. Obwohl der zweite Durchgang sicher etwas zügiger klappen sollte als der Erste.


    Was die Theorie angeht... ich weiß nicht, ich finde es eben seltsam/bezeichnend, dass der Traum eher von Links Geist und Erinnerungen bevölkert zu sein scheint als irgendwas anderes. Würde ich ganz wild drauflos interpretieren, so würde ich ja sagen, dass Link mit dem Traum im Grunde einen großen Verlust verarbeitet - den seiner Heimat ansich oder geliebter Menschen, wer weiß. Er hat die Dinge verloren, die in seinem Traum weiterleben, und als er sein Bewusstsein verliert in dem Sturm, läuft er Gefahr, nicht mehr zu erwachen, weil er sich in der Traumwelt seiner Erinnerungen, die darin lebendig und wohlauf sind, zu verlieren droht. Und der Windfisch greift ein, um ihn zu retten, und macht ihm durch Symbole und Gleichnisse klar, dass er aufwachen und bewusst darauf verzichten muss, seinen Sehnsüchten im Traum weiter nachzuhängen. Er muss damit fertig werden, diese Dinge hinter sich zu lassen. Aber so, wie man einen Schlafwandler nicht wecken soll, offenbart er Link nicht die wahre Natur seines Traumes, sondern führt ihn auf eine Reise, wo Link die Dinge auf die Art verarbeiten kann, wie er es von früheren Abenteuern gewohnt ist, nämlich in der Rolle des selbstlosen Helden, der anderen hilft.
    Sicher kennt das jeder, dass man sich selbst gegenüber meist wesentlich härter und kritischer, oftmals durchaus auch vernichtender und gnadenloser ist? Das könnte hier auch gut mit reinspielen. Link würde die Aufgabe misstrauischer betrachten, wenn er klar wüsste, dass er sich selbst helfen soll. Er kann nur den angemessenen Grad an Einsatz und Tapferkeit zeigen, weil er denkt, dass er einem Unschuldigen zu Hilfe eilt - dem er aufgrund seines edlen Gemüts weitaus mehr Schutz und Hilfe gönnt, als er sich das selbst jemals erlauben würde.


    Zitat von LA Manga

    You don't know the clear motive and secure intention of what you are doing? [...] But your will is imperfect. You will be defeated by yourself.


    The "Wind Fish" has already started to awaken! Now we have to find some way to profit from it!
    So you can do one of two things! The "Wind Fish" wakes up from the dream and everything is destroyed. Or we will continue to fight forever.


    Ohne, dass der Windfisch erwacht, bleibt Link auf der Insel gefangen, in einem ewig währenden Kampf. Ich interpretiere es so, dass er nicht zur Ruhe kommen kann, dass das Ankämpfen gegen die Monster, die sein Geist erschaffen hat, nicht endet, wenn er nicht zugleich die gesamte Insel, an der er so hängt, loszulassen lernt. Denn so schön die Erinnerung sein mag, dass sie seine Traumwelt füllt, so geht damit doch nur ein endlos andauernder Konflikt einher, den er nicht beenden kann. Er quält sich selbst mit der Erinnerung.


    Mal sehen, vielleicht finde ich in naher Zukunft ein paar freiere Tage, sodass ich nochmal zum Spielen komme.

  • Vorneweg: Ein interessanter Interpretationsansatz Peter. Die Manga-Stelle ist sicher interessant, man muss nur immer vorsichtig sein wenn man diesen mit einbezieht.


    Was die Theorie angeht... ich weiß nicht, ich finde es eben seltsam/bezeichnend, dass der Traum eher von Links Geist und Erinnerungen bevölkert zu sein scheint als irgendwas anderes. Würde ich ganz wild drauflos interpretieren, so würde ich ja sagen, dass Link mit dem Traum im Grunde einen großen Verlust verarbeitet - den seiner Heimat ansich oder geliebter Menschen, wer weiß. Er hat die Dinge verloren, die in seinem Traum weiterleben, und als er sein Bewusstsein verliert in dem Sturm, läuft er Gefahr, nicht mehr zu erwachen, weil er sich in der Traumwelt seiner Erinnerungen, die darin lebendig und wohlauf sind, zu verlieren droht.


    Och, das mit den Erinnerungen kann man so gar nicht wissen. Wer weiß denn ob der Windfisch den Traum nicht anders sieht als Link?
    Und zwei entscheidende andere Punkte darf man nicht vergessen. Klar sind ein handvoll, letztlich ja nicht die Mehrzahl, Bewohner womöglich Links Geist entsprungen, und die Monster (wobei es ja nicht unwahrscheinlich ist dass der Windfisch einige davon auch kennt) in Teilen auch. Ich weiß noch dass der Link der selbe wie in den Oracle-Teilen ist, irgendwie auch der selbe wie in ALTTP wenn ich mich recht erinnere. Ach genau, das war ja am Anfang hier Teil der Diskussion.
    Und dennoch sieht er in dem Traum nicht Leute wie seinen Onkel, oder was weiß ich wer alles in ALTTP vorkam, von daher würde ich durchaus nicht davon sprechen dass Links Erinnerungen dominant sind. Die ganze Insel, mit all den Dungeons, Bossen und Geheimnissen entsprangen immerhin dem Geist des Windfisches.
    Und dass Links Erinnerungen, der ja durchaus eine mächtige Person ist, starken Einfluss auf diesen Traum haben ist kein Wunder. Weiterhin ist zu bedenken dass der Windfisch ja in einem Schlaf gefangen ist, im Traum selbst ist er noch gefangen, tief im Windfisch-Ei. Er beobachtet maximal noch, während Link aktiv im Traum agiert, da ist das denke kein Wunder dass er gewissermaßen alles durcheinander bringt.
    Und dass die Albträume so an Link angepasst hat sollte damit ja ohnehin geklärt sein, immerhin kämpfen sie ja dann gegen LInk.


    Da fällt mir allerdings noch was ein. Interessant ist doch auch dass Link als erstes an Zelda gedacht hat als er Marin gesehen hat. Klar ist man manchmal etwas benommen wenn man aufwacht, vor allem in so einem Fall, aber wer weiß ob es nicht im ersten Moment tatsächlich Zelda war. Wie sich alles verändert in dem Traum ist ein Rätsel, ob nicht während Links Anwesenheit sich der Traum noch wandelt weiß niemand.


    Teilweise ist die Interpretation sicherlich schlüssig mit dem Kampf den Link lebt, das will ich nicht anzweifeln. Dennoch denke ich dass es der Traum vom Windfisch ist, und nicht von Link. Man könnte es so sagen dass der Windfisch Hilfe braucht (auch hier kann man sich fragen ob er Link wirklich aus puren Eigennutz und bewusst in seinen Traum zieht), und Link sich dabei eben mehr oder weniger zufällig auf eine spirituelle Reise begibt. Da es ein Traum ist werden eben Dinge die ihm durch den Kopf gehen Realität, so sind Träume nun mal. Und eben auch die Schlimmsten. Wir wissen alle aus Erfahrungen dass in Träumen Gedanken verarbeitet werden die uns durch den Kopf gehen. Oft ist es totaler Mist, aber wenn man sich Sorgen um etwas macht, traurig ist, jemanden vermisst etc., dann nimmt dass ja auch Einfluss auf unsere Träume. Es wird eine Art gemeinsamer Traum, und dadurch fließt eben auch Links Geist mitein, und es passiert dass was in einem Traum passieren kann: Wichtige aber auch zufällige Erinnerungen fließen ein.
    Und letztlich erwacht man ja aus Albträumen in der Regel, und das tut auch Link, nachdem er den schlimmsten Albträumen ins Auge gesehen hat. Sicher sind die Umstände anders, aber ich möchte nur sagen dass man es in gewisser Weise mit einem klassischen Traum zu tun hat, Unsinn wird hier ja teilweise auch geträumt.


    Sicherlich habe ich für Peters Interpretation keinen eindeutigen Gegenbeweis, kann mich nur Megaolf mehr oder weniger anschließen. Der Windfisch ist einfach das schlafende Zentrum des Traumes. Und für mich stellt er einfach einen viel zu mächtigen Naturgeist dar (der wie gesagt sogar Träume Wirklichkeit lassen werden kann), als dass er nur eine Art Schutzengel ist.

  • Labrynna

    Hat das Label [Vergleich/Beide] hinzugefügt.
  • Ich zitiere hier einfach mal Aussagen, die ein Jahrzehnt alt sind.

    Sind die Alpträume also wirklich böse? Schließlich wollen sie doch nur weiter im Traum des Windfischs existieren. Ist es nicht das Grundbedürfnis jedes Lebewesens, existieren zu dürfen?

    Sie zwingen dem Windfisch, wer auch immer er sein möge, etwas auf und halten ihn durch den Schlaf gefangen. Auch, wenn dahinter ein Existenzwunsch steht, ist es aus meiner Sicht trotzdem keine Rechtfertigung dafür, dass sie ihn zwingen.

    Wem schaden sie denn damit?

    Das ist die Millionen Dollar-Frage, oder? Wieso haben sie sich für den Windfisch entschieden und wie konnten sie ihn überhaupt überwältigen? Was würde denn passieren, wenn er einfach weiterschliefe?

    Wie ich eben schon in einem anderen Thread schrieb, glaube ich, dass hier schlicht böse Mächte am Werk sind und das allein genügt, um sie besiegen zu müssen. Auch deshalb schon, weil Link ja genauso gefangen wäre, wenn er den Windfisch nicht aufwecken könnte, was die Welt ihren Helden nehmen würde. Egal, ob Link nun physisch auf Cocolinth ist oder nur in einem eigenen Traum dort ist, er wäre praktisch für immer dort.


    Ich kenne jetzt die Hyrule Historia nicht (möglich also, dass dort etwas steht), daher vermute ich mal, dass der Windfisch zur selben Gattung wie Narisha aus Skyward Sword gehört und eine Art Gottheit ist. Narisha ist der Wächter des Himmels - etwas, was ich eigentlich dem Windfisch zuschreiben würde, denn der Name selbst könnte darauf hindeuten und auch die Tatsache, dass der Windfisch nach dem Erwachen im Himmel umherfliegt. Vielleicht sind Narisha und der Windfisch auch ein und derselbe? Keine Ahnung.

    Wie auch immer: Wenn der Windfisch eine Gottheit ist, kann er nicht einfach im Tiefschlaf vor sich hinpennen, weil er dann sein "Ressort" nicht vertreten kann und das hätte unweigerlich irgendeine Auswirkung auf die Welt.

    "People can think what they want, I don´t desire their validation." - Aaron Warner