Das Spielgefühl

  • Auf diese Thread-Idee kam ich da viele Leute sich in die 2D-Zeldas nicht so einfühlen können wie in die 3D-Zeldas, wohl einfach weil es weniger realistisch wirkt, weniger plastisch, oder was weiß ich, es klingt ja nun auch nicht gerade realistisch. Dazu kommen für viele Leute die Frust-Momente... (Eventuelle Spoiler sind im folgenden Text möglich, ich gehe davon aus dass die meisten aber wissen worum es in LA geht)


    Aber es gibt auch Leute denen es gelingt einzutauchen, und ein ebenso intensives Spielerlebnis wie bei einem 3D-Titel zu haben. Ich denke ich gehöre zu dieser Gruppe. Das ich diesen Thread gerade bei LA erstelle hat einen Grund, und zwar den dass LA meiner Meinung nach von den 2D-Teilen die beste und dichteste Atmosphäre hat, ich denke recht viele werden mir zustimmen, dass diese in LA doch recht intensiv ist. Gerade weil die Geschichte hier doch recht tragisch ist, bzw. das Setting, und das Ende des Spiels ja einen bitteren Beigeschmack hat. Ich persönlich empfinde die Bewohner von Cocolint als sehr sympathisch, und gerade gegen Ende zeichnet sich eine gewisse Tragik durch, auch dadurch dass die Monster zunehmend Angst bekommen, die Atmosphäre steigert sich wirklich enorm. Und es ist doch irgendwie traurig wie zum Schluss die ganze Insel verschwindet. Nicht zuletzt stammt aus LA einer der schönsten Zelda-Soundtracks überhaupt, meiner Meinung nach, die Ballade des Windfisches. Und das Spielen dieses Liedes zum Ende des Spiels ist für mich auch einer der eindrucksvollsten Zelda-Momente überhaupt.
    Allgemein habe ich das Gefühl dass die Entwickler diese Tragik auch sehr bewusst und mit Mühe hervorgehoben haben, was vor allem durch diverse Szenen oder Ausrufe von den Monstern deutlich wird. Die Atmosphäre ist oberflächlich betrachtet fröhlich, im tieferen Sinne jedoch traurig und bitter. Hinzu kommt natürlich der Schrein in der Wüste, diese Tafel wirkt ja nicht gerade positiv.
    Beim ersten mal weniger, dafür beim zweiten und dritten mal umso mehr: Mich kann Links Awakening ähnlich wie ein 3D-Teil fesseln, selbst wenn man dafür ein wenig Fantasie braucht, wenn auch unbewusst. Man braucht diese Fantasie einfach um sich auf das alles automatisch einzulassen. Und gerade das Ende von LA lässt mich nicht kalt, es nimmt mich doch irgendwie mit.


    Wie geht es euch? Kann Links Awakening euch fesseln? Wie sieht es im vergleich mit 3D-Teilen aus?

  • Da LA mein erstes Zelda war, werde ich wohl immer einen anderen Bezug dazu haben als zu anderen 2D-Zeldas. Generell habe ich aber auch nicht das Problem, bei den 2D kein Zelda-Gefühl zu bekommen.


    Besonders die dichte Story, die meiner Meinung nach einer der besten, wenn nicht sogar die beste aller Teile, ist, lässt mich vollkommen eintauchen. LA ist nicht umsonst mein Lieblingszelda, und obwohl ich es schon oft durchgespielt habe, hol ich es immer mal wieder raus und spiel. Und hab immer noch viel Spaß dabei.


    Den Vergleich zu 3Ds stell ich gar nicht an. Generell muss ich aber sagen, dass ich bei keinem Zelda bisher Probleme hatte, in die Welt einzutauchen und mich "mitnehmen" zu lassen.

  • Was tragische und dramatische Atmosphäre angeht, kommt LA recht nah an MM heran, wenngleich dieser Teil wohl der stärkste Zelda Teil ist. Auch der Facettenreichtum der simplen und doch sympathischen Charaktere auf Cocolint ist sehr dicht und erlaubt es, die Atmosphäre auszuspannen. Es kommt aber tatsächlich immer auf jeden individuell an, ob er für die 2D Zelda empfänglich ist, wenn man bereits schon einige 3D Teile gespielt hat, so wie es oft der Fall ist. Ich denke die Hemmschwelle mindert auch dadurch das Vergnügen des 2D Teils und verwehrt ein, in den Genuss des Spielgefühls zu kommen, denn groß anders sind die Teile nicht vom üblichen Zelda Charme.



    I’m just watching a bad dream I never wake up from.

    - Spike Spiegel from Cowboy Bebop

  • Also ich unterscheide immer zwischen 2D und 3D. Beides hat seine Vorzüge aber genauso, wie viele Leute das 3D mehr schätzen, hat das 2D für mich einen besonderen Stellenwert. Ich gebe zu, es wird wohl in erster Linie Nostalgie sein, weil ich halt A Link to the Past und Links Awakening als allererstes gezockt habe und das meine ersten Erinnerungen an die Zelda Serie sind, erst danach kamen Ocarina of Time und Majoras Mask. Mit Link Between Worlds ist man ja wieder zu diesem Stil zurückgekehrt, Gott sei Dank, denn der Phantom Hourglass Stil war, obwohl man ihn auch als "2D" bezeichnen könnte, unglaublich hässlich und wirkte so Zelda fremd.

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

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    "Zieh dir Hosen an, William!"

  • Eine kleine Nebeninformation dazu: Ich habe kurz zuvor TLoZ:OoT 3DS durchgespielt und mich anschließend LA DX gewidmet.

    Und im Endeffekt hat mir die 3D-Welt nicht gefehlt. Mir gefällt die Vogelperspektive unheimlich gut, denn ich finde mich in diesem Stil sehr gut zurecht - im Kampf sowie auf der Karte. Natürlich muss dazu gesagt werden, dass LA DX an sich ein starkes Videospiel an sich ist und die Entwickler das Potenzial einer 2D-Welt beinahe ausgeschöpft haben, während TLoZ:OoT damals in den Babyschuhen der 3D-Möglichkeiten stand.

    Mir sagen beide Stile zu, solange die Qualität stimmt. Ich fange gar nicht erst an 2D und 3D miteinander zu vergleichen - das sind zwei unterschiedliche Welten, vergleichbar mit Äpfel und Birnen. Das eine ist nicht besser als das andere, sie sind anders.

    Vielleicht eine Anmerkung zum Ende des Spiels: Das Verschwinden der Karte wäre in 3D wahrscheinlich genauso wie in 2D.

    Ich mag Signaturen nicht, weil sie die Scroll-Leiste ohne Kontext verlängern.

  • In Bezug auf die Steuerung sind die GameBoy-Teile der Zelda-Reihe doch gewöhnungsbedürftig. Beispielsweise kann man die Waffen, bis auf den Bumerang, nicht diagonal einsetzen. Ohne Wirbelattacke ist man bei mehreren Gegnern auch ziemlich aufgeschmissen. Links Awakening hat einem durchgängig das Gefühl gegeben, dass man gefordert wird, sofern man noch keine Erfahrung mit dem Game besitzt.

    Auch die Rätsel sind im ersten Moment gerne nicht ersichtlich. Mit der Zeit weiß man einfach aus Erfahrung, dass sich diverse Blöcke verschieben lassen, allerdings nur ein einziges mal. Und auch nicht in jede Richtung. Welche ist dann überhaupt richtig? Es gibt mehere Wände im Spiel, die man mit einer Bombe sprengen kann. Lediglich geschätzt zwei Drittel davon besitzen aber auch eine entsprechende Markierung. Das alles und noch mehr sind einfach so Kniffe, die man ganz am Anfang noch nicht wissen kann und kein schönes Spielgefühl geben.


    Abgesehen davon lernt man mit der Zeit viel dazu und wird auch kämpferisch stärker. Die Spielwelt lässt einen richtig gut eintauchen und bietet mit den Teleportern schnelle Reisemöglichkeiten. Zu Beginn denkt man sich von der Handlung noch nicht viel, aber spätestens das Geheimnis der Insel, welches kurz vor dem sechsten Dungeon aufgeklärt wird, sorgt plötzlich für eine bedrückende Stimmung. Mehrmals wird man noch gewarnt, aber man spielt trotzdem weiter. Die Warnungen fühlen sich anders an als das standardmäßige "Vorsichtig, du stehst gleich dem stärksten Krieger des Landes bevor" und entsprechend mitgefühlt hat man dann auch beim Abspann. Obwohl ich das Game nach dem ersten Durchlauf nicht so gut leiden konnte, wurde ich trotzdem traurig. Letztendlich konnte man in die Welt ausgezeichnet eintauchen, was unter den 2D Zeldas sonst nur noch A Link to the Past annäherend geschafft hat. Die restlichen Ableger mag ich aber auch sehr!


    Ich bin zwar der Meinung, dass so richtig gute Atmosphäre lediglich in 3D-Titeln auftauchen konnte, aber besonders gegen Ende hat Links Awakening fast das maximal Mögliche aus seinen technischen Begrenzungen herausgeholt. Das empfinde ich als sehr positiv und lässt einen nach einiger Zeit alles auch mit ganz anderen Augen sehen. Es ist zwar von der Stärke her für mich kein Majoras Mask, aber trotzdem sehr gut.

  • Labrynna

    Hat das Label [Vergleich/Beide] hinzugefügt
  • Das, was ich mit "positivem Spielgefühl" verbinde, wird immer untrennbar mit LA verbunden sein. Hat es im Remake genauso angefühlt? Ich versuche es mal auszudrücken.


    Für mich wird das Original immer das Maß aller Dinge bleiben. Das Remake kann bei mir gar nicht den Zauber bewirken, denn ich kannte Cocolint ja bereits. Insofern versuche ich diesen Aspekt mal beiseite zu schieben.


    Für mich unbestritten ist, dass das Remake der Spielwelt mehr Leben und Dynamik gibt (etwas, was DX bei mir nicht geschafft hatte). Das kommt dem ganzen Spiel natürlich sehr zu Gute. Zwar hat der triste Look der 93er Version den Vorteil, dass man stellenweise wirklich mehr das Gefühl hat, in einer surrealen Welt zu sein, aber das Remake gibt dem ganzen trotzdem das Quäntchen Lebensenergie und Frieden mitten im Albtraum des Windfisches. Geschafft wurde das durch die Aufarbeitung des Looks; es wirkt halt zugänglicher. Ebenso gut find ich, dass man ein paar neue Kleinigkeiten eingebaut hat, welche aus meiner Sicht markant aber nicht überladen sind und LA immer noch LA ist. Das war tatsächlich eine große Sorge, dass man mit dem Remake da so viel modernes reinklatscht, dass es am Ende ein völlig anderes Spiel ist.


    Trotzdem nicht ganz unerwartet gibt es aber auch deutlich Abstriche im Vergleich. Die Musik wurde von vielen bereits genannt. Während ich vom Maskentempel-Theme im Remake wirklich sehr angetan war, ist mir der Taltal-Theme umso saurer aufgestoßen. Auch der Main-Theme ließ viele Wünsche offen. Dabei ist die Musik in LA eine tragende Säule, sie transportierte im graugrünen Original die Atmosphäre, zu der die eingeschränkte Optik zu der Zeit nicht imstande war, naja und ohne beklemmendes Gefühl und wachsendes Unbehagen funktioniert LA einfach nicht. Neben der für mich nicht gelungenen Darstellung von Link und den NPCs ist also der insgesamt schwache akustische Pfeiler das Hauptproblem des Remakes.


    Trotzdem möchte ich dieses Spiel unbedingt jedem ans Herz legen, der sich auf das Zelda-Universum einlassen möchte und vielleicht erst Breath of the Wild und Ocarina of Time kennt. Ja, die Kritiken von den Zelda-Ultras zum Remake sind recht durchwachsen, auch meine. Aber wer weiß schon, wie Link's Awakening auf mich wirken würde, wenn ich es noch nie gespielt hätte. Ich bin mir sicher, dass ich es vielleicht noch nicht fertig hätte und eine Spaß beim Knobeln und Entdecken hätte. Und das ist die Stärke, die dieses Spiel nun mal besitzt, egal welche der drei Versionen nun zur Verfügung steht. LA ist einfach DAS Zelda, behaupte ich einfach mal. Es vereint alle von den Fans so sehr geliebten Eigenheiten der Reihe und jeder, der bisher "nur" moderne Gamegenres mit modernen Mechaniken und Storytelling kennt, taucht hier in eine andere Welt ein. Es ist vergleichsweise schnell durchgespielt, was den Vorteil hat, dass man nicht ständig durchhetzen muss. Man kann bestimmte Ereignisse einfach auf sich wirken lassen, die nächsten Schritte sorgfältig überlegen und einfach auf Entdeckungsreise gehen.


    Vielleicht ist es auch gar nicht so verkehrt, dass es von einem der besten Games der Welt (meine Meinung) nun drei Versionen gibt und für jeden oder zumindest für viele was dabei ist.

  • Also ich habe jetzt gut 10 Stunden hinter mir und es fehlen mir noch zwei Dungeons. Während ich bis jetzt zwar auch Spaß an dem Spiel hatte,war es mehr oder weniger ein Dungeon gehobse und die Spieltiefe, welche ich zum Beispiel mit A Link to the Past hatte, hat mir etwas gefehlt.


    Nun bin ich aber seit ein paar Stunden dabei Cocolint zu erkunden, Herzteile und Muscheln zu finden und die Tauschquest zu beenden. Letzteres habe ich eben geschafft und die letzten Stunden waren mein LA Höhepunkt. Also der Tauschquest hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Sobald ich einen Gegenstand hatte habe ich immer überlegt, welcher Chat denn mit meinem neuen Tauschgegenstand was anfangen könnte. Jetzt habe ich den letzten Gegenstand und hatte bis zu diesem Erlangen eine Menge Spaß.

  • Ich bin ja generell jemand, der die 3D-Teile gegenüber den 2D-Zeldas bevorzugt. Von Link's Awakening war ich aber ziemlich angetan, was hauptsächlich an der Atmosphäre und der Geschichte, die ja doch mal was Neues im Zelda-Bereich ist, liegt. Durch die vielen Nebencharaktere und -quests (im Vergleich mit der Größe der Map) bekommt die Insel auch noch mal deutlich mehr Leben.

    A Link Between Worlds hat mir unter anderem deswegen nicht so gut gefallen, weil man da wirklich relativ rasch von Dungeon zu Dungeon laufen kann und am Ende die halben Weisen nicht mal kennt (okay, etwas übertrieben...). In OoT hatte ich wenigstens zu allen Weisen durch die Kindheits-Timeline einen Bezug.


    Das Spielgefühl wird für mich, eh wie in Serien und Büchern auch, durch die Glaubwürdigkeit und Tiefe der Welt transportiert und das hat Link's Awakening imo gut hinbekommen.

  • Ich habe das Spiel vor kurzem gekauft und bin sehr enttäuscht.

    Die Grafik und der Sound sind erstklassig, aber durch die extrem limitierte Spielmechanik kommt bei mir einfach keine Freude auf. Ich finde es beinahe absurd ironisch, dass dieses Spiel im Switch Store neben Zelda Breath of the Wild steht und beide 60€ kosten. Wenn Breath of the Wild 60€ kostet würde ich LA zugestehen vielleicht 50 Cent zu kosten. Ich habe Handyspiele gespielt, die mehr Spaß gemacht haben.


    Ich bin mit OoT aufgewachsen, folglich hege ich keine nostalgischen Gefühle für 2D-Zeldas. Ich denke LA ist etwas für Leute, die das Spiel damals auf dem Gameboy gespielt und geliebt haben. Für alle anderen hätte es ein nettes kleines Zelda-Abenteuer für die Wartezeit auf BotW 2 sein können, aber nicht zum Vollpreis von 60€. Und es macht auch keinen Sinn das Spiel auf der Switch zu veröffentlichen.

  • Ich muss auch sagen das rückwirkend betrachtet 60 Euro doch sehr viel Geld sind für das, was man bei LA geboten bekommt. Ich hatte durchaus Spaß mit dem Spiel aber trotz schicker Optik, ist es inhaltlich dennoch ein Game Boy Spiel. Ich möchte jetzt ja kein Vergleich mit Indietiteln machen aber was ich da teilweise für unter 10 Euro geboten bekomme, das spielt in einer anderen Liga!


    Was mir sehr gut gefallen hat war die Tauschquest und das Herzteile und Muscheln sammeln. Da kam der Entdeckerdrang in mir hoch :wink:.


    Die Hauptstory war so naja, da gefällt mir ALTTP deutlich besser. Insgesamt aber ein schönes Game aber es hätte nicht unbedingt 60 Euro sein müssen!

  • Ich habe Links Awakening sehr gut in Erinnerung da ich die damalige DX Version als Kleinkind bis zum Erbrechen gespielt habe. Mir gefielen schon immer diese Teile auf den Handhelds so auch die ganzen Oracle Teile, weil sie mit wenig Aufwand so eine unglaubliche Geschichte erzählt haben. Sie brauchten nicht viel grafischen Schnick Schnack, die Welt und die Bewohner haben das Ganze zusammen mit den Tempeln und der Itemflut einfach perfektioniert.


    Ich war ja schon von Anfang an etwas skeptisch was das Remake anging und trotz der positiven Entwicklung und des doch meiner Meinung nach grauenhaften Grafikstils, gefiel mir das Spiel genauso. Vieles aus meiner Kindheitserinnerung wurde wieder erweckt und es hatte durchaus was Knackiges an sich, so wie es damals eben auch schon war. Vielleicht liegt es an meinem Alter oder einfach, weil meine Erwartungen zu hoch an dem Ganzen waren, aber soo gefesselt hat es mich eigentlich nicht erneut. Ich fand einige Gimmiks cool wie den Dungeon Builder oder ein paar Neuerungen die generell eingeführt wurden, aber 2D finde ich das Spiel nach wie vor unschlagbar. Es ist und bleibt einfach der Ersteindruck den man vermittelt bekommt und den kann mir keiner nehmen xD