Lohnt sich der Kauf von Hyrule Warriors ?

  • Guten Morgen zusammen!


    Ich besitze dieses Game bis Heute nicht, obwohl es mich prinzipiell interessiert. Die Gründe liegen darin, dass ich hörte, man käme erst richtig in den Genuss des Spieles, wenn man alle möglichen DLCs dazu kauft. Da ich dieser Entwicklung aber eher kritisch gegenüberstehe, war ich mir nicht sicher, inwiefern sich ein "normaler" Kauf des Spiels lohnt. Ich möchte eigentlich nur ungern diverse DLCs zukaufen müssen.


    Zudem heißt es, man würde eigentlich immer nur Dasselbe machen - draufhauen (oberflächlich gesagt). Eine Story gibt es nicht wirklich und auf Dauer biete HW keine wirkliche Abwechlung oder Wendungen. Dies würde in keinem Verhältnis zum Spielpreis stehen, hieß es weiter. Die bisherigen Meinungen aus meinem bekanntenkreis waren somit eher negativ, wie ihr seht.


    Ich mag aber Massenkämpfe auf freiem Feld eigentlich, gebe aber zu, dass ich das auch nicht ein ganzes Game über durchweg machen möchte. Zumindest nicht, wenn sich das Szenario ständig und komplett gleichwertig wiederholt. Versteht ihr ungefähr, was ich damit meine?


    Ich bin jetzt, zugegeben, nicht sonderlich groß informiert über HW. Darum meine Bitte: Könnt ihr mir eure Erfahrensberichte schildern und mir womöglich auch eure Meinung zum Ausdruck bringen, ob ich mir HW zulegen sollte?! ich suche noch nach fundierten Meinungen und Ratschlägen von erfahrenen Spielern. ;)


    Danke im Voraus für eure Hilfe. :)

    You're turning to the brightest of stars, in your dreams. And its knowing with every move, you're free.
    (The KVB)


  • ich suche noch nach fundierten Meinungen und Ratschlägen von erfahrenen Spielern.

    Kommt drauf an, wie du "erfahren" definierst. :P


    Ja, ich habe Hyrule Warriors gespielt, um genau zu sein 30-40 Spielstunden lang. Und ich besitze die DLCs, also sollte ich dir bei deiner Frage weiterhelfen können.


    Das Gameplay lauft eigentlich so ab, dass man halt auf einer Karte ist, auf der verschiedene kleine Stützpunkte sind. Einen Stützpunkt nimmt man ein, indem man die dort stationierten Gegner verkloppt. Die Stützpunkte können im späteren Verlauf der Mission helfen, halten sie doch die hereinstürzenden Gegnerhorden etwas auf. Es ist nämlich oft so, dass man gegen irgendeinen Charakter kämpft, der dann die Gegnerhorden zum Hauptquartier schickt. Das darf natürlich nicht fallen, deswegen rennt man oft kreuz und quer durch die Gegend, um die Aufgaben zu erfüllen und gleichzeitig Acht zu geben, dass das Hauptquartier nicht fällt. Und dabei kloppt man halt so viel man will, meistens reicht es aber auch, wenn man an den 0815-Gegnern vorbeirennt.


    Vorab möchte ich einmal über den Storymodus sprechen. Er ist jetzt nichts besonderes, macht aber trotzdem viel Spaß und man sollte ihn spielen, um Charaktere freizuspielen. Spielzeit hier: 8-10 Stunden, kann aber auch schon in 6 Stunden abgefrühstückt werden. Kommt auch immer darauf an, auf welchem Schwierigkeitsgrad du spielst, da unterscheidet sich die Spielzeit doch. Im Storymodus gibt es außerdem in jedem "Level" etwas zu entdecken, z.B. Upgrades für bestimmte Charaktere oder Skulltulas, die wiederum etwas freischalten. Für Perfektionisten ein gefundenes Fressen und das war erst der Storymodus!


    Dann gibt es noch den Abenteuer-Modus, bei der die Spielwelt von Zelda I als Karte fungiert. Hier versenkt man eigentlich die meiste Spielzeit, wenn das Spiel denn für einen ist. Hier gibt es immer kleine Missionen, die mehr oder weniger schwer sind, die man mit einem bestimmten Rang abschließen kann. Die Schwierigkeit variiert doch im Spielverlauf, später werden die richtig schwer. Eine Herausforderung ist etwa "Besiege die 3 Dodongos bevor die Zeit abläuft" oder "Besiege 800 Gegner in 10 Minuten". Dabei ist man immer auf den Maps unterwegs, die man schon aus dem Storymodus kennt. Man könnte schon sagen, dass der Modus das Herzstück des Spiels ist, ich persönlich habe aber nicht die Motivation gefunden, mich durch die richtig schweren Missionen durchzukämpfen. Als zusätzlicher Ansporn dient übrigens das Aufleveln der Charaktere und Aufwerten der Waffen, das Spiel besitzt also durchaus etwas an Tiefe, was man vielleicht nicht im ersten Moment davon erwarten würde.


    Und um mal auf die DLCs zu kommen: Ich habe mir alle gekauft, habe aber seit dem Kauf nicht mehr weitergespielt. Die Charaktere haben mich nicht ganz so interessiert und die beiliegenden Abenteuer-Karten waren mir schon wieder zu kompliziert bzw. schwer. Aus anderen Foren kenne ich Leute, die mit dem Spiel dank den DLCs und dem Abenteuer-Modus 300-500 Spielstunden darin verbracht haben, also scheint das Spiel für manche Leute wohl eine richtige Offenbarung zu sein. Von den DLCs habe ich jetzt nur den Ganon-Modus gespielt, in dem man (wie der Name schon sagt) als riesiger Ganon alles platt macht. Steuert sich aber sehr langsam und behäbig, deswegen auch da irgendwann aufgehört.


    Für 30-40€ würde ich dir das Spiel schon ans Herz legen, wenn du auf "draufhauen" stehst. Ich hatte eine Zeit lang viel Spaß mit Hyrule Warriors, aber irgendwann war die Luft raus. Aber mich reizt es doch immer wieder, einfach Hyrule Warriors einzulegen und ein paar tausend Monster zu verkloppen und vielleicht etwas Neues freizuschalten. Ich habe den Kauf nicht bereut! (Mal davon abgesehen, dass ich es geschenkt bekommen habe. :D )

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    Einmal editiert, zuletzt von m4xwll ()

  • [...] man käme erst richtig in den Genuss des Spieles, wenn man alle möglichen DLCs dazu kauft.

    Ich kann Dir auf jeden Fall zusichern, dass man auch ohne DLC reichlich Spaß haben kann. Hyrule Warriors ist nämlich, wie Du schon an m4xwlls schönen und recht ausführlichen Beitrag lesen kannst, ein Spiel mit großem Umfang. Du hast stolze 16 Kämpfer zur Auswahl. Neben dem Legenden-Modus gibt es zum Beispiel auch noch den Abenteuer-Modus, bestehend aus 128 Missionen, die Du mit verschiedenen Rängen abschließen und in denen Du viele Herzteile und Skulltulas finden kannst. Als ich irgendwann die Abenteuer-Karte komplett durch hatte, blieb mir auch schon die Puste aus, so dass die Master-Quest-, Schatten- und Termina-Karten, die ich mir zusätzlich geholt hatte, immer noch ziemlich unfertig aussehen. Von daher denke ich, dass Du auch ohne jegliche DLC mehr als genug Beschäftigung haben wirst. Auf jeden Fall solltest Du wissen, dass Hyrule Warriors auch ohne DLC ein absolut fertiges Spiel ist. Die DLC sehe ich nur als zusätzliches Material an, wenn man schon so viel Zeit investiert hat, alles zu schaffen, und immer noch nicht genug hat. Dann sind Spielzeiten von einigen hundert Stunden durchaus möglich.


    Der Schwierigkeitsgrad ist ziemlich variabel, vieles ist einfach bis mittelschwer, aber es gibt auch einige harte Brocken. Letztendlich ist es nicht nur ein Schlacht-, sondern auch ein Strategiespiel. Ich stimme Dir allerdings zu, dass man sehr viel draufhaut. Ob das auch dauerhaft Spaß macht, ist wahrscheinlich von Mensch zu Mensch verschieden - das muss man einfach ausprobieren. Mir hat es dennoch Spaß gemacht.


    Ich persönlich kann Hyrule Warriors nur empfehlen. Ich hatte zuvor nie mit Hack-and-Slay zu tun, dennoch wurde es zu meinem Lieblingsspiel von 2014. Zwar gibt es keine richtige Story im gewohnten Sinn, allerdings wurde alles von einer Handlung mit Zwischensequenzen eingerahmt, die meiner Meinung nach auch recht gut gelungen ist.

  • Vielen lieben Dank für die aussagekräftigen Antworten @m4xwll und @Phirone, :) Na das klingt dochmal bedeutend positiver, als mein Bekanntenkreis das Spiel abgefertigt hat. ;)


    In euren Beiträgen zeigen sich auf jeden Fall die Stärken des Spiels! Ich hab da einige Punkte für mich rausgefischt, die mich sehr interessieren würden und habe mir das vermerkt. Ich würde auch nochmal schauen, wie teuer das Spiel mittlerweile ist. Wahrscheinlich hat sich aber am Originalpreis noch nichts geändert...


    Ich würde mich über weitere Meinungen freuen. :) Ganz lieben Dank im Voraus!

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  • Du hast ja schon sehr ausführliche und fundierte Meinungen gekriegt - ich dachte trotzdem, ich melde mich mal als jemand, der HW leider rein gar nichts abgewinnen kann. Ich denke, es kommt auch sehr darauf an was für ein Spieltyp man ist und ob man sich allgemein mit dem Genre Hack-and-Slay anfreunden kann oder eben nicht, und das muss jeder für sich selbst herausfinden.


    Ich selbst besitze das Spiel auch nicht, hab's aber bis zum Erbrechen mit Freunden gespielt, die es total feiern und was soll ich sagen, ich habe mich leider sehr gelangweilt. Ich empfinde es tatsächlich als einfach rumrennen und Gegner massenhaft abschlachten, auch wenn sich das oberflächlich anhört. Irgendwie war es für mich vom Prinzip her einfach immer das gleiche: Man ist auf einer beliebigen Map unterwegs und nimmt Stützpunkte ein. Überall stehen hunderte von Gegnern rum, und auch hunderte von deinen eigenen Leuten - die aber absolut nichts sinnvolles beitragen. :D Auf mich wirkte es einfach total monoton. Die Story ist zwar vorhanden, aber ganz ehrlich, die finde ich eher schlecht als recht bzw. hatte ich beim Spielen nie das Gefühl, dass wirklich so etwas wie ein roter Faden vorhanden ist. Es werden verschiedene Charaktere und auch zig Storyelemente von den verschiedenen Zeldaspielen irgendwie zusammen geschmissen, aber nicht so, dass es wirklich Sinn ergibt. Auf mich wirkte das wie ein wilder Mix aus allen Zeldaspielen. Tiefgründig ist da jedenfalls nichts.
    Insgesamt wirkte das Spiel auf mich irgendwie lieblos. Mir ist es zu hektisch, zu vollgestopft, zu überladen, dazu immer diese laute aggressive Rockmusik im Hintergrund - und ich stehe eigentlich auf Rock, aber das gefiel mir kein bisschen. Für mich hat HW nichts von dem typischen Zelda-Charme und der tollen Atmosphäre. Vieles wirkt hingeklatscht.


    Ich denke, wie gesagt, dass es viel damit zu tun hat, was man eigentlich sucht oder will. Was ich liebe ist das Entdecken von neuen Welten, eine gute Story, liebevoll ausgestaltete Gegenden und Soundtracks, und einfach dieses tolle Zeldafeeling. All das kann HW mir irgendwie nicht bieten. Aber ich würde deswegen nicht sagen, dass es nicht empfehlenswert ist. Wenn man Spaß daran hat, seine Charaktere aufzuleveln, Missionen nach dem Motto "Schaffe das und das" zu machen, und einfach mal ein bisschen draufzuhauen ist Hyrule Warriors sicherlich eine gute Wahl. Die Grafik kann auch überzeugen und das Spiel kann auf jeden Fall Laune machen. Dass es mir nicht gefällt, ist eher eine persönliche Meinung. Ich würde nur empfehlen, es nicht allein deswegen zu kaufen weil Zelda drin vorkommt, denn bei genauerem Betrachten hat das mit Zelda gar nicht mal so viel zu tun.

  • Liebe @Emmy - ich danke dir sehr für deinen ausführlichen Beitrag! Und ja, dieser hilft mir ungemein, denn so kann ich auch mal eine eher negative Meinung lesen und diese mit den positiven Ansichten deiner Vorposter vergleichen. So etwas ist für eine bevorstehende Kaufentscheidung immer ganz gut. :) Ich bin leider immer noch nicht so ganz entschlossen, deswegen hoffe ich noch auf weitere Meinungen.

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  • Lohnt sich der Kauf von Hyrule Warriors? Die kurze Antwort ist ein ganz klares JA von meiner Seite. Worüber du allerdings Bescheid wissen solltest, @Juri, sind die Schwächen dieses Spiels. Es ist ja praktisch ein Ableger der Warriors-Serie mit Zelda-Skins, und weil ich vorher noch keinen davon gespielt habe, kann ich natürlich nicht beurteilen, inwieweit die Schwächen dieses Spiels auch auf den Rest zutreffen.


    Ein recht üppig vertretenes Element ist das allseits beliebt/berüchtigte Grinding. Wenn man alle Kämpfer abzüglich aller DLC, ob gratis oder kostenpflichtig, zusammenzählt, dann dürfte man auf 13 Charaktere kommen – und wenn man gerade im Abenteuer-Modus erfolgreich sein und alle Waffen, Herzcontainer und Herteile haben möchte, dann wird man mit allen trainieren müssen. Die einzigen Charaktere, die du auf der ersten Abenteuer-Karte nicht brauchen wirst, sind die bösen Charaktere; entsprechende Bewaffnung und Förderung ihrer Gesundheit finden sich auf der Master Quest-Karte, dem ersten Inhaltsbündel, für welches du bezahlen musst.


    Als nächstes kommt der Schwierigkeitsgrad – denn, so übersichtlich er im Story-Modus noch ist, im Abenteuer-Modus wird er eindeutig angezogen. Auch, weil du da streckenweise mit Charakteren kämpfen musst, mit denen du vermutlich bis dahin noch nie gespielt hast. Über das Layout der Abenteuer-Karte bist du ja bereits informiert worden; sie ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt, die alle ihren eigenen durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad haben. In der Theorie ist das ja ganz schön, aber leider sind diese Unterscheidungen nur dann am besten einsehbar, wenn man die Bereiche noch nicht freigelegt hat; sobald sie aber alle verfügbar sind, wird es mit der Abgrenzung schon schwieriger, und dann kann es leicht passieren, dass du an eine Mission gerätst, für die du noch gnadenlos unterlevelt bist.


    Was nicht schlecht wäre, ist, wenn du dir das Spiel erst irgendwo ausleihen kannst, um zu sehen, ob es überhaupt etwas für dich ist. Es kann gut sein, wenn du einfach nach einem anstrengenden Tag abschalten und als Ein-Mann-Armee spielen ganze Heerscharen von Gegnern niedermähen möchtest. Dieses Spiel ist auch sehr umfangreich, schon ohne DLC, wenn du also jemand bist, der seine Spiele immer gerne zu 100% durchzogen möchte, dann wirst du mit all den Waffen, Herzteilen, Herzcontainern und Skulltulas einiges zu tun haben. Allerdings gibt es auch viel Grinding – ob für das Training oder die Beschaffung von Waffen und Materialien – und da hätte ich vollstes Verständnis, wenn es dir irgendwann zum Hals raushängen sollte.


    Falls du aber merkst, dass dieses Spiel bei dir ins Schwarze trifft, dann würde ich dir empfehlen, das Master Quest-DLC dazuzukaufen. Es ist noch das einzige der herunterladbaren Karten, in denen nicht Kämpfer mit einer Stufe weit im dreistelligen Bereich verlangt wird, und auch findest du neben weiteren Waffen für die bösen Charaktere (die du selbst ironischerweise aber schon über ein kostenloses Update bekommst) auch noch die sogenannten Raserei-Missionen, die perfekt zum Aufleveln der Kämpfer geeignet sind. (Es gab bislang immer einen Rubine-Glitch, mit dem man sich das Training drastisch vereinfachen konnte, weil es aber ein Glitch ist, könnte es sein, dass er irgendwann noch entfernt wird. Verlassen würde ich mich darauf also nicht.)

    Le noir, ce mot désigne depuis un époque lointaine le nom du déstin.
    Les deux vierges règnent sur la mort.
    Les mains noires protègent la paix de nouveau-nés.

  • Es werden verschiedene Charaktere und auch zig Storyelemente von den verschiedenen Zeldaspielen irgendwie zusammen geschmissen, aber nicht so, dass es wirklich Sinn ergibt. Auf mich wirkte das wie ein wilder Mix aus allen Zeldaspielen. Tiefgründig ist da jedenfalls nichts.
    Insgesamt wirkte das Spiel auf mich irgendwie lieblos. Mir ist es zu hektisch, zu vollgestopft, zu überladen, dazu immer diese laute aggressive Rockmusik im Hintergrund - und ich stehe eigentlich auf Rock, aber das gefiel mir kein bisschen. Für mich hat HW nichts von dem typischen Zelda-Charme und der tollen Atmosphäre. Vieles wirkt hingeklatscht.

    Das bringt es für mich auf den Punkt. Genau diese Meinung vertrete ich seit der erste Footage die ich von Hyrule Warriors gesehen habe. Ich weiß beim besten Willen nicht wie man darin einen Funken Geschmack erkennen kann. Das ganze wirkt einfach total unästhetisch.

  • Vielen lieben Dank für diesen ausformulieren Beitrag @Aero ! Damit hast du mir wirklich sehr gut weitergeholfen. :) Ich denke, nun kann ich noch besser abwägen. Im Augenblick tendiere ich dazu, erst über einen realistischen Kauf nachzudenken, wenn sich der Preis gesenkt hat....oder aber ich ein Schnäppchen mache. Derzeit ist mir das Spiel für die Makel, die hier im Thread angesprochen wurden, definitiv noch zu teuer.

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