Ore no Imōto ga Konna ni Kawaii Wake ga Nai

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    • Ore no Imōto ga Konna ni Kawaii Wake ga Nai

      Kürzel: Oreimo

      Website: Light Novel (JP) | Anime (JP) | Twitter | Visual Novel (JP) | Aniplex (ENG)
      PVs: PV #1 | PV #2 | PV #3 | PV #4
      OPs: Opening #1 | Opening #2 (Anmerkung #1: Jeweils Vergleichs-Video aller OP-Versionen, die oft unterschiedliche Videos hatten, Achtung vor allem das zweite Video enthält vermeintliche Spoiler; Anmerkung #2: Keine Endings, da die jede Episode ein neues ED genommen haben und die alle zu finden…)

      Kōsaka Kyōsuke lebt im Schatten seiner jüngeren Schwester Kirino; diese ist sportlich, intelligent und auch noch ein Model, während er ein vollkommen normales Dasein pflegt und seine Bemühungen vor langer Zeit aufgegeben hat. Als seine Schwester nach einem langen Aufenthalt in Amerika zurück nach Japan kommt, glaubt er nicht, dass sich an der eher distanzierten Beziehung etwas ändern wird… als er jedoch das Geheimnis seiner Schwester lüftet, die in ihrer Freizeit am liebsten Erogē (Visual Novels für Erwachsene) spielt, Mahō Shōjo-Anime schaut und ihr Geld für Merchandise ausgibt, finden die beiden etwas mehr zueinander. Endlich hat sie jemand mit dem sie ihr Hobby teilen kann und er hilft ihr dabei ihr privates Leben langsam aber sicher mit dem Otaku-Lifestyle zu verbinden…

      Veröffentlicht wurde zunächst der Light Novel, welcher vom 10. August 2008 bis zum 07. Juni 2013 erschienen ist und mit zwölf Bänden abgeschlossen ist. Geschrieben wurde das Werk von Fushimi Tsukasa, während Kanzaki Hiro für die Zeichnungen verantwortlich ist.

      Im März 2009 startete dann der Manga, illustriert von Ikeda Sakura, welcher im Mai 2011 mit vier Bänden abgeschlossen wurde, ein Spin-Off-Manga zu Kuroneko wurde dann vom selben Mangaka unter dem Namen Ore no Kōhai ga Konna ni Kawaii Wake ga Nai zwischen Juli 2011 und Juli 2015 mit gesamt sechs Bänden veröffentlicht.

      Die erste Staffel des Anime lief mit zwölf Episoden vom 03. Oktober 2010 bis zum 19. Dezember 2010 noch mit dem Studio AIC Build an Board, während die zweite Staffel von A-1 Pictures produziert wurde und mit 13 Episoden vom 07. April 2013 bis zum 30. Juni 2013, wobei drei anknüpfende Serien dann am 18. August 2013 ausgestrahlt wurden und die Staffel komplett gemacht haben. Abgesehen davon gibt es noch vier Spezial-Episoden, welche zwischen dem 22. Februar 2011 und dem 31. März 2011 liefen.

      Um die Geschichte zu komplettieren, kann man sich noch die drei Visual Novel-Spiele für ansehen. Das Erste erschien am 27. Januar 2011 auf PlayStation Portable mit dem Namen Ore no Imōto ga Konnani Kawaii Wake ga Nai Portable; das zweite Spiel erschien am 17. Mai 2012 ebenfalls für PSP mit dem Namen Ore no Imōto ga Konna ni Kawaii Wake ga Nai Portable ga Tsuzuku Wake ga Nai und das letzte Spiel erschien am 26. September 2013 unter dem Namen Ore no Imōto ga Konna ni Kawaii Wake ga Nai Happy End für PlayStation 3.

      Bestimmt habt ihr von diesem Franchise gehört, da man ja fast nicht drum herum kommt. Wie findet ihr es?

      Es hat mich ehrlich gesagt wirklich verwundert, dass zu Oreimo noch kein Thema eröffnet ist. Nicht, weil ich die Serie irgendwie extrem gut finde, sondern weil es so eine der Serien ist, von der man bestimmt schon mal gehört hat. Der Hype darum war schließlich ähnlich dem um Serien wie Shingeki no Kyojin oder One Punch Man.
      Da ich den Light Novel was Story und Charakter betrifft mit dem Anime gleichsetze, werde ich mein Review gepolt auf den Anime schreiben, meine Meinung zu eben jenen Punkten, kann man aber eins zu eins übertragen.

      Die erste Staffel empfand ich bei dieser Serie was die Story angeht bei weitem stärker, weil sich sehr viel mit der Otaku-Kultur befasst wurde, welche zwar stetig im Wandel ist, aber auch heute noch immer eine gewisse Problematik an den Tag führt. Und während die Serie noch niemals ein brillantes Storytelling besessen hat, wurden wenigstens einige Thematiken aufgegriffen, welche Interessen wecken konnten und relativ charmant in einen doch sehr klischeehaften Harem-Flick verarbeitet wurden. Man konnte die Serie als Comedy ansehen, während die Romantik als Thema kaum relevant war, sondern eher das Everyday-Life von einem Closet-Otaku – etwas, was durchaus witzig sein konnte. Die zweite Staffel versucht aber offensichtlich gar nicht mehr eine wirkliche Geschichte zu erzählen und die Ansätze, welche gegeben wurden weiter zu entwickeln, sondern suhlt sich regelrecht darin nur noch aus extrem augenverdrehendem Fanservice in Form einer inzestösen Romanze zu bestehen. Ich persönlich gehöre zur Kategorie, die empfindet, dass in der Kunst „alles“ erlaubt ist (bitte legt diese Aussage nicht auf die Goldwaage) und man beim Schauen einer japanischen Serie nicht versuchen sollte seine eigene Agenda auf den asiatischen Markt und besagte Otaku-Kultur zu übertragen. Du findest Inzest böse? Vollkommen in Ordnung, dann schau die Serie nicht, aber versuch zu sehen, dass solche Sachen komplett anders in anderen Kulturen gehandhabt werden und Deutschland nicht die Norm ist. Demnach: Inzest als Thema in Anime ist für mich überhaupt kein Problem; auch in anderen Formen der Kunst; und muss nicht einmal immer bierernst genommen werden. Jedoch mutierte die zweite Staffel mit dem Klimpern meiner Wimpern zu einer Serie, die man mit exakt einem Satz beschreiben könnte „Kerl steht auf seine Schwester“. Es gab keine Konflikte mehr und vor allem nichts mehr außerhalb dieses Spektrums. Selbst vermeintliche „Liebesdreiecke“ hatten am Ende immer nur die Prämisse, dass Kyōsuke gerne mal einen der Erogē mit seiner Schwester nachspielen würde…

      Die Charaktere zeigen ehrlich gesagt nicht sonderlich viel, entweder man mag sie oder nicht. Denn sie sind eindimensional und dienen zu einem großen Teil eigentlich nur der Comedy und dem Harem-Element, doch hier liegt auch der Hund begraben… gerade ein Charakter wie Kirino hat eine Entwicklung verdient. Sie benimmt sich die meiste Zeit wie eine verzogene Göre (ihr Alter in Betracht ziehend, ist dies auch vollkommen legitim), scheint über die gesamten zwei Staffeln aber nicht wirklich zu wachsen. Die meiste Zeit fühlt es sich an, als würde man sie am Anfang einer Episode wieder auf Null zurücksetzen, sodass sie ihren Oniichan wieder ordentlich einen Schlag ins Gesicht geben kann, während sie ihn einen Perversen nennt oder einen Anfall von Eifersucht hat, weil sie nicht gerne teilt. Als Fan von denselben Spielen und einer Vorliebe für niedliche Anime, kann ich mich zwar irgendwo mit der Protagonistin identifizieren, aber den Titel des Anime; übersetzt etwas „Es kann nicht sein, dass meine kleine Schwester so süß ist?!“; kann ich nicht nachvollziehen. Solange sie still ist und nicht mit ihrer schrillen Stimme alle anderen Charaktere zusammenschreit, finde ich sie vielleicht auch süß, ihre restliche Attitüde aber dann irgendwie doch nicht… Kuroneko hingegen hat mir sehr gut gefallen, allerdings trägt sie in der ersten Staffel nicht viel zur Story bei und scheint eher der Loli-Sidekick zu sein, welchen eine jede Serie braucht, da ich mich da aber noch von unkomplizierter Comedy habe berieseln lassen, hat es mir ausgereicht. In der zweiten Staffel sind die Episoden in der es um sie und ihre Beziehung zu Kyōsuke geht, aber definitiv die Stärksten. Da es sich hier um einen Harem handelt, sollte klar sein, dass auch sie Interesse an ihm hat, weswegen ich es mal nicht als Spoiler markiere, wenn ich schreibe: Sie ist die Einzige, bei der ich das romantische Interesse gegenüber dem Protagonisten nachvollziehbar und vor allem gut erzählt empfand. Beim Rest (außer vielleicht noch Kirino, bei der es zumindest auch irgendwo nachvollziehbar ist) war das alles extrem an den Haaren herbei gezogen. Vor allem bei Ayase. Sie war einer der authentischsten Charaktere und wurde dann zu einem Yandere-Weib verstümmelt… ohne dass diese Entwicklung jemals auch nur nachvollziehbar war und vor allem keinen Sinn ergibt, wenn man ihre Gefühle für ihre beste Freundin in Betracht zieht. Aber warum auch logische Liebesbeziehungen aufbauen wollen, wenn man einfach alles zu einem Brei aus Fanservice matschen kann?

      Letzten drei Episoden #14 - 16
      Der letzte Funken an gutem Willen ist bei mir explodiert, als ich endlich die letzten drei Episoden gesehen habe. Obwohl ich mit vielem nicht zufrieden war und vor allem die zweite Staffel extrem schwach finde, hatte ich gehofft, dass ein gutes Ending das Ganze vielleicht noch ein bisschen retten könnte. Da wurden meine Hoffnungen aber gewaltig zerschlagen und es war tatsächlich eine der Geschichten, bei der ich über den Ausgang sogar extrem wütend war. Denn es war eins der dümmsten Enden die ich jemals gesehen habe…

      Oniichan hat also mittlerweile jegliche potenzielle Liebesbeziehung zerstört, indem er jedes Geständnis von romantischen Gefühlen abgewehrt hat und eigentlich schon Gott und die Welt weiß, dass sein Herz nur für seine Satansbra… ich meinte Schwester schlägt. Mit dieser Wahl war ich zwar persönlich nicht zufrieden, aber ich hätte damit leben können, wenn man dann noch den Arsch in der Hose gehabt hätte um diesen Arc auch durchzuziehen. Man munkelt, dass der Autor gezwungen war das Ende umzuschreiben um die Gemüter zu beruhigen, aber das ist keine Entschuldigung für das Wreck, welches man hier letztendlich präsentiert hat. Wären die ganzen Social Justice Warrior nicht sowieso schon angepisst? Kirino und er haben sich bereits geküsst und eine Fake-Hochzeit gefeiert, Herrgott, die haben sogar als Paar im selben Bett geschlafen.
      Aber am Ende wird Alles worauf hingearbeitet wurde (dass die beiden ihre Gefühle zueinander eingestehen) einfach unter den Bus geworfen für den Komfort eines offenen Endes. Ja, man ist am Ende der Serie exakt da, wo man am Anfang war. Denn die Beziehung der Geschwister hält nur ein paar Wochen, was überhaupt nicht zu ihren vorherigen Motivationen und Verhaltensweisen passt. Sie entscheiden sich nur solange zusammen zu sein, bis das Schuljahr zu Ende ist. Ein paar Wochen. Dafür hat er alle anderen abblitzen lassen, dafür hat er allen vorgeheult, wie sehr er Kirino mag… ich weiß nicht was ich erwartet habe, aber das war kein Ende. Es war ein „Alles auf Null“ setzen und es würde mich nicht wundern, wenn der Autor sich irgendwann ein Happy-Ever-After aus dem Arsch zieht nur damit er noch mehr Cash mit Light Novellen und weiteren Staffeln des Anime machen kann…

      Sorry für den Rant, aber so etwas Inkonsequentes und Dämliches…


      Visuell kann ich dem Anime nichts vorwerfen, denn die Animationen waren schön und soweit es bei einem RomCom eben nötig ist, war es auch flüssig, auszureichend Hintergründe und das Design der einzelnen Charaktere war schön anzusehen, während der OST ebenso zweckdienlich war. Für mich nicht herausragend, auch wenn ich das Opening von ClariS ansprechend fand. Der poppige Anime-Sound hat zu der Serie gepasst und seinen Zweck erfüllt.

      Wie man sieht, empfinde ich das die erste Staffel als eine simple Comedy-Serie durchaus noch einen gewissen Unterhaltungswert hat, doch zu Gunsten von Fanservice wurde alles eingerissen und die Folgen haben im Endeffekt nur noch eine Facette zu zeigen, die für mich schon schmerzvoll war anzuschauen. Warum dieser Anime eine so große Fanbase hat konnte ich spätestens dann nicht mehr nachvollziehen (wenn ich auch die erste Staffel wirklich nur als durchschnittlich bezeichnen würde, was den Inhalt angeht) und mit den letzten drei Episoden fehlte mir dann jegliche Bezug dazu. Fanden Leute dies wirklich gut? Ich möchte; falls es hier jemanden gibt; wirklich niemanden beleidigen, aber für mich war das Storytelling dann einfach nur schlichtweg dumm und vor allem nicht mal mehr in der inneren Logik plausibel…
      Falls ihr die Serie mögt und auch an der zweiten Staffel, so wie den letzten drei Episoden gefallen findet, scheut euch dennoch nicht zu schreiben! Vielleicht kann ich den Hype ja etwas besser nachvollziehen, wenn ich eine positive Meinung dazu höre? Aber wenn ihr meine Meinung teilt und ähnliche Ansichten habt, auch gerne her damit!