Ich lese aktuell von Justin Cronin "Der Übergang". Hierbei handelt es sich um den 1. Teil einer Sci-Fi-Trilogie (Teil 2: "Die Zwölf", Teil 3: "Die Spiegelstadt"), der auch als Serie verfilmt jedoch nach einer Staffel abgesetzt wurde.
Ich bin eher durch Zufall auf dieses Buch gestoßen, da ich eigentlich kein Sci-Fi-Fan bin und mir versehentlich ein anderes Buch des gleichen Autors ("The Ferryman") in der Annahme es sei ein Horroroman gekauft hatte, welches mich jedoch so begeistert hat, dass ich weitere Werke von Justin Cronin lesen wollte.
Viel kann ich bisher zum Inhalt von "Der Übergang" noch gar nicht sagen, da es mit über 1.000 Seiten ein ziemlich dicker Wälzer ist und ich noch relativ am Anfang bin. Es liest sich jedoch äußerst flüssig und ich fliege nur so durch die Seiten.
Bisher hat sich mir erschlossen, dass es in dem Buch um eine Art militärische Forschungsstation in den Bergen von Colorado geht, in der Menschnexperimente mit einem neu entdecken Virus durchgeführt werden, das die Thymusdrüse - ein Organ, das hinter dem Brustbein liegt und nach dem Ende der Pubertät seine Funktion einstellt - reaktiviert, um der Menschheit schließlich zur Unsterblichkeit zu verhelfen.
Das Interessante hieran ist, dass das Buch aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben ist und hier und da immer mal wieder kleine Abzweigungen nimmt und sich so in den Lebensgeschichten der Figuren verliert, sodass man zunächst nicht richtig ausmachen kann, welche Figuren die Hauptfiguren sind und wer nur erzählerisches Beiwerk ist. Es dauert daher auch einige Zeit bis sich beim Lesen ein roter Faden ergibt, der dann schließlich in der Forschungsstation mündet, was mich jedoch nicht gestört hat, da die Figuren dadurch viel runder wirken und deren Motive deutlich nachvollziehbarer und glaubhafter werden. Auch ergeben sich hierdurch erschreckend deprimierende Einzelschicksale, die dazu führen, dass einem die Figuren noch mehr ans Herz wachsen. Die folgenden Figuren konnte ich bisher als die Hauptfiguren ausmachen:
Amy Harper Bellafonte: Ein 12-jähriges Mädchen, dessen Mutter sich gezwungen sieht sich zu prostituieren, nachdem sie ihren Vater und ihren Job verloren hat, um ihre Tochter irgendwie durchzubringen und sie schließlich aus Verzweiflung auf den Stufen eines Nonnenklosters absetzt.
Anthony Carter: Ein obdachloser Afroamerikaner, der zu Unrecht im Todestrakt sitzt, da ihm vorgeworfen wird, die Frau, bei der er regelmäßig im Garten ausgeholfen hat, im Pool ertränkt zu haben.
Wolgast: Ein FBI-Agent, dessen Ehe am Tod seiner kleinen Tochter zerbrochen ist. Er baut eine väterlichen Zuneigung zu Amy auf, die er zu der Forschungsstation bringen soll.
Grey: Ein verurteilten Kinderschänder, der nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis vom skrupellosen Leiter der Forschungseinrichtung als Putzkraft angeheuert wird.
Mir fällt es tatsächlich ziemlich schwer, das Buch aktuell aus der Hand zu legen und ich hoffe, dass es das hohe Niveau der ca. 300 Seiten, die ich bis jetzt gelesen habe, bis zum Ende halten kann bzw. dass auch der 2. und 3. Teil daran anknüpfen können. Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht und kann "Der Übergang" nur empfehlen (auch Leuten, die wie ich eher nichts mit Sci-Fi anfangen können).