Memories (Achtung Spoiler)

  • Die Memories transportieren ja einen Großteil der Geschichte in Breath of the Wild. Es gibt insgesamt 13 Stück davon, wobei die letzte Erinnerung freigeschaltet wird, sobald man die übrigen 12 gefunden hat. Die meisten davon zeichnen ein sehr deprimierendes Bild von einem Hyrule, das kurz vor der Zerstörung durch Calamity Ganon steht und portraitieren eine traurige Zelda, die vergeblich versucht, ihre Kräfte (Triforce der Weisheit) zu entfesseln, während sie auf ihrem Weg von Link (und den anderen Champions) begleitet wird.


    Fandet ihr gut, wie die Story anhand dieser kleinen Rückblenden bzw. Clips erzählt wurde? Wie fandet ihr die Clips an sich als Storymittel?


    Ich muss sagen, dass ich kein großer Fan von "missable" Story bin. Klar - man kann die Memories bis zum Schluss alle einsammeln und eigentlich keine vergessen, aber ich bin eher jemand, der gern auch durchs Spiel geführt wird und nicht die Story "einsammeln" muss, dh. dass ich uU garkeine Story habe, sofern ich nicht die Stücke sammle, denn im Spielverlauf muss man nur die erste Erinnerung finden, die restlichen sind Optional soweit ich das verstanden habe, als Belohnung für das Sammeln aller 12 Memories gibt's die 13. in der Aufschluss über Links Situation gegeben wird.
    Auch fand ich die Clips wenig zusammenhängend und auch bedrückend. So kenne ich weder Zelda das Spiel noch Zelda die Person. Das Mädchen, das hier gezeichnet wird, bedrückt unter der Last der Erwartungen ihres Vaters und ihres Landes, unter Druck, die Kräfte, die in ihr schlummern, zu entfesseln und Link, als ihr stummer Begleiter. Ich fand die Ausschnitte an sich nicht schlecht, nur zeichneten sie ein unpassendes Bild von Hyrule, Zelda, Link. Unpassend, weil zu sehr bedrückend und deprimierend, dafür, dass es einfach nicht zum Spielstil passt. Ganon war schon in früheren Teilen das erwartete Übel, aber eine so dystopische Version gab es noch kaum, selbst die Schattenwelt oder Hyrule in Ocarina of Time nach Links Erwachen in anderen Zeldas wirkte auf mich niemals ganz so hoffnungslos, weil man ja der strahlende Held ist - außerdem ist das restliche Spiel, abgesehen von den Memories, ja eher nicht so bedrücken. Natürlich gibt's überall Überbleibsel des Kampfs, Ruinen und zerstörte Wächter, aber es ist vor allem Zeldas Verhalten zu danken, dass man sich schon fast vorkommt, als könne man nichts mehr am Schicksal Hyrules ändern - während andere Spiele doch noch Hoffnung spendeten.

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

    #51: Val Hallen

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    "Upsurge!"

  • Ich bin großer Fan der Sprachausgabe geworden, bin allerdings der Meinung, dass man die zukünftig in den gegenwärtigen Spielverlauf packen sollte. Bei BotW war es ja zu über 90% ja aus der Vergangenheit. Das fand ich schade. Einige der Erinnerungen waren ja auch nicht wirklich aussagekräftig. Manche dauerten länger, manche waren schnell wieder vorbei, sodass man sich fragen musste "Ja, und jetzt?"


    Die düstere und bedrückende Darstellung passt zu ein bisschen zur allgemeinen Spielthematik: Link wacht auf, findet sich in einem verwüsteten Land wieder und muss zurecht kommen. Es ist ein Zustand wie nach der Apokalypse. Du weißt nicht, wo du bist, was passiert ist und was du nun tun sollst. Du musst dich zurechtfinden, ums Überleben kämpfen. Das war die Thematik von BoTW und für mich war es dann quasi notwendig, so eine düstere Story einzubauen. Es ging um Survivaltraining. Wenn es noch zahlreiche Städte gegeben hätte, dann wäre der Reiz dafür ja nicht so groß.



    Natürlich gibt's überall Überbleibsel des Kampfs, Ruinen und zerstörte Wächter, aber es ist vor allem Zeldas Verhalten zu danken, dass man sich schon fast vorkommt, als könne man nichts mehr am Schicksal Hyrules ändern - während andere Spiele doch noch Hoffnung spendeten.

    Hm, aber dieses negative Bild war ja überwiegend in den Erinnerungen. Da war Zelda ja noch so darauf fixiert, ihre Bestimmung zu erfüllen und hat die Hoffnung nie wirklich aufgegeben. In der Gegenwart waren ja ihre alle ersten Worte zu Link "Link, der Rest liegt an dir". Also da hat man doch so ein bisschen Den Status als Hoffnungsträger.
    Also, ja die Erinnerungen waren zum größten Teil düster, aber das mussten sie für mich sien, da sie quasi genau erklären, warum man nun einen Joey Kelly auf 'ner einsamen Insel machen muss....

  • Mir gefällt vorallem Link sehr in den Erinnerungen. Er ist ein blutjunger Ritter, voll von Selbstdisziplin, Ehre und Loyalität und natürlich vorallem Mut. Ich mag es total, wie er dargestellt wird. Und das, ohne uns den typischen Link zu nehmen. Er bleibt stumm (DANKE!) und ist ein Fels in der Brandung und der Held von Hyrule! Das hat mich auf jeden Fall sehr in meinem Spiel inspiriert und mich selbst auch mutiger werden lassen, da ich ihm gerecht werden wollte.


    Die Art und Weise, so eine Geschichte zu erzählen, find ich richtig super und ist der größte Pluspunkt für mich in BotW. Es ist ein neues Mittel, ein neues Instrument, die Geschichte im Z-Universum zu tragen und zu vermitteln. Es hat so Spaß gemacht, dies zu verfolgen. Mir hat es so sehr gefallen, dass ich gern noch etwas mehr davon gehabt hätte, aber wenn man sich alle Erinnerungen noch mal ansieht (was man ja kann und worüber ich sehr dankbar bin), dann hat man eine gute halbe Stunde glaub ich Videomaterial und das ist total super.

  • Mir gefällt das Prinzip der Erinnerungen sehr gut, allerdings hätte es nicht geschadet, wären diese insgesamt ein wenig mehr zusammenhängend. Ich hatte oftmals das Gefühl, dass sie doch sehr lose zusammen hängen. Auch, nachdem ich alle freigespielt hatte und sie noch einmal nacheinander geschaut habe, hätte ich mir etwas mehr Dichte gewünscht. Vielleicht ein paar Szenen aus Sicht der Recken, als sie in den Titanen eingeschlossen wurden. Von den Ausgrabungen und dem Fund des Shiekah-Steins. So etwas eben.


    Auch das Einbauen hätte man etwas anders lösen können - die meisten findet man ja, indem man bestimmte Orte besucht. Mir wäre lieber, wenn sie, wie die Erinnerungen der Recken, bei bestimmten Dialogen oder Schlüsselszenen kämen oder allgemein noch ein wenig mehr Bezug darauf genommen würde. So kam es mir vor, dass man eine Erinnerung sieht - aha, okay, Ende - Link steckt den Shiekah-Stein wieder ein und gut ist.


    Dass die Erinnerungen so düster und bedrückend sind, finde ich nicht schlecht. Ich mag es manchmal ein wenig dramatischer, wenn es passt, und hier merkt man auch so einiges davon: Zeldas Verzweiflung, weil sie ihre Kräfte nicht einsetzen kann, dann der Ausbruch der Verheerung bis hin zur Katastrophe.


    Der Link, der in den Erinnerungen gezeichnet wird, gefällt mir gut. Auch wenn ich mir mehr Informationen darüber gewünscht hätte, wo er eigentlich herkam. Irgendwie war er nur da und hatte das Schwert - ein wenig mehr dazu, wie er dazu kam, wäre wünschenswert gewesen, denn so kam er mir doch ein wenig "flach" vor, leider.


    Zelda gefällt mir auch ganz gut, wobei ich sie in einer der Erinnerungen richtig unsympathisch fand. Da, wo sie Link weggeschickt hat. Wieso das? Ich kann zwar verstehen, dass sie frustriert ist darüber, dass er quasi seine Bestimmung erfüllt hat und sie nicht (Urbosa sagt ja auch etwas in der Art, Link würde Zelda nur an ihr Scheitern erinnern), aber trotzdem war das absolut nicht fair. Und Link wirkt dann oftmals so hilflos, weil er einfach nichts sagt, aber das finde ich dann auch wieder so sympathisch an ihm.
    Die anderen Erinnerungen mit Zelda waren aber vollkommen in Ordnung, meiner Ansicht nach. Es stimmt, dass sie hier anders gezeigt wird als zum Beispiel bei Twilight Princess, wo sie ja doch eine starke Prinzessin war, aber bei Breath of the Wild ist sie halt jemand anders und das ist in Ordnung. Sie versucht ihre Pflicht zu erfüllen, wird aber nur unter Druck gesetzt und schafft es nicht. Und statt dann das zu tun, was sie kann (Wächter erforschen etc.) wird sie doch von ihrem Vater dazu gedrängt, etwas zu tun, was sie nicht kann.

    Natürlich gibt's überall Überbleibsel des Kampfs, Ruinen und zerstörte Wächter, aber es ist vor allem Zeldas Verhalten zu danken, dass man sich schon fast vorkommt, als könne man nichts mehr am Schicksal Hyrules ändern - während andere Spiele doch noch Hoffnung spendeten.

    Naja, die Erinnerungen spielen sich alle ab, kurz nachdem die Verheerung Ganon ausgebrochen ist - ich finde da relativ einleuchtend, dass sie zunächst alles kaputt macht, besonders in näherer Umgebung zum Schloss. Dort bleibt sie dann ja auch, denn das Schloss ist in der "Gegenwart" immer noch völlig verwüstet, überall tummeln sich Wächter und es regnet wie aus Strömen (zumindest bei mir, als ich ein wenig zu nah daran gelaufen bin).
    Das Land hatte 100 Jahre Zeit, sich zu regenerieren - das funktionierte sicher nicht überall, aber es ist doch so, dass die Verheerung nicht alles zerstört hat. Hateno steht. Kakariko steht auch noch. Angelstedt. Die Dörfer der einzelnen Völker kämpfen zwar auch mit Problemen, jedoch haben die mit den Titanen und damit nur indirekt mit der Verheerung zu tun. Diese ist mehr auf das Schloss fixiert, und je weiter man sich entfernt, desto weniger sieht man von ihr.
    Die Erinnerungen wiederum finden größtenteils in der Umgebung des Schlosses statt, da ist nur natürlich, dass es dort doch sehr düster aussieht.


    Ich stimme dir aber dahingehend zu, dass ein paar mehr "Story-Szenen" während des Spiels selbst nicht geschadet hätten. Sonst gibt es ja wirklich nur das Gespräch mit dem alten Mann am Anfang und später kurz bei Impa, davon abgesehen jedoch leider nichts. Mich stört weniger, dass die Titanen optional sind, als vielmehr diese Ortssuche. Die Idee war nicht übel, die Umsetzung aber leider doch eher ungeschickt, meiner Meinung nach.

  • Vielleicht ein paar Szenen aus Sicht der Recken, als sie in den Titanen eingeschlossen wurden. Von den Ausgrabungen und dem Fund des Shiekah-Steins. So etwas eben.

    Das geht aus meiner Sicht nicht, weil es ja Links Erinnerungen sind, die er wiederbekommt. Wie kann er sich an etwas erinnern, was er nicht erlebt hat? Er war nicht in den Titanen, als sie von Ganon übernommen wurden. Zelda ja auch nicht, sodass sie das mittels Sheikah-Stein hätte aufnehmen können.
    Ich find das auch sehr schade. Hab auch irgendwo geschrieben, dass ich mir viel mehr Input zu den Recken wünschte - eine Variante wie die Erinnerungen, also Videomaterial quasi, hätte ich großartig gefunden. Dann hätte man sich aber irgendetwas anderes einfallen lassen müssen, wieso Link 100 Jahre später solche Sequenzen sehen kann.

  • Das geht aus meiner Sicht nicht, weil es ja Links Erinnerungen sind, die er wiederbekommt. Wie kann er sich an etwas erinnern, was er nicht erlebt hat? Er war nicht in den Titanen, als sie von Ganon übernommen wurden. Zelda ja auch nicht, sodass sie das mittels Sheikah-Stein hätte aufnehmen können.

    Das dachte ich auch zuerst, aber trotzdem werden zwei Erinnerungen gezeigt, die Link unmöglich haben kann:
    Zunächst einmal, wie Zelda das Masterschwert in die Verlorenen Wälder bringt und dort mit dem Dekubaum spricht, und das andere mal die letzte Erinnerung, wo er ohnmächtig wird und Zelda die Shiekah bittet, ihn zum Schrein zu bringen.


    Ich habe lange überlegt, wie es sein kann, dass er diese "Erinnerungen" hat, und das einzige, das mir einfällt, ist, dass es mit dem Masterschwert zu tun haben könnte, aber so ganz glücklich bin ich mit dieser Erklärung nicht.


    Ich find das auch sehr schade. Hab auch irgendwo geschrieben, dass ich mir viel mehr Input zu den Recken wünschte - eine Variante wie die Erinnerungen, also Videomaterial quasi, hätte ich großartig gefunden. Dann hätte man sich aber irgendetwas anderes einfallen lassen müssen, wieso Link 100 Jahre später solche Sequenzen sehen kann.

    Ja, wie gesagt, mehr Informationen zur Vergangenheit und den Charakteren hätte so viel mehr gebracht. Ich bin noch nicht durch, daher weiß ich nicht, ob noch etwas kommt, aber ich bezweifle es stark. Die Recken hätten davon erzählen können, irgendjemand hätte davon erzählen können. Es ist nicht so ungewöhnlich, dass in Spielen Szenen gezeigt werden, in denen der Protagonist nicht anwesend ist - das mag nicht das realistischste sein, ist mir aber lieber als flache Charaktere ohne Hintergrund. Und da man bei Breath of the Wild schon Erinnerungen hat, die Link nicht haben kann, hätten sie da gleich auch noch mehr einbauen können.

  • Das dachte ich auch zuerst, aber trotzdem werden zwei Erinnerungen gezeigt, die Link unmöglich haben kann:
    Zunächst einmal, wie Zelda das Masterschwert in die Verlorenen Wälder bringt und dort mit dem Dekubaum spricht, und das andere mal die letzte Erinnerung, wo er ohnmächtig wird und Zelda die Shiekah bittet, ihn zum Schrein zu bringen.

    Das stimmt, da hast du absolut recht. Den Punkt mit dem Deku-Baum habe ich komplett übersehen.

    Die Recken hätten davon erzählen können, irgendjemand hätte davon erzählen können. Es ist nicht so ungewöhnlich, dass in Spielen Szenen gezeigt werden, in denen der Protagonist nicht anwesend ist - das mag nicht das realistischste sein, ist mir aber lieber als flache Charaktere ohne Hintergrund.

    Jupp. Das ist einer der Gründe, warum BotW keine 10/10 bei mir bekommt. Vieles, gerade die nach Storyinhalten schreienden Aspekte, sind nur angekratzt und dünn. Verschenktes Potential.


  • Mir hat auch ein wenig der tiefere Einblick in die Geschichte die Recken gefehlt. Ich hab mich zum Beispiel gefragt, wie solche Recken ausgewählt werden? Gibt es da gewisse Prüfungen oder Rituale? Da die ja alle unterschiedliche Charaktere haben, scheint es je nach Volk auch andere Wahlkriterien zu geben. Das hätte ich sehr interessant gefunden. So erhält man einen tieferen Blick in die verschiedenen "Kulturen". Was wissen wir denn groß über sie? Wir wissen ihren Namen, ihre Herkunft und ihre Fähigkeiten. Über die Geschichte wissen wir leider garnix.




    Das stimmt, da hast du absolut recht. Den Punkt mit dem Deku-Baum habe ich komplett übersehen.

    Jupp. Das ist einer der Gründe, warum BotW keine 10/10 bei mir bekommt. Vieles, gerade die nach Storyinhalten schreienden Aspekte, sind nur angekratzt und dünn. Verschenktes Potential.

    Jetzt wo ihr es sagt, stimmt. Von daher ist die Bezeichnung "Erinnerung" für mich ein bisschen irreführend. Dann sind es doch eigentlich mehr Rückblenden als Erinnerung.


    Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass uns die DLCs einige Antworten liefern könnten (neuer Storypart). Entweder ist Nintendo im Nachhinein selber aufgefallen, dass da einige Aspekte (zu) oberflächlich behandelt worden sind und da Nachholbedarf besteht oder sie haben die von Anfang an bewusst gemacht. - Ich hoffe, wenn, dass ersteres eintritt.

  • Ganon war schon in früheren Teilen das erwartete Übel, aber eine so dystopische Version gab es noch kaum, selbst die Schattenwelt oder Hyrule in Ocarina of Time nach Links Erwachen in anderen Zeldas wirkte auf mich niemals ganz so hoffnungslos, weil man ja der strahlende Held ist - außerdem ist das restliche Spiel, abgesehen von den Memories, ja eher nicht so bedrücken. Natürlich gibt's überall Überbleibsel des Kampfs, Ruinen und zerstörte Wächter, aber es ist vor allem Zeldas Verhalten zu danken, dass man sich schon fast vorkommt, als könne man nichts mehr am Schicksal Hyrules ändern - während andere Spiele doch noch Hoffnung spendeten.

    Ich habe nicht alle Zelda's gespielt (alle reinen Handheld-Titel + Skyward Sword fehlen mir) und ich habe auch erst zwei Erinnerungen freigeschaltet, aber ich glaub der Unterschied zwischen den vorherigen Spielen und diesem hier ist, dass die vorherigen zwar auch zerstört waren, als Hoffnung aber noch die Legende von Link haben. Hier hatten sie die Titanen, Zelda und Link schon, sind aber trotzdem gescheitert. Sie wissen also, dass Link kein Garant dafür ist, dass alles wieder heil wird. Es hat einen kleinen Hoffnungsschimmer, weil er überlebt hat und man weiß, dass Zelda wohl auch noch lebt, aber im Hinterkopf eben das Wissen darum, dass das auch ein zweites Mal scheitern kann.
    In den alten Teilen war er eine richtige Legende, man hatte höchstens die Legenden des jeweils vorherigen Links, der irgendwas gerettet hat und dann im Alter (oder wer weiß wie, wird ja nicht erklärt) gestorben ist und der aktuelle Link ist dann eine Wiedergeburt.
    Dieser hier ist aber sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Zukunft der Gegenwart. Er hat schon versagt, war offensichtlich ziemlich lediert (hab die Erinnerung wie gesagt noch nicht gefunden) und hat all seine Erinnerungen verloren. Merkt man ja im Dorf der Zoras z.B. ziemlich gut an den älteren Herrschaften, dass sie wenig Hoffnung haben und Link zum Teil sogar verantwortlich machen.


    Ich mag dieses sehr Düstere übrigens sehr. Mit dem knallbunten fröhlichen Trara aus z.B. TWW kann ich nichts anfangen.

    <3
    seit 25.12.06 im Bett mit Adrima  

  • Die Erinnerungen während meiner Reise durch die Welt Stück für Stück einzusammeln, war für mich einer meiner liebsten Teile des ganzen Spiels. Ich finde das Konzept ist einfach eine sehr gute Idee von Nintendo, und anders hätte man es bei dem Spielprinzip vielleicht auch gar nicht lösen können. Link wacht auf, hat erstmal keine Erinnerung an das Geschehene, nimmt sich dann seinem Schicksal an und gewinnt auf dem Weg Stück für Stück das Wissen über die ganze Geschichte zurück. Ich finde das, wie gesagt, ein tolles Konzept. Es war immer etwas ganz besonderes, unterwegs eine Erinnerung zu finden.
    Natürlich war es auch sehr bedrückend, gerade in der Gewissheit, dass 100 Jahre vergangen sind und damals alles schief ging und der absolute "worst case" eingetroffen ist. Aber gerade dieses Gefühl der Dystopie, der verlorenen Hoffnung, und das fast schon apokalyptische Ausmaß hat der Geschichte und dem ganzen Spiel eine Ernsthaftigkeit und Dramatik gegeben, die ich sonst in kaum einem Zelda gesehen habe. Man hatte noch viel mehr die Gewissheit, der einsame Held zu sein, auf dessen Schultern das Schicksal der Welt lastet. Link ist für mich der Hoffnungsträger und quasi die personifizierte Hoffnung in BotW - auch wenn nicht jeder an ihn glaubt. Das wird durch die Erinnerungen und auch in der Gegenwart sehr deutlich.


    Ich fand die Erinnerungen vom Inhalt her gut, so konnte man sehr gut einen Einblick in die Verbindung von Link und Zelda erhalten, und auch insgesamt die Figuren näher kennenlernen. Ich fand Zelda in den Erinnerungen auch nicht immer sympathisch, aber gerade bei der Erinnerung nach dem verlorenen Kampf finde ich sie sehr authentisch, gerade wegen ihrer starken Emotionen und weil sie doch so "zerbrechlich" wirkt. Im Gegensatz zu der kühlen, distanzierten Zelda z.B. aus TP fand ich sie hier sehr nahbar für den Spieler. Sie macht auch eine Entwicklung durch und schafft es schließlich, ihre Kräfte zu erwecken.
    Link ist für mich in den Erinnerungen so der Typ, der einfach die Klappe hält und das macht, was ihm aufgetragen wurde. Er nimmt seine Aufgabe sehr ernst und konzentriert sich auf seine Pflichten als Ritter, ist dabei schweigsam und verschlossen und öffnet sich nur Zelda und auch Mipha.


    Besonders stark fand ich die Erinnerungen nach dem Kampf gegen Ganon, als wirklich alle Hoffnung verloren scheint und Zelda Link in die Arme fällt. Genau so die Erinnerung, in der Link mit letzter Kraft verzweifelt gegen die Wächter kämpft und trotz Zeldas Rettung zu Boden geht... da habe ich wie ein Schlosshund geheult, richtig schlimm. Ich glaube, so nahe war Link dem Tod noch nie, wie hier. Das war schon furchtbar, unseren Held so zu sehen und zeigt, dass auch er am Ende des Tages "nur" ein Mensch bzw. Hylianer ist und kein übermenschliches Wesen. An der Stelle wird auch der düstere Charakter der Geschichte, die gerade in den Erinnerungen offenbart wird, deutlich - was ich, wie anfangs gesagt, sehr beeindruckend fand.


    Mein einziger Kritikpunkt ist wie bei Sylph, dass etwas mehr Zusammenhang und ein "Faden" zwischen den einzelnen Erinnerungen toll gewesen wäre. Ich hätte auch vielleicht einfach noch ein paar Erinnerungen mehr begrüßt. Da wären dann Zusammenhänge eventuell auch deutlicher geworden.

  • Die Erinnerungen sind eigentlich ein cooles Konzept. Ohne Zweifel eines der Highlights von BotW und trotzdem so verbesserungswürdig. Meiner Meinung nach gelten SIe als Ersatz für Story und das sind sie einfach nicht. Ich habe mich stets so distanziert von dem Geschehen und den Charakteren gefühlt und ständig auf etwas gewartet, dass mehr Bezug auf das Hier-Und-Jetzt nehmen wird. Das kam aber nie. Stattdessen waren es recht zusammenhanglose Cutscenes, mit Charakteren zu denen ich keine Verbindung aufbauen konnte und kaum Informationen die die Vorgeschichte mit irgendwelchen Wendungen interessanter gemacht hätten. Ich habe nur das Gefühl eine Geschichte erzählt zu bekommen die ich schon kenne. Schön wäre es gewesen wenn die ersten Erinnerungen die man findet mit Facts rumwerfen die man absolut nicht versteht um später eine Auflösung zu bekommen.


    Außerdem finde ich es schade, dass die Art und Weise wie man die Erinnerungen erlangt immer so ähnlich ist. Die meisten sind mit den Fotos verbunden und das hat mir leider nicht so großen Spaß bereitet. Vielleicht die ersten 3-4 mal aber danach wusste man einfach schon was einem erwartet. Ich finde es gab doch schon so viele Nebenquests ohne wirkliche Belohnungen. Hätte man nicht stattdessen die Erinnerungen mit Quests verbinden können statt sie einfach irgendwo zu platzieren?


    Naja, ich meckere mal wieder nur. Ich kann einfach nicht anders...


    Wären die Erinnerungen ein Zusatz zu einer wirklichen Storyquest und nicht DIE Storyquest, dann würe mein Beitrag vermutlich ganz anders sein.

  • Ich finde die Erinnerungen eigentlich ganz cool allerdings finde ich das man noch deutlich mehr hätte über die Recken zeigen können. Da hätte noch gerne einiges kommen können das wäre auch noch was gutes. Ich finde da sollte noch was kommen weil ich noch gerne mehr über die Recken weißen möchte.

  • Viele der Erinnerungen sind wirklich schön gemacht, aber mir wäre es lieber, wenn sie Pflichtprogramm gewesen wären und auch in einer gewissen Reihenfolge gefunden werden müssten. So, wie es eingesetzt ist, ist es irgendwie nur ein kleines Gimmick, welches neben frustrierenden Aufgaben wie Krog-Sammeln dann zwar eine nette Nebenaufgabe ist, aber auch ein bisschen untergeht irgendwie.


    Idee demnach super, Umsetzung eher so lala. Wie bereits von @Moody™ erwähnt, hätte man hier auch gerne etwas größere Quests drumherum bauen können, wenigstens. So ist es etwas, was man bei der Exploration nebenher tun kann, keinen Aufwand kostet und daher auch nicht ganz so optimal inszeniert ist. Würde man vorher was „Tolles“ machen, dann würde so eine Cutscene sich mehr wie ein Höhepunkt anfühlen.

  • Beim ersten Durchgang habe ich die Suche nach den Erinnerungen schon als spaßig empfunden, teilweise waren die schon ganz knackig versteckt (der Wehrgang im Schloß, das Plateau auf dem Berg), andere waren schon recht geschenkt (Gerudobasar, der Alte Festplatz). Aber ja, ein bisschen mehr Aufmachung drumherum wäre dann doch noch etwas spannender gewesen. Oder es hätten noch ein paar mehr sein können, so für jede Region eine (ich rede nur von den Fotoerinnerungen, die Erinnerungen an die Recken in den Dörfern zähle ich nicht mit). Die einzige Quest (wenn man sie so nennen will), die es dazu gibt ist ja, dass man dem Malertyp das Bild der Feenquelle zeigt und er von da an überall in Hyrule auftaucht und Hinweise auf die Fundorte gibt. Aber ich bleibe dabei, vor allem beim ersten Spielen kommt da doch ein ganz nettes Reise- und Entdeckerfeeling auf.

    Erlaube mir, dich zu warnen, dass es ein gefährliches Unterfangen ist, meine Genialität in Frage zu stellen; es könnte deinen Tag um einiges surrealer machen.