Es (Remake) - Stephen King

  • Ich habe den Remake-Film gestern Abend geschaut und bin als Nicht-Kenner der Vorlage begeistert. Die Truppe ist mir sofort ans Herz gewachsen und immer mal wieder gute Sprüche zwischendrin haben mich zum Lachen gebracht. Doch das ist selbstverständlich nicht der Kern, welcher aber genauso gut sein Können bewiesen hat. Mir gefiel es richtig gut, dass nicht auf blanke Jumpscares gesetzt wurde, sondern mehr diese Abgedrehtheit zum Vorschein kam. Immer wenn die Kinder mit ihren Ängsten konfrontiert wurden (z.B. die verbrannten Hände oder die drei Türen mit "Gruselig", "Sehr gruselig" und "Überhaupt nicht Gruselig") trat der Horror positiv in den Vordergrund. Es war klar, dass man hier nicht mit aller Gewalt die Zuschauer erschrecken wollte, sondern dass es tatsächlich auf die Figuren bezogen war. ES hat mich über die kompletten 130min gefesselt und ich hoffe stark auf eine Fortsetzung. Mir war allerdings nicht bewusst, dass es sich lediglich um die halbe Geschichte handelte. Das Buch wollte ich nie lesen, weil es ein richtig dicker Schinken ist und mein Vorstellungsvermögen für solche Geschichten nur schwach ausgeprägt zu sein scheint. Ich fand den Film nicht gruselig und wenn ich dann halb geistig abwesend das Buch lesen würde (so bin ich halt), dann wären das über 1000 Seiten Qual. Hab mich aber noch nicht endgültig entschieden, weil das Interesse ist nun definitiv da! Hab heute jedenfalls erst mal begonnen "Sprengstoff" von Stephen King zu lesen.

  • Ich habe mich seit 2009 (!) auf diesen Film gefreut gehabt und habe jede kleinste Information aufgesogen wie ein schwarzes Loch. Dann kam 2012 erstmal die Ernüchterung als alles hingeschmissen wurde und später hat sich dann doch ein Filmstudio bereit erklärt, dieses Projekt umzusetzen.


    Mit Andres Muschietti schien auch ein geeigneter Regisseur gefunden.


    Erwähnen muss ich, dass ich ein großer Fan der Romanvorlage bin. Habe diesen bisher 5 mal gelesen, zuletzt kurz vor Erscheinen des Films im Kino (Habe ca drei Wochen gebraucht) und habe mich heute dazu entschlossen es ein sechstes Mal zu lesen. Meine Erfahrungen mit dem Roman poste ich nochmal im jeweiligen Thread, da es hier ja um das Remake geht.


    Mein Fehler war denke ich, den Roman kurz vor dem Film gelesen zu haben. Nicht ohne Grund sagt man von dem Buch, dass er nicht zu verfilmen sei.


    Also ich war von dem Film mehr als entäuscht. Das Interessante ist, dass dieser eigentlich gar nicht schlecht ist. Ich habe mich in den über zwei Stunden in keinster Weise gelangweilt. Nur passiert alles zu schnell. Die jeweiligen Clownszenen mit den Kindern wird zu abrubt abgedreht, so dass sich keine Spannung aufbaut. Die Kinder scheinen keine Angst vor Pennywise zu haben. Diese bedrückende Atmosphäre hat der TV Film aus den 90ern noch deutlich besser hinbekommen.


    Zudem weicht Muschietti extrem von der Buchvorlage ab, obwohl er sich ja mehr an die Vorlage halten wollte. Auch sind diese Abweichungen alles andere als Sinnvoll. Ich sage nur Patrick Hockstetter (Ging gar nicht).


    Mit dem Fäkalhumor und dem sexystisch veranlagten Richie Tozier kann ich ja noch leben. Aber die im Roman episch in Szene gesetzten Momente (Steinschlacht, Hockstetters Kühlschrank, der Lebrakranke etc) sind entweder nicht vorhanden oder gehen im Blitzkrieg Szenenwechsel Muschiettis völlig unter.


    Der Film isoliert betrachtet (Ohne Roman) ist bestimmt ein Actionfeuerwerk der ersten Klasse. Nur kann ich es nicht objektiv beurteilen, da ich zwangsläufig immer das Buch im Vergleich betrachte.