Der TV-Serien Empfehlungs-Thread

    • Der TV-Serien Empfehlungs-Thread

      Schon seit einigen Jahren sind TV-Serien wieder stark im kommen und durch Dienste wie uA Amazon Prime oder Netflix war es nie einfacher, sich eine Serie anzusehen oder mal was ganz neues auszuprobieren.
      Hier im Forum sind ja doch einige Serien Fans vorhanden, also dachte ich mir, das solch ein Thread gar nicht mal soo verkehrt wäre. Hier könnt ihr also in euren Beiträgen eine Serie kurz oder ausführlich anderen näher bringen. Dabei ist es euch selbst überlassen, ob ihr eure Lieblingsserie nimmt, dafür haben wir aber auch ein spezielles Thema, eine sehr bekannte oder auch unbekannte Serie nimmt. Der Sinn und Zweck ist der Austausch & das Empfehlen von diversen Shows. Es wäre freundlich, wenn ihr paar grundlegende Fakten nennen können, die Serie etwas beleuchtet und schließlich auch paar Argumente aufbringt, weshalb man sich diese Serien ansehen sollte/müsste.

      Ich möchte mal den Anfang mit Friends machen. Obwohl es einer der erfolgreichsten Serien aller Zeiten ist und wahrscheinlich auch einer der bekanntesten, möchte ich mal meine persönliche Empfehlung für die Serie aussprechen. Ich glaube nämlich, dass heuer die Serie falsch eingeschätzt wird von Leuten, die sie damals nicht gesehen haben. Ich selbst bin da ein gutes Beispiel für. Früher, als die Serie hier im Fernsehen ausgestrahlt wurde, hatte ich vereinzelt paar Episoden gesehen und war damals auch zu jung für diesen Humor. Ich hab dann 2014/2015 mir alle Staffeln ausgeliehen und quasi die Serie das erste Mal richtig gesehen. Es kommt nicht von ungefähr, dass die von 1994 bis 2004 in 10 Staffeln ausgestrahlte Serie als die Mutter aller (modernen) Sitcoms gilt. Die übergeordnete Handlung ist unrelevant, sondern viel bemerkenswerter ist, wie die Serie in über 200 Episoden immer wieder Mut beweist und neues ausprobiert, erfolgreich dazu noch!
      Ein für mich grandioser Humor, der sich geschickt in die Elemente der Serie einfügt und nie zu dick aufgetragen wird. Die sechs Freunde sind sehr liebenswert und sympathisch. Durch ihre allseits schräge Art und Individualität schätzt man mit der Zeit jeden von ihnen. Friends stellt in sein Ensemble das perfekte Comedy-Kollektiv im Fernsehen dar.


      There is no such thing as that rose-colored campus life. Why? Because there is nothing rose-colored in the world. Everything is all a bunch of colors mixed up, you see.

      - Seitarou Higuchi from The Tatami Galaxy


    • Ursprünglich wollte ich in Kürze einen eigenen Thread erstellen, doch aufgrund des geringeren Bekanntheitsgrades erscheint mir dies hier als bessere Variante. Bei Brooklyn Nine-Nine handelt es sich um eine Comedyserie ohne Gelächter im Hintergrund, welche derzeit von Mo-Fr um 19:25 Uhr bei RTL Nitro ausgestrahlt wird. In letzter Zeit gucke ich nichts lieber als das, da der Humor unbeschreiblich gut und innovativ ist.

      Die Serie dreht sich um ein Polizeirevier und deren Mitarbeiter. Die Szenen spielen grundsätzlich immer bei Außeneinsätzen oder im Büro und bringen so gute Abwechslung. Detective Jake Peralta (rechts im Bild) ist im Grunde ein relativ cleverer Kopf, auf der anderen Seite aber auch ein unglaublicher Spaßvogel. Definitiv einer der coolsten Seriencharaktere, die ich kenne. Der Rest des Casts zeichnet sich auch durch seine komplett verschiedenen Persönlichkeiten aus. Von emotionslos über schlagfertig bis hin zu verpeilt oder pflichtbewusst.

      Bisher sind vier Staffeln erschienen und die fünfte derzeit in Arbeit. Die erste kann in Deutschland auf DVD erworben werden, weiterhin besteht die Möglichkeit sich die Folgen von Staffel 2 und 3 entweder online auszuleihen/zu kaufen (beispielsweise über Amazon) oder sich die UK-Boxen zu holen. Über Netflix kann man meines Wissens nach auch streamen. Absolute Empfehlung meinerseits, man sollte definitiv mal einen Blick hineinwerfen. Brooklyn Nine-Nine unterhält mich derzeit jeden Abend unter der Woche und unterschiedet sich durch das Setting am Arbeitsplatz eindeutig vom Großteil der üblichen Sitcoms.
    • Perfekt, Noa :)
      Ich würde das gleich noch mal nutzen und auf Game Of Thrones aufmerksam machen, auch wenn ich das im Chat schon ein paar mal mit einigen von euch besprochen habe. Geht es um diese Serie, weiß ich immer gar nicht so genau, wo ich anfangen soll.
      Ich würde mich selbst überhaupt nicht zu den Midage-Fantasy-Freunden zählen. Alles andere in dieser Sparte interessiert mich hier nicht mal ein bisschen. Fälschlicherweise habe ich GoT anfangs mit Der Herr der Ringe verglichen - noch bevor ich diese Serie jemals sah und war mir sicher, dass sie nichts für mich ist. Heute danke ich der Hartnäckigkeit meines besten Freundes, dass der mich zwang sie zu sehen.

      Etwa 17 Jahre vor den Ereignissen der ersten Staffel beginnt diese Geschichte bereits. Der Zuschauer wird nun also in den ersten Folgen mit einer Fülle an Namen für Menschen und Orte bombardiert und wird glauben, da niemals durchzublicken. Doch schon nach wenigen Folgen wird er merken, dass die Figuren allesamt unglaublichen Tiefgang haben und sehr facettenreich sind. Der Cast ist bis in die kleinste Nebenrolle extrem gut gewählt.

      Was mir viel mehr gefällt als die schönen Bilder: Für viele Rollen wurden keine Schönheiten und perfekt aussehende Schauspieler eingesetzt, sondern sehr oft welche mit echten Narben, schiefen Zähnen, Gehbehinderte, Kleinwüchsige, stark Übergewichtige. Das macht das alles so echt und glaubwürdiger.
      Dann passieren Ereignisse, die es normalerweise nicht geben "dürfte", wenn man nach den allseits bekannten und beliebten Storyverläufen geht. Niemand in der Serie kann sich sicher darüber sein, dass er morgen noch lebt, egal ob Hauptfigur oder nicht. Das wird vorallem in der vorletzten Folge der ersten Staffel zum ersten Mal deutlich und danach wieder und wieder.
      Die Frauen sind so stark und so mächtig, wie es sonst nach meiner Kenntnis nur äußerst selten in anderen Produktionen vorkommt.

      GoT ist eine absolut geniale Produktion: tolle Story, tolle Figuren, tolle Locations, tolle Bilder! Guckt euch wenigstens die erste Staffel an (10 Folgen) und entscheidet dann!

      Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass die zum Teil sehr oft dargestellten fast schon pornografischen Passagen nach der ersten Staffel nur noch eher selten vorkommen. Spätestens ab Staffel 3 sind sie fast komplett verschwunden.
      Ich arbeite gerade am ZF-Breath of the Wild-Lexikon!
    • LOST hat wenn ich mich nicht irre den Anfang mit Serien gemacht die eine völlig zusammenhängende Story erzählen und man hat nur schwer eine Chance eine Folge zu verstehen ohne den Rest davor gesehen zu haben. Ich habe die Serie von Anfang bis zum Finale verfolgt und es war eine sehr schöne und jahrelange Reise für mich. Die Charaktere sind mehr sehr ans Herz gewachsen und die damit verbundenen Geschichten die wie verrückte echte Geschichten aus Menschenleben wirken auch. Die ersten beiden Staffel sind das deutliche Highlight, jedoch ist die Serie auch bis zum Finale noch sehr unterhaltsam. Wer zusammenhängende Serien wie Game Of Thrones, Breaking Bad, Mr.Robot etc. mag sollte sich auch LOST als Klassiker ansehen. Damals war das etwas ganz besonderes mit so viel Budget eine Serie zu produzieren.


      Auch Band of Brothers & The Pacific kann ich sehr empfehlen. Beide Miniserien haben mein Lieblingsformat und haben "nur" 10 Folgen. Die Produktion ist mindestens genauso gut wie ein typischer Spielfilm. Steven Spielberg hat mit beiden tolle Arbeit geleistet. Die Schauspieler sind meist unbekannt aber richtig gut und nicht selten hat die Serie zu größeren Karrieren geführt, siehe Rami Malek von Mr.Robot.

      Wer Kriegsfilme mag oder das Genre noch nicht kennt sollte hier unbedingt mal reinschauen. Das sind echte Geschichten aus dem zweiten Weltkrieg die berührender, authentischer und spannender nicht sein könnten!


      "Since we cannot change reality, let us change the eyes which perceive reality." - Nikos Kazantzakis
    • Orphan Black ist eine Sci-Fi Serie die hauptsächlich in Kanada gedreht wurde und seit 2013 produziert wird. Bisher umfasst die Serie vier Staffeln und die fünfte und letzte Staffel wird aktuell ausgestrahlt. Die Handlung wird schnell etabliert und zieht ein in den Sog. Es dauert nicht erst einige Folgen bis man sich zurecht findet oder erst langsam durchblickt. Interessant ist hierbei, dass die Hauptdarstellerin Tatiana Maslany Mehrfachrollen als Klone ausführt, welche auch Dreh- und Angelpunkt der Serie sind.
      Nett inszenierte Szenen, die ein guten Einblick in die umfassende Geschehnisse machen und aufzeigen wie groß die Machenschaften der großen Konzerne ist und nun versuchen die Klone durch beseitigen zum ewigen Schweigen zu bringen.


      Moody™ schrieb:

      LOST hat wenn ich mich nicht irre den Anfang mit Serien gemacht die eine völlig zusammenhängende Story erzählen und man hat nur schwer eine Chance eine Folge zu verstehen ohne den Rest davor gesehen zu haben.
      Das stimmt nicht ganz. Dies hat Twin Peaks Anfang der 90er etabliert und Akte X fortgeführt. Dadurch entstanden mit der Zeit auch solche komplexe Serie, die kein geradlinigen Handlungsstrang folgen.


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      - Seitarou Higuchi from The Tatami Galaxy
    • Mr. Robot ist vor allem eins: verdammt spannend! Dabei geht die Handlung nicht oberflächlich auf das Hacken ein und versucht sich aufzupolieren mit tollen Effekten zum hacken, sondern stellt mehr die Charaktere und ihre Probleme in den Vordergrund. Ein mitreißender Mahlstrom voller Gefühle, Verwirrung und einfach nur gewaltige Bilder und eine sondergleiche gute Darstellung von Malek. Die Serie unfasst bisher 22 Folgen in 2 Staffeln und wird im Oktober um eine dritte erweitert. Amazon Prime Kunden finden Zugang zu dieser Serie auf ihr Prime Konto.


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      - Seitarou Higuchi from The Tatami Galaxy
    • Noa schrieb:

      Mr. Robot ist vor allem eins: verdammt spannend!
      ... aber auch nur staffel 1.
      Und die letzten 2 Folgen von Staffel 2.
      Aber der Anfang der zweiten Staffel. Hilfe! Was ist ihnen denn da eingefallen? Ich ertrage Angelas aivität nicht. Dieser ganre "Langweilige Routine" Kram und das Spiel mit, was ist jetzt wirklich passiert und was nicht etc. war einfach nur abgedroschen und kannte man schon aus viel zu vielen Filmen und Serien. Zudem fand ich es nichteinmal gut gemacht.

      Spoiler anzeigen
      Als dann die Gefängnisenthüllung kam, hat mich das nicht berührt. Das war so "na und?" irgendwie hatte mich die Serie da ganz verloren. Cool finde ich die Ermittlerin und das Ende der zweiten Staffel. Ich kann ihnen sogar das Alexaproduct Placement verzeihen, das passte irgendwie zum Charater...
      Was dache sich Angela eigentlich? Sie lässt sich von der firma einstellen, deren Geheimnise sierausfinden möchte. Verhält sich komplett auffällig "ich brauch Zugriff auf diese höchst sensiblen Daten" und ist dann erstaunt, dass man sie von Anfang an im Auge hatte? srsly? Wie naiv!
      Ich werde mir eine dritte bestimmt ansehen, aber meine Erwartungen sind echt niedrig.
      Baci
      Baci
      Baci
    • Stranger Things ist einer der besten Erlebnisse, die man auf Netflix finden kann. Die in acht Folgen ausgestattete erste Staffel erzählt vom verschwinden des Jungen Will Byers und wie seine drei Freunde auf die Suche nach ihn, in eine Reihe von mysteriösen Umständen geraten und sich gegen das Paranormale zur Wehr setzen müssen.
      Grandiose Erzählung in ein zügigen Pacing, tolle Schauspieler (bemerkenswert sind die jungen Darsteller) und einfach sehr gut produziert. Wer sich jetzt auf die Serie einlässt, hat Glück denn ab Oktober folgt die zweite Staffel mit 9 Episoden. Der Nostalgia/Retro-Trip in die 80er ist wieder eröffnet.


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      - Seitarou Higuchi from The Tatami Galaxy
    • American Gods hat mich sehr überrascht und wird hier einigen im Forum sicher genauso gut gefallen wie mir ( @Hyrokkin @Gomorrha zwinker zwinker ). Die erste Staffel wurde vor wenigen Monaten auf Amazon Prime mit ihren acht Folgen ausgestrahlt. Seit einiger Zeit gibt es die Serie nun auch auf DVD und Blu-ray.
      Im Mittelpunkt steht Shadow Moon, der nur wenige Tage vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis frei kommt, da seine Frau in ein Autounfall ums Leben kam. Auf sein Weg zurück um sich um das Begräbnis seiner Frau zu kümmern, trifft er den seltsame Mr. Wednesday und ahnt noch nicht, dass er geradeaus mitten in ein Krieg zwischen den alten und neuen Göttern geraten ist. Noch nie habe ich eine so schön inszenierte Szene voller Gewalt gesehen. Die Bilder strahlen nur voller Farbe und zieht ebenso wie die Handlung den Zuschauer in sein Bann.


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      - Seitarou Higuchi from The Tatami Galaxy
    • Danke @Noa, habe deinen Tipp prompt umgesetzt und mir die ersten 6 Episoden angeguckt.
      Ich freue mich sehr über die Vielfalt an Göttern vieler verschiedener Mythologien. Im Prinzip wird bisher das erzählt, was meinem eigenen Glauben am ehesten entspricht.
      Allerdings finde ich nicht alle Darsteller überzeugend.
      Über die Wahl der Synchronsprecher bin ich gleichermaßen super glücklich und sehr genervt, sind doch sowohl mein Lieblings- als auch mein Hasssprecher dabei. Ich kann Klaus-Dieter Klebsch (hier "Mr. Wednesday"/Wodan) einfach nicht mehr hören. Toll ist dafür Nicolas Böll (hier "Mr. Ibis" und der Erzähler der ersten Szene der ersten Episode).
      Ich schaue noch die restlichen Episoden!
      Ich arbeite gerade am ZF-Breath of the Wild-Lexikon!


    • Amerikanische Comedians sind in unseren Breiten anscheinend nicht so bekannt. Louis C.K. wird man noch eher kennen, falls nicht, ist es auch nicht schlimm. Ich habe mir erst letzte Woche ein paar Auftritte von ihm angesehen und war überwältigt von der Ehrlichkeit und stetigen Grenzüberschreitung seines Humors. Bei seinen Auftritten kann es durchaus vorkommen, dass er beschreibt, wie er sich vorstellt, eine Ratte in einer U-Bahn-Station zu fingern. Louis spricht ganz unverblümt Dinge und Gedanken aus, die jeder andere mit dem unguten Gefühl, nicht ganz normal zu sein, verdrängt. Dabei bleibt er immer authentisch und weiß perfekt, wie man seine Pointen rüberbringt.

      Louie bringt seine Stand-Up-Auftritte ins Serien-Format. Zwischendurch werden immer wieder echte Stand-Up-Schnipsel von ihm gezeigt, doch meistens geht es in den Folgen um eine oder zwei kleine Themen, wie z.B. ein grauenhaftes erstes Date. Louis versteht es, richtig unangenehme Momente einzufangen und sie konsequent weiterzuspinnen. Man schaut zu, wie er um Worte ringt und vor sich hinstammelt, während sein Date immer genervter ist. Oder wie er versucht, ihr die Tür aufzuhalten und dabei nur im Weg steht. All das fühlt sich teilweise so echt an, dass es schon wieder lustig ist.

      Die Serie ist wirklich schwer zu beschreiben. In einer Amazon-Rezension habe ich gelesen, dass man sie entweder liebt oder hasst, und das stimmt wohl. Man kann Louie weder als Comedy noch als Drama einstufen. Hier wird sich offen mit ernsten Themen beschäftigt und es gibt viele Momente, die nichts Lustiges an sich haben. Die Serie schafft mMn eine gute Balance zwischen ernsten und lustigen Momenten.
      No bird soars too high,
      If he soars with his own wings.
      - William Blake