Hateno-Festival

  • Nach dem Sandro erschopft eingeschlafen ist, wurde er von seinem rumornden Bauch geweckt.

    Na wenn da nicht jedes Lebewesen im Umkreis von einem Kilometer Angstzustände bekam. Dachte er sich.

    Seine Vorsicht trug direkt Früchte und er fand in seinem Rucksack, dem einzigen Gegenstand den er am vorherigen Tage mitnahm, etwas Brot, geräucherten Schinken, Trockenobst und Käse, ein karges Frühstück, doch dies war er ohnehin gewohnt. Der Magen wird gefüllt, die Nährstoffe aufgenommen und die nötige Energie für permanente Wachsamkeit getankt, mehr brauchte er nicht.

    Sandro dachte an den gestrigen Tag zurück. Er hatte immer geahnt, dass er im Zweifelsfall schnell fliehen müsse. Er hatte zwar konfliktorientierte Zauber von der Hexe gelernt, doch diese waren rein defensiv. Der Schildzauber war bei direkter Konfrontation praktisch und der Luftstoß kann auf einem Berg auch wirkungsvoll sein, doch die Bokblins, die auf seine Hütte zumarschierten, waren eine ganze Horde. Er hätte ein bis zwei im Schacht halten können oder wegblasen, doch eine Horde dieses Ausmaßes? Seit dem er seine Eltern verloren hatte fühlte er sich nirgendwo geborgen.

    *Seufz* Wie gerne hätte er nur ein Zuhause und eine Gruppe, der er sich zugehörig fühlen konnte.

    Ganz in Gedanken hätte er fast das leise Brabbeln von Stimmen überhört, doch er war wie immer Aufmerksam und geriet in Panik.

    Stimmen bedeuten definitiv keine Monster, doch auch andere Wesen können durchaus gefährlich sein. Ich sitze hier in der Falle. Kämpfen bringt nichts, denn wo Stimmen sind, da sind auf jeden Fall viele oder ein Verrückter und ich weiß nicht, was davon besser ist. Vielleicht sind sie mir auch friedlich gesinnt.

    Plötzlich sprang ein Mann in den Raum, schmiss eine Lebensgroße Puppe zu Boden und schlug mit seinem Schwert um sich.

    Okay doch ein Verrückter.

    Als der Blick des Mannes auf Sandro fiel, entspannte sich seine Miene. Er hielt Sandro nicht für eine Bedrohung, doch dies galt nicht umgekehrt.

    Sichtlich bemüht die Situation zu schlichten, rief er zwei andere Ornis.

    Na super, ein Verrückter und zwei aus dem Volke, weches ihn stets ausgegrenzt hat.

  • Nathan, der weiterhin im Schutz der Felsnische verharrte, beobachtete die Diskussion dieser doch recht merkwürdigen Gruppe.

    "Und wenn schon. Ist doch egal, was die hier treiben. Sobald sie verschwunden sind, nimmst du die Beine in die Hand." schoss es ihm durch den Kopf. Er glaubte zwar nicht, dass das Trio um das junge Mädchen und die beiden Orni irgendetwas mit den Yiga zu schaffen hatte, zumindest hatte er noch nie Angehörige eines anderen Volkes im Yiga-Versteck gesehen, aber diesem John konnte er nicht richtig einordnen. Irgendwas an ihm machte Nathan misstrauisch. Umso wichtiger war es, nicht lange zu zögern und sich schnellstmöglich aus dem Staub zu machen, sobald sich die Gelegnheit ergab.


    Plötzlich merkte er wie sich seine Nackenhaare aufstellten. Hatte er gerade richtig gehört? Sprach das Mädchen von Shiekah-Technologie? Die Felswände schienen auf einmal immer näher zu kommen und Nathans Hand krampfte sich reflexartig um die Schlaufe seines Rucksacks. Er wusste aus Erzählungen seiner Eltern, wozu die Wächter, die ursprünglich zum Schutz der hylianischen Bevölkerung gebaut wurden, imstande waren. Und auch sein alter Kampflehrer Ryalo wurde nie müde zu betonen wie einfach es doch für Ganon gewesen war, die Technologie der Shiekah zu korrumpieren und gegen ihre Schöpfer einzusetzen. Wenn diese starren, leblosen Augen dich einmal erblickt haben, dann ist dein Schicksal besiegelt. Wie ein Blitz hüllt dich ihr tödlicher Strahl in grelles Licht bevor er dich auslöscht. Ein komplettes Leben im Bruchteil von nur einer Sekunde vernichtet, so als hätte man niemals existiert.


    Nathan schluckte und fühlte den Kloß in seinem Hals. Das konnten die Vier doch nicht wirklich ernst meinen. Wenn sie tiefer in die Höhle vordrangen, wäre das ihr sicherer Tod. Er musste irgendetwas tun. "Nein!" flüsterte er. "Das ist nicht dein Problem." Nathan schaute John dabei zu wie er aus einem Stock und seinem Kettenhemd eine Art Vogelscheuche baute. "Was hat er damit nur vor? Denkt er wirklich, das würde irgendetwas ändern oder ihnen einen Vorteil verschaffen? Was für ein Narr."


    Während er das Geschehen vor sich beobachtete, spürte Nathan wie die Kleidung immer mehr an ihm zu kleben begann. Sein ganzer Körper war angespannt und in höchster Alarmbereitschaft. Er wartete nur auf einen günstigen Moment. Nach einigen Minuten schien sich die Gruppe darauf geeinigt zu haben, welchen Gang sie nehmen wollten, um die Höhle weiter zu erforschen. "Jetzt!" dachte er, als er sah wie sie um die Ecke gebogen waren, schnappte sich seinen Rucksack und spurtete Richtung Höhlenausgang. Das rettende Sonnenlicht und die Kühle des Windes kamen immer näher. Er hatte es geschafft.


    Gierig sog Nathan die frische Luft ein als er auf der Schwelle zum Höhleneingang stand. Nichts wie weg. Dann hielt er inne. Was war nur los mit ihm? Er konnte diese Narren doch nicht einfach in ihr Verderben laufen lassen. Dann wäre er nicht besser als jeder andere Angehörige des Clans, den er so sehr hassen gelernt hatte.


    "Verdammt...was soll ich nur tun?" Nathan zögerte. Dann hörte er ein lautes Scheppern aus der Höhle dringen. "Was war das?" Ruckartig wanderte seine Hand an den Dolch, den seine Mutter ihm bei seiner Flucht mitgegeben hatte, während er sich wieder Richtung Höhleneingang drehte. Wenn er jetzt einfach ging, würde er sich das niemals verzeihen. Er musste wissen, was das für ein Geräusch war. Vielleicht war es noch nicht zu spät.


    "Hey, wartet!" rief er als er in das Dunkel der Höhle eilte und sein Echo wie von 1000 Stimmen von den Höhlenwänden zurückgeworfen wurde.

  • [Hateno-Festival #8]


    M fühlte sich erleichtert, dass die Wogen des Misstrauens fürs Erste geglättet schienen und sie sich auf die Aufgabe vor sich konzentrieren konnte. In ihrem Kopf herrschte nur ein Ziel, auch wenn sie sich des Weges in den tiefen Schlund der Höhle nicht mehr sicher war. Sie konnte nichts dazu, dass die geschwungenen Gänge sich alle ähnelten.


    Mit den Wendungen rechnete sie aber nicht. Die kleine beschauliche Gruppe hatte nun in kürzester Zeit Zuwachs von John bekommen, nun stand ein zerfledderter Orni vor ihnen und aus Richtung des Eingangs hallte eine fremde Stimme.


    Ihr erster Impuls war es davonzulaufen. Sie brauchte diese Hilfe, wenn sie dem Geheimnis um den alten Wissenschaftler und der Shiekah-Technologie auf den Grund gehen wollte, doch das Misstrauen ihr gegenüber wurde nun gespiegelt.


    Sie war ein junges Mädchen, ein kleines Mädchen. Ein Kämpferherz vielleicht, aber gefangen in einem fragilen Körper. Hier drinnen konnte alles passieren. Nun, dies war wohl der Preis, den sie zahlen musste, wenn sie das Unheil, von dem sie glaubte, dass es in unmittelbarer Nähe stand, abwenden wollte.


    Trotzdem machte sie einen großen Schritt zurück und presste sich entfernt von der Gruppe an eine der steinernen Wände. Der Orni, den sie vermeintlich geweckt hatten, wirkte verwirrt und M glaubte, dass von ihm vorerst keine Gefahr ausging, der Fremde, der hinter ihnen herkam jedoch? Waren sie vielleicht von John selbst in einen Hinterhalt gelockt worden und der Neuzugang war sein Komplize?


    Einmal durchgeatmet trat sie wieder vor: Das Mädchen konnte schlecht von den Fremden verlangen den ersten Schritt zu machen – wer Antworten wollte, musste auch Antworten geben.


    »Ich bin M und…« Kurz stockend, beschloss sie sich noch nicht alle Karten auf den Tisch zu legen. »… wir wollen hier in der Höhle nach vergessenen Schätzen suchen.« Schatzjäger waren keine Seltenheit; dass es unter ihnen ein Knirps, wie sie gab, wirkte gegebenenfalls suspekt. »Wer seid ihr?« Ihre großen Augen wanderten vom Orni zum jungen Mann, der; wenn sie ihrem Bauchgefühl traute; im Grunde auch nicht aussah, wie eine Gefahr.


    Aber wie sehr durfte man seinem Bauchgefühl trauen, wenn man sich in einem Raum mit Fremden befand? Deshalb musste sich die kleine Gruppe nun miteinander vertraut machen, während sie selbst bereits voller Aufmerksamkeit den Raum absuchte, um sich einen Überblick zu verschaffen. Diesmal gab es nur einen Tunnel, der tiefer ins Innere führte; nicht so schmal und eng, aber dunkel.

  • Langsam beruhigten sich die Fronten. Sandro stellte fest, dass der Mann mit der Vogelscheuche ihn zwar neugierig, aber doch zivilisiert ansah. Die beiden Ornis sahen auch nicht feindseelig aus, doch vorsicht ist besser als Nachsicht. Er wusste bloß überhaupt nicht was er von dieser M halten sollte. Sie war noch so jung, aber sie verhielt sich trotzdem wie die Anführerin dieser Truppe.

    Auch die Geschichte mit der Schatzsuche glaubte er nicht. Warum sollte man sich für eine Schatzsuche verhalten, als ob man diese Höle überfallen wolle?

    Er überlegte wie viel er preisgeben konnte. Sie wirken extrem nett, doch was heißt da schon. Andererseits, was ist die Alternative. Wenn sie etwas schlimmes im Schilde führen, spielt es schließlich keine Rolle ob er sich vorstellt oder nicht. Nun war noch die Frage wie viel er zu erzählen bereit war. Velleicht hatten sie ja Mitleid mit ihm und halfen irgendwie.

    So begann Sandro zu erzählen:

    Er erzählte, dass er Sandro heiße und auf den Schnepfenhügeln geboren ist. Als Kind haben Bokblins seine Familie überfallen, seine Flügel wurden verstümmelt, so ist er mit letzter Kraft ins Ornidorf gelaufen. Dort wurde er viel gehänselt, weil er nicht fliegen kann und so schließlich verdrängt. Deshalb wanderte er zur Hebraspitze und freundete sich dort mit einer Hexe an, die ihm ein paar Tricks beibrachte. Was diese Tricks genau waren, verriet er dem Rest nicht, da er ihnen noch nicht vertraute. Er erzählte weiter.

    Dadurch dass er sich lange alleine durchschlagen musste, hat er einen großen Wissenschatz und weiß beispielsweise viel über die Natur. Er ga sogar zu, dass er nie konventionelle Bildung genossen hat und daher nicht Lesen, Schreiben oder gut Rechnen kann.

    Er wollte gerade berichten wie er in diese Höhle kam, da wurde er von einer anderen Person unterbrochen und der Reaktion der anderen nach zu urteilen, waren auch sie überrascht.

  • Was war hier jetzt gerade los?


    Zoltan fühlte sich nicht wie auf einer Monsterjagd oder wie bei einer Schatzsuche, sondern wie bei einer verdammten Cocktailparty, bei der man blöde im Raum stand und sich mit anderen Gästen vertraut machen musste. Das war mal so gar nicht nach seinem Geschmack.


    Die drei Orni standen im Kreis und redeten über Sandros Geschichte, Em lief herum und untersuchte die Höhle, unbeeindruckt davon, dass zwei neue Leute dazugekommen waren. Was war nur los mit diesem Mädchen? Zoltan konnte sich keinen Reim auf ihr Verhalten machen und begann grimmig damit, seine auf dem Boden verstreuten Sachen einzusammeln.


    Dann würde er eben einfach wieder gehen und den Rest des Tages so verbringen, wie er es am liebsten tat - alleine. Aber dann?


    Dann würde es an ihm nagen, dass er einen spannenden Kampf oder den Fund eines sagenhaften Schatzes verpasste. Verflucht! Das waren zwei von drei Dingen, zu denen er nicht „Nein“ sagen konnte, wenn man sie ihm schon großzügig anbot.


    Die dritte Sache befand sich in einer Feldflasche an seinem Gürtel. Mit etwas Glück könnte er also alles haben. Das wäre mal ein Tag, an dessen Ende er sich zufrieden mit sich und der Welt zur Ruhe betten könnte!


    Also wäre es besser, zu bleiben. Auch wenn er nicht das geringste Interesse daran hatte, sich mit jemandem anzufreunden und Lebensgeschichten auszutauschen. Was dieser Orni namens Sandro gerade tat.


    Zoltan schenkte dem kein Ohr, aber beobachtete den jungen Mann, der eben in die Höhle gestürzt und von Em barsch abgewiesen wurde. Dieser schien nicht recht zu wissen, ob seine Anwesenheit nun erwünscht war oder nicht. Wie auch? Niemand machte sich etwas aus seiner Anwesenheit. Er stand da und sah zu, wie Zoltan seine Fackel, sein Kettenhemd und seinen Schild wieder zusammensuchte. Bis das Gestarre ihm zu viel wurde.


    Ich weiß auch nicht mehr als du, blaffte er den Jüngeren an.

    Ich kam hier rein, traf das Mädchen und ihre beiden Flattermänner, und jetzt suchen wir nach einem verrückten Wissenschaftler. Vielleicht finden wir den, oder ein paar Monster, oder einen Schatz, oder den Tod. Scheint wohl spannend zu werden. Also komm einfach mit oder bleib weiter dort stehen, Kumpel. Für alles weitere wende dich an unsere Reiseleiterin, ich mach hier auch nur mein Zeug....


    Er warf noch einmal einen Blick auf das Gesicht des Neuankömmlings. Na, Hallo!


    Kannte er den nicht irgendwoher? Aber... er wusste nicht, woher genau. Das galt es wohl herauszufinden. Und das trieb ihn neben Kämpfen, Schätzen und Alkohol noch zusätzlich an.

    Passive good is worse than actual evil.


    -William Blake

    4 Mal editiert, zuletzt von Vincent Delacroix ()

  • Kamui fühlte sich von diesen ganzen Wendungen fast schon überrollt- aber M schien von der Situation noch überforderter zu sein, denn anstatt mit der Wahrheit rauszurücken, erzählte sie plötzlich irgendetwas von Schätzen. Vergessene Schätze... Das ist ja auch mal eine interessante Metapher für diese Erfahrung!

    Doch bevor er seinen Kommentar dazu abgeben konnte, erklärte John schon seine Sicht der Dinge. Währenddessen schielte Kamui immer wieder zu M. Hmm... Irgendwie scheint sie mehr ängstlich als schuldig zu wirken.


    Als John mit seiner Erklärung fertig war, ließ der Orni seinen Blick kurz seinen Blick über die Gruppe schweifen. M scheint wohl nichts dagegen einzuwenden zu haben, wie interessant! Wäre ich an ihrer Stelle, würde ich John jetzt sofort fragen, warum er irgendetwas von verrückten Wissenschaftlern erzählt- oder anderweitig meine Sicht der Dinge erklären. Wenn das Schicksal von Hyrule auf dem Spiel steht, sollte man eine Beziehung mit möglichen Verbündeten eigentlich nicht mit einer Lüge beginnen...

    "Seit wann soll denn das ganze hier eine Schatzsuche sein?"

    Entschuldigend wandte er sich an die Neuzugänge. "Seid bitte nicht verwundert darüber, dass wir hier so viele unterschiedliche Sachen erzählen. M hat Kotari und mich überredet, diese Höhle zu erkunden, weil hier scheinbar jemand unterwegs ist, der mit Monstern Unheil anrichten will- von einem Schatz war gar nicht die Rede!"

    Er schielte kurz zu M. Sie sieht nicht so aus, als ob sie sich auf der Stelle erklären will... Vielleicht sollte ich ihr ersteinmal die Gelegenheit geben, ihre Gedanken zu sortieren, bevor ich auf eine Erklärung bestehe. Sie sah vorhin schon recht überfordert aus, als zwei neue Personen aufgetaucht sind, vielleicht war das auch eine Notlüge.


    Kamui warf stattdessen einen Blick auf Sandro. Irgendwie kommt mir seine Geschichte bekannt vor... Ob ich ihn schon einmal getroffen habe? Oder habe ich nur Gerüchte oder andere Schilderungen von seiner Existenz gehört? Er ist ja beiweitem nicht der einzige Orni, der unfreiwillig nicht fliegen kann, und leider ist es auch nichts neues, dass jemand deshalb das Dorf verlassen muss... Ich bezweifle aber, dass viele von ihnen daraufhin scheinbar die Chance gehabt haben, eine Ausbildung bei einer Hexe zu bekommen!

  • Kotari 15


    Kotari war verwirrt. In den letzten Minuten war so viel passiert, dass er Mühe hatte, mitzukommen. Er hatte aufgrund seiner Körpergröße ohnehin schon etwas Probleme mit dem engen Gang, doch danach überschlugen sich die Ereignisse förmlich.


    Nachdem sich alle beruhigt hatten, John seine Spaten-Fackel-Kettenhemd-Konstruktion wieder aufgehoben und Sandro sich vorgestellt hatte, warf Kotari einen schnellen Blick auf M. Sie schien ähnlich verwirrt wie er. Dass John ihr sofort widersprach, machte die Sache auch nicht besser. Kotari verzog ein wenig das Gesicht, als John ihn und Kamui als "Flattermänner" bezeichnete, sagte aber nichts dazu.

    Wenn sie von einer Schatzsuche erzählt, wird sie ihnen wohl keinen Zettel zugesteckt haben, schoss es ihm durch den Kopf, als er das Mädchen ansah. Wo kommen die beiden also her?


    Er schaute zunächst den Orni an, der sich als Sandro vorgestellt hatte, und überlegte, ob er ihn kannte. Da er offenbar jedoch schon seit Längerem nicht mehr viel Zeit im Dorf der Orni verbracht hatte, konnte er es nicht genau sagen. Seine Flügel waren mit Wunden übersäht, wodurch er nicht fliegen konnte. Hatte er sich deshalb hier versteckt?


    Dann sah er zu dem anderen Neuankömmling. Ein weiterer Hylianer. Er kam aus dem schmalen Gang, den sie eben passiert hatten. Da er ihnen zurief, statt sich zu verstecken, entspannte Kotari sich ein wenig und musterte den jungen Mann. Er trug ein helles Hemd und eine einfache Hose, sah also nicht allzu gefährlich aus. Allerdings weckte die große Tasche, die er mit sich führte, Kotaris Neugier.


    Kotari hörte seinen Namen, als Kamui John beipflichtete, und drehte sich wieder zu M und den anderen um. Nun war die Katze aus dem Sack, da konnten sie genauso gut alles erzählen. Die beiden sahen auch nicht direkt bedrohlich aus, zumindest nicht bedrohlicher als John. Der grüne Orni nickte zustimmend. "Ja, das stimmt. Wir wollen schauen, was genau es damit auf sich hat. Und wie John" - er deutete auf den großen Hylianer - "sagte, wissen wir nicht, was wir hier finden werden. Wenn ihr aber mitkommen wollt, so können wir Unterstützung sicherlich gebrauchen. Wir sollten aber vorsichtig sein, denn wenn hier jemand ist, wird er durch den Lärm" - er wackelte mit dem Flügel, noch immer auf John zeigend - "sicherlich vorgewarnt sein."

  • Zoltan hüstelte.

    Naja, war doch Sinn und Zweck der Aktion, dass der Lärm jemanden anlockt. Jetzt stehen wir aber hier und plaudern ungestört. Also... Natürlich war es ein Denkfehler gewesen, auf den der Orni ihn da aufmerksam gemacht hatte. Vielleicht hatte er das Schmähwort gehört, das Zoltan im Gespräch mit dem Jungen benutzt hatte und wollte sich mit dieser Spitze rächen. Nun, so einfach waren seine Gefühle zwar nicht zu verletzen, aber wenn er künftig etwas plante, würde er doch ein wenig umsichtiger dabei vorgehen. Ganz bestimmt wollte er vor dieser illustren Truppe nicht als Trottel dastehen - auch, wenn er sowieso schon keinen allzu feinen Eindruck hinterlassen hatte. Das kümmerte ihn nicht wirklich, denn sein Entschluss, sich auf das vor ihm liegende zu konzentrieren anstatt auf soziale Kontakte zu setzen, blieb bestehen. Dennoch...


    Es wäre nicht verkehrt, wenn wir uns nochmal alle miteinander bekannt machen. In brenzligen Situationen wäre es ziemlich unschicklich uns gegenseitig „Du da!“ zuzurufen, wenn wir zusammenarbeiten oder kämpfen müssen... Nun, nochmal für alle: Ihr könnt mich John nennen.


    So erfuhr er reihum, dass die drei Orni Sandro, Kotari und Kamui hießen, der Nachzügler Nathan und das Mädchen einfach nur M - wie der Buchstabe, keine Kurzform von „Emma“ oder „Emily“.


    Die zuvor gemachte vage Andeutung, dass es sich bei „John“ in der Tat nicht um seinen richtigen Namen handelte, ließ er einfach mal im Raum stehen.

    Passive good is worse than actual evil.


    -William Blake

  • Nathan hielt kurz inne als er schließlich auf die Gruppe traf, die er eben noch aus sicherer Entfernung beobachtet hatte. Sofort wollten die Worte aus ihm herausplatzen, jedoch war er von seinem Sprint so außer Atmen, dass er zunächst nur keuchend vor ihnen stand und beschwichtigend die Hände zu heben begann, um der Gruppe zu signalisieren, dass von ihm keine Gefahr ausging. Jedoch schien sich keiner von ihnen überhaupt Gedanken über seine Anwesenheit zu machen.


    Sein Blick wanderte von M über John, bei dessen Anblick es sich so anfühlte als würde ganz hinten in den tiefsten Ecken seine Hirns ein schummriges Licht zu leuchten beginnen, zu den 3 Orni, von denen einer scheinbar auch gerade erst zur Gruppe gestoßen war. Er betrachtet Sandros Flügel und fragte sich welche traurige Geschichte sich dahinter verbergen mochte. Dann fiel sein Blick auf John, der begann einen Spaten, eine Fackel und sein Kettenhemd vom Boden zu klauben. "Das hat also diesen Krach verursacht." schoss es Nathan durch den Kopf und er merkte wie sein Herz langsam aufhörte in seiner Brust zu hämmern. Er war sichtbar erleichtert.


    Als John begann ihn verärgert anzublaffen zuckte Nathan jedoch erneut zusammen und lauschte seinen Worten. Die darin mitschwingende Gleichgültigkeit irritierten ihn sehr. Hatte er nicht eben noch mitgehört wie das kleine Mädchen von einem Mann erzählt hatte, der versuche bionische Montser herzustellen? Wie konnte der Hylianer im Angesicht dieser Bedrohung augenscheinlich so gelassen reagieren? Dann blickte Nathan rüber zu Kotari und seine Worte schienen die ersten zu sein, die für Nathan irgendeinen Sinn ergaben.


    Er nahm seinen ganzen Mut zusammen und blickte die 5 Gestalten ernst an. "Geht nicht weiter...bitte...ihr würdet es bereuen, wenn sich in dieser Höhle wirklich das abspielt, was ihr vermutet." Um seinen Worten Gewicht zu verleihen, hielt er kurz inne bevor er weitersprach. "Mit diesen Monstern ist nicht zu spaßen, keiner von euch würde eine Konfrontation überleben." Er drehte seinen Kopf zu John bevor er weitersprach. "Ihr unterschätzt die Gefahr, die von diesen Dingern ausgeht."

















  • Sandro verstand nun gar nichts mehr. Gerade war er dabei sich vorzusellen und seine Anwesenheit zu erklären, da Stürmte dieser Irre hier rein. Er war extrem überrascht, dass ihm die Ornis so gut zuhörten. Diese unterschieden sich offensichtlich von anderen Vertretern dieses Volkes, aber selbst für ein anderes Volk ist es ungewöhnlich, dass man einfach zuhört. Die beiden waren ihm auf Anhieb sympathisch.


    Dieser Hylianer widerum weckte in ihm ein ganz komisches Gefühl. Er erinnerte ihn an seine Zeit im Ornidorf. Leute die sich stark und perfekt fühlen, keinen blick nach Rechts oder Links werfen und jeden als Hindernis betrachten, der sich ihren Zielen nicht anschließen kann oder will.


    Dieses Mädchen allerdings kam ihm am unheimlichsten vor. Sie war scheinbar die Anführerin der Gruppe und log ihn trotz ihres Alters ohne mit der Wimper zu zucken an. Auch schien sie keine Kentnis von ihm zu nehmen oder verschleierte dies zumindest gut. Es entbrandte zwar eine Gruppeninterne Meinungsverschiedenheit, aber alle schienen sie als Anführerin zu akzeptieren.


    Und diese Monster von denen hier erzählt wurde. Schon Bokblins waren ihm gefärlich genug, doch diese Monster klangen nach einer ganz eigenen Liga. Sandros erster Instinkt wäre sich von dieser Gruppe ganz weit Fern zu halten.

    Plötzlich fiel ihm jedoch ein ganz anderes Problem auf, er hätte keine Chance gegen diese Viecher. Was wäre wenn diese Monster inzwischen den Gang besiedelten. Seine einzige Möglichkeit ist es mit dieser Gruppe die Höhle zu verlassen.


    Gerade dieses Mädchen und der Hylianer würden sich bestimmt nicht bereit erklären, für ihn Bodyguard zu spielen. Doch was wäre die Alternative? Sich zu trennen wäre angesichts dieser Gefahren zu gefährlich.

    Sandro verfluchte sich, ausgerechnet diese Höhle als Zuflucht gewählt zu haben, denn ihm war klar, was seine beste Gelegenheit war diese Höhle lebend zu verlassen.


    Also. Im Anbetracht der Umstände wäre es sicher nicht schlau alleine zu bleiben. Ich würde euch daher gerne bis zum Verlassen dieser Höhle begleiten. Bei eurer gefährlichen Mission wäre es sicher von Vorteil eine weitere Person zu haben und auch ich fühle mich so sicherer. Glaubt mir, nur weil ich unbewaffnet bin, bin ich nicht nutzlos. Ich kann uns bei Bedarf von diesen Bionischen Monstern abschirmen und auch über eine Möglichkeit Gegner auf Distanz zu halten verfüge ich.

    Inzwischen war Sandro sich sicher, das war seine beste Chance unbeschadet diese Höhle zu verlassen. Er würde einfach als letztes gehen und falls es ihm zu gefährlich wurde, konnte er fliehen während die Monster mit dem Rest beschäftigt wären.

  • [Hateno-Festival #9]


    M hatte sich bewusst bedeckt verhalten, da sie sich dieser ganzen Umstände nicht mehr sicher war. Was, wenn der alte Mann mit seinen verrückten Ideen Komplizen hatte, die den Eingang der Höhle bewachten? Was, wenn sie genau vor jenen Kompagnons nun standen?

    „John“ schien keinerlei Gedanken daran zu verschwenden – ihm ging es nicht um den Erfolg der Mission, sondern darum auf egoistische Art sein eigenes Ding durchzuziehen. Er wollte erhaben sein. Zumindest wirkte es auf das junge Mädchen so. Da waren ihr Kotari und Kamui weitaus sympathischer. Sie hatten auch ihre Bedenken, kamen aber weniger Ich-bezogen, sondern hilfsbereit daher. Auch wenn sich M diesbezüglich täuschen könnte. Ihre Ornikenntnis ließ zu wünschen übrig.


    M bedankte sich bei Sandro für sein Angebot der Unterstützung. All dem, was so eben passiert war, traute sie noch nicht, doch das Kind war metaphorisch bereits in einen äußerst tiefen Brunnen gefallen – so tief, dass sie es jetzt ohnehin nicht mehr herauszerren konnte. War sie selbst vielleicht dieses Kind? Wie ein Gespenst schwirrte ihr jener Gedanke durch den Kopf.


    Wenigstens hatte sich ihre Nervosität etwas gelegt, während sie dem Stimmengewirr gelauschte hatte. Sie wurde dann richtig hellhörig, als der Neuzugang anfing zu sprechen. Mit gehobener Braue, aber noch immer etwas abgeschottet von dem Pulk, der sich gebildet hatte, blinzelte sie ihn direkt an. »Dann weißt du mehr?«, fragte M mit einer Mischung aus Misstrauen und Neugierde direkt an Nathan gerichtet.


    »Erzähl uns alles!« So gefasst sie auch klingen wollte, wurde ihre Stimme durch jene Kindlichkeit durchtränkt, die sie stets versuchte zu verbergen. Schwach sein durfte sie nicht – vor allem nicht, wenn sie für ihre Ziele einstehen und dabei ernst genommen werden wollte. Nahm sie in diesem Gewölbe überhaupt jemand ernst?


    Sofern er mehr seines Wissens teilen wollte, gedachte sie jedes Wort aufzusaugen wie ein Schwamm, untätig rumstehen wollte sie aber nicht. Sie glaubte etwas aus dem angelegenen Gang; der, der in Dunkelheit getaucht war; ein Geräusch zu hören… nur leise und sie hatte zu wenig Erfahrung mit Monstern und Wildtieren, um einen eindeutigen Schluss zu ziehen.

  • John scheint heute nicht mit einem guten Fuß aufgestanden zu sein... An sich fand Kamui den Vorschlag einer Vorstellungsrunde nicht schlecht, jedoch gefiel ihm irgendetwas an der Art nicht, wie er das tat, nicht ganz. Irgendwie wirkt er oft vorwurfsvoll-negativ...
    Der Orni seufzte. Fängt ja gut an... Zuerst tauchen hier viele Neuzugänge auf, plötzlich verändert M ihre Geschichte und jetzt fragt sie auf einmal Nathan mehr zu den Monstern aus... Ich würde sie gerne zur Rede stellen, aber wenn sie schon meine Steilvorlage von vorhin ignoriert...


    Plötzlich hörte er ein komisches Geräusch aus dem noch unerforschten Gang.
    "Wartet... Könnt ihr mal kurz still sein?"

    Da war das Geräusch wieder- fast schon so, als würde Stein auf Stein schlagen...

    "Hm... Hört ihr das auch?" Kamui zeigte auf den Gang. "Da kommen leise Geräusche heraus!"

    Er warf einen Blick auf die Gruppe. "Das hört sich ein wenig so an, als ob Steine aneinanderschlagen würden... Fels-Raubschleime machen solche Geräusche, wenn sie sich bewegen, aber auch Iwaroks und Ishiroks machen ähnliche Geräusche. Da ich aber kein Herumgestampfe hören kann, glaube ich nicht, dass es ein Iwarok ist..."

    Er wandte sich an Nathan. "Sind das die Monster, von denen du gewarnt hast?"

  • Kotari 16


    Nachdem sich alle vorgestellt hatten, war Kotari auch etwas beruhigter. Zumindest aktuell wirkte es nicht, als seien sie in unmittelbarer Gefahr, oder würden sonst alle seelenruhig einer Vorstellungsrunde zustimmen? Er wusste natürlich, dass die Zeit drängte und sie nicht ewig hier sein konnten, aber es war wichtig, sich die anderen zumindest anzuhören, wenn man schon entschieden hatte, gemeinsam weiterzuziehen.


    Während die anderen sich unterhielten, ließ Kotari einen Blick durch den Raum schweifen. Besonders groß war er nicht und viel zu sehen gab es auch nicht, doch Kotari entdeckte einen weiteren Gang, der von hier fortführte. Dieser war glücklicherweise etwas breiter als der Gang, durch den sie gekommen waren - zwar nicht besonders weit, aber doch groß genug, dass jeder von ihnen ohne große Mühe hindurchgehen können sollte.


    Er wollte gerade einen Schritt darauf zutun, um hineinzulugen, da hörte er Kamuis Stimme, die um Ruhe bat. Sofort waren alle still.


    Nun konnte auch Kotari die Geräusche hören, die aus dem Gang kamen. Beeindruckt sah er in Richtung Kamui. Nicht nur hatte er die Geräusche gehört, er schien sie auch identifizieren zu können, denn er sprach von Iwaroks und Raubschleimen.


    Kotari hatte zwar den ein oder anderen Iwarok aus der Ferne gesehen, aber Fels-Raubschleime sagten ihm gar nichts - doch wenn er ehrlich war, hatte er nicht das Gefühl, diese Gesellen unbedingt treffen zu wollen. Trotzdem ist es gut, Informationen einzuholen.


    "Fels-Raubschleim? Was ist das?", fragte er in die Runde. Zwar war es Kamui gewesen, der den Monsternamen ausgesprochen hatte, doch Kotari war sicher, dass auch die anderen deutlich mehr Erfahrung mit Monstern und Kämpfen hatten als er.

  • Kamui erläuterte weiterhin das Verhalten von Fels-Raubschleimen, und auch Zoltan war nun milde beeindruckt. Ein Monsterexperte in einer dunklen Höhle, wo sie sich alle größtenteils auf ihr Gehör verlassen mussten. Und unter ihnen jemand, der an irgendwelchem Schlurfen, Gurgeln oder Stampfen bestimmen konnte, was sie um die nächste Ecke erwarten würde.


    Doch, das war hilfreich. Für gewöhnlich brachte er nur Monster in Menschengestalt zur Strecke. Er kannte ihre Körperhaltungen, konnte ihren nächsten Schlag voraussehen, wusste, wohin er zielen musste, um seinen Gegner auszuschalten.


    Aber die „normalen“ Monster - die schleimigen, grunzenden, trampelnden Launen der Göttinnen - mit denen kannte er sich weniger aus. Die überließ seine Organisation den abenteuerlustigen Reisenden, die zweimal ein Schwert geschwungen hatten und sich für einen Ritter Hyrules hielten. Mit verheerenden Folgen. Für die Reisenden. Sehr oft fand Zoltan auf seinen Missionsreisen Überreste von Monsterlagern mit - nunja - Überresten von Menschen. Arme, Beine, Rümpfe. Mal verkohlt, mal roh und blutig und einfach liegengelassen.


    Aber er hörte nun zu, wie Kamui einen Schlachtplan erläuterte. Er, Zoltan, würde das Vieh mit seinem am Stock angebundenem Schild aufwühlen. Niemand wusste warum, aber diese Schleimer fraßen besonders gern Schilde. Sandro würde mit seinem Schildzauber die Felsen abwehren, die das Monster schleuderte.


    Sobald das Monster bereit wäre, den Schild zu verschlucken, würde es seinen Schwachpunkt freilegen: Ein pulsierendes Etwas, das Zunge oder Herz sein mochte. Egal, es war verwundbar. Kotari würde dem Klumpen einen Pfeil reinjagen.


    Und dann konnte sich jeder, der eine Hieb- und Stichwaffe besaß, über das leuchtende Zungen-Herz-Teil hermachen, bis der Raubschleim Geschichte war.


    Ja, das müsste gehen!


    Also gut, gab Zoltan an.

    Genau so machen wir das, der Plan ist genial!


    Er war tatsächlich euphorisch. Hier gab es wirklich etwas zu tun, und so gut wie alle schienen gewillt, ihren Beitrag zu leisten. So ließ es sich arbeiten!

    Passive good is worse than actual evil.


    -William Blake

  • Sandro war schwer beeindruckt. Dieses Geräusch, welches er als fernes Echo identifiziert hätte, erkannte Kamui ohne den leisesten Hauch von Unsicherheit als Fels-Raubschleim.

    Sandro grauste es vor diesem Wesen. Dieser John klang als ob er schon Mächtigeres erlegt hätte als einen Bokblin und selbst er hörte mit Respekt zu und es lag nicht die Spur von Arroganz in seinem Gesicht.

    Als er von dem Plan hörte überkam ihn eine Woge des Stolzes. Er sollte die Anderen abschirmen, bis dieses Vieh aufhört sie anzugreifen.

    Dass bedeutet, alle verließen sich auf ihn und er hatte sich in seinem Leben noch nie so stolz und zufrieden Gefühlt. Das erste Mal war er Teil eines Teams. Er war so stolz, dass er zwei elementare Probleme fast übersehen hätte. Er konnte nun nicht mehr wegrennen, da er Teil des Teams war und sich die anderen auf ihn verließen.

    Das viel größere Problem war jedoch er selber. Der Wucht der Steinkugeln würde der Schild standhalten, da war Sandro sich sicher, doch was war mit seiner Konzentration. Die Gefahr bestand, dass er so erschrecken würde, dass er gar kein Schild zu stande brachte.


    Ich sollte es ihnen sagen. Sie steuern direkt in die Gefahr und wissen nicht, dass ihre Schutzmaßnahme möglicherweise versagt.

    Andererseits würden sie mich, wenn ich es ihnen erzähle warscheinlich zurücklassen und dann kann ich ihnen auf gar keinen Fall helfen.

    Aber irgendwie muss ich sie doch warnen. Andererseits, als ich das letzte mal Probleme mit meiner Magie hatte, da wurde ich von Bokblins überrascht und ich war alleine. Hier haben wir einen Spitzenplan und wir sind mehrere.

    Trotzdem blieb dieses Drängen, es war gefährlich darauf zu vertrauen, dass er sie schützen konnte.

    Andererseits musste er vielleicht ein für alle mal über seinen Schatten springen, um diese lähmende Angst loszuwerden.

    Und schließlich traf er seine Entscheidung.


    Wegen mir ist der Plan kein Problem. Ihr könnt euch auf meinen Schutz verlassen.

  • Als M Nathan den Kopf zudrehte und ihn aufforderte sein Wissen mit der Gruppe zu teilen schluckte er schwer. Es fühlte sich an, als ob sich in seiner Kehle ein riesiger Kloß befände und Nathan befürchtete, dass er kein Wort herausbringen könnte, wenn er jetzt den Mund öffnen würde. Die anderen würden ihn für einen stammelnden Irren halten.


    Wie konnte er ihnen nur erklären welche Gefahr von den Wächtern, wie sie bei den Yiga genannt werden, ausging ohne seine Herkunft preiszugeben? Womöglich würde das sein Ende bedeuten. Was, wenn sie ihn dafür töten würden? Außerdem wusste auch er nicht viel mehr außer die Geschichten, die ihm seine Eltern früher erzählt haben. Angeblich waren die Wächter ursprünglich von den Shieka zur Unterstützung der hylianischen Truppen konstruiert wurden bevor die Verheerung sie korrumpiert hatte. Aber wer weiß, ob das nicht auch nur irgendwelche Geschichten waren, die Eltern ihren Kindern erzählten, weil sie es selber ebenfalls nicht besser wussten.


    Nathan begann unsicher zu stammeln und als Kamui sich ebenfalls fragend an ihn wandte geriet er vollkommen aus dem Konzept. Unischer sah er zwischen den beiden hin und her und öffnete den Mund. "N-nein..." Seine Stimme wirkte heiser und kratzig, dennoch beschloss er fortzufahren. "Die Monster, von denen ich rede, machen nicht solche Geäusche ...s-sie sind keine Wesen aus Fleisch und Blut...sie sind komplett mechanisch und ihr einziger Zweck ist das Töten." Nathan hielt inne nachdem er der Gruppe die wesentlichen Informationen mitgeteilt hatte, ohne viel von der Herkunft seines Wissens preizugeben. Hoffentlich würde keiner Nachfragen stellen.


    Er entspannte sich sichtlich als M und Kamui ihn nicht mehr mit ihren fragenden Blicken durchbohrten und ihre Aufmerksamkeit John zuwanten, der gewillt schien, sich mit dem Raubschleim anzulegen, der im Gang vor ihnen lauerte. Eine große Unterstützung konnte Nathan den anderen bei diesem Kampf nicht sein, schließlich hatte er als Waffe nur den Dolch an seinem Gürtel. Was könnte er damit schon ausrichten? Aber immerhin war er nun nicht mehr Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

  • "Schön zu sehen, dass du bereit bist, Sandro!"

    Kamui wandte sein Wort nun an John: "Mach dir keine Sorgen- sollte dein Schild kaputt gehen, werde ich ihn natürlich auf meine Kosten ersetzen! Auch, wenn ich das für unwahrscheinlich halte, denn wenn alles gut geht, sollte der Fels-Raubschleim eigentlich keine Chance haben, ihn irgendwie zu verdauen..."


    Der Orni ließ seinen Blick zwischen den anderen Gruppenmitgliedern hin- und hergleiten, blieb dann aber an Nathan hängen. Mechanische Monster... Wächter vielleicht? Sie sind schwer zu bekämpfen, da kann ich verstehen, dass er nervös ist... Aber warum gibt er sich dann so mysteriös? Wenn wir es wirklich bereuen würden, wenn wir weitergehen, wieso redet er dann so um den heißen Brei herum? Entweder macht ihm die Bedrohung richtige Angst oder er plant etwas... Liegt es an der Luft hier oder warum sind die Leute hier so komisch?


    "Keine Fragen mehr? Gut!"

    Kamui gab John und Sandro ein Zeichen, vorrauszugehen, dann begab auch er sich nach ihnen in den nächsten Raum. Egal, was kommt, Augen zu und durch!

  • Kotari 17


    Der Plan klang vernünftig; das sah Kotari auch so. Allerdings, so schien es ihm, hatten bis auf John und Kamui niemand von ihnen so richtig Erfahrung mit Monstern und Kämpfen gemacht zu haben. Andererseits sind wir viel mehr. Mit den beiden und Sandros Schildzauber sollten wir gegen ein Monster keine allzu großen Schwierigkeiten haben.


    Er ließ den Blick noch einmal über ihre Gruppe schweifen - welche deutlich angewachsen war, seit sie die Höhle betreten hatten. John schien sich regelrecht auf den bevorstehenden Kampf zu freuen, während er seine Stock-Schild-Konstruktion emporhielt, und Kamui war von seinem Plan fest überzeugt. Sandro schien seine Unsicherheit überwunden zu haben und Kotari erkannte Entschlossenheit in seinem Blick. Nathan wirkte ziemlich aufgewühlt, vermutlich auch wegen Kamuis forscher Nachfragen - allerdings gab Kotari zu, dass er Nathan nicht so recht vertraute. Seine Geschichte von den Monstern bestätigte das, was M gesagt hatte, allerdings wurde Kotari das Gefühl nicht los, dass der Hylianer etwas verbarg. Er konnte nicht genau sagen, was es war, aber etwas an Nathans Verhalten wirkte höchst merkwürdig auf Kotari. Oder war es wirklich nur seine Unsicherheit?


    M stand stumm da, doch Kotari merkte, dass sie den Gesprächen aufmerksam folgte. Kotari ging nicht davon aus, dass sie mitkämpfen würde, aber das erwartete von dem Mädchen auch niemand.


    Er sah, dass einige der anderen bereits in die Höhle vorausgingen. Der Orni nahm seinen Bogen sowie einen Pfeil aus seinem Köcher, bedeutete M, sich hinter allen zu halten und machte sich hinter Kamui auf den Weg in den nächsten Raum.

  • Zoltan schritt in die Höhle voran, bis er im Halbdunkel in einiger Entfernung den Felsschleim erkennen konnte, der von der Decke hing. Noch verhielt die Kreatur sich ruhig und wabbelte gluckernd vor sich hin. Kamui zufolge würde sich das jedoch ändern, sobald sich ihr jemand näherte und damit beginnen, große Steinbrocken auf den sich Nähernden zu spucken.


    Er blickte noch einmal in die Runde, um sich zu vergewissern, dass jetzt niemand kniff. Sein Blick fiel dabei auch auf Nathan, der die Lippen fest aufeinandergepresst hatte. Ob er damit Entschlossenheit oder Missbilligung ausdrücken wollte, vermochte Zoltan nicht zu sagen.


    Dann allerdings fiel ihm noch etwas im Gesicht des jungen Mannes auf. Verblasste Striemen, als hätte man ihn mit einer Peitsche erwischt. Narben, die ihn an eben jene erinnerten, die seinen eigenen Körper zierten und die Handschrift eines äußerst sadistischen Lehrmeisters der Yiga waren.


    Verdammt, konnte es sein...? War Nathan nicht einfach nur ein zufälliger Passant dieser Höhle, sondern ihm absichtlich gefolgt in der Hoffnung, ihn in die Enge zu treiben und zu stellen? Aber das ergab keinen Sinn. Schließlich war er aus seiner Deckung gekommen nachdem er gesehen hatte, dass Zoltan nicht allein war.


    Trotzdem ließ sein ungutes Gefühl nicht nach. Es wäre allerdings nicht klug, den Jüngeren vor aller Augen mit seinem Verdacht zu konfrontieren. In dieser Gruppe schien immernoch nicht jeder so recht den anderen zu vertrauen. Würde er jetzt die Anschuldigung vorbringen, dass sich unter ihnen ein Yiga befand - und sich selbst als ehemaliger solcher zu erkennen geben - würde die Situation eventuell völlig eskalieren und sich jeder auf jeden stürzen.


    Wenn sie mit dem Schleimmonster fertig waren, würde er Nathan auf die Probe stellen. Er wusste auch schon, wie. Fürs Erste jedoch maß er ihn nochmal mit einem Blick voll unverhohlener Skepsis. Falls - ja, falls - Nathan etwas Übles im Sinn hatte, würde er merken, dass Zoltan etwas ahnte, und sich davonmachen, bevor es zum Blutvergießen kam. Nur die wenigsten Yiga hatten den Schneid es allein mit einem Gegner aufzunehmen, der auf einen Angriff vorbereitet war. Dann wandte er sich an Sandro, damit dieser seinen Schildzauber auf ihn wirken konnte.

    Passive good is worse than actual evil.


    -William Blake

    Einmal editiert, zuletzt von Vincent Delacroix ()

  • Sie schritten langsam in den Gang, immer auf der Hut vor einer plötzlichen Überraschung.

    Doch der Gang sah bis auf einen unförmigen Fellsbrocken lehr aus.


    Das war also der Felsraubschleim.


    Dass dieses Monster aktuell noch unscheinbar wirkt, war für Sandro von Vorteil, denn so konnte er sich aktuell besser Konzentrieren.

    Als sich Zoltan ihm zuwand wusste er, dass die Zeit gekommen war. Sandro schloss die Augen, blendete alles aus und erschuf die Kugeln um sie herum.

    Dann wand er sich an seine Begleiter.


    Leute noch mal ganz wichtig. Die Kugeln schwächen sich automatisch wenn ihr euch bewegt, weil sich zu starke Schilde nicht mehr bewegen können.

    Das bedeutet, wenn eine Kugel auf euch zurollt, dann stellt euch am besten so hin, dass ihr nicht frontal getroffen werdet und lasst das Schild seinen Job machen. Das Schild ist zwar stark genug eine Kugel frontal abzuhalten, aber nur wenn ihr euch nicht bewegt. und sicher ist sicher.

    Ich bin fertig, ihr seid alle geschützt.