Hateno {Siedlung}


  • Am Rande Hyrules, hoch oben auf den Klippen Ost-Necludas, weht der Wind über die sonnendurchfluteten Wege und Felder Hatenos. Von hier oben hat der Betrachter ein atemberaubenden Blick auf die nähere Umgebung. Kinder spielen, Windräder drehen sich und so mancher erntet Weizen oder fängt Ausdauerschrecken.
    Hateno ist ein sauberes und schönes Dörfchen, welches niemals von den Katastrophen heimgesucht wurde, die im großen Rest Hyrules wüteten. Es hat sich zu einem Handelsplatz entwickelt, der von allen gern angesteuert wird, die sich in der Region aufhalten. Ganz oben auf der Klippe steht ein Institut, doch kein Dorfbewohner hat je erfahren, wer dort wohnt und arbeitet. Nichtsdestotrotz können Einheimische und Besucher im Ort ihre Kleidung reparieren und/oder färben lassen, ihre Warenbestände auffüllen, bequem übernachten und interessante Gespräche mit anderen führen. Alljährlich findet zum Gründertag ein kleines Fest statt, wo alle Köstlichkeiten und Kostbarkeiten serviert und feilgeboten werden und neue Kontakte geknüpft werden können.
    Nur beim zweiten Hinsehen wird klar, dass in vielen Bewohnern eine tiefe Traurigkeit steckt, denn das Dorf gibt es nur wegen der Verheerung. Die Gründerfamilien sind allesamt überlebende Flüchtlinge und nicht wenige haben ihre ganze Familie verloren.

  • „So ist's brav, meine Liebe.“ Mit einem Ruck zog Tilda den Sattelgurt am Bauch ihres Ponys Mollie fest. Wie immer saß er etwas stramm - Mollie war, aus rätselhaften Gründen und entgegen aller Diätversuche immer etwas zu wohlgenährt. Zumindest sah sie so aus.
    Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen fielen zwischen den Holzdielen in die kleine Scheune. Das wurde aber auch Zeit. In den letzten Tagen war die gesamte Region von ständigem Regen heimgesucht worden, und das zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Das Hateno-Festival stand schließlich vor der Tür - ein großes Ereignis im Dorf, und ein besonderes bedeutsamer Termin für Tilda und ihre Familie. Ein Festival war der perfekte Zeitpunkt, um ein paar Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Und der Gewinn war bitter nötig. Und wie bitter nötig er ist, dachte Tilda zähneknirschend. Der dauernde Regen hatte sowohl bei der Jagd, als auch bei der Gemüseernte für deutlich erschwerte Bedingungen gesorgt. Deshalb war sie heute auch besonders früh auf den Beinen. Die Zeit drängte, und der Verkaufsstand würde sich am Tag des Festes wohl kaum von alleine füllen.


    Mit schnellen, energischen Handbewegungen begann Tilda, die Trense anzulegen. Als sie gerade dabei war, die Riemen zu verschließen, scharrte Mollie unzufrieden mit dem Vorderhuf und wirbelte dabei eine Staubwolke von beachtlicher Größe auf. „Hatschi! Tut mir leid, Mollie, aber wir müssen uns heute echt beeilen. Trödeln ist leider nicht drin.“ Sie klopfte der Stute beruhigend auf den Hals und führte sie aus dem Stall. Draußen angekommen wirkte Mollie schon deutlich erfreuter. Sie schnaubte wohlwollend und streckte den Kopf nach ein paar Büscheln Gras aus. Ach, ich wünschte, sie könnte mich verstehen. Dann würde sie vielleicht auch wissen, was "Nicht Trödeln" heißt.
    Tilda tastete zur Kontrolle kurz die Taschen am Sattel ab. Alles da. Danach schwang sie sich mit einem eher weniger eleganten Satz auf den Pferderücken und drückte ihre Knöchel sanft an Mollies warmen Bauch. Diese setzte sich, nicht ohne eine Portion spürbaren Widerwillen, in Bewegung.


    „Guten Morgen, Tilda! Na, schon früh unterwegs?“ Marta ist also auch schon bei der Arbeit. Tilda sah zu der fleißigen Gehilfin der Familie herab, die mühsam Karotten erntete und in einen Korb schmiss. „Der frühe Vogel fängt den Wurm, schätze ich. Oder in meinem Fall, den Hasen.“ Marta lachte leise, während sie weiter eifrig ihrer Arbeit nachging. Tilda mochte Marta, und zwischen den beiden hatte sich mittlerweile ein zartes Band der Freundschaft entwickelt. Aber häufig fragte sie sich auch, wie es Marta wohl wirklich ging und ob sie tief in ihrem Innersten zufrieden mit ihrer Arbeit und dem damit verbundenen Dasein war. Sie wirkte zumindest immer so zuversichtlich und voller Energie. Eine Energie, die ich nie für Gemüse aufbringen konnte...
    Tilda schüttelte die zweifelnden Gedanken ab. Heute war nicht der richtige Zeitpunkt für existentielle Krisen. Es gab anderes, viel wichtigeres zu tun. Sie trieb Mollie an und ritt in zügigem Galopp Richtung Hochland.


    Tilda warf einen letzten Blick zurück und ließ ihn über das Dorf schweifen. Hateno. Ihr Zuhause. So war es immer, und so wird es immer sein. Aber warum nur versetzte ihr der Gedanke daran einen so schmerzhaften Stich? Mit schnellen Galoppsprüngen ließ das Paar die Siedlung schließlich hinter sich.


    ~> geht Richtung Ost-Necluda (Glywyrm-Hochland,...)

  • Muri wacht auf. Die Sonne war auch schon aufgestanden, relativ hoch sogar. Hunger hatte er noch nicht.


    Mit einem durchatmen stand er auf, schaute aus dem Fenster und beobachtete die Straße. Ohne zu gucken hob er eine Tasse kaltgewordenen Tee an seinen Mund und trank ihn in einem Zug aus. Ein leichter Wind schien zu wehen, eine Eichel oder sowas fiel aus Hausdach.


    Er sollte heute im Gasthaus mithelfen. Eine größere Gesellschaft wurde erwartet und er war gebraucht. "Was denk ich drüber nach was ich heute als erstes essen soll, etwas dort naschen reicht mir schon" dachte er.


    Eine kurze Katzenwäsche, Klamotten übergeworfen und er war schon draußen. "Guten Tag!" sagte er zur draußen kehrenden Nachbarin. "Na, heute wohl wieder etwas länger geschlafen." meinte sie "Jaaaa, gute Frau." entgegnete Muri und lächelte. So, dann auf zum Gasthof.
    Nach der üblichen freundlichen Begrüßung zog er seine Schürze an. Mit den Kollegen dauerte das auch nicht so lange. Den großen Braten machte er routiniert und mit Freuden. Die vielen Leute hatten gute Laune, er verabschiedete sich freundlich und konnte gehen. Die Kollegen machten die nun kleinere Bewirtung auch ohne ihn. Sein Lohn kam gleich.


    Fürs nächste Mal will er auch für Zuhause noch was anderes haben. Lieblingsgemüse ist zwar ganz nett, aber man braucht doch was zum verfeinern. Was machen, teuer kaufen oder... "He, gute Frau! Lassen sie das, das ist zu schwer. Kommen Sie, fassen wir beide an." "Oh, dankeschön - ich will sie nicht stören..." "Schon gut."
    Die dicke Tasche kam ins Haus der Nachbarin - und er bekam tatsächlich auch was geschenkt. Nüsse! Immerhin. "Danke, gute Frau." sagte er, wieder lächelnd.


    Er kehrte in sein Haus zurück, brühte diesmal frischen Tee, setzte sich wieder ans Fenster und schlürfte. Nun muss er gar nicht mehr sammeln gehen.


    Muris Beitrag 1.

    Durch Schaden wird man klug - sagen die klugen Leute. Schaden litt ich genug, doch bin ich ein Thor noch heute.

  • Muri schaute wieder einmal aus dem Fenster, als langsam eine Reisende eintraf.


    Er ging aus der Tür, machte ein freundliches Gesicht, näherte sich ihr und grüßte sie unauffällig. Im nächsten Augenblick hatte er einen Zettel in der Hand, den er sich unauffällig einsteckte als nähme er die Hände in die Taschen.


    Es war wieder einmal schönes Wetter. Manchmal regnet es ständig, manchmal dann nicht mehr. Komisch.
    Er spazierte etwas, zu den Feldern, in die Gaststätte, hielt einen Plausch mit der Nachbarin und kehrte schließlich zurück.



    Das Stück Papier schien wie ein grob gemaltes Bild auszusehen - hielt er ihn jedoch in die Nähe eines Feuers gab er langsam seine Botschaft preis:


    "Ein treuer Verfechter unserer Sache ist tot. Seine Kehle wurde mit einem Messer durchschnitten, sonst nichts auffälliges. Zwischen Angelstedt und Hateno. Sei wachsam."


    Muri verbrennt den Zettel.


    Muris Beitrag 2.

    Durch Schaden wird man klug - sagen die klugen Leute. Schaden litt ich genug, doch bin ich ein Thor noch heute.

  • Mit langsamen Schritten lief Kamui ins Dorf. Er seufze, als er auf seine Füße hinabsah und erkannte, wie schmutzig die kleinen Schwimmhäute zwischen seinen Krallen waren. Natürlich wurden sie schmutzig, wenn er kämpfte, aber heute waren sie besonders schmutzig.


    Er seufzte, als er an den Kampf im Schlamm dachte, der daran schuld war. Eigentlich wollte er ja nicht kämpfen, auch wenn der Kampf sein Beruf war. Er war halt müde gewesen und wollte so schnell wieder zurück nach Hateno, doch dann hörte er, wie die Reisende schrie.


    Sie war laut ihren eigenen Angaben auf dem Weg nach Kakariko. Eigentlich war sie mit einer Freundin unterwegs, doch sie wurden getrennt, als sie von einem Moblin angegriffen wurden. Die Reisende war am Bein verletzt, auf den Boden gestürzt und wäre beinahe vom Schwert des Moblins geköpft worden, als Kamui mit einem Sprint auf ihn zurannte und ihn mit einigen schnellen Schwertschlägen auf den Boden schmiss und ihn dann tötete. Dann kam auch schon die Begleitung der Reisenden, die einige andere Reisende zusammengetrommelt hatte, um den Moblin zu verjagen. Natürlich hatten sie sich bei ihm bedankt und wollten ihn sogar mit nach Hateno begleiten wollte, aber Kamui hatte abgelehnt. Er war zu müde, um Gesellschaft ertragen zu können.


    Wieder seufzte Kamui und machte sich auf zum kleinen Teich von Hateno, um dort seine Schwimmhäute zu waschen.

  • Kamui sah verträumt in den Teich wie das abgewaschene Zeug von seinen Füßen versank, sah aber plötzlich ein anderes Spiegelbild und fuhr ruckartig herum.
    Das Spiegelbild mit dem Namen Muri war selbst erschrocken: "Mein Gott wie stürmisch!". Kamuis Verteidigungsmodus legte sich wieder.
    "Kenne ich Sie?" fragte Muri. "Kann sein." kam als Antwort. "Oh..." Muri sah auf die Füße herunter "sind das... ja was ist das?"
    Kamui murmelte kurz und sagte: "Das zwischen meinen Krallen? Das sind Schwimmhäute." Muri: "Unnngewöhnlich! Das kann auch sehr nützlich sein, mein Herr! ... Darf ich das Du anbieten?"- "Ja... Okay. Wie war dein Name? Ich bin Kamui." - "Muri."


    Kamui überlegte kurz. "Sie... Du kommst mir irgendwie bekannt vor. Wohnst du hier?" Muri blickte sich um. "Oh ja, seit einem Jahr ungefähr..."
    Kamui: "Ja... Ich wohne seit etwa drei Jahren hier, allerdings bin ich kaum hier, aufgrund meines Berufes." Was das wohl war dachte Muri. "Kampfschwimmer? Postbote?"
    Ein Lachen kam zurück: "Nein. Ich erforsche die Kampfweisen von Monstern." - "Hmmm..." Muri warf etwas zu Kamuis Händen. Es war eine geröstete Nuss.
    "Oh... Danke." Kamui fing an, an ihr zu knabbern "Das mach ich." sagte Muri. "Kochen. Rösten natürlich auch."
    "Interessant. Falls du mal das Dorf verlassen willst, um nach Zutaten zu suchen, könnte ich dich ja eskortieren, falls du auf Nummer sicher gehen willst. Ich werde dich auch nicht für meine Experimente missbrauchen, versprochen!"
    "Na schönen Dank auch!" Muri lachte. Kamui bot ihm einen Platz am Ufer des Teichs an, Muri setzte sich hin.


    "Schöner Tag heute, nicht? Ich bin erst vor einigen Minuten hier angekommen. Musste ein paar Reisende vor einem Moblin retten" - "Ein Beruf in der Tat." Muri schaute beeindruckt drein.
    "Also... Falls du mal von einem Moblin angegriffen wirst, ruf einfach mich. Vielleicht höre ich dich ja!" lachte Kamui. "Hmpf!" machte Muri trotzig. "Irgendwie hast du mich in meinem Stolz verletzt" Muri lächelte wieder.
    "Haha, entschuldige! Wenn du willst, kannst du auch mal alleine gegen einen Moblin kämpfen." - "Du guckst zu?"
    "Ich kann besser forschen, wenn ich mehr Leute als mich gegen Monster kämpfen sehe. Mach es also für die Wissenschaft!"
    Muri überlegte kurz.
    "Für die Wissenschaft! Nichts leichter als das..." - "...War das Sarkasmus?" lachte Kamui.
    "Hast du Angst?" entgegnete Muri. "Natürlich nicht!" Kamui zuckte leicht zusammen. "Nur... Die Leute waren nur nie so schnell einverstanden damit, gegen irgendetwas zu kämpfen" - "Und ich habs schon lange nicht mehr gemacht" - "Notfalls kann ich dir helfen."


    "Aaaach das wird schon" Kamui überlegte. "Hmmm... Ja. Sollen wir uns dann morgen so zu selben Uhrzeit hier treffen? Ich hatte heute einen harten Tag hinter mir." Kamui steht auf. "Nix is mit morgen. Du musst doch nur zugucken!" sagte Muri überschwänglich. "Sagen wir es mal so... Ich bin müde, und ich kann besser zuschauen, wenn ich nicht müde bin." konterte Kamui
    "Aaaaach... dann kann ich mich morgen aufwärmen" - "Ähm... Okay?" entgegnete Kamui.
    "Ganz ehrlich weiß ich nicht was du von mir lernen sollst, aber na gut leg dich aufs Ohr" -
    "Ich bin ein Monsterforscher, und wenn ich weiß, wie Monster ticken, kann ich die Leute davor retten, zu sterben. Bis morgen, Muri!"
    Muri lächelte. "Schlaf schön!" - und blieb sitzen. "Ähm... Du auch! Gute Nacht." Kamui lief weg.
    Leute davor retten zu sterben... dachte Muri und schaute noch eine Zeit lang ins Wasser.

    Durch Schaden wird man klug - sagen die klugen Leute. Schaden litt ich genug, doch bin ich ein Thor noch heute.

  • Kamui sah noch einmal zu Muri zurück, dann machte er sich auf dem Weg zu seiner Hütte.


    Er seufzte, als er seine Hütte betrat, und seufzte wieder, als er seine Tür hinter sich schloss. Muri ist ja schon etwas seltsam... Zum Glück habe ich etwas Abstand zwischen uns beide gebracht... Während er sein Schwert und seinen Schild auf sein Bett schmiss, dachte er weiter über ihn nach: Irgendwie ist er etwas seltsam... Er scheint zwar nett zu sein, doch als ich vorgeschlagen habe, dass er für mich kämpft, hat er mir zu schnell zugestimmt, dabei kennen wir uns quasi erst fünf Minuten...


    Er wühlte in seiner Tasche herum und fand schließlich das Notizbuch, dass zwischen einigen Äpfeln und einem Fernrohr vergraben war. Er ging zu seinem Schreibtisch, nahm sich einen Stift und begann zu schreiben. Die Auswertung des Kampfes, wo ich die Reisende gerettet habe, kann ich vielleicht noch schreiben. Aber ich bezweifle, dass der Kampf von Muri gegen den Moblin noch hier rein passt. Er sah hoch und suchte mit seinen Augen seinen Schreibtisch ab. Sein Blick blieb auf zwei Notizbüchern liegen. Hmm... Das müssten die leeren sein, oder? Er schnappte sich eins, blätterte in ihm herum und nickte erfreut. Ja, es ist leer. Ich tue die beiden Notizbücher besser gleich in meinen Rucksack. Nicht, dass ich es noch vergesse!

    Er lief zu seinem Rucksack, holte einem Apfel aus ihm und legte die beiden Notizbücher in ihn. Während er den Apfel aß, lief er wieder zurück zum Schreibtisch und beendete seinen Bericht.


    Kamui gähnte, als er das Notizbuch zuschlug. Zwei leere Notizbücher habe ich noch... Ich sollte mir mal neue kaufen. Aber dafür muss ich ein paar meiner alten verkaufen. Hmm... Vielleicht kann ich ja Muri das Notizbuch irgendwann mal andrehen, in dem sein Kampf beschrieben wird! Aber ich bräuchte die leeren Notizbücher früher... Ach, ich verkaufe ihm einfach ein anderes... Er drehte sich zu dem Stapel Notizbüchern, die er schon beschrieben hatte, und nahm sich von ihm einfach das Oberste. Der Orni durchblätterte es. Oh, ich weiß. Beim Schreiben dieses Notizbuches wurde ich mehrmals von Yiga angegriffen worden. Ich muss wohl beim Kämpfen gegen ein paar Moblins zu nah an eins ihrer Verstecke gekommen zu sein, denn die Yiga haben mich mehrmals in der Gegend angegriffen. Als ich dann weit genug geflohen bin, haben sie mich in Ruhe gelassen. Wahrscheinlich haben sie verstanden, dass ich nur ein einfacher Forscher bin, der ihnen eigentlich nichts antuen will.


    Er stand auf und packte dieses Notizbuch in seinen Rucksack, ohne hinter das Geheimnis seiner Bekanntschaft zu kommen. Muri sieht wie jemand aus, der für fünf Rubine gegen ein paar Yiga kämpfen würde. Vielleicht sollte ich ihm das Buch verkaufen, damit er nicht daran stirbt.


    Am nächsten Tag stand Kamui etwa eine halbe Stunde früher als verabredet an dem Teich, an dem die beiden sich verabredet haben. Mal schauen, wann Muri kommt... Ob er schon aufgeregt ist?

  • Muri tippt Kamui auf die Schulter. Kamui zuckt zusammen und dreht sich angriffslustig um - und erkennt dann, dass es nur Muri ist.
    "Haha, beruhig dich!" - "Oh, Hi Muri!" entgegnete Kamui und atmet beruhigt auf. Er mustert Muri und fragt: "Bist du kampfbereit?"
    Muri antwortet: "Nun ich kämpfe immer so unspektakulär ausgerüstet. Ich dachte einfach nur das ich wieder in Übung kommen sollte, nichts weiter."


    "Hmmm... Gut. Ich habe nur nachgefragt, da die Leute, mit denen ich normalerweise kämpfe, etwas andere Ausrüstung haben..." überlegt Kamui und zögert kurz "...ich meine jetzt die mit denen ich normalerweise kämpfe, die Leute mit denen ich Seite an Seite kämpfe. Die Yiga zum Beispiel kämpfen ungefähr mit deiner Ausrüstung - aber ich will dir jetzt natürlich nicht unterstellen, ein Yiga zu sein!" Kamui lacht nervös.


    "Ich hab doch gar nichts dabei, nur ein normales Messer. Keine Sichelklinge, keinen Bogen." entgegnet Muri. Kamui: "Ähm... Egal. Ich würde es einem Yiga zwar zutrauen, nur mit einem Messer zu kämpfen, aber... Egal. Wollen wir dann?"


    "Bitte! Lauf einfach vor wenn du weißt wo Moblins sind" sagt Muri lächelnd. "Also gut..." bekam er als Antwort.



    Muri und Kamui gehen nach Ost-Necluda.

    Durch Schaden wird man klug - sagen die klugen Leute. Schaden litt ich genug, doch bin ich ein Thor noch heute.

    Einmal editiert, zuletzt von Skyrames () aus folgendem Grund: Ortswechsel.

  • >Kommt von Ost-Necluda


    Am Rand von Hateno trennten sich Muri und Kamui. Während der Orni sich auf den Weg zu seiner Hütte machte, blieb Muri kurz stehen und lief dann in das Stadtzentrum. Allerdings achtete Kamui nicht wirklich darauf, wohin sein Gefährte ging, denn er war in seine eigenen Gedanken versunken.


    Schließlich betrat er sein Haus und schmiss seinen Rucksack auf seinen Stuhl. Danach legte er sich auf sein Bett und dachte nach. Hm... Ob ich ihm zuviel von meiner Hintergrundgeschichte erzählt habe? ...Nein, eigentlich nicht. Ich habe sie ja nur angedeutet. Er dachte noch ein bisschen über den Tag nach, dann ging er seine Aufzeichnungen über den Tag noch durch, dann hielt er bis zum Abend ein Nickerchen. Er wollte ja schließlich vorbereitet auf die nächsten Kämpfe sein!

  • Kommt auch von Ost-Necluda.
    Es war merkwürdig. Muri hatte es wenig gekümmert was er eigentlich tat. Kamui konnte er gut leiden und aus seinem Mund vom Tod eines von ihm geliebten Menschen zu erfahren, machte ihn doch nachdenklich. Unerwartet.
    Es ist notwendig das Yiga manchmal töten, dachte er. Es dient einem höheren Ziel. Aber hat ein Monster ein höheres Ziel? Es ist armselig blind zu morden, aber das tue ich nicht, das weiß ich. Also mach dir keine Vorwürfe. Es ist in Ordnung.


    Muri dachte das der Abschied etwas unangebracht war. Es war doch alles in Ordnung, warum hatte er nichts gesagt. Komisch.


    Er ging noch etwas spazieren, genoss den Wind und die hereinbrechende Dämmerung, ging nach Hause und ohne weitere Gedanken schlafen.

    Durch Schaden wird man klug - sagen die klugen Leute. Schaden litt ich genug, doch bin ich ein Thor noch heute.

  • >> kommt aus Richtung Stall der Zwillingsberge

    Es war früher Nachmittag, als Zoltan, Anya und Eve das Tor passierten, welches den Dorfeingang Hatenos markierte. Seine beiden Begleiterinnen hatten einiges an Geschick bewiesen, was das Zähmen von Wildpferden anging und so konnten sie bereits vor der Mittagsstunde vom Stall der Zwillingsberge aus aufbrechen. Den Vormittag und den etwa vierstündigen Ritt zum Dorf hatte er zum größten Teil schweigend verbracht, zu sehr beschäftigte ihn die Rückkehr in seine alte Heimat und was ihn dort erwarten würde. Er rechnete nicht unbedingt damit, von den Leuten wiedererkannt zu werden - er war schon als Junge niemand, der sich gern unter Leute mischte und hatte dementsprechend wenige Menschen gehabt, die ihm nahe standen. Jedoch... vielleicht würde er sich als Sohn der Stadt zu erkennen geben, falls er sich ernsthaft hier niederlassen sollte. Das Spiel mit der Tarnidentität, welches er die letzten Tage durchgezogen hatte, kam ihm nun albern und überdramatisch vor. Und wenn er sich offenbarte, würden sich zweifellos doch ein paar Leute an ihn erinnern, und welche Rolle würde er dann innerhalb der Dorfgemeinschaft einnehmen? Er war kein hundertprozentig Fremder, würde aber dennoch einigem Misstrauen ausgesetzt sein. In Gegenden wie dieser waren die Leute besessen davon Klatsch auszutauschen, und seine langjährige Abwesenheit und seine spontane Rückkehr würden gewiss für eine Weile der Mittelpunkt dessen sein. Nun, abwarten.



    Die drei Reisegefährten suchten zunächst einen Unterstand nahe des Gasthofes auf, wo ein herumlungernder Mann mittleren Alters sich dazu bereit erklärte, die Pferde zu versorgen. Allerdings schien er wohl nicht zu sehr an dieser Aufgabe zu hängen und riet dazu, die Tiere langfristig auf dem Bauernhof unterzubringen, welcher auf halber Höhe des Hügels lag, auf dessen Spitze das von Gerüchten umrankte Institut thronte. Eine Wissenschaftlerin vom Stamm der Shiekah sollte dort hausen, die Tag und Nacht mit antiker Technologie herumexperimentierte - jener Materie, die vor 50 Jahren eine große Rolle in der Zerstörung des Königreiches Hyrule spielte. Es muss nicht extra erwähnt werden dass die Einwohner Hatenos, welche froh waren von der Verheerung und ihren Folgen weitestgehend verschont geblieben zu sein, nicht allzu begeistert von diesem Arrangement waren. Besonders ein auf dem Dach prangendes Wächterwrack empfanden nicht wenige Dorfbewohner als Provokation. Ein wahres Wunder, dass sich in den letzten Jahrzehnten noch kein Mob mit Fackeln und Mistgabeln bewaffnet hatte, um dem wie auch immer gearteten Treiben ein Ende zu setzen. Vielleicht würde er sich das Ganze später einmal aus sicherer Entfernung ansehen. Für's Erste würde er sich ohnehin irgendwie allein die Zeit totschlagen müssen - es erschien ihm recht unangebracht, bei Anyas Treffen mit ihrem Bruder oder Eves Angelegenheiten, welche auch immer das sein mochten, wie ein stummer Diener im Hintergrund herumzustehen. In seiner Reisekasse sollten noch genügen Rubine für neue Kleidung sein. Anya hatte sich alle Mühe gegeben sein Gewand zu reinigen und zu flicken, aber nach allem, was er in letzter Zeit damit erlebt hatte, fühlte es sich dennoch nicht komfortabler an als ein zurechtgeschneideter Kartoffelsack. Wenn das erledigt war, könnte er dem Krämerladen einen Besuch abstatten und die antiken Materialien, die er am Vortag erbeutet hatte gegen Bares eintauschen. Damit wäre am Ende noch genug übrig, um sich für ein paar Tage im Gasthof einzuquartieren. Kein schlechter Plan für die nächsten paar Stunden.
    "Also dann," wandte er sich an Anya und Eve. "Ich würde gern ein paar Dinge erledigen und wenn ich das richtig verstanden habe, seid ihr auch nicht nur zum Vergnügen hier. Falls mich jemand sucht, ich bin heute Abend im Gasthof. Bis dahin..." Er wandte sich ab und fragte sich im selben Moment, ob die beiden auf das Angebot eingehen würden - wenngleich er mit Anya in den letzten Tagen einiges erlebt hatte, waren sie sich immernoch relativ fremd, und ihr gemeinsames Ziel war erreicht. Es bestand im Grunde keine Notwendigkeit mehr, Zeit miteinander zu verbringen. Ein seltsamer Gedanke nach diesen wenigen Tagen, die ihm wie eine bedeutend längere Zeit vorkamen. Schon bei Gustls überstürztem Abgang hatte er leichtes Bedauern verspürt - obwohl er das sicher niemals zugeben würde. Nun, und mit Eve verband ihn nicht wirklich viel, wenngleich das gestrige Gespräch mit ihr ihm ein wenig Last von der Seele genommen hatte. Aber alles in allem war er nun wieder allein, denn schon in Kürze würden beide sich in Richtung eines neuen Ziels aufmachen. So in Gedanken versunken schlenderte er in Richtung Ortseingang, wo sich die beiden Läden befanden. Er ignorierte die argwöhnischen Blicke der Dorfbewohner, an denen er vorbeikam. Es kam offenbar nicht alle Tage vor, dass ein bewaffneter Reisender in zerschlissener Kleidung durch den Ort spazierte.
    Willkommen zuhause, dachte er ironisch. Scheint so, als würde es ein wenig dauern, bis ich hier neue Freunde finde.

    Erlaube mir, dich zu warnen, dass es ein gefährliches Unterfangen ist, meine Genialität in Frage zu stellen; es könnte deinen Tag um einiges surrealer machen.


  • Hateno.

    Anya atmete ein und ließ die Luft lange in ihren Lungen. Ihr Blick wanderte durch das Dorf, das sich vor ihr erstreckte, als würde sie etwas sehen können, was nicht da war.


    Hateno.

    Sie atmete aus. "Ich gehe spazieren", sagte sie endlich zu Eve. "Ich will mich ein wenig umsehen und vielleicht treffe ich ja meinen Bruder."
    Gesagt, getan. Hateno war ein schönes Dorf. Anya fand, dass es vielleicht sogar das schönste in ganz Hyrule war. Die Häuser waren alle sehr solide gebaut, die große Straße durch das Dorf war breit und stabil. Und nur hier gab es Windmühlen, die so beeindruckend waren. Wenn sich Anya recht erinnerte, war das auch das ausschlaggebende Argument für ihren Bruder gewesen, hierherzuziehen. Seitdem ein Mal ein Händler ins Tabanta-Dorf kam und ein Gemälde von den Windmühlen rumreichte, gab es kein anderes Thema mehr. Für ihren Bruder stand fest, dass Hateno der beste Ort auf der ganzen Welt sein musste und kaum hatte er genug Rubine gespart, verließ er Tabanta-Dorf. So jedenfalls hatte es ihre Mutter erzählt.
    Anya hatte es nie ausgesprochen; schon der Gedanke daran war eigentlich nicht greifbar. Aber seitdem ihr Bruder die Heimat verließ, hatte er sich nie wieder gemeldet. Anya war sich nicht sicher, ob er überhaupt jemals hier angekommen ist. Ob er noch lebte...
    Wie jeder andere in der Familie auch, konnte er nicht schreiben, aber mit Sicherheit würde er einen Weg finden sich zu melden, wenn er denn wollte. Hateno wurde auch von den Orni angeflogen und irgendjemand würde sicher für ihn einen Brief schreiben können, dass er sicher und gesund war. Aber so ein Brief kam nie an.


    Anya war sich nicht sicher, was passieren würde, wenn sie dieses Dorf betrat. Sie hoffte, dass ihr Bruder zufällig gerade hier entlang lief. Aber das war nicht der Fall. Jetzt macht sie unsichere Schritte, einen nach den anderen. Es gab nicht all zu viele Häuser im Dorf, auch wenn es eines der größten Ansiedlungen war, die Anya kannte. Sie würde an jede Tür klopfen.
    Etwa nach der Hälfte der Häuser setzte sich Anya auf eine Bank, die nahe einer Laterne stand. Obwohl sie noch einige Haustüren vor sich hatte, war sie sich sicher, dass ihr Bruder nicht hier war. Keiner der Menschen, die sie bisher gefragt hat, kannte ihn. In dem Moment, wo Anya klar wurde, dass ihr Bruder Hateno nie erreicht hatte, blies ein heftiger Ostwind über Hateno hinweg. Die mächtige Eiche einige Meter entfernt ließ ihre Blätter im Wind tanzen und hier und da flogen einige wenige im Wind davon. Er ist nie hier angekommen.
    Ein Blatt taumelte direkt vor ihrem Gesicht im Wind hin und her und erregte Anyas Aufmerksamkeit. Ihr Blick folgte dem Blatt, als sie bemerkte, dass sich die Ranelle-Spitze dahinter erhob. Der Gipfel war wie immer im Nebel gehüllt, was für viele Märchengeschichten im ganzen Land sorgte.


    Anya erhob sich und ging wieder in Richtung Gasthaus. Es war klar, dass ihre Suche beendet war. Doch statt Trauer fühlte sie eine seltsame Erleichterung. Seitdem sie den mächtigen Berg im Norden wahrgenommen hatte, meinte sie, diese seltsame Melodie zu hören. Nicht die ganze Zeit, aber immer in Abschnitten und ganz schwach. Sie kam in dem Moment, als sie einsah, dass ihr Bruder wahrscheinlich nicht mehr lebte. Sie war tröstend, bestätigend und erklärend.
    Es war nun das dritte Mal in den vergangenen Jahren, dass Anya dem Berg so nahe gekommen war und seit dem ersten Mal, wo Anya auf der Suche nach Fröstlingen im Naydra-Schnellfeld dieses Amulett fand, hörte sie diese Melodie. Zunächst glaubte sie, verrückt geworden zu sein. Doch inzwischen war sie sich sicher, dass sie Naydra hören konnte; Naydra, der Eisdrache, der eigentlich nur in Sagen existierte und den noch nie jemand gesehen hatte.


    "Hey du", rief eine Stimme und weckte sie aus ihrem Tagtraum. "Hast du etwas Zeit und Kraft, und kannst uns beim Holzsammeln helfen?" Eine ältere Frau mit drei jungen Kerlen winkte ihr vom Rande eines Weizenfeldes zu. Sie beluden gerade einen Pferdewagen mit Holz, vor dem ein alter Klepper gespannt war.
    "Ja gern!"
    Während Anya half, erfuhr sie, dass es am Abend ein großes Lagerfeuer geben würde, wo sich alle im Dorf versammeln und Neuigkeiten und Geschichten austauschen würden. Traditionell wurden auch viele Gäste aus dem benachbarten Kakariko und fernen Orten erwartet. Es würde der Auftakt zu den Festlichkeiten sein, die zu Ehren des 50. Gründungstages des Dorfes gehalten werden.
    Anya erzählte etwas von sich und ihrer Reisegruppe und fragte, ob sie sich dazugesellen durften, was die gute Frau mit einem hellen und warmen Lachen quittierte.
    "Aber gern, kommt nur! Und erzählt uns ein paar gute Geschichten, abgemacht?"

  • Muri war überrascht. Sie ging an seine Tür und an jede andere, sie suchte jemanden. Das feuerrote Haar erinnerte ihn auch an einen anderen Ort. Irgendwas war mit ihr.


    Er ließ sich natürlich an der Tür nichts anmerken. Er würde jedenfalls zu diesem Lagerfeuer gehen. Es kamen sowieso in letzter Zeit eine Menge neuer Gesichter, das wird ihm wahrscheinlich nicht helfen eine Spur zu finden... Ist ja auch bald Fest.


    Sowieso genug gewartet, seit dem Brief brannte es ihm schon unter den Nägeln. Er muss endlich wieder richtig unter Leute gehen.
    Was macht er überhaupt falls er den Mörder finden würde... darüber kann er nachdenken wenn er ihn findet. Vielleicht ist derjenige auch gar nicht hier sondern irgendwo anders. Trotzdem wird er gehen, er kann sich vielleicht wieder mit Kamui unterhalten wenn er da ist. Wer weiß wer alles da ist... wer weiß...


    Er trinkt einen Tee. Die Blätter rauschen durch das Fenster. Auf den Abend warten, dann los...

    Durch Schaden wird man klug - sagen die klugen Leute. Schaden litt ich genug, doch bin ich ein Thor noch heute.

  • >>>kommt aus Richtung Ranelle-Spitze


    Talux fliegt übers weite Land und hat bereits die Kälte Region hinter sich gelassen. Es war schon spät und die Sonne stand schon tief. Er fragte sich ob es noch weit währe und seine Kräfte würden ihn auch nicht mehr lange in der Luft halten. Aber da sah er eine Siedlung und er war sich sicher das dass Hanteno sein müsste da er ja das Institut auf dem Berg sehen konnte.


    Nach nicht all zu langer Zeit landete er auf dem Dorfplatz. Er sah sich nach einem Gasthof um und da sah er auch direkt eins. Er geht hin und nimmt sich ein Luxusbett da er sehr erschöpft war. Er wollte als nächstes was essen und bestellte sich ein Luxusgrill-wild da er ein morz Hunger hatte. Als er es bekam war es nicht nur ein augenschmaus sondern auch der Geruch war schon so gut das im das Wasser im Schnabel zusammen lief. Nachdem er das ganze Fleisch verdrückt hatte bestellte er sich noch ein Stück Apfelkuchen. Dieses war das der beste Kuchen denn er bis jetzt gegessen hatte. Er sah sich noch den Sonnenuntergang an und ging danach ins Bett. Die nächsten Pläne wollte er morgen beim Essen oder so machen. Er war jetzt einfach schon zu müde. Und er schlief auch rasch ein.


    |||schläft im Gasthof von Hanteno.

  • Die Zeit ist schneller vergangen als die Kriegerin gedacht hatte. Ungewohnt war es, nach so einer langen Zeit mal wieder auf ein Pferd gesessen zu sein. Sie hatte die Zügel ziemlich schnell raus und mit einem harschen Gefüge, machte das Tier auch das, was es sollte.
    Die Sonne stand noch ziemlich hoch am Horizont, als sie die Siedlung erreicht hatten. Es war wohl etwas früh am Nachmittag. Als sie die Pforte passierten, schnaubte das Tier aufgeregt. Eve ließ sich sanft von ihrem Sattel gleiten, streichelte das Tier am Kopf und gab es zusammen mit ihrer Gruppe dem nächsten Stall zur Obhut. Sie kratzte sich verbissen in ihren Haaren, streckte sich einmal stark, sodass ihre Knochen zu Knacken anfingen. Sie gähnte, ließ ihren schweifenden Blick über die Dächer der Häuser wandern. "Aha" Dachte sie sich. Sie schweifte mit ihrem Rundumblick nun zur Gruppe. "Wie machen wirs? Treffen wir uns nachher? Ich hab noch eine Kleinigkeit zu erledigen und ich muss einen Gefallen einfordern. Das kann durchaus den ganzen Nachmittag dauern, sofern mein Bekannter keine Probleme macht." Sie rümpfte ihre Nase, zuckte mit den Schultern und musste unweigerlich finster grinsen. Sie warf eine Hand zur Verabschiedung in die Luft und wandte sich mit dem Rücken trabend von der Gruppe entfernend in Richtung Siedlungsinnere. Hier und da wurde sie aufgeregt von den Siedlern beobachtet. Scheinbar war es nicht alltäglich, dass Reisende hier ankamen. Sie lies sich allerdings dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Sie hatte ihre Hände hinter ihrem Kopf verschränkt und suchte Neugierig die einzelnen Häuser ab. Inmitten der Siedlung hielt die junge Frau kurz inne, folgte mit starrem Blick den zuerst noch bewachsenen, dann staubigen Pfad, der aus der Siedlung über einen Hügel auf eine Anhöhe führte. Sie seufzte. "Na toll. ... Hätte mir man mal früher gesagt, dass das eine Wandertour wird. ..." Sie wollte sich sträuben. Der Kater vom Vorabend zeichnete sich noch lautstark zwischen ihren Augen und vor allem auf ihrer Stirn aus, da sie stets diese in Falten legte. Ihr Kopf pochte als würden 3 Bokoblins mit ihren Keulen darauf einhämmern. Sie seufzte zwischendurch. Durch alleiniges Rumstehen würde sie den Hügel mit Sicherheit nicht erklimmen können. Also setzte sie einen kleinen Schritt vor den Anderen. Die Sonne knallte auf ihren Kopf und trieb ihr die Röte ins Gesicht. Der Alkohol in ihrem Blut machte aus einer simplen Bewegung einen ganzen Marathon. Sie würde sicher eine Ewigkeit brauchen, bis sie das Institut erreichen würde.

  • auf den Feldern Hatenos


    Puh, die Arbeit war schwer, vielleicht ein bisschen zu schwer. Schließlich hatte Anya ohne sich ein Päuschen zu gönnen, gleich nach der Ankunft in Hateno einen Marathon im Dorf hingelegt und sich danach dem Beladen von Holz und Getreide gewidmet. Naja, eventuell würde sie für das Festival am Abend etwas zu müde sein, aber soweit sie das verstanden hatte, würden die Feierlichkeiten eh einige Tage dauern. Im Moment wurde ihre Hilfe gebraucht und dann sollten sie diese auch bekommen.
    Und ja, ganz klar, half ihr die schwere Arbeit auch dabei, den Gedanken an den Bruder zu verdrängen. Und an Naydra.


    Die Sonne war inzwischen weit in den Westen gezogen und bald würde sie hinter den großen Bergen verschwinden. Die Karren waren allesamt vollgeladen und wie auf Kommando hörten alle Helfer mit der Holzsuche auf und wandten sich Richtung Dorf. Anya nahm die Zügel des alten Kleppers und führte ihn langsam neben sich sehr. Einen Apfel von der kurzen Pause hatte sie für ihn aufgespart und fütterte das Tier damit. Danach klopfte sie sanft an seinen Hals und ging weiter.


    "Wo wird es das Lagerfeuer geben?", fragte Anya die Bauersfrau. "Mitten auf der Dorfstraße erscheint mir nicht klug wegen des Windes. Aber es gibt sonst keine größeren ebenen Flächen in Hateno und außerhalb der Siedlung ist es zu gefährlich."
    "Es gibt noch einen anderen Platz", erwiderte die alte Dame. "Das neue Haus am Glywyrm-Teich steht auf einer größeren Ebene. Aber durch den massiven Felsen ist es einigermaßen windstill dort. Da bringen wir das Holz hin."
    Kurze Zeit später erreichten sie dieses neue Haus, dessen Dach und Fenster mit Blumen und Bändern geschmückt war. Die frische weiße Farbe leuchtete sogar in der Abenddämmerung. Anya fand, dass sie doch etwas zu spät dran waren, denn bis all das Holz abgeladen und angezündet war, würde es bestimmt schon dunkel sein. Doch niemand hier schien sich daran zu stören. Sofort kamen Leute herbeigelaufen, die beim Abladen halfen und brennende Fackeln herbeitrugen.


    Anya entschuldigte sich und lief zum Gasthaus. Seven stand immer noch im Unterstand und hatte gutes Futter bekommen. Als sie das kontrolliert hatte, betrat sie das große Haus und suchte einen Eimer Wasser, um sich die Hände und das Gesicht zu waschen. Das war eine Wohltat, allerdings auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ihre Kleidung war schmutzig und noch mehr zerrissen, als sowieso schon. Und sie hatte rein gar nichts als Tausch gegen ein paar neue Klamotten anzubieten.
    Anya überlegte, ob sie überhaupt dort hingehen sollte. Sie war eigentlich relativ müde und so richtig Lust hatte sie auch nicht. Aber das würde nichts an der Situation ändern und spätestens morgen früh müsste sie sich wieder diese Lumpen anziehen. Ihr kam eine Idee. Inzwischen war die Sonne untergegangen und die meisten Leute am Lagerfeuer. Es würde niemandem auffallen, wenn sie am kleinen Teich am Dorfrand unweit des Gasthauses ein Bad nehmen und Ihre Kleidung waschen würde. Es war gewagt, aber eine bessere Lösung hatte sie nicht. Sie nahm sich eine Decke und verließ das Haus und schaute sich sehr gründlich um. Niemand war zu sehen oder zu hören; wenn sie nur leise blieb, würde wirklich niemand etwas merken. Und das ganze sollte eh nicht länger als fünf oder zehn Minuten dauern.


    Der Teich war kalt, sehr kalt. Als sie bis zum Halse im Wasser war, nahm sie ihre Lumpen und wusch sie im Wasser und sich gleich mit. Es dauerte nicht lange und Anya zitterte. Sie musste sich beeilen. Irgendwann glaubte sie, sich und die Klamotten genug geschrubbt zu haben und stieg aus dem Wasser. Der Wind wehte unbarmherzig und jetzt fror sie richtig. Schnell wickelte sie sich in die Decke und als sie ein paar Schritte gelaufen war, hörte sie auf einmal ein Lachen, das genauso wie das Lachen des Yiga-Kämpfers klang. Aber es war eher wie ein Traum, aber es war da. Anya erschrak und drehte sich um, doch da war niemand. Das muss die Kälte sein, sagte sie zu sich, nachdem sie sich gründlich umgesehen hatte. Sie drehte sich wieder in Richtung Gasthaus und wollte weiterlaufen, als keine drei Meter vor ihr ein junger Mann stand. Er stand einfach da, im Mondschatten des Baumes. Er war kaum zu erkennen, zumal er sich gar nicht bewegte oder irgendetwas sagte.


    Und obwohl sie seine Augen nicht sehen konnte, spürte sie einen durchdringenden Blick.

    Dorfstraße von Hateno, vor dem Gasthaus

  • Muri zuckte zusammen. Er war schon vorher am Baum gewesen und hatte sich gewundert warum sie sich an ihm nicht störte. Die Unauffälligkeit war ihm wohl wirklich in Fleisch und Blut übergegangen. Nun drehte er sich um und setzte ein leicht schüchternes Gesicht auf:


    "Äh... ist alles in Ordnung?" sagte er leise aber deutlich.
    "Ja!" Die Zähne klapperten laut. "Nein. Ich habe mich erschrocken. Ich dachte halt, ich wäre allein hier."
    "Entschuldige bitte! Ich wollte jetzt nicht unheimlich wirken." er machte eine abwiegelnde Bewegung. "Es wird sowieso schon dunkel, ich gehe nach Hause, es ist kalt."
    "Ja, kalt. Deswegen muss ich schnell zum Feuer und mich aufwärmen. Und hoffentlich finde ich bei all dem Krach auch Zeit zum Schlafen." Sie machte eine kurze Pause. "Also... Das Gasthaus ist ausgebucht und ich bin leider leer ausgegangen", beeilte sie sich zu sagen.
    "Oh... wenn du willst kannst du auch bei mir schlafen. Ich hab' mehr Zimmer im Haus als ich brauche, die Unterkünfte sind tatsächlich voll. Aber nur wenn du willst!"
    "Ehrlich, wenn es nicht so kalt wäre, dann..." Sie überlegte und zitterte dabei immer mehr. "Du würdest mir wahnsinnig helfen."
    "Dann komm einfach mit..."



    Hm. Sie folgt mir einfach? Es ist ja wirklich kalt und wenn sie nix hat kann ich sie schon verstehen. Der Wind bließ nocheinmal und Muri umklammerte seine flatternden Klamotten. Verdammt, sie hat recht! Er schloss die Tür auf, die Flamme der Fackel flackerte hektisch aufgrund des einströmenden Windes. Er drehte sich um: "Hier deine Schlüssel" er öffnete eine Schublade und gab ihr einen schlichten kleinen Schlüssel. "Gleich links. Ich schlafe oben." er sah zur Treppe. "Machst du die Tür zu?" Anya tat dies und hing ihre Lumpen an eine Wäscheleine im Flur. Muri sah sie erwartungsvoll an.



    "Tut mir leid, ich habe mich nicht vorgestellt. Ich heiße Anya und bin durch Zufall hierher gelangt. Der starke Regen vor kurzem und einige darauffolgende Ereignisse haben mich nach Hateno geführt." Sie rieb sich die Augen. "Eigentlich bin ich eine Händlerin. Normalerweise ziehe ich mit Waren aus ganz Hyrule umher und verdiene mein Geld damit. Aber zurzeit habe ich eine Pechsträhne." Ihr Blick wanderte durch das Haus und dann zu Muri. "Du wohnst alleine hier?!"
    "Ja, ja, ist n bisschen groß, hm? Eigentlich könnten hier zwei drinnen wohnen aber ich bin lieber alleine." Muri überlegt kurz "Was verkaufst du eigentlich gerade?"
    "Keine Edelsteine", lachte Anya. "Ich bin zu oft beklaut worden. Und Waffen auch nicht, das ist nicht mein Ding. Bananen zu verkaufen macht auch kein Sinn, denn die esse ich meist selbst. Ansonsten eigentlich alles mögliche."


    "Bananen? Ich hab auch selbst welche. Egal. Noch irgendwelche Fragen wenn du schon in meinem Haus bist?"


    "Vielleicht deinen Namen? Naja, ansonsten bin ich echt müde."


    "Hab ich glatt vergessen: Muri." Er wandte seinen Blick ab. "Wenn du noch bevor ich einschlafe was brauchst, komm einfach hoch. Ich mache mein Licht oben aus wenn es soweit ist. Gute Nacht." Muri lächelte freundlich, rieb sich kurz die Nase und steig die Treppe hoch. Eine Tür fiel ins Schloss und es war still. Nur der Wind heulte noch draußen.

    Durch Schaden wird man klug - sagen die klugen Leute. Schaden litt ich genug, doch bin ich ein Thor noch heute.

  • Kotari 2


    kommt aus dem Dorf der Orni >>>



    Es war bereits Nachmittag des nächsten Tages, als Kotari in Hateno ankam. Die Nacht hatte er im Stall der Ebene auf ungefähr halber Strecke verbracht. Zum Abend hin hatte es geregnet, was eine willkommene Abkühlung gewesen war. Unterwegs war er nur ein paar wenigen Reisenden begegnet; da der Reif Gerz jedoch schnell erreichen musste, hatte er es zumeist bei einem Gruß aus der Luft belassen und war über die Fremden hinweggeflogen.


    Bei seiner Ankunft entschied Kotari, sich sofort zu Gerz zu begeben und ihm den Reif zu übergeben. Je schneller er diesen Auftrag hinter sich hatte, desto schneller konnte er sich auf den Weg zum Fest machen!
    Inmitten der Felder im Osten der Siedlung sah Kotari einen hylianischen Bauern bei der Arbeit. Er ging tiefer und rief, mit den Flügeln schlagend: "Ich bin Kotari aus dem Dorf der Orni. Ich habe eine Lieferung für Gerz. Wisst Ihr, wo ich ihn finde?"
    Der Bauer blickte auf. Er hatte einen Hut aufgezogen, um seinen Kopf gegen die Sonne zu schützen und hielt sich eine Hand vor die Augen, als er zu Kotari sah. "Gerz? Der müsste im Stall bei seinen Tieren sein, gleich da vorne." Er streckte einen Arm aus und deutete auf ein hölzernes Gebäude am anderen Ende des Feldes, das an eine Weide grenzte.
    "Habt Dank!", rief Kotari und schlug mit den Flügeln, um zum Stall zu fliegen. Kurz davor landete er, ein wenig Stroh aufwirbelnd. Das Licht im Inneren war schummerig; er hörte Tiere im Heu scharren.
    "Gerz?", fragte Kotari mit erhobener Stimme. "Ich habe eine Lieferung für Euch!" Er sah in den Stall und erblickte einen Bauern, der gerade Schweine fütterte. Dieser richtete sich auf und kam auf Kotari zu. "Eine Lieferung?" Er war für einen Hylianer groß gewachsen, aber immer noch ein Stück kleiner als Kotari. Sein rundes Gesicht war mit Schmutz und Staub überzogen, aber seine Augen leuchteten lebhaft.
    "Ja", entgegnete Kotari. "Ein Reif." Er nahm das Schmuckstück aus seiner Tasche und hielt es dem Bauern entgegen. Dessen Gesicht leuchtete auf. "Da ist es ja!"
    Gerz zog ein Tuch aus seiner Hosentasche und wischte sich die Hände daran ab, ehe er den Reif entgegennahm. Er drehte ihn in den Händen und bewunderte das Objekt. Als er ihn ins Sonnenlicht hielt, funkelte der Armreif in vielen Farben. Auch Kotari zeigte sich beeindruckt. "Ein wirklich schönes Stück. Eure Verlobte wird sich freuen."
    Gerz nickte zufrieden und wickelte den Reif in ein anderes, sauberes Tuch ein, ehe er ihn in seine Tasche schob. "Noch ist sie nicht meine Verlobte, aber Mara wird unmöglich nein sagen können, wenn sie diesen Reif sieht!" Er lachte. "Wie kann ich Euch danken?"
    Kotari winkte ab. "Soweit ich weiß, habt Ihr meinen Vater schon bezahlt, zumindest nimmt er Aufträge nur mit Vorauszahlung entgegen. Ihr schuldet uns nichts." Er wollte sich abwenden.
    "Wartet!", rief Gerz. "Irgendetwas will ich Euch dennoch geben, schließlich habt Ihr einen weiten Weg auf Euch genommen und mir den Reif so schnell gebracht. Ihr wisst nicht, wie viel mir das bedeutet – ich wollte Mara unbedingt heute Abend beim Fest den Antrag machen. Ich möchte mich erkenntlich zeigen. Braucht Ihr etwas?"
    Kotari überlegte. "Nun, der Weg war weit. Gegen eine kleine Mahlzeit und eine Möglichkeit, mich kurz auszuruhen, hätte ich nichts einzuwenden. Oh, und habt ihr… Pilze?" Er sprach das letzte Wort nach einer kleinen Pause.
    Gerz nickte eifrig. "Aber natürlich. Soweit ich weiß, sind die Gasthäuser ohnehin wegen des Festes ausgebucht. Von nah und fern kommen Leute her, um zu feiern. Schaut Ihr euch auch das Fest an?" Er machte sich auf zu einer Hütte etwas entfernt, vermutlich dem Wohnhaus, und bedeutete Kotari, ihm zu folgen.
    "Ja, ich dachte, wenn ich schon hier bin, kann ich ruhig einen Blick darauf werfen.", erwiderte Kotari. Er lief Gerz hinterher. Da der Bauer langsam ging, konnte Kotari mühelos mit ihm Schritt halten.
    Gerz nickte. "Eine gute Idee, schließlich haben wir in den heutigen Zeiten nicht oft Gelegenheit zu feiern. Daher ist das Fest etwas Besonderes – vor allem für uns Einwohner. Schon merkwürdig, dass zum Jahrestag eines eigentlich traurigen Ereignisses ein Fest abgehalten wird, schließlich gäbe es die Siedlung ohne die Verheerung nicht. Aber wo Zerstörung ist, ist auch Leben. Wir lassen uns die Hoffnung nicht nehmen!"
    Kotari nickte. "Eine stolze und vor allem gesunde Einstellung. Ich stimme Euch zu."
    Sie kamen am Haus an und Gerz öffnete die Tür. "Macht es Euch gemütlich, Herr… Wie war der Name doch gleich?"
    "Kotari", beantwortete der Orni seine Frage. "Ich habe mich noch nicht vorgestellt. Verzeiht."
    Gerz lachte. Offenbar war er ein fröhlicher Mensch. "Alles gut. Macht es Euch bequem, während ich Euch etwas zu Essen beschaffe. Pilze, sagtet Ihr? Ich müsste noch ein paar da haben, sogar frisch gepflückt. Hinter Hateno wachsen ganz viele."
    "Oh, nein, die Pilze sind nicht für mich, sondern meinen Vater", beeilte sich Kotari zu sagen. "Er sagte, er braucht welche. Falls Ihr also welche verkaufen könnt, würde er sich sicher freuen."
    Gerz nickte. "Verstehe. Ja, ich denke, ich kann einige erübrigen. Die Ernte dieses Jahr war gut. Wartet kurz." Er verschwand in einem Hinterzimmer. Kotari hörte ihn rumoren, während er sich in dem kleinen, aber gemütlichen Haus umsah. Es war eher spärlich eingerichtet, nur das Nötigste. Kotari dachte, dass er sich in so einem Haus durchaus wohl fühlen könnte.
    Nach ein paar Minuten kam Gerz zurück, einen Beutel in der Hand, prall gefüllt mit Pilzen allerlei Sorten. "Hier." Er hielt ihn Kotari entgegen. Kotari schaute auf den Beutel. "Das sind viele… Pilze", stellte er fest. Offenbar haben Hylianer und Orni eine unterschiedliche Auffassung des Ausdrucks "ein paar", dachte er. Oder aber es ist etwas Individuelles.
    "Wie gesagt, die Ernte war gut. Im Wald wachsen sie immer schnell nach", meinte Gerz. "Ihr könnt gerne alle mitnehmen."
    Kotari erwiderte: "So viel kann ich nicht annehmen. Das wäre zu viel. Sagen wir… die Hälfte? Und das Essen spart Ihr. Ich finde sicher auf dem Fest etwas." Kotari deutete auf den Beutel. "Dürfte ich die Pilze aber hier lagern und später abholen?", fügte er hinzu.
    "Aber selbstverständlich!", erwiderte Grez. "Ihr könnt so lange bleiben, wie Ihr wollt! Mein Heim ist Eures!"
    "Ich danke Euch", entgegnete Kotari. "Dann mache ich mich gleich wieder auf, zum Fest. Wo genau findet es statt, sagtet Ihr?"
    "Am Glywyrm-Teich, im Süden des Dorfes. Dort steht euch ein neues Haus, Ihr könnt es gar nicht verfehlen. Ich weiß nicht, ob die Vorbereitungen bereits abgeschlossen sind. Ich muss noch die Tiere versorgen, dann mache ich mich auch auf den Weg."
    Kotari nickte und wandte sich zur Tür. "Dann halte ich Euch nicht weiter auf. Wir sehen uns beim Fest, und habt Dank für die Pilze." Er hob einen Flügel zum Gruß.
    "Ich danke Euch! Ihr wisst nicht, was für eine Freude Ihr mir bereitet habt!", rief Gerz ihm hinterher.
    Kotari nickte noch einmal und ging hinaus. Der Glywyrm-Teich also. Er wusste nicht genau, wo dieser war, aus der Luft aber würde es kein Problem sein, diesen zu finden. Je näher er jedoch der Hauptstraße kam, desto mehr Leute sah er nach Süden laufen, einige mit Karren, auf denen Holz und andere Baumaterialien geladen waren. Offenbar würde er nicht einmal fliegen müssen, um den Festplatz zu erreichen.



  • Kamui wachte am Abend auf und sah aus dem Fenster seines Hauses. Hmmm... Es ist zwar Abend, aber ich habe mit Muri abgemacht, dass wir uns erst bei Sonnenuntergang treffen... Gedankenverloren packte er ein paar Bücher in seinen Rucksack und setzte ihn auf seinen Rücken. Hmmm... Was mach ich jetzt noch? Zum Fest gehen? Ich könnte ja zum Fest gehen, bis die Sonne untergeht, und mich dann mit ihm treffen... Er nickte. Muri würde es schon nicht übelnehmen, wenn er neben ihm auch noch ein eigenes Leben hatte. Schließlich kannten sie sich quasi erst für einen Tag oder zwei, da mussten sie nicht wie ein verliebtes Pärchen aneinanderkleben.


    Er verließ sein Haus und lief langsam die Straße hinab, dabei ließ er seinen Blick schweifen. Hmm... Es sieht so aus, als ob aus Richtung Kakariko Regenwolken kommen würden, allerdings könnte ich mich auch täuschen... Aber egal. Wenn es so weitergeht, fällt das Fest buchstäblich ins Wasser. Schade, dabei soll es laut einigen Gerüchten ein Feuer geben.


    Schließlich erreichte er das Fest und sah sich freudig um.


    >>Geht nach: Hateno-Festival

  • Zoltan verabscheute Einkäufe. Er war immer zufrieden damit, zu jagen und Schätze zu bergen und somit über die Runden zu kommen. Aber dieses Ladenbummeln, alles anfassen und abwägen, ob man sich nun etwas kaufen sollte oder nicht, war ihm zuwider. Umso mehr erstaunte es ihn, dass er es genoß, ihn der warmen Nachmittagssonne zwischen Hatenos sagenhafter Einkaufsmeile - bestehend aus der Krämerei und einem Rüstungsladen - herumzuschlendern. Zuerst entschied er sich für den Kaufladen, da er seine Reisekasse mithilfe der erbeuteten Wächterteile etwas nachfüllen wollte. Erst blickte der ältere Verkäufer griesgrämig drein, als Zoltan ihm nur einen Tauschhandel bieten wollte, besserte seine Laune jedoch, als er sah, was der junge Bursche da für ihn hatte. Wächterteile, so gut erhalten, wie man es aus den Sagen kannte. Und wenn sein Laienblick ihn nicht im Stich ließ, waren sie echt.

    "Dafür könnte ich dir 150 Rubine bieten, für alles. Hylia weiß, die bekloppten Shiekah oben auf dem Hügel zahlen mir das doppelt und dreifache dafür!" Ein Blick seines Handelspartners brachte ihn zum verstummen: Er hatte sich verplappert. "Nun", erwiederte Zoltan freundlich - zu freundlich, und er ließ dezent sein Schwert auf dem Rücken in eine andere Position rücken - "dann wäre es doch recht und billig, wenn wir uns auf 180 Rubine einigen würden, oder nicht?" Der Verkäufer nahm die unterschwellige Drohgeste schluckend zu Kenntnis. "Nun... ja, gut! 180 und keiner mehr sollen es sein! Ihr jungen Leute habt doch nie Geld... mit euch feilschen macht mich immer wieder zum Opfer von Halsabschneiderei!" Er entriss Zoltan die handvoll Wächterteile, warf sie - nun weniger ehrfürchtig - auf den Tresen und begann, Rubine abzuzählen. "Und nun raus hier, meine Mittagspause beginnt jetzt!", knurrte er, als er den Sack mit dem Geld in die Hände des jungen Mannes pfefferte. Hab schon mies gelauntere erlebt, dachte Zoltan, nun selbst etwas beschwingter, da ein Teil seiner Erledigungen abgehakt war, und schritt hinüber zum Rüstungsladen. Der Anblick eines unversehrten, nach neuem Stoff duftenden Hylia-Gewands erfreute ihn über alle Maßen, die Lumpen die er momentan mit sich trug, waren trotz Anyas Bemühungen nichtmal mehr einem Bettler würdig. Auch dieser Kauf ging rasch über die Bühne, und für einen kleinen Obolus war der Ladenbesitzer bereit, sich des alten Gewandes anzunehmen. Zoltans Blick schweifte durch den Laden und blieb an etwas in der Ecke hängen. Er kannte da jemanden, dem das sicher gefallen würde.


    Mit einem Paket unter dem Arm ging er zurück in Richtung Gasthof. Zwar hatte er heute morgen vor dem Aufbruch noch Zeit gefunden, unbemerkt zu verschwinden und ein Bad in einem nahegelegenem Teich zu nehmen, aber nun, da er neu eingekleidet war, wollte er seine Erscheinung noch etwas durch eine gründliche Rasur aufwerten. Er ließ das Paket, welches eine Überraschung für Anya enthielt an der Rezeption zurück und blickte kurz in den Gastraum. Dort saß bloß ein Orni, der gerade ein opulentes Mahl verschlang und darüber hinaus seine Umgebung vollkommen ausblendete. Sogleich verschwand er in die Waschräume und ließ Wasser in ein Becken. Munter tanzte sein Rasiermesser über sein Gesicht und entfernte jeden einzelnen, ungeliebten Bartstoppel. Anschließend rubbelte er sein Gesicht mit Wasser und Seife ab und beobachtete das Ergebnis im Spiegel. Für jemanden, der vor wenigen Tagen noch fiebernd im Sterben lag, war er doch... "fast ansehlich", schnaubte er seinem Spiegelbild entgegen. Er zog sich an, verliess den Gasthof erneut und seine Schritte lenkten ihn zum östlichen Ortausgang, wo es zum Bauernhof und zum Institutshügel ging, ohne dass er weiter darüber nachdachte. Er musste das Haus nicht lange suchen, es stand direkt am Wegesrand, wenige hundert Meter vor ihm. Wie er darauf zuschritt, stachen ihm die Details ins Auge: Die Fassade war in einem strahlenden Weiß gestrichen, neue Schindeln glänzten auf dem Dach, Blumenkästen vor den Fenstern luden das Auge des Betrachters fröhlich zum verweilen ein. Es war ein beremdlicher Anblick, denn dieses Haus hatte er sich einst mit seinem Vater geteilt. Und das gemütliche Heim, das in den letzten zehn Jahren hier entstanden war, hatte nichts, nicht das allergeringste, mit der trostlosen Baracke von damals gemein. Er konnte sich von dem Anblick nur langsam losreissen, um zwei Menschen zu entdecken, die wohl nun zu den neuen Eigentümern gehörten: Eine matronenhafte Frau mit schulterlangen, blonden Locken, welche gerade damit beschäftigt war, Wäsche von einer Leine zu nehmen und zusammenzulegen, und ein Junge von vielleicht vier oder fünf Jahren, der aufgeregt umhertanzte und scheinbar nicht im Traum dran dachte, seiner Mutter zur Hand zu gehen. Die Reaktion folge prompt. "Josef, lass die Albernheiten. Geh und such Deinen Vater, er wird sicher Hilfe beim Aufbau benötigen. Kind, mach dich bitte nur einmal nützlich..." Josef gab ein genervtes Geräusch von sich, wie es vielleicht auch ein angriffslustiger Bokblin von sich geben würde, und stürmte davon, an Zoltan vorbei. "Schicke Aufmachung, Mister!", rief der Junge ihm im vorbeilaufen zu und deutete auf seine Waffen auf dem Rücken. Er hatte sich dem Haus ein paar Schritte weiter genähert, und nun hatte auch die Hausfrau ihre Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt. Er war in ihre Hörweite gekommen.

    "Kann ich etwas tun für Sie, junger Mann?" fragte sie mit einer Spur von Skepsis, aber nicht unfreundlich. Sie nutzte einen ihrer dicken Arme, um ihre Augen von der Sonne abzuschirm und ihren Besucher zu mustern, und ging von dieser Geste dazu über, mit ihrem Handrücken einige verschwitzte Locken aus ihrer Stirn zu streichen. Zoltan bemühte sich um einen neutralen Gesichtsausdruck und schüttelte den Kopf. "Ich bin auf der Durchreise. Jemand, den ich kannte, hat mal in diesem Haus gewohnt. Sie haben sich da alle Mühe gegeben, vor Jahren war das eine Bruchbude sondergleichen." Etwas verdutzt blickte die Frau zwischen dem Mann vor ihr und ihrem Haus hin und her, dann warf sie den Kopf in den Nacken und lachte hell auf. Für einen Moment war sie wieder das hübsche, gesunde Mädchen, welches in einem jungen Mann den Wunsch geweckt hat, sie zur Mutter seiner Kinder zu machen.

    "Das Kompliment gebe ich an meinen Mann weiter, er hat das alles innerhalb von zwei Wochen zusammengezaubert. Und ja, das war wirklich ein Kunststück. Der Kerl, der vorher darin gehaust hat..." Sie kniff die Lippen zusammen und schüttelte den Kopf, wollte diesen "Bekannten", von dem der junge Mann eben sprach, nicht allzu sehr beleidigen. Ihr Blick blieb am Griff seines Schwertes hängen, welcher über seiner Schulter hervorragte. "Gehören Sie zum Sicherheitsdienst für das Fest? Das schaut nämlich ein wenig radikal aus. Es gibt immer mal einen Betrunkenen, den man zur Ordnung rufen muss, aber kein Grund, sofort jemanden in Stücke zu schneiden, oder?" Zoltan schnaubte amüsiert. "Nein. Nur auf der Durchreise. Vielleicht sehe ich mir dieses Fest mal an. Und ich hätte gern einen besseren Überblick über das Dorf." Er wies mit dem Finger zum Ebenholzberg, der sich rechts von ihnen erhob. "Kann man da noch sicher hochklettern? Ich will nicht bis zur Spitze, nur zu einem Ausläufer, von dem aus ich eine gute Aussicht habe."

    Die Frau nickte. "Klar. Sogar die Kinder laufen dort von morgens bis abends rum, mehr als aufgeschrammtes Knie ist da nie passiert. Ein kräftiger Bursche wie Sie sollte sich also ganz gut auf den Beinen halten können." Zoltan nickte. "Besten Dank, dann werde ich Ihre Zeit auch nicht länger verschwenden. Grüßen Sie Ihren Mann... und Josef. So hieß ihr Sohn doch?" Ein weiteres Nicken. "Anstrengender Bursche, zappelt den ganzen Tag nur herum. Wenn er doch nur ein bisschen nach seinem Vater kommen und mal einen Hammer zur Hand nehmen würde..." sie seufzte und machte sich wieder daran, ihre Wäsche zu falten. Zoltan hob die Hand zu einem letzten Gruß und wandte sich dem Berg zu.


    Tatsächlich gab es hier befestigte Wege, die auch einen Aufstieg zum Gipfel kinderleicht machen würden, wenn man genug Kondition mitbrachte. Aber so hoch hinaus wollte er eben nicht, sondern nur... ja, hier war es perfekt. Er stand auf einem begrünten Ausläufer, auf dem auch ein paar Bäume wuchsen, und konnte über das gesamte Dorf blicken. Seine Augen fanden zuerst die Ansammlung Menschen, die sich um einen Planwagen scharrten, um Dinge auszuladen, wieder einzuladen und von A nach B zu bringen. Hauptaufgabe schien es zu sein, Holz für ein großes Lagerfeuer aufzuschichten. Es dauerte nicht lange, bis seine scharfen Augen einen bekannten roten Haarschopf in der Menge ausgemacht hatten. Ob Anya ihren Bruder gefunden hatte? Mit ihm nun zusammen half, das Festgelände aufzubauen? Wahrscheinlich. Hateno war nicht groß. Wenn man hier jemanden finden wollte, tat man das auch. Es würde ihr gut tun, nach den Strapazen der letzten Tage mit einem Familienmitglied zu Abend zu essen und Geschichten auszutauschen... wie lustig, dass er, der seine Familie hier verloren hatte nun jemanden gefunden hatte, der ebendiese wiederfand. Er ließ sich an einem Baumstamm runtersinken, schloß die Augen und genoß zum ersten Mal seit langer Zeit einfach nur die Tatsache, am leben zu sein. Und so schlief er auch ein.


    Als er wieder wach wurde, war das Dorf vor ihm in Dämmerlicht getaucht. Die Arbeiter vom Festgelände hatten sich aufgelöst, nur wenige standen noch dort und genehmigten sich einen Schluck auf die Arbeit des Tages. Ansonsten brannte in allen Häusern Licht, bis auf... ein Haus, auf das gerade zwei Gestalten zuliefen. Tatsächlich erkannte er bei genauerem Hinsehen Anya und einen jungen Mann, gleich alt oder etwas jünger als sie. Das war dann scheinbar der vermisste Bruder. Er redete grinsend auf sie ein, und sie lachte. Dann erreichten sie das Haus und verschwanden ins Innere. Etwas sagte Zoltan, er solle noch ein paar Minuten abwarten. Wieso? Das war eine Familiensache. Er hatte kein Recht, ihr jetzt hinterherzuspionieren. Aber seit wann trügten ihn seine Bauchgefühle? Also hockte er sich hin, drehte eine Zigarette und wartete rauchend ab. Tatsächlich tat sich nach wenigen Minuten etwas. Die Lichter im Hause erloschen, und noch ein paar Augenblicke später trat Anya vor die Tür, ging zu einer Bank, die an der Hauswand stand und ließ sich dort nieder. Die Hausfassade wirkte nun dunkel und abweisend, und die junge Frau sah seltsam verloren davor aus. Sah so etwas eine glückliche Familienzusammenkunft aus? Gewiss nicht. Hatte ihr Bruder sie abgewiesen? War es nicht ihr Bruder, sondern ein freundlicher Fremder, der ihr eröffnet hatte, dass ihr Bruder gar nicht in Hateno lebte? Möglicherweise sogar...? Zoltan seufzte. Er wollte sich Anya nicht schon wieder aufdrängen, aber er ahnte, dass sie vielleicht ein bekanntes Gesicht und jemanden zum Reden brauchte. So beschloß er, einen kleinen Umweg zum Gasthof zu machen, und machte sich an den Abstieg des Berges.

    Erlaube mir, dich zu warnen, dass es ein gefährliches Unterfangen ist, meine Genialität in Frage zu stellen; es könnte deinen Tag um einiges surrealer machen.