Ranelle {Region}

  • Symin war baff. So eine ausführliche und fast schon philosophische Antwort hatte er von der eben noch so wortkargen Eve nicht erwartet. Er hatte gar nicht gemerkt, wie Eve ihm Kaffee einschenkte und, wenn sie es nicht angesprochen hätte, wie sie ihm auf die Brust tippte. Er war zu sehr gefasst worden von Eve's Geschichte. Diese Geschichte verschaffte Symin einiges an Aufklärung und Erleichterung, zugleich aber auch wieder Faszination. Er hatte sich nämlich sowieso schon gefragt, wie eine royale Garde ohne Königshaus existierte. Die Antwort war ernüchternd: Sie kämpfte nicht mehr für ein Königreich oder für ein Königshaus sondern gegen die schier unendlichen Monsterfluten. Symin hatte die ganze Zeit mit offenen Augen in Eve's Augen gestarrt. Eve hatte viel Leid erfahren und er tat ihr Leid. Doch im Gegensatz zu Symin empfand sie keine Rachegelüste und meinte was in der Vergangenheit geschehen war, sei egal. Es ginge um das Überleben, um das hier und jetzt. Diese Lebenseinstellung war weit von Symin's entfernt, doch sie faszinierte ihn. Wie konnte sie so ein Leben nur so auf die leichte Schulter nehmen? Wie konnte sie so schmerzresistent sein? Symin hingegen war der Meinung, dass es sehr wohl auf die Vergangenheit ankam. Menschen müssten bestraft werden, wenn sie etwas Falsches taten. Es gab Dinge, die waren nicht verzeihlich und mussten eine Strafe nach sich ziehen. Aber den Unterschied zwischen ihren beiden Lebensphilosophien konnte er wann anders thematisieren, Eve machte darauf aufmerksam, dass sie sich beobachtet fühlte. Sicher trügte sie ihr Bauchgefühl nicht, sie hatte sicherlich sehr viel Ahnung von dem, was sie tat. Sie war jahrelange Kriegerin. Und auch Symin fühlte sich beobachtet, und im Gegensatz zu den anderen hatte er da einen Verdacht. Er war ja auch der Einzige, der die Narben der Windklinge gesehen hatte. Er war sich ziemlich sicher, dass es sich um den Yiga-Offizier vom Angriff aus Kakariko handeln musste. Bei seinem Besuch im Yiga-Versteck würde er dem Ganzen spätestens auf den Grund gehen. Allerdings könnte er sich vorstellen, dass es vorher bereits zu einer anderen Tat des Treffens kam.

    Doch dann wechselte das Thema. Sebariell wurde rot im Gesicht und was immer er Eve hatte sagen wollen, es war ihm vor den anderen peinlich. Zu Sebariell's Beruhigung wechselte er das Thema schnell und bittete Eve, länger bei der Gruppe zu bleiben. Keine schlechte Idee. Symin hatte den Gedanken auch schon gehabt, da er wirklich Angst vor den vielen Wächtern hatte. Laut Erzählungen waren sie schnell, beweglich, unheimlich gut gepanzert und ihre Waffen waren zerstörerischer als Alles, was der Mensch sich je ausdachte. Sie trafen ihre Ziele immer und verloren sie nie aus den Augen. Symin hatte viel Angst vor dem, was dort vor ihnen lag. Da schadete eine helfende Hand nie. Brom stimmte Sebariell auch zu und in Zuge dessen erhob sich Symin auch: Wie meine zwei Vorredner würde auch ich dich um Unterstützung bitten. Und vielleicht hast ja auch du etwas davon, ich jedenfalls fand dieses spontane Treffen sehr aufregend. Also wäre auch ich sehr froh, dich weiter an unserer Seite zu wissen. Symin atmete durch, nachdem er das sagte. Er hatte offene Augen gehabt und mit bittenden Gesten versucht, seine Worte zu untermalen. Er wäre dankbar, wenn sie wirklich dabliebe....

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  • Dankbar nahm Malkus einen von Eves Bechern. Er war zerbeult und das Metall, welches wohl schon oft den Witterungseinflüssen ausgesetzt war, sah mitgenommen aus. Seine Finger krochen über die zerkratzte Oberfläche, die sich erstaunlich gut in seiner Hand anfühlte. Wer wohl diesen Becher schon gehalten haben mochte? Tapfere Krieger, die gemeinsam mit Eve in die Schlacht zogen? Verschlagene Diebe, die durch Eves Sachen gingen und, nachdem sie die Becher herausnahmen, begutachteten und sie für wertlos betrachteten, wieder zurücklegten? Flammende Liebhaber, mit denen Eve nach einer gemeinsamen Nacht einen Liebestrunk einnahm? Würden die Becher reden können, was würden sie nur für Geschichten über Eve erzählen können. Malkus war sich sicher, dass selbst einer dieser Becher mehr erlebt hatte, als er selbst, vielleicht sogar als jeder seiner Gefährten.


    Malkus hielt den Becher hin und während Eve mit Sebariell sprach, schenkte sie ihm beiläufig ein. Die Tasse wurde schnell warm, aber das Metall war wohl dick genug, dass er sich dabei nicht die Finger verbrannte. Dampfend füllte die dunkelbraune Flüssigkeit das Behältnis und Malkus bedankte sich knapp, bevor er den Rand des Bechers an seine Lippen führte. Sofort stieg ihm heißer Dunst ins Gesicht und er musste die Augen schließen, als das bittere Gebräu auf seine Zunge traf, schreckte er leicht zurück. Verdammt heiß dachte er. Seine Zunge dankte es ihm, dass er den Trunk erst abkühlen ließ, bevor er noch einmal sein Geschmacksorgan verbrannte.


    Erleichtert schaute er auf, als Sebariell der Kriegerin anbot, gemeinsam mit ihnen zu reisen. Er hatte sich insgeheim schon die Frage gestellt, ob er sich Eve anschließen sollte. So gerne er mit seinen Gefährten weitergereist wäre, so dick war das Band zwischen Eve und ihm und er wollte, ja er musste ihr helfen, sich von ihrem Fluch zu befreien, der sie zweifelsohne ins Grab bringen würde, täte sie nichts dagegen. Nun musste er diese schwere Entscheidung nicht mehr treffen, sofern Eve einwilligte. Allerdings würde sie das nicht so leichtfertig tun, wie er sie kannte. Ihr Fluch konnte nicht nur Eve sondern auch ihre Begleiter in große Gefahr bringen und er wusste, dass Eve in ihrem Leben schon genug Gefährten zu Grabe getragen hatte, dass sie sich nicht leichtfertig jemandem anschloss. Morgan und er waren wohl eine Ausnahme gewesen und das Schicksal selbst hatte sie zusammengebracht. Ob jenes Schicksal auch diesmal seine Finger im Spiel hatte? Malkus wusste, dass sie manchmal nur Figuren der Göttinnen waren, wie einst der legendäre Held, von dem er so viele Gutenachtgeschichten gehört hatte, der ebenso von den Göttinnen erwählt worden war.


    Ein zweites Mal probierte Malkus das dunkle Getränk, diesmal hatten sich die Schwaden verzogen und es war noch sehr warm, aber nicht mehr brühend heiß. Seine Zunge, die noch vom ersten Schluck etwas beleidigt war, nahm das Getränk an, ließ es auf sich herunterlaufen und leitete den bitteren aber kräftigen Geschmack an Malkus Denkerzentrum weiter. Schon nach den ersten kleinen Schlücken fühlte er sich wach und frischer. Nach dem dritten Schluck kehrten die Lebensgeister in seinen Körper zurück. Gerade, als Eve ihren Verdacht äußerte, dass jemand sie beobachtet hatte, spürte er auch ein Paar Augen, das auf ihnen lag. Oder war es nur dieses eine Gefühl, das Malkus nicht benennen konnte, wenn jemand auf etwas aufmerksam machte und man nicht umhin konnte, stets daran zu denken? Wie, wenn man daran denkt, in eine Staude juckendes Kraut zu fallen und man sich nicht mehr aufhören kann, zu kratzen, obwohl es nur ein Gedanken war? Andererseits, schon auf ihrem Weg nach Kakariko hatte Malkus das Gefühl, jemand würde sie beobachten. Wurde er langsam Paranoid und teilte diese Eigenschaft mit der Kriegerin oder gab es tatsächlich noch jemand anderes, der die Geschicke der Gefährten verfolgte? Dieser jemand, ob es ein Monster war oder eine Person, hätte sicherlich mehrmals schon die Gelegenheit gehabt, die Gruppe zu attackieren, dessen war Malkus sich sicher. Symin mochte einen ausgeprägten Sinn für Gefahren haben, auch Sebariell traute Malkus zu, dass er spürte, wenn etwas Gefährliches sich näherte, auch Brom war, als einfacher Händler, sicher geübt darin, Gefahren zu erkennen und zu umgehen, aber auf ihrer Reise nach Kakariko waren sie erschöpft, Symin schlief, Sebariell hatte noch mit seiner frischen Verletzung zu kämpfen, auch während und nach dem Kampf hatten sich genug Gelegenheiten geboten, die geschwächte Gruppe hinterrücks zu überrumpeln. Gestern abend hatten sie noch nicht einmal Eve bemerkt, wie sie sich dem Lager näherte. Mit einem Mal fühlte sich Malkus seltsam hilflos. Sein Blick suchte das Schwert seines Großvaters und erkannte es an einen Baumstumpf gelehnt, wo er es die letzte Nacht gelassen hatte. Er rutschte ein Stück auf deim umgefallenen Baum zur Seite, bis es in Griffweite war und holte zu sich. Nur zur Sicherheit, man konnte schließlich nie wissen.

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    #81: Jumbo Schreiner



    "Was ist das? Ein Festmahl für Ameisen?"

  • Eves getrübter Blick sank in Richtung des Feuers auf den Topf, in dem das Fleisch munter bruzelte und dessen Saft spielerische Blasen warf und auf der Topfbodenseite umhertänzelte. Sie ging in die Hocke und stocherte mit einem Ast die Glut auf und vermischte somit die weiße Asche mit der noch schwarzen Holzkohle. Sie seufzte melancholisch, dann richtete sie sich auf, griff nach ihren Stiefeln und ließ sich auf ihren Hosenboden auf dem Baumstumpf fallen. Dabei stieß sie ihren leeren Kaffeebecher um, der mit einer kleinen Pirouette im nassen Gras zum stehen kam. Zuerst eines ihrer langen und schlanken Beine in den Stiefel gedrückt, die Riemen daran festgezogen, dann das Spiel mit dem anderen Bein wiederholt. Klappernd stand sie auf, bückte sich und zog ihr nun fast trockenes Hemd über ihren Kopf, rollte die Wulst des Shirts über ihre Brüste und stopfte das Hemd in die Hose. Dann legte sie ihre Schnallen an, schnürte es wie ein Korsett zusammen. Ihre Armstulpen, die legte sie an den Holzstumpf, denn die würde sie später anziehen wollen.


    Noch immer war sie in ihrer Welt in ihren Gedanken versunken. Ihr Ritual sich anzuziehen und sich fertig zu machen, dominierte die angespannte Situation im Lager. Sie hatte schon längst wieder vergessen, dass sie von ihrer Vergangenheit sprach, dass ihre harten Worte aus ihrem Leben vielleicht ein ungutes Gefühl bei den Zuhörern verursacht haben könnte. Sie war damit beschäftigt ihre Haare zu bürsten mit einer alten Haarbürste, die sie aus der Tasche kramte. Fast schon verwundert und Kindlich mit großen Augen, blickte sie zwischen den einzelnen Mitgliedern umher als ihr auffiel, dass sie von allen Seiten gemustert wurde. Sie versuchte sich an einem verschwitzten Lächeln, das allerdings ziemlich schnell erlosch, als die Fragen der Truppe hämmernd auf ihr Trommelfell schlug. Ihre Kehle schnürte sich zu und ihr Hals war trocken. Ihr Herz, es raste ungewohnt schnell und unregelmäßig. Es war nicht das übliche Rasen vor Adrenalin, vor Stolz, vor Wut, vor Kampfeslust, es war ein Stechen in der Brust, was ein Zucken in ihren hübschen Augen verursachte. Ihr Kopf dröhnte und fühlte sich an, als wäre sie ein Kreisel in einem Gerudosandsturm gefangen. Ihr Gefühl, ihre Welle der emotionalen Konfrontation, dauerte für sie eine Ewigkeit und doch war es nur ein Ausdruck eines schwachen Impulses in ihrem Gesicht, als sich ihre Augen kurz weiteten und sie für einen Bruchteil innehielt, ehe sie weiter die Brüste durch ihr Haar fuhr. Einige, trockene Haarsträhnen und fielen ihr ins Gesicht, als sie zu Boden sah und sie schluckte einmal schwer, ihre sonst so vollen Lippen waren schmal zu einem Strich zusammengepresst. “Meinetwegen.“ Entgegnete sie schließlich trocken und bürstete weiter.


    Das kurze, angebundene „Meinetwegen“, kostete ihr mehr Kraft als sie wollte, als es den äußerlichen Anschein machte. Am liebsten wäre die junge Frau einfach aufgestanden und gegangen. Der Situation und ihrem innerlichen Konflikt einfach aus dem Weg gegangen. Was bedeutete es sich der Gruppe anzuschließen? Was bedeutete das wieder für sie? Die ewige Spirale die sich immer wieder und immer wieder wie ein Fluch wiederholte. Wieder eine Offenheit, und Menschen und dieses Mal sogar einen Goronen, um sich, die lebten, die liebten, die frohen Mundes waren. Wieder Wesen um sich, die Gefühle hatten, die Ziele hatten, die einfach ihr Leben leben wollten. Und Eve? Eve hatte wieder ihren ausgeprägten Beschützerinstinkt und fühlte sich verantwortlich der Truppe beizustehen. War es wieder ein Spiel mit der Klinge? Sie blickte durch ihren Vorhang an Haaren zu Malkus von unten in seine Richtung. Ob man das so recht erkennen konnte? Ihr Blick war einfach starr und keine Regung war aus ihrem trocknen und bleichen Blick zu lesen. Es war, als wäre der ganze schöne und tiefe, blaue See aus ihren Augen ausgepumpt worden. Malkus. Sie war so froh gewesen, dass es ihm gut ging. Sie konnte einen weniger aus ihrer imaginären Liste streichen, den sie vielleicht auf dem Gewissen hatte. Den sie nicht zur Ruhe betten musste. Wollte sie wieder eine Gefahr für Andere sein? Wollte sie wieder denselben Ritus abhalten? So wie es immer abläuft? Sie wusste, sie war der Tod auf zwei Beinen. Egal was ihr widerfahren würde, würde ihren Leuten passieren. Diese Verantwortung konnte sie nicht mehr tragen. Jedes Mal starb ein Stückchen mehr in ihr, als sie einen engeren Kontakt zu Anderen pflegte und sie war sich nicht sicher, wie viel von Evelyn noch über war und wie viel Eve bereits verdeckte. “Ich denke nicht, dass ich was davon haben werde, lieber Symin. …“ In ihren Gedanken sah sie einen herabfallenden, aufhellenden Blitz, der in einer regnerischen Nacht einige aufgewühlte Erdhügel erhellte, auf denen jeweils ein Kreuz triumphierte.


    Sie zuckte mit ihren Schultern. Die feinsten Borsten der Bürste gruben sich durch ihr volles und sattes, braunes Haar und steiften von ihrem Ansatz hinunter zur letzten Spitze. Sie hielt die Bürste in ihrer Hand fest, lehnte sich zurück auf den Baumstampf. Sie blickte mit offenem Haar in die Runde. “Wir können gerne nach dem Frühstück aufbrechen.“


    Wie von Geisterhand wiederholte sie das Spektakel. Rauf, runter, rauf, runter. Mit jedem weiteren Zug wurde das kratzige Geräusch der Bürste weniger und weniger, bis jedes Haar feinsäuberlich an seinem Platz gekämmt und angereiht war.

  • Statt direkt auf die Einladung Sebariells und der anderen einzugehen, stand Eve auf, zog sich wieder ihre Rüstung an - und wieder kam Sebariell nicht umhin dieses Schmuckstück zu bewundern - und bürstete sich anschließend das Haar. Völlig teilnahmslos erscheinend, abtwortete sie dann: "Meinetwegen. Wir können gerne nach dem Frühstück aufbrechen."

    Sebariell freute sich sehr, dass sich Eve dazu entschlossen hatte, die Gruppe ein Stück zu begleiten. Er bemerkte, wie sein Herz aufgeregt schlug. Sicherlich lag es daran, dass er so die Gelegenheit hatte, um mehr von den Rittern Hyrules zu erfahren, auch wenn es vielleicht weniger glorreich war, als sein Großvater stets vermuten ließ. Als ihm dann das Anlitz Eves im See wieder vor Augen aufblitze, schlug das Herz des Schmieds nochmal etwas. Er schüttelte den Kopf und schwor sich, sich bei Eve im passenden Moment zu entschuldigen!

    Sebariell beobachtete anschließend, wie sich die nun vollends verstummte Ritterin etwas gebratenes Fleisch aus dem Topf nahm, dazu verwendete sie eine Gabel, die sie aus ihrem Fundus nahm. Dem Schmied entging nicht, dass selbst diese einfache Bewegung mit einem Geschick ausgeführt wurde, das vermuten ließ, dass Eve die Gabel jederzeit als Waffe hätte umnutzen können. Beeindruckend!


    Nach und nach nahm sich jeder der Gefährten etwas zu essen und alle setzen sich stumm ums Feuer herum. Nur das kontinuierliche Kauen hallte zwischen den schweigsamen Gestalten.

    Sebariells Blick wanderte immer wieder zu Eve, dann aber blieb er auch an Brom haften. Etwas war komisch... Plötzlich fiel es ihm wieder ein! Sebariell hatte in Akkala gehört, dass Goronen sich nur von seltenem Gestein ernährten. Wieso aß Brom nun mit ihnen Fleisch? Der Schmied war neugierig, doch haderte er mit einer möglichen Frage. Weder wollte er Brom in Verlegenheit bringen noch wollte er es sein, der die Stille durchbrach. Also aß er weiter und behielt sein Erstaunen für sich.


    Als alle mit dem Frühstück fertig waren und das Lager so zurück ließen, dass eine nächste wandernde Seele dieses benutzen konnte, packte jeder seine Habseligkeiten zusammen. Dabei fing der Beutel von Mutter Maruho Sebariells Aufmerksamkeit ein. Jetzt hatte er einen Moment und schaute hinein. Im Beutel befanden sich ein Brief, ein Kohlestift und ein weißer Block aus einem für den Schmied auf den ersten Blick unbekannten Materials.

    Sebariell öffnete den Brief und lass ihn durch:


    Werter Sebariell,


    Eurem Mut und Eurer Bereitschaft, das Dorf sogar mit eurem Leben zu verteidigen, haben wir es zu verdanken, dass Kakariko nicht gefallen ist. Wir, allen voran die Große Impa, glauben daran, dass Kakariko einst noch eine tragende Rolle spielen wird. Bis dato muss es erhalten und beschützt werden. Unser Dank an Euch un Eure Kameraden ist groß.

    Vielleicht habt Ihr bemerkt, dass ich mehrere Bögen Pergament beigefügt habe sowie einen Kohlestift. Da uns bekannt ist, dass sich die Wege Eurer Gruppe trennten, dachte ich mir, dass Euch diese Utensilien helfen könnten, im Kontakt zu bleiben. Die Orni verstehen sich darauf, einen jeden Brief zustellen zu können!

    Was den Block betrifft, der sich ebenfalls ab jetzt in Euren fähigen Händen befindet, so handelt es sich bei ihm um ein Stück weißen Eisens, auch Mithril genannt. Es ist das sauberste und reinste Eisen. Ich warte mir von Euch eine feine Waffe, wenn Ihr erst einmal Eure eigene Schmiede habt!


    Ich wünsche Euch und Euren Kameraden alles Gute!


    P.S. habt bitte ein Auge auf Malkus. Als Repräsentant Kakarikos sollte er sich auch wie ein solcher zu benehmen wissen!


    Bei den letzten Worten schaute Sebariell zu Malkus hoch und musste diesen angrinsen, als er zurück blickte. Doch dass er ein so wertvolles Eisen erhielt, verschlug Sebariell die Sprache. Er hatte von seinem Großvater von Mithril gehört, aber es klang eher nach einer Legende als nach einer Wahrheit! Eins war sicher: er würde gut auf das Eisen achtgeben. Er packte es tief in seine Reisetasche. Auch das Pergament, welches er zusammenrollte, verstsute er in der Tasche. In die Rolle packte er vorsichtig den Stift, damit er nicht brechen sollte. Kurz dachte er dabei an Anya und nahm sich vor, ihr bei einer passenden Gelegenheit zu schreiben!


    Kurz danach, die Sonne war mittlerweile höher gestiegen und verkündete damit, dass sich bald die Mittagsstunde näherte, waren alle mit ihren Vorbereitungen fertig und abmarschbereit.

    "Also, wenn ich es richtig verstanden habe, dann wollten wir nun zum hiesigen Stall, nicht wahr? Dort können wir noch nach Informationen für unsere Route suchen und uns dann für einen Weg entscheiden", sagte Sebariell. Er hatte das Gefühl gehabt, das Wort ergreifen zu müssen, da doch er das Ziel vorgeben hatte. Brom meinte ja bereits, dass der Weg durch das zentrale Hyrule, am kürzesten wäre."

    Brom nickte. "Wenn wir uns südlich halten, um die Eben zu meiden, müssten wir bis zum Plateau wandern. Oder wir würden uns weiter nördlich halten, was wiederum bedeutete, fast unbewohntes Land zu durchstreifen, das nicht weniger gefährlich ist."

    "Da wir eine Gruppe sind, sollten wir gemeinsam entscheiden. Vielleicht wird uns diese Entscheidung erleichtert, wenn wir etwas wissenswertes im Stall herausfinden."

    Sebariell schaute seine Gefährten an. Sowohl Malkus als auch Brom und Symin nickten ihm zu. Eve hielt sich zurück, den Blick in die Ferne gerichtet...




    >>>>>Sebariell, Malkus, Symin, Brom und Eve verlassen die Ranelle-Region in Richtung Stall der Sümpfe>>>>>>


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  • Meinetwegen


    Kurz und knapp war Eves Antwort und wirkte eher wie herausgepresst, so als wenn sie sich selbst dazu hätte überreden müssen. War ihr die Gesellschaft der Gruppe unangenehm oder waren es andere Gründe. Vielleicht würde die Zeit antworten bieten. Zunächst war Brom über die zusätzliche Unterstützung froh und die werden sie brauchen, wenn sie wirklich quer über die Ebene von Hyrule wollten. Damit kämen sie dem Schloss und den Dorfruinen sehr nahe, wo sich die meisten Wächter aufhielten.


    Direkt nach dem Frühstück wollte Eve aufbrechen, scheinbar hatte sie es eilig. Hatte sie Angst das sie es sich vielleicht nochmals anders überlegt. Brom konnte es nicht sagen.


    Nachdem Brom sein Stück scharfes Fleisch aufgegessen hatte, das bei weitem nicht vergleichbar wäre mit einem Felsfilet, was würde er jetzt dafür tun, packte er seine Sachen zusammen und machte sich abmarschbereit. Ob er in nächster Zeit überhaupt dazu kommen wird, ein paar Edelsteine aus seinem Gebäck zu verkaufen. Auf der Ebene wird er wohl kaum Käufer finden, aber vielleicht ja vorher im Stall.


    Womöglich kauft Eve ihm ja auch etwas ab. Frauen interessierten sich meist eher für seine Waren, als Männer. Vorbei wenn Brom Eve so anschaute, schien sie sich nicht viel aus Schmuck zu machen. Sie bevorzugte wohl eher zweckmäßige Kleidung. Da hätte er wahrscheinlich größere Chancen bei Anya gehabt, aber sie hatten ja nie die Zeit gehabt über seine Waren zu reden. Wo sie und Zoltan jetzt wohl waren. Er hoffte das sich die Wege nochmals irgendwann kreuzten.


    Als die Gruppe aufbrach, schien es so als wenn einige etwas nervös wirkten, wobei nicht klar war, weshalb. Entweder war es Eves Gesellschaft, die Tatsache das sie sich beobachtet fühlte, oder die bevorstehende Reise über die Ebene. Vielleicht auch eine Kombination aus allem. Auf jeden Fall war die weitere Reise nicht ganz so locker wie noch gestern Abend. Mal schauen wie es weiter geht...



    >>>>>verlässt zusammen mit Sebariell, Malkus, Symin und Eve die Ranelle-Region in Richtung Stall der Sümpfe>>>>>>

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  • Zuerst blieb Eve still. Sie zog sich zunächst ihre Rüstung wieder an, ließ die Armschienen jedoch stehen. Scheint, als wären diese besonders unbequem. Dann kramte sie eine Bürste aus ihrer Tasche und bürstete ihr Haar. Und wenn Symin ihr Haar so sah, hatte es das bitter nötig. Symin selbst kämmte sich nie die Haare. Er sorgte dafür, dass sie ihn nicht nervten und hielt sie so immer einigermaßen kurz. Aber eine Ordnung oder Frisur war ihm recht egal. Wenn er Eve so ansah, sah er, dass sie mit diesem trockenen Meinetwegen nicht zufrieden war. Sie lächelte nicht dabei, sie presste ihre Lippen zusammen und es hörte sich so an, als hätte sie, obwohl sich einiges dagegen wehrte, ihren Körper dazu gezwungen, das zu sagen. Sie sah nicht glücklich aus. Warum sie dann trotzdem einwilligte, blieb Symin ein Rätsel. Vielleicht hatten zwei Heere in ihrem Bewusstsein gegeneinander gekämpft, das Heer, dass der Gruppe beitreten wollte, eroberte die Stimme und brachte so die Worte hervor, während das andere Heer ihre Gesichtsmuskeln einnahm und diese negativen Emotionen ausdrückte, in der Hoffnung, jemand würde ihnen helfen und Eve sagen, sie müsste nicht mitkommen. Dann wäre der Kampf plötzlich wieder ein ganz anderer. Diese bildliche Vorstellung fand Symin ganz schön, aber die Realität konnte eben auch sein, dass sie einfach nur Angst vor den vielen Wächtern hatte. Obwohl. Angst? Eve? Eve und Angst? Das konnte Symin sich nicht vorstellen. Zumindest nicht um ihr eigenes Leben, vielleicht aber um das von Malkus. Symin wusste nicht viel über ohre Beziehung, aber es könnte sicher sein, dass die zwei sich so gut und lange kannte, dass Eve sich um Malkus sorgte. Zumindest war das Wiedersehen zwischen den beiden so emotional gewesen, dass es sein könnte. Auch Eves Augen verrieten ihren inneren Konflikt. Ihre Augen leuchteten nicht mehr so wie gestern Abend, als sie und Malkus sich wiedersahen. Und auch im Vergleich zu den Erzählungen vorhin leuchteten ihre Augen viel schwächer. Die Sonne über dem tiefblauem See ihres Auges war untergegangen. Doch sie würde wieder aufgehen. Symin war sich sicher, dass Eve belohnt werden würde, dafür, dass sie sich den Gefährten anschloss und ihnen half. Wenn auch nur durch ein "Danke". Eve bedeutete dieses "Danke" sicher nicht so viel, aber es kann mehr Wert sein als Rubine Hyrules. Denn ein aufrichtiges "Dankeschön" konnte man sich von Rubinen nicht kaufen.

    Wir können gerne nach dem Frühstück aufbrechen. fügte Eve noch an. Ach ja! Frühstück! Symin war so abgelenkt von seinen Gedanken gewesen, dass es er das koffeinhaltige Heißgetränk in seinen Händen komplett vergessen hatte. Hunger hatte er nicht, er würde wohl nichts von dem Fleisch nehmen, dass immer noch in dem Topf vor sich hin brutzelte. Dann nahm er nun endlich den ersten Schluck seines Kaffees, und er war wirklich gut. Der Kaffee war sehr aromatisch und der Geschmack entfaltete sich optimal. Die Temperatur war auch genau die Richtige, zum Glück hatte Symin etwas gewartet. Doch ehe er sich versah, war der Becher auch schon leer und der Kaffee in Symin's Bauch verschwunden. Daher war sein Frühstück vorbei und er könnte aufbrechen. Doch noch bevor er es sagen konnte, erhob Sebariell das Wort: Also, wenn ich es richtig verstanden habe, dann wollten wir nun zum hiesigen Stall, nicht wahr? Dort können wir noch nach Informationen für unsere Route suchen und uns dann für einen Weg entscheiden. So hatte Symin es auch in Erinnerung gehabt. Sie wollten zum Stall und, wie Sebariell danach ausführte, anschließend über die Ebene. Ein sicherer Umweg würde Wochen dauern. Und ehrlicherweise war man in Hyrule gerade nirgendwo wirklich sicher. Daher nickte Symin Sebariell zustimmend zu und stand auf, um seine Sachen zu packen. Er stellte den Becher wortlos vor Eve ab und ging anschließend zurück zu seine Tasche, um sicherzugehen, dass er alles Nötige hatte. Es war alles Nötige da, aber Symin starrte trotzdem einige Sekunden in die Tasche. Ein Anflug von Nostalgie überkam ihn. Und die Welle wurde immer stärker, da er immer entdeckte, dass sich dem Strom anschloss. Es begann bei dem Bogen, den er Milo abgekauft hatte. Die Erinnerung war eine Schöne, doch der Gedanke an Milo's Gegenwart vertrieb das Lächeln aus Symin's Gesicht. Doch Symin unterbrach seine Gedanken und schloss die Tasche. Er nahm sie auf den Rücken und ging zurück zu den anderen. Ich bin fertig.


    >>>>>>> Symin verlässt zusammen mit Eve, Malkus, Sebariell und Brom die Ranelle-Region in Richtung des Stalls der Sümpfe>>>>>>>

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  • Überrascht, wie beiläufig Eve ihre Sachen anzog und ihr Mitkommen bestätigte, blickte sich Malkus erneut noch einmal um. Seine Gefährten waren rasch bereit zum Aufbrechen. Brom hatte seinen Beutel geschultert und Symin die Decke eingepackt, auf der er geschlafen hatte und Sebariell, nachdem er etwas vertieft ein Pergament gelesen hatte, das er aus seiner Tasche kramte, packte alles gut zusammen, schnürte den Sack und richtete ihn her, damit er ihn nur über seine gesunde Schulter hängen brauchte. Nachdem Eve jedoch ihren Verdacht geäußert hatte, dass sie beobachtet würden, war es Malkus unwohl. Er war bei weitem nicht der erfahrendste Kämpfer in ihrer Gruppe und seinen Augen, die zwar verborgene Gesten und Emotionen gut zu deuten vermochten, fehlte es manchmal, solche Dinge zu erkennen, wie listige Räuber, die auf der Lauer lagen oder Schurken, die ihnen an die Gurgel wollten. Malkus versuchte den Gedanken an beiderlei Unholde zu verdrängen und redete sich ein, dass Eve wohl nur paranoid geworden war. Jemand wie sie kannte nichts anderes mehr, als auf der Hut zu sein. An jeder Ecke konnten Gefahren lauern, noch dazu, nachdem sie durch das Artefakt verflucht worden war. Es hätte den Hylianer nicht gewundert, wenn Eve sich ständig beobachtet fühlt. Oder sich zumindest so verhält, als wäre sie es. Nur so konnte sie sicher gehen, ihre Deckung nicht zu weit zu verlassen und stets auf Vorbereitet zu sein. Zumindest hoffte Malkus, dass sie sich diesmal täuschte und es vielleicht nur irgendwelche Tiere waren, die sie aus dem Gebüsch heraus beobachteten, während sie ihre Hasenhöttel oder Fuchswürstchen ins Geäst legten, danach noch kurz daran schnupperten und, nachdem sie feststellten, dass es auch tatsächlich Kacke ist, die da hinten rauskam, das Weite suchten und ihre Überreste für den nächsten Regenschauer zurückließen, der diese dann wieder in frischen Dünger verwandelte.


    Malkus hatte zwar noch nichts im Bauch, mit Ausnahme des herben Wachmachers, aber Hunger verspürte er momentan keinen. Nachdem die Gefährten ihr kräftigendes Frühstück verspeist hatten, säuberte der Hylianer noch schnell den Topf von den Speiseresten und packte sein Hab und Gut zusammen. Das Schwert seines Großvaters blieb immer in seiner Nähe, er hatte es sich nun um den Gürtel gebunden, wo es mit jedem Schritt etwas baumelte. Vielleicht konnte er am Stall einen Ledermacher bitten, ihm einen ordentlichen Halfter zu binden.


    Die Gruppe war also bereit, zu den Stallungen aufzubrechen. Das Feuer war gelöscht und die Feuerstelle mit etwas Erde bedeckt, schließlich wollte niemand von ihnen einen Flächenbrand entfachen. Der Wind in den Ebenen konnte stark genug sein, um wie ein Blasebalg in die Glut zu pusten und diese in Brand zu setzen. Als Brom die Steine, die zuvor einen schönen Kreis geformt hatten, nahm und achtlos auf die Glut warf, kam es Malkus so vor, als hörte er von irgendwoher ein trauriges "Buhbye". Erneut blickte er sich um, konnte aber bis auf ein paar Vögel, die sich durch die Luft gleiten ließen, nichts sehen. Vielleicht waren es auch Orni, von ihrer Position aus ließ sich das nicht genau sagen. In diesem Augenblick dachte er an Milo. Wo ihr gefiederter Freund wohl in diesem Moment war? Vermutlich war er weitergezogen, um seine Bögen in der nächsten Siedlung zu verkaufen. Vielleicht sahen sie ihn eines Tages wieder.


    Seine Gefährten trotteten bereits voraus, als Malkus noch einmal zum Nachtlager zurückblickte und sich vergewisserte, nichts vergessen zu haben. Er war gespannt, wohin ihn sein Weg mit Eve diesmal führen würde und ob es gleichermaßen endete, wie im Wüstengefängnis. Eve war eine starke Kriegerin aber zugleich zog sie Gefahren an, wie kostenloses Bier den fetten Erich.

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    #81: Jumbo Schreiner



    "Was ist das? Ein Festmahl für Ameisen?"

  • Sandro schaute in Richtung der Kakarikohügel, weil die anderen wahrscheinlich von dor kämen. Er überlegte noch kurz, ob es sich lohnte noch etwas zu schlafen, verwarf diese Idee aber schnell wieder, denn es war wahrscheinlich erst Mittag und er würde die anderen eher sehen als sie ihn.


    Hin und wieder kamen Reisende vorbei. Er grüßte freundlich, aber manchmal erntete er mitleidige Blicke, welche er beschloss zu ignorieren und weiter zu warten. Nach einer weiteren gefühlten Stunde sah er ein paar Gestalten in der Ferne erscheinen. Es müssten drei Stück sein und nach einer kurzen Absicherung war er sich sicher, das waren Zoltan, Kotari und Kamui. Nach einer kurzen Überlegung kam er ihnen entgegen, froh über ihr Wiedersehen.


    Er erzählte ihnen zunächst zögerlich von seinem Abschied und das es der Hexe gut ging.

    Sie hat den Angriff abgewehrt und unverletzt überstanden. Außerdem hat sie uns permanent beobachtet und wusste über alles Bescheid. Der Abschied fiel uns schwer, doch sie hat mich ermutigt mit euch zu gehen.


    Im gehen berichteten die Anderen von ihrer Anreise und von der Überlegung, ob sie gegen einen Wächter bestehen könnten. Sandro musste schmunzeln.

    Witzig, darüber haben ich und die Hexe auch gesprochen. Sie hat mir noch einen Heilzauber beigebracht und mich dazu angehalten, jeden Tag mein Schild zu trainieren, aber das Teamwork ist genauso wichtig. Es wäre schön blöd wenn Kotari einen Pfeil auf das Auge eines Wächters schießt, aber wir in die Flugbahn springen. Wir müssen uns als Team ergänzen und uns nicht im Weg stehen, dann sind wir unschlagbar.
    Zoltan, Kotari und Kamui nickten zustimmend und den Rest des Weges gingen sie in Schweigen.

  • Bei der Kutschfahrt kam das Thema kurz wieder auf Theophilius zu sprechen, doch Kamui hatte keine Lust, dies zu kommentieren. Irgendwie drehen sich die ganzen Diskussionen um ihn die ganze Zeit im Kreis... Ich weiß ehrlicherweise nicht, was ich jetzt noch beitragen könnte, was ich nicht schon in der Vergangenheit gesagt habe!


    Als es dann darum ging, einen Wächter zu besiegen, wurde Kamui wieder aufmerksam. "Ich habe einige Gerüchte gehört, dass es einigen wenigen Soldaten bei Ganons Erwachen möglich war, die Strahlen der Wächter mit ihren Schildern auf sie zurückzuschleudern. Ehrlicherweise kann ich aber nicht sagen, inwieweit das stimmt, da ich dies nie ausprobiert habe. Ich weiß eherlicherweise auch nicht, welche Art von Schild benutzt wurde..."


    Irgendwann kamen sie an den ZIelort der Kutsche und machten sich auf, den Weg zu Sandro anzutreten. Nachdem sie ihn nach ihrem Aufstieg getroffen hatten, tauschten sie einige Neuigkeiten aus. Scheinbar hatte auch er Überlegungen angestellt, wie man einen aktiven Wächter besiegen könnte, und Kamui wiederholte die Gerüchte, die er gehört hatte. "Einerseits würde ich gerne herausfinden, ob an den Gerüchten etwas dran ist... Andererseits, wenn etwas schiefgeht, ist das auch blöd!"


    Als sie das Westtor erreichten, blieb Kamui stehen. Auf dem verwirrten Blick seiner Entourage erklärte er: "Laut den Aufzeichungen soll es auf dem Platz der Ranelle-Straße ein, zwei paar Wächter geben. Beim Osttor könnte es vielleicht auch ein paar geben, da bin ich mir aber nicht sicher, neben dem Kreuz ist allerdings ein Fragezeichen eingezeichnet..."

    Während er erklärte, beobachtete er, wie eine kleine Gruppe von Reisenden sich plötzlich näherte, ein paar von ihnen trugen aus irgendeinem Grund Angelrouten. Wollen die etwa beim überfluteten Platz angeln?

    "Aber egal. Wir können ja schauen, wie groß unsere Ausbeute am Ende ist."

  • Kotari 31


    Kotari schaute sich in der Gegend um, während Kamui erzählte, was er über die Ranelle-Straße wusste. Kotari hatte sie einige Male überflogen, vor allem, wenn er nach Kakariko musste, hatte sie aber immer nur von oben aus gesehen. Auf dem Boden stehend wirkte die Straße plötzlich ganz anders.


    Er warf einen Blick zurück auf den Pfad, über den sie gekommen waren. Das Waldstück hatte sich nach und nach gelichtet, ehe das Gebiet weitläufiger wurde und der Weg sie direkt zum Tor geführt hatte. Hinter dem Tor erwarteten sie eine Art kleine Brücke sowie eine gepflasterte Straße. Kotari war es nicht gewohnt, auf Pflasterstein zu laufen; es war eine interessante Erfahrung.


    Er wandte sich an Kamui, der zu Ende gesprochen hatte. "Beim Platz? Müssen wir dafür nur der Straße folgen?", vergewisserte er sich, ehe die Gruppe sich in Bewegung setzte. Kotari verzog leicht das Gesicht, als es anfing zu regnen. Das hatte noch gefehlt - als Orni wurde er zwar nicht wirklich nass, allerdings trug Regen nicht unbedingt zu einer besseren Sicht bei - und auf die war er als Bogenschütze nun einmal angewiesen.


    Schweigend gingen die Gefährten die Straße entlang. Bis auf den prasselnden Regen war es still; auch die Angler, die eine Weile vorher vorbeigekommen waren, hörten sie nicht mehr. Eventuell hatten sie ihr Vorhaben aufgrund des Wetters doch aufgegeben oder sich zu weit entfernt. Kotari nutzte die Stille, seine Gedanken zu sortieren und sich geistig vorzubereiten. Wenn es bald tatsächlich zu einem Kampf kam, wollte er auf alles gefasst sein.


    Es dauerte nicht lange, bis die den Platz erreichten - der völlig überflutet vor ihnen lag. Als sie sich umsahen, fiel ihnen auf, dass hier etwas faul war - auf dem Boden lag etwas, was im Regen schwer zu erkennen war. Als Kotari sich näherte und genauer hinsah, erkannte er, dass es sich um Angelruten handelte. Sie waren achtlos hingeworfen worden; von ihren Besitzern fehlte jede Spur.


    Kotari sah die anderen alarmiert an, während er langsam seinen Bogen in die Hand nahm, blieb ansonsten aber still. Er wusste, dass jeder seiner Gefährten das Gleiche dachte: Was immer die Angler überrascht hatte, es war sicherlich noch in der Nähe.

  • Wie friedlich alles schien! Zoltans Begleiter schwatzten munter über ihre bevorstehende Aufgabe, als wäre es ein Picknick, das sie zu organisieren hatten. Blöde Orni! Haben die in den letzten 50 Jahren denn nicht mitbekommen, wie sehr Hyrule nicht zuletzt wegen einigen Wächtern, die noch aktiv herumliefen, am Abgrund stand? Egal. Er folgte ihnen erst einmal und würde zusehen, was sich so ergab.


    Es ergab sich ziemlich schnell. Sie liefen die Ranelle-Straße hinunter, und es begann auf einmal in Strömen zu regnen. Zoltan zog sich die Kapuze seines Mantels über den Kopf, steckte die Hände in dessen Taschen und folgte Kotari, der sie zur Mitte der Ranelle-Straße führte.


    Und dort lagen Angelruten auf dem Weg. Sein Vogelkumpel gebot der Gruppe Einhalt, um dies zu untersuchen. Natürlich, sie waren Anglern begegnet...


    Zoltan blickte die Straße hinauf. Tatsächlich, dort waren zwei im Regen verschwommene Gestalten, die herumwanken und ihnen etwas zuriefen, das Zoltan durch die Dämpfung des Regens und seiner Kapuze nicht verstand. Scheinbar hatte irgendetwas die Männer verschreckt. Allerdings nichts, was vor oder hinter ihnen auf der Straße lag, sondern...


    Er ergriff eine der Angelruten, und plötzlich gab es einen gewaltigen Ruck. Was hatte er da am Haken? Entweder einen Fisch der so gewaltig war, dass man ein ganzes Dorf davon speisen konnte, oder... nun, oder den Echsalfos, der ganz und gar nicht davon erfreut war einen Angelhaken in seinem Mundwinkel zu haben und nun mit einem angriffslustigen Quaken an Land gesprungen kam. Und er kam nicht alleine.


    Drei andere Echsalfos, ihre raschen Bewegungen im Wasser erkennbar, kamen auf die Straße zugeschwommen, auf der Zoltan und seine Truppe sich befanden. Ehe man es sich es versah, sprangen auch diese Echsenbiester aus dem Wasser, bewaffnet und kampfbereit.


    Vier von denen, vier von uns, dachte Zoltan. Sie brauchten eine Strategie.

    Kotari, Sandro, bleibt in der Mitte! Nehmt sie auf's Korn, so gut ihr könnt! Kamui, du gehst nach rechts, in Richtung des Westtores, ich nach links und schnappe mir den größten und dümmsten von ihnen! Viel Glück!


    Sein lang unterdrückter Befehlston kam zum Vorschein, den er eigentlich nicht hatte einsetzen wollen. Aber egal! Sie waren keine Kinder, die im Wald "Räuber und Gendarm" spielten, sondern hatten es hier mit einer echten Gefahr zu tun. Da war es angebracht, seinen Mitstreitern Befehle zu erteilen. Und er folgte seinen eigenen Anweisungen und bewegte sich in Richtung Osttor, wo ein Echsalfos mit einer Lanze lauerte.


    Hinter diesem standen in einiger Entfernung immernoch die Angler, doch sie waren nun wie erstarrt. Was sollten sie auch tun, außer durch den dichten Regen den Kampf zu beobachten?


    Der Kampf... der Echsalfos, bewaffnet mit seiner gefährlich aussehenden Lanze, stand nun Zoltan gegenüber. Krächzend sprang er von links nach rechts. Zoltan zog sein Schwert, ließ es mit sanften Bewegungen aus dem Handgelenk heraus kreisen und behielt seinen Gegner im Auge. Mann und Monster standen sich gegenüber, darauf wartend, wer den ersten Zug machte.


    Dann war es der Echsalfos, der zuerst agierte: Er sprang hoch in die Luft und hielt seinen Speer nach unten, um seinem menschlichen Kontrahenten die Spitze durch den Schädel zu stoßen. Eindrucksvoll, aber viel zu langsam. Zoltan wich elegant zur Seite aus, und der Echsalfos rammte die Spitze seiner Lanze in eine Fuge der unebenen Straße, damit hadernd, die Waffe wieder herauszuziehen.


    Das waren die Sekunden, die Zoltan brauchte. Rasch zog er eine der Betäubungsspritzen aus seiner Tasche, war an der Seite des Ungetüms und - pieks - drückte ihm eine ordentliche Infusion in den Hals. Die Wirkung enttäuschte nicht: Das Ungetüm verdrehte seine dämlich glotzenden Augen und ging mit einem gurgelndem Geräusch zu Boden, wo es besinnungslos liegen blieb.


    Zoltan vertat keine Zeit und bereitete der nun wehrlosen Kreatur mit einem Herzstich ein Ende. Damit war eines von diesen Biestern erledigt.


    Er wirbelte herum um zu sehen wie seine Begleiter sich schlugen, bereit, nötigenfalls einzugreifen.

    Passive good is worse than actual evil.


    -William Blake

    10 Mal editiert, zuletzt von Vincent Delacroix ()

  • So standen die echsenhaften Gestallten ihnen nun gegenüber. Kotari etwa zehn Schritte neben Sandro, jeder mit seinem eigenen Gegner konfrontiert. Sandros Gegner lies seine Zunge aus dem Maul schnellen, doch Sandro konnte sich mit einem schnellen Hechtsprung zur Seite retten. Etwas überrascht schüttelte sich der Echsalfos und gelang mit wenigen schnellen Schritten zu Sandro, worauf hin der Echsafos mit seiner Lanze zustieß. Diese war schmal und hatte eine mit Widerhaken versehene Spitze, doch durch Sandros Schild drang sie nicht. Sandro überlegte fieberhaft, wie er diesen Echsalfos besiegen könne. Er entschloss sich dazu, erst alle Angriffe zu lernen um dann den richtigen Zeitpunkt für seinen vernichtenden Konter abzuwarten. Der Echsalfos setzte zu einem Sprung an, doch Sandro ging vorsorglich zurück, sodass der Echsalfos ein gutes Stück vor ihm landete. In diesem Moment formte sich in Sandros Kopf eine Idee.


    Dieser Sprung lässt ihn völlig deckungslos. Wenn er gegen mein Schild springt, dann müsste er völlig überrascht zu Boden gehen.


    So verfolgte Sandro diese Idee. Den Angriffen des Echsalfos entging er mit einer Mischung aus Sprüngen, präventivem Abstand halten und seinen Schildern. Zoltan war bereits fertig, Sandro gab ihm allerdings ein Zeichen nicht einzugreifen. So setzte der Echsalfos endlich zum Sprung an. In der Luft schwang er seinen Schwanz um sich nach vorne zu neigen, in der Annahme, er würde wie immer auf seinen Armen landen, um den Sprung abzudämpfen. Dieses Verhalten wurde ihm jedoch zum Verhängnis, denn durch den Sprung mit dem Kopf vorran klatschte er volle Kanne mit dem Kopf gegen Sandros Schild und ging bewusstlos zu Boden. Sandro nutzte die Krallen an seinen Füßen und stach sie dem Echsalfos in seine seitlichen Augen. Dieser zuckte vor Schmerz und nachdem Sandro ihm die kehle aufgekratzt und so tiefe Furchen verursacht hatte, blieb der Echsalfos bewegungslos liegen. An Zoltan gewand fügte er hinzu:


    Nicht schön, aber effektiv.

  • Als Kamui die Angeln achtlos auf den Boden geschmissen gesehen hatte, hatte er schon das Schlimmste befürchtet- erst, als er sie mit seinen anderen Gruppenmitgliedern sah, war er wieder beruhigt. Eigentlich wollte er auf sie zugehen und ausfragen, was passiert ist... Doch kaum hatte er einen Fuß in der Luft, zog Zoltan mit der Angel einen Echsalfos aus dem Wasser- dem dann klatt mehrere hinterhersprangen.


    Kamuis erster Instinkt war es, nicht gerade begeistert zu sein. Es regnet, ich habe nur eine vage Spur, wo die Wächter sind, und jetzt kommen noch ein paar Echalfos aus dem Wasser gesprungen. Wieso ist Zoltan überhaupt auf die Idee gekommen, an fremden Eigentum rumzuspielen? Im nächsten Moment fühlte er sich wegen seiner Wut schon fast schuldig, könnte sich die Truppe nicht glücklich schätzen, dass die Echalfos genau dann auf den Plan getreten sind, als sie sie gut sehen konnten?


    Kamui stürzte sich schon auf "seinen" Echalfos, als Zoltan kaum seinen Befehl ausgesprochen hatte. Anders als die Kämpfe seiner Gruppenteilnehmer zog sich Kamuis Kampf etwas- sein Echsalfos war für seine grüne Schuppenfarbe überraschend zäh, parierte Kamuis Angriffe mit seiner Lanze gut und wenn er dann doch vom Schwert des Ornis getroffen werden, nahm er das irgendwie hin, ohne mit der Wimper zu zucken. Schließlich schaffte es jedoch auch Kamui, ihm sein Schwert ins Herz zu bohren, woraufhin sein Gegner tot ins Wasser fiel.


    Sein Blick fiel auf den Rest seiner Truppe. "Ich muss ehrlich sein, es würde mich nicht verwundern, wenn mein Gegner irgendwie an einen Trank gekommen ist, der die Lebensenergie erweitert. Normalerweise halten grüne Echsalfosse nicht so viel aus, aber mein Gegner schien in etwa so viel wie ein blauer einstecken zu können. Vielleicht sollten wir die Angler mal fragen, wie genau sie auf ihre Tränke aufgepasst haben..." Er sah sich um. "Apropos, seht ihr sie irgendwo?"

  • Kotari 32


    Kotari war kein Krieger, was aber nicht hieß, dass er sich nicht zu wehren wusste, schon gar nicht vor einer Echse. Der grüne Orni richtete seine Aufmerksamkeit auf den verbliebenden Echsalfos, als er sah, dass jeder seine Gruppengefährten sich ein eigenes dieser Viecher vornahm, und nahm den Bogen in den Flügel.


    Offenbar schien die Echse den gleichen Gedanken zu haben, denn sie sah zu Kotari und setzte sich prompt mit ausgestreckter Lanze in Bewegung. Kotari beobachtete ihre Bewegungen aufmerksam. Sie war schnell, aber nicht zu schnell. Als sie auf ihn zulief, breitete Kotari die Flügel aus und sprang ein gutes Stück zurück. Er landete etwas erhöht auf verfallenen Balustrade, nicht weit, aber weit genug von seinem Gegner entfernt. Der Echsalfos blieb kurz zögerlich stehen und setzte dazu an, dem Orni hinterherzuspringen. Bevor er sich jedoch vom Boden abstoßen konnte, bohrte sich bereits ein Eispfeil in seine Brust und ließ ihn zurücktaumeln. In Sekundenschnelle breitete sich die Eiseskälte über seinen gesamten Körper aus, der daraufhin erstarrte, unfähig, sich zu bewegen. Einzig sein wirr umherschweifender Blick verriet, dass er noch am Leben war.


    Gut, dass Eispfeile keinen exakten Treffer brauchen, um Wirkung zu zeigen, dachte Kotari und schaute sich um. Zoltan und Sandro hatten ihre Gegner bereits erledigt; als er die ausgekratzten Augen des Echsalfos neben Sandro sah, stellten sich seine Federn etwas auf. Dann blickte er zu Kamui und sah gerade noch rechtzeitig, wie dieser seinem Kontrahenten den Todesstoß verpasste.


    Kotari sprang von der Brüstung herab und nahm dem vereisten Echsalfos den Speer ab, der noch immer mit der Spitze nach vorne zeigte. Er wog ihn im Flügel. Ein wenig schwerer und weniger stabil als Orni-Speere, aber sollte ausreichen. Kurz verzog er das Gesicht. Kotari tötete nicht gerne, aber andererseits wurden sie von den Monstern angegriffen. Er drehte den Speer um und rammte ihn dem bewegungsunfähigen Echsalfos ins Herz. Das Eis brach und der Echsalfos fiel tot zu Boden.


    Als er Kamuis Stimme vernahm, blickte er zu dem Forscher. Offenbar war er auf der Suche nach den Anglern von vorhin. Auch Kotari sah sich um. Er hatte sie einmal kurz gesehen, dann aber im Eifer des Gefechts wieder aus den Augen verloren. Doch sie waren wahrscheinlich noch in der Nähe. Er kniff die Augen zusammen und konnte weiter vorne Gestalten im Regen ausmachen. Offenbar hatten sie den Kampf aus sicherer Entfernung beobachtet. Kotari gab zu, dass das vermutlich eine kluge Idee gewesen war. Aber wieso waren sie hier? Wieso hielten sie es für eine gute Idee, an einer verlassenen Straße zu angeln, wenn sich überall Monster herumtummelten?


    Er sah zu den anderen hinüber und deutete ungefähr in Richtung der Angler. "Wir sollten mit ihnen sprechen. Vielleicht wissen sie mehr."