Symin war baff. So eine ausführliche und fast schon philosophische Antwort hatte er von der eben noch so wortkargen Eve nicht erwartet. Er hatte gar nicht gemerkt, wie Eve ihm Kaffee einschenkte und, wenn sie es nicht angesprochen hätte, wie sie ihm auf die Brust tippte. Er war zu sehr gefasst worden von Eve's Geschichte. Diese Geschichte verschaffte Symin einiges an Aufklärung und Erleichterung, zugleich aber auch wieder Faszination. Er hatte sich nämlich sowieso schon gefragt, wie eine royale Garde ohne Königshaus existierte. Die Antwort war ernüchternd: Sie kämpfte nicht mehr für ein Königreich oder für ein Königshaus sondern gegen die schier unendlichen Monsterfluten. Symin hatte die ganze Zeit mit offenen Augen in Eve's Augen gestarrt. Eve hatte viel Leid erfahren und er tat ihr Leid. Doch im Gegensatz zu Symin empfand sie keine Rachegelüste und meinte was in der Vergangenheit geschehen war, sei egal. Es ginge um das Überleben, um das hier und jetzt. Diese Lebenseinstellung war weit von Symin's entfernt, doch sie faszinierte ihn. Wie konnte sie so ein Leben nur so auf die leichte Schulter nehmen? Wie konnte sie so schmerzresistent sein? Symin hingegen war der Meinung, dass es sehr wohl auf die Vergangenheit ankam. Menschen müssten bestraft werden, wenn sie etwas Falsches taten. Es gab Dinge, die waren nicht verzeihlich und mussten eine Strafe nach sich ziehen. Aber den Unterschied zwischen ihren beiden Lebensphilosophien konnte er wann anders thematisieren, Eve machte darauf aufmerksam, dass sie sich beobachtet fühlte. Sicher trügte sie ihr Bauchgefühl nicht, sie hatte sicherlich sehr viel Ahnung von dem, was sie tat. Sie war jahrelange Kriegerin. Und auch Symin fühlte sich beobachtet, und im Gegensatz zu den anderen hatte er da einen Verdacht. Er war ja auch der Einzige, der die Narben der Windklinge gesehen hatte. Er war sich ziemlich sicher, dass es sich um den Yiga-Offizier vom Angriff aus Kakariko handeln musste. Bei seinem Besuch im Yiga-Versteck würde er dem Ganzen spätestens auf den Grund gehen. Allerdings könnte er sich vorstellen, dass es vorher bereits zu einer anderen Tat des Treffens kam.
Doch dann wechselte das Thema. Sebariell wurde rot im Gesicht und was immer er Eve hatte sagen wollen, es war ihm vor den anderen peinlich. Zu Sebariell's Beruhigung wechselte er das Thema schnell und bittete Eve, länger bei der Gruppe zu bleiben. Keine schlechte Idee. Symin hatte den Gedanken auch schon gehabt, da er wirklich Angst vor den vielen Wächtern hatte. Laut Erzählungen waren sie schnell, beweglich, unheimlich gut gepanzert und ihre Waffen waren zerstörerischer als Alles, was der Mensch sich je ausdachte. Sie trafen ihre Ziele immer und verloren sie nie aus den Augen. Symin hatte viel Angst vor dem, was dort vor ihnen lag. Da schadete eine helfende Hand nie. Brom stimmte Sebariell auch zu und in Zuge dessen erhob sich Symin auch: Wie meine zwei Vorredner würde auch ich dich um Unterstützung bitten. Und vielleicht hast ja auch du etwas davon, ich jedenfalls fand dieses spontane Treffen sehr aufregend. Also wäre auch ich sehr froh, dich weiter an unserer Seite zu wissen. Symin atmete durch, nachdem er das sagte. Er hatte offene Augen gehabt und mit bittenden Gesten versucht, seine Worte zu untermalen. Er wäre dankbar, wenn sie wirklich dabliebe....