Traumstern

  • Viele, die meine Geschichte "Auf der anderen Seite des Lichts" gelesen haben, haben sich einen Oneshot oder etwas in der Art gewünscht, in dem Dark seinem traurigen Schicksal entkommt und ein Happy End erlebt. Ein Happy End ist dieser Oneshot hier zwar auch nicht wirklich, aber... ach, lest selbst.


    Seht es als verfrühtes Weihnachtsgeschenk von mir an euch. ;)


    Danke an alle, die meine Geschichten lesen, fleißig kommentieren und favorisieren.


    Fröhliche Weihnachten euch allen. <3

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    Traumstern


    Darks Geist schwebte auf einer Welle goldenen Lichts daher. Alles um ihn herum wirkte unendlich friedlich und ruhig. Es erinnerte ihn an die glücklichen, unbedarften Tage seiner Kindheit, in denen er noch keine Ahnung von der Brutalität des Lebens gehabt hatte, in denen er noch geglaubt hatte, alles sei in bester Ordnung und würde dies auch für immer bleiben.
    Mit reichlich Verzögerung kamen die Erinnerungen an Darks letzten Kampf zurück und ein Ruck ging durch den Körper des jungen Mannes. Er hatte gegen den Herrn der Zeiten, seinen Doppelgänger aus der Mittelwelt gekämpft – und er hatte verloren! Er sah wieder die Feuerwalze auf sich zurollen, die die Bombe zu Darks Füßen entzündet und damit sein Ende besiegelt hatte.
    Er war tot!
    Wieso war er noch immer in der Lage irgendetwas zu empfinden?!
    War sein Tod nur ein böser Traum gewesen?
    Sein Herz hämmerte plötzlich mit doppelter Intensität, als er sich fragte, ob dies womöglich auch auf die Tode von Shadow und Zelda zutraf.
    In seinem Geist machte sich eine eigentümliche Mischung aus Angst, Vorfreude und Erleichterung breit, als er blinzelnd die Augen aufschlug.
    Doch anstatt seines Schlafzimmers entdeckte der junge Mann… nichts! Er schien in absoluter Leere zu schweben.
    War dies das Leben nach dem Tod?
    Dark sah sich suchend um, konnte jedoch absolut nichts zu entdecken. Es gab nicht einmal Licht oder Dunkelheit an diesem seltsamen Ort, nur ein alles vereinnahmendes Grau, das eine perfekte Mischung aus Hell und Dunkel zu sein schien.
    Dark machte ein paar zögerliche Schritte und Armzüge, als wollte er durch das Nichts schwimmen, konnte jedoch nicht sagen, ob er auch nur ein Stück vorankam.
    Warum war er an diesem sonderbaren Ort?
    War dies womöglich seine persönliche Hölle?
    Hatten ihn die Göttinnen aus Rache für seinen Versuch, ihren Auserwählten zu töten, zu einer Ewigkeit im Nichts verdammt?
    Gerade, als sich der junge Mann fragte, ob man auch noch im Leben nach dem Tod den Verstand verlieren konnte, erstrahlten am Horizont auf einmal drei Lichter. Die Lichtquelle direkt vor ihm funkelte blutrot, die links neben ihm grasgrün und die zu seiner Rechten so blau wie das Meer.
    Dark blinzelte irritiert gegen die plötzliche Helligkeit. Als er bemerkte, dass die drei Lichter allmählich die Form von Frauenkörpern annahmen, befiel ihn eine sonderbare Nervosität, die Dark sich selbst nicht recht erklären konnte.
    Er war bereits tot.
    Was sollte ihm jetzt noch passieren?
    Doch als die drei Frauen vor ihm stehen blieben und ihn mit richtenden Blicken maßen, erkannte der junge Mann schlagartig, weshalb er bei ihrem Anblick derart unruhig geworden war und wer sie waren.
    „Din. Farore. Nayru.“ Dark flüsterte die Namen der Göttinnen voller Abscheu in der Stimme und ballte unwillkürlich die Hände zu Fäusten. Fast sein gesamtes Leben war er vom Hass auf seine Schöpferinnen erfüllt gewesen. Er hatte sie dafür zur Rechenschaft ziehen wollen, dass sie die Schattenwelt zu einem Leben in ewigem Leid verurteilt hatten, indem sie sich von ihm abgewandt und es den marodierenden Dämonen überlassen hatten.
    Jetzt, wo er den Göttinnen endlich gegenüberstand, juckte es ihn noch immer in den Fingern, sich blindlings auf sie zu stürzen und das tief in seinem Inneren brennende Feuer seines unbändigen Zorns an ihnen auszulassen, aber sein Körper schien vor Ehrfurcht vor seinen Schöpferinnen völlig gelähmt zu sein. Also blieb ihm nichts anderes übrig als sie mit wütenden Blicken zu durchbohren und ihnen in seiner Phantasie die schrecklichsten Dinge anzutun.
    Es war Nayru, die das Schweigen brach, nachdem sie Dark eingehend gemustert hatte: „Wie ich sehe, bist du wieder wach und noch immer voller Hass.“ Dann wandte sie sich an ihre Schwestern: „Ich glaube nicht, dass er sich für die Aufgabe eignet. Wie seht ihr das?“
    Din legte den Kopf schief und warf ihr langes, rubinrotes Haar über die Schulter. „Mir gefällt das Feuer in seinen Augen. Ich glaube, er gäbe einen ganz wunderbaren Helden ab.“
    Dark stutzte und löste unbewusst die verkrampfte Haltung seiner Hände.
    Held?
    Hatte Din gerade wirklich angedeutet, dass sie einen Helden aus ihm machen wollten?
    Bedeutete das etwa…?
    Nayru zog grübelnd die Unterlippe zwischen die Zähne und Dark bemerkte, dass sie nur einen Ohrring trug. Der Anblick des Schmuckstücks rührte an einer Erinnerung, aber er konnte nicht sagen, wo er es schon einmal gesehen haben könnte.
    „Hast du keine Angst, dass er sich von uns abwenden und uns verraten könnte? Er hat es bereits einmal versucht, indem er den Herrn der Zeiten töten wollte“, erinnerte Nayru ihre Schwester. Diese legte den Kopf auf die andere Seite und maß Dark erneut mit neugierigen Blicken, bevor sie beschied: „Möglich. In ihm steckt noch immer eine Menge Zorn.“
    Nayru zog ein zufriedenes Gesicht, so als gefiele es ihr über die Maßen, dass die Göttin der Kraft ihr zugestimmt hatte. Dark hatte das Gefühl, dass sie ihn am liebsten sofort wieder ins Nichts verdammt hätte.
    Farores Worte hingegen überraschten ihn sehr: „Könnt ihr es ihm verdenken? Sein Leben war nicht gerade das, was man sich wünscht.“
    Die Göttin der Weisheit verschränkte die Arme vor der Brust und räumte widerwillig ein: „Vermutlich hast du Recht, Schwester.“ Sie stieß einen langgezogenen Seufzer aus und verblüffte Dark mit einem Geständnis: „Wir haben einen Fehler gemacht, als wir uns vom Schattenreich abgewandt haben.“
    Din nickte mit grimmig aufeinander gepressten Lippen. „Allerdings. Wären wir damals klüger gewesen, hätten wir nun kein Problem.“
    Dark spitzte neugierig die Ohren.
    Von was für einem Problem sprach Din?
    Und was hatte er damit zu tun?
    Auch Farore nickte, doch im Gegensatz zu ihren Schwestern schien sie sich ein wenig Zuversicht und Hoffnung bewahrt zu haben. „Wir haben vielleicht Mist gebaut, aber noch ist nicht alles verloren. Wir sollten ihm“, sie maß Dark mit einem beinah liebevollen Blick, der den jungen Mann verwirrte, „eine Chance geben, sich zu beweisen – das hat er sich schon immer gewünscht!“
    Nayru stieß ein ironisches Lachen aus. „Du irrst dich, Schwester. Er wollte uns schon immer für unsere Fehler zur Rechenschaft ziehen – das ist ein Unterschied.“
    Farore schüttelte stur den Kopf. „Nein, du bist diejenige, die falsch liegt, Nayru. Er ist ein verstoßenes Kind, das in seinem Schmerz blind um sich schlägt und seine ohnmächtige Wut auf seine abwesenden Eltern fokussiert. Dabei will es in Wirklichkeit eigentlich nur eines: geliebt werden.“
    Dark zog die Nase kraus. Dass Farore ihm so tief in die Seele blicken zu können schien, gefiel ihm ganz und gar nicht. Am liebsten hätte er ihr einen abweisenden Spruch entgegengeschleudert, aber seine Zunge verweigerte noch immer ihren Dienst.
    Din zuckte mit den Schultern. „Also, mir soll es recht sein. Wir haben sowieso keine bessere Alternative. Und wenn es schief gehen sollte… Es gibt immer noch das andere Hyrule.“
    Überrascht riss Dark die Augen auf.
    Es gab noch ein anderes Hyrule?
    Von was redete Din da?
    Sprach sie von der Schattenwelt?
    Nayru maß den jungen Mann vor sich erneut mit kritischen Blicken, bevor sie sich wieder an Farore wandte: „Du bist dir sicher, dass du ihm vertraust?“ Die Göttin des Mutes, die als Einzige von den drei Frauen noch etwas Kindliches an sich hatte, nickte. „Lass mich mit ihm reden. Ich bin mir sicher, dass ich zu ihm durchdringen kann – immerhin ist er das Spiegelbild des Herrn der Zeiten, meinem Auserwählten.“
    Nayru zögerte noch für einige Herzschläge, dann trat sie einen Schritt zurück und wedelte mit der Hand in der Luft. Sofort schien sich eine Sperre in Dark zu lösen und der junge Mann war sich sicher, dass er sich endlich wieder bewegen und sprechen konnte.
    Bevor er etwas sagen konnte, trat jedoch Farore vor ihn und sah ihn aus unendlich groß und verletzlich wirkenden Augen an. Dann befeuchtete sie ihre Lippen mit der Zungenspitze und setzte an: „Ich weiß, du bist furchtbar wütend auf uns, a–“ „Völlig zu Recht!“, fiel Dark ihr ins Wort und verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust. Obwohl die Göttinnen nicht die herzlosen Wesen zu sein schienen, für die er sie sein Leben lang gehalten hatte, konnte er seinen alten, tief sitzenden Hass nicht ablegen.
    Farore nickte. „Ja, völlig zu Recht. Und es tut mir aufrichtig leid, dass wir dich behelligen müssen und dir nicht deine wohlverdiente Ruhe lassen können, aber wir brauchen deine Hilfe.“
    Angesichts dieser Offenbarung brach Dark in schallendes Gelächter aus, was Nayru dazu veranlasste, ihm zornige Blicke zuzuwerfen. Farore hielt sie jedoch mit einer Handgeste zurück.
    „Ihr müsst ja reichlich verzweifelt sein, dass ihr ausgerechnet zu mir gekrochen kommt!“ Dark schüttelte über die Absurdität der Situation grinsend mit dem Kopf. „Aber leider habt ihr eine Kleinigkeit übersehen: Ich bin tot. Ich kann überhaupt nichts mehr tun.“
    „Das ist das geringste Problem“, klinkte sich Din in das Gespräch ein. „Wir können dafür sorgen, dass du wiedergeboren wirst.“
    Bevor Dark darauf etwas entgegnen konnte, fuhr Farore fort: „Hyrule steht große Gefahr bevor. Ganon, der vor Hunderten von Jahren…“
    Bei der Erwähnung des Prinzen der Schweinedämonen horchte Dark auf. Er erinnerte sich mit Grauen an sein Aufeinandertreffen mit Ganons menschlicher Form. Damals hatte Ganondorf ihm deutlich vor Augen geführt, dass er ihn mit nur einem einzigen Fingerzeig vernichten konnte.
    Aber was meinte Farore mit «vor Hunderten von Jahren»?
    Wie lange war er schon tot?!
    Der junge Mann war so in Gedanken versunken, dass er Farores nächste Worte beinah verpasst hätte: „… von den Weisen ins Schattenreich verbannt worden ist, nachdem der Herr der Zeiten ihn im Kampf besiegt hatte, droht das Siegel zu brechen und erneut über Hyrule herzufallen. Wir brauchen dich, um ihm erneut die Stirn bieten zu können.“
    Dark staunte nicht schlecht, dass sein Gegenstück den übermächtigen Dämonenprinzen besiegt hatte. Offenbar hatte er den Mittelwelt-Link gründlich unterschätzt…
    Den Göttinnen zeigte er jedoch nichts von seiner Verblüffung. Stattdessen verlagerte er sein Gewicht lässig auf das linke Bein und blaffte: „Und warum schickt ihr nicht euren ach so tollen Herrn der Zeiten? Er scheint für die Aufgabe doch bestens geeignet zu sein – immerhin hat er Ganon bereits einmal besiegt. Da schlägt er ihn bestimmt mit Leichtigkeit ein weiteres Mal zurück.“
    Die Göttinnen zogen plötzlich betretene Gesichter, die Dark verwirrten. Din zog, sich sichtlich unwohl fühlend, die Schultern nach vorn und gestand: „Der Herr der Zeiten wird… ähm… nun ja… an anderer Stelle gebraucht.“
    Dark hob irritiert eine Augenbraue und sagte: „Aaaaaaah ja… Nun, wenn ihr wollt, dass ich für euch arbeite, werdet ihr mich in alles einweihen müssen. Ich gebe meine herrliche Totenruhe sicherlich nicht auf, bloß um euch zu helfen.“
    Er hoffte, dass sie ihm nicht ansahen, dass er in Wirklichkeit darauf brannte, eine zweite Chance zu bekommen.
    Zu seiner Überraschung war es die bisher so abweisend wirkende Nayru, die zu einer Erklärung anhob: „Nachdem der Herr der Zeiten Ganon geschlagen hatte, hat die Weise der Harmonie aus Liebe zu ihm leider etwas Unüberlegtes getan. Um ihm ein Leben ohne Leid und Kämpfe zu ermöglichen, hat sie ihn in seine Kindheit zurückgeschickt. Was sie dabei nicht bedacht hat: Durch diese Tat hat sie ein zweites Hyrule erschaffen. Dieses Hyrule wird seitdem weiterhin vom Herrn der Zeiten und den sieben Weisen beschützt. Das ursprüngliche Hyrule jedoch ist seitdem bedauernswert schutzlos. Es gibt dort keinen Helden und die Weisen dieser Welt sind zurück im Heiligen Reich. Nur die Weise der Harmonie steht noch immer zwischen ihrem Hyrule und den Mächten der Dunkelheit, die nach ihm greifen. Es wird der Tag kommen, an dem sie die Hilfe eines Helden brauchen wird und wir fürchten, dieser Tag ist nah.“
    Dark riss verblüfft die Augen auf.
    Es gab die Mittelwelt nun zweimal?!
    „Und dieser Held sollst du sein“, nahm Din den Faden ihrer Schwester auf. „Du bist das Spiegelbild des Herrn der Zeiten. Du verfügst über die gleichen Fähigkeiten und dasselbe Geschick. Uns fällt niemand ein, der für diese Aufgabe besser geeignet wäre als du.“
    Für einen Moment sah Dark sich selbst umringt von einer Schar Jubelnder, die ihn für seine Heldentaten hochleben ließen. Allein der Gedanke daran fühlte sich erhebend an.
    Doch dann flammte seine alte Abneigung den Göttinnen gegenüber wieder auf und er spie ihnen entgegen: „Warum sollte ich mich darum scheren, was mit eurer Schöpfung passiert? Hat es euch gekümmert, als meine Eltern sich beinah zu Tode gehungert haben? Als ich als Resultat eines grauenhaften Missverständnisses meinen Vater erstochen habe? Als Dämonen mein Dorf niedergetrampelt haben? Als eines dieser Monster meine Frau getötet hat? Als daraufhin jegliche Menschlichkeit verloren und meinen Schwiegervater, den Mann, der mir stets nur Liebe, Verständnis und Geduld entgegen gebracht hatte, mit eigenen Händen getötet habe? Wann ward ihr auch nur ein einziges Mal für mich da?!“
    „Wir bieten dir eine zweite Chance an!“, donnerte Din und Nayru stimmte zu: „Wenn du deinen Hass loslassen könntest, könntest du das Leben haben, das du dir immer gewünscht hast.“
    Farore schüttelte jedoch den Kopf und räumte ein: „Wir schulden ihm etwas, Schwestern.“ Dann wandte sie sich wieder an Dark und bot ihm eigenmächtig an, ohne sich mit den anderen beiden abgesprochen zu haben: „Jede von uns wird dir einen Wunsch erfüllen, wenn du versprichst, uns im Gegenzug zu helfen.“
    Darks längliche Ohrmuscheln zuckten, als er aufhorchte. „Egal was?“
    Nayru schüttelte mit dem Kopf. „Wir können nicht die Zeit zurückdrehen und dich dein altes Leben noch einmal leben lassen.“ Als sich Darks Gesicht daraufhin verdüsterte, fügte Din an: „Aber wir können dich zumindest für kurze Zeit wieder mit deinen Lieben zusammenbringen, denn auch ihre Wiedergeburt steht noch bevor. Auf diese Weise könntest du… sagen wir… noch einen letzten Tag mit ihnen verbringen und ihnen all das sagen, was dir auf dem Herzen lastet.“
    Farore schob nach: „Und danach würden wir dich in dein neues Leben schicken, wo du auch deine neugeborenen Lieben wiedertreffen wirst. Du hättest die Möglichkeit, völlig neu anzufangen und endlich das Glück zu finden.“
    „Ich… Ich würde in der Mittelwelt wiedergeboren werden, oder?“ Dark hasste es, dass seine Stimme brach, doch seine Angst vor dem erneuten Martyrium eines Lebens in der Schattenwelt war zu groß, um seine Stimme eben zu halten.
    Nayru nickte und Din präzisierte: „Du wirst in die alte Mittelwelt geboren werden. Wir fürchten, dass Ganon bald in sie einfallen wird, aber du musst dir keine Gedanken um das alltägliche Überleben machen.“
    Dark zog grübelnd die Unterlippe zwischen die Zähne.
    Hatte dieses Angebot einen Haken?
    Sicherlich… Wenn Ganon in seine Welt einfiele, wäre es vorbei mit dem ruhigen Leben. Dann stünden ihm wieder Krieg und Blutvergießen bevor.
    Doch reichte dies aus, um die Chance auf Glück auszuschlagen?
    Wenn es ihm gelang, Ganon zu vertreiben, wäre er ein im ganzen Land geliebter und verehrter Held. Womöglich würde er Zelda wiedertreffen und endlich die Möglichkeit haben, mit ihr das Leben zu leben, das ihm in der Schattenwelt so jäh entrissen wurde.
    Vor seinem geistigen Auge sah er Zelda, wie sie auf einem niedrigen Stuhl saß und stickte, während zu ihren Füßen ein kleiner Junge mit Holzsoldaten spielte.
    Ihr Kind, das sie nie hatten bekommen können…
    Hinter Darks Unterlid sammelten sich Tränen und er nickte, ohne weiter über das Angebot der Göttinnen nachzudenken. „Ich werde euch helfen.“
    Während Din und Nayru lediglich erleichtert lächelten, klatschte Farore begeistert in die Hände. „Ich wusste es!“ Dann legte sie den Kopf schief und sah ihn neugierig an. „Was ist dein erster Wunsch?“
    Dark öffnete den Mund, schloss ihn jedoch sofort wieder, als er nicht wusste, was er sich wünschen sollte. Er fühlte sich überrumpelt. Sein ganzes Leben lang hatte er eine ganze Liste an Wünschen gehabt, aber die meisten von ihnen schienen ihm nun bedeutungslos geworden zu sein.
    Gerade, als er um etwas Bedenkzeit bitten wollte, fiel ihm doch noch etwas ein: „Ich würde gerne meine Eltern wiedersehen.“
    Farore nickte als hätte sie genau diesen Wunsch bereits erwartet und tippte ihm mit dem Zeigefinger gegen die Stirn. „Schließ die Augen.“
    Obwohl sich sofort sein altes Misstrauen den Göttinnen gegenüber wieder bemerkbar machte und seine Magenwände brennen ließ, tat Dark wie ihm geheißen. Kurz darauf schien um ihn herum eine Lichtsäule aus dem Boden zu schießen und der junge Mann hatte plötzlich das Gefühl zu fallen.


    Das unangenehme Gefühl, ins Nichts zu stürzen, hielt jedoch glücklicherweise nur für wenige Sekunden an und auch das Licht zog sich bald darauf wieder zurück.
    Dark schlug blinzelnd die Augen auf und verspürte sogleich einen tiefen Stich im Herzen.
    Er war zurück in der Küche seines Elternhauses und wie er mit einem schnellen Blick feststellte, schien es noch immer ganz genauso auszusehen wie bei seinem letzten Besuch. Sogar die mit einer dicken Staubschicht überzogenen Trinkbecher standen noch immer neben der Spüle.
    Mit einem Schaudern fragte sich Dark, ob die Knochen seiner Eltern noch immer in ihrem Bett lagen, ganz so wie er sie angeordnet hatte, als er zuletzt hier gewesen war.
    Das war ganz sicher nicht seine Vorstellung von «Ich will meine Eltern wiedersehen»…
    Hatte Farore ihn hereingelegt?
    Doch dann hörte er leises Lachen aus dem angrenzenden Wohnzimmer und sein Herz machte einen erfreuten Satz, bevor er mit erhöhter Geschwindigkeit weiterschlug. Er hatte diese Stimmen seit einer Ewigkeit nicht mehr gehört und sich lange Zeit die größte Mühe gegeben, jede Erinnerung an sie zu verdrängen. Trotzdem hatte er sie sogleich wiedererkannt.
    Voller Vorfreude platzte er in die Wohnstube und hielt dann in der Tür inne, als seine Gefühle ihn überwältigten und in der Bewegung erstarren ließen.
    Medila saß auf ihrem Sessel und nähte, während Arn ihr auf einem Schemel gegenübersaß und an einem Stück Holz schnitzte. Die beiden schienen in eine Unterhaltung vertieft gewesen zu sein, doch als sie Dark hörten, sahen beide auf und lächelten ihn breit an.
    Darks Augen füllten sich mit Tränen und für einen Moment verschwand der Raum vor ihm hinter einer Wasserwand. Angestrengt blinzelnd versuchte der junge Mann, seinen Blick wieder zu klären, während ihm die Tränen vom Kinn tropften.
    Seine Eltern sahen genauso aus wie er sie von ihrem letzten Tag in Erinnerung hatte. Jedoch wirkten ihre Körper weniger ausgezehrt und ihre Wangen hatten eine rosige Farbe anstatt aschgrau zu sein.
    Für einen langen Moment sahen sich Eltern und Sohn nur stumm an, dann legte Medila ihre Näharbeit beiseite, stand auf und breitete die Arme aus. Darks Körper schien selbstständig zu handeln, als er sich plötzlich wieder in Bewegung setzte und in die Arme seiner Mutter warf. Das Gesicht in der Halsbeuge Medilas vergraben, ließ Dark seinen Tränen freien Lauf. Seine Mutter strich ihm unterdessen beruhigend über den Rücken und auch Arn erhob sich, um seinem Sohn eine Hand zwischen die Schulterblätter zu legen.
    Dark wusste nicht, wie lange sie so da gestanden hatten, doch als er sich endlich von seiner Mutter löste, fühlte er sich zittrig und schwach auf den Beinen. Medila hingegen lächelte breit, als sie ihren Sohn auf Armeslänge von sich schob und ihn neugierig musterte.
    „Sieh dir an was aus unserem Sohn geworden ist, Arn! Ein hübscher, gesunder, junger Mann!“ Medila strahlte Dark stolz an und auch Arn nickte anerkennend und zerzauste seinem Sohn lächelnd das mittellange Haar.
    Zunächst hatte Dark Angst, dem Blick seines Vaters zu begegnen, doch als er nichts weiter als Liebe und Stolz in Arns Augen entdecken konnte, schlang Dark seine Arme um ihn, was dieser etwas verblüfft wirkend erwiderte.
    Eine Weile standen die beiden unbewegt da und hielten sich an einander fest, während Medila die beiden mit liebevollen Blicken bedachte. Dann schluchzte Dark auf: „Es tut mir so leid, so unendlich leid…“
    Arn klopfte ihm sanft auf den Rücken. „Ich weiß, Link. Es war ein Unfall.“ „Du bist mir nicht böse?“ Dark löste sich ein wenig von seinem Vater, um ihn ansehen zu können. Dieser schüttelte mit dem Kopf. „Kein Stück. Du warst ein Kind und zudem verängstigt. Es war nicht deine Schuld.“
    „Aber ihr habt so viel für mich getan“, insistierte Dark, „und ich habe euch tatsächlich zugetraut, dass ihr mich töten wolltet! Ich habe ein furchtbar schlechtes Gewissen.“
    Medila strich ihrem Sohn sanft über die Wange. „Das ist angesichts der schrecklichen Umstände, unter denen du aufwachsen musstest, allzu verständlich. Gräm dich deswegen nicht. Wir sind es, denen es leidtun muss, dass wir nicht besser für dich sorgen konnten.“
    Bei diesen Worten wirbelte Dark beinah wütend herum. „Bist du verrückt?! Was hättet ihr denn noch für mich tun sollen? Ihr habt mir alles gegeben! Ihr habt euch selbst an den Rand des Hungertods gebracht, damit ich genügend Essen bekam. Ihr habt mir stets nur das Beste gegeben!“
    „Und trotzdem war es nicht genug…“ Bedauern huschte über Medilas Gesicht, aber Arn wischte es schnell wieder beiseite: „Wieso verweilt ihr Zwei in der Vergangenheit? Wir haben von den Göttinnen diesen einen Abend geschenkt bekommen. Wollt ihr ihn nicht lieber mit schönen Gedanken füllen anstatt euch zu grämen und mit der Frage zu quälen, was gewesen wäre, wären die Umstände andere gewesen?“
    Für einen Moment sahen Medila und Dark Arn irritiert an, doch dann nickte seine Frau. „Du hast Recht. Was gewesen ist, spielt keine Rolle mehr.“ Sich wieder auf ihren Sessel niederlassend forderte sie: „Erzähl mir lieber von dem Leben, das du geführt hast, Link. Ich will alles wissen!“
    Arn setzte sich ebenfalls zurück auf seinen Schemel und Dark hockte sie zu den Füßen seiner Eltern auf den ausgetretenen, alten Teppich und begann zu erzählen. Zunächst hatte er vorgehabt, die schlimmen Ereignisse und seine Verfehlungen auszulassen, aber zu seiner eigenen Überraschung purzelten die Worte ganz von selbst aus seinem Mund.
    Als er von Zelda erzählte, leuchteten die Augen seiner Mutter auf, nur um sich dann wieder zu verdüstern, als Dark vom Tod seiner Frau berichtete. Auch sein Vater zog ein bedauerndes Gesicht, während der junge Mann von den darauffolgenden Wochen des Wahnsinns erzählte, in denen er kein anderes Ziel als die Vernichtung der Göttinnen gehabt hatte.
    Obwohl es alles andere als leicht war, seine Geschichte zu erzählen und seinen Eltern seine Sünden zu offenbaren, fühlte sich Dark so glücklich wie selten zuvor. Er fühlte sich verstanden und behütet. Denn auch wenn während er von den schrecklichsten seiner Taten berichtete, stand in den Augen seiner Eltern stets die stumme Versicherung, dass sie ihn noch immer von Herzen liebten.
    Als Dark schließlich endete, schwiegen die Drei. Es war beinah als wären keine Worte mehr übrig. Es war alles gesagt zwischen ihnen. Müde vom vielen Reden lehnte Dark seinen Kopf gegen den Oberschenkel seines Vaters, der ihm sanft übers Haar strich.
    Mit einem Lächeln auf den Lippen schlief Dark schließlich ein…


    Als Dark die Augen wieder aufschlug, war er zurück im Nichts und die drei Göttinnen musterten ihn aufmerksam. „War dein kleiner Ausflug deinen Vorstellungen entsprechend?“ Farore grinste als wäre sie ganz besonders stolz auf ihr Werk.
    Dark spürte zunächst einen tiefen Stich im Herzen. Jetzt, wo er erneut gespürt hatte, wie es war Zeit mit seinen Eltern zu verbringen, wollte er noch mehr davon. Als der junge Mann jedoch tiefer in sich hereinhorchte, musste er feststellen, dass er sich so ruhig und gelassen fühlte wie seit sehr langer Zeit nicht mehr. Er hatte sich bei seinen Eltern – allen voran bei seinem Vater – entschuldigen können und obwohl er ihnen all die Gräueltaten offenbart hatte, die er im Verlauf seines verkorksten Lebens begangen hatte, liebten sie ihn noch immer.
    Ja, er wünschte sich noch immer mehr Zeit mit ihnen.
    Aber es war jetzt in Ordnung für ihn, weiter voranzuschreiten.
    Er hatte endlich die Möglichkeit bekommen, einen Abschluss finden zu können und sich seine Sünden vergeben zu lassen.
    Dieses Mehr an Zeit, das er sich wünschte, konnte bis zu seinem neuen Leben warten.
    Also nickte er Farore zögerlich zu und antwortete: „Es war kurz, aber genug. Hab Dank dafür.“ Die Göttin des Mutes strahlte wie ein Kind, das gerade gelobt worden war, und machte Platz für ihre Schwester.
    Din schob sich in Darks Blickfeld und sah voller Tatendrang zu ihm auf. „Was kann ich für dich tun, Held der Schatten?“ Bei dem Titel musste Dark unwillkürlich lachen. Obwohl sich alles in ihm dagegen sträubte, gewann er zumindest Farore und Din allmählich lieb. Sie hatten etwas Offenes und Ehrliches, das sein Herz öffnete. Lediglich Nayru konnte der junge Mann noch immer nicht recht einschätzen. Ihr gegenüber empfand er unverändert Abscheu und Misstrauen.
    „Nun, mir einen hübschen Titel zu verleihen, wird auf jeden Fall nicht reichen“, neckte er Din, die daraufhin breit grinste. „Das war auch nicht meine Absicht. Ich empfand es lediglich als passend: Link, der Held aus den Schatten beziehungsweise aus dem Schattenreich.“
    Dark lief ein Schauer über den Rücken, als die Göttin ihn mit dem Namen seiner Geburt ansprach. Seit sich seine zweite, gefühlstote Seite herausgebildet hatte, hatte er sich diesen Namen für ihm sehr nahestehende Personen aufgespart. Ihn jetzt aus dem Mund der Göttin zu hören, war befremdlich, aber zu seiner eigenen Überraschung nicht unangenehm.
    In gewisser Weise waren die Göttinnen als Schöpferinnen alles Lebens Teil seiner Familie…
    Um zu überspielen, dass der simple Gebrauch seines Geburtsnamens ihn innerlich in Aufruhr versetzen konnte, wandte Dark sich schnell seinem zweiten Wunsch zu: „Von dir erwarte ich, dass du mich ein letztes Mal mit Shadow zusammenbringst. Es gibt doch noch eine Angelegenheit, die ich klären muss, bevor ich bereit bin, ein neues Leben zu beginnen.“
    Din nickte als habe sie Derartiges bereits erwartet und legte ihm beide Handflächen gegen die Schläfen. Instinktiv schloss Dark erneut die Augen und überließ sich dem Zauber der Göttin. Es dauerte nicht lange, bis um ihn herum ein blendendes Licht erstrahlte und er von dem bereits bekannten, aber nichtsdestotrotz noch immer unangenehmen Gefühl des Fallens erfasst wurde.


    Zu Darks Überraschung befand er sich nicht in seinem Heimatdorf, als er anschließend die Augen wieder aufschlug, sondern vor seiner ehemaligen Wohnhöhle. Der Stand der toten Sonne verriet dem jungen Mann, dass es beinah noch Nacht war und der Tag sich gerade erst anschickte, hereinzubrechen.
    Shadow saß einige Meter entfernt an einem Lagerfeuer und fettete seine Peitsche. Beim Anblick der vertrauten Gestalt drohte Darks schlechtes Gewissen übermächtig zu werden und Übelkeit schnürte ihm die Kehle zu. Bislang war ihm nicht bewusst gewesen, dass er Shadow gegenüber noch mehr Gewissensbisse hatte als es bei Arn der Fall gewesen war.
    Vielleicht, so überlegte Dark, hatte es damit zu tun, dass er den Großteil seines Lebens an Shadows Seite verbracht hatte. Oder damit, dass er, als er seinen Schwiegervater in einem Anfall rasender Wut und überwältigender Trauer erstochen hatte, kein Kind mehr gewesen war. Er hatte ganz genau gewusst, was er getan hatte. Er war nur nicht in der Lage gewesen, sich zu stoppen…
    Dark wusste nicht, ob er einen leisen Laut von sich gegeben hatte oder ob Shadow eine Bewegung aus dem Augenwinkel gesehen hatte, jedenfalls überraschte es den jungen Mann wenig, als sein ehemaliger Meister ihm zurief, ohne von der Waffe in seiner Hand aufzusehen: „Willst du den ganzen Tag herumliegen oder setzt du dich endlich zu mir?“
    Mit weichen, wackeligen Knien rappelte Dark sich auf und ging zum Lagerfeuer herüber, wo er sich an der seinem Schwiegervater gegenüberliegenden Seite niederließ. Da er noch immer zu große Angst hatte, Shadow anzusehen, starrte er dumpf in die züngelnden Flammen vor ihm.
    Wie sollte er dieses Gespräch bloß anfangen?
    Wie sagte man jemandem, dass man es bereute ihn getötet zu haben, nachdem dieser einem nichts als Güte entgegengebracht hatte?
    Komischerweise hatte er seinem Vater gegenüber weniger Probleme mit dieser Entschuldigung gehabt. Möglicherweise, dachte Dark, weil sein schlechtes Gewissen wegen Arns Tod weniger schlimm gebrannt hatte und er sich zumindest zum Teil dahinter hatte verstecken können, ein Kind gewesen zu sein; dass er nicht gewusst hatte, was er tat.
    Während Dark noch nach Worten suchte, ließ Shadow plötzlich seine Waffe sinken und maß seinen Schwiegersohn mit einem langen Blick, in dem maßloses Bedauern stand. Dann schlug der alte Assassine die Augen nieder und seufzte: „Es tut mir leid, Link.“
    Dark riss verblüfft den Kopf hoch und starrte Shadow entsetzt an. „Nein! Ich bin nicht hier, damit du dich bei mir entschuldigst. Ich bin hier, weil ich dich um Vergebung bitten möchte!“
    Wie geistesabwesend legte sich Shadow eine seiner großen Hände auf den Bauch, dahin, wo Dark ihm sein Wurfmesser immer wieder in die Eingeweide gerammt hatte.
    Für einen Moment sah es so aus als wäre der alte Assassine über die Erinnerung, von seinem eigenen Schwiegersohn ermordet worden zu sein, überrascht, aber dann stahl sich ein wehmütiges, schiefes Lächeln auf Shadows Lippen und er sah Dark mit einem beinah belustigten Ausdruck in den Augen an. „Ich habe immer gewusst, dass es gefährlich war, dich in mein Leben zu holen. Etwas an dir war schon kaputt gegangen, bevor ich dich fand, und ich habe geahnt, dass ich mir mit dir womöglich den eigenen Tod ins Haus hole.“
    Bei diesem Geständnis erbleichte Dark merklich und er starrte sich über die Maßen beschämt fühlend in das Feuer vor sich. „Warum hast du es trotzdem getan?“
    Shadow legte seine Peitsche neben sich auf den Boden und beugte sich vor, bis seine Unterarme auf seinen Oberschenkeln lagen. „Ich hatte gehofft, ich könnte dich retten. Ich habe mir eingebildet, wenn ich dir nur genügend Liebe und Zuwendung schenke, würde dein gebrochenes Herz wieder heilen und aus dir wieder einen glücklichen, kleinen Jungen machen. Aber ich schätze, manche Verletzungen gehen zu tief, um heilen zu können… Vielleicht hätte ich dich dein Leben als einsamer Wolf leben lassen sollen. Womöglich habe ich dir dadurch, dass ich dich mit der Liebe bekannt gemacht habe, nur geschadet.“
    Dark schüttelte heftig mit dem Kopf. „Das ist nicht wahr. Ich…“ Seine Stimme versagte und er musste neu ansetzten. „Ich war glücklich unter deinen Fittichen. Anfangs habe ich mir eingeredet, dass ich dir lediglich für deine Fähigkeiten bewunderte, aber spätestens als dich dieser Stierdämonenprinz beinah getötet hätte, war mir klar, dass es mehr war als das. Du warst vielmehr zu einem zweiten Vater für mich geworden. Ich liebte dich – und ich tue es noch immer.“
    Shadow horchte bei diesem Geständnis merklich auf und er musterte seinen ehemaligen Schüler mit neuem Interesse.
    Dieser fuhr unterdessen fort: „Ich war vermutlich der glücklichste Mann in der ganzen, verdammten Schattenwelt, während ich mit Zelda zusammenleben durfte. Und das lag nicht allein an ihr. Natürlich habe… liebe ich sie von Herzen, aber das allein hat mich nicht derart froh gemacht. Daran hattest auch du einen großen Anteil. Es war ungemein beruhigend und erleichternd, dass ich wusste, dass du immer für uns da warst. Egal, welches Problem wir auch hatten, du hast uns stets geholfen. Und es war auch vor allem dein Verdienst, dass wir in einer Dorfgemeinschaft leben durften, in der man sich unterstützt und geborgen fühlen konnte.“
    Dark stieß einen langgezogenen Seufzer aus, der die Spitzen der Flammen vor ihm wild zucken ließ. „Ich war undankbar und unfähig zu sehen, welch unsägliches Glück ich hatte – selbst dann noch, als die Dämonen Zelda getötet und das Dorf niedergetrampelt hatten. Ich hätte dankbar dafür sein müssen, dass ich wenigstens dich noch hatte. Doch stattdessen hab ich meine ohnmächtige Wut über Zeldas Tod auf dich fokussiert und…“ Dark würgte an den folgenden Worten und brach schließlich ab.
    Er konnte es nicht aussprechen…
    Shadow ließ den Kopf hängen und flüsterte: „Zu Recht. Du hattest mich sogar noch an die vermehrten Dämonensichtungen erinnert und mich vor der potenziellen Gefahr für das Dorf gewarnt, aber ich habe dich trotzdem bedrängt mich auf diese unnötige Mission zu begleiten – und das nur, weil ich irrsinniger Weise eifersüchtig auf euer Glück war.“
    Dieses Mal war es Dark, der aufhorchte und seinen Schwiegervater verblüfft musterte. „Du… Du warst eifersüchtig? Aber warum?!“
    Der alte Assassine sammelte imaginäre Fussel von seiner Hose aus grobem Stoff und ließ sich Zeit mit einer Antwort. Dann gestand er: „Ihr ward so auf euch selbst fokussiert, dass ich das Gefühl hatte, keinen Platz mehr in eurem Leben zu haben. Ich habe Zelda und auch dich vermisst und fühlte mich alleine. Deswegen wollte ich unbedingt, dass du mich auf diese lange Mission begleitest. Ich wollte noch einmal Zeit mit dir verbringen – so wie früher.“
    Ohne sich selbst bewusst zu sein, was er tat, stand Dark auf, ging um das Lagerfeuer herum und schloss den völlig perplexen Shadow in die Arme. „Es tut mir leid, dass du dich ausgeschlossen gefühlt hast. Das war niemals unsere Absicht. Für uns hast du immer zur Familie gehört. Und…“ Dark nahm all seinen Mut zusammen und würgte die Worte, die ihm am schwersten auf dem Herzen lasteten endlich hervor: „Und es war nicht deine Schuld, dass die Dämonen das Dorf überfallen haben. Ich hätte auf meine innere Stimme hören und bleiben sollen. Ich habe nicht dich gehasst, sondern mich – verstehst du? Und es tut mir unendlich leid, dass ich meinen Zorn dennoch an dir ausgelassen habe.“
    Shadow verstärkte die Umarmung und entgegnete mit verdächtig brüchiger Stimme: „Das ist schon in Ordnung, Junge. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl es verdient zu haben.“
    So hielten die beiden Männer sich für einen langen Moment umschlungen als wären sie Schiffsbrüchiger auf hoher See, die sich an das letzte Stück Treibgut klammerten.
    Nach einer Weile löste Shadow sich aus der Umarmung und sah mit einem Blick voller Liebe zu Dark herab, der noch immer neben ihm auf dem Boden kniete. Die Augen des alten Assassinen waren rot gerändert, aber auf seinen Lippen lag ein entspanntes Lächeln. Dann legte er seine riesige Hand auf Darks Kopf und zerzauste ihm liebevoll das Haar, wie es bereits Arn zuvor getan hatte.
    Über die Schulter auf zwei an der Felswand lehnende Bogen deutend, fragte Shadow: „Was hältst du davon, wenn wir ein letztes Mal gemeinsam auf die Jagd gehen?“ Dark nickte und erwiderte das Lächeln seines ehemaligen Meisters. „Nur zu gerne.“
    Die Beiden machten sich gerade auf den Weg, als Dark seinen Schwiegervater von der Seite ansah und neckte: „Hey, wieso hast du mir eigentlich nie verraten, dass du in Wirklichkeit Johanson heißt?“ Shadow stöhnte laut auf und murrte: „Wer hat dir das denn verraten?“ Dark lachte angesichts des genervten Gesichtsausdrucks seines Begleiters, blieb ihm jedoch eine Antwort schuldig. Stattdessen rannte er die kleine Anhöhe vor sich hinauf und breitete dabei die Arme aus als wolle er abheben wie ein Vogel.
    Auf einmal fühlte er sich unendlich leicht und frei.


    Nachdem er den ganzen Tag mit Shadow gejagt und anschließend mit ihm am Lagerfeuer gesessen, gegessen und stundenlang geredet hatte, war Dark irgendwann erschöpft, aber glücklich gegen seinen ehemaligen Meister gelehnt eingeschlafen. Wie bereits beim letzten Mal befand er sich wieder im Nichts, als er anschließend die Augen wieder aufschlug.
    Din betrachtete ihn mit einem zufriedenen Ausdruck im Gesicht und stellte fest: „Du hattest offenbar eine schöne Zeit.“
    Dark befühlte so unauffällig wie möglich seine Mundwinkel, die zu einem glückseligen Lächeln nach oben verschoben waren und sich gar nicht mehr senken lassen zu wollen schienen. Dann nickte er der Göttin der Kraft zu und entgegnete: „Allerdings. Ich fühle mich nun deutlich befreiter. Hab Dank.“
    Din neigte leicht den Kopf und zog ein selbstgefälliges Gesicht, so als hätte sie nichts anderes als eine perfekte Ausführung des Wunsches erwartet. Dann machte sie Platz für Nayru, die gar nicht abwartete, dass Dark sein letztes Begehren in Worte fasste. Stattdessen mutmaßte sie: „Ich nehme an, du verzehrst dich danach, deine Frau wiederzusehen?“
    Dark nickte und ließ die Göttin der Weisheit seinen Kopf zwischen die Hände nehmen. Es kribbelte leicht auf seiner Stirn, als sie ihm zu seiner Überraschung einen Kuss unter den Haaransatz hauchte. Nur den Bruchteil einer Sekunde später fing der Zauber an zu wirken und Dark stürzte in grelles Licht getaucht ins Bodenlose.


    Als Dark wieder zu sich kam, spürte er zuerst die Wärme und Weichheit eines Bettes. Erst mit etwas Verzögerung bemerkte er den Arm, der sich um seine Hüfte geschlungen hatte, die Rundungen von Brüsten, die sich gegen seinen Rücken schmiegten und das leichte Bohren eines Kinns an seiner Schulter.
    „Du bist wieder da.“ Zeldas Stimme klang schlaftrunken und sie presste sich noch näher an ihren Mann. Diesem zersprang beinah das Herz, als er ihre fragil wirkende Hand in seine nahm, und er wunderte sich stumm darüber, dass er sich zur selben Zeit unbeschreiblich glücklich, aber auch tieftraurig fühlen konnte.
    Was hätte er nicht alles darum gegeben, wenn er diesen Moment für immer hätte bewahren können?
    Seine Finger mit Zeldas verschränkend, entgegnete Dark: „Tut mir leid, dass ich dich so lange allein gelassen habe.“
    Zelda schob ihr Becken noch näher an seinen Po und schüttelte leicht mit dem Kopf. „Es war nicht deine Schuld.“
    „Aber es war meine Schuld, dass ich nicht bei dir war, als… als…“ Dark stöhnte innerlich auf.
    Warum nur fiel es ihm derart schwer, das Offensichtliche auszusprechen?
    „… als die Dämonen in unser Dorf eingefallen sind und mich getötet haben?“, wagte sich Zelda vor, den Satz ihres Mannes zu vervollständigen.
    „Ja…“ Sofort schoben sich Bilder der toten Zelda vor Darks geistiges Auge und er sah wieder ihren leblosen, steifen Körper mit der klaffenden Wunde an der Kehle vor sich. Das Rot des rohen Fleisches hatte neben der blutleeren, blassen Haut unnatürlich intensiv gewirkt – wie ein zu grell geschminkter, zahnloser Mund, der ihn hämisch angegrinst hatte.
    Obwohl Dark sich danach verzehrte, seine Frau anzuschauen und sich ein letztes Mal an ihrer Schönheit zu erfreuen, war er in diesem Moment froh darüber, dass er mit dem Rücken zu ihr lag und sie sein Gesicht nicht sehen konnte. Ihm war selbst nicht ganz klar, warum, aber die Vorstellung, sie würde an seinen Augen ablesen, welch Pein der Gedanke an ihren Tod noch immer in seinem Herzen auslöste, war ihm zutiefst zuwider.
    Dark spürte wie seine Frau hinter ihm mit den Schultern zuckte. „Ehrlich gestanden war ich froh, dass du nicht da warst. So konnte ich mich wenigstens damit trösten, dass ihr, du und mein Vater, wahrscheinlich in Sicherheit wart.“
    „Aber wenn wir da gewesen wären, hätten wir helfen können, das Dorf zu verteidigen“, insistierte Dark, was Zelda dazu veranlasste, ihn auf den Rücken zu drehen und ihm derart intensiv in die Augen zu schauen, dass der junge Mann das Gefühl hatte, seine Gattin wolle ihm bis auf den Grund seiner Seele blicken. „Wir sind damals regelrecht überrannt worden, Link. Ich hatte noch nie einen derart großen Zusammenschluss an mächtigen Dämonen gesehen. Ja, vielleicht hätte es einen Unterschied gemacht, wenn Vater und du zuhause gewesen wäret. Wahrscheinlicher erscheint mir jedoch, dass ihr genauso getötet worden wärt wie der Rest von uns.“
    „Dann wäre ich wenigstens an deiner Seite gestorben…“ Dark schlug die Augen nieder, als er Zeldas Blick nicht mehr standhielt.
    „Und ich wäre in diesem Fall deutlich unglücklicher gestorben. So blieb mir wenigstens die Hoffnung, dass dir eine Zukunft blieb.“ Zelda strich ihrem Gatten sanft über die Wange und fügte dann mit einem traurigen Flüstern an, als der verzweifelte Ausdruck nicht aus seinem Antlitz verschwinden wollte: „Aber du hast nichts daraus gemacht, oder?“
    Dark schüttelte den Kopf, wobei seine Haare ein leises Rascheln auf dem Stoff des Kopfkissens verursachte. „Als ich deine… Leiche gefunden habe, bin ich durchgedreht. Ich konnte nicht damit umgehen, dich verloren zu haben. Meine dunkelste und brutalste Seite ist aus mir herausgebrochen wie Eiter aus einem aufplatzenden Geschwür. Ich…“ Dark rollte sich wieder auf die Seite, weil er bei Zelda dem folgenden Geständnis nicht ansehen konnte. Es würde schlimm genug werden, wenn sie aufstehen und sich angewidert von ihm abwenden würde. „… Ich habe in meinem Zorn auf das Schicksal sogar deinen Vater erschlagen…“
    Dark rechnete fest damit, dass Zelda vor ihm zurückweichen würde als hätte sie sich plötzlich an ihm verbrannt. Zu seiner Überraschung hielt sie jedoch nur kurz inne seine Hüfte zu streicheln und zog ihn dann wieder fest in ihre Arme. Nach einem langen Moment nickte sie schließlich und gab zu: „So etwas in der Richtung hatte ich bereits geahnt.“
    Vollkommen verwirrt warf Dark sich wieder herum und sah seine Frau forschend an. „Du… Du bist mir überhaupt nicht böse?!“
    Zelda stieß einen langgezogenen Seufzer aus und strich Dark eine Strähne aus der Stirn. „Nun, ich bin nicht gerade erfreut darüber. Tatsächlich tut es mir wahnsinnig leid für meinen Vater – und auch für dich. Du musst dir die schlimmsten Vorwürfe gemacht haben, nachdem du wieder zu dir gekommen bist. Aber es überrascht mich auch nicht sehr. Du hattest immer eine unkontrollierbare, erschreckend kaltblütige und zornige Seite, die sich jedes Mal gezeigt hat, wenn du von deinen Gefühlen überfordert warst.“
    „Du solltest mich hassen“, insistierte Dark, aber Zelda schüttelte den Kopf. „Ich kenne dich, Link. Ich weiß, dass du in einer emotionalen Ausnahmesituation gewesen bist. Dir mag zwar bewusst gewesen sein, was du tatst – vielleicht hast du dir sogar eingebildet, du würdest es wollen – aber ich bin mir absolut sicher, dass du in diesem Moment keine Kontrolle über dich hattest. Du bist immer noch mein Link!“
    Als sie das wenig überzeugte Gesicht sah, das Dark angesichts ihrer Worte zeigte, stieß die junge Frau ein leises Lachen aus. „Oh, du kannst dir sicher sein, wenn wir noch leben würden, wäre ich furchtbar wütend auf dich und würde dir dein Leben zur Hölle machen! Aber auch dann hätte ich nicht aufgehört dich zu lieben. Und der Tod verschiebt die eigenen Prioritäten doch sehr. Die Göttinnen haben uns diesen einen Tag geschenkt, damit wir uns ein letztes Mal an unserer Liebe erfreuen können. Ich werde diese Chance nicht verschenken, indem ich wütend auf dich bin wegen einer Tat die schon hunderte von Jahre zurückliegt.“
    Mit diesen Worten presste sie dem völlig perplexen Dark ihre Lippen auf seine und zog ihn auf sich, um sich ihm zu der innigsten aller Vereinigungen hinzugeben.
    Als sie einige Zeit später erschöpft zurück auf die Laken sanken und Zelda ihren Kopf auf Darks Brust bettete, bemerkte dieser wie bleierne Müdigkeit nach ihm griff. Da seine letzten beiden Wünsche geendet waren, sobald er eingeschlafen war, kniff er sich fest in den Oberschenkel, um sich wach zu halten.
    Zelda, die seinen verzweifelten Versuch, dem Schlaf zu entkommen, bemerkte, neckte: „Du kannst diesen Moment nicht festhalten. Das weißt du, oder?“ Dark nickte und rieb sich verstohlen über die schweren Lider. „Das ist mir bewusst. Trotzdem möchte ich ihn so lange auskosten wie irgend möglich. Ist das so verwunderlich?“ Zeldas langes Haar kitzelte auf Darks unbekleideter Brust, als sie andeutungsweise mit dem Kopf schüttelte. „Nein.“
    Eine Weile lang sprach keiner der Zwei ein weiteres Wort. Beide erfreuten sich an der Nähe des anderen und versuchten, den Augenblick des Abschieds heraus zu zögern. Als er einzuschlafen drohte, fragte Dark: „Du wirst auch bald wiedergeboren werden, oder?“ Zelda malte unsichtbare Muster auf die straffe Haut über seinem flachen Bauch und gähnte herzhaft. „Denke schon.“ „Glaubst du, wir sehen uns dann wieder?“ Eigentlich handelte es sich dabei um eine rhetorische Frage, auf die Dark keine andere Antwort als ein Nicken erwartete.
    Zu seiner Überraschung stützte Zelda sich jedoch auf einen Ellbogen und schien in weiter Ferne zu blicken, obwohl ihre Augen auf Darks schüttere Brustbehaarung geheftet waren. „Ich hoffe es. Aber es ist durchaus möglich, dass wir in unterschiedliche Welten geboren werden.“
    Darks Herz zog sich krampfhaft zusammen, als er daran dachte, seine geliebte Frau konnte womöglich erneut in der Schattenwelt darben, während er ein Leben im Überfluss der Mittelwelt genießen würde. Geradezu panisch packte er Zeldas Schultern und schüttelte sie leicht, bis sie ihm in die Augen sah. „Versprich mir“, forderte er, „dass wir einen Weg zueinander finden, selbst wenn wir in verschiedene Welten geboren werden sollten.“
    „Ich… äh…“, setzte Zelda an, aber Dark unterbrach sie sofort: „Versprich es mir!“
    Bei dem brennenden Verlangen in den Augen ihres Mannes schlich sich ein Lächeln auf Zeldas Lippen. Sie hatte keinen Zweifel daran, dass er ihretwegen notfalls die Grenzen zwischen den Welten niederreißen würde. Den Kopf gegen sein Schlüsselbein gestützt antwortete sie mit vor Müdigkeit träger Stimme: „Ich verspreche es.“
    Dark wollte sie daraufhin fest in die Arme schließen, doch plötzlich verwandelte sich seine Gattin unter seinen Fingern in ein strahlendes Licht. Es war fast als hielte er auf einmal einen funkelnden Stern in den Händen. Während er dem Licht dabei zusah wie es durch die Decke hindurch schwebte, musste er unwillkürlich daran denken, dass Shadow seine Tochter stets seinen «schwarzen Stern» genannt hatte.
    Kurz darauf wurde auch Dark in gleißendes Licht gehüllt und er fiel erneut durch Zeit und Raum.


    Sekunden später stand er wieder den drei Göttinnen gegenüber. Bevor Nayru etwas sagen konnte, rief Dark: „Warum bin ich wieder hier? Ich war noch überhaupt nicht eingeschlafen! Der Tag war noch nicht vorbei!“
    Die Göttin der Weisheit nickte. „Stimmt. Du bist nicht eingeschlafen, aber Zelda. Das hat den Zauber gebrochen.“
    Tränen ließen Darks Blickfeld schwimmen und er seufzte: „Zu früh, viel zu früh…“
    Farore legte ihm eine Hand auf die Schulter und drückte sanft zu, während in ihrem Gesicht die Versicherung geschrieben stand, dass sie seinen Schmerz verstehen konnte. Din schlug betreten die Augen nieder, während Nayru schnell zu ihrer Geschäftsmäßigkeit zurückfand: „Bist du dennoch bereit, ein neues Leben zu beginnen?“
    Dark horchte lange in sich hinein, dann stahl sich ein Lächeln auf seine Lippen. Zum ersten Mal seit seinen frühen Kindheitstagen fühlte er sich wieder vollkommen bei sich und mit sich selbst im Reinen. „Ja, ich denke schon.“
    „Dann sei es so.“ Nayru nickte ihren Schwestern zu, die sich im Kreis um Dark herum aufstellten und sich gegenseitig an den Händen fassten. „Eine letzte Information noch“, hob die Göttin der Weisheit an, „du wirst dich an nichts aus deinem vergangenen Leben bewusst erinnern können. Dennoch werden deine Erfahrungen stets ein Teil von dir sein. Vertrau deinen Instinkten und dir wird ein erfolgreiches Leben beschieden sein.“
    Dann stimmten die Göttinnen einen melodischen Singsang in einer Sprache an, die Dark nicht kannte. Ihre Körper verwandelten sich in verschiedenfarbige Lichtsäulen, die sich in die Höhe schraubten, miteinander verwoben und dann auf Dark niederstürzten.
    Im ersten Moment wurde der junge Mann geblendet, dann verlor er das Bewusstsein und alles um ihn herum wurde von undurchdringlicher Dunkelheit geschluckt.


    Nur Sekunden später wurde in einem kleinen Dorf namens Ordon ein gesunder Junge geboren, dem ein großes Schicksal vorherbestimmt war.


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    Mir ist bewusst, dass diese Geschichte nicht im Einklang mit der offiziellen Timeline steht - schließlich ist "Twilight Princess" im Zeitstrang des jungen, zurückgeschickten Links eingeordnet. Aber... who cares?! Ich könnte mir keinen besseren Link als Wiedergeburt unseres lieben Darks vorstellen als den zwischen den Welten wandelnden TP-Link. Auf diese Weise kann er sich nicht nur als Held beweisen, sondern womöglich auch seine frühere Heimat retten.