Stranger Things

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    • Stranger Things

      Stranger Things, eine interessante und abwechslungsreiche Serie, die man sich mit gemischten Gefühlen ansehen kann.
      Eine Kleinstadt im Bundesstaat Indiana im Jahre 1983. Auf mysteriöse Weise verschwindet ein Junge aus der Nachbarschaft während er zusammen bei seinen Freunden zu Hause spielt und spät in der Nacht mit dem Rad nach Hause fahren will. Seine Freunde machen sich auf die Suche nach ihrem besten Kumpel und stoßen dabei auf ein merkwürdiges Mädchen mit kurz rasierten Haaren und einer Zahl 011 auf der Hand tätowiert. Das Mädchen beweist in brennslichen Situationen ihre einzigartige Eigenschaft, nämlich Dinge per Telekinese schweben zu lassen. Ab diesem Zeitpunkt steht die Kleinstadt Hawkings auf dem Kopf, da ein seltsamer Vorfall nach dem Anderen sich ereignet und die Freunde diese Ereignisse untersuchen, während sie nach ihrem besten Kumpel suchen.

      Ich gebe zu, ich bin nicht gut darin Klappentexte für irgendwelche Serien zu schreiben und auf Wikipedia wollte ich jetzt keine Zitatkette produzieren.
      Ja, Stranger Things, eine Serie die hoch gelobt ist und natürlich auch von mir angesehen werden musste.

      Mir gefiel sehr sehr gut das 80iger Jahre Setting, die Autos, die Umgebung, der Kleidungsstil und vor allem die Musik. Stranger Things schafft es mit seiner atemberaubenden Vergangenheit so wunderbar psychedelische Tracks zu produzieren, die einen richtig fesseln und so einen kleinen Schauder über den Rücken ziehen. Was kann ich zur Story sagen? Mit 8 Folgen ist Stranger Things kein Marathonläufer, was aber soweit eigentlich nicht schlimm ist. 50 Minuten geballte Episodenpauer geben viel Anschauungsmaterial, das sich aber zugegebener Maßen manchmal echt in die Länge zieht. Stranger Things ist unterhaltsam und macht auf einer gewissen Weise schon Lust auf mehr, nur das Problem ist, dass Stranger Things sich irgendwann auf einem Level einfährt und man einen kick erwartet, der die Serie aus ihrem eigenen Potential hebt und den Zuschauer im Sessel versinken lässt. Auf diesen Kick habe ich irgendwie vergebens gewartet DENN ER KOMMT EINFACH NICHT. Die Spannungs- und Handlungskurve waren gut aufgeteilt aber in einem so lahmen Rhythmus, dass ich öfters mit dem Gedanken gespielt habe einfach aus zu machen.
      Wiederkehrende, dramatische Szenen wie das Mädchen versucht ihre Telekinese anzuwenden und immer Nasenbluten bekommt, Drama hier, Drama dort. Es ist schwierig zu erklären, aber manchmal hatte die Serie den Erzählschwerpunkt auf das Falsche gerichtet, was aber zunehmend nach Folge zu Folge besser wurde.
      Was mich auch etwas gestört hatte war, dass Kinder im Alter zwischen 11 und 13 so ein gesammeltes Wissen an Physik und anderen Naturwissenschaften hatten, dass selbst mitten drin sich die Erwachsenen fragend am Kopf kratzten wovon die Jungs überhaupt reden. Gut finde ich, dass es erklärt wurde woher sie ihr Wissen beziehen, was sie sich aber fortwährend in späteren Folgen auch eher geschenkt haben.

      Staffel 2 hingegen machte zu Staffel 1 schon einiges Besser. Die Handlung spielt insgesamt 1 Jahr danach. Aus Spoilergründen werde ich hier nicht weiter drauf eingehen.
      Staffel 2 hat ein interessantes Konzept, denn ab der Hälfte teilt sich die Geschichte irgendwie in 2 Parts auf. Ähnlich wie in the Walking Dead sieht man Geschehnisse von einer Gruppe während die andere Gruppe erst in der nächsten Folge behandelt wird. Das hält sich aber zum Glück sehr in grenzen und wird nicht sehr ausgedehnt. Einmal hatte ich wirklich kurz das Gefühl den Handlungsstrang zu verlieren weil ich mich doch eher auf eine andere Gruppe so fixiert habe als auf die Eine, aber das hat sich ab dem Zeitpunkt gelegt, als sie sich wieder alle getroffen hatten. Das Zusammenspiel einzelner Charaktere in Staffel 2 ist sehr schön zu sehen, wie sie sich aufgrund der vergangenen Sachen in Staffel 1 verändert haben.

      Stranger Things ist eine liebevoll erzählte Geschichte die etwas Spannung aufkeimen lässt. Wobei ich hier nur wieder betonen kann, dass Staffel 2 den Kick eher geliefert hat, als Staffel 1. Den ganz großen Hype um die Serie, so wie er im Netz zu sehen war, konnte ich jetzt nicht nachvollziehen. Es ist eine Solide Serie mit Potential nach oben.

      Ich freu mich auf Staffel 3 Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres und klink mich wie in Stranger Things mit meinem Walkie Talkie aus. *brrrrzzzz* Jason out.

      ~ Drop the beat! ~
    • Das Besondere an Stranger Things ist meiner Meinung nach, wie die kindlichen Hauptcharaktere ins Bild gesetzt werden. Viele Filme und Serien, in denen Kinder im Mittelpunkt stehen, stellen diese zu sehr aus der Sicht eines Erwachsenen dar: Launisch, besserwisserisch und mit zu viel Fantasie als gesund wäre gesegnet. Nun, die Macher von ST haben sich beim Schreiben - ob nun beabsichtigt oder nicht - gut genug in das Innere Kind hineinversetzen können, um es nicht als plärrende Karikatur, sondern als ernstzunehmende, vernunftbegabte Persönlichkeit darzustellen. Das wird besonders dadurch deutlich, dass es kein "Wir gegen die Erwachsenen gibt", sondern alle im selben Boot sitzen und am selben Strang ziehen müssen. Das Bindeglied ist dabei ganz klar Wills Mutter, die sich in der Hoffnung, ihren Sohn retten zu können an Strohhalme klammert - auch wenn sie dabei die Grenzen der Wirklichkeit hinter sich lassen muss. Im Gegensatz dazu steht Jane alias "Elf", die sich ihrer Kindlichkeit nicht einmal bewusst ist und sich deshalb erst gar keine Grenzen für ihr Denken und Handeln setzt.

      Die Spannung war für mich, zumindest in Staffel zwei, durchgehend präsent. Falls ich im Laufe von S01 mal das Gefühl hatte, etwas würde sich unnötig hinziehen, konnte ich das durch das sehr gute Gesamtbild erfolgreich verdrängen. Ich täte mir für die Serie allerdings wünschen, dass sie am Ende von Staffel drei einen würdigen Abschluss bekommt und sich nicht durch sämtliche Lebenszyklen der Figuren totläuft.

      Oh, und ganz toll sind natürlich die im Übermaß vorhandenen Easter Eggs: Praktisch alles, was in den 80ern Rang und Namen hatte, wird in die Szenen eingearbeitet. Deshalb würde es mich ja auch mal reizen, die Serie im OT zu rewatchen - ich bin fast sicher, dass sich da noch einige Anspielungen und Wortwitze entdecken lassen ^^
      Erlaube mir, dich zu warnen, dass es ein gefährliches Unterfangen ist, meine Genialität in Frage zu stellen; es könnte deinen Tag um einiges surrealer machen.

    • Im Grunde kann ich hier Vince nur beipflichten. Stranger Things lebt von seiner klasse Atmosphäre, den guten Kinder Darstellern, die hier auch sehr menschlich kindisch sind und all den Geheimnissen, die so jede einzelne Figur entdeckt und nachforscht.
      Ich hoffe sehr, dass die dritte Staffel letztendlich alle Handlungsstränge aufnimmt und gekonnt auflöst. Ganz groß loben muss man aber dem Flair der 80er Jahre. Das fängt mit der Musik an, geht über zur Stimmung, zur Retro Kameraarbeit, die Ausstattung der Serie selbst (Autos, Kleidung, Architektur etc) und dann auch das Intro selbst. Perfekt ist die Serie bei weitem nicht, mal mehr und mal weniger spannend, aber stets auf hohem Niveau umgesetzt und inszeniert.


      I’m just watching a bad dream I never wake up from.

      - Spike Spiegel from Cowboy Bebop