Eine Seele in zwei Wesen zur gleichen Zeit?

  • Im Spiel "Twilight princess" trifft Link auf eine vergangene Version seiner selbst, die ihn den Kampf mit dem Schwert lehrt. Es handelt sich dabei um ein Skelett in Rüstung. In Hyrule Historia gibt es zwei Informationen, die zu diesem Schluss hinleiten. Es wird bestätigt, dass es sich hierum um den den Link aus Ocarina of time handelt (Wird im Video gezeigt) und laut dem Manga am Ende des Buches heißt es, dass die Links die Wiedergeburt einer Person sind, ein Versprechen von Hylia. Dass das auch so funktionierte wird durch die Darstellung des jungen Link viele Jahre nach dem ersten Link angedeutet, jedoch mit nichts Eindeutigem.


    Auch wenn es sich bei dem Lehrmeister in Twilight princess um eine Art Geist oder Untoten handelt, so ist er dennoch ein Link. Das heißt also wir haben hier zwei Links zur selben Zeit. Also die selbe Seele zweimal. Ich denke auf die Seele kommt es bei einer Wiedergeburt an, denn was sonst verbindet denn eine Version von Link mit den anderen? Erinnerungen sind es nicht (Link weiß ja nie etwas von seinen vorherigen Versionen), der Körper ist es nicht, er sieht zwar meist ähnlich aus, doch nie genau gleich. Ohne die Seelensache gibt es hier sowas wie Wiedergeburt also nicht. Irgendetwas muss ja gleichbleibend sein.


    Wie könnte hier der Lösungsansatz aussehen? Vielleicht können manche Geister seelenlos und nicht mehr als eine Erinnerung und Pflichtgefühl sein. Die Seele wäre hier also längst weitergezogen. Es gibt einige Geschichten, wo jemand seine Seele freigibt. In Sailor Moon (Alte Serie) schickt Galaxia ihre Seele fort, da sie merkt, dass etwas sie übernimmt. In "Das wandelnde Schloss" gibt ein talentierter Zauberer sein Herz her, um mit Kalzifer einen Pakt zu schließen, er wird aber dennoch ein freundlicher Mann.


    Oder es ist vielleicht wie in Kingdom hearts: Birth by sleep. Herzen (Vielleicht auch als Synonym von Seele zu verstehen) können in der Spielreihe vereint, geteilt what ever werden. Ein Lehrmeister nahm sich das, was er an Ventus behalten wollte und erschafft somit zwei Wesen. Vanitas und der andere Teil von Ventus, den er nicht wollte und welchen er zunächst für den Restmüll hielt. Dieser Teil wurde ja durch ein noch Ungeborenes lebensfähig, indem jenes sein Herz mit Ventus teilte und ihn somit ergänzte, Sora, wenn ich mich recht entsinne. Jedenfalls muss der Lehrmeister-Link nicht viel seiner Seele brauchen. Er muss ja nur den Schwertkampf lehren.



    Ja, kann mir vorstellen, dass einige von euch sagen: "Das ist, weil sich Nintendo einfach keine Gedanken gemacht hat" und das stimmt vermutlich. Aber von dieser Tatsache mal ab, wie würdet ihr das erklären, dass er zu einer Zeit zweimal da ist?

  • Dinge im Zusammenhang mit Wiedergeburt zu erklären ist mindestens genauso schwierig wie das Thema Zeitreisen und deren Logik in den Spielen, aber sei es drum.


    Ich stelle mir vor, dass der goldene Wolf bzw. der Stalfos-Krieger eine Art Geist ist oder vielleicht doch Links Erinnerung aus dem vorherigen Leben, die eine Gestalt angenommen hat. Möglicherweise hat der Held der Zeit vorausgesehen, dass er in einem nachfolgenden Leben vielleicht einmal auf sein eigenes Wissen zurückgreifen muss. Daher verweilte sein Geist in Form des goldenen Wolfes noch in der Welt der Lebenden. Als nun der Link aus TP wirklich auf sein früheres Wissen angewiesen ist, begibt sich der Wolf gewissermaßen in den Kopf des lebenden Links und stößt dort eine Tür zu den Erinnerungen seines früheren Lebens auf, die er alleine nicht erreichen könnte. Dort nimmt er eine Gestalt an, die möglicherweise der entspricht, die der des Helden der Zeit zu dieser Zeit entspricht (also die seines begrabenen Körpers). Das würde den Zustand der Rüstung erklären sowie den Grund, warum es sich um ein Skelett handelt. Der Ort, an dem die Schwertlektionen gegeben werden, ist ja nicht die reale Welt sondern entspricht doch eher einer Art Geisterwelt oder findet einfach nur im Kopf von Link statt. Von daher würde also Links Seele nicht zweimal existieren. Auch der goldene Wolf hat eher etwas von einem Geist als von einem lebenden Wesen.


    Bei dieser Theorie gibt es jedoch einen Haken: Wenn also der Held der Zeit Vorkehrungen getroffen hat, seiner Wiedergeburt seine eigenen Erinnerungen zu vermitteln, wie ist das dann mit den Heulsteinen? Diese kann Link schließlich nur in seiner Wolfsgestalt hören und das Lied wiedergeben. Der Held der Zeit konnte allerdings nicht voraussehen, dass Hyrule in ein Schattenreich verwandelt werden wird und seine Wiedergeburt dort Wolfsgestalt annimmt. Wie passen dann also die Heulsteine in die Geschichte?

  • Hm, ok, mal überlegen.....


    Nein, dass sein zukünftiges Ich mal die Welt vor den Schatten retten muss, konnte er nicht wissen, ohne selbst mal Kontakt mit Zanto gehabt zu haben oder Ähnliches. Aber dass er sich mit den Heulsteinen auskannte lässt sich nur dadurch erklären, dass er in seinem Leben auf irgendeine Weise über diese gestolpert sein muss und sich mit ihnen auseinandergesetzt hat. Link hatte ja einige Jahre Zeit dazu. Vielleicht hat er auch mal im Zusammenhang mit seinen Forschungen die Schattenwelt besucht. Jedenfalls muss er dann nicht wissen, was sein anderes Ich mal bekämpfen muss, sondern es reicht, dass er es sieht, wenn es soweit ist und sich bereits damit auskennt. Allerdings hat auch dieser Gedankengang einen Haken.....


    ....wer soll denn die Steine erstellt haben. Dass jemand Steine mit Liedern aufstellt kann ich mir ja noch vorstellen, dass random jemand Steine mit magischen Liedern an random Orten aufstellt und dann auch nur als Wolf hörbar.....hm, naja, da wird der Verdächtigenkreis schon viel enger. Außerdem woher soll Link wissen, dass er immer wiedergeboren wird, wenn man ihm das nicht irgendwie durchkommuniziert? Warum sollte er wen helfen wollen, von dem er nicht weiß, dass er mal existieren wird?


    Die Lieder sind ja nicht eingraviert sondern werden durch den durch das Loch ziehenden Wind erzeugt. Absonderlicherweise weht der Wind REIN ZUFÄLLIG so, dass dadurch ein Lied zustande kommt? Nee......die Steine sind magisch. Auf ihnen ist das Zeichen der Shikah und weil sie sowieso teilweise aus großen Genies bestehen und mit den Legenden um den Helden stark vertraut sind, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sie das mit dem anderen Link zusammen eingefädelt haben. Sie waren eindeutig für Link oder jemand anderen mit einem Triforcefragment gedacht, denn nur mit Hilfe des Fragments wurde ja Link zum Wolf, sonst wäre vermutlich das gleiche wie mit anderen Leuten geschehen. Immerhin muss man in Wolfgestalt sein, um das Lied zu hören.


    Mögliche Lösung: Die Weisen der Shikah haben sich also mit einer Prophezeiung bezugnehmend auf Twilight princess beschäftigt (Derlei gab es ja schon ein paar mal in der Spielreihe) und haben Ocarina-of-time-Link davon erzählt, weil es an der Stelle nun mal notwendig war.



    Ich hoffe es stört nicht, wenn ich zusätzlich zum Endergebnis des Gedankengang auch der Rest drinsteht.

  • Was wäre denn, wenn die Heulsteine eigentlich zu einem völlig anderen Zweck gedacht waren und sich der Geist des Herrn der Zeiten sich dieser nur bedient, als er bemerkt, dass TP-Link seine Hilfe benötigen könnte? Soweit ich mich erinnere, trifft man den goldenen Wolf nämlich zuerst ganz ohne, dass man einen Heulstein gefunden hat.

    Möglicherweise kann sich der Geist des Herrn der Zeiten nur für kurze Zeit in der Welt der Lebenden materialisieren und muss deswegen immer wieder auf Hinweise warten, wo sich TP-Link aufhält, um mit ihm Kontakt aufnehmen zu können - und TP-Link jault munter an den Steinen, weil er glaubt, dass sie irgendeine tiefere Bedeutung haben, ohne deren ursprünglichen Zweck tatsächlich zu enträtseln.

    Zugegeben, die Theorie würde mehr Sinn machen, wenn der goldene Wolf tatsächlich an den Heulsteinen auftaucht anstatt nach einem Heulkonzert TP-Link wissen zu lassen, wo er als nächstes auf ihn warten wird.

    Man könnte natürlich die These aufstellen, dass es womöglich nur bestimmte Orte gibt, an denen sich ein Geist materialisieren kann - deswegen nimmt OoT-Link, sobald er weiß, wo TP-Link gerade ist, telepathisch Kontakt zu ihm auf und teilt ihm einen dieser "Geisterpunkte" in der Nähe mit. Allerdings muss ich sagen, dass mir das selbst zu sehr an den Haaren herbei gezogen ist.


    ---


    Was ich mir auch vorstellen könnte - um mal eine andere Theorie in den Raum zu stellen - dass die Seele des Auserwählten weitaus komplexer und kein einheitliches Ganzes ist. Vielleicht wird ja nur ein Teil immer wieder geboren, der sich dann mit einer anderen Seele verschmilzt, bevor er sich, ausgelöst vom Tod des Körpers, wieder abspaltet.

    Man könnte sich das quasi so vorstellen: jedem Körper wird vor der Geburt eine Seele "zugeteilt" und die Seele bzw. das Seelenfragment des Auserwählten fusioniert mit einer möglichst passenden Seele, da sie ohne Körper nicht überdauern kann und deswegen quasi von Körper zu Körper wandern muss. Solange Hyrule keine Gefahr droht, ruht das Seelenfragment und der junge Mann lebt ein völlig gewöhnliches Leben, ohne etwas von seinem Erbe zu wissen. Sollte aber Gefahr drohen, erwacht das Seelenfragment des Auserwählten (z.B. zu erkennen am Aufleuchten/Erscheinen des Triforce-Mals auf dem linken Handrücken) und kommt seiner Pflicht als Beschützer Hyrules nach. Wenn der Körper dann stirbt, spaltet sich dieser Seelenteil wieder ab und zieht zur nächsten anderen passenden Seele weiter, während Erinnerungen etc. in der zurückbleibenden Seele verbleiben.

    Das würde zum einen erklären, warum Link sich nie an seine vorherigen Leben erinnern kann und warum der OoT-Link-Geist Wissen an den TP-Link weitergeben kann (der Geist basiert auf der zurückgebliebenen Seele). Zudem würde es Charakterunterschiede der verschiedenen Links erklären (während TP-Link z.B. sehr gewissenhaft ist, ist der ALBW-Link eine ziemlich faule, verschlafene Nase) - wenn es immer die identische Seele wäre, die die Grundlage des Charakters bildet, würde ich erwarten, dass die verschiedenen Links sehr gleich ticken würden.

  • Mir gefällt die Idee des Seelenfragmentes. Es erinnert mich an das Mumienregelwerk 3.0 aus "World of Darkness". Für jene, die nicht wissen was "World of darkness" ist....es handelt sich um ein Regelwerkkomplex für pen and paper Rollenspiele. Auch Vampire-the masquerade, zu welchem auch das Computerspiel "Vampire Bloodlines" erschienen ist, ist Teil davon. Jedenfalls geht es auch da um Seelenergänzung. Die Mumienseele ist unsterblich und irrt umher, jedoch inkomplett und braucht einen Körper, weswegen sie einfach mit einer anderen Seele fusioniert. Es ist jedenfalls eine gute Erklärung für das Vorhandensein von zwei Links und läuft im Endeffekt auf das Gleiche hinaus wie die Theorie von Salia81: Die Seele des Helden (Ob nun komplett/fast komplett oder in deinem Fall ein spezielles Fragment) ist weitergezogen in den nächsten Körper.

  • Kennt ihr das Buch "Schlachthof Nr.5" von Kurt Vonnegut? Dort können Aliens namens Tralfamadorianer in 4 Dimensionen sehen (die vierte ist die Zeit), was sie in die Lage versetzt alles zu jeder Zeit ihres Lebens bereits zu wissen bzw.in gewisser Weise alles gleichzeitig zu erleben. Ähnliche Paradoxa werden in Arrival mit Amy Adams behandelt.


    Wenn man sich theoretisch also damit anfreunden könnte, dass das Prinzip Seele nicht an sowas wie das Raum-Zeit-Kontinuum gebunden ist ... dann könnte diese Link Seele sich problemlos selber zu jedem beliebigen Inkarnationszeitpunkt besuchen. Die Schattenwelt ist ja quasi auch sowas wie ne andere (höhere?) Dimension.


    Mir gefällt aber irgendwie die Vorstellung besser dass es sich bei dem goldenen Wolf um eine Art Ahngeist handelt. Ist mystischer und passt für mich deshalb besser ins Zeldauniversum. Da brauch ich -für mich- dann auch nix mehr logikmässig aufdröseln, weil ich das gut so stehenlassen kann.

  • Ich hatte mir damals auch Gedanken darüber gemacht. Ich hatte mir dann selbst die Hypothese gemacht, dass es sich um eine Art Zeitschleife handelt. Also eine Anomalie innerhalb der 4 Dimensionen zum Zeitpunkt des Spielens.


    So etwas in der Art gab es bei Timesplitters, nur das da Portale zur "anderen Seite" führten.


    Das würde halt in diesem Fall bedeuten, dass Link sich zu einem späteren Zeitpunkt transformiert und dann die Möglichkeit hat sich mit seinem vorherigen ich auseinander zu setzen.

  • Jop, Recht habt ihr, Zeitreisen können nicht ausgeschlossen werden. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es solche Reisen durch Dimensionen in Zelda schon öfter gab, darunter auch durch die Zeit als vierte Dimension. Habe mal gehört, dass es laut Stringtheorie irgendwie zehn oder elf Dimensionen geben soll, aber auch, dass die Theorie falsch sei. Naja, wie auch immer, einen Beschleuniger zu bauen, der die Strings für uns nachweisen kann (falls denn vorhanden), dürfte wegen der benötigten Länge unmöglich sein. ...ich schweife ab, habe mich wegen dem Thread jüngst nochmal damit beschäftigt. Ursa und Dr.Clent haben somit für Bildung gesorgt.


    Wo wir schon bei mehreren Linkseelen zur selben Zeit sind, habe da wieder eine lustige Theorie (Der verlorene Held) von den Youtubern des Channels Gamebreakers aufgeschnappt. In der Erwachsenenära unter den drei möglichen Zeitlinien muss es deren Ansicht nach noch einen Helden gegeben haben, welcher gestorben sein muss, ohne seine Aufgabe vollenden zu können. Dieser sei vermutlich der verstorbene Kokiri Fodo, welcher in Windwaker als Geist Link behilflich ist. Dabei zählen sie ein paar Indizien auf, warum er es vermutlich gewesen sei.


    Ihre Theorie fußt scheinbar hauptsächlich auf der Annahme, dass Link, Zelda und die Inkarnation vom Hass des Todbringers immer nur gemeinsam in Erscheinung treten können, ...oder existieren. Ja, die Göttin versprach dem Helden, dass sie beide wiedergeboren werden, vermutlich auch in der Hoffnung, dass sie sich wiedersehen werden und ja, Todbringer verfluchte in Skyward Sword dann die beiden, dass sein Hass sie verfolgen würde, aber wer sagt, dass sie nicht auch mal unabhängig von der Existenz der jeweils anderen beiden existieren können? Zudem muss nicht jeder Widersacher, dem sie in den Spielen begegnen, eine Inkarnation von Todbringer sein. Mit einem Blick in die Timeline, ist zu erkennen, dass Vaati und Ganondorf zeitgleich existieren. Vaati wird wiederbelebt und Ganondorf reinkarniert (Four swords adventure, Ära des Schatten). Anderherum aber mussten Prinzessin und Held gegen Vaati angehen, während kein anderer Strippenzieher neben oder über Vaati (wie etwa Ganondorf) existierte oder zumindest nicht in Erscheinung trat und da während der Schattenära Ganondorf von beiden die Reinkarnation ist, ist es Vaati demnach nicht und war dies vermutlich auch zuvor nie.


    Auch ihre Indizien, warum der Geist Fodo jener Held sei, haben mich nicht überzeugt. Somit also keine zwei "Links" (bzw. Fodo) zur selben Zeit? Vielleicht seid ihr ja anderer Meinung.


    Gamebreakers: Der verlorene Held