Kontroverse Spiele-Meinungen

  • Irgendwie hab ich das Gefühl, dass die Diskussion zu einer Verteidigung von Dark Souls verkommen ist, anstatt sich mit Yuffie 's eigentlicher These bzw. Frage auseinanderzusetzen: Warum scheint es für Spiele wie DS akzeptabel zu sein, eine zu Grunde liegende Philosophie zu haben, die bestimmte Spieler ausschließt, während anderen Spielen dieses nicht zugestanden wird? Warum scheint es in Ordnung zu sein, als Spieler von fordernden Games auf Konsumenten von leichteren Spielen herabzusehen, anstatt einfach zu akzeptieren, dass verschiedene Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben?


    Ich selbst habe Spiele wie DS nie gespielt, weil mich die das Spiel ausmachende Philosophie nicht anspricht. Ich spiele zur Entspannung und um vom Alltag abschalten zu können, nicht um mir Befriedigung zu holen, indem ich mir virtuelle Herausforderungen stelle. Aber ich kann den Reiz nachvollziehen, den sowas ausmacht. Und in meinen Augen haben solche Spiele natürlich genauso eine Daseinsberechtigung wie die Games, die ich gerne konsumiere.


    Müssen Spiele wie DS einen variablen Schwierigkeitsgrad einbauen? Nein, natürlich nicht. Es ist mMn vollkommen legitim, sich als Entwickler dafür zu entscheiden, nur ein bestimmtes Klientel ansprechen zu wollen und allen anderen die Tür vor der Nase zuzuschlagen - das ist schließlich künstlerische Freiheit.

    Darf ich mich als Spieler über eine solche Herangehensweise ärgern? Natürlich darf ich es schade finden, dass ein Spiel, das mich ansonsten vom Setting etc. total ansprechen würde, auf Grund des Gameplays nichts für mich ist. Aber ich habe, so meine Meinung, definitiv nicht das Recht, irgendetwas vom Entwickler zu fordern oder Konsumenten dieser Spiele dafür ans Bein zu pinkeln, dass sie sich über derartige Games freuen und sich für ihre hart erkämpften Errungenschaften feiern.


    Müssen andersherum Spiele wie Pokemon einen variablen Schwierigkeitsgrad einbauen? Nein, natürlich auch nicht. Genauso wie es in Ordnung ist, wenn sich der Entwickler dafür entscheidet, Spiele für Herausforderungshungrige zu machen, ist es ebenfalls sein gutes Recht, Spiele zu machen, die derart idiotensicher sind, dass auch kleine Kinder oder Erwachsene im Halbschlaf sie problemlos durchspielen können. Auch hier ist es wieder eine Design-Entscheidung und damit künstlerische Freiheit.

    Darf ich als Spieler über den fehlenden Schwierigkeitsregler enttäuscht sein? Ja, klar. Insbesondere bei Pokemon, das viele in der Kindheit liebgewonnen haben, kann ich schon nachvollziehen, dass es Personen gibt, die Probleme damit haben, dass ihre Lieblingsspielreihe und sie sich auseinander gelebt haben. Aber auch das gibt mir als Spieler nicht das Recht, irgendetwas vom Entwickler einzufordern. Ich kann mir einige Dinge wünschen, klar, aber in Hate und Rage zu verfallen, wenn ich diese nicht kriege, ist einfach nur schlechter Stil - vor allem, wenn man dann auch noch Spieler angreift, die das Spiel so wie es ist mögen.


    Kurzum: Leben und leben lassen...

  • Labrynna schöner Post !!!!


    Kann dem nur zustimmen. So ein wenig erinnert mich das an den Konsolenkrieg zwischen N64 und Playstation damals. Jeder hat seine Konsole verteidigt und ein Spiel, welches nur auf der Konkurrenzkonsole erschienen ist, das konnte ja nur Müll sein (Ansonsten wäre es ja auf der anderen Konsole erschienen).


    So dämlich und hirnrissig !


    Ich habe ja auch so gewisse Spiele, wo ich einfach keinen Zugang zu finde. JRPG´s zum Beispiel. Wenige Ausnahmen unberücksichtigt, werde ich mit ihnen halt einfach nicht warm. Von daher probiere ich sie ab und zu mal aus und wenn sich meine Vermutung bestätigt, dann lege ich sie halt wieder zur Seite. Warum sollte ich jetzt gegen diese Spiele wettern und nur meine Favoriten hoch loben. Das bringt mir nichts und Andere erst recht nicht.


    Außerdem würde ich mir keinen Gefallen tun, da Yuffie und daniaelx mir dann Drohungen aussprechen würden. Letzterer hätte zudem die Möglichkeit mich an Ort und Arbeitsstelle zu verprügeln :P



    Jedenfalls hat diese Diskussion mein Interesse an Dark Souls geweckt ! Ich schau mal was der Spaß kostet !

  • Ich finde Yuffie hat einen guten Punkt gemacht und auf einen meiner Meinung nach sehr verbreiteten Doppelstandard der Schwierigkeits-Diskussion in Videospielen aufmerksam gemacht.


    Jeder Fan der Nintendo-Spiele könnte das gleiche behaupten wie viele Fans der Dark Souls-Reihe auch: "Wenn dir der Schwierigkeitsgrad nicht gefällt, dann ist das Spiel nichts für dich! Das ist einfach die Vision des Entwicklers!". Ich habe absichtlich die Formulierung neutral gehalten, weil es sich tatsächlich um das gesmate Spektrums handeln kann, egal ob einfache oder schwere Spiele.


    Ich denke, dass viele Spieler die fehlenden Schwierigkeitsgrade in Dark Souls (und vergleichbar schweren Spielen) verteidigen, weil sich in der Entwicklung viel besser auf das wesentliche konzentriert und rein theoretisch eine höhere Spielqualität erreicht werden kann. Aber das gilt ja auch für einfachere Spiele. In der Theorie sind Schwierigkeitsgrade eigentlich immer was schönes, weil es die potentzielle Spielerschaft erweitern kann. In der Praxis ist das aber immer schwieriger weil man den Umfang des Spiels erweitert und vorallem Mechaniken, die den Schwierigkeitsgrad betreffen, sehr sensibel sein können. Kombiniert mit strikten Entwicklungszeiten und wenig Arbeitskraft kann das Produkt letztendlich darunter gelitten haben.


    Wenn man das Beispiel von Nintendo hernimmt, könnte man behaupten, dass der Schrei nach einem weiteren härteren Schwierigkeitsgrad daherkommt, dass Sie an einen großen Teil ihrer Zielgruppe leicht vorbeientwickeln. Die Fan-Gemeinde sind weiterhin Fans der Spiele, sind jedoch trotzdem oft Hardcore-Gamer und sind mittlerweile durch Spiele anderer Entwickler was schwereres gewohnt. Teilweise aber auch von älteren Nintendo-Spielen, die einfach schwerer waren. Der paradoxe Wunsch nach einem weiteren Schwierigkeitsgrad lässt sich in so fern begründen, dass Nintendo trotz allem das Image haben soll Spiele anzubieten die für fast jeden zugänglich sind. Leider ist es in der Praxis nicht immer möglich jeden zu bedienen. Bei Dark Souls gibts diese Erwartung einfach nicht.

  • Wenn man das Beispiel von Nintendo hernimmt, könnte man behaupten, dass der Schrei nach einem weiteren härteren Schwierigkeitsgrad daherkommt, dass Sie an einen großen Teil ihrer Zielgruppe leicht vorbeientwickeln. Die Fan-Gemeinde sind weiterhin Fans der Spiele, sind jedoch trotzdem oft Hardcore-Gamer und sind mittlerweile durch Spiele anderer Entwickler was schwereres gewohnt. Teilweise aber auch von älteren Nintendo-Spielen, die einfach schwerer waren. Der paradoxe Wunsch nach einem weiteren Schwierigkeitsgrad lässt sich in so fern begründen, dass Nintendo trotz allem das Image haben soll Spiele anzubieten die für fast jeden zugänglich sind. Leider ist es in der Praxis nicht immer möglich jeden zu bedienen. Bei Dark Souls gibts diese Erwartung einfach nicht.

    Ja, das ist im Grunde genommen, was ich mit meinen Formulierungen in meinem 1. Beitrag bzgl. Pokémon aussagen wollte. Natürlich haben Nintendo/Game Freak so gar keine Obligation dazu, ihre Spiele für bestimmte Menschen zu verändern. Und sich damit ihre künstlerische Freiheit nehmen zu lassen. Dennoch darf man unter Berücksichtigung des Kontextes auch Kritik bzgl. Nintendos Herangehensweise äußern. Nintendo möchte nicht bloß eine Nische bedienen, sie zielen mit Pokémon nicht ausschließlich auf Kinder ab. Pokémon soll für jung und alt, für Pokémon-Anfänger und -Veteranen, ganz Nintendo-typisch halt eben für alle da sein. Nun wäre es eben eine gerechtfertigte Frage, ob sie diesem Standpunkt auch gerecht werden mit Pokémon? Nicht nur wenn es um den fehlenden Schwierigkeitsgrad-Slider geht, sondern auch darum, das die Spiele auch so schon immer einfacher wurden. Bis hin zu Pokémon Ultra Sun/Ultra Moon, wo man keine 10 Meter weit laufen kann, ohne das einem irgendein NPC wieder das Ganze Spiel erklärt.


    Bei Dark Souls wiederum ist es genauso legitim, wenn man sich eine Anpassung für den Schwierigkeitsgrad wünscht und From Software für seinen Kurs kritisiert. Auch hier wieder hat der Entwickler natürlich keine Obligation dazu, etwas zu verändern. Warum ich persönlich und Teile der Dark Souls Community aber dagegen sind, habe ich ja bereits sehr ausführlich beschrieben. Das es dabei nicht um Exklusion geht, oder irgendeine Form von Elitismus. Und das Dark Souls auch gar nicht den Anspruch hat, für alle zu entwickeln, sondern eben für eine bestimmte Nische. Sicher, eine Nische die in letzter Zeit an Popularität dazu gewonnen hat, aber nichtsdestotrotz eine Nische bleibt.


    Also wie gesagt: Sowohl From Software als auch Nintendo/Game Freak können mit ihren Franchises machen, was sie wollen. Meine Verteidigung von ersteren, und die Kritik an letzteren ändert nichts an diesem Fakt. Das einzige, was ich als mündiger Erwachsener diesbezüglich weiterhin tun kann, ist das zu kaufen was mich als Kunde anspricht. Und meine Brieftasche geschlossen zu lassen bei dem, was es nicht tut.



    Edit: Außerdem finde ich es interessant zu beobachten, dass die kontroversen Spiele-Meinungen bei uns eher gegensätzlich als erwartet aufgestellt sind. Sodass der Konsens fast lautet: Ein Schwierigkeitsgrad-Slider würde Dark Souls gut tun, während es keinen wirklichen Grund dazu gibt, etwas an Pokémon zu verändern. :huh:

  • Ich möchte das Thema nochmal weiter verallgemeinern: Warum beschweren wir uns überhaupt noch? Wir haben nicht mehr 1990, wo diverse Genres noch in ihrem Anfangsstadium waren bzw. erst gar nicht existierten und der Umfang an Games noch viel überschaubarer war. Wir haben 2019, es existieren dutzende Plattformen zum Zocken, es werden jeden Tag neue Spiele veröffentlicht und gefühlt gibt es kaum noch Themen, die nicht umgesetzt wurden. Selbstverständlich wird sich immer noch irgendwo eine Marktlücke finden lassen, [z.B. ein Marktforscher Simulator, dessen Spielziel die erfolgreiche Recherche auf Websites ist :woot2:], aber das wird von Jahr zu Jahr schwerer. Wer etwas sucht, der wird es definitiv finden. Wenn man ein Action-Rollenspiel mit verstellbaren Schwierigkeitsgraden sucht, wird man vielleicht nicht bei Dark Souls fündig, aber bei genug anderen Spielen. Anstatt uns zu beschweren, dass Game X gefälligst Option Y besitzen sollte, warum greifen wir nicht einfach zu Game Z?


    Gerne würde mich interessieren, was ihr davon haltet? Oder seid ihr der Meinung, dass Game Z nicht in Frage kommt, weil es z.B. nicht zum gleichen Franchise gehört oder von einem Indie-Entwickler stammt?

  • Anstatt uns zu beschweren, dass Game X gefälligst Option Y besitzen sollte, warum greifen wir nicht einfach zu Game Z?

    Ich denke, dass „Beschweren“ im weiträumigen Sinne völlig in Ordnung ist und zur Natur des Menschen gehört – allerdings sollten besagte Beschwerden (zumindest solange sie nicht privat sind) immer im Rahmen sein und vor allem keine anderen Spieler lächerlich machen.


    Immerhin liegt einem an dem Hobby etwas und nicht immer gibt es gleichwertige Gegen-Optionen. Die meisten Spiele sind individuell und (um beim Beispiel zu bleiben), vielleicht liebt man die Pokémon-Reihe und hat lediglich wenige Kritik-Punkte.


    Klar, kann man diese auch anbringen und wenn man will jammern und meckern.


    Das Problem am Meckern ist oftmals, dass es unverhältnismäßig ist oder andere Leute dabei belächelt werden. Mag zu einem gewissen Teil Spaß sein, aber irgendwann ist es schwer zu differenzieren. Am Ende läuft es wohl darauf hinaus, dass jeder sich einfach ein anderes Spiel suchen kann, aber Konversation ist ja im Regelfall anregend – und kann theoretisch auch zu Reaktion der Entwickler führen!


    Im Fall von Pokémon hat das „Bring back the National PokéDex“-Movement für eine Antwort seitens GameFreak gesorgt (auch wenn sich am Ende nichts geändert hat) und auch die Kritik an den neuen Ports zu Final Fantasy VII und Final Fantasy IX hat dazu geführt, dass endlich der Bug behoben wurde, den sie seit Jahren ignoriert haben.


    Allerdings muss alles; meiner Ansicht nach; im Rahmen sein: Wenn man ein Spiel so sehr hasst (oder es so lustig findet, anderen Fans des Spiels ein schlechtes Gefühl zu geben), dann ist es höchste Eisenbahn sich ein neues Game zu zocken.

    Aber ich sehe genug Leute, die z.B. nur in Streams gehen um zu sagen, wie scheiße besagtes Spiel ist, welches im Stream gerade läuft. Wer davon eine Kostprobe will, muss einfach mal die Chats zu großen Veranstaltungen/Streams auf Youtube anschauen. Persönlich fällt es mir natürlich Besonders bei Final Fantasy VII Remake auf – aber auch bei Nintendo zur E3 ist es auffallend.


    Diskussion, Wünsche danach, dass ein Spiel bestimmte Features nachträglich einbaut usw. usf. sind meiner Meinung nach wichtig und ich würde nicht alles mit einem „Dann spiel halt was anderes!“ abtun, aber am Ende des Tages ist eben wichtig, mit was für einer Einstellung man an die Sache geht:


    Kritisiere ich jetzt etwas, damit ich mich anderen gegenüber besser fühle?

    Kritisiere ich es, um vielleicht die Entwickler zu demütigen?

    Oder kritisiere ich es, weil ich an dem Spiel wirklich Spaß haben will, aber meine Probleme damit habe?

    Usw. usf.

  • Ich möchte das Thema nochmal weiter verallgemeinern: Warum beschweren wir uns überhaupt noch? Wir haben nicht mehr 1990, wo diverse Genres noch in ihrem Anfangsstadium waren bzw. erst gar nicht existierten und der Umfang an Games noch viel überschaubarer war. Wir haben 2019, es existieren dutzende Plattformen zum Zocken, es werden jeden Tag neue Spiele veröffentlicht und gefühlt gibt es kaum noch Themen, die nicht umgesetzt wurden. Anstatt uns zu beschweren, dass Game X gefälligst Option Y besitzen sollte, warum greifen wir nicht einfach zu Game Z?

    So ähnlich sehe ich die Sache auch. Verschafft euch mit eurer eigenen Brieftasche Gehör. Tief in meinem Herzen bin ich zwar noch ein Pokémon-Fan, aber das Franchise und ich haben uns eben auseinander gelebt. Ich fühle mich so, als hätte das Spiel diesem älteren Fan und Trainer-Veteranen nicht mehr genug zu bieten, dass mich an der Stange hält. Also kaufe ich das Spiel auch nicht mehr. Dies würde sich ändern, sobald vllt. mal eine eingebaute Nuzzlock-Challenge kommen würde, oder ein Schwierigkeitsgrad-Slider. Aber bis dahin sehe ich mich nicht mehr als einen Teil der Zielgruppe an, und so ist es auch am einfachsten für alle. Game Freak kann weiterhin machen, was sie für richtig halten. Und ich finde genügend andere Spiele, die mich persönlich mehr ansprechen als das heutige Pokémon.


    Wobei es in manchen Fällen eben doch sein kann, das die Äußerung von Kritik einen großen Nutzen hat. Was wurde Blizzard über die Jahre ein Ohr abgekaut, das die Leute World of Warcraft Vanilla (1. Spielversion) zocken wollen. Anfangs hieß es immer "You think you do, but you don't". Aber jetzt auf einmal sind wir nur noch wenige Tage vom Release von WoW: Classic entfernt. :D

    Irgendwie hab ich das Gefühl, dass die Diskussion zu einer Verteidigung von Dark Souls verkommen ist, [...]

    In der Nachbetrachtung möchte ich gerne noch anmerken, dass dieser Satz von meinem eigenen Empfinden her nicht so nett formuliert klingt. Es gab hier mehrere, die das Spiel und seine Community direkt kritisiert haben. Aber ich bin der Einzige, der es verteidigt hat. Dass die Diskussion dadurch "verkommen" sein soll, wirkt für mich persönlich wie ein Vorwurf an meine Adresse.


    Vllt. reagiere ich ja über, aber das lag mir eben noch auf dem Herzen. :huh:

  • In der Nachbetrachtung möchte ich gerne noch anmerken, dass dieser Satz von meinem eigenen Empfinden her nicht so nett formuliert klingt. Es gab hier mehrere, die das Spiel und seine Community direkt kritisiert haben. Aber ich bin der Einzige, der es verteidigt hat. Dass die Diskussion dadurch "verkommen" sein soll, wirkt für mich persönlich wie ein Vorwurf an meine Adresse.

    Das war definitiv nicht als Vorwurf an irgendwen gemeint. Mir war nur aufgefallen, dass sich die Diskussion in eine Richtung entwickelt hatte, die mMn nichts mit der eigentlich angesprochenen Beobachtung zu tun hatte, was ich persönlich schade fand, weil ich das Thema Entitlement bzw. Anspruchshaltungen von Fans und der daraus resultierenden Diskussions"kultur" wichtig finde. (Natürlich ist es nicht wirklich wichtig, aber als ein Aspekt menschlicher Umgangsformen miteinander trotzdem auch nicht total irrelevant.)

    Tut mir leid, wenn ich dir mit der Formulierung auf den Schlips getreten bin, aber mir war nicht ansatzweise in den Sinn gekommen, dass sich irgendjemand dadurch angegriffen fühlen könnte.

  • Es hatte mich nur überrascht, dass ausschließlich die Verteidigung vom Spiel angesprochen wurde. Obwohl die Kritik an Dark Souls und seiner Community ja genauso von der Thematik bzgl. Anspruchshaltungen abgelenkt hat.


    Aber wenn es nicht speziell an bestimmte Personen gerichtet war, also ohne böse Absicht, dann ist für mich alles gut. :)



    Edit Dr.Clent :

    Wenn ich mich nicht irre ging es ja nichtmal darum, daß Dark Souls kritisiert wurde oder. War es nicht so das es darum ging, dass Souls Spieler andere Spiele kritisieren und sie als Babykram abstempeln? Dabei war ja auch von Berichten aus anderen Foren die Rede und nicht von den Souls Spielern hier im ZF.

    Ja, um solche und ähnliche Themen ging es in einer Paralleldiskussion hier im Thread. Das meinte ich mit "Kritik an Dark Souls und seiner Community". Aber solche schwarzen Schafe, wie sie hier kritisiert wurden, gibt es mMn. in jeder Community. :huh:

  • Wenn ich mich nicht irre ging es ja nichtmal darum, daß Dark Souls kritisiert wurde oder. War es nicht so das es darum ging, dass Souls Spieler andere Spiele kritisieren und sie als Babykram abstempeln? Dabei war ja auch von Berichten aus anderen Foren die Rede und nicht von den Souls Spielern hier im ZF.


    Insgesamt irgendwie meckern auf verdammt hohen Niveau. Ich kann mich noch so gut an meine N64 und GameCube Zeit erinnern, wo es Monate gab wo kein einziges Spiel erschienen ist. Da war man dann total hibbelig, wenn ein neues N64 Game erschien, egal wie schlecht es auch war, es war halt neues Futter!!!


    Heutzutage kann man ja schon gar nicht mehr den Überblick behalten.

  • Wie vielleicht einige mitbekommen haben, hat Blizzard einen Heartstone E-Sportler seinen Gewinn entzogen und ihn aus der Liga geworfen - der Grund: Er hatte in einem Interview seine Unterstützung der Demonstranten in Hong Kong ausgedrückt.


    Ich glaube das sollte jetzt für viele mal ein Grund sein darüber nachzudenken, ob man noch weiter Geld für Produkte von Blizzard ausgibt oder ob jetzt nicht grade der richtige Moment sein sollte, beispielsweise ein Wow-Abo zu kündigen.


    Die Leute von Blizzard schreiben sich hier große die Unterstützung von "Pride" Events auf die Fahne, aber in China zeigt man eine Harte Hand gegen jene, die Freiheit fordern. Diese Heuchlei stinkt bis zum Himmel. Jeder der in den letzten Wochen etwas aus Hong Kong gehört hat und sich gefragt hat was man denn als Europäer überhaupt tun kann, der hat jetzt einmal die Chance zu zeigen, wie man zu Firmen steht, die im vorrauseilenden Gehorsam Peking folgen. Wenn es kein Druck der Kunden aus dem Westen gibt, dann wird Blizzard das Spiel mit der Doppelmoral einfach weiter treiben können.

  • Er damit gegen offizielles, für Großmeister gültiges Regelwerk verstoßen, was ihm von vornherein klar war und dessen Folgen er sich auch bewusst war. Den Stream für politische Proteste zu nutzen entgegen der Regeln haben ihn die laufende Saison, seinen Titel und rund 14.000-15.000 Euro an bisherigen Preisgeldern gekostet.


    Er ist jedoch in der Sportwelt kein Einzelfall, der die Bühne für poltischen Protest nutzt, immer wieder kommt es auch im Profisport oder auf dem roten Teppich zu solchen Kundgebungen von Sportlern, Stars und Sternchen. Immer wieder gibt es auch Debatten darum, zB. Filme zu boykottieren, weil Schauspieler ihre politische Agenda nach außen tragen.


    Einerseits ist es toll, wenn Leute im Rampenlicht ihre Popularität nutzen um auf Probleme aufmerksam zu machen, die sie vielleicht auch selbst betreffen für all jene, die es nicht können, andererseits sollten bei solchen sportlichen Events eben die Sache und nicht Politik im Vordergrund stehen.

    Blizzard unterhält gute Beziehungen zur chinesischen Tencent Gruppe, die rund 12% an der Videospielfirma hält, wohl war dies auch der Grund, warum Blitzchung (der Großmeister, um den es ging) gesperrt wurde, um eben die Beziehung zu den chinesischen Investoren nicht zu gefährden.


    Ich selbst sehe es so, wer seine Produkte nach deren poltischen Verknüpfungen wählt, kann das machen. Ich selbst mache das nicht, aus einem einfachen Grund, weil ich ua. meine Unterhaltung von der Politik trenne, für die einzelne Akteure, die darin verwoben sind, stehen, sofern sich das nicht im Inhalt oder durch andere Formen niederschlägt, zB. wenn Blizzard jetzt durch Werbung oder Events mich mit pro chinesischer Propagande unterjubeln würde. Ich finde es aber völlig in Ordnung, wenn jemand Firmen, Medien etc. boykottiert wegen deren politischer Ausrichtung (oder weil sie sich Scheuklappen aufsetzen). Es ist wohl auch ok, wenn man nur einzelne Firmen boykottiert, aber Boykott heißt für mich auch, dass man vorher die Firma auch wirklich unterstützt hat, denn etwas, was man eh nicht mag zu boykottieren oder zum Boykott aufrufen, ist keine große Kunst. Man sollte sich auch vor Augen führen, dass auch andere Firmen, Schauspieler oder Sportler die man selbst vielleicht gut findet, sich in zweifelhafter Manier engagieren. Das heißt nicht, dass man jetzt alles boykottieren muss, damit man nicht als Heuchler gilt - das will ich damit nicht sagen - aber man sollte zumindest wissen, dass solches Verhalten kein Einzelfall ist.

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

    #56: Herakles

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    "Zieh dir Hosen an, Iolaus!"

  • Ich glaub du machst es dir gerne einfach nur bequem.


    Auch die Dissidenten der ehemaligen DDR haben gegen die Regeln verstoßen, womit ihr Anliegen nicht weniger wichtig war. Wer leben jetzt nun mal in einer globalisierten Welt mit dem Internet und wir alle können als Konsumenten auch Einfluss auf so weit entfernte Dinge nehmen. Wir können uns aus unseren warmen gemütlichen Zimmerchen in unserer schönen freiheitlichen Welt erlauben ein kleines Zeichen zu setzen.


    Einfach einen Publisher erstmal seitens der Kunden den Geldhahn zuzudrehen ist dabei eine fantastische Option. Bequemer kann ein Protes doch kaum sein und viel mehr können wir ohnehin nicht für Hong Kong tun. Grade weil Blizzard so sehr an den Chinesen hängt kann man sehr schön dort treffen wo es weh tut.


    Sich auf Seiten Pekings zu schlagen ist nun mal einfach falsch. China ist eine der gefährlichsten und menschenverachtensten Regime auf diesem Planeten und wenn Hong Kong fällt, dann sind alle Tore offen und wir müssen uns fragen ob wir nicht vielleicht die nächsten sind. Durch ihre Investments in westliche Unternehmen können die Chinesen massiv Einfluss auf uns nehmen und mit Anteilen an Reddit oder eben Blizzard passiert das sogar schon. Wir als westliche Verbrauchen können und sollten da einfach auf den Geldbeutel zielen.

  • Und etwas boykottieren, was man eigentlich eh nicht so richtig mochte oder nutzt ist... nicht bequem?


    Wie gesagt, ich finde es wirklich sehr gut, wenn es Leute gibt, die tatsächlich auf etwas verzichten, das sie mögen, um ein Statement zu setzen, um einen kleinen, aber ihren Teil dazu beizutragen. Ich lasse mir nur nicht gern vorschreiben, was ich zu mögen, zu boykottieren oder zu hassen habe, weil sich Blizzard angeblich (!) auf die Seite von Peking schlägt, nur weil sie jemanden, der gegen Regeln, die es nicht erst seit gestern gibt, verstoßen hat. Die Brisanz ist mir bewusst aber Blizzard ist eine Firma die wirtschaftlich denkt und solche Firmen halten sich gerne mal aus politisch turbulenten Szenen heraus, was ich auch verstehen kann. Wenn also Blizzard mit den Chinesen und deren Politik kolporiert, weil sie eben nicht klar dagegen sind und einen protestierenden Spieler entgegen ihrer Regeln eben nicht bestrafen und als Firma das Geld ihrer Investoren riskieren um eben mal ein politisches Statement zu setzen und wenn man dadurch Blizzard boykottieren soll (muss), kann man schonmal anfangen auch andere Firmen zu boykottieren, die eben nichts gegen die chinesische Diktatur unternehmen. Solange du dir die Firmen aussuchst, die du boykottierst, mache ich das halt auch. Bei mir ist der Schwerpunkt halt weniger in der Unterhaltungsindustrie sondern eher bei Produkten des Konsums (Amazon als bsp.) zu suchen.

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    #56: Herakles

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