Wodurch ist ein Spiel für euch immer gut?

  • Was muss ein Spiel haben, damit es euch gefällt? Ich glaube, jeder kennt das, ein Spiel bekommt an und für sich total schlechte Wertungen, in den Foren wird kein gutes Haar daran gelassen und es gilt auch sonst in Spielerkreisen als kein gutes Spiel, aber dennoch gefällt gerade euch dieses Spiel? Oder was ist es, wodurch ihr ein 30-Stunden Spiel weit über 200 Stunden zocken könnt?


    Nebst den eher offensichtlichen Dingen wie zB. eine gute Story, die auch ein technisch schwächeres Spiel gut macht, wollte ich mal wissen, was für Gameplayelemente euch denn am ehesten an ein Spiel fesseln und wodurch selbst die schlechtesten Spiele von euch gezockt werden?


    Ich persönlich stehe zum Beispiel sehr auf New Game+. Wenn das gut gemacht ist und ich zB. noch dazu Kapitelwahl habe und Unlockables, dann kann ich so ein Spiel auch mehrmals durchspielen. New Game+ klingt dabei so einfach, dabei gibt es leider nicht viele Spiele, die es wirklich toll umsetzen. Nicht immer kann man allen Fortschritt behalten oder gewisse Dinge werden geresettet, mitlevelnde Feinde etc. sind dann in meinen Augen auch kontraproduktiv. Wenn ich New Game+ spiele, dann möchte ich das Spiel bewusst durchbreezen, keine Herausforderung mehr (denn die hatte ich ja schon). Ich will in der Regel noch alles holen, was ich noch nicht geholt habe, aufleveln, alle Skills holen, vielleicht, wenn mich die Lust packt, auch Achievements erledigen. Am besten gefällt es mir, wenn man eben einzelne Kapitel anwählen kann und egal, wie lange und wie viel man spielt, alles wird ständig abgespeichert, so dass man raus und in ein anderes Kapitel kann, aber eben nicht Ressourcen, Items und Exp verliert (wenn das Spiel kapitel oder Missionen hat).


    Was für mich schlechte Spiele noch zu Hinguckern machen, ist Koop, insbesondere Couch Koop. Ich habe schon unzählige richtig miese Spiele mit Freunden durchgezockt, die ich wohl alleine nicht anrühren würde, weil sie zu langweilig oder zu schlecht sind. Im Koop kann man nebenher aber Quatschen und selbst schwerere Passagen werden so immer einfacher und es frustet nicht so schnell, weil ja schlechtere Spiele meist kein so ausgewogenes Gameplay oder ein gutes Ballancing besitzen. Wenn das Spiel jetzt aber noch so einen Drop In/Out Koop hat, wo jeder Spieler seinen Fortschritt für seinen Charakter behält, ist das natürlich Top Notch, und wenn das Spiel dann noch einen New Game+ Modus besitzt, befindet es sich warscheinlich schon in meiner Spielesammlung.

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  • Um mal zu sagen, wieso man ein kurzes Spiel eigentlich viel zu lange spielt:

    Mit fällt da sofort Undertale ein. Es ist zwar nicht underrated, aber trotzdessen will ich einmal sagen, wieso ich in diesem 4h-Spiel inzwischen 70h Spielzeit habe.

    Ich habe zuerst einen Neutral-Run gemacht. Dann wollte ich einen Pacifist-Run machen. Dann habe ich die ganzen Secrets entdeckt und es nochmal im Neutral-Run gespielt. Dann habe ich gehört, das man unter bestimmten Voraussetzungen einen True-Pacifist-Run machen kann, den ich auch sofort gespielt habe. Dann habe ich noch einmal den Genocide-Run gespielt, der wiederum das Pacifist- und True-Pacifist-Ending ändert. Die Runs habe ich dann auch nochmal gespielt.


    Also alles im Kurzformat: Ein Spiel ist für mich viel besser, wenn es überall Secrets zu finden gibt und das Spiel einen hohen Wiederspielwert hat.

  • Hm, ich muss sagen: Es interessiert mich recht wenig, ob ein Spiel von jeder Seite gehasst wird und ob andere daran kein gutes Haar lassen, aber ich kann auch nicht behaupten, dass ich jemals so ein Spiel wirklich gemocht habe?


    Alle Spiele die ich mag sind entweder relativ positiv aufgenommen worden oder waren ein zweischneidiges Schwert, sodass ich nicht sagen könnte, dass jeder es gehasst oder jeder es geliebt hat…


    Also in dem Sinne: Ich kenne die Ausgangssituation nicht wirklich.


    Story wurde nun mal als „Ausnahme“ gewertet, dem füge ich dann mal noch Charaktere hinzu – könnte man vielleicht grob zusammenzählen, aber für mich sind sympathische Charaktere fast noch wichtiger als eine gute Story (solange diese jetzt nicht totaler Müll ist).


    Gameplay-technisch gibt es für mich nicht wirklich etwas, was ein Spiel „rettet“, aber ich bin in der Sache sowieso sehr nachsichtig… klar, gibt es auch gewisse Mechaniken mit denen ich gar nicht klarkomme, aber meistens suche ich mir meine Spiele so aus, dass ich ungefähr weiß, dass ich es mag – und selbst wenn es dann der „schwächeren“ Sorte angehört, ist es kein Deal-Breaker.


    Wenn es doch ein Deal-Breaker ist, dann spiele ich ein Spiel einfach nicht mehr als „nötig“.


    Ist jetzt vielleicht nicht die gewünschte Antwort, aber für mich ist das Szenario einfach noch nie aufgekommen. Heißt nicht, dass ich noch nie schlechte Spiele gespielt habe, aber ich spiele sie dann einmal durch, um sie durchgespielt zu haben und lege sie dann bei Seite – ich muss dann nichts finden, was ich daran mag.

  • Also in dem Sinne: Ich kenne die Ausgangssituation nicht wirklich.

    Also nehmen wir an, ein Spiel wie Biathlon Manager, das eigentlich von der Fachpresse kaum Beachtung bekommt und die Wertungen sind mittelmäßig, aber was müsste so ein Spiel haben, dass du es dir holen würdest. Gibt es für dich überhaupt Gameplayelemente, die da enthalten sein könnten, wodurch das Spiel für dich interessant wird, zB. schönes Charakterdesign oder ein ausgeklügeltes Levelsystem? Gibt es das für dich überhaupt, dass du außerhalb deiner favourite Genres Spiele anschaust, wenn sie das gewisse Etwas haben, also würden dich solche Spiele überhaupt interessieren, wenn es (plakativ gesagt) keine Rollenspiele wären oder sie overall nicht deinen Genre-Geschmack treffen?

    Mir zB. fällt da als Beispiel Warhammer Chaosbane für mich ein. Ein absolut durchschnittliches Spiel eines noname Entwicklers, das noch nicht mal besonders gut ist. Aber weil ich so einen Knack für Isometrische Action RPGs habe (was ich eingangs völlig vergessen habe zu erwähnen) und wenn das Spiel dann nicht völliger Dreck ist, dann fuchse ich mich da rein und spiele es meistens (weil es ein super New Game+ und Couch Koop hat) auch mehrmals mit allen Charakteren durch und habe zig Spielstunden bei einem Spiel, das die meisten Leute wohl (zurecht) nicht einmal kennen.

    Oder nehmen wir abgedrehte Spiele. Gut, Spiele wie Katamari oder Killer 7 oder Deadly Premonition sind schon irgendwo auch critically acclaimed (wenn auch nicht immer zum Release) aber mir gefallen auch Spiele, die vom Style her eben ganz anders sind, abgedreht, die sich wie ein LSD Traum eines Kokainsüchtigen spielen und anfühlen. An solchen Games komme ich zB. auch sehr selten vorbei. Spiele, wie Wattam, die einen seltsamen Nachgeschmack hinterlassen und sicher nicht für jeden Zocker etwas sind, Spiele, die einfach herausstechen durch ihre schräge Art. Je schräger, desto warscheinlicher, dass es sich in meine Sammlung verirrt, wenn das Gameplay nun nicht komplett unspielbar und voller Fehler ist.

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  • Also nehmen wir an, ein Spiel wie Biathlon Manager, das eigentlich von der Fachpresse kaum Beachtung bekommt und die Wertungen sind mittelmäßig, aber was müsste so ein Spiel haben, dass du es dir holen würdest. Gibt es für dich überhaupt Gameplayelemente, die da enthalten sein könnten, wodurch das Spiel für dich interessant wird, zB. schönes Charakterdesign oder ein ausgeklügeltes Levelsystem? Gibt es das für dich überhaupt, dass du außerhalb deiner favourite Genres Spiele anschaust, wenn sie das gewisse Etwas haben, also würden dich solche Spiele überhaupt interessieren, wenn es (plakativ gesagt) keine Rollenspiele wären oder sie overall nicht deinen Genre-Geschmack treffen?

    Ganz schwere Frage, ich bin wirklich super unflexibel…


    Allerdings könnte man sagen, dass ich relativ „Name-Versessen“ bin. Beispiele wären wohl Death Stranding und Astral Chain… ich glaube nicht, dass ich den Spielen dieselbe Chance gegeben hätte, wenn es von Ubisoft und Rockstar wäre – sind jetzt natürlich sehr dumme Beispiele, aber ich denke, man versteht was ich meine? (Bereut habe ich beide Spiele übrigens im Nachhinein nicht, aber ich hätte mir sie wohl niemals Day 1 gekauft unter anderen Umständen.)


    Und eventuell hätte ich mir auch… ach wie hieß es denn… I am Setsuna und Co. nicht angeschaut, wenn es nicht entfernt etwas mit Square Enix zu tun hätte. Ich fresse nicht alles aus SQE Hand, aber die Sachen aus dem japanischen Zweig… bin ich schon anfällig für.


    Gameplay würde mir jetzt spontan aber nichts einfallen, wo ich sage „Okay, scheiß darauf was alle sagen, ich MUSS das jetzt haben, weil…!“


    Bin sozusagen, was Spiele angeht, eine „Marken-Bitch“, wie es bei anderen bei Klamotten der Fall ist. Würde dies auch in das Thema passen?

  • Allerdings könnte man sagen, dass ich relativ „Name-Versessen“ bin. Beispiele wären wohl Death Stranding und Astral Chain… ich glaube nicht, dass ich den Spielen dieselbe Chance gegeben hätte, wenn es von Ubisoft und Rockstar wäre – sind jetzt natürlich sehr dumme Beispiele, aber ich denke, man versteht was ich meine? (Bereut habe ich beide Spiele übrigens im Nachhinein nicht, aber ich hätte mir sie wohl niemals Day 1 gekauft unter anderen Umständen.)

    Ja, ich weiß genau, was du meinst. Ich bin auch so, dass ich da voreingenommen bin, von wem das Spiel kommt. Ich bin bei bestimmten Firmen sicher sowas wie ein Fanboy, bei anderen Firmen eher ein Sceptic Boy, dh. wenn eine bestimmte Firma ein Spiel rausbringt, schau ich mir das erstmal kritisch an und bin nicht so über drüber "hole ich mir zum Release", während manche Firmen oder Entwickler so einen Stein im Brett bei mir haben, dass ich mir gewisse Spiele sogar mehrfach auf div. Konsolen hole.


    Irgendwie sind Gameplayelemente damit ja auch verbunden, weil ich merke, dass gewisse Entwickler oder Teams bzw. Firmen manche Elemente immer wieder verwenden. Zb. das Kampfsystem in Nier Automata war einfach supercool und war so richtig Platinum, und daher hat es mir super gefallen. So ein Kampfsystem bzw. Levelsystem könne für mich beinahe jedes Action RPG gut machen und ich weiß ja, wie Platinum ihre Games macht, innerhalb weisen zB. Bayonetta oder Vanquish als auch eben Nier Automata oder Metal Gear Revengeance gewisse Parallelen auf in den Actionsequenzen und im Style und das wären Dinge, die mir sofort gefallen in einem Spiel und wo ich auch unangeschauter zuschlagen kann. Ich habe mir Astral Chain eigentlich nur noch nicht gekauft, weil so viele andere Spiele dazwischen gekommen sind

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  • Wodurch ist ein Spiel für mich immer gut?


    Ganz einfach. Wenn ich was zu erkunden habe, ich mich selber verbessern kann (Progression) und es was zu finden gibt und ich damit mein Jäger und Sammlertrieb ausleben kann, dann werde ich süchtig. Dabei sind andere Faktoren wie Grafik, Sound, Hintergrundgeschichte oder die Wertungen der Fachpresse kackegal!


    Anno 2001 hatte ich mit Record of Lodoss War eines meiner intensivsten Spielerlebnisse. Mit der Animevorlage hat das Spiel gar nicht soooo viel gemein (Glaube ich zumindest), es ist vielmehr ein Hack N Slay ala Diablo. Die Grafik war damals schon unglaublich mies. Die Monster bestanden teilweise aus einfarbigen Polygonen und die Animationen waren grausig. Der Sound war blechen, die Hintergrundgeschichte maximal mittelmäßig. Naja und die Wertungen lagen zwischen 50 und 60 %.


    Aber das war mir sooo egal. Über 100 Spielstunden habe ich versengt und dabei das Spiel vergöttert, weil es mir genau das gab was ich brauchte. Übrigens bin ich über Lodoss zu Diablo 2 gestoßen :wink:.


    Ich glaube Diablo 2 ist das bisher einzige Spiel, nachdem ich wirklich süchtig war. Würde heute Diablo 2 erscheinen, dann würde sich meine Frau in naher Zukunft von mir scheiden lassen.


    Stark damit verbunden und in Rpgs stark ausgeprägt ist das progressive Gameplay. Aufleveln, bessere Rüstungen finden und neue Fähigkeiten lernen, das motiviert mich ungemein.


    Neue Fähigkeiten lernen ist wiederum gewissermaßen verbunden mit dem Erkunden und dieses ist großer Bestandteil meiner großen Metroidvania-Leidenschaft. Ich liebe solche Spiele einfach und ich bin in dem Zusammenhang auch Fan des Backtrackings. Wenn ich nach 20 Spielstunden in ein Gebiet komme, wo ich schonmal war und jetzt aber dank des kürzlich erlernten Doppelsprungs (So physikalisch hirnrissig ein Doppelsprung auch sein mag) in ein neues Gebiet komme, dann geht mein Herz auf.

  • Grundsätzlich mag ich Spiele, die ich studieren kann. Meist geht das bei Open World Games ganz gut, denn da gibt es schon mal mindestens eine riesige Fläche zum Entdecken. Allerdings können damit auch Kampfsysteme oder Menüführung gemeint sein - eben so Elemente, mit denen man sich auch nach 100+ Spielstunden noch eingehender befassen kann und vielleicht noch einen neuen Kniff entdeckt. Als Beispiel nenne ich Xenoblade Chronicles 2, welches ein wahres (J)RPG-Monster ist und unglaublich viele Facetten und Ansätze hat. Auch nach 2 Jahren entdecke ich irgendwas im Menü oder beim Aufleveln, was ich übersehen habe oder mir nie bewusst war.


    Ich mag es, wenn ich etwas entwickeln kann. Das geht nicht nur in RPGs, sondern zum Beispiel auch in Sid Meiers Civilization. Wenn ich auch alleine beeinflussen kann, welchen Verlauf das Spiel nimmt, ohne jetzt extrem von vorgegebenen Wegen abhängig zu sein. Beispiel Civ: Bin ich friedlich oder kriegerisch, bin ich auf Expansion aus oder nicht, fokussiere ich mich auf Wissenschaft, Wirtschaft, Handel, Militär etc? Das Spiel verläuft jedes Mal anders.


    Ich mag Entdeckungsreisen. Mir geht das Herz auf, wenn ich Geheimnisse entdecke, Orte finde, Möglichkeiten habe und Erfahrungen mache.

    Für mich gehört auch die Möglichkeit dazu, den Schwierigkeitsgrad niedrig einstellen zu können. Ich habe gerne Ruhe beim Spielen. Ich will ja quasi ein neues Land entdecken, also auf Reisen gehen, und nicht alle 10 Meter draufgehen.

  • Was ein Spiel für mich gut macht, hängt vom Genre ab. An ein RPG stelle ich ganz andere Ansprüche als an ein Jump'n'Run; deswegen kann ich die dem Thread zu Grunde liegende Frage nicht eindeutig beantworten.


    Da (Action-)Adventures und RPGs meine Hauptgenres sind, gehe ich mal nur auf diese ein: Für mich hängt viel von der Story und vor allem den Charakteren ab. Ähnlich wie für Yuffie , ist es für mich ein totaler Abturner, wenn ich 40+ Stunden mit einer Bande Nervbolzen verbringen soll, von denen mir keiner sympathisch und im Schlimmstfall auch noch niemand interessant ist. Deswegen mag ich Helden ohne wirklichen Charakter nicht (Sorry, Link...) und stehe Spielen, wo ich mir einen eigenen Avatar zusammenbauen muss (der, um die gewollte Immersion nicht kaputt zu machen, zwangsläufig charakterlos sein muss), eher ablehnend gegenüber. Ich will einen Helden bzw. eine Heldengruppe begleiten, seine/ihre Geschichte erfahren und nicht selbst Teil des Spiels sein. Allerdings kann ich über einen fehlenden Charakter beim Helden hinwegsehen, wenn der Rest der Truppe (oder das Gameplay an sich) interessant/liebenswert genug ist. Ein Beispiel hierfür wäre Fire Emblem - Awakening: Robin hat, abgesehen von dem, was ich ihm als Spieler mitgebe, Null Charakter und sein Schicksal hätte mir nicht egaler sein können (Ganz anders als z.B. bei Ike aus Fire Emblem - Path of Radiance.), aber die anderen Charaktere, vor allem Chrom und Lucina, sorgten dafür, dass ich trotzdem mitfieberte und unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte am Ende ausgeht. Ganz anders erging's mir bei Fire Emblem Fates - Heritage: Im Vergleich zu Awakening ist nahezu alles identisch (Look, Gameplay, etc.), mit Ausnahme der Story und Charaktere. Allerdings mochte ich keinen der Charaktere, die meinem langweiligen Avatar an die Hand gegeben wurden, und so habe ich Heritage irgendwann abgebrochen, obwohl ich das sehr ähnliche Awakening verschlungen und gleich mehrfach durchgespielt habe.


    Die erzählte Geschichte ist mir, wie gesagt, vor allem bei RPGs auch wichtig. Dabei geht es gar nicht unbedingt darum, dass sie originell sein muss, sondern eher darum, wie die Geschichte erzählt ist: Stimmt das Pacing? Sind emotionale Momente in einem guten Gleichgewicht zu Action-Sequenzen? Macht die Story Sinn oder bleiben am Ende zu viele Fragen offen? etc.

    Allerdings habe ich im Laufe der Jahre festgestellt, dass vor allem ein Element es schafft, mich dem Spiel gegenüber positiv zu stimmen: wenn die Story philosophische und/oder sozialkritische Elemente aufgreift. Als Beispiel könnte ich hier mein geliebtes Terranigma nennen, aber da das Spiel in meinen Augen (abgesehen von Balancing- und Pacing-Problemchen) sehr rund ist, wähle ich stattdessen den "kleinen Bruder": Illusion of Time. Das Gameplay ist schrecklich stupide und repetitiv, viele Charaktere sind langweilig bis hin zu nervig und von der Geschichte versteht man beim ersten Spielen maximal Bruchstücke, weil sie so konfus erzählt ist. Trotzdem habe ich das Spiel gerne bis zum Ende verfolgt und in positiver Erinnerung - einfach nur, weil ich die philosophischen Gedanken hinter der eigentlichen Geschichte so spannend fand.

  • Wenn das Spiel einen roten Faden hat. Das ist mir in letzter Zeit zunehmend wichtiger geworden, da die Chance ansonsten gar nicht so gering war, dass ich wieder eine Pause eingelegt habe. Zwar macht es ab und zu Spaß, einfach mal die Gegend zu erkunden, letztendlich ist jedoch meine Zeit begrenzter geworden und ich will nicht Ewigkeiten mit Trödeln verbringen. Ein konstanter Fortschritt, z.B. weil man immer etwas geführt wird oder eben eine gewisse Linearität vorherrscht, kommt mir da gerade recht. So kommt man gut voran und das im Optimalfall noch in innovativem Gameplay oder starker Atmosphäre verpackt. In meinen Augen perfekt zum Abschalten und sofern man es innerhalb ein paar Tagen durchspielen kann, erhält man über längeren Zeitraum gesehen trotzdem die nötige Abwechslung zwischen verschiedenen Genres.


    Generell liebe ich es, wenn aus möglichst simplen Dingen dann erstaunlich viel herausgeholt wird. Games wie Ico, Brothers: A Tale of Two Sons oder Inside benötigen nicht mal eine Hand voll Knöpfe zum Spielen und kommen dennoch mit unterschiedlichsten Rätseln und Passagen um die Ecke, dass sie meine Erwartungen jedesmal weitaus übertroffen haben. Ein weiterer Vorteil hierbei ist, dass man sich sofort in die Steuerung reinfinden kann.


    Für mich wird, im Gegensatz zu früher, Abwechslung beim Gaming generell groß geschrieben und ich bin einfach an viel zu vielen Sachen interessiert, als dass ich mich immer wieder nur mit den gleichen 2-3 Genres beschäftigen könnte. Da reicht es, wenn mich das Setting oder einzigartige Gameplay ansprechen und ich empfinde einen guten Grad an Begeisterung für das Spiel.

  • Hier mal ein nicht ganz ernst gemeintes Video zum Thema! ; P



    Aber ja looten und leveln sind schon mal eine ganz brauchbare Mechanik um mich bei Stange zu halten. Aber was für mich Spiele wirklich super macht, wenn ich die Gegend erkunden kann und wirklich irgendwie an jeder Ecke was neues finden kann. Das kriegt vor allem kaum ein Open World spiel gut hin. Für mich ist da immer noch die positive Ausnahme BotW. Ich erkunde selbst jetzt immer noch gerne die Umgebung von diesem Spiel. Und dann Action-Adventure-Elemente. Also ich mags wenn ich am Anfang noch nicht überall hinkomme und im laufe des Spiels schelte ich Items oder Fähigkeiten frei mit denen ich dann zu neuen Orte komme. Ja eben auch typisch Zelda. ; )