
Tales of Phantasia ist der erste Teil der populären JRPG-Reihe Tales of von Namco und erschien erstmals 1995 für den Super Nintendo, erschien jedoch vorerst nur in Japan. Genau wie das Remaster für die PlayStation, welches drei Jahre später kam. Den Sprung nach Deutschland schaffte das Game erst 2006 als eine Game Boy Advance-Version erschienen ist und dies bleibt auch die einzige Version, welche zu uns gekommen ist. Die 2006er PSP-Version, welche komplett vertont wurde, hat es niemals außerhalb Japans geschafft.
Das Spiel hat auch einen Sequel (welcher aber nicht als Mothership-Titel der Reihe gilt) mit dem Namen Tales of Phantasia: Narikiri Dungeon, welches 2000 in Japan auf dem Game Boy Color erschienen ist.
In diesem Thread geht es natürlich um das Spiel selbst, doch es gibt sowohl eine vierteilige OVA, als auch Manga und sogar sieben Novelle, welche teilweise von unterschiedlichen Autoren geschrieben wurden.
Cress ist ein junger Schwertkämpfer, welcher zu seinem Geburtstag ein Medaillon von seinem Vater geschenkt bekommt – doch bevor die beiden; Jahre später; über den Ursprung des edlen Erbstücks sprechen kommen, unterbricht Cress bester Freund; der Waise Chester; die Unterhaltung und die zwei Kumpel gehen gemeinsam Jagen. Merkwürdige Dinge passieren im Wald, sie sehen sogar die sagenumwobene Esche Yggdrassil. Bevor sie überhaupt begreifen können, was sie entdeckt haben, ertönen die Glocken ihres Heimatdorfes und als sie zurückkehren sind alle tot. Auf der Suche nach dem Medaillon wurde das Dorf geplündert…
In diesem Spiel laufen die Kämpfe via Linear Motion Battle System (LMBS) ab, welches man eigentlich aus der Reihe kennt, wobei es mittlerweile Abwandlungen gibt und natürlich komplexer ist – hier wurden jedoch bereits die Grundsteine gelegt.
Wie immer gibt es natürlich die Standard-Features eines jeden RPGs – man hat HP und TP, außerdem gewinnt man nach einem Kampf Erfahrungspunkte, Gald (Währung des Spiels) oder auch Gegenstände. Im originalen Release konnte man lediglich Cress steuern, doch in späteren Veröffentlichungen kann man das gesamte Team befehligen und die Kämpfe so weitaus taktischer angehen.
Die PlayStation-Version des Spiels führt das Kochsystem ein, welches mittlerweile Standard in jedem Titel ist.
Hat jemand mit dem ersten Teil dieser Reihe zu tun gehabt?
Ich bin zunächst durch die GBA-Version auf das Spiel gekommen, auch wenn ich die Reihe schon vorher kannte, war ich damals noch nicht bereit (so viel) zu importieren und dementsprechend war das Remaster erst einmal genug.
Mittlerweile besitze ich natürlich auch die originale japanische Version auf dem SNES, sowie das PlayStation-Remaster und die X-Edition mit dem Voices.
Auch wenn das Spiel; im Vergleich zu den neueren Teilen; natürlich abgespeckt ist, hat es mich sofort durch seinen Charme und das doch recht eigene RPG-System bestochen – ich finde, dass die Charaktere bereits wirklich gut geschrieben sind. So gut, dass ich eigentlich fast alle Charaktere wirklich gerne mag – nur mit Rondoline konnte ich irgendwie nicht warm werden, allerdings ist sie auch nur in X spielbar.
Cress, Chester, Claus und Arche gehören zu meinen absoluten Lieblings-Charakteren und auch Suzu mag ich sehr gerne.
Das Original ist definitiv besser als der GBA-„Port“ muss ich sagen, aber wenn man keine andere Möglichkeit hat dieses Spiel zu spielen, dann ist es auch kein Problem, wenn man das Spiel eben darauf zockt – der Kern der Erfahrung bleibt derselbe, aber ich glaube, dass das Spiel im Westen weitaus populärer wäre; und sich vielleicht sogar im SNES-Klassiker-Olymp befinden würde; wenn es in dieser Version zum ersten Mal hier rausgekommen wäre.
Denn natürlich klingt z.B. der atmosphärische OST auf dem GBA tatsächlich nicht so toll und auch die action-orientierten Kämpfe scheinen dem Handheld ziemlich ans Kerbholz zu gehen, wenn man aber über diese technischen Mängel hinwegsehen kann, dann wird man definitiv mit einem äußerst wundervollen Abenteuer belohnt.
Es gibt eine wirklich vielfältige, interessante Welt, sowie eine Zahl an einzigartiger Charaktere zu entdecken und wenn man das Spiel gründlich spielt, dann braucht man bestimmt mehr als 40 Stunden – wenn man auf eine Komplettierung wert legt, dann sind es 50 Stunden, was ein mehr als solides Erlebnis ist.
Manchmal ärgert eventuell die hohe Rate an Zufallskämpfen und nicht immer ist ersichtlich, wohin man als nächstes soll, aber dies schreibe ich mal der „SNES-RPG-Krankheit“ zu, denn viele Games aus der damaligen Zeit haben sich ein bisschen in dieses Schema verheddert.
Von mir gibt es hier eine große Empfehlung, für einen mehr als gelungenen Start in eine Reihe, welche heute noch auf der ganzen Welt Fans hat und; zum Glück; die Grenzen überschreiten konnte und nicht mehr nur ein Nischen-Titel im Westen ist.

