„Die erste Folge war ganz okay, werde mich jetzt aber nicht gleich auf die nächste stürzen...“
Da wurde ich im Serien-Thread von meinen eigenen Worten überholt, denn ich habe mich sogleich auf die ganze Staffel gestürzt.
Zunächst: Wie gewohnt spare ich mir irgendwelche Eckdaten, Infos zur Serie und ihrem Inhalt sind gerade an jeder Ecke im Internet zu finden. Das hier ist nämlich ganz heißer Scheiss. Und das ist auch meine persönliche Meinung: Kam lange nicht mehr vor, dass ich das unstillbare Bedürfnis hatte eine Serie (auch wenn sie nur acht Folgen hat) am Stück durchzuziehen.
Wie ich auch im Serien-Thread erwähnte, hatte ich mit „Fallout“ bisher sehr wenig zu tun. Das macht aber nichts, denn die Serie erzählt eine von den Spielen losgelöste Handlung im Fallout-Universum, und die bekannten Elemente werden sehr beginnerfreundlich eingeführt, sodass man zu keiner Zeit ein „Hä? Worum geht es da jetzt!?“-Gefühl hat.
Die Serie hat ein großartiges „Amerika in den 50ern“-Flair (ist in den Spielen wohl auch so). Es gibt Oldies und Countrysongs aus dieser Zeit, Westernfilme und absurd große und bunte Automobile. Gab es zumindest, denn dann fielen die Bomben, und die Überlebenden teilten sich in verschiedene Gruppen. Von da an wird es auch direkt spannend, denn man muss dann doch ein wenig aufpassen um sich zu merken, wer zu wem gehört. Da die drei Hauptcharaktere und ihre Geschichte aber einzeln und sehr behutsam eingeführt werden, ist das auch kein Problem.
Ein ziemlich wilder Genre-Mix ist das. Drama, Action, Horror, sogar ein bisschen Comedy - nix kommt zu kurz oder ist zu viel. Also ein wilder und gekonnter Genre-Mix. Vor allem der stets auflockernde und nie fehl am Platz wirkende Humor hat mich gut abgeholt. Mal zotig, mal trocken - auch hier von allem etwas. Es gibt nicht nur die offensichtlichen Witze, sondern auch eine ganze Menge subtilerer. Beispiel gefällig?
In Folge 1 wird häufig ein „Don‘t lose your head!“-Plakat im Vault 33 gezeigt. Könnte man einfach als „Immer ruhig bleiben!“-Motivationsspruch verstehen. Aber: In den kommenden Folgen geht es im wahrsten Sinne des Wortes um einen verlorenen Kopf. Wenn das tatsächlich so beabsichtigt war und da nicht bloß der Interpretations-Gaul mit mir durchging: Respekt!
Neben oben angesprochen ausgewählten Musikstücken gibt es natürlich auch einen eigenen Serien-Score. Und zwar von Ramin Djawadi, der sich spätestens mit seinen Kompositionen für „Game of Thrones“ einen großen Namen in der Filmmusik-Branche gemacht hat. Wer auf so etwas achtet, kommt hier also auch auf seine Kosten, denn der Mann leistet gewohnt vortreffliche Arbeit.
Leider ist der Spaß jetzt erst einmal vorbei, denn eine zweite Staffel ist noch nicht offiziell abgesegnet. Es wäre aber nahezu skandalös, wenn es dazu nicht käme - alleine schon, weil das Staffelfinale mit einigen spannenden offenen Enden aufwartet. Dazu sei nur so viel gesagt: Es wird noch einmal ordentlich auf den Kopf gestellt, wer denn nun zu den Guten oder den Bösen gehört.
5 von 5 „Okey-Dokey!“s.