Zelda als Heldin

  • Labrynna

    Ich kann dich dahingehend absolut nachvollziehen, eben weil auch Emotionen dahinterstecken. Aber genau deshalb würde ich bei einer Spielreihe, die mir persönlich wichtig ist, doppelt "vorsichtig". Bin ich von dem, was ich vorab höre, nicht überzeugt, dann warte ich lieber den Release ab, höre mir Wertungen an, schaue vielleicht sogar ein Let's Play. Gefällt mir nicht, was ich sehe, lasse ich es bleiben. So habe ich es bei Triforce Heros gemacht. Das klang vorab alles so nach "nicht meins", dass ich es nicht gekauft habe. Habe es nicht bereut.


    Und ja, bei TotK war vieles noch unbekannt, man konnte noch interpretieren und auch ich hatte nicht gedacht, dass es so nah an BotW wäre (z.B. wieder Schreine). Aber EoW scheint jetzt keine großen Überraschungen zu verbergen. Wir wissen, dass uns Zelda als Heldin erwartet und dass wir ein anderes Gameplay haben. Ich fände es schlimmer, wenn sie mit Link geworben hätten, Zeldas Rolle ein Geheimnis geblieben wäre und wir dann plötzlich nach 2 Minuten keinen Link hätten, sondern eben Zelda. Dann wäre nämlich eine ganz andere Erwartungshaltung da gewesen und diese Überraschung wäre vielleicht ziemlich nach hinten losgegangen. So aber wissen wir, was auf uns zukommt.


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  • Persönlich muss ich sagen, dass EoW das erste Zelda seit Jahren ist, für das ich keine Vorbestellung aufgegeben habe. Ich werde nach Erscheinen die Diskussion hier verfolgen und dann später entscheiden, ob das etwas für mich ist. Das liegt aber bei mir ausschließlich an der neuen Spielmechanik, die ich mir noch nicht so gut vorstellen kann, und an der Knuffel-Grafik. Zelda als Charaker hängt mit der Spielmechanik zusammen, sodass ich weiterhin noch nicht weiß, ob mir diese Form von Zelda-Protagonistin gefällt.


    Ich weiß noch, dass ich mich ein paar Wochen vor der Ankündigung in einem anderen Tread zu Zelda als Protagonistin geäußert hatte. Da hatte ich auch schon gesagt, dass das Gameplay ein ganz anderes sein würde. Damals schwebte mir allerdings eine starke Licht-und-Zeit-Magierin vor, die mit dem Lichtbogen Lichtpfeile verschießt und das schmale Schwert aus TP schwingt. Die Knuffel-Zelda, die mit ihrem Stab Betten und Topfpflanzen stapelt, um Klippen zu überwinden, ist ziemlich weit weg von meiner Vorstellung. Ich finde es daher schon schade, dass Zelda nicht als "starke Frau" ihren Auftritt bekommt, sondern als knuffiges Playmobil-Püppchen. Dass Zelda dann ihre Abenteuer durch das Herbeizaubern von Haushaltsgegenständen bestreiten soll, finde ich sogar leicht anti-feministisch und nicht ganz zeitgemäß. (Ob Link wohl Bierkisten und Hantelbänke gestapelt hätte? Wird es auch Staubsauger und Wischmopp geben?) Sie hätte ja auch die blauen Zeitsteine aus OoT herbeirufen können, die ihr als Weise der Zeit natürlich exzellent gestanden hätten...


    Oracle Link möchte ich sagen, dass man damit umgehen muss, wenn man im Leben nicht das bekommt, was man möchte. Sei es, weil ein neues Spiel nicht das ist, was man sich vorstellt, oder weil das Lieblingsrestaurant das Lieblingsessen von der Karte nimmt. Das kommt vor und man kann es nicht ändern. Wenn du das Spiel einfach nicht kaufst und ignorierst, ist es so, als würde es das Spiel nicht geben. Es gibt ja auch viele andere Spiele, die nicht "Zelda" heißen und die man nicht kauft.

  • Was ich total toll finde, ist, dass Zelda auch die Möglichkeit bekommt, ihre Garderobe zu wechseln. Im aktuellen Trailer konnte man sie ihn verschiedenen Outfits bewundern, so z.B. in einem Outfit, dass an die Gerudos erinnert. Was ich mich da frage: sind diese Outfits nur kosmetische Natur, oder gewähren sie irgendwelche Ststus-Boosts, wie die Kleidung von Link in BotW? Bin jedenfalls gespannt, was es alles für Kleidung für Zelda geben wird.


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  • Habe diesbezüglich auch noch nichts heraus gefunden aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur kosmetischer Natur sein wird. Bei dem Gerudo Anzug dachte ich jedenfalls sofort, dass man ihn eventuell brauchen wird, damit Zelda sich „infiltrieren“ kann. Auch so werden ja vielleicht die Anzüge ihr entweder verschiedene Fähigkeiten geben oder aber ihr Schutz gegen gewisse Witterungen verleihen.


    Nur so meine Vermutung.

  • Die Idee war super und, wie ich finde, schon lange überfällig. Ich erinnere mich, wie oft ich mich früher fragte, ob es jemals ein Zelda mit, na ja, Zelda als Protagonistin geben würde. Klar, Link ist der Held, aber mit der Zeit kam das Bedürfnis nach noch mehr Abwechslung auf. Ich war schon immer ein Fan davon, dass Nintendo an bewährten Formeln ein wenig rüttelt und sich Neues traut. Davon lebt das Franchise. Daher war Echoes of Wisdom für mich ziemlich interessant.


    Mir hat auch die Idee gefallen, dass Zelda keine klassische Waffe verwendet. Die Kopiertechnik, insbesondere die Gegner, die für sie kämpfen, war spaßig und spendete Raum für neue Rätselmechanismen.


    Während Link gewohnt still (und auch emotional oft eher zurückhaltend) ist, hätte man hier auch die Chance gehabt, einem Protagonisten viel Persönlichkeit, Tiefe und persönliche Höhepunkte zu verleihen - woran ich mich in diesem Spiel jetzt nicht erinnern kann. Ich glaube, da wäre einiges möglich gewesen, wir sprechen schließlich von der Namensgeberin des Franchises. Zumindest wäre das mein persönlicher Wunsch gewesen. In Tears of the Kingdom zum Beispiel hatte es ja funktioniert, Zeldas Gedanken- und Gefühlswelt in Form von eindrucksvollen Dialogen und Cutscenes zu beleuchten. Zwar haben die Spiele sehr unterschiedliches Design und Storytelling, aber zumindest ein bisschen mehr in diese Richtung hätte ich wirklich gut gefunden.

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  • hätte man hier auch die Chance gehabt, einem Protagonisten viel Persönlichkeit, Tiefe und persönliche Höhepunkte zu verleihen

    Absolut! Doch EoW ist ähnlich "leicht" wie LA. Damit will ich nicht sagen, dass die Spiele keine Tiefe innerhalb ihrer Storys bieten, aber da hatten BotW und TotK einfach doch mehr Gewicht. EoW war sehr experimentell und bot besonders mit den Echos eben viele Möglichkeiten. Der Fokus lag wohl vor allem auf dieser Mechanik.


    Dennoch bin ich nach wie vor sehr begeistert davon, dass endlich Zelda im Fokus stand. Ich fände es toll, wenn wir in Zukunft mehr solche Spiele bekommen, in denen Zelda zur Heldin werden kann. Einzig schade war, dass Nintendo nicht "all in" gegangen ist und Zelda schließlich auch die Möglichkeit gab, zu einem Echo von Link zu werden. Tatsächlich hätte ich diese Fähigkeit gar nicht gebraucht.


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  • Ich habe dieses Zelda bisher noch nicht gespielt, finde die Idee allerdings nicht schlecht, dass man auch mal Zelda spielen kann, da sie über andere Fähigkeiten verfügt.


    Zitat


    Ich fände es toll, wenn wir in Zukunft mehr solche Spiele bekommen, in denen Zelda zur Heldin werden kann.

    Da würde ich sogar noch etwa weiter gehen und sagen, ich hätte auch gerne mal ein Zelda, wo man zum Teil auch in der Rolle des Ganondorf spielt, um mehr über seine Motive und Hintergründe für seine Handlungen zu erfahren.

  • EoW war sehr experimentell und bot besonders mit den Echos eben viele Möglichkeiten. Der Fokus lag wohl vor allem auf dieser Mechanik.

    Ein guter Einwurf, da stimme ich Dir zu. Das Spiel ist natürlich kein großes, episches Abenteuer wie manch andere Zeldas, daher kann man hinterfragen, wie viel Story man hier überhaupt erwarten sollte. Vielleicht hat es aus Entwicklersicht einfach wenig Sinn gemacht, auf eine tiefgründigere Geschichte zu bauen. Nintendo sagte auch einmal, dass zuerst die Gameplay-Elemente entwickelt werden - die Geschichte baut sich im Wesentlichen erst danach, basierend auf die gewählte Mechanik, auf. Vielleicht ist die Rolle der Protagonistin (im Rahmen eines Experimentierspiels) also ganz gut so, wie sie ist.


    Das gleiche auch mit der Rolle von Tri: zwar gab es in der Vergangenheit ein paar Spiele mit komplexeren Begleitern, aber das ist nicht die Norm, es sollte nicht automatisch für zukünftige Spiele erwartet werden und funktioniert auch nur dann glaubhaft, wenn es das Grunddesign des Spiels zulässt.

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  • auch in der Rolle des Ganondorf spielt, um mehr über seine Motive und Hintergründe für seine Handlungen zu erfahren.

    Interessante Idee. Ich persönlich bräuchte es aber nicht. Ich finde, dass man seine Beweggründe immer ganz gut erahnen kann. Wobei er für mich in OoT und TP eher böse ist um des Böseseins willen. In WW hat er da viel mehr Tiefe, wobei das auch gut sein kann, dass ich da stark voreingenommen bin, da WW mein liebstes Spiel ist.


    Was ich mir gut vorstellen könnte, wäre eine "Brücke" zwischen den Fanlagern. Wir haben ja eher die Aufteilung in Fans der klassischen Formel und Fans der neuen Ansätze. Mit EoW hat man schön beweisem können, dass beides geht. Man könnte diesen Weg weiter so gehen, dass Zelda öfter Titel bekommt, in denen sie die Protagonistin ist und die eher klassichere Elemente beinhalten, während man mit Link weiter "experimentellere" Wege geht (wie eben BotW).


    Nintendo sagte auch einmal, dass zuerst die Gameplay-Elemente entwickelt werden

    Genau, habe ich auch einmal gelesen - ich glaube in Hyrule Historia oder einem der anderen Wälzer.


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  • Es gibt tatsächlich sogar einen Thread zum Thema Ganondorf als Hauptfigur.


    Zumindest mit Hyrule Warriors gab es ein Spiel, in dem man im Legendären Modus (= Story-Modus) über einige Kapitel hindurch als Ganondorf spielte - an der Seite von Bösewichten wie Cia, Ghirahim und Zanto. Und es gab einen Herausforderungs-Modus, in dem man als Ganon spielen konnte. Das ist natürlich nicht vergleichbar mit einem echten Hauptreihenspiel, aber dennoch fand ich es (im Rahmen eines Hack and Slays mit etwas Story zu seinem Aufstieg) ganz nett, dass das eingebaut wurde.


    Das hingegen in einem großen Abenteuerspiel umzusetzen stelle ich mir zwar interessant, aber schwierig vor. Es würde mich nicht wundern, wenn Nintendo selbst schon mal darüber nachgedacht hat, es aber bisher an Ideen, die die Fans begeistern würden, gemangelt hat. Rein storybezogen wäre da sicher was möglich, aber wie sieht es mit Gameplay aus? Wird Ganondorf die Welt erkunden, wie es Link/Zelda auch tut? Interagiert er mit NPCs? Soll er auch Dungeons besuchen, Items finden, Truhen öffnen, Hühner fangen und in Shops einkaufen?


    Was auch immer man in der Rolle von Ganondorf tun würde: am Ende ist wichtig, dass das Spiel glaubhaft wirkt, ohne dass man als Spieler das Gefühl hat, dass eine Figur in eine (bewährte) Gameplay-Formel gepresst wurde. Und wie wird das Spiel enden? Ist es für den Spieler befriedigend, wenn Ganondorf seine Ziele erreicht hat und Hyrule dem Untergang geweiht ist?


    Genau, habe ich auch einmal gelesen - ich glaube in Hyrule Historia oder einem der anderen Wälzer.

    Ich müsste auch nochmal nachgucken, wo sich die erste Quelle befand. Es gab zumindest ein Interview mit Aonuma aus 2024, in dem er das zum Ausdruck brachte. Das fand ich sehr interessant, weil man dadurch wertvolle Informationen zur Arbeitsweise von Nintendo erhält.


    Und in einem der Ask-the-Developers-Interviews zu Echoes of Wisdom, kurz vor dessen Release, kann man folgendes Zitat von Aonuma finden:

    Zitat

    These days, even for us, it's not easy to touch on the lore of the Legend of Zelda series. When you address the history of the Legend of Zelda, you naturally have to be conscious of how things have been expressed previously in the series. But when we think about a new game, we need to think about new developments while being mindful of the past games in the series, so the scope of what you can do becomes increasingly narrow if you think in the same way every time. On top of that, because the series has been running for a long time, players are interested in its history and lore. So, when we've adopted a game plot that was not in line with the other games in the series because we prioritized the gameplay, we've been told by our fans that it didn't make sense. We realized that even if the developers didn't intend to make nonsensical changes, players could interpret otherwise.

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  • Auch, wenn es vom eigentlichen Thema inzwischen etwas abweicht:

    Ein Zelda mit Ganondorf als Hauptfigur halte ich storytechnisch auch für sehr schwierig umzusetzen. Ganon ist der Antagonist, sein Ziel ist die Zerstörung Hyrules. Ganondorf spielen zu wollen, hat damit einen etwas makabren Geschmack, der vielleicht als humoristische Einlage verständlich ist, aber kaum über viele Stunden Gameplay tragen kann. Ganondorf tötet Hylianer und andere Wesen Hyrules aus niederen Beweggründen. Er steht für das unüberwindbar Böse: Ganon kann höchstens verbannt, aber nie gebessert werden. Kein Spiel hat bisher am Ende einen Ganondorf gehabt, der seine Fehler eingesehen hätte und hinterher ein besserer Mensch geworden ist.


    Bei Wario ist es gelungen, einen Gegenspieler Marios zu einem brauchbaren Protagonisten zu machen. Aber Wario ist halt auch einfach nur gierig und plant nicht die komplette Unterjochung oder Vernichtung der Welt.


    Die einzige Option, die ich für Ganon sehen würde, wäre es, seine Handlung in seiner Verbannungswelt anzusiedeln. Diese müsste dann durch etwas noch Böseres bedroht sein und Ganon müsste die Verbannungswelt retten, um sich selbst zu retten. Eventuell würde er dadurch in der Konsequenz auch Hyrule retten, weil das genauso bedroht wäre. Eventuell könnten auch Link und Zelda in einer Parallelhandlung etwas von Hyrule aus dazu beitragen. Das alles könnte man als Spinoff der Hauptreihe ansiedeln.


    Rein storybezogen wäre da sicher was möglich, aber wie sieht es mit Gameplay aus? Wird Ganondorf die Welt erkunden, wie es Link/Zelda auch tut? Interagiert er mit NPCs? Soll er auch Dungeons besuchen, Items finden, Truhen öffnen, Hühner fangen und in Shops einkaufen?

    Das frage ich mich auch. Letztendlich wäre der Ganon-Weg, einfach mit Macht alles an sich zu reißen. Bei den Dungeons könnte ich mir vorstellen, dass er einfach nur brachial durch die Wände bricht... :confused:

    Anders als Link, der springt ja inzwischen einfach durch die Decke :w00t:

  • Was mir an Zelda auch sehr gefallen hat, sind die vielen Kostüme, die man ihr geben kann. Das „Standard-Outfit“ (Inkognito-Outfit) mit der Kapuze entspricht dem Design aus Twilight Princess, was mir besonders zusagt, da das schon immer mit Abstand meine absolute Lieblings-Zelda gewesen ist. Nur das Diadem mit dem roten Juwel in der Mitte dürfte überall auf Ocarina of Time referenzieren; später hatte sie nämlich ein blaues. Das Kleid, das an Ocarina of Time angelehnt ist, mochte ich auch.


    Insgesamt elf Outfits gibt es, wenn man die drei mitzählt, die man durch Scannen von amiibos erhält. Auch wenn viele von ihnen bestimmte Effekte aufweisen, habe sie als einfache Spielerei gesehen und mich rein nach Lust und Laune entschieden, wenn ich wechseln wollte. Nicht alle finde ich gleich interessant; zum Beispiel sind die Stempel-, Tanz- und Pyjama-Gewänder eher nichts für mich gewesen. Das Katzenkostüm war aber niedlich. Das sah Nintendo wohl auch so, weshalb man sich dafür entschied, ihr gleich zwei Versionen dieser Variante zu verpassen. Vielleicht verwandelt sich ja Link im nächsten Spiel in eine Katze.

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