Als ich den auf Steam sah, hatte ich just Bock, mir einen Wasserpark zu bauen, bei dessen Anblick pure Entspannung über mich kommt. Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg und tatsächlich erwies sich der Simulator meiner Meinung nach auch als recht stressig. Warum? Dazu gleich mehr.
Der Waterpark Simulator befindet sich im Early Access und so wirkt er auch. Daher war ich auch guter Dinge, dass das Spiel zum einen erweitert und zum anderen etwas umgeändert wird. Tatsächlich gibt es auch eine Roadmap.
Das Spiel beginnt damit, dass euer Charakter seinen alten Job aufgegeben hat, um seinen großen Traum zu erfüllen, einen eigenen Wasserpark. Dummerweise ist der Park, den er übernommen hat eher eine kleine Ruine. Erstmal allen Schrott entfernen und dann für wenig Geld rostig aussehende, aber immerhin funktionelle Einrichtung einbauen. Der gute Stuff wird erst später freigeschaltet. Dann noch dem Park einen schönen Namen geben, euer Charakteraussehen vielleicht noch am Randomizer zufällig ändern lassen und los geht's mit der Reise zu einem 5 Sterne-Park.
Die Gäste kommen und sehen etwas seelenlos aus. Das ist eine Feststellung und keine negative Kritik, denn von einem Indiesimulator erwarte ich nicht, dass die Figuren verschiedene Gefühle zeigen. Die Tickets müsst ihr selbst verkaufen und diese an die Gäste anpassen. Jugendlicher, Erwachsener oder Senior? Für wie lange? Und möchtest du auch die Rutschen benutzen dürfen? Weitere Kundschaft kannst du später mit Flyern und Plakaten erhalten. Im inneren des Parks musst du sie gleichzeitig im Auge behalten und betreuen. Das bedeutet Wasserlachen und Dreck entfernen, Rettungsringe zuwerfen, erste Hilfe leisten, zögernde Gäste auf den Sprungbrettern motivieren und jene Gäste, welche sich in irgendeiner Form daneben benehmen herauskomplimentieren. Seltsamerweise geschieht das Motivieren und auch das Herauskomplimentieren, indem ihr jene Besucher schubst, aber da darf man wohl das Spiel nicht zu ernst nehmen. Die verbale Kommunikation wäre eigentlich das erste Mittel, das ich anwenden würde. Auch etwas fraglich ist das Abspritzen stinkender Gäste mit einer Wasserpistole, damit sie nicht mehr stinken. Auch die Arbeit an den Verkaufsständen und das Auffüllen von Automaten müsst ihr regeln.
Mit jedem Stern, den ihr erhaltet, könnt ihr weitere Mitarbeiter einstellen. Meine Hoffnung war, es dann ruhiger angehen lassen zu können, denn es passiert einfach so viel, um das man sich kümmern muss. Es scheint tatsächlich so, als müsse man 10% der Gäste retten, die Einrichtung wird sehr schnell schmutzig und nimmt viel Schaden. Natürlich hat man weniger Arbeit mit wenig Einrichtung und wenig Gästen, aber das ist ja nicht Ziel des Spiels. Dummerweise waren die Angestellten, die ich am Ende insgesamt haben durfte, einfach nicht ausreichend, um den Park zu betreuen. Ich hatte drei Standverkäufer (Hotdog, Limonade und Eiscreme), einen zum putzen, einen zum reparieren, einen Bademeister, einen Ticketverkäufer und einen Mitarbeiter, welcher die Automaten auffüllte. Mehr war nicht drin. Vielleicht nehmen die Spieleentwickler die Höchstgrenze ja später weg oder heben sie zumindest an.
Anders als es damals in Rollercoaster tycoon der Fall war, wo man seine Achterbahnen auch selber bauen konnte, sind hier die Rutschen alle vorgefertigt. Sind die ersten Rutschen funktionell und nichts besonderes, werden sie zum Ende hin über abenteuerlich bis hin zu abgedreht und fraglich ob ihrer Funktionalität. Ich war gespannt, wie sie mit der genutzten Engine so funktionieren und baute eine von den letzten Rutschen auf und was soll ich sagen "It's raining men, halleluja". Realistisch wären hierbei ein paar Tote, aber da dies glücklicherweise nur ein Spiel ist, standen die Besucher wieder auf und machten weiter Besucherdinge. Mal sehen, ob die Entwickler noch was an den Rutschen drehen und wer weiß, vielleicht kann man am Ende selber welche entwerfen. Das wollte ich eigentlich machen, als ich das Spiel kaufte.
Die Stände sind schön und gut, aber ehrlich gesagt, hätte ich gerne ein kleines Restaurant reingebaut. Am Ende ist der Park so groß, dass ich ein solches für angemessen halte. Da manche Gäste bis zu acht Stunden hier sind, ist ein Restaurantbesuch locker drin. Auch herumlaufende Maskottchen haben mir gefehlt, aber diese stehen bereits auf der Roadmap. Dagegen kann ich auf Mafia Business gut verzichten.
Übrigens gibt es scheinbar keine Kinder, da sie aber in meiner Vorstellung nicht fehlen dürfen, habe ich das kleinste Becken, das es gab aufgebaut und habe mir vorgestellt, dass es sehr flach ist, halt ein Planschbecken für Kinder. Drumherum dann noch viele Liegen für die Eltern, die ihre Kinder beaufsichtigen und natürlich Dusche und Klo in unmittelbarer Nähe. An Kinder muss gedacht sein!!!
Der Waterpark Simulator ist echt nicht so, wie ich beim Kauf dachte, aber ich hatte Spaß und bin gespannt, wie er sich noch verändern wird.