
Der erste Teil der Sakura Taisen-Reihe; hier unter Sakura Wars bekannt; erschien erstmals im September 1996 auf dem Sega Saturn, wobei Ports für Dreamcast (2000), den PC (je nach Version 2000, 2003 oder 2007) und PSP in 2006.
Das Spiel kam (fast) ausschließlich in Japan, wenn man von der Windows Version absieht, welche 2006 in Russland erschienen ist.
Das Spiel erhielt 2003 außerdem ein Remake für PlayStation 2, Sakura Wars: In Hot Blood; um welches es in diesem Thread allerdings nicht gehen soll, da das eben ein verändertes Remake und nicht nur ein erweiterter Port o. ä. ist.
Ichiro Ogami soll das Kommando über die geheime Truppe der Kaiserlichen Kampftruppe „Flower Division“ übernehmen und reist dafür zum Kaiserlichen Theater in Teito. Ogami ist überrascht, in einem Theater eingesetzt zu werden und noch mehr, weil er die Eintrittskarten der Besucher entwerten soll. Die Stadt von finsteren Mächten angegriffen und er wird schnell über seine wahre Aufgabe aufgeklärt: in einen Kampfroboter steigen und gemeinsam mit den Darstellerinnen des Theaters die Stadt beschützen.
Sakura Wars vermischt Strategie-Rollenspiel, Visual Novel und Dating Sim, wobei die Elemente stark miteinander verwoben sind und die Reihe daher als Pionier dieses Genre-Mix gilt.
Wie in anderen Rollenspielen gibt es auch hier eine fixe Handlung; das Schicksal des Spielers ist jedoch nicht vorbestimmt. Die Interaktion mit den Charakteren spielt eine zentrale Rolle. Je bessere die Beziehungen, die der Spieler zu den Mädels aufbaut, desto besser ihre Kampfleistung. Die sozialen Elemente des Spiels sind daher eng mit dem Kampfsystem verknüpft.
Die Geschichte wird in Episoden erzählt, jede mit eigenen Eyecatchern (Illustrationen, die in Anime vor und nach der Werbepause gezeigt werden) und Vorschauen auf die nächste Folge. Die Eyecatcher sind die einzige Möglichkeit für den Spieler, seinen Fortschritt zu speichern.
Ansonsten teilt sich das Spiel praktisch in zwei Modi: Adventure Mode (Dating Sim, Visual Novel Aspekt) und Battle Mode.
Im Adventure Mode steuert der Spieler Ichiro Ogami. Durch den Besuch bestimmter Orte kann er mithilfe des Live Interactive Picture System (LIPS) mit verschiedenen Charakteren interagieren. LIPS bietet dem Spieler während der Gespräche verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Die getroffenen Entscheidungen (einschließlich des Nicht-Treffens einer Entscheidung), erhöhen oder verringern das Vertrauen der beteiligten Charaktere. Diese Punkte haben Auswirkungen im Spielverlauf, unter anderem auf Ogamis Beziehungen zu den anderen Figuren und letztendlich auf die Schlussszene.
Der Battle Mode ähnelt dem eines taktischen Rollenspiels. Der Spieler gibt allen Mitgliedern des Angriffstrupps, die auf einem quadratischen Raster positioniert sind, Befehle. Die Befehle sind in Gruppen angeordnet, und pro Runde können maximal zwei Befehle aus verschiedenen Gruppen erteilt werden (z. B. fallen „Heal“ und „Defend“ unter dieselbe Gruppe – es ist also nicht möglich, in einem Zug zu heilen und dann in die Abwehrhaltung zu gehen).
Die Vertrauenspunkte eines Charakters beeinflussen dessen Leistung im Kampf. Eine Einheit schneidet besser ab, wenn der Pilot ein hohes Vertrauen zum Truppführer hat, und schlechter, wenn das Vertrauen gering ist.
Wird die Einheit eines Angriffstruppmitglieds im Kampf zerstört, scheidet dieses vom aktuellen Kampf aus und der Spieler verliert Vertrauenspunkte. Wird Ogamis Einheit zerstört oder erfüllt der Spieler die vorgegebenen Anforderungen nicht, heißt es „Game Over“.
Kennt ihr das Spiel?
Ich kenne einige Spiele der Reihe und der erste Titel gehört tatsächlich nicht dazu, weshalb ich letzte Woche beschlossen habe, dass ich in die Reihe eintauchen werde – d. h. Lücken auffüllen und Spiele erneut spielen, die ich vor Jahren gezockt habe. Irgendwann gipfelt es dann vielleicht darin, dass ich den „neusten“ Teil zocke … den ich zwar gekauft, aber niemals wirklich gespielt habe. Typisch.
Jedenfalls … ich mag das Spiel total? Bisher war mein Eindruck zur Reihe generell immer relativ positiv, aber es war nun auch niemals ein Franchise, bei dem ich mir dachte „WOW, ich bin riesiger Fan“, aber meine Spielzeit (zirka fünf Stunden bisher) des ersten Teils hat mir wirklich viel, viel Freude bereitet.
Warnend muss ich dazu sagen: Es ist „sleazy“. Während der Visual Novel/Dating Sim-Passagen kann man seinen Pointer z. B. auf die Brüste der Charaktere legen und dann kommentiert Ogami (Spielercharakter) gedanklich und auch so gibt es zig Fanservice Szenen oder Möglichkeiten Dinge zu tun, die halt typischer 90er-Anime-Humor sind, wie bei den Charakteren in die Umkleide laufen.
Wer so krasse Anime-„Cringe“-Spiele also nicht ab kann, der wird hier nicht zufrieden. Persönlich finde ich es super charmant und sehe es halt auch als ein Produkt seiner Zeit, aber ich kann durchaus verstehen, warum das Spiel 1. nicht im Westen erschien 2. die Reihe generell erst sehr spät in den Westen kam und 3. Vermutlich niemals einen Port bekommen wird. xD
Positiv möchte ich aber erwähnen, dass man dem Kind (9 Jahre) *nicht* auf die Brüste schauen kann – die Option gibt es nicht. (Das klingt „selbstverständlich“, aber ich würde das jetzt mal nicht per se abschreiben.)
Aber ich habe in meiner letzten Spiel-Session einfach oft lachen müssen, weil ich es einfach so … ja, ich kann’s nicht anders sagen … CHARMING finde. Es ist wirklich, als würde ich eine Anime-Episode selbst spielen und in abstruse Situationen geschmissen werden – dann hat das Design natürlich auch diesen Retro-Anime-Look und es gibt echt einige, animierte Szenen oder zumindest Stils (also ein einziger Frame).
Und die (meisten) Charaktere sind süß! Das Blöde ist nur: Ich fühle mich dazu gezwungen alle halbwegs nett zu behandeln, da ich ja nicht riskieren möchte, dass ihre Werte im Kampf grottenschlecht sind, aber Sumire
Das Kampfsystem macht definitiv was her und ist ein grundsolides SRPG-System – bisher ist Kohran meine liebste Einheit (weil Fernangriff), wobei ich eigentlich tendenziell die Einheiten lieber mag, mit denen ich mehr als ein Feld um mich herum angreifen kann.
Ansonsten ist das größte Problem; meiner Ansicht nach; dass sich die Koubu extrem langsam bewegen. So habe ich am Anfang nicht gecheckt, dass eine der Anhöhen zwei Felder hoch ist (da kommt man also nicht einfach hoch) und der Kampf hat mich dadurch bestimmt ~3 Minuten länger gebraucht, in jenen ich dann aber echt nur rumgelaufen bin, weil ich von der anderen Seite ran musste. Mit QoL-Updates bei einem Remaster / Port, könnte man dem natürlich Abhilfe schaffen, allerdings zweifele ich daran, dass das passieren wird (wie oben gesagt: es ist einfach extrem „Harem Anime Cringe“ – und auch wenn ich es mag, werden nicht alle das mögen).
Seitdem ich das Game gespielt habe ich übrigens das Opening immer mal wieder als Ohrwurm (Geki! Teikoku Kagekidan von Chisa Yokoyama, welche die Synchronstimme von Sakura ist, mit den anderen Mädels im Hintergrund).
Das Game schlägt einfach genau in eine Kerbe, die ich sehr gerne mag. Ich kann trotzdem zu 100% verstehen, dass man sich nicht zugetraut hat den westlichen Mark zu erstehen. Visual Novel? Harem Dating Sim? Mecha? Das ist in einem Paket schon freaky und sicher wären viele Fans enttäuscht, da die Kämpfe weniger Raum einnehmen, als eben die anderen Gameplay-Elemente.
Ich werde berichten (wenn es was zu berichten gibt), wenn ich weiterspiele. Ich zocke übrigens die Saturn-Version!