Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty


  • Metal Gear Solid, der Titel der 1998 Metal Gear in die 3te Dimension gehoben hatte, war ein voller Erfolg.


    Die Story von MGS 2 war als erstes Konzeption für den mittleren Osten geplant und hätte sich um eine Inspektion von Atomwaffen im Iraq und Iran gedreht.

    Das Spiel hätte auf einem grossen Flugzeugträger stattgefunden, mit einem Zeitlimit.


    Aber, die Situation im nahen Osten spitzte sich weiter zu und so wurde diese Idee schnell verworfen.


    Bei Konami begann man bereits kurz nach der Veröffentlichung mit der Entwicklung eines Sequels.

    Das Designdocument für den Nachfolger hatte Hideo Kojima bereits im Januar 1999 fertiggestellt, bereits 4 Monate nach dem japanischen MGS Release.


    Das Designdocument wurde Konami in 2002 in Japan veröffentlichen und in 2006 weltweit (aber nicht übersetzt)

    Interessant dabei ist, damals plante Kojima Metal Gear Solid 2 zwischenzeitlich als Metal Gear Solid III.

    Die III sollten die 3 höchsten Gebäude von New York repräsentieren.

    Eine ähnliche Denkweise würde er bei MGS V benutzen, bei dem V für den Buchstaben steht und nicht für 5. Peacewalker ist Kojimas MGS 5.


    Zusätzlich hatte es aber noch eine andere Funktion.

    In der Dokumentation die es damals bei der Erstveröffentlichung als DVD dazu gab, sprach Kojima davon wie er einen Weg suchte alte und neue Spieler gleichermaßen abzuholen.

    Dort passt die III ganz gut rein, da es auch die alte Fanbase verwirrt hätte, wo denn nun der 2te Teil abgeblieben ist und somit neue und alte Spieler ein ähnliches Gefühl gehabt hätten das Spiel zu beginnen.

    Das würde aber dann ja anders gelöst.


    Laut dem Designdocument sollte die Story von MGS III sich um digitalen Krieg und Informationsfluss drehen.

    Im Dokument steht, dass die Story, im Gegensatz zum ersten Teil, so verwirrend sein sollte, dass der Spieler am Ende nicht mehr zwischen Fakten und Fiktion unterscheiden kann.

    Jeder im Spiel würde jemanden innerhalb des Spieles in irgendeiner Weise betrügen und / oder belügen.


    Auch die Konzeption von dem Wechsel der Hauptperson und den Kommentaren zur digitalen Gesellschaft waren dort schon verankert.




    Ende 2001, bzw Anfang 2002 in Europa, war es dann soweit. Eines der meisterwarten Spiele des Jahres kam auf den Markt:


    Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty


    Für mich ist MGS 2 nicht nur ein Spiel, es ist eine Erfahrung die ich gemacht habe.

    MGS 2 hat damals meine Sicht und man könnte sagen auch meinen Charakter geformt.

    Ähnlich wie manche Musik oder Filme das gemacht haben.


    Desweiteren ist es wahrscheinlich mein Lieblingsspiel, wenn ich sowas denn wirklich habe.


    Sons of Liberty hat mich zum einen abstrakten Erzählstrukturen näher gebracht, der Idee von Macht hinter Information und der Nutzung von Halbwahrheiten, die das kollektive Gedächtnis durchdringen.


    Wie Kojima angekündigt hat, lässt sich die Geschichte von MGS 2 nur in einem Spiel wirklich genießen. Als Film würde das ganze nicht funktionieren, zumindest nicht so.


    Der berüchtigte Wechsel des Protagonisten von Snake zu Raiden hat mich damals überhaupt nicht gestört und tut es heute auch nicht.

    Für Snake als Protagonisten müsste die komplette Story umgeschrieben werden und gerade der Protagonisten-Wechsel trägt auch die Themen die transportiert werden.


    Das übergreifende Thema welches sich Kojima für MGS2 vornimmt ist "Meme", bei MGS 1 war es "Gene".


    Meme steht hier für seinen alten ursprünglichen Begriff, nicht wie er heute verwendet wird.

    Also im Sinne von Traditionen, Ideologien, Werte und Moralvorstellungen, digitale Informationen und narrative und "Wahrheiten".


    Die Meme Thematik wird hier im verschiedenen Varianten aufgegriffen, zum einen Informationskontrolle und Zensur (La-li-lu-le-lo für Patriots).

    Der S3 Plan der aus einem ausgewählten Szenario mittels Informationskontrolle einen neuen Super-Soldaten ala Solid Snake herauskristallisieren soll.


    Zusätzlich geht es außerdem um Identität im eimer über fließenden Informationsgesellschaft.


    Interessant ist dabei, dass MGS 2 dabei fast prophetisch wirkt.

    Das Spiel ist entstanden vor Social Media und vor Algorithmen die den Informationsfluss anpassen und so teilweise künstliche Bubbles erschaffen.


    Gerade jetzt in einem Zeitalter in dem KI bereits grosse Schritte macht, wirkt MGS2 prophetisch und bedrohlich.

    Eine KI die zum Wohle der Menschheit regiert, wie sie es für richtig hält.


    Dazu passen z.B. letzte KI Studien in denen aufgezeigt wurde, dass KI im Kriegsfall deutlich mehr als der Mensch gebrauch von zur Verfügung stehenden Atomwaffen gebraucht machen würde.

    Etwas wovon Menschen in der Regel absehen, da es mit totaler Vernichtung einhergehen könnte.


    Technisch gesehen war Metal Gear Solid 2 ein Meilenstein. Zum einen die Kameraarbeit in den Zwischensequenzen haben die Grenze zwischen Film und Spiel weiter verschoben, sowas hätte man damals so noch nicht gesehen.

    Dann war die Grafik damals Too-Notch, ich weiss noch wie ich auch Jahre später noch gedacht habe das kaum ein PS2 Spiel so gut und detailliert aussieht wie MGS2.


    Das Gameplay wurde sinnvoll erweitert und die KI der Gegner wurde deutlich verbessert, die das ganze Spiel zu einem deutlichen Fortschritt gegenüber MGS1 machen.


    In einem guten Jahr gehört für mich ein Run vom MGS 2 dazu.


    Ein Klassiker, für mich das beste MGS und eines der besten Spiele aller Zeiten.


    Im Moment bin ich wieder fleissig am Zocken. Und habe bereits den Tanker geschafft und bin auf dem Weg mit Raiden Fatman zu erledigen.

    Peter wurde bereits durch Fatmans Bombe getötet.

  • Ich habe jetzt knapp über 7 3/4 Stunden auf dem Tacho, Tanker und Big Shell zusammen.


    Ich habe den Harrier platt gemacht und gerade die Schaltschränke für den elektrifizierten Boden zerstört.



    Erstmal eine kleine Pause und lasse mir dann die Tage vom Präsidenten an den Dödel fassen.

    Auch MGS2 ist zwischenzeitlich corny und weird, was ein Markenzeichen der Reihe ist.


    Es ist mal wieder spannend zu sehen wie MGS2 zum einen als Geschichte funktioniert aber auch als Kommentar aus Fortsetzungen.


    Das ist sehr bewusst in Metal Gear Solid 2 eingebaut und Kojima spielt hier ziemlich gekonnt mit seinem eigenen Plot und Tropes.


    Der Wechsel von Raiden zu Snake ist ein Teil davon, Erwartungen untergraben.


    Kojima hat in der Vergangenheit öfter Mal durchblicken lassen, der Wechsel zu Raiden als Hauptfigur eine bewusste Entscheidung war um auch Fan-Erwartungen zu untergraben.


    So funktioniert Raiden aber auch als direkter Spieler Avatar.

    Zum einen erleben wir Solid Snake aus einer anderen Perspektive und Raiden kenn Snake, genau wie der Spieler, nur aus einer Simulation.


    Zusätzlich gab es Kojima mehr Freiheit, da ein erfahrener Soldat wie Solid Snake deutlich weniger Fragen gestellt hätte und den Plot durchschaut hätte.


    Auch das MGS2 aufgreift die Geschehnisse von Teil 1 zu simulieren kann man als Kommentar auf Erwartung von "More of the Same" werten.

    Systeme (in diesem Fall die Patriots) reproduzieren erwartbare Muster.


    Genau wie das übergreifende Thema "Meme", kulturelle Informationseinheiten die sich replizieren.

    Passend zu Sequels die oft das Vorangegangenen replizieren.


    Ich habe mal wieder eine Mordsgaudi mit vielleicht DEM Lieblingsspiel von mir.


  • Ich bin gut voran gekommen und stehe jetzt kurz vorm Ende.


    Den die Rettung des Präsidenten ging ja gehörig schief, aber das war ja klar.


    Ich habe auch bereits Vamp getroffen und ZACK ihn im Pool versenkt.

    Hat auch gleich beim ersten Versuch geklappt.

    Ich weiss gar nicht warum ich früher immer mit der M9 auf ihn geschossen habe bis man ihn Mal trifft.

    In diesem Run habe ich gar nicht auf ihn geschossen, sondern ihm welche reingezimmert mit der Faust und dem Fuß.

    Geht deutlich leichter.


    E.E habe ich bereits gerettet und dann ihren tot mit ansehen müssen.


    Der gute Herr Raiden wurde auch schon ausgezogen.


    Die Metal Gear Ray Phase in Arsenal Gear habe ich auch geschafft, jetzt bleibt nur noch Solidus.


    Besonders gut gefallen hat mir natürlich wieder die Phase des Spiels als KI durch den Virus angegriffen wird und der Colonel abdreht, da sind dann ja herrliche Metalreferenzen drin, z.B. auf Metal Gear 1 oder das ich doch bitte die Konsole ausschalten soll.


    Wir müssen über Rose sprechen


    Ich weiss nicht genau wie es heute ist, ich denke es ist besser geworden, aber zu Release war Rose der wohl am meisten gehasste Charakter der Reihe.


    Ich hatte mit Rose schon seit Release kein Problem, aber ich habe diesmal auf ein paar Dinge geachtet über die sonst auch gerne gemeckert wurde.


    Z.B. das sie einen ständig mit dem damit nervt was am 30 April ist.

    Ich habe mitgezählt, es gibt genau 4 Konversationen die sich um den mysteriösen 30 April drehen (Rose und Raidens Kennenlerntag). Eine Konversation davon fängt Raiden mit dem 30. April an, nicht Rose.

    Bei der Menge an Dialog ist das sogar ziemlich wenig.


    Überhaupt fungiert Rose hier dazu uns etwas über Raiden zu erzählen, das man den Charakter Raidens überhaupt etwas kennenlernt.

    Sie hat dort innerhalb der Mission auch eine wichtige Funktion, sie gibt ihm den Grund durchzuhalten und einen Grund nach Hause zurückzukehren (ähnlich wie Meryl für Snake).


    Auffällig war auch das, anders als online behauptet, Raiden diese Gespräche gerne hält. Ausnahmen sind wenn es um seine Vergangenheit geht. Dann wird er sofort ausweichend und fängt davon an zu sagen er musste jetzt zurück zur Mission.


    Dabei haben diese Konversationen auch eine Meta-Themenebene, die Kojima mehrfach aufgreift und auch schon bei MGS1 aufgegriffen hat.

    "Live your life."


    Auf der Themenebene gesehen ist die Mission die Raiden macht unwichtig, sie ist ja extra für ihn inszeniert um den S3 Plan zu testen.

    Genau wie ein Videospiel ein zeitvertreib ist, ist hier auch wieder Kojima der dem Spieler an verschiedenen Stellen sagt: "Lebe dein Leben".

    Gerade in MGS 1 und 2 findet sich Kritik an Videospielen und besonders Kriegsspielen.

    Sowie an Sequels die "more of the Same" bieten.


    Auch interessant fand ich wie man den Moment sehen konnte, indem Rose durch eine KI ausgetauscht wird.

    Rose hat teilgenommen um Raiden zu sagen, dass sie für die Patriots gearbeitdet hat und sich dann in ihn verliebt hat.

    Ab dann ist Rose Frequenz 140.96 tot. Man kann dort noch speichern, aber Rose ist weg.

    Die Rose die danach vorkommt, kommt nur auf Frequenz 140.85 vor, der Frequenz des KI Colonel Campbell.