• Der Schattentempel ist der definitiv von mir am wenigsten gemochte Tempel, was nicht einmal am Aufbau oder so liegt. Den fand ich immer ganz gut. (Zumindest ist er nicht verwirrend wie in einem gewissen anderen Tempel^^) Was ihn bei mir unbeliebt gemacht hat, war seine Atmosphäre. Ich bin ein Schisser und als Kind war ich es wohl noch mehr. Er war mir schlicht und ergreifend zu gruselig. Die Melodien. So überhaupt nicht meins, obwohl ich fairer Weise sagen muss, dass es perfekt zum Tempel passt. Er ist düster, er ist schaurig. Es ist eigentlich alles stimmig, aber für mich kleines Schisserlein war das immer nix für mein schwaches Nervenkostüm. Und dann hatte man dieses komische, gruselige Vieh mit den zig Armen auf dem Grund des Brunnes schon einmal besiegt und hat dann auch noch das Pech, ihm im Schattentempel schon wieder zu begegnen. Grusel xD Nein, also vom Aufbau, von der Atmosphäre ist er im Grunde so an sich sachlich betrachtet top. Da kann man echt nix dagegen sagen, aber ich als Schisser, für mich war er nichts, weshalb er immer auf dem letzten Platz bei mir gelandet ist. Cool war aber auch, dass man als Kind vorher noch ein Item besorgen musste, um sich im Tempel besser zurechtfinden zu können. Klar, wenn man es schon mehrmals durchgezockt hat, dann braucht man das Auge der Wahrheit nicht unbedingt, sondern kennt diverse Wege und Lücken und Stacheln usw., aber es war nett, einfach vorher noch mal etwas erledigen zu müssen, was man eben noch einmal als Kind tun konnte.

  • Ich mag den Schattentempel nicht. Mein persönlicher Hauptgrund spricht eigentlich für diesen Dungeon, weil er insgeheim zeigt, dass Nintendo einen gute Job gemacht hat (ich bekomme es dort nämlich immer ein wenig mit der Angst zu tun). Eigentlich lächerlich, weil ich mir durchaus gerne gruslige Filme oder Serien ansehe, aber es ist dann doch ein Unterschied, ob man einen Film "passiv" ansieht oder interaktiv in einem Szenario mitwirken muss. Naja, unabhängig von meinen eigenen Befindlichkeiten, fehlt mir bei dem Tempel aber der rote Faden und ich will erklären was ich damit meine, nachdem ich die positiven Aspekte aufgezählt habe (darf man ja schließlich auch nicht vergessen).


    Positiv in Erinnerung geblieben ist/sind mir:

    • Der Eingang: Die Fackeln und die mystischen Symbole am Boden erinnern an einen alten Ritualplatz. Vielleicht wurden früher hier ja tatsächlich Rituale von den Shiekah oder magiekundigen Hylianern durchgeführt (wer weiß ;) ). Als i-Tüpfelchen "beschwört" Link an diesem Ort Dins Feuerinferno, entzündet dadurch die Fackeln und öffnet den Eingang zum Schattentempel. Das ist alles perfekt aufeinander abgestimmt und macht extrem neugierig auf das nachfolgende Schattenreich.
    • Die Katakomben: Wie ein unterirdisches Labyrinth mit Totenköpfen an den Wänden und verborgenen Durchgängen, wirkt dieser Raumkomplex. Die Schädel mit den bläulich schimmernden Augen sprechen zu Link und es wirkt fast so, als wollten sie ihm den Weg weisen zu einem fast vergessenen Schatz. Phänomenal umgesetzt, sehr stimmungsvoll und die gesamte Friedhofsatmosphäre wirklich gut aufgegriffen.
    • Das Geisterschiff: Wer "Die drei ???" kennt, muss vielleicht - wie ich - beim Geisterschiff in Zelda jedes mal an das entsprechende Hörspiel denken (und gruselt sich gleich doppelt). Ein Highlight ist alleine schon, wie sich das Schiff in Bewegung setzt, die Glocken erklingen und Link ins Unbekannte getragen wird. Diese Eindrücke noch nicht wirklich verarbeitet, folgt sogleich die nächste Überraschung durch das plötzliche Erscheinen der Stalfos-Krieger. Das eingeschränkte Platzangebot auf dem Schiffsdeck und die Zeit die einem während dem Kampf im Nacken sitzt, stellen eine knackige Herausforderung dar. Das Geisterschiff ist einfach klasse.
    • Der Bossfight: Bongo Bongos dämonengleiches Aussehen passte perfekt zum gesamten Friedhofs-/Totenimage des Schattentempels. Außerdem ist er der der beste Endgegner in OoT (m.M.)

    So, das wars auch schon, denn leider reichten diese positiven Dinge für mich nicht aus, sodass der Schattentempel das Schlusslicht auf meiner persönlichen Rankingliste bildet. In jedem Tempel oder noch so kleinem Minilabyrinth in OoT, stellt Nintendo individuelle Minibosse bereit. In jedem Tempel? Nein … ein kleiner unbeugsamer Hirnfresser leistet dieser Tradition vehement Widerstand. Versteht mich nicht falsch, dieses hässliche Ding war im Brunnen bereits ein wirklich grusliger und deswegen cooler Feind, aber war es wirklich nötig ihn nochmal im Schattentempel einzubauen? Ich fand das ein wenig einfallslos und unkreativ (so ein typischer "Ach kommt schon - Moment"), denn dieser Tempel hätte bestimmt noch mehr Grauen in petto gehabt (zumindest dachte ich damals, dass bestimmt noch ein Miniboss kommen würde).


    Die Gleitstiefel gehören zwar nicht zu meinen Lieblingsitems, aber unabhängig davon habe ich nie verstanden, was sie mit dem Schattentempel zu tun hatten. Im Gegenteil ich fand sogar, dass Rätsel und Räume teilweise irgendwie was erzwungenes hatten, so als wären sie extra so konzipiert worden, dass man auch ja dieses Item irgendwie benutzen kann. Ob der Raum dann zum Gesamtkonzept des Schattentempels passt oder nicht, war scheinbar nebensächlich. Ich mein, wir sind unter der Erde, Katakomben, Gebeine und all das und dann … kommt auf einmal ein Raum in dem gepflasterte Blöcke in der Luft schweben, damit man mit den Gleitstiefeln drüber laufen kann. Hab ich nicht verstanden, hat mir nicht gefallen.


    Und da wären wir auch schon übergangslos bei meinem nächsten Kritikpunkt: Es gab m.M. keinen roten Faden beim Raumkonzept. Die einen Räume ähneln unterirdischen Erdtunneln oder Höhlen, in anderen ist alles gepflastert und in der Mitte stehen zwei Sensenmännder, die sich wie ein Kinderkarussell drehen (und entsprechend wenig schaden anrichten, wenn Link versehentlich in die Klinge rennt). Dann gibt's wieder die Bereiche mit endlosem Boden wo irgendwelche Blöcke in der Luft schweben und was sollte eigentlich das mit den Ventilatoren (vielleicht ein Belüftungssystem damit die Leichen … nein das geht zu weit)? Das wirkt alles arg zusammengewürfelt, aber Hauptsache man kann die Items irgendwie benutzen. Fand ich schade, weils in keinem anderen Tempel so war.


    Im Schattentempel hat man auch irgendwie alles so schnell gefunden. Hier hast du die Labyrinthkarte, och da liegt der Kompass und die Gleitstiefel nimmst du mal eben so beim vorbeigehen mit. Für den Masterschlüssel brennst du einfach mal schnell die Holzwand weg und ... hab ich was vergessen? Zumindest bei mir stellte sich in dem Tempel nie dieses "Yeah, ich habs geschafft" - Gefühl ein, sondern eher so ein "Oh das ging aber schnell" (und ich bin wirklich keine gute Spielerin).


    Ist einfach nicht mein Tempel, schade eigentlich.

    monster6rsr2.png

    Einmal editiert, zuletzt von Ursa () aus folgendem Grund: Link eingefügt

  • Und da wären wir auch schon übergangslos bei meinem nächsten Kritikpunkt: Es gab m.M. keinen roten Faden beim Raumkonzept. Die einen Räume ähneln unterirdischen Erdtunneln oder Höhlen, in anderen ist alles gepflastert und in der Mitte stehen zwei Sensenmännder, die sich wie ein Kinderkarussell drehen (und entsprechend wenig schaden anrichten, wenn Link versehentlich in die Klinge rennt). Dann gibt's wieder die Bereiche mit endlosem Boden wo irgendwelche Blöcke in der Luft schweben und was sollte eigentlich das mit den Ventilatoren (vielleicht ein Belüftungssystem damit die Leichen … nein das geht zu weit)? Das wirkt alles arg zusammengewürfelt, aber Hauptsache man kann die Items irgendwie benutzen. Fand ich schade, weils in keinem anderen Tempel so war.

    Moodys Gedankengang während des Lesens des Absatzes:
    Yeah, krasse Überleitung. "m.M." Also diese Abkürzung benutze ich irgendwie nie. Erinnert mich an M&M. Was hat die Werbeindustrie bloß mit mir getan? Achja, wo war ich nochmal? .... Hahaha. Kinderkarussel. Man Ursa hat voll recht! Da geht nix zu weit. Mach ruig weiter! Ey, die spricht genau das an was ich an dem Tempel immer bemängelt habe. Das muss ich unbedingt mal mit meinem alten Post vergleichen.



    Ich fand den Schattentempel so langweilig... Auch die Optik war einfach nur geschmackslos... Da hätte man so viel raus machen können! Ich mein es ist ein Schattetempel... DA gabs viele andere bessere.
    Der Boss war dagegen von der Optik, Atmosphärisch einfach nur klasse :)

    ||Genau das will ich damit sagen. Genau das. :thumbsup:


    Aber ist einfach so: Das Theme des Schattentempels ist eigentlich sehr cool aber die Umsetzung wirklich schlecht. Wie Ursa schon gesagt hat ist das Ganze echt extrem zusammengewürfelt. Klar, alles ist düster und so, aber zum einen hat man dieses komische Labyrinth, die Erdhöhlen, gepflasterter Räume mit hässlichen Riesenklingen, plötzlich ein Geisterschiff und dies und das und jenes. Eigentlich sehr schade! Denn einzeln betrachtet sind viele Dinge Highlights: Ob der Bosskampf, der verdammte Hirnsauger(!), diese Krallen, der Eingang oder das Geisterschiff. Aber alles zusammen will einfach nicht so gut zusammenpassen.


    Zumal ich das Layout auch nicht so gelungen fand... aber da sind meine Erinnerungen gerade ein wenig schwach. :whistling:
    Vielleicht traue ich mich nach Majoras Mask wieder an OoT heran? :P

  • Spiel: Zelda Ocarina of Time; Konsole: Nintendo 3DS

    Nach dem Betreten von Kakariko wird sofort klar, dass hier etwas Schlimmes passiert sein muss; Häuser brennen, Rauchschwaden ziehen gen Himmel. Mit Tempo und Dramatik beginnt die Geschichte, wird dann aber stark abgebremst durch viel Laufen und Informationen einholen. Der Grund des Brunnen überzeugt durch Aussehen und Musik, es entsteht eine gruselige Atmosphäre und ein kleiner heruntergekommener Kerker passt ungemein ins Gesamtbild.

    Der Schattentempel weist mehrere schöne Kleinigkeiten auf, wie der Fackelkreis am Anfang, das Geisterschiff oder die Guillotinen. Aber die Synergie zwischen den einzelnen Elementen fehlt - das Thema Tod wird an sich durch viele gute Bruchstücke visualisiert, aber nicht in Einklang gebracht. Mal ist die Kulisse modrig und mit Totenköpfen versehen, dann massive Steinmauern und Wege - der Tempel versucht Kerker und Totenreich miteinander zu kombinieren, was nur stellenweise funktioniert. Die Umgebung zeichnet sich immer wieder durch Details aus und die Umsetzung vom Auge der Wahrheit sowie den Pegasus-Stiefeln kommen gut zur Geltung. Zahlreich untote Gegner wie Stalfos, Knochenfratzen, Mumien, Zombies, etc. füllen das Setting des Dungeons hervorragend aus und sind oft sehr gut platziert. Leider taucht der Hirnsauger als Boss schon beim jungen Link auf und so verliert er im Schattentempel an Bedeutung, während das erste Erscheinen unheimlich gut in Szene gesetzt wurde, kommt beim zweiten Mal ein Eindruck des Recycling auf.

    Die einzige und vermeintlich leichte Anforderung des Tempels besagt: Das Auge der Wahrheit sollte immer aktiv sein. Durch das einfache Vernachlässigen bedient sich das Spiel dessen, um den Spieler zu verwirren, aber generell hat dieser Dungeon eine stringente Route mit leichten bis mittleren Schwierigkeitsgrad. Es ist eigentlich erstaunlich, in welchem Ausmaß neue Rätsel-Elemente auftauchen und der Spieler neue Situationen nicht mit vorherigen Denkmustern lösen kann. Jedoch ist die Spielerei mit dem Auge der Wahrheit und den Stiefeln ein unheimlicher Spaß-Faktor und motiviert nach einige Zeit die Außenwelt mit aktivierten und deaktivierten Auge zu betrachten oder über die Luft zu schweben. Auf der Außenwelt finden die zwei Gegenstände einige Male Verwendung, kommen im Schattentempel aber wesentlich mehr zur Geltung.

    Boss Bongo Bongo ist in mehreren Aspekten ein hervorragender Gegner - die Atmosphäre in einem dunklen Raum passt perfekt zum Erscheinungsbild der Monstrosität. Das die Trommel in einem Kampf aktiv den Kontext zum Thema Tod herstellen soll, ist dabei unfassbar gut umgesetzt. Im Laufe des Kampfes wird der Spieler sehr gefordert, da er auf die Phasen zwischen Trommeln und Angriffe des Bosses achten muss und gleichzeitig versucht die Hände zu beschießen. Bongo Bongo ist zu einer massiven Schadensverteilung fähig und kann im Gegenzug ordentlich viel einstecken, der Kampf ist nicht zu schnell vorbei. Das komplette, in Schwarz gehüllte, Design mit den abgetrennten Händen ist absolut authentisch und untermauert den Schattentempel in seinen letzten Zügen.

    Mit ordentlich viel Input gelangt der Spieler in den Schattentempel und wird mit vielen schönen und authentischen Elementen konfrontiert. Leider sinkt der Schwierigkeitsgrad und Konsequenz des Themas im Laufe des Tempels, ehe das Geisterschiff und Bongo Bongo dem Gesamteindruck ordentlich Qualität einverleiben.

    Ich mag Signaturen nicht, weil sie die Scroll-Leiste ohne Kontext verlängern.

    2 Mal editiert, zuletzt von Gravost ()