Zelda OoT: Nur ein Spiel oder ist es mehr?

  • Spiel ist Spiel, so ist das eben. Doch für jeden Spieler kann ein Spiel etwas völlig anderes bedeuten, denn jeder erfährt das Spiel auf eine andere Weise. Spiele können Emotionen auslösen, welche dazu führen, dass man das Spiel (oder eine bestimmte Szene daraus) mit einem bestimmten Gefühl verbindet. Oder auch äußere Einflüsse können eingebunden werden, wenn man beispielsweise an die Situation denkt, in der man das Spiel gespielt hat.
    Meine erste Erinnerung an Ocarina of Time ist beispielsweise nicht, wie ich es selbst gespielt habe - sondern daran, wie ich meinem Bruder dabei zugesehen habe. Ich war noch in der Grundschule, krank, konnte deshalb nicht zur Schule gehen und habe dafür meinem Bruder zugeschaut, wie er sich in die Gerudo-Festung geschlichen hat.


    Wenn ich das Spiel heute noch spiele, fällt mir bei der Gerudo-Festung immer wieder ein, wie ich krank im Bett lag und auf den Fernseher geschaut habe. Aber auch an andere Momente erinnere ich mich gut, beispielsweise, als ich das erste mal die Steppe betreten hatte oder den Kopfsprung in der Zora-Höhle.


    Ich weiß nicht, Ocarina of Time hat mich an vielen Stellen sehr beeindruckt und so denke ich auch, dass es eben einen besonderen Stellenwert für mich hat als eines der ersten Spiele, die ich "richtig" kennengelernt habe. Es hängen einfach viele Erinnerungen an dem Spiel, so einfach ist das. Sicherlich ist Ocarina of Time nicht das einzige Spiel, auf das so etwas zutrifft, aber eben eines davon und das ist gut so.


    Doch nicht nur ich verbinde wohl solche Erinnerungen mit Ocarina of Time; es war zur damaligen Zeit sicherlich revolutionär und hat als erstes 3D-Zelda die Reihe ungemein geprägt. Spricht man heute von Zelda, so ist Ocarina of Time sicherlich eines der ersten Spiele, die in den Sinn kommen. Woran das genau liegt, kann ich nicht sagen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass ein guter Teil der Zelda-Spieler das Spiel damals zu Release gespielt hat und völlig hin und weg war. Allein die Freiheiten, die es bot, waren unglaublich. Ein Teil hat das Spiel womöglich auch als Kind gespielt - und auf Kinder können bestimmte Dinge einfach eine viel größere Wirkung haben, wenn ich daran denke, wie leicht ich mich als Kind von etwas begeistern ließ. Daher denke ich schon, dass Zelda für viele Leute hier mehr als "nur ein Zelda-Spiel" ist - sondern eben das Zelda-Spiel.

  • Ja auch für mich ist es "nur" ein Spiel, dennoch meine ich zu verstehen, was @S-A-L-I-A mit ihrem Eingangspost auszudrücken versuchte. Für viele ist ein einfach ein so bedeutendes Spielerlebnis gewesen, damals vor 20 Jahren, das seinesgleichen suchte. Du beginnst eine süße Geschichte im Kokiri-Wald, bist verschlafen und verpeilt und weißt noch gar nicht so richtig, was eigentlich los ist. Irgendein sprechender Baum verlangt plötzlich Unmögliches von dir. Als Spieler wurde man hier in eine Welt geworfen, die es so einfach noch nicht gab, fern des YT-Zeitalters und der endlosen Möglichkeiten, sich schon vorab im Internet belesen/spoilern zu können. Dann geht es plötzlich in eine weite Welt raus, du baust eine Beziehung zu einem Pferd auf, stehst plötzlich vor den Zora und Goronen... das muss einfach gigantisch gewesen sein damals. Mir war dieses Erlebnis vergönnt; OoT spielte ich erst vor einigen Jahren zum ersten Mal.

  • ...Für mich ist Ocarina of Time wie in dem anderen Thread erwähnt, ein Stück Erinnerung an eine unbeschwerte Kindheit. Das Spiel selbst ist gar nicht mal so gut in meinen Augen, aber diese Gefühle lassen für mich das Spiel dennoch besser erscheinen... Und es ist ja auch der erste Schritt in die richtige Richtung gewesen bei den 3d-Zeldas. :)

  • Für mich ist Zelda OoT nur ein Spiel, ja, aber ein ganz besonderes. Es besitzt bei mir keineswegs den alleinigen Platz an der Sonne, das wäre nicht fair gegenüber all den wunderbaren Titeln der letzten 20 Jahre, doch es gehört definitiv zu meinen Lieblingen. Dabei ist es immer schwierig, die eigentliche nüchterne Spieleerfahrung von der Nostalgie zu trennen. Gerade bei OoT ist mein Gesamteindruck vermutlich extrem von zig Kindheitserinnerungen verzerrt, aber es muss auch nicht immer alles ganz analytisch und objektiv sein. Manchmal ist eine rosarote Brille ja doch ganz nett.
    Außerdem spiele ich OoT auch heute noch jedes Jahr einmal durch und es macht weiterhin einen riesen Spaß. Es bleibt also für mich definitiv ein durch und durch gutes Spiel! :love:

  • Im OoT Bereich hab ich fast überall was geschrieben, doch diesen Thread hier habe ich jahrelang ignoriert. Die Fragestellung sprach mich nicht wirklich an, was letztendlich auch einfach daran liegt, dass es für mich nicht mehr als ein Spiel ist. Ocarina of Time machte mich, wie ich bereits sehr oft erwähnte, durch einen Youtube Walkthrough Ende 2011 - also reichlich spät - zum Zelda-Fan. Seitdem habe ich es noch 4 weitere male bei Youtube geschaut und selbst genauso oft durchgezockt. Auch Master Quest habe ich geliebt, beides jeweils 1x mit 100% abgeschlossen.


    Man könnte ich sagen, dass ich einen Großteil des Spiels auswendig kenne, sehr viele Erinnerungen damit verbinde und sogar vor einigen Jahren ein eigenes Brettspiel angefertigt habe. Bis heute ist es nicht nur mein zweitliebstes Zelda nach Majoras Mask, sondern auch weiterhin eins meiner Top 10 Games überhaupt (Master Quest bevorzugt).


    Wenn ich mir meinen eigenen Text bis hierher durchlese, dann klingt es, als ob OoT für mich mehr als nur ein Videospiel wäre. Aber das ist es nicht, denn die Flamme der Begeisterung lodert schon länger nicht mehr in dieser Stärke in mir. Selbst bei Super Smash Bros. Melee, meiner unangefochtenen Nummer 1 seit etlichen Jahren, ist dies der Fall. Gaming ist es etwas Schönes, egal ob allein, mit Freunden oder gegen ein paar Fremde im Online-Gefecht, man kann sich in unterschiedlichsten Genres die Zeit vertreiben und im Normalfall tiefer als in Filme und Serie abtauchen. Auch das Preis-Leistungsverhältnis ist für gewöhnlich das Bessere, wenn man für wenige Euro eine dreistellige Spielzeit mitnimmt.


    Nichtsdestotrotz bin ich irgendwie ein wenig "rausgewachsen". Meine Motivation zum Zocken ist nicht mehr so hoch wie in meiner Kindheit und Jugend, auch Ocarina of Time habe ich nun seit glaube über 2 Jahren nicht mehr gespielt. Nie möchte ich die Zeiten vergessen, die ich mit dem Spiel, dem Forum hier und weiteren Zelda-Dingen außerhalb verbracht habe, am Ende ist und bleibt es für mich allerdings nur ein Spiel - dafür halt eins meiner liebsten ^^

  • Die Fragestellung fand ich irritierend, weswegen ich weiter las und tatsächlich wurde dann offenbart, wieso es als Seelenklemptner angesehen wurde. Ein "Seelenklemptner" ist eigentlich dafür da, sich mit dem Problem zu befassen.... natürlich zum Zeitpunkt, in welcher der Bedürftige in der Verfassung dazu ist. Nur so kann das Problem letztendlich bewältigt werden. Jedoch schien es hier eher das Gegenteil zu sein, nämlich die Flucht vor der Realität. Was ich daran als problematisch erachte, ist die Tatsache, dass es wieder hochkommt, wenn man aufhört, das Spiel zu spielen. Das führt unweigerlich dazu, dass man noch länger spielen möchte und...wann hört es auf? Fazit: Wenn der Spieler also nicht in der Lage ist, mit seinem Problem anders umzugehen, schafft er sich damit eine 1a-Abhängigkeit. Es ist nicht wirklich eine Abhängigkeit in Form einer Spielsucht, es ist die Abhängigkeit von einem Schmerzstillungsmittel.


    Wer kennt das nicht? Ihr spielt ein Spiel und dieses ist so schön, dass ihr die Zeit vergesst. Klingt ähnlich, ist aber was anderes. Der Unterschied liegt darin, dass man hier nicht versucht seinen Herzschmerz zu vergessen.


    Ich wünsche S-A-L-I-A alles Gute dafür, dass er/sie das eigene Problem gut bewältigt bekommen hat.


    Zur Beantwortung der Fragestellung: Für mich ist es ein Spiel. Klar ist es möglich, in einem Spiel mehr zu finden, sowas wie eine Lehre oder Moral, aber das war bei mir im Falle von Oot nicht gegeben. Nicht, dass es derlei im Spiel nicht gäbe, aber.......für mich war nun mal nichts Neues dabei.

  • Objektiv betrachtet ist es einfach nur ein Spiel. Ein sehr gutes aber letztendlich nur ein Spiel.


    Es gibt sicherlich Leute die darin auch nichts weiteres sehen. Mir persönlich liegt OoT sehr am Herzen aber das ist natürlich alles subjektiv. Für mich ist es in erster Linie auch erstmal "nur" ein Spiel. Aber ich verbinde damit auch wundervolle Erinnerungen. Ich habe dieses Spiel am 10. Dezember 1998 vorzeitig zu Weihnachten bekommen. Ich war 15 und das "vorzeitig" musste ich mir hart erarbeiten. Müll rausbringen, abwaschen, säugen etc. Natürlich hat meine Mutter das schamlos ausgenutzt, denn sie wusste das sie mich damit kriegt.


    Das Gefühl was ich hatte als ich das Geschenk auspackte und die Verpackung in den Händen hielt werde ich niemals vergessen. Ich meine ich hatte beispielsweise bei REMake 2 auch wieder ein Glücksgefühl, weil ich mich ja Wochen drauf gefreut hatte. Aber das damals bei Zelda war noch was ganz anderes.


    Von dem Moment des ersten Startens bis zum Abspann war ich in einer anderen Welt. Es gab nur eine Priorität und alles drumherum (Essen etc) wurde radikal abgearbeitet, um sich dann dem wirklich wichtigen widmen zu können. Dieses Gefühl hat man ja als Zocker öfters mal aber so intensiv wie bei OoT hatte ich das niemals wieder und ich denke das wird auch nicht mehr kommen.


    Von daher ist OoT für mich etwas mehr als ein Spiel. Dieses lebt aber nur in meinen Erinnerungen. Wenn ich es heute nochmal Spiele, habe ich durchaus meinen Spaß aber es ist dann nur ein Spiel ;)

  • Hui, endlich wieder von meinem ersten Mal OoT schwärmen! Es war damals für mich definitiv mehr als nur ein Spiel - bis dato kannte ich nur Jump'n'Runs, Sport- oder Kampfspiele. OoT mit all den Dingen, die es zu erkunden und entdecken gab, bot mir ein rundum anderes Spielerlebnis als das bisherige, ewig stumpfe "kloppen, laufen, springen". Ob nun die Suche nach Herzteilen oder Skultulla-Amuletten, die Herausforderung war etwas ganz neues. Und jedes einzelne Amulett entfachte dieses wohlige Erfolgsgefühl in mir. Und dann gab es da natürlich noch die durchgehend erzählte Handlung, auch so etwas war mir bei einem Videospiel neu. Also pure Magie.

    Erlaube mir, dich zu warnen, dass es ein gefährliches Unterfangen ist, meine Genialität in Frage zu stellen; es könnte deinen Tag um einiges surrealer machen.


  • Damals mehr als nur "ein Spiel". Für mich war das der Beginn in die neue Konsolenära. Das erste 3D Spiel. Da der N64 meine erste 3D Konsole war. Verbinde ich sehr viel mit dem Spiel. Für mich war das alles atemberaubend. Der Spielumfang, riesig. Mein erstes mal Hylianische Steppe. Was habe ich mir da als Kind in die Hose gemacht, als die Sonne unterging und die Skelette kamen. Wie oft ich im Wassertempel verzweifelt war. Selbst mit dickem Spieleberater. Selbst mit Hilfe von Freunden. Wir sind alle verzweifelt.


    Klasse. Ich wünschte mir, dass jeder Mensch so ein Erlebnis hat. Sehr prägend. Denke gerne an diese Zeit zurück. Außerdem gabs da noch den Weihnachtsmann. Ich als naives Kind musste aus dem Fenster schauen und zack dann lag das Spiel unterm Weihnachtsbaum.


    Also wie ihr seht, mehr als nur ein Spiel. Sehr viele positive Erinnerungen. Für mich ein Meilenstein.

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    Leben ist, wenn man trotzdem lacht.