Für mich persönlich gehört Twilight Princess zusammen mit Majora's Mask zu den besten 3D Zelda-Ablegern überhaupt. Was mir an Twilight Princess insbesondere so gut gefällt ist der von Ich-bin-Niemand erwähnte rote Faden beim Voranschreiten der Geschichte. Twilight Princess nimm sich Zeit, seinen Cast in Ordon zu etablieren, trennt diesen dann durch einen Goblin-Angriff und die Ausbreitung der Schattenwelt dramatisch voneinander, und steckt den Spieler an der Seite von Midna in die Schuhe von Link, welcher Schritt für Schritt und stets von tollen Cutscenes begleitet das Ziel verfolgt, seine alten Freunde wiederzufinden und zu retten.
Ich denke dabei immer gerne daran zurück, wie sich Wolf-Link auf die Spurensuche seiner alten Kameraden begibt, und dann anhand von verschiedenen Indizien die Witterung aufnimmt und bis nach Kakariko geführt wird. Dort angekommen muss er realisieren, dass sich seine Freunde tatsächlich dort verschanzt haben, jedoch befindet sich Kakariko unter dem Einfluss der Schattenwelt, sodass er nicht mit ihnen kommunizieren kann.
Link macht sich also auf, die Schattenwelt aus diesem Areal von Hyrule zu vertreiben, sodass es am Ende eine große Wiedervereinigung gibt, welche jedoch von einem erneuten Angriff durch die Goblin-Armada gestört wird. Beritten auf Epona folgt ein epischer Kampf gegen König Bulbin, welcher in einer emotionalen Cutscene gipfelt, die es sogar vermag, dem sonst so stummen und neutralen Link einen Hauch Persönlichkeit einzuverleiben.
Später dann treibt man über Telma eine Kutsche auf und eskortiert diese von Kakariko nach Hyrule-Stadt, um der an Amnesie erkrankten Ilya Hilfe zu besorgen. Ilya verbleibt fortan im Stadtzentrum, während sich die Kinder in Kakariko ein neues Leben aufbauen.
Worauf ich mit meiner Rekapitulation dieser Geschehnisse hinaus will: Die Story von Twilight Princess folgt einem klaren, roten Faden welcher durch regelmäßige Zwischensequenzen und spannenden Wendungen stetig weitergestrickt wird. Es gibt kein anderes Zelda-Spiel für mich, dass sich dank seiner cineastischen Inszenierung so sehr wie ein Spielfilm anfühlt, wie Twilight Princess.
Ich finde es einfach toll, dass man stets hautnah dabei ist, wie sich Link und seine Freunde aus Ordon Schicksalschlägen entgegensetzen müssen, und wie sie mit diesem Leiden umgehen und es immer wieder zu interessanten Charakter-Entwicklungen kommt. Wie sich Link und Midna anfangs noch gegenseitig misstrauen, und als reines Zweckbündnis unterwegs sind, aber sie das gemeinsame Schicksal immer weiter und weiter zusammenschweißt, bis sich die beiden gegenseitig das Leben retten.
Oder wie sich in Telmas Bar eine kleine Widerstandsgruppe eingefunden hat, die später zunehmend mit Link kooperiert, und am Ende gemeinsam mit Link und Moe aus Ordon einen Angriff auf das besetzte Schloss startet. Und auch wie sich Malo im Verlaufe des Spiels zu einem echten Businessman-Schlitzohr weiterentwickelt, und nach und nach total abgefahrene Geschäfte aus dem Boden stampft.
Auch wenn die Oberwelt von Twilight Princess leer ist, fühlt sich die Welt von diesem Spiel trotzdem sehr lebendig für mich an. Denn es gibt viele Handlungsstränge, die sich kontinuierlich weiterentwickeln, Charaktere wechseln ihren Aufenthaltsort, die Spielwelt verändert sich nach jeder Vertreibung der Schattenwelt oder dem Abschluss eines Tempels, und Link ist auf seiner beschwerlichen Reise eigentlich niemals allein. Egal ob Seite an Seite mit dem besten Sidekick des gesamten Franchises, oder in der Anwesenheit von einem der vielen Nebencharakteren, die regelmäßig durch Hyrule reisen.
Solche Ansätze gibt es zwar immer wieder auch in anderen Zelda-Spielen, aber meiner Meinung nach ist es Twilight Princess bisher am Besten geglückt. Zelda-Spiele neigen ansonsten aus meiner Sicht nämlich schnell mal dazu, dass man ein Gebiet betritt, eine in sich geschlossene Geschichte erlebt die mit dem Abschluss eines Tempels beendet wird, und dann friert der Mikrokosmos dieses Gebietes quasi wieder bis zum Abschluss des Spiels ein - sprich, alle Charaktere dort verleiben bis zum Finale des Spiels wo sie sind, und der Fokus wird auf eine neue in sich geschlossene Geschichten gelenkt.
Es gibt noch viele andere Aspekte, die mir an Twilight Princess sehr gefallen, aber die cineastische Erzählweise der Story gepaart mit dem starken Fokus auf Nebencharakteren, die parallel zu Link ihre eigenen Struggle durchleben, ist definitiv das eine Highlight, welches ich während meiner Redezeit auf dem Beitragspodium von diesem Thread näher beleuchten und loben wollte. 
Erst im Endgame kann man die letzten Geisterseelen bekommen, und diese Sammelaufgabe ist relativ anstrengend. Dann endlich hat man die letzte gefunden, rennt zu Giovanni - und bekommt Geld. Danke. Im Endgame brauche ich aber keine 300 Rubine mehr. WTF.
Streng genommen sind es nicht 200 Rubine, sondern unendlich Rubine (man erhält die Rubine bei jedem Besuch), so wie es auch in Ocarina of Time der Fall war, wenn man alle Skulltulas gesammelt hat. Während die Belohnung in Ocarina of Time tatsächlich ziemlich nutzlos ist, da die Rubine dort einer absoluten Inflation unterliegen, gibt es gerade in Twilight Princess HD ein gutes Verhältnis zwischen sammelbaren Rubinen und dazugehörigen "Money Sinks". Es existiert ja sogar die Magierüstung im Spiel, mit welcher man seine Geldbörse in einen zusätzlichen HP-Balken konvertieren kann, sodass ein arbeitsfreies Auffüllen dieses zweiten HP-Balkens bei Giovanni aus meiner Sicht gar nicht mal so verkehrt ist, hehe.