Ich versuche mich kurz zu fassen.
Resident Evil Requiem ist ein verdammt tolles Spiel. Meine Befürchtungen, dass die Passagen mit dem "Mädchen" mir das Spiel zerstören, bewahrheiteten sich nicht. ABER die Passagen inklusive jener im Weisenhaus, sind verdammter Bullshit und mich graust es jetzt schon vor jedem weiteren Durchgang, in denen ich diese Teile erleben muss. Trotz schwer gescripteten Sequenzen in denen das Auftauchen des Mädchens von vornherein so offensichtlich ist und war, nervten mich die Stellen, weil es keine ordentliche Ausweichfunktion gibt, die Hitbox des Mädchens ist immens groß und sie herumzulocken nervte mich und ist sehr umständlich, wenn ich einfach nur erkunden will. Glücklicherweise verschwindet sie immer recht schnell wieder und mit Übung kann ich die Passagen auch gut überwinden, aber sie nerven trotzdem furchtbar, wodurch das Spiel für mich an Spielspaß verlor.
Mein zweiter Kritikpunkt sind fehlende New Game+ Faktoren. Es gibt freischaltbare Dinge und man behält die Glücksbringer, aber ansonsten nichts, also weder Upgrades, noch Erweiterungen und mir gefiel in REmake 3 insbesondere, dass man bestimmte Dinge auch erwerben konnte, die einem das Spiel enorm erleichterten, wie das Dietrichset. Ich hätte mir gewünscht, dass man bspw. ein Dietrichset, unendlich Bluttransfusionator, alle Lebens- und Schussupgrades, Inventarerweiterungen oder dergleichen für weitere Spieldurchgänge erhält oder behalten darf. Ich finde auch, dass es für Grace zu wenig sinnvolle freischaltbare Dinge gibt im Gegensatz zu Leon. Ich liebte in vergangenen Teilen dieses Gefühl etwas geschafft zu haben, wenn man bestimmte Dinge und Erleichterungen erhält. Capcom kann das üblicherweise so gut, warum also hier nur in so stark beschränkter Weise? Ich würde das Spiel noch zehnmal durchspielen, wie REmake 3 oder Village, wenn es das alles gäbe, aber da es nicht der Fall ist, werde ich es definitiv nicht so oft durchzocken.
So, aber was gefällt mir?
Ich mag den Mix aus Resident Evil 7 und 4. Action und eher ruhigere Passagen, dazu der krasse Wechsel des Gameplays inklusive HUD und Inventarsystem, das gefiel mir.
Die Levels sind okay, aber es werden keine Risiken eingegangen. Mal wieder ein "Herrenhaus", mal wieder ein "Untergrundlevel", mal wieder ein "Labor", schon wieder das "RPD". Einerseits freue ich mich, bekanntes Design zu sehen, andererseits wirkte es halt stark recyclet und ohne, dass man sich traut, etwas Neues zu probieren. Das Herrenhaus-Layout funktioniert gut und es macht ja Sinn, aber die Laborlevels mochte ich seit Resident Evil 2 schon nie, da ich sie immer langweilig und uninspiriert fand, sowohl vom Design als auch vom Aussehen her. Dennoch finde ich das Leveldesign nicht schlecht, es setzt halt innerhalb der Serie kaum Akzente und wirkt eher wie ein Mix aus sicheren, bekannten Strukturen, von denen man weiß, dass sie bereits gut funktionierten.
Das Gameplay macht super viel Spaß, abgesehen der oben erwähnten Stellen.
Ich mag die Geschichte trotz ihrer Lücken und konstruiert wirkenden Szenen und Wendungen, es ist halt typischer Capcom Käse. Ich mag, dass bekannte Charaktere eingebaut wurden (exklusive Zeno, den fand ich scheiße und sinnlosen pseudo Fanservice) und neue Charaktere wie Grace in die Reihe kamen, die wohl Ethan nun ersetzen wird?!
Ich mag die Spieldauer, die ich mit 8-9 Stunden (erster Durchgang) und 3-5 Stunden (weitere Durchgänge) absolut gut und bekömmlich finde.
Ich mag die Grafik und das grafische Design der Levels, es sieht unheimlich schick aus, die Lichteffekte sind toll und ich mag die Modelle der Charaktere sehr.
Alles in allem ein wirklich toller Titel, der wegen seiner Schwächen aber weit hinter Village, REmake 3, 4 und Teil 5 bzw. den Klassikern Teil 2 +3 bzw. REmake 1 bei mir steht. Ich finde, Teil 7 hätte auch schon so sein sollen.