Dieser Veit war wirklich ein unterhaltsamer Kerl. Erst erlaubte er sich einen Scherz mit der jungen Frau, Ria war ihr Name, dann ahmte er den Wirt des Hauses mit all seinen markanten Eigenheiten nach. Die Art und Weise wie er dabei sich selbst in Szene setzte löste bei Zarok ein fesselndes und zugleich bemerkenswert auflockerndes Gefühl aus. Er ahnte bereits, dass er mit Veit einige lustige Abende verbringen würde.
"Ihr müsste euch nicht entschuldigen, Veit. Missverständnisse sind dafür da um geklärt zu werden und genau das haben wir doch gerade.", ein Lächeln huschte über die Lippen des Zora. Diese Gesellschaft tat ihm wirklich ausgesprochen gut. Ein wenig bereute er, dass er nicht schon eher in die Zivilisation zurückgekehrt war, aber dann hätte er vielleicht nie diese beiden Hylianer kennen gelernt und das wäre doch wirklich viel zu schade.
Als der Veteran vom Krieg sprach wurde jedoch auch Zaroks Miene ernster. Nicht nur an Veits Worten, auch an seiner ganzen Mimik und den Emotionen, die nach alle den Jahren noch immer mitschwingten, konnte man erkennen, dass dieser Mann den Krieg wirklich erlebt hatte und nicht nur aus Erzählungen Anderer kannte. Auch wenn Zarok nicht direkt selbst im Krieg gekämpft hatte, so konnte er jedoch aufgrund seiner Vergangenheit Veits Leiden gut verstehen. Auch er hatte schreckliche Dinge ansehen und am eigenen Leib spüren müssen, aber hielt es nicht für angebracht noch weitere Leidengeschichten in die sonst so angenehme Runde zu werfen.
Doch dann kam Veit auf eine alte Wunde zu sprechen, was Zarok aufhören lies. "Wenn euch euer Körper nach den Jahren noch immer Schmerzen bereitet solltet ihr mich vielleicht irgendwann einmal in meine Heimat begleiten. Ich kenne da einen Zora der so ziemliches jedes körperliche Leiden lindern und in vielen Fällen sogar heilen glaubt. Glaubt mir, ich habe bereits einen Goronen mit sehr unschönen Wunden zu ihm geschafft und nach wenigen Tagen war er bereits wieder auf den Beinen. Einen Goronen! Solche Gäste haben wir nur alle Jubeljahre einmal, entsprechend wenig weiß man natürlich über deren Körper. Ich sag euch, probiert es zumindest einmal aus, von allein geht der Schmerz ja offensichtlich nicht weg.", sprach der Zora.
Bald wurde auch deutlich, warum Ria, die junge Hylianerin, während des Gesprächs nicht wirklich entspannen konnte. Sie steckte offensichtlich in nicht zu geringen Schwierigkeiten und auf sie war wurde, warum auch immer, ein Kopfgeld ausgesetzt. Zarok wusste nicht was sie getan hatte, ihre Courage und Ehrlichkeit reichten jedoch um schnell eine Entscheidung zu fällen. Nachdem der Dicke das Lokal wieder verlassen hatte beugte sich Zarok langsam und unaufällig zu der Gesuchten und sprach leise zu ihr: "Es war sehr unklug uns euren richtigen Namen zu nennen, das solltet ihr in Zukunft besser meiden. Ihr habt nicht wenig Glück in der Gesellschaft eines Zora gelandet zu sein. In meiner Gegenwart wird euch nicht viel passieren und ich glaube kaum das unser Freund hier", er nickte zu Veit, der zwar - um kein Aufsehen zu erregen - in sein Glas schaute, aber mit Sicherheit jedes Wort verstand "vor hat euch für ein bisschen Bargeld ans Messer zu liefern." Er lies die Worte einen Moment auf Ria wirken, welche seit dieser Sache kein Wort von sich gegeben hatte. "Tatsache ist, dass wir euch so schnell wie möglich hier hinaus bringen sollten, ihr müsst irgendwo untertauchen oder Kakariko verlassen, zumindest für ein paar Wochen.
Veit, ich rede jetzt mit euch, ihr sagtet ihr kennt euch hier gut aus? Wenn ihr eine Idee habt, wie man diesen Ort schnellstmöglich verlassen kann ohne sonderlich dabei aufzufallen, dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt uns daran teilhaben zu lassen."