Willkommen zu "Traktor holt Bloodborne wieder aus der Versenkung und dieses mal wird er es ohne längere Pause durchziehen" - Episode 5. Richtig, Anlauf 5. Das klingt jetzt etwas fataler, als es sein mag, denn der Grund für meine On-Off-Beziehung zu diesem Spiel ist in den letzten fünf Jahren eher vom Game selbst auf mich als Person übergegangen. Wenn ich mir meinen vernichtenden Ersteindruck durchlese, auf den ich gleich noch genauer eingehen werde, dann bemerke ich erst, wie sehr sich meine Meinung inzwischen zum Positiven gewandelt hat. Oft sind es einfach nur andere Games, die noch mehr bei mir zünden, dass ich wieder eine längere Pause von mehreren Monaten einlege. Nach ungefähr 20 Spielstunden und jenseits von Stufe 50 habe ich jetzt schon einiges erreicht und bin nun erstmals an einem Punkt, bei dem ich nicht mehr weiß, wo ich weiterspielen soll. Normalerweise kenne ich bei solchen Spielen eher die Situation, dass ich an mehreren Möglichkeiten nicht weiterkomme, weil es zu schwer ist. In Sekiro befinde ich mich momentan in solch einer Situation. Diesmal ist es genau umgekehrt, denn sowohl nach Hemswick als auch Alt-Yarnham endete die Bossarena in einer Sackgasse. Bei Derek dem Grabschänder und der Wilden Vicky, wie ich die beiden so schön getauft habe, hat der Sieg nicht nur eine Laterne, sondern zusätzlich den Weg in ein neues Gebiet geöffnet. Ich bin etwas irritiert, wie es weitergehen soll. Anscheinend zwingt mich das Game nun die prozedural generierten Kelch-Dungeons zu machen, was ich heute Abend mal ausprobieren werde. Viel lieber würde aber durch die händisch gestaltete Oberwelt laufen. Womöglich gehe ich da auch etwas zu voreingenommen heran.
Schauen wir doch mal, was ich damals geschrieben habe:
Bei der Nahkampfwaffe fiel meine Wahl auf die Axt und bei der Schusswaffe auf die Schrotflinte.
Ich liebe die Axt in ihrer zweihändigen Version, d.h. meine Schusswaffe nutze ich eigentlich gar nicht mehr. Ich wünschte es gäbe Schrotflinten
aber damit war wahrscheinlich die Donnerbüchse gemeint. Inzwischen bin ich auf die Jägerpistole gewechselt, aber wie gesagt zumeist in der Tasche und nicht in Verwendung.
Im Spiel selbst bin ich dann etwas von der Einfarbigkeit der Stadt enttäuscht gewesen. Es sieht wirklich alles absolut gleich aus. Jede Treppe, jede Gasse, jeder Winkel.
Das Einfarbige ist auch nach 20 Stunden nicht so viel anders, wobei man zwischen Grau, Dunkelgrau, Dunkelblau und Schwarz unterscheiden sollte!
Bis auf den Sonnenuntergang im Kathedralenbezirk und Alt-Yarnham gab es in dieser Hinsicht zwar nicht viel Abwechslung, aber inzwischen finde ich es ziemlich stimmig und es macht zumindest einen Unterschied, ob man in einer Stadt oder in der Natur unterwegs ist.
Die Gegner sind stark, wenn sie in Gruppen auftreten. Besonders die große Horde um den Brunnen hat mich unzählige Versuche gekostet.
Ganz ehrlich, der Spielbeginn in Yarnham war bisher die mit Abstand schwierigste Stelle. Ich kann meinen Frust von damals nur zu gut nachvollziehen. Diese Gruppe aus 20 Gegnern um den Brunnen bleibt unerreicht, sowas derart Unfaires gab es seitdem nie wieder. Abgesehen davon gabs in Yarnham auch etliche Abzweigungen und Möglichkeiten, sodass man sich schnell in diesem riesigen Gebiet verlaufen konnte. Da war das lineare Hemswick im Vergleich fast schon lächerlich einfach.
Ich verstehe den Hype um diese Spiele nicht. Ich war hinterher noch mehr KO. als nach so manchem Arbeitstag und damit hat Bloodborne genau des Gegenteil dessen bewirkt, was es sollte, nämlich mich zum Abschalten bringen. Obwohl ich meine Session erfolgreich beendet habe, hat sie von vorne bis hinten keinen Spaß gemacht. "Ein Must Have für PS4 Besitzer", "der Sieg ist unglaublich befriedigend", "ihr dürft euch nicht unterkriegen lassen" - ich kanns nicht mehr hören! Der Sieg über die Kleriker Bestie hat keinerlei Befriedigung in mir ausgelöst. Ich fand das gesamte Leveldesign bis hin zum Bosskampf einfach nur bekloppt und war froh, dass es endlich vorbei war. Kann mir doch keiner erzählen, dass das Spaß macht, wenn Speicherpunkte nicht vor einem großen Kampf, sondern erst hinterher sind?
Anstrengender als mit ausgeschaltetem Hirn Forza Horizon zu spielen ist es allemal, doch im Laufe der Spielstunden gewöhnt man sich an den Spielstil. Ich bin immer sehr vorsichtig und langsam unterwegs, schaue entsprechend gerne mit der Kamera um die Ecken und werde dadurch selten bis nie von frech platzierten Feinden überrascht. Dadurch fühlt es sich doch ziemlich gut an, wenn man dann über 30 min hinweg ein gesamtes Gebiet fein gesäubert hat und immer noch am Leben ist. Die Spielwelt samt Abkürzungen und Verstecken zu erkunden, erfüllt mich wirklich mit Spielspaß. Das Besiegen von Bossgegnern wiederum mach ich halt aus Verpflichtung und wirklich gut fühlt es sich für mich nicht an. Vielen Leuten ergeht es glaube ich andersherum und die Bosse sind auch irgendwie das Herzstück der From-Software-Games, nur ich empfinde das einfach anders.
Dass die Laternen erst nach dem Besiegen von Bossgegnern erscheinen und man beim Fehlversuch quasi erst wieder einen längeren Weg zur Arena voller Mobs hat, ist tatsächlich ein teils unangenehmes Leveldesign. Das bin ich aus Soulslikes anderer Entwickler tatsächlich nicht so gewöhnt, wo man direkt vor der Arena rasten kann. Bisher habe ich die Bossgegner in Bloodborne stets innerhalb weniger Versuche geplättet, sodass ich damit noch klargekommen bin, aber ich wette, dass sich das hintenraus wieder ändern wird.
Nach dem PS1 Demake geht der Spaß mit einem PS1 Racing Game weiter: Bloodborne Kart
Das inzwischen kostenlos auf Steam verfügbare Nightmare Kart habe ich auch schon letztes Jahr mit Freude angezockt, aber ich bin letztendlich an einer Wettkampf-Mission gescheitert. Schon bei Mario Kart fand ich die Wettkämpfe nicht so berauschend, aber hier hat es sich zusammen mit der Steuerung einfach nicht richtig angefühlt. Alleine zum Item-Abfeuern nach hinten muss man drei Tasten drücken: Nach links schauen + nach rechts schauen (ergibt kombiniert nach hinten schauen) + Abfeuern. Zusätzlich will man aber auch weiterfahren, also Gas Geben + Lenken. Wie ich in der Hektik diese fünf Elemente gleichzeitig drücken soll, ist mir derzeit noch schleierhaft. Bei Mario Kart hält man einfach den Control Stick nach unten, was ich mir hier auch gewünscht hätte. Womöglich schaffe ich die Mission irgendwann doch noch, denn das Rennen Fahren hat schon Spaß bereitet. Probiert es doch gerne selbst mal aus!