Videospiele sind alleine deswegen schon Kunst, damit wir donnerstags im ZF-Artspace zocken können!
Es mag bei aller Liebe nicht jedes Spiel da draußen ein famoses Kunstwerk sein, Shovelware gab es schon immer, aber die Bedeutung und den Wert von echter Handarbeit (im Kontext dieses Beitrags auf die technische Entwicklung bezogen) und eigenen Ideen eines Menschen mit Visionen lernt man immer mehr zu schätzen, während wir uns gerade mitten im rasanten Wachstum des KI-Zeitalters befinden. Was Anfang dieses Jahrzehnts mit der Generierung von ein paar Texten und Bildern begann, führt inzwischen zu Reverse Engineering bei Software und übernimmt auch bei bekannten Entwicklerstudios wie Level-5 und Epic Games immer mehr der Arbeit, wenn nicht sogar einen Großteil je nach Studio. KI-Avatare, die vorderster Front eines jeden Kundensupports stehen und miteinander Vorstellungsgespräche führen. KI-Chatbots, die einen zur Verzweiflung treiben können, wenn sie wieder drei gelbe Bananen statt Äpfel verstehen. Überall die gleichen Designs und Schriftarten, massive Reizüberflutung durch unaufhaltsamen Output. Das ist keine Kunst, sondern Mist, der immer mehr auch in die Gaming-Branche sickert.
FlatOut 3 ist ein ganz übles, schlimmes, fürchterliches, abgrundtief schlechtes Spiel. ABER es ist Handarbeit! SCHLECHTE Handarbeit!
Macht es das besser? Nein, eigentlich nicht, aber ich wollte erwähnt haben: Lieber schlecht selbstgemacht, als ohne Herz machen lassen.
Hab ich da gerade einen Funken FlatOut 3 verteidigt? Vergesst es! Spielen werde ich es natürlich trotzdem nicht und das solltet ihr auch nicht!
Armes FlatOut, davor war es so gut...
Videospiele sind Kunst, denn sie wurden mit einer bestimmten Intention erstellt: Mit viel Spaß gespielt zu werden und Geld zu generieren. Viele Games legen großen Wert auf ihre Optik und nicht nur unbedingt darauf, die vorhandene Hardware maximal auszureizen. Wenn alleine das Aussehen eines Spiels KUNST ruft, dann fallen mir direkt folgende Titel ein:
Das ist zwar nur eine kleine Liste aus Spielen, von denen man schon zigfach gehört hat, aber ich erwähne sie gerne zum 100. Mal, denn hier gibt es mega großen Spielspaß zum sehr kleinen Preis und dazu eine bezaubernde Optik, die einen mehrfach aus den Socken haut! Selbst die größten AAA-Spiele mit realistischer Grafik, die auf ihre ganz eigene Art und Weise Schönheit ausstrahlen und die Augen der Gamer zum Leuchten bringen, werden niemals die gleiche magische Wirkung wie die oben genannten Kunstwerke bewirken können.
Ein Videospiel muss allerdings nicht schön aussehen, um Kunst zu sein. Ein ganz einzigartiges Gameplay, eine mitreißende Geschichte zum Lachen und Weinen, den größten Spaß im Couch-Koop und noch vieles mehr. All das sind Kategorien, die für mich die Spreu vom Weizen trennen und nach Kunst rufen. Selbst Games, die rückblickend betrachtet nur mittelmäßig waren, haben die Entwickler gefördert und ihre Erfahrungen machen lassen. Viele Kunstwerke sind erst entstanden, nachdem es davor ein paar durchschnittliche Werke oder Fehlschläge gab. Gebt den Menschen Zeit und Motivation, um aus ihren Fehler zu lernen und irgendwann ist die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches höher, dass geile Spiele dabei herauskommen. Hört verdammt nochmal damit auf, Studios direkt beim ersten Flop zu schließen!
Es gibt da draußen immer noch eine Menge Indie-Entwickler, die mit der richtigen Einstellung und Passion ihr Herzblut für ein neues Kunstwerk opfern. Das sind die Videospiele, auf die ich zukünftig noch hinfiebern werde. Der KI-Slop kann mir dagegen gestohlen bleiben.



