Auch wenn die Grafik für sehr viele ein Dorn im Auge ist, finde ich sie wirklich schön. Sie passt zum allgemeinen Setting und zur Atmosphäre des Spiels, eine Grafik wie in Twilight Princess hätte einfach nicht dazu gepasst. Dafür war die Welt viel zu naiv, viel zu verspielt.
In Form von riesigen Landschaften konnte man die eigentlich schöne Grafik allerdings nie bewundern, da es nur Inseln gibt, keine größeren Flächen. Dazwischen ist immer das Meer.
Es sind zwar nicht sehr viele Dungeons: wenn man Ganons Kastell mitzählt, gerade mal sieben, aber diese fand ich sehr ausgeklügelt und gehören zu den besten, die ich kenne. Der erste Bossgegner, Gohma, war extrem innovativ, so einen ähnlichen Kampf gab es noch nie. Auch Jalhalla hatte einen tollen Kampf, und von den drei verschiedenen Formen von Kurganon und Ganon selbst muss ich gar nicht erst anfangen. Einfach tolle Bosskämpfe.
Nebenaufgaben an sich gibt es nicht allzu viele, aber wenn man versucht, alle Figuren in der Minitendo-Galerie zu bekommen, hat man wirklich so einiges an Arbeit, da man auch immer dorthin zurückkehren muss, um die Bilder abzuliefern.
Die Spielwelt mag zwar verglichen mit anderen relativ leer erscheinen, und viele Inseln gleichen demselben Muster, aber mir hat es trotzdem viel Spaß bereitet, das Meer zu erkunden, die Karte mithilfe der Frösche zu vervollständigen, jede Insel gespannt darauf, welche Geheimnisse sie birgt, zu erkunden, usw.. Und auch das von vielen kritisierte Segeln empfand ich, v. a. wegen der Musik und der Atmosphäre als sehr positiv. Sollte es doch zu lange dauern, hat man ja später auch die Möglichkeit, sich zu teleportieren.
Die Geschichte finde ich auch super, sie ist ebenfalls anders. Zwar nicht "so anders" wie Majora's Mask, aber eben doch anders genug. Allerdings gibt es auch viele Widersprüche in der Geschichte, z. B.: Wie soll es so viele Inseln geben, wenn Hyrule doch gar nicht komplett aus Gebirge bestand? Warum kann Ganondorf Link bereits beim ersten Besuch in der Verwunschenen Bastion gegenübertreten, wenn er doch erst durch das Ziehen des Master-Schwertes freigeworden ist? Das sind für mich große Kritikpunkte. Auch, dass dann später (was aber nichts mehr direkt mit The Wind Waker zu tun hat) einfach ein neues Hyrule gegründet wird, erschien mir ziemlich an den Haaren herbeigezogen.
Die Steuerung war natürlich toll. Für Action-Adventures war der GameCube-Controller meiner Meinung nach wie gemacht, und es gab endlich auch eine frei bewegliche Kamera. Dies wäre zwar aufgrund der tollen automatischen Kameraführung und dem L-Auto-Fokus nicht nötig gewesen, es ist aber trotzdem ein gutes Gefühl, es in manchen Situationen frei bestimmen zu können.
Für mich gibt es aber noch einen großen Kritikpunkt im Spiel: Die Suche nach den Triforce-Fragmenten. Das ist einfach nervig und unnötig, da man erstens verdammt viele Rubine für Tingle braucht, zweitens mal schön auf Froschsuche gehen kann, wenn man von dem Quadrat, in dem sich der Schatz befindet, noch keine Karte hat, und man drittens kreuz und quer durch das Meer fahren muss. Bitte so etwas nie wieder!
Alles in allem hat mir The Wind Waker doch sehr viel Spaß gemacht. Es war ein schönes Spiel mit einigen Stärken und ein paar Schwächen.
Trotzdem kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass noch weitere Teile in diesem Look erscheinen - wir sind spätestens in anderthalb Monaten mit der Wii U im HD-Zeitalter angekommen, dazu würde das einfach nicht passen und würde so manchen Fan endgültig vergraulen.