Beiträge von Vincent Delacroix

    Ich denke es ist ziemlich offensichtlich, dass die gute Kaddi ihre besten Zeiten hinter sich hat - seit Jahren schon gibt es nur noch in sehr unregelmäßigen Abständen irgendwelche 2-minütigen Videoschnipsel, und ihr "großes" Projekt "Fünf Minuten Harrys Podcast" lässt auch gerne mal 2-6 Monate auf einen neuen Teil warten. Das ist heutzutage ganz und gar nicht viel, um bei all dem Output, den andere Youtuber bringen, eine Fanbase bei Laune zu halten. Klar hat sie mit "Harry Potter und ein Stein", "Harry Potter und der geheime Pornokeller" und dem unfertigen (da haben wir's...) "Harry Potter und der Plastikpokal" ein kleines Stück Youtube-Geschichte geschrieben, der HP-Trend war zu der Zeit noch enorm und sie hat es hervorragend genutzt. Wenn ich zwischendurch mal etwas davon sehe und darüber lache, dann aber nur aus Nostalgie-Gründen - mit 30 hat man diese Art von Humor schon so ziemlich hinter sich und die vierzigste Anspielung darauf, dass ein Charakter homosexuell ist innerhalb von fünf Minuten nervt nur noch. Das Format ihrer Sendung war auch noch nett, da hier regelmäßiger Content geboten wurde, aber dann ist ihr Stern langsam, aber stetig gesunken. Schade, es hätte ihr vielleicht nicht geschadet, ihre humoristisches Repertiore ein wenig zu erweitern, dann hätte das eine echt große Karriere werden können.

    Wenn es aber nun gar keinen Ganondorf gibt, vor dem Impa und Zelda fliehen müssen? Seine Versiegelung durch die Weisen wirkt sich möglicherweise auch auf sein früheres Ich aus, immerhin sind hier urgöttliche Mächte im Spiel, die zusammen mit der Magie der Okarina dafür sorgen können, dass er egal zu welcher Zeit in seinem Höllenloch schmorrt und in der Junger Link-Zeit nie existiert hat oder zumindest einfach verschwunden ist.

    100% sind für mich in jedem Spiel erstrebenswert, so auch in BotW. JEtzt habe ich eben schon einige Spielstände angehäuft, in dem die Prozentzahl mehr oder weniger fortgeschritten ist, aber irgendwie ist es nun mein aktueller, bei dem ich das endlich mal auf die Reihe kriegen will. :D Wie sich diese Prozente rechnen finde ich natürlich unter aller Sau, das leveln der Rüstungen, das fangen der drei "legendären" Pferde (auch wenn Epona ja nur via DLC verfügbar ist... :rolleyes:) oder das abschließen aller Nebenquests hätte man getrost miteinbeziehen können, vor allem, da die Belohnungen für diese ja oftmals recht... unbefriedigend sind.

    Wenn wir alle einmal tief in uns gehen und eine Liste der Artefakte, welche Geschichte sie haben oder nicht haben und wie vor allem NPCs darauf reagieren, dass man sie beseitzt, gibt es wohl nur eine Nummer 1.... DAS KOKIRI-SCHWERT!!!11! Vermutlich ruhte es Jahrtausende in diesem gut versteckten, vertracktem Labyrinth, in dem es unzählige Gefahren wie zum Beispiel einen im Kreis rollenden Stein zu bewältigen galt, so dass die Kokiris es lange, lange Zeit für einen Mythos hielten. Naja, oder zumindest reagiert Mido so.


    In Twilight Princess wird dann wenigstens die Geschichte um den Heroenbogen etwas dichter: Den hat schlicht irgendein vergangener Held den Goronen zur Aufbewahrung überlassen, ähnlich ist es mit dem Stahlhammer aus OoT, den die Goronen seit Generationen im Feuertempel hüten. Die interessanteste Geschichte ist aber für mich die um das Auge der Wahrheit (auch OoT), weil mich so vieles rund um die Shiekah und ihre Geschichte fasziniert.


    Nett fand ich auch dass man in BotW den Hylia-Schild finden konnte, auch wenn der Stalhinox jetzt nicht so der dicke OBerboss war, der einem das Leben schwer gemacht hat. Da hätte es vielleicht eine interessantere Quest geben können... zum Beispiel, dass man in Phirone das längst vergessene, verborgene Baumhaus von OoT-Link hätte finden müssen?

    Hm, das ist ja räudig. Denn wenn ich das recht verstanden habe, werden die Truhen mit den Statuen auch nicht auf den Dungeonmaps angezeigt? Bei aller Liebe zum100% sammeln, aber jeden Dungeon nochmal ablatschen und irgendeine Fitzelecke suchen, die mir beim ersten Durchgang verborgen blieb, ist... VOLL DIE GEILE CHALLENGE! Hatte am morgigen Freitagabend eh nix vor... :D

    Die PSX-Teile sind definitiv hammermäßig, alles was danach kam, habe ich entweder nur kurz an- oder gar nicht gespielt. Aber das Spielprinzip hat mich damals mit... 11? ziemlich gepackt. Dieses ganze Zeug sammeln, jedes Level bis in den kleinsten Winkel erkunden und die 100% anpeilen, hatte mich auch bei PSX-Titeln wie Crash Bandicoot und Croc schon vorher ziemlich gejuckt. Auf die Remakes blicke ich nun eher so mit Skepsis, wie bei allem, was neu aufgesetzt wird. Überholte Grafik und etwas grobere Steuerung hin oder her, ich würde aus Nostalgiegründen immer die Originalversionen vorziehen.

    Da Wind Waker ja bereits 2004 (?) erschien, hat es mich erstmal über ein Jahrzehnt lang überhaupt nicht interessiert. Ich hab immer wieder davon gehört, Bilder gesehen, mal in Let's Plays reingeguckt, aber geflasht hat mich da nix. Vor allem die Grafik sagte mir so gar nicht zu. Nun, irgendwann war ich dann stolzer Besitzer einer Wii U, war durch den Erwerb von Twilight Princess HD und Hyrule Warriors wieder etwas zeldafixiert und hab TWW HD dann im Sonderangebot entdeckt. Also alle Vorbehalte beiseite geschoben und gekauft. Hat sich dann recht schnell herausgestellt, dass es für mich einer der besseren Teile ist und ich möchte es nicht mehr missen.

    Geldsorgen in Wind Waker sind mir auch eher fremd, es gibt schließlich zig Schatztruhen á 50 Rubine und reichlich "große" Schatzruhen mit 100 oder auch schonmal 300 Rubinen drin. Als es darum ging, in Teris Specialshop Das Herzteil, die Karte und die Flasche zusammenzukaufen, hatte ich die Rubine schon ziemlich schnell beisammen. Auch am Anfang hatte ich immer mindestens so 200 Rubine lose, um mir stets einen Vorrat an Ködern zulegen zu können, oder auch mal bei der Auktion mitzumachen. Also ist mein Link immer 'n rich Boy und kennt keine Armut.

    Wie es sich für einen relativ am Anfang gelegenen Tempel gehört, lässt der Verbotene Hain sich ganz easy spielen, soweit ich mich erinnere, hatte ich auch beim allerersten Durchlauf keine Probleme damit. Etwas fragwürdig finde ich die Location des "blauen" Porttopfes, den habe ich dann doch erst bei einem späteren Spielstand zufällig entdeckt :D Ein bisschen zu schaffen gemacht hat mir der Labyrinthraum, in dem diese Stachelranken ständig den Weg versperrt haben, aber wenn man sich einfach den richtigen Weg markiert, indem man die Grasbüschel auf diesem schreddert, läuft's.


    Weder der Zwischenboss noch der Dungeonboss waren jetzt das Gelbe vom Ei, ich frage mich nur ob es beim DB echt nötig ist, sich nach den Schwertattacken kurz "fressen" zu lassen, oder ob ich mich da einfach dumm anstelle.

    Ich würde mal sagen, dass Dark Link mir schlicht egal ist. Wie schon vor mir bemängelt wurde, gibt es zumindest im Spiel keine Story zu ihm (mag in den Mangas vielleicht anders sein, aber damit hab ich halt nix am Hut) und somit ist er einfach ein Zwischenboss, nicht mehr und nicht weniger. Den Kampf fand ich früher immer extrem nervig, da ich es mit dem Timing nicht so hatte und er ständig meine Angriffe blocken oder recht schmerzhaft parieren konnte... dann kam ich glücklicherweise auf den Trick, ihn einfach 5 oder 6 mal mit Din's Inferno vollzuballern, bis er kaputt war, und diese Taktik wird auch beibehalten :D

    Jetzt ist bei mir gerade Misery (SIE) von Stephen King bei mir dran. Ein etwas älteres Werk von 1987, und ich finde ja seine älteren Sachen um Welten besser als die Neuen - auch wenn diese größtenteils schon der Knaller sind. Aber hier ist so eine einzigartig beklemmende Stimmung am Werk, die King in seine späteren Romane SO nicht mehr einarbeiten konnte oder wollte. Was wohl größtenteils dem minimalen Setting geschuldet ist, und jetzt, nach gerade mal 180 Seiten, kann da noch wunderbar jede Menge eskalieren. Freue mich nach dem lesen vor allem darauf, endlich mal den Film zu sehen, für den Kathy Bates mit dem Oscar für die beste Hauptrolle ausgezeichnet wurde.

    So wie Revali es ursprünglich plant, sehe ich da auch zu viele Contras, aber Clents Beitrag mit den Rätseln hat mich auf eine Idee gebracht, wie man das wunderbar abändern könnte:


    Und zwar so, dass man da eine "Schnitzeljagd" organisiert. Es gibt 5 oder 6 Stationen, und jede nächste Station wird durch ein Rätsel bekanntgegeben, ABER: Damit niemand fudelt, wird das nächste Ziel, wenn eines erreicht wurde, nicht öffentlich gemacht, sondern dem Teilnehmer privat mitgeteilt, sodass Teilnehmer X, der erst bei Station 2 ist noch keine Ahnung hat, wie Station 4, zu der Teilnehmer Y gerade aufbricht, aussehen könnte. Man kann sich also erst Gedanken darum machen, wo es als nächstes hingeht, wenn man ein Ziel erreicht hat. Eine Strecke festzulegen und sich die Rätsel auszudenken dürfte ein wenig Vorbereitung erfordern, deshalb sollte man vielleicht 1-2 Wochen im voraus feststehen haben, wie viele Leute mitmachen wollen. Im Gegensatz zum Tunier bräuchte es dann auch nicht so arg viele Leute, da reichen schon locker vier Teilnehmer + Spielleiter.

    Zoltan verabscheute Einkäufe. Er war immer zufrieden damit, zu jagen und Schätze zu bergen und somit über die Runden zu kommen. Aber dieses Ladenbummeln, alles anfassen und abwägen, ob man sich nun etwas kaufen sollte oder nicht, war ihm zuwider. Umso mehr erstaunte es ihn, dass er es genoß, ihn der warmen Nachmittagssonne zwischen Hatenos sagenhafter Einkaufsmeile - bestehend aus der Krämerei und einem Rüstungsladen - herumzuschlendern. Zuerst entschied er sich für den Kaufladen, da er seine Reisekasse mithilfe der erbeuteten Wächterteile etwas nachfüllen wollte. Erst blickte der ältere Verkäufer griesgrämig drein, als Zoltan ihm nur einen Tauschhandel bieten wollte, besserte seine Laune jedoch, als er sah, was der junge Bursche da für ihn hatte. Wächterteile, so gut erhalten, wie man es aus den Sagen kannte. Und wenn sein Laienblick ihn nicht im Stich ließ, waren sie echt.

    "Dafür könnte ich dir 150 Rubine bieten, für alles. Hylia weiß, die bekloppten Shiekah oben auf dem Hügel zahlen mir das doppelt und dreifache dafür!" Ein Blick seines Handelspartners brachte ihn zum verstummen: Er hatte sich verplappert. "Nun", erwiederte Zoltan freundlich - zu freundlich, und er ließ dezent sein Schwert auf dem Rücken in eine andere Position rücken - "dann wäre es doch recht und billig, wenn wir uns auf 180 Rubine einigen würden, oder nicht?" Der Verkäufer nahm die unterschwellige Drohgeste schluckend zu Kenntnis. "Nun... ja, gut! 180 und keiner mehr sollen es sein! Ihr jungen Leute habt doch nie Geld... mit euch feilschen macht mich immer wieder zum Opfer von Halsabschneiderei!" Er entriss Zoltan die handvoll Wächterteile, warf sie - nun weniger ehrfürchtig - auf den Tresen und begann, Rubine abzuzählen. "Und nun raus hier, meine Mittagspause beginnt jetzt!", knurrte er, als er den Sack mit dem Geld in die Hände des jungen Mannes pfefferte. Hab schon mies gelauntere erlebt, dachte Zoltan, nun selbst etwas beschwingter, da ein Teil seiner Erledigungen abgehakt war, und schritt hinüber zum Rüstungsladen. Der Anblick eines unversehrten, nach neuem Stoff duftenden Hylia-Gewands erfreute ihn über alle Maßen, die Lumpen die er momentan mit sich trug, waren trotz Anyas Bemühungen nichtmal mehr einem Bettler würdig. Auch dieser Kauf ging rasch über die Bühne, und für einen kleinen Obolus war der Ladenbesitzer bereit, sich des alten Gewandes anzunehmen. Zoltans Blick schweifte durch den Laden und blieb an etwas in der Ecke hängen. Er kannte da jemanden, dem das sicher gefallen würde.


    Mit einem Paket unter dem Arm ging er zurück in Richtung Gasthof. Zwar hatte er heute morgen vor dem Aufbruch noch Zeit gefunden, unbemerkt zu verschwinden und ein Bad in einem nahegelegenem Teich zu nehmen, aber nun, da er neu eingekleidet war, wollte er seine Erscheinung noch etwas durch eine gründliche Rasur aufwerten. Er ließ das Paket, welches eine Überraschung für Anya enthielt an der Rezeption zurück und blickte kurz in den Gastraum. Dort saß bloß ein Orni, der gerade ein opulentes Mahl verschlang und darüber hinaus seine Umgebung vollkommen ausblendete. Sogleich verschwand er in die Waschräume und ließ Wasser in ein Becken. Munter tanzte sein Rasiermesser über sein Gesicht und entfernte jeden einzelnen, ungeliebten Bartstoppel. Anschließend rubbelte er sein Gesicht mit Wasser und Seife ab und beobachtete das Ergebnis im Spiegel. Für jemanden, der vor wenigen Tagen noch fiebernd im Sterben lag, war er doch... "fast ansehlich", schnaubte er seinem Spiegelbild entgegen. Er zog sich an, verliess den Gasthof erneut und seine Schritte lenkten ihn zum östlichen Ortausgang, wo es zum Bauernhof und zum Institutshügel ging, ohne dass er weiter darüber nachdachte. Er musste das Haus nicht lange suchen, es stand direkt am Wegesrand, wenige hundert Meter vor ihm. Wie er darauf zuschritt, stachen ihm die Details ins Auge: Die Fassade war in einem strahlenden Weiß gestrichen, neue Schindeln glänzten auf dem Dach, Blumenkästen vor den Fenstern luden das Auge des Betrachters fröhlich zum verweilen ein. Es war ein beremdlicher Anblick, denn dieses Haus hatte er sich einst mit seinem Vater geteilt. Und das gemütliche Heim, das in den letzten zehn Jahren hier entstanden war, hatte nichts, nicht das allergeringste, mit der trostlosen Baracke von damals gemein. Er konnte sich von dem Anblick nur langsam losreissen, um zwei Menschen zu entdecken, die wohl nun zu den neuen Eigentümern gehörten: Eine matronenhafte Frau mit schulterlangen, blonden Locken, welche gerade damit beschäftigt war, Wäsche von einer Leine zu nehmen und zusammenzulegen, und ein Junge von vielleicht vier oder fünf Jahren, der aufgeregt umhertanzte und scheinbar nicht im Traum dran dachte, seiner Mutter zur Hand zu gehen. Die Reaktion folge prompt. "Josef, lass die Albernheiten. Geh und such Deinen Vater, er wird sicher Hilfe beim Aufbau benötigen. Kind, mach dich bitte nur einmal nützlich..." Josef gab ein genervtes Geräusch von sich, wie es vielleicht auch ein angriffslustiger Bokblin von sich geben würde, und stürmte davon, an Zoltan vorbei. "Schicke Aufmachung, Mister!", rief der Junge ihm im vorbeilaufen zu und deutete auf seine Waffen auf dem Rücken. Er hatte sich dem Haus ein paar Schritte weiter genähert, und nun hatte auch die Hausfrau ihre Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt. Er war in ihre Hörweite gekommen.

    "Kann ich etwas tun für Sie, junger Mann?" fragte sie mit einer Spur von Skepsis, aber nicht unfreundlich. Sie nutzte einen ihrer dicken Arme, um ihre Augen von der Sonne abzuschirm und ihren Besucher zu mustern, und ging von dieser Geste dazu über, mit ihrem Handrücken einige verschwitzte Locken aus ihrer Stirn zu streichen. Zoltan bemühte sich um einen neutralen Gesichtsausdruck und schüttelte den Kopf. "Ich bin auf der Durchreise. Jemand, den ich kannte, hat mal in diesem Haus gewohnt. Sie haben sich da alle Mühe gegeben, vor Jahren war das eine Bruchbude sondergleichen." Etwas verdutzt blickte die Frau zwischen dem Mann vor ihr und ihrem Haus hin und her, dann warf sie den Kopf in den Nacken und lachte hell auf. Für einen Moment war sie wieder das hübsche, gesunde Mädchen, welches in einem jungen Mann den Wunsch geweckt hat, sie zur Mutter seiner Kinder zu machen.

    "Das Kompliment gebe ich an meinen Mann weiter, er hat das alles innerhalb von zwei Wochen zusammengezaubert. Und ja, das war wirklich ein Kunststück. Der Kerl, der vorher darin gehaust hat..." Sie kniff die Lippen zusammen und schüttelte den Kopf, wollte diesen "Bekannten", von dem der junge Mann eben sprach, nicht allzu sehr beleidigen. Ihr Blick blieb am Griff seines Schwertes hängen, welcher über seiner Schulter hervorragte. "Gehören Sie zum Sicherheitsdienst für das Fest? Das schaut nämlich ein wenig radikal aus. Es gibt immer mal einen Betrunkenen, den man zur Ordnung rufen muss, aber kein Grund, sofort jemanden in Stücke zu schneiden, oder?" Zoltan schnaubte amüsiert. "Nein. Nur auf der Durchreise. Vielleicht sehe ich mir dieses Fest mal an. Und ich hätte gern einen besseren Überblick über das Dorf." Er wies mit dem Finger zum Ebenholzberg, der sich rechts von ihnen erhob. "Kann man da noch sicher hochklettern? Ich will nicht bis zur Spitze, nur zu einem Ausläufer, von dem aus ich eine gute Aussicht habe."

    Die Frau nickte. "Klar. Sogar die Kinder laufen dort von morgens bis abends rum, mehr als aufgeschrammtes Knie ist da nie passiert. Ein kräftiger Bursche wie Sie sollte sich also ganz gut auf den Beinen halten können." Zoltan nickte. "Besten Dank, dann werde ich Ihre Zeit auch nicht länger verschwenden. Grüßen Sie Ihren Mann... und Josef. So hieß ihr Sohn doch?" Ein weiteres Nicken. "Anstrengender Bursche, zappelt den ganzen Tag nur herum. Wenn er doch nur ein bisschen nach seinem Vater kommen und mal einen Hammer zur Hand nehmen würde..." sie seufzte und machte sich wieder daran, ihre Wäsche zu falten. Zoltan hob die Hand zu einem letzten Gruß und wandte sich dem Berg zu.


    Tatsächlich gab es hier befestigte Wege, die auch einen Aufstieg zum Gipfel kinderleicht machen würden, wenn man genug Kondition mitbrachte. Aber so hoch hinaus wollte er eben nicht, sondern nur... ja, hier war es perfekt. Er stand auf einem begrünten Ausläufer, auf dem auch ein paar Bäume wuchsen, und konnte über das gesamte Dorf blicken. Seine Augen fanden zuerst die Ansammlung Menschen, die sich um einen Planwagen scharrten, um Dinge auszuladen, wieder einzuladen und von A nach B zu bringen. Hauptaufgabe schien es zu sein, Holz für ein großes Lagerfeuer aufzuschichten. Es dauerte nicht lange, bis seine scharfen Augen einen bekannten roten Haarschopf in der Menge ausgemacht hatten. Ob Anya ihren Bruder gefunden hatte? Mit ihm nun zusammen half, das Festgelände aufzubauen? Wahrscheinlich. Hateno war nicht groß. Wenn man hier jemanden finden wollte, tat man das auch. Es würde ihr gut tun, nach den Strapazen der letzten Tage mit einem Familienmitglied zu Abend zu essen und Geschichten auszutauschen... wie lustig, dass er, der seine Familie hier verloren hatte nun jemanden gefunden hatte, der ebendiese wiederfand. Er ließ sich an einem Baumstamm runtersinken, schloß die Augen und genoß zum ersten Mal seit langer Zeit einfach nur die Tatsache, am leben zu sein. Und so schlief er auch ein.


    Als er wieder wach wurde, war das Dorf vor ihm in Dämmerlicht getaucht. Die Arbeiter vom Festgelände hatten sich aufgelöst, nur wenige standen noch dort und genehmigten sich einen Schluck auf die Arbeit des Tages. Ansonsten brannte in allen Häusern Licht, bis auf... ein Haus, auf das gerade zwei Gestalten zuliefen. Tatsächlich erkannte er bei genauerem Hinsehen Anya und einen jungen Mann, gleich alt oder etwas jünger als sie. Das war dann scheinbar der vermisste Bruder. Er redete grinsend auf sie ein, und sie lachte. Dann erreichten sie das Haus und verschwanden ins Innere. Etwas sagte Zoltan, er solle noch ein paar Minuten abwarten. Wieso? Das war eine Familiensache. Er hatte kein Recht, ihr jetzt hinterherzuspionieren. Aber seit wann trügten ihn seine Bauchgefühle? Also hockte er sich hin, drehte eine Zigarette und wartete rauchend ab. Tatsächlich tat sich nach wenigen Minuten etwas. Die Lichter im Hause erloschen, und noch ein paar Augenblicke später trat Anya vor die Tür, ging zu einer Bank, die an der Hauswand stand und ließ sich dort nieder. Die Hausfassade wirkte nun dunkel und abweisend, und die junge Frau sah seltsam verloren davor aus. Sah so etwas eine glückliche Familienzusammenkunft aus? Gewiss nicht. Hatte ihr Bruder sie abgewiesen? War es nicht ihr Bruder, sondern ein freundlicher Fremder, der ihr eröffnet hatte, dass ihr Bruder gar nicht in Hateno lebte? Möglicherweise sogar...? Zoltan seufzte. Er wollte sich Anya nicht schon wieder aufdrängen, aber er ahnte, dass sie vielleicht ein bekanntes Gesicht und jemanden zum Reden brauchte. So beschloß er, einen kleinen Umweg zum Gasthof zu machen, und machte sich an den Abstieg des Berges.

    Hurra, ich habe mich durch die letzten ca. 150 Seiten von Haruki Murakamis Kafka am Strand gequält. Nach meinem Murakami-Einstieg mit "1Q84" hatte ich sehr hohe Erwartungen, immerhin wurde dort eine umfangreiche, abgeschlossene Story geboten, die keine Wünsche offen ließ. Im Gegensatz zu dem sich über 600 Seiten erstreckenden, zusammengekifftem Haufen Mist, mit dem ich es jetzt zu tun hatte. Über die ersten 200 Seiten baute sich eine gewisse Spannung auf, man hatte das Gefühl, da passieren jetzt Schlag auf Schlag vollkommen überraschende Dinge, die das bisher gelesene komplett über den Haufen werfen und einen "Aha!"-Effekt der positiven Art auslösen. Aber es ist nichts passiert, absolut NICHTS. Am Ende des Buches wird keine einzige Frage, die der Leser sich während der Lektüre gestellt hat, beantwortet. Nach dem durchforsten einiger Reviews anderer Leser bemerkte ich zwar, dass es durchaus Leute gibt, die diesem pseudointelektuellen um den Brei-Gerede und auf Teufel komm raus-Surrealismus eine tiefere Bedeutung beimessen und es von daher keine vernünftig zuende erzählte Geschichte braucht, aber ich gehöre nicht dazu. Da sich mir aus jenen Reviews erschlossen hat, dass "1Q84" wohl eine Ausnahme war und Murakamis andere Romane in eine ähnliche Kerbe wie "Kafka am Strand" schlagen, werde ich künftig die Finger von ihm lassen.

    Ich meine damit ja auch keine 1:1 wiedergegebenen Orte, sondern eben einfach Dinge, die an die anderen Spiele erinnern. Der Teri-Händler und der Todesberg sind da eben auch so Dinge. Ich bin mir auch fast sicher, dass die beiden Schatzsucher im Stall der Zwillingsberge ein "Remake" der Zwllingsbrüder sind, die man in OoT auf dem Marktplatz bzw. in MM in Unruh-Stadt findet. Dann ist da die Quest,


    Das sind dann eben auch Dinge, die über das stumpfe benennen nach Örtlichkeiten oder Personen hinausgehen, und von denen der aufmerksame Spiele dutzende finden kann ^^ Auch der bei von dir erwähnten Zitadelle der Zeit bemerkt man erst nach genauem hinhören, dass dort die Hymne der Zeit in arg verlangsamter Version läuft. Diese "Aha"-Momente haben - für mich - ebnen unbestreitbar Hand und Fuß.

    Auch wenn ich zu den drei ketzerischen WW-Wählern gehöre, ist LA dennoch eine sehr gute zweite Wahl und ich werde auch wieder mitspielen - und dieses Mal hoffentlich auch über den vierten Dungeon hinauskommen :D In diesem Falle sind die 100% für mich natürlich auch Ehrensache. LINK (der mit dem besten, kreativsten Namen EVER!) freut sich auf neue, nicht immer jugendfreie Abenteuer auf der Insel Cock... Cocolint.

    Megaolf Nun, mit dem Einwand, dass die Dungeonitems fehlen, habe ich fast schon gerechnet :D Meiner Meinung nach wird das durch die Shiekah-Module und die Reckenfähigkeiten ganz gut wettgemacht, denn Link kann ja - trotz 100-jährigem Schlaf und NORMALERWEISE damit einhergehendem Muskelschwund over 9000 - einwandfrei klettern, schwimmen, fliegen und rennen. Daher habe ich es auch nicht großartig vermisst, Items zu sammeln, weil es eben an anderer Stelle wettgemacht wurde. Okay, das Suchen von Herzteilen hat mir ehrlich gesagt anfangs doch gefehlt. Aber ansonsten ist es für mich eben so, dass ein Zelda-Titel sich für mich nach Zelda anfühlt, wenn man immer wieder auf Orte stößt, die man aus vorhergegangenen Games kennt. Das war für mich immer so das wirklich wunderbare, wenn ich ein mir bisher unbekanntes TloZ-Spiel angefangen habe, nicht die altbekannten Spielmechaniken an sich. Daher rührt eben meine Meinung, dass BotW sich für mich am aller, aller, allerwenigsten "nicht nach Zelda anfühlt", weil man diesen Faktor eben bis zur Neige hat. ^^

    Da ich nun endlich, endlich, endlich auch mal dazu komme, das Forum in seiner vollen, neuen Pracht zu bewundern, würde ich auch gern mein Lob an alle Beteiligten aussprechen :) Das neue Layout wirkt auf mich keineswegs irritierend (mag vielleicht auch an meiner Erfahrung mit dem Fallout-Forum, welches ja schon länger in diesem Stil unterwegs ist, liegen), sondern bietet schön was für's Auge, ist leicht zu navigieren und das posten macht auch gefühlt mehr Spaß. Einziger Kritikpunkt wäre, dass die Onlineliste da ganz unten rechts etwas lieblos in die Ecke geklatscht ist, da musste ich tatsächlich zweimal gucken, um die zu finden. Mit den Designsets werde ich auch die Tage nochmal experimentieren, im Moment gefällt mir das Standard-Grün sehr gut :)2:

    Jedoch wurde mir immer wieder bewusst wie OP einfach Urbosas Zorn in der Hinsicht ist: Betäubung und massiver Schaden bei einer simplen Ausführung.

    Ich finde das gar nicht mal so verkehrt. Der Einsatz ist ja auf drei "Ladungen" reduziert und bei größeren Gegnerlagern, in denen im Laufe des Spiels auch schonmal 3-5 silberne Gegner hocken können, kann man da gut zeitraubenden Kämpfen vorbeugen und vor allem seine Waffen schonen ;) In einem Kampf gegen zwei oder drei Bokblins mit 700+ EP mehrere Schwerter zu zertrümmern empfinde ich als ziemliche Verschwendung, das macht der Edelstein, den man als Belohnung für den Kampf obendrauf bekommt, auch nicht wett.