Während Kotari erzählte, über seine Familie, über seine Tätigkeit als Händler und was noch so alles, nahm Zoltan zuerst einen Schluck aus seinem Flachmann ließ sich dann einfach von der Erzählung des Orni treiben. Er selbst hatte nur geringfügig Lust von seinem Leben zu berichten, da war es ganz in Ordnung, dass jemand anderes die eigene Geschichte zum Besten gab. Also gab Zoltan sich damit zufrieden, an entsprechenden Stellen zu nicken oder unverbindliche Fragen zu stellen.
Zwei Stunden später verkündete ihr Kutscher dass ihr Ziel nicht mehr weit lag, scheinbar hatten sie soeben den Stall der Zwillingsberge passiert. Kotari war nun dazu übergegangen zu überlegen, ob ihre Truppe einem intakten Wächter gewachsen wäre.
Nun, das war etwas, über das Zoltan erst einmal selbst nachdenken musste. Mal sehen.
Sie hatten hier einen Monsterforscher, der auch mit einem Schwert umgehen konnte. Einen kreativen Bogenschützen, der über die Fähigkeit zu fliegen verfügte. Einen Magier, der zwar nicht fliegen oder mit Waffen kämpfen konnte, dafür aber ganz andere Tricks auf Lager hatte. Und dann war da noch Zoltan selbst. Ein skrupelloser Kopfgeldjäger mit einer Handvoll fieser Tricks auf Lager. Das war nicht einfach nur eine zusammengewürfelte Truppe, das war eine kleine Streitmacht. Das war... er schüttelte kurz den Schlaf ab und beugte sich vor, nachdem Kotari seine Frage gestellt hatte, ob sie mit einem Wächter fertig werden könnten.
Schaut uns an, hielt er seinen beiden Gefährten entgegen.
Vier Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet, jeder von uns mit reichlich Erfahrung und bereit, bis zum Äußersten zu gehen. Natürlich könnten wir mit einem Wächter fertig werden. Wir könnten mit allem fertig werden. Aber wir dürfen nicht leichtsinnig sein. Wir müssen trainieren, lernen, unsere Fähigkeiten aufeinander abzustimmen.
Er kramte eine Zigarette hervor, entzündete sie zwischen seinen Mundwinkeln und betrachtete seine Mitstreiter.
Über Theophilius können wir uns weiter Gedanken machen, wenn wir ihn das nächste Mal treffen und er hoffentlich bereit ist, uns weiter einzuweihen. Bis dahin sollten wir unsere Suche nutzen, un voneinander zu lernen. Wie wir uns die Kräfte der anderen für unsere eigenen Strategien zunutze machen könnten. Bis dahin allerdings sollten wir uns nicht auf die Jagd nach Wächtern begeben. Trainieren wir erst einmal aufeinander abgestimmt zu kämpfen, die abgelegene Ranelle-Straße ist dafür ideal. Denn bedenkt... Er bließ eine Wolke Qualm Richtung Decke der Kutsche aus.
Theophilius und seine kruden Ideen sind es nicht wert, dass einer von uns sein Leben lässt oder sich sonstwie leichtsinnig in Gefahr begibt. In Hyrule ist es schon langweilig und entvölkert genug. Zoltan klopfte seine Zigarette aus und grinste die beiden Orni an.
Wäre doch Jammerschade, wenn es dann plötzlich einen Forscher, einen Bogenschützen, einen Magier und einen Kopfgeldjäger weniger gäbe, eh?
Zoltan glaubte zu sehen, dass seine Kumpane durch seine Worte etwas Mut geschöpft hatten. Ihr Kutscher verkündete, dass sie ihr Ziel - Kakariko - erreicht hatten. Der Hylianer nickte den Orni zu.
Da wären wir. Jetzt nur noch den Hügel im Dorf rauf, durch ein kleines Waldstück, dann sind wir fast am Westtor der Ranelle-Straße. Er reichte dem Kutscher seinen restlichen Lohn nach vorne, befestigte sein Schwert am Gürtel und sprang aus der Kutsche.
Alsbald standen die beiden Orni neben ihm am Aufgang, der den Hügel über Kakariko hinaufführte.
Los geht's, Herrschaften. Lassen wir Sandro nicht zu lange warten. Mittlerweile dürfte er auch dort sein und fleißig Däumchen drehen. Bringen wir ihn also auf den neuesten Stand, bevor er noch denkt wir sind irgendwo versackt und es sich anders überlegt...
Zoltan schwang herum und lief, seine Gefährten im Schlepptau, den sanft ansteigenden Hügel hinauf.