Wie friedlich alles schien! Zoltans Begleiter schwatzten munter über ihre bevorstehende Aufgabe, als wäre es ein Picknick, das sie zu organisieren hatten. Blöde Orni! Haben die in den letzten 50 Jahren denn nicht mitbekommen, wie sehr Hyrule nicht zuletzt wegen einigen Wächtern, die noch aktiv herumliefen, am Abgrund stand? Egal. Er folgte ihnen erst einmal und würde zusehen, was sich so ergab.
Es ergab sich ziemlich schnell. Sie liefen die Ranelle-Straße hinunter, und es begann auf einmal in Strömen zu regnen. Zoltan zog sich die Kapuze seines Mantels über den Kopf, steckte die Hände in dessen Taschen und folgte Kotari, der sie zur Mitte der Ranelle-Straße führte.
Und dort lagen Angelruten auf dem Weg. Sein Vogelkumpel gebot der Gruppe Einhalt, um dies zu untersuchen. Natürlich, sie waren Anglern begegnet...
Zoltan blickte die Straße hinauf. Tatsächlich, dort waren zwei im Regen verschwommene Gestalten, die herumwanken und ihnen etwas zuriefen, das Zoltan durch die Dämpfung des Regens und seiner Kapuze nicht verstand. Scheinbar hatte irgendetwas die Männer verschreckt. Allerdings nichts, was vor oder hinter ihnen auf der Straße lag, sondern...
Er ergriff eine der Angelruten, und plötzlich gab es einen gewaltigen Ruck. Was hatte er da am Haken? Entweder einen Fisch der so gewaltig war, dass man ein ganzes Dorf davon speisen konnte, oder... nun, oder den Echsalfos, der ganz und gar nicht davon erfreut war einen Angelhaken in seinem Mundwinkel zu haben und nun mit einem angriffslustigen Quaken an Land gesprungen kam. Und er kam nicht alleine.
Drei andere Echsalfos, ihre raschen Bewegungen im Wasser erkennbar, kamen auf die Straße zugeschwommen, auf der Zoltan und seine Truppe sich befanden. Ehe man es sich es versah, sprangen auch diese Echsenbiester aus dem Wasser, bewaffnet und kampfbereit.
Vier von denen, vier von uns, dachte Zoltan. Sie brauchten eine Strategie.
Kotari, Sandro, bleibt in der Mitte! Nehmt sie auf's Korn, so gut ihr könnt! Kamui, du gehst nach rechts, in Richtung des Westtores, ich nach links und schnappe mir den größten und dümmsten von ihnen! Viel Glück!
Sein lang unterdrückter Befehlston kam zum Vorschein, den er eigentlich nicht hatte einsetzen wollen. Aber egal! Sie waren keine Kinder, die im Wald "Räuber und Gendarm" spielten, sondern hatten es hier mit einer echten Gefahr zu tun. Da war es angebracht, seinen Mitstreitern Befehle zu erteilen. Und er folgte seinen eigenen Anweisungen und bewegte sich in Richtung Osttor, wo ein Echsalfos mit einer Lanze lauerte.
Hinter diesem standen in einiger Entfernung immernoch die Angler, doch sie waren nun wie erstarrt. Was sollten sie auch tun, außer durch den dichten Regen den Kampf zu beobachten?
Der Kampf... der Echsalfos, bewaffnet mit seiner gefährlich aussehenden Lanze, stand nun Zoltan gegenüber. Krächzend sprang er von links nach rechts. Zoltan zog sein Schwert, ließ es mit sanften Bewegungen aus dem Handgelenk heraus kreisen und behielt seinen Gegner im Auge. Mann und Monster standen sich gegenüber, darauf wartend, wer den ersten Zug machte.
Dann war es der Echsalfos, der zuerst agierte: Er sprang hoch in die Luft und hielt seinen Speer nach unten, um seinem menschlichen Kontrahenten die Spitze durch den Schädel zu stoßen. Eindrucksvoll, aber viel zu langsam. Zoltan wich elegant zur Seite aus, und der Echsalfos rammte die Spitze seiner Lanze in eine Fuge der unebenen Straße, damit hadernd, die Waffe wieder herauszuziehen.
Das waren die Sekunden, die Zoltan brauchte. Rasch zog er eine der Betäubungsspritzen aus seiner Tasche, war an der Seite des Ungetüms und - pieks - drückte ihm eine ordentliche Infusion in den Hals. Die Wirkung enttäuschte nicht: Das Ungetüm verdrehte seine dämlich glotzenden Augen und ging mit einem gurgelndem Geräusch zu Boden, wo es besinnungslos liegen blieb.
Zoltan vertat keine Zeit und bereitete der nun wehrlosen Kreatur mit einem Herzstich ein Ende. Damit war eines von diesen Biestern erledigt.
Er wirbelte herum um zu sehen wie seine Begleiter sich schlugen, bereit, nötigenfalls einzugreifen.