Kotari 30
Die Zeit verging, während die drei Passagiere sich unterhielten. Kotari war froh darüber, sich endlich mit seinen Gefährten unterhalten zu können, ohne dass ihnen Raubschleime oder Explosionen im Nacken hingen. Vor allem, da es aussah, dass sie noch eine Weile zusammen reisen würden.
Er erfuhr, dass Zoltan bereits viel im Land unterwegs gewesen war. Nach wie vor war Kotari nicht ganz sicher, was er von dem Söldner halten sollte (und wieso war ihm es so wichtig zu erwähnen, dass er reich war?), aber langsam schien er ihnen gegenüber etwas aufzutauen.
Kamui wiederum erzählte von dem tragischen Schicksal seines Bruders und wieso er sich aufgemacht hatte, Monster zu erforschen.
Auch Kotari erzählte von seiner Familie, seiner Arbeit und erwähnte auch Talux, den er auf dem Fest getroffen hatte, sowie den Zettel, den M ihm zugesteckt und der alles ins Rollen gebracht hatte. "Schade, dass Talux plötzlich verschwunden ist. Ich hätte mich gerne von ihm verabschiedet." Er zuckte die Flügel. "Vielleicht musste er schnell zurück ins Orni-Dorf."
Erneut breitete sich Stille aus, doch sie war nicht unangenehm. Kotari lehnte sich zurück und ließ seine Gedanken schweifen. Am Vortag hatte er sich von Gertz verabschiedet und sich für dessen Gastfreundschaft bedankt. Er hatte auch einen weiteren Orni-Boten angetroffen, der nach dem Fest noch ein paar Tage in Hateno verblieben war und sich bereiterklärte, Kotaris Brief und Ladung Pilze zurück zum Orni-Dorf zu bringen.
Kotari wusste, dass seine Eltern nicht überrascht sein würden - es war nicht das erste Mal, dass er für einen Ausflug länger brauchte als ursprünglich gedacht. Völker aus allen Ecken Hyrules hatten Bedarf an Botengängen und es gab nur so viele Orni.
Der Orni blickte aus dem Fenster und sah, dass die Sonne schon ein Stückchen weitergewandert war, dann wandte er sich mit gesenkter Stimme wieder an die beiden anderen. "Was denkt ihr eigentlich über Theophilus? Ich bin immer noch nicht sicher, ob wir ihm trauen können. Was, wenn das eine Falle ist?" Er seufzte. "Andererseits hätte er uns bereits in der Höhle überfallen können, wenn das sein Ziel wäre. Was für ein komischer Kauz..."
Er hoffte, dass alles gut ausging. Wenn er ehrlich war, war er nicht sonderlich erpicht darauf, auf Wächter zu treffen. Andererseits ist es unwahrscheinlich, dass die Wracks noch nicht ausgenommen wurden. Wenn wir Teile finden wollen, müssen wir wohl oder übel auch dorthin, wo sich noch aktive Wächter herumtreiben.
Erneut sah er zu seinen Reisegefährten. "Vielleicht sollten wir uns überlegen, was wir tun, wenn wir auf lebende Wächter treffen. Bei der Ranelle-Straße sind wir wohl noch sicher, aber je mehr wir uns dem Schloss nähern, desto wahrscheinlicher wird es, dass wir auf Wächter treffen, die noch aktiv sind." Er lehnte sich ein Stückchen vor. "Ich bin ehrlich: Bisher habe ich sie nur aus der Ferne gesehen. Meint ihr, wir können sie ausschalten, wenn wir zusammenarbeiten? Das würde die Wahrscheinlichkeit, an wertvolle Teile zu kommen, enorm steigern." Nacheinander sah er erst Zoltan, dann Kamui an. "Wenn wir Sandro wieder treffen, sollten wir uns eine Strategie überlegen, wie wir im Fall der Fälle handeln. Was denkt ihr?"