Beiträge von Cindy

    Glaubensfrage (2009)


    Ein GEILER Film. Mit Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman und Amy Adams


    Ganz wie der Titel es aussagt, geht es hier um die Glaubensfrage. Um Zweifel. Kurz gesagt: der Film lässt den Zuschauer mit der Wahrheit im dunkeln. Es geht darum, ob der Priester, vom Hoffman gespielt, tatsächlich einem Schüler unsittlich näher kam oder ob du Schwester, die ihm das unterstellt und keine Beweise dafür hat, ihm dies nur aus eigener Überzeugung unterstellt. So und so zieht dieser Krieg der beiden unterschiedlichen Mächte innerhalb der katholischen Schule einen fürchterlichen Krieg nach sich.


    Ein Film, der zum denken bewegt und einen doch so ratlos zurücklasst. Die verschiedenen Charaktere sind sehr authentisch und glaubhaft gespielt, sodass alle 3 Hauptdarsteller mit Oscarnominierungen belohnt wurden.


    Ums kurz zu machen: absolute Empfehlung. Wer Gewissenskonflikte und Glaubensdilemma mag, der sollte zugreifen


    9/10

    Man hatte ihm keine zeit zum reagieren gelassen. Eve war nicht darauf eingegangen, dass sie hier besser die Beine in die Hand nahmen. Stattdessen hatte sie den Toten mit Leichtigkeit geschultert und fortgetragen. Sal zog die Stirn leicht kraus und brummend schüttelte er sacht den Kopf. Trug sie die Leiche etwa auf ihr Zimmer? Bis jemand jene finden sollte und die Spur ebenso zu ihnen dreien verfolgte, weil das leblose Stück Fleisch eben in ihrem Zimmer lag, während sie hier unten verweilten? Wenn es dafür eine Logik gab, sah Morgan sie jedenfalls nichts.

    Erst, als die schöne Kriegerin wieder unten war, antwortete sie verzögert auf Sals Frage, der deutlich seufzte. "Jetzt ist's auch zu spät, die Spur zu verfolgen, so es eine gab." Mehr konnte er dazu nicht sagen und er blickte kurz zu Malkus. Seine Worte zuvor hatte er durchaus vernommen und so nickte er. Vermutlich war es besser darauf nichts zu sagen, wenn Evelyn nicht noch zorniger werden sollte. Aber auch der erfahrene und weit gekommene Räuber hatte schon von dunkler Magie und Hexerei gehört, die mit einer solchen Sonderheilung einher ging. Dieser Umstand machte Eve für Sal nicht gerade vertrauter. Im Gegenteil. Doch ob sie selbst wusste, was vor sich ging? Vorher hatte Eve verwirrt gewirkt ob der verheilten Verletzung. Groß zu kümmern shcien es sie allerdings auch nicht und so zupfte Morgan an seinen Barthärchen am Kinn.


    Die Situation ließ sogar ihn ratlos zurück und dann drängte man ihn noch zu Reaktionen, obwohl man ihm dafür keine Zeit ließ, da die beiden um Worte und Fragen nicht verlegen waren.

    "Wenn ihr beiden auch mal ne Sekunde den Schnabel halten würdet", begann Sal zwar ruhig, aber mit einer gewissen Schärfe im Ton, "...könnte ich auch reagieren. Na gut. Jedenfalls hat Malkus Recht. Mordred wird seine Leute hierher schicken. Vielleicht bricht er uns hier sogar selbst das Genick. Seine Leute...", kurz hielt der Mann mit der verkrüppelten Hand inne und wirkte besorgt, "... bedeuten ihm viel. Ich weiß. Als Feind lässt er uns nicht viel Menschlichkeit, was? Aber das eine weiß ich: er lässt die Toten nicht ungesühnt. Wenn wir also für unser Überleben; für Rache oder das Wohlergehen aller kämpfen wollen", damit zählte er die drei Wünsche der jeweiligen Personen auf und blickte zwischen Eve und Malkus einher, "dann sehen wir zu, dass wir hier weg kommen. Vertrauen können wir nur aufbauen, wenn wir anfangen, an einem Strang zu ziehen. Du willst wütend und nachtragend auf mich sein, Eve? In Ordnung. Macht mir nichts aus. Aber wenn wir dein Ziel wichtiger ist als dein Hass auf mich, dann halt dich ne Sekunde damit zurück", bat er sie vernünftig und schnappte sich einer der Flasche hinterm Tresen, öffnete jene mit geübter Handbewegung.


    "Wenn wir allerdings fliehen, dann verwischen sich auch die Spuren zu Mordred, wie auch Eves Wunsch, ihm die Schriftrollen abzunehmen. Vielleicht... hmm...", ungeniert kratzte er sich am Hintern, ehe Sals Augen sich weiteten und er schnippte, "... wir sollten uns in der Stadt verstecken. Gut verstecken. Die Kämpfer meines Bruders suchen uns bestimmt, so viel ist klar. Aber nach dem was vorgefallen ist, wird mein Bruder seine Fühler auch nach außen ausstrecken. Er wird davon ausgehen, dass wir die Flucht ergreifen. Vielleicht sogar die Wege abschneiden. Wär genauso unser Tod. Doch was wär', wenn ich hier ein gutes Versteck kenn'? Nahe am Feind zu bleiben ist oft die beste Strategie. Versteckt im Dunkeln, jenseits seines Blicks und doch bereit zuzuschlagen. Vielleicht können wir uns dann in Ruhe überlegen, wie wir die Spur wieder aufnehmen können. Also... wie machen wir's? Unsere Entscheidung sollten wir bald treffen", erneut blickte er zwischen Malkus und Eve einher. Ob sie ihm genug vertrauten, um seinen Plan zu folgen?

    Weiber. Die wollte mal einer verstehen! In seiner Verwirrung und dem stetig wachsenden Misstrauen hatte Sal Eve das Messer an den Hals gelegt. Sie zu schneiden, das hatte er dabei nicht einmal beabsichtigt, aber dieses Weib küsste ihn einfach! Heiß und innig, sodass sein kleiner Freund gar nicht anders konnte, als in Verzückung zu springen! Und dann ließ sie ab und knallte ihm derart eine, dass ein paar Sternchen um Sals müde Augen tanzten. Nun, für ein paar Augenblicke war er definitiv wach, doch ehe er sie anschreien konnte, was zur Hölle das sollte, setzte sie schon an und keifte. Uuuuund... keifte. Man, diese Frau war wirklich theatralisch. Morgan blieb nicht einmal Zeit, um wütend zu reagieren, weil sie wieder so viel schwatzte. Dabei ignorierte Sal nun großzügig die Vorwürfe und Beleidigungen, sondern versuchte sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

    "Mordred sagst du...? Verdammt", brummte er und legte die Stirn in Falten, während er sich knapp die Wange rieb. Das nächste Mal, wenn die Situation nicht so prekär war, schlug er zurück. Jetzt aber war für solche Streitereien keine Zeit. Dennoch brummte der Schwarzhaarige entnervt und rieb sich nervös das kräftige Haar durch. Sah sich gehetzt um.

    "Karte... Artefakte... was zur Hölle soll das überhaupt alles bedeute und was sollte er damit wollen", brummte Sal mehr zu sich und riss seinen Kopf ob der nächsten Anschuldigungen zu Eve.

    "Ja, verdammt, ja! Ich bin paranoid! Schön, wenn's dir auffällt", knurrte er wie ein Hund durch seine zusammengebissenen Zähne und seufzte tief. Kurz nur formte Sal die Händen zu Fäusten, ehe sie wieder locker ließ.


    Ja. Er war paranoid; wurde sein ganzes Leben lang verraten und lebte viele Jahre nun alleine. Vertraute keiner Seele mehr, weil es keine Seele mehr gegeben hatte, der er hätte vertrauen können. Wenn das eine Beleidigung sein sollte, stand dahinter mehr Wahrheit, als Evelyn vielleicht annahm.

    "Du und ich, Eve, wir sind Tiere. Keine zivilisierten Menschen. Wir sind nicht wie Malkus", bemerkte er bei ihren provozierenden Fragen nur. Als sie ihn jedoch vor die Wahl stellte und meinte, Mordred selbst kalt zu machen, da holte er sie wie eine Dampflok ein und packte Eve am Arm.

    "DER GEHÖRT MIR!", brüllte er ungehalten, "das hab' ich dir schon erklärt...!", wieder um Ruhe bemüht, schnaubte der jähzornige Räuber und ließ Evelyn wieder los.


    Malkus hatte sich zurückgehalten und trank. Ordentlich. Es war schon ironisch, dass Sal gerade der Einzige war, der es nicht tat. Zügig wechselte sein braunes Augenpaar zwischen den beiden hin und her. "Auf welcher Seite ich steh'... ich weiß nicht. Ich hoffe, wir steh'n auf der gleichen. Aber eigentlich kenn' ich euch Typen kaum. Und ihr mich nicht. Wie soll man einander vertrauen? Nach n' paar Tagen. Und dann passieren Dinge, die mir hier keiner logisch erklären kann. Auf was soll man da bauen", erklärte er schließlich nachdenklich und sah der Kriegerin lange in die Augen.

    Sie hatte Kameraden gehabt, denen sie vertraut hatte, bis der Tod sie einholte. Das hatte Sal mitbekommen und sich auch gemerkt, doch er... am Ende stand er doch wieder alleine da. Verraten und verkauft. Vertrauen war keine Sache, die man sich, trotz eines gemeinsamen Ziels, so einfach erkämpfen konnte. "Ja... ist meine Schuld, dass, wer auch immer... entkommen ist. Und wir suchen wohl alle die gleichen Antworten auf die Fragen. Es... tut mir Leid", reagierte er auf Malkus' Worte, die er mit viel Vernunft sprach und nickte ihm anerkennend zu.

    "Malkus hat Recht. Nehmen wir erst die Beine in die Hand und seh'n weiter", mit einem tiefen Seufzen entriss er Eve die Schnapsflasche und nahm ebenfalls einen kräftigen Schluck. Er musste seine Nerven beruhigen und wieder zur Vernunft kommen! Bevor sie den Laden jedoch verließen, beobachtete er konzentriert Malkus dabei, wie er Eves Hals und Schulter inspizierte. Und dann fiel es Sal erst auf: ihre Verletzung...!

    "Was zum...?", mit leicht geöffnetem Mund und blinzelnden Auge starrte er Eve in die Augen, die so einen komischen Glanz beiseiten zu haben schienen. Jetzt... erinnerte sie ihn nicht mehr an seine Alice.

    *hat sich Met eingeschenkt*


    Guten Abend.


    *nimmt einen großen Schluck Met*


    Nach einem tiefen Seufzen möchte ich also mal meine Erfahrung und und Eindrücke zu Pokemon Schild näher bringen.


    Wo fange ich denn hier an.... es gibt für mich, unabhängig der vorangegangenen Kommentare hier, viel für mich zu sagen. Vermutlich wiederhole ich mich in meinen Beobachtungen. Sorry. Ich habe nur nicht die Zeit alles zu lesen, seht es mir nach.


    Nun... ja vielleicht erst ein Gesamteindruck? Mein Gesamteindruck ist weder gut, noch schlecht. Die neuen PKMN Teile haben gute und negative Aspekte und ich tu mir unglaublich schwer damit zu sagen, welche nun überwiegen, da diese so grundsätzlich sind, dass es einen hin- und herreißt.

    Es ist Pokemon. Und Pokemon macht grundsätzlich Spaß. Es war schon immer spaßig sich einen Starter auszusuchen und lustig drauf loszustampfen. Aber da gehts ja schon los: keine zwei Schritte und Hop labert mich zu. Wieder ein Game, in welchem du nicht zwei friedliche Schritte gehen kannst, ohne, dass dich der Champ, Sonia oder Hop zulabert. oder irgendwer. Und ganz ehrlich? Ich hab null Interesse an den Charakteren. Ich hämmer einfach fröhlich auf meinen A Button herum bis es vorbei ist, damit ich endlich die neuen Städte und Routen erkunden kann. Pokemon fangen und kämpfen und Boutiquen erkunden und weiß ich nicht. Aber ich werde KONSTANT daran gehindert in Ruhe zu erkunden und abzusuchen. irgendein Trottel will immer was von dir und ich meine... IMMER... an diesem Punkt bin ich praktisch schon mit Hop verheiratet weil ich keine Ruhe vor ihm habe.


    Und Galar? Man fand ich das geil: ne schottische Region! Gib mir die Schottenröcke, den Whisky und das schottische Flair. Teilweise ist das auch gelungen. Schöne Gebiete, Städte und Routen, die an Großbritannien, bzw. Schottland erinnern. Nur: die Städte und Routen sind sehr klein. Sehr kurz. Und seeeeehr.... SEEEEHR leer. Die Städte sehen groß aus sind aber wie ne Packung Chips: sehen voller aus als sie sind. Man hat kaum Bewegungsfreiheit und viele Wege sind blockiert. Die meisten Städte bzw. Dörfer sind dadurch sogar kleiner als in Vorgängereditionen. Es gab erschreckend wenig zu entdecken, wenn mal mal genauer hinguckt. Überhaupt wirken die neuen Games so auf mich, als wären sie schnell abgewickelt worden, um sie passend zum Weihnachtsgeschenk in die Läden zu stellen, obwohl man nicht fertig war.

    Und jetzt erzähle ich euch nichts vom mangelnden Nationaldex, der teilweise wirklich unterirdischen Grafik die sogar meinen kaputten Augen auffällt und wie Game Freak wegen den Modellen geschwindelt hat. Das wisst ihr sicher schon, ohne dass ich die Vorgängerbeiträge lesen muss.


    ich will, obwohl ich mir wie so viele andere verarscht vorkomme, auch das positive hervorheben: die Musik ist absoluter Killer und haut total rein! Taugt mir sehr, besonders auch der Fangesang im Stadium. Und die Stadien sind super Ideen, die man ausarbeiten sollte. Ich liebe die Wild Area, von der ich sooo gerne noch mehr sehen würde. Viele neue Pokemondesigns gefallen mir (andere wieder nicht).


    Ich denke Schwer und Schild sind ein wackeliger Start ins Heimkonsolengewerbe für Gamefreak. Man möchte erste Gehversuche ja verstehen. Aber es wurde auch viel eingespart und geschlampt und das ist kaum zu tolerieren. Currykochen, Pokejobs, Wild Area, das Campen an sich... das sind wahnsinnig tolle Konzepte. Nur halt leider nicht richtig ausgearbeitet. Wie so vieles an diesen Spielen. Und anstatt jedes Mal wieder ein neues Gimmik zu erfinden, was im nächsten Spiel sowieso nicht aufgegriffen wird, wärs mir viel lieber, GF würde in Zukunft an ihren Konzepten fielen und sie anständig ausarbeiten. Anstatt ne lauwarme Suppe zu präsentieren, die schmeckt, aber die Würze vermissen lässt.


    7/10, wenn ich eine Gesamtnote vergeben müsste. Ich sehe das als ersten stolpernden, aber nicht schlechten Gehversuch an und sage: better luck next time.

    Ich bin alt und ich bin dumm, helft mir mal bitte. Wie kann ich dem bereits existierenden Schachspiel beitreten? Ich will kein neues eröffnen, sehe aber nicht, wie ich bei Phis eröffnetem Thread beitreten kann? I dont get it. Und ja, ich hab mich hier eingelesen udn gesucht wie ne Dumme xD

    Sal hatte nicht geschlafen. Nach den Besorgungen hatten sie schließlich die richtige Schlafstätte gefunden und Malkus gefunden. Es wäre wohl klüger gewesen, hätten sie sich zuvor abgesprochen, aber seis drum. Müde und erschöpft wie sie alle waren, fehlte ihnen die Kraft zum diskutieren und ohnehin wäre es nicht nötig gewesen. Doch schlafen... konnte Morgan nicht.


    Seine Gedanken kreisten wie immer fortwährend wie in einem Karussell. Ein Karussell mit den immer gleichen Figuren und Umdrehungen. Mordred, Eve, Malkus, Mordred, Eve, Malkus,... doch mit jedem Mal drehte es sich schneller und schneller! Figuren vermischten sich wie grelle Melodien zu einem Brei an Emotionen und scheußlichen Visagen! War er doch leicht im Dösen abgedriftet? Mit einem schweren Seufzer starrte Sal auf die Decke. Sein Fuß hing vom Bettrand hinab und seine Hände lagen unter dem Kopf; die Arme angewinkelt. Er konnte die Gedanken und Sorgen nicht stoppen. All das ergab noch immer keinen Sinn für ihn. Eves Auftrag, der doch so wichtig war und mehr Feingeschick und Kampfkraft erforderte, als sie zu dritt aufbringen konnten. Warum vertraute sie einem herzenguten, aber simplen Charmeur ohne Erfahrung? Und überdies einem ruhelosen und abtrünnigen Mörder und Räuber wie ihm, der kein interesse besaß, die Welt zu retten? Und sie selbst... schien vor allem eben mit sich selbst beschäftigt. Mit Kampf, Krieg und Blut, aber nicht mit dem Mitgefühl für andere. Und was genau hatte Mordred also mit diesen Schriftrollen vor? Warum hatte er sie drei verschont?

    Fragen und Fragen. Aber keine einzige Antwort, die das lodernde Feuer seines gierenden Durstes löschen mochte. Mit dem kleinen Finger kratzte sich Morgan sacht am Mundwinkel und strich sich den Bart zurecht, als er Geräusche vernahm. Nur die Stirn in Falten legend und den Kopf leicht erhebend erblickte er Evelyn, wie sie den Raum verließ.

    Stell' nicht schon wieder was an, Weib, dachte er sich und senkte den Kopf wieder. Ach, die würde noch pissen gehen... nicht einmal sie konnte mit jeder Sekunde und jedem ihrer Schritte Chaos und Drama anrichten und...


    ... doch sie konnte. Einige Zeit nach dem sie hinab ging erfolgte Krach. Kurze,r aber intensiv lauter Krach und Sal, dessen Sinne auf Hochtouren arbeiteten, sprang sofort barfuß vom Bett auf. Er verließ das Zimmer jedoch nicht, ohne einige seiner versteckten Messer in den Innentaschen seines Hemdes mitzunehmen. In gebeugter Haltung schlich er leise aus dem Zimmer und lukte vorsichtig um die Ecken, ehe er langsam die Treppe hinab geschlichen kam. Auch Malkus erblickten seine Augen. Der hatte das Zimmerchen zuvor auch kurz verlassen. Morgan, der sich noch versteckt hielt, versuchte aus dem erstreckten Chaos vor ihm einen Sinn zu finden. Ein toter, blutender Mann. Zuvor hatte Sal Stimmen vernommen, wenn er die Worte auch nicht ausmachen konnte. Irgendetwas war vorgefallen. Und Eve... ihr Blick.

    Morgan richtete sich auf und kam aus seiner Ecke hervor. Ihm brannten ähnliche Fragen wir Malkus auf der Zunge, doch da er sie schon aussprach, musste er sie nicht mehr stellen. Vorsichtig navigierte er die nackten Füße über den Boden, um auf keinen Splitter zu treten und kam der Dunkelhaarigen näher, betrachtete sie mit eisernen Blick. Dieser Blick... der verhieß jedenfalls nichts gutes.

    "Ich verlier' hier die scheiß Geduld!", platzte es schließlich aus dem Räuber heraus und er packte mit der Rechten Eve am Kragen, "was zur Hölle ist eigentlich los mit dir, Weib? Hältst du uns nur zum Narren? Vielleicht nutzt du uns ja nur aus und steckst in Wirklichkeit mit Mordred unter einer Decke? Ja, vielleicht war das alles dein Schema!", knurrte er so leise, wie es ihm möglich war. "Wie kann's sein, dass du ausgerechnet mit uns angeblich die Welt retten willst? Wenn dem so wäre, würdest du dich doch nicht mit uns in der Wildnis und in ner billigen Absteige aufhalten! Sondern würdest dir starke Mitstreiter suchen. Los, erklär; dich! Und was liegt da für ein Arschloch rum?" mit dem Kopf nickte er in die Richtung des Toten, bevor Sal eines seiner Messer zückte und Eve an den Hals legte.

    "

    Steh'n wir wirklich auf einer Seite, Eve!?"

    Nun war es an Sal und Eve, einen geeigneten Schmied aufzufinden und Malkus anständige Waffen zu besorgen. Das Geld dazu hatten sie und auch die Zeit, während der Dritte im Bunde sich um eine Unterkunft und die Pferde kümmerte. Seine beiden Begleiter sahen im höchsten Maße erschöpft aus. Malkus drohte im stehen einzuschlafen und Evelyn aus den Latschen zu kippen. Auch um Morgan stand es nicht besser. Seine Augenlider fühlten sich schwer an, genau wie sein Körper. ganz, als ob er aus Blei gemacht war. Doch auch der Bärtige beschwerte sich nicht. Außerdem war ihm der müde Zustand nicht fremd. Im Gegenteil. Da er an permanenten Schlafstörungen litt, konnte der Räuber ganz gut damit umgehen. Dennoch... er kannte seine Grenzen. Und diese wären bald erreicht. Sie mussten rasten - alle drei. Für ihre gemeinsame Sache wäre es nicht von Vorteil, wenn sie sich überarbeiteten. Das schwächte sie nur und machte sie für den Feind verletzlicher.


    "Ich kenn' jemanden, wirst seh'n, Schöne. Soll nicht lang dauern. Dann ruh'n wir uns erst einmal aus. Du kippst mir sonst noch mit der Nase lang aufs Pflaster", bemerkte er mit trockenem Humor, während die beiden voranschritten. Morgan gebeugt und mit gerunzelter Stirn, während seine müden und doch so wachsamen Augen die Straßen prüften. Und Eve neben ihm; grazil wie eine Königin und gefährlich wie ein Sturm. Doch sie trügte ihn mit ihrer harten Fassade nicht: ihre Augen verrieten, wie erschöpft und müde sie war und ihre Verletzung zerrte noch immer an Evelyn.

    "Musst besser auf dich Acht geben. Ist ja keinem geholfen, wenn du umkippst. Denk' dran... mein Bruderherz und seine Leute können hier genauso gut ums Eck lungern". so schroff es vielleicht auch klang, so war Sals Tadel nur gut gemeint. Er fing wohl tatsächlich an sich um diese verrückte Hexe und den blondhaarigen Charmeur zu sorgen...


    Fast am Rande der Stadt erreichte Morgan sein Ziel und seufzte leise. Für einen Bruchteil einer Sekunde hielt er inne, bevor er Eve die Türe zur Schmiede öffnete. Ja, er kannte den Waffenschmied. Leider...

    Asl sie eintraten, schmiss Morgan die knarrende Türe hinter sich zu. "Beweg' dienen Arsch her, Bones!" schrie der Räuber ungeduldig. Linker Hand stand die kleine Ladentheke der Schmiede; rechter Hand die Werkstatt selbst. Einige Schmiedelehrlinge waren gerade bei ihrer Arbeit und blickten überrascht auf, als der Schwarzhaarige und die blauäugige Frau eintraten. Die Hitze ließ Sal augenblicklich schwitzen und er rieb sich grob mit dem Handrücken über die Stirn, ehe Bones aus der hinteren Ecke angetrampelt kam.


    Ein riesen Kerl. Auf seiner Glatze konnte Morgan seine Säufervisage spiegeln sehen, während die schmalen, winzigen Augen, die meist nur als Schlitze sichtbar waren, nicht einmal die Augenfarbe verrieten. Ein Gesicht wie das einer riesigen, kantigen Dogge...

    "Scheiße, Morgan. Was suchst du hier, Arschloch? Ich hab' dir gesagt, dass du dich hier nicht mehr blicken lassen sollst!", knurrte der Schmied und er spannte seine riesigen Muskeln an. Einen Schlag wollte Sal nicht kassieren, der beschwichtigend eine Hand hob.

    "Wegen deiner dämlichen Fresse bin ich nicht hier. Und ich bin auch gleich wieder weg. Aber erinnerst du dich...? Vor n' paar Jährchen hab ich deinen Arsch vor den Soldaten gerettet, weil du betrunken auf sie losgegangen bist. Hättest fast einen von denen umgebracht. Und jetzt erinnern' dich mal... hm... was hast du da zu mir gesagt?", spielerisch tat Sal so, als müsste er nachdenken, um Bones die Worte zu entlocken. Dieser wandte sein verquollenes Gesicht ab, dessen Nase immerzu tiefrot war. Er knurrte wie ein Hund, der allerdings nicht zubiss.

    "War ja nur so betrunken, weil ich mit dir saufen war. Aber jaja, verdammt... hab' gesagt ich schuld dir was. Stimmt ja auch. Na schön, was willst du, Köter?", nun grinste Sal nickend.

    "Ich bin momentan geschäftlich unterwegs, Bones. Wir brauchen n paar Waffen. Schwert, paar Messer... du machst uns doch sicher nen guten Preis? Was brauchen wir noch, Eve?", fragte er sie mit erhobener Augenbraue.


    Und da erblickte Bones sie. Die königliche Kriegerschönheit, sodass er Morgan über den Haufen rannte und der ungehobelte, klobige Klotz vor Evelyn stehen blieb und ihre Hände euphorisch schüttelte.

    "Ohhhhh, Ma'm! Was sehen meine wunden Augen da? Mensch, Sie sind ja das hübscheste Blümchen, das hier die letzten zehn Jahre vorbei kam! Ich werde alles für Sie tun, was sie brauchen. Seien Sie unbesorgt, bei mir gibt's die besten Waffen! Aber echt mal... was haben Sie denn mit dem zu tun? Das ist so ein richtiger Mistkerl. Halten Sie sich fern, an ihm klebt das Pech. Am Ende stirbt immer jeder, der-" - "Bones, sitz' Genug jetzt!" zischte Morgan, der den weitaus größeren Mann leicht in die Seite schlug. Man, der klobige Trottel war mal wieder nervig... aber in seinem Gelaber lag er in einem goldrichtig: er war der beste Waffenschmied der Stadt. Auch wenn seine Schmiede von außen unscheinbar wirkte und er als Besitzer selbst wenig ansprechend, so sprachen seien Waffen für sich.

    Das Date, schon alleine, weil ich mich für ne Nebenrolle immer schäme würde ich gar nicht von jedem gesehen werden würd XD aber ein Abendessen mit Selfies mit Jake Gyllenhaal... rawr... *schmelz*...


    Würdest du lieber eine Eigentumswohnung besitzen oder in voller Bezahlung mit 40 in Frührente gehen?

    Ich hab mir Sonntag im Kino Malficent - mistress of all evil (2019), also die Fortsetzung des ersten Teils, reingezogen. Gut gefallen hat mir dabei die Schauspielkunst von Jolie und Pfeiffer. Musik war ok, die visuellen Effekte auch. Die Handlung ist nun... wirklich nichts besonderes und sehr vorhersagbar. Ich war dennoch gut amüsiert und mir hats gefallen, auch wenns nichts besonderes war. 7/10


    Gestern hatte ich endlich Zeit einen der größten, deutschen Klassiker anzusehen. M - eine Stadt sucht einen Mörder (1931) von dem gneialen und einzig guten deutschen Regiesseur Fritz Lang. Mit Peter Lorre, der hier seinen Durchbruch hatte. Was für ein genialer Film, auch wenn er nun fast 90 Jahre alt ist. Und doch könnte er heute nicht aktueller sein: ein Kindermörder (oder auch: Serienmörder, aber dieses Wort gab es damals noch nicht) geht um und forderte bereits neun Opfer. Die Polizei tappt im dunklen und sucht die Spuren, während die Stadt immer weiter aufbegehrt und die Dinge selbst in die Hand nimmt...

    Ein spannender Film, der erstaunlich gut in die heutige Zeit passt. Was damals noch für Empörung und Schock sorgte, ist heute leider ganz normal geworden und solche Mordfälle nichts besonderes mehr. Die schauspielerische Leistung aller Beteiligten ist lobenswert; Musik gibt es hier absichtlich nicht. Einzig und alleine das Leitmotiv des Mörders wird hier gesummt und macht die Spannung nur unerträglicher...

    10/10 was soll ich groß labern. Der Film ist public doamin, zieht es euch rein. Fritz Lang ist übrigens auch für Meisterwerke wie Metropolis und Nosferatu bekannt.

    Ich bin die ganze Zeit schon mega gespannt und denke, dass ich mir als Fan aller Nostalgiefilme und der Dokus den Dienst holen werde (und halt so manch anderes Zeug das mich dort anspricht).


    Schon alleine für die Meisterwerke die ich mir wie Rituale reinziehe ist dies wie ein feuchter Traum. Ich mag Disney für ihre Neuverfilmungen oftmals verfluchen, aber holy shit, das alte Zeug wiegt halt einfach auf. Da ist mir auch kein Preis zu hoch.

    << Ost-Necluda (Region)


    Die Reise war still und ohne große Vorkommnisse verlaufen. Ein jeder der drei schien bei sich und seinen Gedanken gewesen zu sein. Ein jeder verarbeitete das Geschehen im Stillen. Morgan war bei seinen Gedanken längst nicht mehr bei dem unschuldigen getöteten Pärchen, sondern bei Mordred und seinen Leuten. Er hätte ihm und seinen zwei Begleitern fast das Leben gekostet und darüber hinaus siene Ambition, den verdammten Bruder endlich zu töten. Und doch... das Ganze hatte sein Vorhaben doch wieder in weite Ferne rücken lassen. Käme er je an Mordred heran? Oder würde Sal, über dies, auch noch verantwortlich für die Tode zweier Menschen sein, die ihm nach vielen Jahren zum ersten Mal begleiteten und mit ihm umgingen wie mit einem Menschen? So lange war es her, dass er Seite an Seite mit jemanden reiste. Mit der Kriegerin, Eve, die aufgrund all ihrer nicht zu vereinbarenden Charakteristiken schwer einzuschätzen war. Und mit Malkus, der guten Seele des Trios, der seine Moral offensichtlich nicht mit ihren Taten vereinbaren konnte. Und Sal? Er hatte sich den beiden schon ein stückweit anvertraut, was seine Schuld anging. Mehr, als er eigentlich gewollt hatte. Und tief in seinem Inneren musste er zugeben, dass er sich damit bereits verletzlicher machte, als er wollte. Auch wenn Morgan ein stiller, in sich gekehrter Geselle war, so genoss er das Ganze auch ein wenig im Stillen. Die beiden zwangen ihm mit ihrer Gegenwart, sich nicht sienen trübseligen Gedanken hinzugeben, zumindest nicht im gleichen Umfang wie sonst. Er fühlte sich etwas... freier. Und in seiner Einsamkeit weniger alleine.


    Auf dem Rücken seines treuen Rappen Blackwood blickte er Hateno bereits entgegen. Verdammt, wieder Hateno... wieder die Gräber seiner Familie. Wieder im Anblick seiner Vergangenheit. Dieser Ort war verflucht und doch fand sich Sal dort immer wieder selbst.

    "Also", räusperte er sich schließlich. Morgan klang schon viel besser, als er sich an seine Kameraden wandte. Dank des Prinzessinenenzinans, den Eve ihm gab, besserte sich seine Erkältung bereits. Sie hatte da was gut bei ihm...

    "Da jeder von uns nun seinen Gaul besitzt, müssen wir uns darum nicht mehr kümmern. Wir brauchen aber ne Unterkunft und Malkus seine Ausrüstung. Malkus? Wie wär's, wenn du die Pferde in die Stallungen gibst und dich um die Unterkunft kümmerst? Eve und ich werden dir dafür ne anständige Ausrüstung und ne Waffe besorgen", schlug er nun vor. Schließlich besaß Malkus kein geübtes Auge für eine anständige Ausrüstung und ein Schwert. Wenn er denn noch gewillt war, eine Waffe für Eve und ihr Vorhaben zu schwingen und notfalls auch zu töten. Alles Andere wäre eine Verschwendung an zeit und Ressourcen. Doch das musste die blonde Kriegerin wohl selbst entscheiden.


    Kurz vor der Stadt stiegen die drei vor ihren Pferden ab. Morgan verteilte das geklaute Geld unter ihnen, damit jeder seiner Aufgabe nahegehen konnte. Auch den Proviant hatten sie zuvor brüderlich geteilt.

    "Ähm... danke nochmal. Wegen der Medizin, Eve. Das hat geholfen", peinlich berührt rieb sich Sal den Hinterkopf und lächelte gequält. Er war es längst nicht mehr gewohnt von irgendwem eine solche Geste und Hilfe zu erfahren. Es war unangenehm für den Mann, der sich stets um sich selbst kümmerte und den guten oder praktischen Willen anderer längst vergessen hatte. "Wie wär's Schöne? Ich bin sicher dass wir unserem Zögling anständige Sachen besorgen können", witzelte er trocken und zwinkerte Malkus ob des Seitenhiebs zu. Sie kannten einander wohl mittlerweile gut genug, dass Malkus verstand, dass Sal trotz seines rauen Tons nur das Beste für ihm im Sinn hatte.

    Sal ließ nur ein leises, unbeeindrucktes Brummen vernehmen, als Eve es sich nicht nehmen ließ, auf seine Kritik zu antworten. Sein Ratschlag war ein guter gewesen, dass sie bei allem was sie taten eben vorsichtig sein mussten. Es konnte, musste aber keine nahen Zeugen geben. Doch im Dickicht der Wildnis lauerte so vieles und als reisende Kriegerin wusste sie es gewiss ebenso. Alleine Mordred traute Morgan zu, dass er einige seiner Männer früher oder später auf das Trio ansetzen würde. Und eine solche Spur konnte helfen, jene zu ihnen zu führen. Noch immer waren sie verletzt und geschwächt. Ergo in einem Zustand, der sie verletzlicher machte. Also mussten sie auch eine besondere Vorsicht üben. Allerdings diskutierte Morgan auch nicht weiter. Sie wollten nach Hateno und dann würden sie die nächsten Vorbereitungen für die weitere Reise treffen. Und je weniger sie stritten und doch zu keinem Entschluss kämen, umso schneller wären sie dort. Ohnehin wurde Sal ohne seinen Schnaps langsam ungemütlich. Streiten konnten sie wenn es war, später noch immer.


    Auch ließ es sich der Räuber nicht nehmen, die Leichen zu durchsuchen. Dass das an Malkus' Moral anstieß, war zu erwarten, doch Sal zuckte nur mit den Schultern.

    "Ja, isses, wenn du überleben willst. Gewöhn' dich besser dran, wenn du Eve in ihrem Plan noch helfen willst." Mehr gab es dazu auch nicht zu sagen. Allerdings blieb der Charmeur Sal noch eine Antwort auf seine Frage schuldig. Oder wusste er es selbst nicht? Kurz nur betrachtete der Bärtige mit dem wild wachsenden Haarschopf Malkus. Man, sie waren schon eine verwirrte, chaotische Bande. Ob das gut gehen würde?


    Jedenfalls waren sich die drei einig, nun aufzubrechen. Immerhin besaßen sie jetzt ja drei Pferde, ein wenig Proviant und Geld. Für eine Weile würde es ihnen ein paar ihrer Sorgen leichter machen.


    >> Hateno

    Wie das Leben doch so spielte. Eine Laune; eine Situation konnte binnen Millisekunden umschlagen. Und binnen Sekunden war es möglich zwei völlig unschuldige Menschenleben auszulöschen.

    Sal war hinter Eve stehen geblieben, als sie aus dem Wasser stieg und ihre Waffe nahm. Der schwarzhaarige Räuber gab ihr Deckung; blieb in Angriffsposition stehen, falls jemand sie angreifen sollte. Doch das Dickicht gab zwei unbewaffnete, simple Bürger frei. Auch Morgans geübte, eingefallene Augen erkannten dies recht schnell. Der unschuldige Blick; keine Kampfposition, keine Waffen. Keine Bedrohung, so viel stand fest. Aber die beiden hatten Pferde dabei, die sie gut gebrauchen konnte. Ein knappes, verschmitztes Lächeln huschte dem bleichen einsamen Kojoten über das Gesicht. Die kamen ja wie gerufen.

    Doch sein Lächeln schwand schnell. Stattdessen beobachtete Sal mit kühler, unbewegter Miene, was als nächstes geschah. Was Eve tat...

    Sicher. Morgan war alles andere als ein Moralapostel und er wagte es nicht, ausgerechnet er, ihr einen Vorwurf zu machen. Genau genommen war es dem längst vereisten Räuber und Mörder egal, was mit diesen unschuldigen Seelen geschah. Er ließ die Wurfdolche entspannt zurück gleiten und schob die Hände in die Manteltaschen. Kalt wie eine Bestie erlegte Eve ihre Beute. Kein Zögern; keine Gnade. Typisch für einen Soldaten, der lernte, seine Gefühle aus dem Kampf zu lassen. Nur war das kein Kampf. Es war ein Gemetzel. Desinteressiert folgten Sals dunkle Augen im Schlafzimmerblick dem Geschehen. Wie sie den Kopf abtrennte von dem Typen. Und dann das Weib, das ihrem Schicksal nicht entkommen konnte. Fernab konnte Morgan nicht sehen, was geschah. Doch das musste er auch nicht, denn schon bevor Evelyn zurück kehrte mit ausdruckslosem Blick wusste er, was geschah. Ihre Kleidung war mit Blut besudelt, genauso wie das Pferd. Aber nicht mit dem eigenen.


    Eve stemmte ihre Klingel in den Boden und kam nah auf Sal zu, der immer noch in gelassener Haltung schweigend dastand. Sie kam ihm nahe; sehr nahe. In Morgans Nase stieg der beißende Blutgeruch, während sich sein Antlitz in ihren ausdruckslosen Augen spiegelte. Ein ebenso ausdrucksloses Augenpaar blickte zurück, als sie ihn fragte, ob er die Dinge so regelte. Sal schwieg auf diese Frage hin. Es gab dazu nichts zu sagen. Morgan handelte rational, aber eiskalt, richtig. Er tat egoistisch das, was zum überleben nötig war. Ob er die beiden getötet hätte... das war eine „wäre“-Frage, die es nicht brauchte. Vielleicht. Er hätte sie sicher bestohlen und wenn sie Glück hatten und ihren Räuber nicht ins Gesicht sahen; ihn erkannten, dann hätte er sie beide am Leben gelassen und zurückgelassen. Vermutlich zumindest...

    Statt ihr zu antworten, schnalzte der distanzierte Brudermörder mit der Zunge. Es gab nun wichtigeres. „Du hast Spuren hinterlassen, Eve. Das ist schlecht. Die Leichen werden verfaulen und Verfolger können unsere Fährte leichter aufnehmen. Wir haben keine Schaufel, um die beiden zu beseitigen. Das war unüberlegt“, teilte er ihr überlegt mit. Sein Ton war kühl. Kein Mitleid mit ihren Opfern; kein Interesse an Eves Tun, außer, dass sie es nicht sauber tat.


    Dennoch setzte sich der Bärtige nun in Bewegung. In seiner Bewegung strich seine Schulter leicht jene von Eve und er beugte sich, um die Augen des abgetrennten Kopfes zu schließen. Danach verschwand Sal nicht lange im Dickicht. Als er die Frau mit tränenden, aufgerissenen Augen fand, schloss er auch jene. Er hätte gerne den Anstand gehabt, beide zu begraben, damit sie zumindest im Tode vereint waren. Aber die Utensilien fehlten. Stattdessen schleifte er die Frau hinter sich her wie ein Stück Fleisch und warf sie zu dem toten Mann.


    Malkus' Gedankengänge hatte Sal auf keinen Fall geteilt. Menschen waren keine Engel oder Dämonen. Menschen waren, im Kern, vor allem eines: wilde Tiere. Wilde Tiere, die zu Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten tendierten, wenn man ihnen dazu nur die Macht und Situation bot. Recht oder Unrecht war ihm verdammt egal. Wer war schon wahrhaftig unschuldig? Menschen waren aus der Sünde heraus geboren. Jeder musste sterben – mancher früher, mancher später. Die beiden Turteltäubchen waren zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, so einfach war das für Morgan. Der rationale Mann machte sich über etwas ganz anderes Gedanken. Er dachte über Evelyns Verhalten nach, das so gar nicht zu ihr passte. Es störte ihn nicht; nur hatte sie bisher so große heldenhafte Reden darüber geschwungen, die Schwachen beschützen zu wollen, die Menschheit zu retten und deshalb waren die Schriftrollen so wichtig und blah blah. Das hier passte nicht zusammen. Still hob er seinen gefühlsleeren Blick an und betrachtete Eve aus der Peripherie musternd. Sie war instabil, so einfach war das. Und instabile Menschen waren unberechenbar und gefährlich für einen selbst. Die Mission war Sal mehr oder weniger egal. Von ihm aus konnte die Welt samt der Menschheit zur Hölle fahren. Aber verdammt, nicht bevor er Mordred ermordete! Und nur deshalb, alleine dafür musste er auf seine Kameraden bauen können! So musste Sal dem gefühlsstarken Malkus im Stillen doch recht geben: es passte nicht zu ihr. Eine so kaltschnäuzige Aktion gegenüber Unschuldigen passte vielleicht zu Sal, aber nicht zur gerechten Kriegerin, auch wenn sie eine Hündin des Kampfes war. Etwas musste diesen Instinkt in ihr ausgelöst haben.

    Vorsicht ist geboten. Falls sie diesen Instinkt nicht kontrollieren kann, sind wir auch nicht sicher. Aber das würde sich zeigen. Vielleicht fand Morgan noch heraus, was Eve dazu brachte, gegen ihre Natur zu handeln. Für den Moment war wichtig, davon gedankliche Notiz zu machen. Genauso sinnierte Morgan über Malkus. Er war zu weich für diese Mission. Er gehörte zu den anderen Menschen. Jene mit Moral und Anstand. Vielleicht war er ein Herumtreiber und Frauenheld. Aber er hatte nie eine Waffe gehalten und selbst wenn er lernte, jene in den Händen zu halten, bedeutete das noch lange nichts. Deshalb hatte er vielleicht dennoch nicht den Instinkt in sich wie Eve und er. Jenen, ohne Rücksicht auf Verluste zu töten. Malkus war empathisch, das hatte Sal in ihrer kurzen gemeinsamen zeit schnell beobachten können. Sicher, das war keine Schwäche. Aber im Kampf war es ein Nachteil, der einen den Hals kosten konnte.

    Kurz legte Sal seine Hand auf Malkus' Schulter, nachdem er Eve eine reinhaute und seinen Worten; seiner Wut freien Lauf ließ. “Eve hat's für uns getan. Belass' es dabei, Malkus. Wenn ihr jetzt streitet, bringt uns das nicht weiter“, konkludierte er rational und blickte seinem Gefährten ernst ins Gesicht. “... aber wenn du so etwas nicht erträgst... wenn du das Töten ablehnst, dann solltest du vielleicht nach Hause gehen. Du weißt, um was es hier geht. Ist noch nicht zu spät, den hals aus der Schlinge zu zieh'n. Liegt an dir.“ Es war der einzig gut gemeinte, aber vernünftige Rat den er ihn geben konnte.


    Sal begann nun damit, die Leichen zu fleddern. Eine unmoralische Tat, die Malkus vielleicht nicht weniger schockierte. Aber viel toter konnte man nicht werden? Und die beiden brauchten ihr Hab und Gut im Gegensatz zu ihnen drei nicht mehr. In aller Ruhe und als wäre es das Normalste der Welt – was es für Sal war – begann er damit, die Taschen des Mannes abzusuchen. Eine Karte, Rubine... ja, das konnte man alles gut verwerten. In seiner Hosentasche hatte der Mann eine Kartusche versteckt und als Sal jene mit seinen Langfingern öffnete, blitzte ihm ein teurer, wunderschöner Ring entgegen. So war das also...

    Sal schluckte und wurde einen Moment ganz bleich. Er schloss die kleine Kartusche mit den Ring und legte sie zurück. Nein, das hier nahm er nicht mit. Der Ring sollte ein Versprechen sein und jenes sollten sie in der Hölle einlösen können. Der Ring hätte ihm wohl viel Geld eingebracht. Aber er erinnerte ihn zu sehr an den Tag, an welchem er Alice einen Antrag machte. Es gab auch für Sal Grenzen.

    Auch die Frau suchte er ab. Ebenfalls ein paar Rubine; gebackene Brotscheiben und trockener Speck. Guter Proviant für sie alle. Nachdem er das junge tote Fräulein auch ausnahm, legte er sie neben dem Liebhaber ab.

    “Wollen wir aufbrechen? Wir haben genug Zeit vergeudet“, schlug Morgan vor und ließ das Ganze bereits völlig desinteressiert hinter sich.