Beiträge von m4xwll


    https://ncase.itch.io/wbwwb


    Auf diese kleine Perle aus dem Internet bin ich heute aufmerksam gemacht worden. Eine Diskussion über Nordkorea, Trump und das prinzipielle Wahnsinnigwerden der gesamten Erdbevölkerung (oder zumindest die Berichterstattung darüber) war der Auslöser dafür.


    In diesem Zusammenhang möchte ich auf dieses Online-Spiel verweisen. Es gibt auch eine deutsche Version, aber das Englisch ist sehr basic. Es ist nicht einmal ein wirkliches Spiel, da man nur Bildausschnitte "fotografiert", die dann die Basis für die nächste Newsmeldung sind, die die Bewohner beeinflusst. Es würde mich freuen, wenn ein paar das Spiel ausprobieren würden. In Hinsicht auf den politischen Wahlkampf und alle möglichen Krisen, die uns beschäftigen, schadet es nicht, etwas Abstand von der 24/7 Berichterstattung Abstand zu nehmen und sie kritisch zu betrachten.


    Mein Spielerlebnis war erst etwas skeptisch, dann wurde ich eiskalt erwischt.


    Schreibt, was ihr davon haltet und wie real das Spiel unsere derzeitige Situation widerspiegelt. Wenn ihr findet, dass es eine maßlose Übertreibung ist und nur billige Kritik, dann schreibt es.

    Ich lese gerade die Biografie von Elon Musk. Der Mann hat seinen guten Ruf wirklich verdient, wobei ich beim Lesen jedes Mal überrascht bin, wie "abseits" sein Denken stets ist. Mitarbeiter, die 90 Stunden und mehr pro Woche arbeiten, sind die Norm bei seinen Unternehmen. Er kann sich physikalische Gleichungen im Kopf ausrechnen und hat ein unglaubliches Wissen - vor SpaceX hat er mit einer Tabelle die einzelnen Raketenteile aufgeschrieben, die er brauchen würde, und hat sich mit Büchern über Raketen aus Russland fortgebildet. Es imponiert mir schon, wie Musk sein Leben von der Mission für eine bessere Zukunft leiten lässt. Gleichzeitig denke ich mir, wie getrieben und unruhig er sein muss. Jede Woche ~100 Stunden arbeiten kann ich mir auf Dauer nicht ohne Einbußen an der Gesundheit vorstellen. Für die technische Entwicklung der Menschheit braucht es Leute wie Musk. Wir können froh sein, ihn und seine Innovationen live miterleben zu können.


    Shoe Dog von Phil Knight ist die Biografie des Nike-Gründers. Ich habe erst die ersten 50 Seiten gelesen, aber bisher gefällt mir das Buch. Phil Knight hat einen sympathischen Schreibstil, der nicht abgehoben wirkt.


    Rich Dad Poor Dad wird ja weithin als das Buch über Geld und Finanzen gehandelt. Ich bin gerade bei der Hälfte und für jemanden wie mich, der in seinem jungen Leben noch kaum Erfahrung mit Geld gemacht hat, ist das Buch wahrlich hilfreich. Die Prämisse ist die, dass man nicht für Geld arbeitet, sondern es für sich arbeiten lässt und den Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten kennt. So wird erklärt, warum die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Wichtiges Buch, wobei ich nicht weiß, wie groß der Unterschied zwischen der europäischen und der amerikanischen Ökonomie ist.


    Amerikanische Comedians sind in unseren Breiten anscheinend nicht so bekannt. Louis C.K. wird man noch eher kennen, falls nicht, ist es auch nicht schlimm. Ich habe mir erst letzte Woche ein paar Auftritte von ihm angesehen und war überwältigt von der Ehrlichkeit und stetigen Grenzüberschreitung seines Humors. Bei seinen Auftritten kann es durchaus vorkommen, dass er beschreibt, wie er sich vorstellt, eine Ratte in einer U-Bahn-Station zu fingern. Louis spricht ganz unverblümt Dinge und Gedanken aus, die jeder andere mit dem unguten Gefühl, nicht ganz normal zu sein, verdrängt. Dabei bleibt er immer authentisch und weiß perfekt, wie man seine Pointen rüberbringt.


    Louie bringt seine Stand-Up-Auftritte ins Serien-Format. Zwischendurch werden immer wieder echte Stand-Up-Schnipsel von ihm gezeigt, doch meistens geht es in den Folgen um eine oder zwei kleine Themen, wie z.B. ein grauenhaftes erstes Date. Louis versteht es, richtig unangenehme Momente einzufangen und sie konsequent weiterzuspinnen. Man schaut zu, wie er um Worte ringt und vor sich hinstammelt, während sein Date immer genervter ist. Oder wie er versucht, ihr die Tür aufzuhalten und dabei nur im Weg steht. All das fühlt sich teilweise so echt an, dass es schon wieder lustig ist.


    Die Serie ist wirklich schwer zu beschreiben. In einer Amazon-Rezension habe ich gelesen, dass man sie entweder liebt oder hasst, und das stimmt wohl. Man kann Louie weder als Comedy noch als Drama einstufen. Hier wird sich offen mit ernsten Themen beschäftigt und es gibt viele Momente, die nichts Lustiges an sich haben. Die Serie schafft mMn eine gute Balance zwischen ernsten und lustigen Momenten.

    The Big Bang Theory ist für mich eine der wenigen Serien, die ich zum Abschalten gerne schaue. Ich habe mich langsam bis zu den letzten Folgen der 10. Staffel hochgearbeitet, aber jetzt wieder die erste Staffel gesehen. Es ist erschreckend, wie viel besser die Serie am Anfang war. Vor allem gefällt mir hier, dass die "Nerds" eben nerdiger sind. Bei Howard muss man sich richtig fremdschämen und Sheldon ist noch der roboterhafte Typ, der mit Emotionen anderer nicht umgehen kann. Das vermisse ich ein wenig bei den späteren Staffeln, wobei ein wenig Charakterentwicklung ja nix schlechtes sein muss. Mir kommt es nur so vor, als wäre die Frische der Serie schon lange verloren gegangen.


    Mit Sheldon geht es mir wie Trakon. Ich finde es so ungewohnt, dass er doch Gefühle für Amy hat und stelle mir jedes Mal in Gedanken vor, wie er das mit seinem unbeholfenen Lachen als Witz abtut. Mir hat der Roboter-Sheldon um einiges besser gefallen, aber das ist natürlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich schaue die Serie trotzdem gerne, auch wenn das Level der alten Staffeln nicht mehr erreicht wird.

    Ein Monat ist seit meinem letzten Beitrag hier vergangen und es hat sich lesetechnisch viel bei mir getan. Ich habe Der Name des Windes sowie Die Furcht des Weisen 1&2 gelesen. Letzteres habe ich sogar innerhalb von einer Woche verschlungen. Wirklich grandiose Bücher, falls man nichts gegen Fantasy hat und gute Geschichten mag.

    Siddhartha verschlang ich (wie erwartet) innerhalb eines Tages. Ich dachte ja erst, die Geschichte würde vom Buddha handeln, dem ist aber nicht so.Trotzdem eine schöne und weise Geschichte. Hat mich aber nicht umgehauen.


    Danach las ich The Perennial Seller von Ryan Holiday. Im Gegensatz zu The Obstacle Is the Way und Ego Is the Enemy hat mir das Buch weniger gut gefallen. Klar, wahrscheinlich bin ich auch die falsche Zielgruppe dafür, denn das Buch richtet sich eher auf Menschen, die schon etwas kreieren bzw. eine ungefähre Ahnung haben, was sie erschaffen wollen. Trotzdem konnte ich ein paar Dinge mitnehmen, die mir vielleicht (eher nicht) helfen könnten.


    Auf The Perennial Seller folgte The 50th Law von 50 Cent und Robert Greene. Als erstes fiel die Gestaltung der Kunstlederversion auf - die Ränder der Seiten sind glänzend golden, was das Buch richtig hochwertig wirken lässt. Das Buch behandelt das Thema Angst und wie man damit umgeht. Mir kam es fast so vor, als würde das Buch die wichtigsten Prinzipien, die man sich sonst aus 10 mittelmäßigen Selbsthilfe-Büchern picken müsste, alle vereinen. Z.B. gibt es ein Kapitel über den Tod und wie wichtig es ist, sich daran zu erinnern, oder ein Kapitel über "Mastery", das man schon von dem gleichnamigen Robert-Greene-Buch kennt. Das meiste weiß man schon in irgendeiner Form, jedoch braucht man manchmal mehrere Anläufe, bis man manche Konzepte verstanden hat, weswegen so ein "Wiederkauen" hilfreich sein kann.


    Die Macht der Geographie war ein Buch, das ich gegen Ende nur noch abschließen wollte. Man lernt unglaublich viel über die heutige Politik und die eng verwobene Geografie. So weiß ich jetzt auch, was die BRICS-Staaten sind oder was im Nahen Osten so abgeht. Allerdings wurde das nach der Hälfte zur Tortur, da ich das Interesse an dem Thema verlor.


    Fahrenheit 451 habe ich ebenfalls an einem Tag beendet. Das Buch gefiel mir schon besser. Viel habe ich nicht zu sagen, gute Dystopie, wobei das Verbrennen der Bücher durch eine "Feuerwehr" etwas schräg als Konzept ist.


    Reasons to Stay Alive sprang mir in der englischen Abteilung bei einem Buchhändler ins Auge. Nach Lesen der Beschreibung dachte ich zu wissen, was mich erwartet, doch am Ende erwartete mich ein völlig anderes Erlebnis. Hier erfährt man erschreckend, wie sich Depressionen manifestieren können. Ich konnte nur den Kopf schütteln, als ich las, dass der Autor nicht einmal mehr einkaufen gehen konnte, ohne dabei einen halben Nervenzusammenbruch zu erleiden. Ein wichtiges Buch, das trotzdem eine optimistische Note hat.


    Nach Schöne Neue Welt und Fahrenheit 451 fehlte die wahrscheinlich berühmteste Dystopie: 1984. Es war interessant zu sehen, wie manche Elemente sich überschneiden - z.B. der Fernseher, der sich nicht ausschalten lässt (Fahrenheit 451). 1984 begeisterte mich, vor allem wegen des Schreibstils und der düsteren Geschichte. Dachte man in der Mitte des Buches noch, Winston hätte eine Chance, wird man am Ende ernüchtert. Man erlebt die volle Grausamkeit von Menschen, die alles tun würden, um ihre kranke Ideologie zu rechtfertigen.


    Sebastian Jungers Tribe stand schon länger auf meiner Bücher-Liste. Kurz: es geht um die Frage, warum Kriegsveteranen den Krieg vermissen und was mit unserer heutigen Gesellschaft los ist. Wie der Name impliziert, zeigt Junger auf, dass Stämme für das Funktionieren des Einzelnen entscheidend sind. So wurde festgestellt, dass Menschen, die an posttraumatischen Belastungsstörungen litten, sehr viel schneller rehabilitierten, wenn sie ein starkes soziales Netz hatten. Die Moral ist auch in einer Gruppe viel stärker vertreten, was am Beispiel der Indianer gezeigt wird. Es gibt Leute, die unsere Wirtschaft bis aufs Letzte ausnutzen, Steuern hinterziehen und Bürgern Schulden in Milliardenhöhe bescheren, doch nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Da es kein Gruppengefühl mehr gibt, scheint es hier auch keine Skrupel mehr zu geben. Negative Rhetorik, die man damals in Kriegszeiten über den Feind hörte, bekommt man heute über die Mitmenschen mit. Ein schwerwiegender Punkt des Buches ist die Bemerkung, dass wir Menschen ca. 25.000 Jahre brauchen, um auf evolutionäre Unterschiede zu reagieren. Das würde bedeuten, dass wir noch überhaupt nicht auf die Agrarrevolution eingestellt sind und deshalb auch nicht in so großen Maßstäben leben können, wie wir es heute tun. Ein sehr wichtiges Buch.


    Momentan bekomme ich schon Stress, da ich parallel so viel lese: A Mind for Numbers, die Biografie Heinrichs VIII, Elon Musks Biografie und Das Universum ist eine Scheißgegend lese ich im Moment, wobei man noch 3-4 andere Bücher dazuzählen kann. :P

    Bullyparade - Der Film 1/5


    Ich war seit Jahren nicht mehr im Kino, und als ein Freund mich fragte, ob ich mit ihm ins Kino gehen wolle, hielt ich das für keine schlechte Idee. Ich hatte gute Erinnerungen an Traumschiff Surprise und Der Schuh des Manitu. Aber als ich gestern im Kino saß und die Gags nacheinander mitbekam, hoffte ich, dass zumindest irgendwer den Film lustig findet. Das jüngere Publikum hatte seinen Spaß, aber ich war beim Großteil der Gags die meiste Zeit in Fremdscham gefangen. Für mich waren die Witze so erzwungen und verkrampft, dass ich die Entscheidung, mir den Film trotz der schlechten Kritiken anzusehen, doch bereut habe. Die Tatsache, dass ich mal wieder im Kino war und Zeit mit einem Freund verbracht habe, haben das Erlebnis gerettet. Ich habe die Bullyparade nie gesehen, weswegen ich eventuell ein schlechter Maßstab bin.


    Wegen ein paar Gags musste ich schmunzeln, keine Frage. Aber bei einer Komödie erwarte ich mir schon mehr. Ich bin raus aus dem Kino und habe den Film innerhalb von ein paar Sekunden sofort vergessen. Irgendwie wollte der Film nicht in meinem Gedächtnis bleiben. Ich kann immer noch nicht glauben, wie man das lustig finden kann, wenn man älter als 15 oder so ist. Überhaupt nicht mein Fall.

    Von den Königsmörder-Chroniken habe ich schon ein paar Mal gehört, ihnen aber nicht viel Beachtung geschenkt, bis Sylph die Reihe mir vor ein paar Wochen empfohlen hat. Skeptisch, bin ich doch kein Freund von der Standard-Fantasykost, hat mich das Buch dann doch interessiert und zum Kauf geführt.


    Um kurz zu veranschaulichen, wie sehr mich die Reihe in ihren Bann gezogen hat: Während ich für das erste Buch noch zwei Wochen gebraucht habe, habe ich das erste Buch von "Die Furcht des Weisen" innerhalb von 3 Tagen durchgelesen - alle 850 Seiten. Ich konnte einfach nicht anders, die Welt rund um Kvothe und die Universität hat mich viel zu sehr in ihren Bann gezogen. Momentan lese ich das zweite Buch von "Die Furcht des Weisen", bin da allerdings auch in absehbarer Zeit fertig.


    Diese Reihe hat den Vergleich zu Tolkien mMn redlich verdient. Ich versuche mal, die Faszination und Unterschiede zu anderer Fantasy-Lektüre einzufangen. In anderen Fantasy-Romanen, die den Markt überschwemmen, haben wir oft einen starken Helden, der sich seiner Berufung noch nicht bewusst ist und dann mit seinen Freunden loszieht, um die Welt zu retten. Oder etwas anderes, das dann trotzdem zur Rettung von irgendwas führt. Jedes Buch versucht, sich als anders zu bewerben, scheitert aber dann daran, dass es so wie alle anderen ist. Außerdem nehmen sich andere Fantasy-Bücher so unglaublich ernst. Das ist schwer zu beschreiben, aber da sie meistens auch anders als hier in der dritten Person geschrieben sind, fehlen Kommentare wie die von Kvothe, die die vergangene Situation auflockern.


    Ganz anders ist es hier. Kvothe ist zwar durchaus ein cooler Motherf*cker, der viel drauf hat, aber er ist dabei auch so fehlerhaft und frech wie ein normaler Mensch. Er handelt sich des öfteren Ärger an der Universität ein, hat keine Ahnung von Frauen und hält sich, was Geld anbelangt, meist gerade so über Wasser. Der "jetzige" Kvothe, der die Geschichte erzählt, scheint ein sehr melancholischer Typ zu sein. So war ich überrascht, als die Geschichte in einer der Pausen kurz einen traurigen Unterton nahm, als Kvothe sein Leben in einem anderen Zusammenhang als "Tragödie" bezeichnete.


    Ich versuchte, die Qualität des Buches nur irgendwie in Worte zu fassen, doch das ist eine Herausforderung. Der Schreibstil und der Aufbau der Geschichte sind grandios. Während ich bei anderen Büchern das Ende nicht erwarten kann und jedes Schlagloch auf der Reise dahin als nervig empfinde, liebe ich die Königsmörder-Chroniken für genau das. Ich könnte Tage damit verbringen, Rothfuss' Beschreibungen von Kvothes Lautespiel oder simplen Lagerfeuergeschichten zu lesen, so gut sind sie. Mir fiel auf, dass Rothfuss sich nie lange damit aufhält, die Umgebung zu beschreiben. Wir haben also keine "pittoresken Landschaften, die von mächtigen Bergen bewacht werden", sondern wirklich nur allernötigste Beschreibungen. Das ist vielleicht eine der größten Qualitäten der Reihe. Die Charaktere sind ebenso alle besonders, wobei mein Favorit ganz klar Elodin ist. Als Meister der Namenskunde hat er die starken Charakterzüge und Lehrweisen eines Zen-Meisters (hat Rothfuss auf seinem Blog sogar bestätigt), was jede Begegnung zu einer interessanten macht. Das alles sorgt für eine unglaublich mitreißende Geschichte. Ich weiß noch, wie krass der Moment war, als


    Das einzig Negative an den Büchern ist, dass sie ein Ende haben.


    Fazit: Grandios, bitte lesen. :P

    Eine Woche ist seit meinem letzten Beitrag vergangen, drei Bücher habe ich in der Zwischenzeit beendet. Das ging aber auch nur, weil ich außer Arbeiten und Lesen nicht viel gemacht habe.


    Siddhartha wurde am Tag des Kaufes gleich abgeschlossen. Ich dachte ja erst, dass das Buch die Geschichte des Buddhas, des Siddhartha Shakyamunis beschreibt, aber weit gefehlt. Der Buddha hat auch einen Auftritt darin, allgemein geht es um spirituelle Suche. Viele Aspekte der Geschichte kamen mir vertraut vor, z.B. die spirituelle Suche, gefolgt vom exzessiven Nachgehen der eigenen Gelüste, nur um dann wieder auf den rechten Pfad zu kommen. Das Leben des Siddhartha wirkt sehr wirr, doch auch auf seine eigene Weise real. Unkommentiert bleiben manche Erkenntnisse die er hat, die sich später offensichtlich als "falsch" erweisen. So wird nicht im Vorhinein erzählt, was später passiert, man befindet sich immer in der Gegenwart, interessiert, welchen Pfad Siddhartha als nächsten einschlägt. Der Unterton des Buches kam mir einerseits sehr weise und gleichmütig, andererseits auch etwas tragisch vor - der beste Freund von Siddhartha schließt sich dem Buddha an und macht nur wenig Fortschritt, während Siddhartha, der scheinbar ziellos vor sich hinlebt, dank weisen Wegbegleitern Einblick in die wahre Natur der Dinge bekommt.


    Augustus von John Williams ist wohl sprachlich in der gleichen Sparte anzusiedeln. Geschrieben ist das Buch fast schon nüchtern, die Wahl des Briefromans verstärkt diesen Aspekt. Man bekommt einen Einblick in die Zeit des Augustus' (größtenteils Fiktion um reale Ereignisse gesponnen, soweit ich weiß), der sehr unaufgeregt ist - Brief folgt Brief folgt Tagebucheintrag. Über drei Teile hinweg wird sein Wirken beschrieben, bis auf den letzten Teil jedoch immer aus der Perspektive der anderen. Erst im dritten Teil des Romans meldet sich Augustus, der frühere Geschehnisse nun in einem völlig anderen Licht erstrahlen lässt und philosophisch weise über das Leben und den Zustand Roms sinniert - hier zeigt sich die Aktualität des Buches erst so wirklich, besonders an dieser Passage:

    "In den letzten Jahren kam mir immer mal wieder der Gedanke, dass der dem Menschen angemessene Zustand, also jener, in dem es ihm am besten geht, gar nicht ein Leben in Wohlstand, Frieden und Harmonie ist, wie ich es für Rom mit all meinen Anstrengungen herbeizuführen suchte. [...] Wir leben den römischen Wohlstand. Kein Bewohner Roms, sei er auch noch so arm, muss ohne eine tägliche Ration Korn auskommen. [...] Und doch bemerke ich im Gesicht der Römer einen Blick, der Böses für die Zukunft ahnen lässt. Ehrlicher Annehmlichkeiten überdrüssig sehnen sie sich nach jener Korruption zurück, die den Staat fast die Existenz kostete. Obwohl ich dem Volk zur Freiheit von Tyrannei, Macht und Herkunft verhalf, zur Freiheit, jederzeit ungestraft reden zu können, wurde mir vom Volk wie vom römischen Staat die Diktatur angeboten [...]"

    Nach diesen zwei sehr beeindruckenden Werken etwas Entspanntes: Das Känguru-Manifest. Wie der erste Teil ein sehr unterhaltsames Buch, das voll von Witz und politischer Kritik ist. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. :P


    Jetzt bin ich an Der Name des Windes von Patrick Rothfuss dran, wobei mich der Mix aus Gewicht und Größe des Buches gerade demotivieren, weiterzulesen. Die Schwarze Harfe von Gravity Assist bekomme ich die Woche auch noch, das Buch wurde von einem Autorenkollektiv geschrieben, ich bin auf jeden Fall gespannt.

    5 Tage später und ich habe wieder drei Bücher beendet. Gestern dachte ich mir dann, dass ich vielleicht weniger das Abschließen des Buches als vielmehr den Prozess des Lesens wertschätzen sollte. Ich lese Bücher vielmehr deshalb, um sie abgeschlossen zu haben, ist mir gestern aufgefallen. Wäre mal ne Überlegung wert, das zu ändern. :S


    Endlich habe ich In die Wildnis von Jon Krakauer durch und ich bin gespalten. Auf der einen Seite interessant und fast schon detektivisch, wie Krakauer die Reise des McCandless' nachverfolgt und andere Beispiele hinzuzieht, um sein Verlangen nach der Wildnis verständlich zu machen. Es ist irgendwie schön, dass eine "unbekannte" Person wie Chris McCandless nach seinem Tod eine Art Biografie erhalten hat, auch wenn er davon jetzt nix mehr hat. Auf der anderen Seite teile ich aber nicht die Meinung, dass das Buch irgendwie die Lust nach Abenteuer/Reisen weckt. Das dachte ich nämlich, als ich es kaufte, aber da schon mal die Ich-Perspektive des Erzählers bzw. eindeutige Informationen zur Reise fehlen, weckte das Buch in mir eher Langeweile. Mir fehlte ganz einfach die emotionale Verbindung, wie toll wäre es gewesen, wenn man die Kanufahrt oder die Jagd aus Sicht des Erlebenden gelesen hätte? Ich kann verstehen, wenn Leute das Buch mögen, aber für mich eher Mittelmaß.


    Die Känguru-Chroniken las ich noch am Tag davor. War auch ein tolles Buch, vor allem die politische und gesellschaftliche Kritik war sehr pointiert und deshalb einfach lustig. Den zweiten Teil habe ich mir gleich gekauft und schon ein wenig gelesen. Am besten hat mir wohl gefallen, dass das Buch in seiner Form so kreativ geschrieben wurde. Einmal wird ein kurzes Kapitel wie ein Drehbuch mit den Einstellungen geschrieben, dann wechselt der Erzähler (nach Kritik des Kängurus) in die dritte Person oder schreibt bei einem bayrischen Polizeibeamtem "sogt er". Das Hörbuch soll ebenfalls sehr unterhaltsam sein, und nachdem die Kapitel so kurz sind, ist es wohl auch perfekt für kürzere Autofahrten.


    The Wisdom of Insecurity: A Message for an Age of Anxiety von Alan Watts habe ich gestern angefangen und auch gleich beendet. Das Buch habe ich schon eine ganze Weile hier liegen und nun habe ich mich dazu aufgerafft, das Buch zu lesen. Obwohl ich die ganzen Philosophien schon kannte, konnte ich doch etwas Neues daraus entnehmen. Kurz gesagt beschreibt Watts hier grob die grundlegenden buddhistischen Prinzipien und fordert den Leser auf, sich dem Gefühl der Unsicherheit mehr hinzugeben, denn Sicherheit existiert so nicht. Erst wenn wir uns unseren Gefühlen wirklich hingeben, ohne sie zu bewerten, und im Moment leben, können wir die großen Hürden schaffen. Wenn man dem Schmerz nicht ausweicht, sondern ihn ausnahmsweise zulässt, ohne an ein "Ich" zu denken, dass jetzt verletzt ist, dann ist er um einiges weniger schlimm. Das Schlimmste am Schmerz bzw. negativen Gefühlen ist ja oft die Tatsache, dass wir ihn nicht wollen. Alan Watts beschreibt auch depressive Gefühlsregungen. Wenn jemand sich bei jeder depressiven Stimmung in Alkohol flüchtet, begräbt er das Gefühl ein wenig, nur damit es beim nächsten Mal etwas stärker zurückkommt. Alan Watts' Lösung gegen die Unsicherheit ist, im Moment zu leben. Denn dieser Moment ist unendlich und alles spielt sich jetzt ab. Auch Erinnerungen an die Vergangenheit geschehen im Präsens. Falls jemand einen Einstieg in die "Ichlosigkeit" des Seins und die Verbundenheit mit allen Wesen oder einfach Rat fürs Leben braucht, der sollte dieses Buch in Erwägung ziehen.


    Augustus habe ich gestern angefangen und ich weiß nicht, ob es einfach der Schreibstil des Autors ist oder er ihn aufgrund des Themas bewusst so gewählt hat, auf jeden Fall klingt die ganze Sprache sehr alt und man hat zuweilen wirklich das Gefühl, alte römische Briefe zu lesen. Bis jetzt gefällt mir der Roman, die römische Zeit ist sehr faszinierend und in gewisser Weise relevant für uns.


    Die Macht der Geographie und Fluent Forever lese ich nebenbei, aber da es Sachbücher sind, lasse ich mir mehr Zeit. Nachdem @Sylph im Chat so davon geschwärmt hat, habe ich mir Die Königsmörder-Chroniken 1: Der Name des Windes bestellt und ich bin schon wahnsinnig gespannt drauf. :) Siddhartha von Herman Hesse sollte nächste Woche auch ankommen, ehrlich gesagt habe ich das Buch vor allem wegen des schönen Covers gekauft. Natürlich weiß ich, welche Perle der Literatur ich gekauft habe, aber die Geschichte des Buddha habe ich schon zu oft gehört, als dass ich ein Verlangen nach dem Buch von Hesse gehabt hätte.

    Seit meinem letzten Post habe ich wieder vier Bücher beendet, wobei drei davon in der Kategorie "Self-improvement" einzuordnen sind. Richtig geholfen hat mir davon aber nur So Good They Can't Ignore You, wobei es mir karriere-/studientechnisch auch nicht geholfen hat, eher eine Entscheidung zu treffen. Aber auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass das ganze Gerede über das Verfolgen seiner Leidenschaft nicht zwingend richtig ist.


    Vor einer Woche habe ich mir Der Alchimist gekauft und es prompt an einem Tag, an dem ich sogar noch arbeiten musste, zu Ende gelesen. Bis auf die paar Stellen, in denen von Gott die Rede ist, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es war einfach ein schönes Buch, das nur so vor Optimismus und Lebensfreude strotzt. Mir kamen die Weisheiten, die ich größtenteils schon kannte, manchmal etwas zu aufgesetzt, aber für jemanden, der mit so etwas weniger vertraut ist, enthält das Buch viel Weisheit.


    Momentan lese ich kreuz und quer und alles parallel. Fluent Forever: How to Learn Any Language Fast and Never Forget It kann man auch mit "How to use Anki" zusammenfassen, wobei da schon mehr enthalten ist. Für Leute, die das beste aus ihren Karteikarten herausholen wollen bzw. eine Sprache lernen wollen nur zu empfehlen! Vor allem die Tatsache, dass man Bilder zu den Wörtern suchen und einfügen soll war mir neu.


    Daneben lese ich Die Macht der Geographie von Tim Marshall. Hier wird anhand von 10 Karten (darunter Russland, China, die USA, der Nahe Osten oder Japan und Korea) die heutige Weltpolitik erklärt. Sehr interessant, wenn auch nix, was man mal nebenbei lesen kann. Tim Marshall zeigt auch viele geographische Limitationen wie die vereisten Häfen von Russland auf und erklärt so, warum für Putin die Krim so wichtig ist.


    In die Wildnis von Jon Krakauer lese ich ebenfalls gerade, allerdings bin ich noch nicht sehr weit. Ich finde es schade, dass man den interessanten Trip von McCandless' nur durch Hinweise und Berichte von anderen zurückverfolgen kann, ich dachte immer, das wäre autobiografisches Material. Aber nachdem McCandless am Ende verunglückte bleibt wohl keine andere Wahl.


    Die Känguru-Chroniken habe ich fast durch. Kurz zusammengefasst geht es um den Autor, an dessen Tür eines Tages ein kommunistisches Känguru anklopft. Erst will es nur Zutaten für einen Eierkuchen, dann zieht es bei ihm ein. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, was dem Buch und den witzigen Situationen gut tut. Selten musste ich so viel lachen bei einem Buch, kann ich nur empfehlen! Ich hoffe, dass die zwei folgenden Bücher der Trilogie genauso gut sind.


    Als nächstes steht noch Augustus von John Williams auf der Liste. Nach House of Cards dürstete es mich nach einem politischen Roman, da kam mir Augustus gerade recht.

    @Gomorrha @Nemo Filmen möchte ich nicht, nur fotografieren. Die D7100 habe ich mir auch mal kurz angeschaut und die wäre (bis auf den Preis) richtig toll, vor allem mit der Wetterversiegelung. Irgendwo habe ich auch gelesen, dass man damit auf lange Zeit Geld spart, da die einen eingebauten Autofokus oder so hat. Allerdings sind mir die 800g Gewicht dann doch etwas zu viel. Ich werde am Ende wohl die D5300 nehmen.


    Für die D7100 hätte ich dieses Angebot gefunden, was sagt ihr dazu?

    Könnte mir bitte jemand bei einer Kaufentscheidung helfen?


    Ich möchte mir eine Kamera zulegen, habe auch schon in den letzten Wochen öfter mit der Pentax-Spiegelreflex meiner Eltern fotografiert. Im Moment schwanke ich zwischen der Nikon D5300 mit 18-105mm Objektiv und der Sony Alpha 6000 mit 16-50mm Objektiv. Die D5300 gäbe es in der Nähe um 690€ im Angebot, die Sony Alpha 6000 auf Amazon um 580€, allerdings mit kleinerem Objektiv. Ich habe im Moment überhaupt keine Ahnung, für welche der beiden Kameras ich mich entscheiden sollte. Die D5300 hatte ich bereits in der Hand und sie hat mir bereits recht gut gefallen, doch bei der A6000 wäre vor allem das Argument der Kompaktheit ein großer Pluspunkt. Wenn ich mir die Kommentare unter manchen Videos ansehe, scheint es fast so, als würde kein Weg um die Alpha 6000 führen - so jedenfalls der Tenor. Das Kit-Objektiv der A6000 soll allerdings nicht so toll sein und auch sonst mache ich mir etwas Sorgen wegen der Objektiv-Auswahl. Es gibt zwar einen Adapter, aber der kostet auch gleich mal 200€. Gegen die Nikon spricht für mich nur die Größe. Das kann doch störend sein, wenn man unterwegs ist und dann auch noch so eine Riesenkamera mitschleppen muss.


    Hauptsächlich werde ich Landschaften, Tiere und Städte fotografieren. Hat vielleicht irgendjemand eine Idee, welche die bessere Wahl wäre? Meine Obergrenze ist 750€, mehr will ich nicht ausgeben.

    @Noa Von The Wire habe ich auch viel gutes gehört, werde ich mir auch mal ansehen, danke! Ein Ende ist nicht in Sicht, es wird zwar spekuliert, aber so wie es aussieht, kommt da noch viel auf uns zu. Pro Staffel vergeht ca. 1 Jahr in der Serie, glaube ich. Wenn man bedenkt, dass der Präsident seine Legislaturperiode in der 1. Folge der 1. Staffel antrat, kann man sagen, dass eine ganze Amtszeit 4 Staffeln dauerte. Das ist eigentlich richtig viel Zeit. Ich schätze/hoffe mal, dass die Zeit in späteren Staffeln schneller verlaufen wird.


    Nichtsdestotrotz kann ich dir House of Cards empfehlen, denn trotz des üblen Cliffhangers am Ende der 5. Staffel war für mich jede Folge ein Genuss, was nicht oft vorkommt. Bei Breaking Bad z.B. konnte ich das Ende nicht mehr erwarten.

    Alle fünf Staffeln von House of Cards. Ich weiß nicht, wann ich damit wieder angefangen habe, aber das ist gar nicht so lange her, vielleicht ein paar Wochen. Davor habe ich HoC bereits zweimal gesehen, aber immer nur bis zu einer bestimmten Folge. Ich glaube, es war Kapitel 18, die Folge mit dem Chinesen, in der auf einmal so viel Neues eingeführt wird, dass ich beide Male aufgehört habe. Diesmal habe ich einfach weitergeschaut und es hat sich gelohnt.


    Für mich grenzt House of Cards an die perfekte Serie. Politische Intrigen, amerikanische Politik, Washington, Frank Underwood und sein "ruthless pragmatism" machen es unschlagbar. Wenn ich so an die einzelnen Staffeln und Ereignisse denke, ist Underwoods Weg an die Spitze wie ein Kartenhaus, das jeden Moment in sich zerfallen könnte: hier jemand, der sich widersetzt, dort ein Zeuge, der zu viel weiß und die ganze Mission ist gefährdet. Dabei verfolgt man Frank und Claire Underwood, die für das höchste Amt alles tun würden und werden.


    Netflix hat anscheinend vor der Produktion geschaut, was die Kunden am meisten mögen. Dabei kamen sie auf das Ergebnis, dass Polit-Thriller und Kevin Spacey sehr gut ankommen - hat auf jeden Fall funktioniert. Obwohl Frank Underwood der Horror für jede Demokratie sein sollte und ein Tyrann ist, verfolgt man doch gerne seinen Weg nach oben und freut sich über jede neue Errungenschaft. Gibt sicher auch Leute, die die Serie schauen und es nicht erwarten können, bis er zu Fall kommt.


    Ich empfehle jedem, die Serie auf Englisch (mit deutschen Untertiteln) zu sehen, denn die Stimme von Frank Underwood oder Doug Stamper kommt im Deutschen komplett anders rüber als im Original. Ist auch klar, aber trotzdem empfehle ich die englische Variante.

    Hätte ich gewusst, dass die Antwort vegane Ernährung ist, hätte ich die Doku gar nicht erst angemacht. Ich finde das alles mal wieder viel zu pauschalisierend. Wie viele Menschen essesn denn regelmäßig tierische Produkte und kriegen weder Krebs noch Diabetes etc.? Ich glaube hier heißt es wie bei allem, die Dosis macht das Gift.

    Das ist lustig, denn genau dieses Argument wird auch behandelt, falls du den Teil nicht mehr gesehen hast. Da wird gesagt, in ein paar Jahren wird einer von drei Menschen Diabetes haben und dass das Risiko mit Fleisch einfach zu hoch ist. Das ist (laut Menschen im Film) das gleiche Argument wie bei der Tabakindustrie: solange Zweifel bestehen, dass man die Krankheiten/negativen Folgen bekommt, hat man eine Ausrede, dass man es weiterhin konsumiert. Dadurch, dass die Medien alle was verschiedenes sagen, ist man sich nun nicht mehr sicher, was denn nun stimmt und man macht weiter wie bisher. Das ist ja nix verwerfliches, einfach eine natürliche Reaktion. Wenn verarbeitetes Fleisch aber nun wirklich in der gleichen Kategorie wie Asbest und Plutonium ist, dann ist das doch ein Grund mehr, gleich komplett darauf zu verzichten/nur noch extrem selten zu konsumieren.


    Der Part mit Kuheiter war für mich auch etwas befremdlich und ich schätze deine kritische Meinung, ich kann dich vollkommen verstehen. Würde ich nicht noch bei meinen Eltern leben, würde ich das mit der veganen Ernährung wohl zumindest ausprobieren. Das ist auch nur eine Ausrede, aber vielleicht kann ich für den Anfang mal verarbeitetes Fleisch weglassen. Ich bezweifle jedenfalls, dass mir das Zeug gut tut.

    What the Health


    Nach Cowspiracy liefert Kip Andersen die nächste Doku, auf dessen Veröffentlichung große Konzerne und Organisationen mit Argwohn blicken. Schon bei Cowspiracy gelang es ihm, die wahren Schädlinge unseres Klima aufzuzeigen und auch dann nachzuharken, wenn die Vertreter der großen Firmen von der Wahrheit der Fragen ins Stocken geraten.


    What the Health behandelt, welchen Einfluss unsere Ernährung auf unsere Gesundheit hat - allen voran die großen Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herzkrankheiten. Da die Pharmaindustrie nur Interesse daran hat, die Patienten zu diagnostizieren und zu pflegen, nicht aber zu heilen, fragt sich Kip Andersen, ob man diese Krankheiten nicht anders als mit Medikamenten vorbeugen, vor allem aber behandeln kann. Wie auch bei Cowspiracy sind tierische Produkte der große Auslöser. Verarbeitetes Fleisch befindet sich mittlerweile in Kategorie 1 der krebserregenden Stoffe - zusammen mit Plutonium, Asbest und Zigaretten. Die amerikanischen Institutionen für Herzkrankheiten, Krebs oder Diabetes, werden allesamt von der Fleisch- und Pharmaindustrie gesponsert. Kein Wunder also, dass das wahre Problem nicht wirklich angesprochen wird. Entgegen der allgemeinen Meinung, man würde Diabetes durch Zucker/Kohlenhydrate bekommen, erfährt man hier auch wieder etwas anderes: in Wirklichkeit ist es vor allem Fett, das für Diabetes verantwortlich ist.


    Im Film werden einige Beispiele dargelegt, die zeigen, dass eine rein vegane Ernährung bei all diesen bekannten Krankheiten wahre Wunder wirkt. Eine Frau, die Asthma hat und der diagnostiziert wurde, sie würde in den nächsten 30 Tagen einen Herzinfarkt bekommen, konnte durch die neue pflanzenbasierte Ernährung ihr Leben retten und sogar alle ihr verschriebenen Medikamente weglassen. Von solchen Fällen wird hier immer wieder berichtet und man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Es wird sogar gezeigt, dass wir Menschen vom Aufbau unserer Zähne und unserer Verdauung mehr Ähnlichkeit mit Pflanzen- als mit Allesfressern haben. Im Prinzip würde uns ohne Fleisch nichts fehlen - höchstens Vitamin B12, und das kann man zur Not auch anders bekommen.


    Vegane Ernährung ist ein Thema, das sehr schnell polarisiert. Schon Cowspiracy endete mit einer Lobeshymne auf den Veganismus und am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er/sie seine Ernährung gestalten will. Doch es ist wichtig, sich auch mit solchen Sachen zu beschäftigen und nicht einfach mit irgendwelchen Floskeln seinen eigenen Fleischkonsum zu verteidigen. Falls ihr Netflix habt, schaut euch die Doku und/oder Cowspiracy einfach mal an.

    Dieses Monat habe ich bereits 6 Bücher beendet. Ich werde mal kurz jedes anschneiden.


    Als erstes war Fight Club dran. Ich weiß nicht, ob es unter anderem an der komischen Formatierung des E-Books lag, aber das Buch war extrem verwirrend aufgebaut. In der englischen Ausgabe war die Formatierung etwas besser, da wurden manche Übergänge besser verarbeitet. Was kann man zu Fight Club sagen? Extrem verwirrend, irgendwie verstörend, aber verdammt gut. Leider kannte ich den krassen "Plot-Twist" schon vorher durch einen Spoiler, habe aber dennoch Gefallen an dem Buch gefunden. Fight Club liest sich so wie die Gedanken eines ziemlich kaputten Menschen, aber das sind wir wohl alle.


    The Subtle Art of Not Giving a F*ck hat mich sehr gut unterhalten. Falls jemand auf der Suche nach einer guten Lebensphilosophie ist, ist dies das richtige Buch. Besonders gefallen hat mir der Teil, indem der Autor beschreibt, wie wir uns den Tod immer wieder vor Augen führen müssen, um das Leben in seiner vollen Schönheit zu sehen.


    Nicht wirklich ein Buch, war Turning Pro mehr eine Art "motivierendes Werk, um kreative Arbeit zu erledigen". Sicher kennen einige von euch Steven Pressfield von The War of Art, welches ich letztes Monat auch beendet habe. Trotz beider Bücher habe ich mich immer noch nicht dazu durchgerungen, endlich mal etwas zu schreiben. Waren beide ganz interessant zu lesen, wobei ich die Beziehung des Autors zu Engeln und der Muße stellenweise sehr befremdlich fand.


    Danach war Excess dran. Im Groben geht es darum, dass hinter den Kulissen eine Verschwörung zur Weltregierung stattfindet, die in einem mutmaßlichen Experiment in einer Kleinstadt startet. Anfangs ist es ganz interessant zu sehen, wie Medien manipuliert werden und es ist auch sicher viel Wahres darin enthalten. Später nimmt das Buch aber eine eigene Dynamik auf und schlägt eine Richtung ein, die die Ereignisse des Anfangs ganz anders dastehen lässt. Besonders gefallen haben mir die Gedanken eines Charakters, der sagte, die Menschen sollen sich auch mal fragen, warum etwas in den Nachrichten steht, was das Interesse dahinter sein könnte. Toller politischer Thriller!


    Der frühe Wurm hat einen Vogel ist von einem österreichischen Kabarettisten, Michael Niavarani, geschrieben, und das merkt man auch. Sehr lustiges Buch, das direkt aus dem Leben gegriffen sein könnte. Es ist eine Kurzgeschichtensammlung, wobei es keine festen Vorgaben gibt. So fängt die erste Geschichte so an: "Dies ist also die erste Geschichte. Diese erste Geschichte schreibe ich nur aus einem einzigen Grund: Man hat mir abgeraten, mit der zweiten Geschichte zu beginnen." Was darauf folgt, sind seitenweise Gespräche des Autors mit dem Leser, wobei er sich immer wieder entschuldigt, dass er nicht weiß, was er schreiben soll und man jetzt dieses Buch ohne Wörter in den Händen hält. Später geht es mit ihm dann in ein Kaffeehaus, wo er gleichzeitig auf dem Klo und beim Leser ist. Dabei dachte ich mir immer nur "So ein Blödsinn!" :D


    Vorgestern habe ich Schöne neue Welt beendet, allerdings in der alten Übersetzung. So ist der Schauplatz nicht eigentlich England wie im Original, sondern Deutschland, da die Übersetzer dachten, das wäre eine gute Idee. Ich fand es nicht unbedingt störend, eher die sichtlich veraltete Übersetzung, aber das kann man einem Buch nicht ankreiden. Ich weiß nicht, ob ich das Buch in seinem vollen Spektrum begriffen habe, aber den Denkanstoß Richtung Freiheit und Glücklichsein habe ich schon entdeckt. Viele Leute sind von 1984 und der totalen Überwachung entsetzt, doch während 1984 eher wie das heutige China wirkt, spiegelt Schöne neue Welt eher unsere westliche Welt dar. Ich habe 1984 nicht einmal gelesen und mache den Vergleich trotzdem - am Ende ist es wohl eine Mischung. Die großflächige Überwachung im Internet und der zwanghafte Drang nach Spaß und Freude sind ja nichts Neues für uns.

    Eine kurze Geschichte der Menschheit habe ich schon länger durch, genauso wie Sternstunden der Menschheit. Beides tolle Werke, die helfen, die Geschichte insgesamt etwas besser zu verstehen. Durch Eine kurze Geschichte der Menschheit kann ich im Geschichte-Unterricht momentan viel mitarbeiten, da im Buch der Imperialismus recht anschaulich erklärt wird. Auf der Rückseite des Buches steht als Zitat "Dieses Buch lässt Hirne wachsen" und das kann ich nur bestätigen. Danach wusste ich so viele Dinge, die ich vorher nicht gewusst hätte, denn auch die Zukunft wird kurz angeschnitten. Ein tolles Buch, nicht nur inhaltlich, sondern von der Aufmachung. Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.


    Vom Geschichtsfieber gepackt habe ich mir Höllensturz von Ian Kershaw gekauft. Höllensturz umfasst die turbulenten 35 Jahre von 1914 bis 1949. Genau nach so etwas habe ich gesucht, denn es ist oft einfacher, sich vorher einen ungefähren Überblick über ein Thema zu verschaffen, als sich gleich in detaillierte Lektüre zu werfen. Auch dieses Buch lässt sich sehr gut lesen, wobei das Niveau doch ein wenig höher ist. Es ist schade, dass dieses wichtige Kapitel des letzten Jahrhunderts in Geschichte erst spät behandelt wird, deswegen bin ich froh, dass man sich mit Büchern seine eigene Bildung zimmern kann. Auf jeder Seite sind Informationen, die es wert sind, anzustreichen, denn manche Dinge erinnern doch auch irgendwie an unsere Zeit, vor allem der ansteigende Nationalismus.


    Daneben lese ich Marie Antoinette von Stefan Zweig. Schönes Buch, ist Marie Antoinette doch eine Person, von der man eher wenig mitbekommt. Hier erfährt man deutlich, wie verschwenderisch der französische Adel mit Geld umging - oder zumindest Marie Antoinette. Es tut fast schon weh zu sehen, wie sich die Zeichen verdichten, alles immer schlimmer zu werden scheint und die Königin Frankreichs doch weiter in ihrer kleinen Welt lebt.