Abschnitt: 1.2
Konsole: Nintendo 3DS XL
In der großen Stadt!
Malon saß am Brunnen in der Mitte des Marktplatzes. Um sie herum herrschte emsiges Treiben. Die Menschen strömten über den Markt, sahen sich Stände an, wurden von Marktschreiern angelockt. Es war eng, es war laut, es war überwältigend, egal wie oft sie auch nach Hyrule-Stadt kam. Sie wäre gerne wieder zurück zur Farm gegangen, doch ihr Vater ließ wie immer auf sich warten.
"Was trödelt er denn nur wieder so?", sagte Malon laut und trat ein Steinchen weg. Dieses flog im hohen Bogen über den Brunnen und...
...traf einen Jungen ihres Alters am Kopf. Malon hielt erschrocken die Luft an, dann rannte sie zu dem Jungen, der völlig in Grün gekleidet war. "Oh nein, verzeih mir!" Dann aber sah sie die Fee, die den Jungen begleitete und ihre Augen wurden weit. "Eine Fee! Du bist ein Feenjunge. Kommst du aus den Verlorenen Wäldern? Vater sagt, man darf sie nicht betreten!"
"Ja, ich bin ein Kind des Waldes", bestätigte der Feenjunge. Malon war aus dem Häuschen.
"Warum hast du den wald verlassen?"
Der Feenjunge zögerte, dann aber antwortete er: "Ich muss zum Schloss. Es ist wichtig."
"Zum Schloss? Das muss Schicksal sein, Feenjunge. Kannst du dort einmal nach Vater schauen? Er müsste irgendwo am Schloss sein und unsere Lieferung bringen. Vermutlich ist er aber eingeschlafen. Gib ihm dies." Malon händigte dem Jungen das rätselhafte Ei aus, das sie stets bei sich trug, falls ihr Vater wieder verschlief. Der Feenjunge schaute verdutzt, nahm es aber und versprach, nach Malons Vater Ausschau zu halten. Malon bedankte sich und dann wartete sie. Und wartete weiter. Und wartete weiter. Sie verlagerte das Gewicht von einem Bein aufs andere, zählte die Blütenblätter der sie umgebenen Blumen, zählte bis 1000 (zwei Mal!) und dann wartete sie weiter.
Endlich kam ihr Vater durch das große Tor geschritten. Sein Kopf war hochrot, der Schweiß perlte auf seiner Stirn. Als er sie sah, ächzte er. "Malon, mein Küken! Es tut mir so leid. Die Arbeit war so anstrengend, dass der Schlaf mich packte. Wäre da nicht ein grüner Junge erschienen, dann würde ich noch weiter da liegen, schnarchend und nichtsnutzig."
"Ach Vater. Den Feenjungen habe ich dir geschickt! Schön, dass er Wort hielt und dich zu mir schickte. Jetzt aber los! Und beeile dich. Wir wollen vor Sonnenuntergang zurück sein. Sonst ist's an Basil, uns beide zu rügen."
"ja, mein Küken", kam noch kleinlaut zur Antwort, dann folgte Talon seiner Tochter.
Impa saß auf dem Mauersims und konnte sich einem verschmitzten Lächeln nicht gänzlich erwehren. Zelda hatte ihr zuvor davon erzählt, dass sie im Traum einen Jungen sah, gewandet in Grün und begleitet von einer Fee. Eben dieser Junge schien nun den Schlossgarten erreicht zu haben. Und mehr noch, gelang es diesem tollkühnen, frechen Bengel, die Schlosswache hinters Licht zu führen. Kein einziger bemerkte ihn. Beachtliche Leistung, so viel gestand Impa dem Jungen ein.
Als er schließlich die Prinzessin erreichte und sich beide miteinander unterhielten, seufzte Impa schwer. Die Last des gesamten Königreichs sollte auf den Schultern dieser beiden Kinder ruhen? Weil die Herrschenden, die Erwachsenen unwillens waren, die Wahrheit zu sehen? Eine Schande! Und dafür hatten die Shiekah sich aufgeopfert? Fast wäre Impa dem Zorn erlegen, doch sie wusste, dass Zelda die geborene Anführerin war. Eher würde sie sich opfern, als Unschuldige leiden zu sehen. Impa schüttelte den Kopf, straffte ihre Schultern und trat aus dem Schatten, in dem sie sich verborgen genähert hatte, um sich dem Jungen zu zeigen.
"Du bist also jener Bengel, auf den die Prinzessin wartete? Ich hoffe für dich, dass du dir der Tragweite bewusst bist, die Zeldas Vertrauen mit sich bringt?"
"I-ich denke schon", war seine knappe Antwort. Sie hatte ihn etwas eingeschüchtert und tadelte sich nun dafür - jedenfalls ein wenig. "Dann komm jetzt, Bursche. Ich bringe dich vor die Mauern der Stadt."
Impa führte den Jungen, er hatte sich auf ihre Nachfrage hin als Link vorgestellt, durch die geheimen Gänge, die nur ihr als Shiekah bekannt waren, aus dem Schloss und schließlich durch die Stadt. Die weite Ebene vor sich ausgebreitet, sprach Impa: "Am Todesberg leben die Goronen. Dieses stolze Bergvolk besitzt einen der drei heiligen Steine, die Zelda braucht, um sie vor Ganondorf zu bewahren. Geh nach Kakariko, welches am Fuße des Todesbergs liegt. Von dort führt ein Weg nach Goronia. Ich wünsche dir viel Glück, Link!"
Der Junge bedankte sich bei Impa, dann verabschiedete er sich und rannte davon. Sie sah ihm nach und hoffte, dass Zelda sich bei ihm nicht irrte.
Herausforderung
- werde auf deinem Weg zu Zelda nicht von den Wachen erwischt ✅️
- Game Over: 0
Anmerkungen:
Boy, ich habe eine Sache vergessen, die mich tierisch nervt: wann immer man das Spiel startet, hockt man bei Link im Häuschen. Man, ich hatte das nicht mehr auf dem Schirm und es nervt, jedes Mal den Weg über die Ebene zu laufen. Bin echt froh, dass ich mittlerweile schon die Verbindung zur Goronia geöffnet habe - auch wenn diese Abkürzung auch mit Aufwand verbunden ist.
Bei der Schlosswache wäre ich um ein Haar vom Balken gefallen. Was ein Gefummel. Doch ich blieb unentdeckt bei ersten Versuch, hehe.