Brom pflückte mit den anderen zwar die Blumen, aber so wirklich überzeugt war er von Malkus Idee nicht. Sollten sie wirklich all ihre Hoffnung auf ein Hausmittelchen setzen? Er nahm nochmals den Stein aus der Tasche, auch wenn es ihm wie immer einiges an Überwindung kostete ihn nicht sofort in den Mund zu stecken. Nein, Brom war der Meinung, die sollten sich noch eine 2. Meinung einholen und sie hatten doch die Magistra momentan "unter ihrer Kontrolle" auch wenn Brom nicht stolz darauf war, wie das Geschehen war.
Darum machte er der Gruppe folgenden Vorschlag: "Sollten wir nicht mit Hilfe der Magistra zunächst die Dorfälteste befreien? Sie besitzt soviel Wissen, das sie uns vielleicht mit einem richtigen Heilmittel helfen kann, sobald wir ihr erklärt haben, woher das Wasser kommt. Ich will damit nicht Markus Vorschlag klein reden, aber irgendwie gefällt es mir nicht, uns nur auf ein Hausmittelchen zu verlassen."
Die anderen waren nicht so begeistert, bei dem Gedanken die Höhle des Löwen zu betreten, da drin wimmelte es nur so von Wachen unter der Kontrolle der Magistra. Aber doch machte Broms Vorschlag Sinn. Die Dorfälteste wüsste sicher etwas über ein Heilmittel.
Darum beschloss man, das Brom mit der Magistra und eventuell ein paar anderen es wagen sollte. Er könnte sich im Ernstfall noch am ehesten verteidigen. Die anderen würden weiter die Blümchen pflücken, nur für alle Fälle.
Die Gruppe trat zur Magistra und Malkus übernahm das Reden, er hatte die gewandteste Zunge.
"Werte Magistra, ihr wollt doch mehr von euren guten Wässerchen, ich hätte da noch einen Schlauch voll." bei diesen Worten nahm er einen seiner Schläuche und schüttelte ihn vor der Magistra, so dass es plätscherte. Brom wusste das Markus unmöglich Geistersaft besitzen konnte, das war ein reiner Bluff. Aber es wirkte, die Magistra schnappte gierig danach. Doch Markus zog es schnell weg. "Moment, nicht so schnell. Ihr bekommt es erst, wenn ihr uns geholfen habt. Wir wollen uns von der Unversehrtheit der Dorfältesten überzeugen. Sobald wir sicher sind, das es ihr gut geht, werden wir euch, werte Magistra, da begehre Wässerchen geben. Was haltet ihr davon?"
Nach diesem Vorschlag, schaute die Magistra zunächst Markus skeptisch an. Man merkte regelrecht wie die Gier nach dem Saft mit der gerissenheit der Magistra kämpfte. Sie traute uns nicht und doch wollte sie mehr von dem Saft. Aber am Ende siegte wohl die Gier.
"OK, ihr wollt sie nur sehen? Nichts weiter? Und dann bekomme ich den Saft?"
"Und dann bekommt ihr den Saft, versprochen."
Darauf ließ sich die Magistra widerwillig ein und auch Brom war nicht hundert prozentig davon überzeugt, was sollten sie machen, sobald sie bei der Dorfältesten sind und er keinen Geistersaft hatte? Darüber sollte er sich Gedanken machen, sobald es soweit war. Zunächst mussten sie zur Dorfältesten kommen.
So ging die Gruppe um Brom und der Dorfältesten zum Haus der Dorfältesten. Dort wurden sie gleich von einer Wache angehalten, doch mit Hilfe der Magistra kamen sie an ihr vorbei. Auch wenn nicht alle wirklich überzeugt schienen, der Zustand der Magistra blieb nicht unbemerkt, und so schaute die ein oder andere Wache ihnen zumindest skeptisch hinterher. Doch sie kamen bis in die Gemächer der Dorfältesten.
Hier war es ruhig. In der Mitte stand ein Tablet mit unangerührten Speisen und einer Flasche, deren Inhalt er nur zu gut kannte: Geistersaft. So hatten nämlich auch die Flaschen auf dem Wagen der ausgesehen. Hinten im Raum erblickte er dann auf einem Kissen, in tiefer Trance die Dorfälteste Maruhu. Man sah ihr gleich an, das sie seit längerer Zeit weder etwas getrunken noch gegessen hatte. Brom war es unbegreiflich wie sie so lange hatte überleben können, es hatte sicher etwas mit ihrer Meditation zu tun.
Die Gruppe machte gerade einen Schritt in den Raum, als hinter der Magistra eine Person aus den Schatten trat. "Schwester Apriko, bist du gekommen um nach mir zu sehen? Ich schaue hier nach Mutter Maruho, genau wie du es mir aufgetragen hattest. Aber könnte ich wieder einen Schluck von dem Wunderwasser haben? Ich habe so einen Durst."
Es war kein Zweifel. Hierbei musste es sich um die kleine Schwester Zitra handeln. Scheinbar wurde sie hier zur Bewachung der Dorfältesten abgestellt, um sie so auch den Händen von Toko zu entziehen. Nach ihren Worten blickte die Magistra von ihr zu Brom.
"Ich habe leider gerade nichts von dem Wässerchen. Aber er hier, Besitz welches und hat es mir eh versprochen, sobald wir hier sind." Die Magistra schaute ihn bei den Worten auffordernd an. Jetzt kam der Haken ihres Plans. Brom hatte nichts von dem Geistersaft. Doch da fiel Brom die Flasche auf dem Tablet vor ihm wieder ein. Aber konnte er es wirklich übers Herz bringen, der Magistra noch mehr von dem Zeug einzuflössen. Ihm kamen Zweifel, wie kam er aus dieser Situation wieder heraus?