Darkest Dungeon

  • Ich möchte euch gerne ein Spiel vorstellen, das ich seit dem Early Access auf Steam regelmäßig Spiele. Bei Darkest Dungeon handelt es sich um ein sog. Roguelike, das heißt, es gibt permanenten Tod, das Spiel wird nach jeder Handlung abgespeichert und es gibt kein Laden, wenn mal was nicht hinhaut. Einerseits sehr spannend, weil eben jede Handlung gut überdacht und mit den Konsequenzen gelebt werden muss, auf der anderen Seite unforgiving, wenn man Fehler macht oder Pech hat.


    Das Spiel besticht in erster Linie durch den minimalistischen und dennoch großartigen Grafikstil, der sehr an die Welt des H P Lovecraft angelehnt ist. Alles ist sehr düster und Angst bzw Stress spielt eine große Rolle.


    Es gibt mehrere verschiedene Klassen, jede mit ihren eigenen Vorzügen, Statuswerten und Fähigkeiten. Es gilt jeweils vier davon in einen Dungeon zu schicken, dieser wird in 2D durchlaufen. Dabei trifft die Gruppe per Zufallsprinzip auf Schätze, Gegner, Fallen und Aktionsfelder, bei der es Entscheidungen zu treffen gilt. Jede der Aktionen wird zufällig generiert, der Erfolg hängt dabei oft von der Klasse, welche die Aktion durchführt bzw dem Gegenstand, mit welchem man die Aktion durchführt aus. So kann z.B. der Survivalist besser Fallen entschärfen, als der Leper oder die Lootchancen eines Schrank sind viel höher, wenn man ihn mit der Schaufel aufschlägt.


    Bei der Zusammenstellung ist zu beachten, dass es fast keine Heilitems gibt, somit sind Healer fast unumgänglich. Es gibt zwar mehrere Klassen, die Heilfähigkeiten haben, der Kleriker ist darin aber unübertroffen und sollte fast immer zu einer Gruppe gehören, die länger überleben möchte. Auch die Reihenfolge ist ausschlaggebend, da bestimmte Fähigkeiten nur dann genutzt werden können, wenn der Charakter an einer bestimmten Stelle steht, andersherum kann der Gegner seinerseits mit bestimmten Fähigkeiten auch nur bestimmte Charaktere angreifen.


    Stress spielt eine große Rolle, so gibt es neben der Lebensanzeige auch eine Stressanzeige. Der Stress steigt ständig, egal, ob durch Schaden, wenn die Flamme der Fackel dunkler wird oder er Opfer einer fehlgeschlagenen Aktion wird. Hat die Stressanzeige 100% erreicht, wird geschaut, ob der Charakter eine Geisteskrankheit erhält. Neben Geisteskrankheiten, die fast immer nur negative Folgen haben, gibt es auch Geistesstärken, die fast immer nur Gutes bringen. So kann ein Charakter Angst vor gewissen Gegnern haben und gegen diese Gruppe weniger Schaden machen oder er muss ständig Zeug stehlen, was die Lootchancen verringert.


    Neben dem Dungeon ist die Stadt ein zentraler Punkt. Dort gibt es ua Möglichkeiten neue Helden zu rekrutieren, denn zwangsläufig werden Helden sterben, es gibt die Möglichkeit, den Stress der Helden und Geisteskrankheiten zu kurieren, jedoch nur gegen Bares und man kann die Helden, upgraden. Die Helden erhalten mit jedem geschafften Abenteuer Resolve Punkte, je höher das Resolve Level, desto höher lassen sie sich upgraden.


    Die Gebäude in der Stadt lassen sich ihrerseits auch upgraden und zwar mit in Abenteuern gefundenen Heirlooms, so wird es z.b. billiger, Stress zu reduzieren oder man kann mehr Helden Stress reduzieren lassen. Die Fortschritte in der Stadt bleiben stets erhalten, ein verstorbener Held nimmt jedoch das Geld mit ins Grab, das man für seine Verbesserungen ausgegeben hat.


    Hervorzuheben ist außerdem noch der Erzähler, welcher mit seiner wirklich geilen Stimme die Handlungen der Helden und den Spielverlauf kommentiert. Zwar kennt man seine Kommentare mit der Zeit, aber richtig langweilig werden sie nie


    Das Spiel ist ein für und wider, ich habe oft großen Spaß damit, weil jeder neue Dungeon eine neue Herausforderung bietet. Negativ ist leider, dass das Spiel wenig Abwechslung bietet. Es gibt derzeit drei verschiedene Dungeons, nämlich die Ruine, den Wald und die Katakomben, außerdem gibt es nur vier mögliche Szenarien, nämlich Räume aufdecken, Räume erkunden, bestimmte Gegenstände bergen/finden oder Bösse besiegen, im Endeffekt jedoch läuft das Spiel immer gleich ab. Natürlich ist es Early Access, da kann noch viel mehr kommen. Für ca 20 Euro könnte der Umfang aber größer sein. Der zweite Kritikpunkt ist, dass das Spiel manchmal unfair gebalanced ist. So kann eine scheinbar harmlose Gegnertruppe mit viel Pech deinerseits und viel Glück ihrerseits deine Gruppe ganz schön aufreiben, mit ein paar Crits steigt der Stress und wenn deine Gruppe ständig daneben schlägt, ist es bald vorbei. Das ist sehr frustrierend, gerade in höheren Leveln, da es auch einige Zeit dauert, bis Helden eine höhere Stufe erreichen und dann können sie mit einem Schlag alle unwiederbringlich weg sein. Auf jeden Fall macht das Spiel Spaß und jeder, der Roguelikes mag, sollte das Spiel mal probieren. Allerdings schadet es bestimmt nicht, zu warten, bis das vollständige Spiel draußen ist, das nebst Steam auch im PSN erhältlich sein soll




    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

    #52: König Haggard

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    "Was ist mit deinen Augen? Warum kann ich mich nicht sehen in deinen Augen?"

  • Ich habe mittlerweile an die 10 Stunden Spielzeit und schon einiges vom Spiel gesehen. Es ist immer noch nicht in der finalen Version erhältlich, zumindest nicht meinem Wissen nach, Verbesserungen kommen immer wieder raus, aber die meisten waren bis jetzt eher klein, also Ballancingsachen etc.


    Ich habe nun schon ein paar Helden auf den Stufen 3 und 4 und einige Gebäude im Dorf aufgelevelt. Das Spiel macht schon irgendwie süchtig und gerade beim Feintuning, also wie man die Gruppe zusammenstellt, welche Gegenstände man mitnimmt usw. Es ist auch eine kleine Wissenschaft für sich, welche Gegenstände man für welche Hindernisse verwendet, z.B. Bandagen auf die Leiche, heiliges Wasser auf den Eldric Shrine, Schaufel auf den Glaskasten etc.


    Es gibt aber auch ein paar Dinge von meiner Seite zu bemängeln, die ich schon auf die offizielle Seite geschrieben habe, ich finde nämlich, dass das Inventar zu klein ist und dadurch längere Abenteuer, bei denen man eben auch mehr Loot erhalten würde, nicht so lukrativ sind, wie Kürzere, im Kontext zur Schwierigkeit und dem Zeitaufwand betrachtet.

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

    #52: König Haggard

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    "Was ist mit deinen Augen? Warum kann ich mich nicht sehen in deinen Augen?"

  • Die Releaseedition ist nun erhältlich. Seit dem letzten Update bzw. der Beta hat sich einiges getan. Es gibt nun einen neuen Bereich, der passenderweise Darkest Dungeon heißt, außerdem gibt es neue Klassen, neue Krankheiten. Das Inventar ist immer noch gleich groß, überschüssige Recourcen wie Proviant oder Schaufeln werden nach Beendigung eines Abenteuers für den Bruchteil des Kaufpreises rückgekauft, außerdem hinterlassen getötete Gegner nun Leichen, die einen Slot belegen. Das Spiel ist auch noch etwas schwerer geworden, zumindest gefühlsmäßig. Mir kommt vor, dass das Management der Helden noch mehr Geld kostet und sich die Grinderei nicht mehr so stark lohnt.
    Ich habe die neue Version nur ein wenig angespielt, nachdem ich bereits bei der Beta oftmals wegen der zu willkürlichen Kampfsituationen frustriert war. Durch das teurere Management und die Leichen, die sich bei mir fast immer nur negativ auf den Kampf auswirken, würde ich sagen, dass es noch ein Stück schwerer geworden ist. Dadurch habe ich nun die Lust komplett verloren. Hauptgrund eben das viel zu kleine Inventar, wodurch längere Dungeons einfach unlukrativ werden und die Grinderei in kurzen Dungeons gefördert wird, der teilweise unfaire Schwierigkeitsgrad verbunden mit teilweise lachhaft willkürlichen Zufallsereignissen, auf die man sich einfach nie so vorbereiten kann, ohne am Ende draufzuzahlen.

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

    #52: König Haggard

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    "Was ist mit deinen Augen? Warum kann ich mich nicht sehen in deinen Augen?"