Wo kommen die Monster unserer Spiele her

  • Wer kennt nicht diese Wasserschlange aus FinalFantasy, welche Leviathan heißt und auch der Behemoth hat sowohl in dieser Spielereihe, aber auch in Monsterhunter seine Auftritte. Aber woher kommen diese Monster? Haben sie sich wirklich die Spieleentwickler ausgedacht. Weit gefehlt. So manches Monster dürfte zwar ihren genialen Köpfen entsprungen sein, aber das gilt längst nicht für alle. Hier können wir einander erzählen, welche Mythen und Religionen sich hier eingeschlichen haben. Ich fange mit eben diesen beiden Monstern an und füge Ziz noch hinzu.


    Behemoth und Leviathan kommen beide als nicht von Menschen besiegbare Wesen in der Bibel vor, aber auch schon davor gibt es Geschichten über sie. Diese Geschichten ähneln einander, manchmal gibt es andere Namen. Bei Leviathan ist von einem Meeresmonster die Rede, welches laut Bibel von Gott besiegt wurde, bevor dieser dann schließlich die Welt erschuf, wie wir sie kennen. Viel älter ist die Erzählung von der drachenartigen Meeresgöttin Tiamat, welche vom Gott Marduk besiegt wurde. Das Meermonster Lotan wurde von den Göttern Ba'al und Anath besiegt. Es sind verschiedene Religionen, aber nicht nur die Geschichte klingt ähnlich, sondern auch das Aussehen des Ungetüms. Leviathan werden schlangenartige oder drachenartige Eigenschaften zugesprochen, aber auch das Krokodil und der Wal sollen sein Aussehen prägen. In vielen Quellen hat das Monster mehrere Köpfe, manchmal exakt sieben. Es heißt, Gott habe Leviathan erschaffen, um mit diesem Monster zu spielen und er würde ihm den Kopf zermalmen, wenn die Endzeit gekommen ist. Weiß nicht, ob das so toll ist. Wenn er das Ungeheuer eh umbringen will, warum zum Henker es dann überhaupt erschaffen?


    Anders als Ziz, dem Luftungeheuer, welches anscheinend nur im jüdischen Glauben zu finden ist, kommt Behemoth nebst Leviathan auch in der Bibel vor. Auch er trägt äußerliche Eigenschaften verschiedener Tiere. Das wären das Flusspferd, der Elefant, der Wasserbüffel und die Ziege. Auch er soll am Ende aller Tage von Gott besiegt werden. Laut Judentum wird dieses Landungeheuer aber vorher mit Leviathan kämpfen. Behemoth hat es im Laufe der jüngeren Zeit zudem in die Dämonologie geschafft, wo er .....schließlich ein Dämon ist.


    Ziz füge ich hinzu, weil er Teil des jüdischen Dreigespanns ist, wenngleich es mir etwas missfiel, ihn nicht in einem Game gefunden zu haben. Vielleicht hat einer von euch ihn irgendwo ja als Spielfigur bestaunen können. Es handelt sich dabei um einen riesigen Vogel und dreimal dürft ihr raten, was Gott mit ihm am Ende aller Tage macht....ach wisst ihr schon? Nagut. Ansonsten gibt es nicht so viel zu erzählen. Genauso wie Leviathan und Behemoth, ist dieser Vogel kolossal, um nicht zu sagen, KOLOSSAL. Wenn die tiefste Stelle des Meeres noch nicht einmal seinen aufrecht stehenden Körper bedecken kann, ist er größer als Chthulu. Zu Chthulu kommen wir aber ein anderes Mal.

  • Heute kommt Bahamut dran. Hatte zwar überlegt, ob heute ein anderes Spiel drankommt, aber FF ist eben sehr voll von diesen Wesen aus alten Überlieferungen. Doch dieses Mal mischt Dungeons and dragons mit, denn es geht um Bahamut. Richtig gehört, denn das alte pen and paper Rollenspiel (1977) scheint das erste Spiel zu sein, wo er als Drache auftaucht. Könnte mich irren, habe nur schlicht keine älteren Daten gesehen. Im Dungeons and Dragons "Greyhawk" ist Bahamut als göttlicher Platindrache der Gott aller Metalldrachen (Gute Drachen). Seine Gegnerin ist die kunterbunte Drachengöttin, Tiamat, welche für jede Drachenfarben je einen Kopf hat, also insgesamt fünf. Sie ist die Göttin der bösen Farbdrachen. In einer anderen DnD-Welt, nämlich Krynn, heißt Bahamut Paladin und Tiamat stattdessen Takhisis.


    Übrigens wurde Tiamat uach in FinalFantay verewigt. Die mehrköpfige Version kommt der Dungeons and Dragons-Form schon recht nahe, doch wie ich schon zu Leviathan erklärte, war sie eigentlich Teil babylonischer Mythologie und war dort die Göttin des Salzwassers und wurde vom Gott MArduk besiegt.



    Woher kommt aber Bahamut ursprünglich? Er hat seine Wurzeln in einer arabischen Legende und es erinnert ein wenig an die Scheibenwelt. Darin heißt es, dass Gott die Welt schuf, aber irgendwas brauchte, das ihr Halt gab, sie frei schweben ließ. Zuerst ließ er einen Engel die Welt tragen, doch der brauchte auch etwas, um sie festzuhalten. Gott erschuf unter den Füßen des Engels einen großen Rubin, doch der Rubin brauchte auch Halt und als es dann mit einem Ochsen unter dem Rubin immer noch nicht funktionierte, schuf Gott schließlich Bahamut den Weltenfisch. Also...doch kein Drache, aber naja, Fische haben immerhin Schuppen. Unter den Fisch kam übrigens noch Wasser und darunter Finsternis und so konnte Bahamut die Welt und seine anderen Träger schließlich tragen.


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    Edit: Ah, das Video erklärt ungefair das, was ich erklärte.

  • Ich habe es ja versprochen, also kommt heute Chthulu dran. Es gibt so viele Spiele, die seinen Namen tragen, wo er namentlich vorkommt oder die zumindest zum Chthulumythos gehören. Tatsächlich ist er aber, wenn überhaupt, fast nie in einem dieser Spiele anwesend, so dass sich die Frage stellt, ob die Spieler überhaupt eine Vorstellung haben, wer das nun überhaupt ist. Nicht verwunderlich, stammt doch der Name Chthulumythos nicht vom ursprünglichen Autor selbst, sondern bürgerte sich erst später ein. Ursprünglich hieß die Sammlung der dunklen Geschichten aus H.P. Lovecrafts Setting Arkham- Circle, wobei Arkham eine fiktive Stadt ist, welche auf dem ersten Blick völlig normal ist, aber bei näherer Betrachtung voll von diesem Horror war, welcher einem jeden Menschen den Verstand rauben konnte. Viele von Lovecrafts Geschichten spielen in dieser Stadt.


    Nach Lovecrafts Tod erweiterten seine Autorenfreunde seinen Mythos und es war darunter August Derleth, welcher Chthulu selbst so berühmt machte und den Begriff Chthulumythos formte, da in seinen Geschichten vor allem jene Kreatur eine große Rolle spielte. Es war aber tatsächlich Lovecraft, welcher in seiner Geschichte "Call of Chthulu" das erste Mal von ihm erzählte und dabei sogar detailreich beschrieb, was eher unthypisch für Lovecrafts Monster aus der Rasse der "Alten" war. Möglich, dass eben deswegen Chthulu so prominent ist. Die Geschichten gehören dem kosmischen Horror an und enden im Grunde immer mit der Erkenntnis, dass der Mensch völlig bedeutungslos ist.


    Die Alten sind vielgestaltige, oftmals kaum beschreibbare Wesen aus dem Weltall, welche sehr hoch entwickelt sind. Manchmal stolpern Menschen über Hinweise, können sie aber nicht ganz einordnen. Was diese Menschen nicht ganz verstehen, ordnen sie dann manchmal als Magie ein, tatsächlich gibt es da sowas wie Magie nicht. Trotzdem werden Rituale abgehalten und wenn die Kultisten Glück....oder Pech haben, erregten sie wirklich die Aufmerksamkeit jener Kreatur, die sie erreichen wollten. Genau wie viele andere Alten auch, wird auch Chthulu angebetet wie ein Gott und das obwohl er eigentlich selbst ein Priester ist. Er lebt mit einem Volk mit Namen Sternengezücht in einer versunkenen Stadt oder besser gesagt, er schläft dort und träumt. Sobald diese riesige Kreatur erwacht, beginnt die Apokalypse der Menschheit, so heißt es in der Geschichte "Call of Chthulu".


    Wie sieht Chthulu aus? Er ist mehrere hundert Meter hoch und wirkt aufgebläht. Einige Tentakeln sind Teil des unteren Gesichts der grob humanoiden Gestalt. Außerdem hat er Drachenflügel auf dem Rücken. Das sind in etwa die Informationen, welche aus der Geschichte "Call of Chthulu" zu seinem Aussehen entnehmbar sind. Natürlich unterscheiden sich die Illustrationen, welche ihn abbilden, da nicht jedes Detail vorgegeben wurde, aber im Großen und Ganzen ist er auf jeder von ihnen gut wieder zu erkennen.


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  • Gilgamesch und Hunbaba (Humbaba/Huwawa)


    Wer sich für FinalFantasy 8 interessierte, weiß vielleicht auch um die Möglichkeit, Gilgamesch zu beschwören. Aber es gibt noch mehr Teile in der Spielserie, in denen Gilgamesch vorkommt, vor allem als Gegner.


    FF8: Beschwörung von Gilgamesh


    Es ist nicht klar, ob Gilgamesh eine rein litararische Gestalt ist oder auch historisch, doch falls ja, wurde bestimmt die Geschichte recht ausgeschmückt. Eine der Gründe, warum an seine tatsächliche einstige Existenz gezweifelt wird, ist sein Alter, denn er wurde angeblich 126 Jahre alt. Das ist viel, selbst für einen sumerischen König. Allerdings heißt es im Gilgamesch-Epos, dass er zu zwei Dritteln göttlich und zu einem Drittel ein Mensch war. Auf diesen alten in Ton gedrückten Überlieferungen sind die Abenteuer von Gilgamesch und seinem treuen Begleiter und Freund Enkidu nieder geschrieben. Irgendwann schafft es das Duo bei der Göttin Istar in Ungnade zu fallen, weshalb beschlossen wird, dass Enkidu sterben muss. Ein traumatisches Erlebnis und eine Lehre für Gilgamesch, welcher sich von da an mit der Sterblichkeit des Menschen auseinandersetzte. Sein Ziel wurde es, den Tod zu überwinden, doch letztendlich schafft er dies nicht und das obwohl sein Wissen über den unsterblichen Noah ihm Hoffnung gab. Ja, an alle bibelfesten Leute, hier wurden auf Wikipedia Noah und Sinnflut in einem Satz bei Gilgamesch erwähnt. Terra X erzählte von der Verblüffung des ersten Übersetzer, welcher sich sogar ob der deutlichen Gemeinsamkeiten mit der Bibel teils entkleidete. Es steht auf der elften Tafel. So Manches ist noch immer nicht ganz vollständig, der offizielle Epos kann sich also noch ändern.


    Humbaba war laut mehreren alten Quellen, darunter dem Gilgameschepos, der Wächter eines Zedernwaldes am Libanon. Es gibt unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Humbaba aussieht, häufig ist von einem Dämon die Rede, so auch bei Terra X. Auch in verschiedenen Spielen, ist er ein dämonischer Gegner (Megami tensei/final fantasy).


    FinalFantasy6: Kampf gegen Hunbaba


    Laut Wikipedia erzählen aber wiederentdeckte Zeilen des Gilgamesh-Epos von einem Herrscher dem musikalisch lobpreist wird, was mir jetzt erstmal nichts über die Gestalt sagt. Die Zeilen fand ich auf einer anderen Seite. Die Zeilen, von denen die Rede ist, sind folgende (von frwiki kopiert):


    (Durch) den ganzen Wald beginnt ein Vogel zu singen:

    [...] reagieren aufeinander, das Geräusch war ein unaufhörliches Getöse,

    Eine einsame Grille (?) beginnt einen lauten Chor,

    [...] singt ein Lied, macht die ... Flöte laut.

    Eine Ringeltaube zirpt, eine Turteltaube antwortet ihm.

    [Beim Ruf] des Storchs jubelt der Wald,

    [Beim Ruf] des Frankolins jubelt der Wald ganz.

    [Die Affenmütter] singen laut, ein junger Affe schreit:

    [Wie ein Orchester (?)] Von Musikern und Schlagzeugern (?),

    Jeden Tag lassen sie (diese Symphonie) vor Humbaba erklingen.


    Es ist dem Text anzumerken, dass es Probleme bei der Vervollständigung des Textes/ der Übersetzung gibt.


    Gilgamesch und Enkidu sind auf dem Weg zu Humbaba. Das Ziel war Zedernholz und der Sieg über jenen Wächter. Und so töteten die beiden Männer aus Uruk Humbaba. Wie sie es taten, dazu fand ich mehrere Versionen. In einer Version, war es ein Kampf. in welchem der Gott Shamash den beiden Menschen mit seinen Winden beistand. In einer anderen Version gab Gilgamesch vor, dem einsamen Wächter seine Freundschaft anzubieten, näher zu kommen, um ihn zu küssen, nur um ihn stattdessen zu überwältigen. Den Versionen ist aber gemein, dass Gilgamesh erwog, Mitleid mit Humbaba zu haben, Enkidu aber davor warnte. Ich vermute, dass die erste Geschichte die aktuelle Version erzählt.


    Habt ihr eigentlich ein Wunschmonster?

  • Da sind wir wieder und unser heutiges Monster ist Abaddon (Abaton, Apollyon). Das heißt entweder Abgrund, Grube oder Untergang.


    Vielleicht kennt ihr den Namen aus DOTA2, einem Final Fanatasy-Spiel oder Darksiders. Letzteres Spiel macht es bereits deutlich: Abaddon ist in der Bibel zu finden und das sowohl im alten wie auch im neuen Testament. Leider ist es schwer, alles zusammen richtig zu interpretieren, denn die Bibel erklärt nicht genau, ob immer vom gleichen Wesen die Rede ist (Das betrifft den Engel mit dem Schlüssel und Abaddon. Sind sie der selbe Engel?) und was nun eigentlich Motivation hinter seinen Taten ist. Und so kommt es, dass Abaddon für manche Leute ein Wesen ist, welches im Auftrag Gottes bestraft, für Andere ein Dämon oder Satan selbst und für die Zeugen Jehovas laut Wikipedia sogar Jesus. Klingt ziemlich wirr.



    In Darksiders wird Abaddon äußerlich wie ein Engel dargestellt, was Sinn ergibt, denn er wird im neuen Testament Engel des Abgrund genannt. In DOTA2 wirkt er eher wie ein Dämon oder Untoter auf einem Ross, welches auf dieselbe Weise ungewöhnlich ist. In FinalFantasy ändert sich sein Aussehen. Mal ist er ein Dämon, vielleicht der Teufel höchst persönlich und manchmal ein Insektenmonster, welches einer Heuschrecke nicht unähnlich sieht. Hier wurde Bezug auf die Wesen aus der Bibel genommen, welche dem Abgrund entstiegen und dessen Herrscher eben Abaddon ist.


    Zu den Bibelstellen:


    Ich entnehme die Bibelstellen aus der Lutherbibel, da sie hier von den anderssprachigen Originaltexten mal abgesehen, noch am unverfälschtesten vorliegen, denn Martin Luther hat sie aus der Originalfassung ins Deutsche übersetzt. Zumindest erhoffe ich mir, dass die Internetversion nicht verfälscht wurde.


    Laut Bibelkommentare.de wird Abaddon im alten Testament als Abgrund dreimal mit der Hölle (dem Scheol) in Verbindung gebracht. Zudem auch im Zusammenhang mit dem Tod, mit dem Grabe und nochmal ein weiteres Mal als der örtliche Abgrund. Diese Bibelstellen wirken auf mich nicht all zu interessant. Es ist ein wenig so, als gehe es hier um das reine Übel, jedoch nicht um ein Wesen (Außer vielleicht im Abschnitt mit dem Tod). Wer dennoch die Stellen des alten Testaments lesen möchte, kann sie gerne im Spoiler lesen.


    Wirklich interessant für uns wird es erst im neuen Testament, genauer gesagt im Buch der Offenbarung Kapitel 9 Vers 11. Das Buch der Offenbarung ist sehr episch geschrieben und es wird viel über die Apokalypse erzählt. Wir lesen hier von einem Drachen, den vier Reitern der Apokalypse und einem Lamm, das die sieben Siegel zu brechen versucht. Speziell in diesem Kapitel geht es darum, dass ein Stern/Engel mit einem Schlüssel vom Himmel fiel, nachdem der fünfte Engel Gottes in seine Posaune blies. Er öffnet damit den Abgrund und entließ damit eine große Menge von Heuschrecken, mit einem ....sehr besonderen Aussehen. Bei der Berschreibung sind das eher Mischwesen. Den Heuschrecken wurde die Macht gegeben, jene Menschen zu quälen, welche Gott nicht erwählt hatte, etwa so wie ein Skorpion mit seinem Stich. Die Menschen sollen sich nach dem Tod sehnen, doch dieser wird ihnen entfliehen. Über sich haben die Heuschreckenmischwesen einen König, der in folgendem Zitat (Vers 11) benannt wird:


    "sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds; sein Name heißt auf Hebräisch Abaddon, und auf Griechisch hat er den Namen Apollyon".

  • Basilisk und Cockatrice, Namenwörter die sich nicht ganz trennen lassen. Das Yale, welches angeblich Feind des Basilisken gewesen sein soll, hat es wohl noch in kein Spiel geschafft...oder ich habe das Spiel nicht gefunden. Daher lasse ich das antilopen-steinbockartige Wesen hier weg. Basilisken und den Cockatrix finden wir in so manchen Spielen, wie etwa "The witcher 3". In FinalFantasy9 ist der Basilisk sogar ein Boss.


    The Witcher 3:

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    FF9: Basilsik:


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    Laut Wikipedia hören wir das erste Mal von Demokrit etwas über den Basilisken, aber ich fand leider kein Bild im Internet, wo eine Originalseite zu sehen gewesen wäre. Wieviele von uns sprechen schon das Griechisch aus der Antike? Von daher sei es egal. Nur auf Wiktionary.org werden folgende Worte als die von Demokrit dargestellt:


    „Nach dem Drachen sahen wir noch einen Basilisken, dessen Augen uns nicht erschreckten, sondern zum Lachen brachten.“


    Das sagt uns leider nicht viel. Im Jahre 77 heißt es im Naturalis historia, geschrieben von Plinius dem Älteren:


    "...alle, welche dessen Augen sehen, auf der Stelle des Todes find. Eben die Kraft besitzt auch die Basiliskenschlage. Diese erzeugt die cyrenaische Landschaft (Libyen, Afrika), nicht größer als zwölf Finger lang, hat auf dem Kopf einen weißen Flecken wie eine königliche Binde (Diadem), zum Zierrathe. Durch ihr Zischen verjägt sie alle Schlangen..."


    Das fand ich in einem Video dazu und in Wikipedia heißt es zudem:


    „Durch sein Zischen verjagt er alle Schlangen und bewegt nicht, wie die anderen, seinen Körper durch vielfache Windungen, sondern geht stolz und halb aufgerichtet einher. Er lässt die Sträucher absterben, nicht nur durch die Berührung, sondern auch schon durch den Anhauch, versengt die Kräuter und sprengt Steine: eine solche Stärke hat dieses Untier. Man glaubte, dass jemand ihn einst zu Pferde mit einem Speer erlegt habe und dass das wirkende Gift an diesem emporstieg und nicht nur dem Reiter, sondern auch dem Pferd den Tod brachte. Und dieses gewaltige Ungeheuer – denn häufig haben Könige es tot zu sehen gewünscht – wird durch die Ausdünstung des Wiesels umgebracht: so sehr gefiel es der Natur, nichts ohne etwas Gegenkraft zu lassen. Man wirft die Wiesel in die Höhlen [der Basilisken], die man leicht an dem ausgedörrten Boden erkennt. Diese töten durch ihren Geruch, sterben aber zugleich selbst, und der Streit der Natur ist bereinigt.“


    Spätestens jetzt hat der Basilisk seine Schlagenform erhalten und wird fortan häufig erwähnt, doch es wird noch sehr verwirrend, als die Beschreibungen des Basilisken etwa zum Mittelalter immer fantastischer werden. Plötzlich hatte er Federn, einen Hühnerkopf, Vogelbeine und Flügel zu seinem Reptilienunterleib. Klingt sehr nach dem, was wir als Cockatrice kennen? So um 1400 in England kam laut englischem Wikipedia der Name Cockatrice das erste Mal auf, wobei von einem drachenartigen Wesen die Rede war. Das Vorbild hätte seine Erwähnung in der Bibel. DIe betreffenden Bibelstellen habe ich mir in der Lutherbibel von 1912 angesehen, doch treffe hier auf den Namen Basilisk, aber es gibt hier in Jesaja Kapitel 14 Vers 29 eine Beschreibung dessen, was ein Basilisk hervorbringen soll:


    Freue dich nicht, du ganzes Philisterland, daß die Rute, die dich schlug, zerbrochen ist! Denn aus der Wurzel der Schlange wird ein Basilisk kommen, und ihre Frucht wird ein feuriger fliegender Drache sein.


    Ansonsten wird der Basilisk in der Bibel als Übel beschrieben. Soweit also das Vorbild des Cockatrice in England. Später wurde das Wort Basilisk in einem Buch auch für einen Cockatrice verwendet. Die Grenzen zwischen den beiden Wesen verschwimmen also immer, aber die Grundlage bleibt der Basilisk. Dass der Cockatrice es üblicherweise ist, der zur Hälfte wie ein Huhn aussieht verdanken wir nicht nur der Heraldik in England, sondern auch dem Mythos aus dem Mittelalter, dass ein Hühnerei, welches von einer Schlange ausgebrütet wurde einen Cockatrice hervorbrächte und ein Schlangenei gebrütet von einem Huhn, einen Basilisken. Es gibt aber noch weitere Mythen dazu.


    Ihnen werden auch scheinbar die selben Fähigkeiten zugesprochen. Ein tödlicher, manchmal auch versteinender Blick, wie der der Medusa, über welche ich gerne das nächste Mal schreiben kann und ein besonders tödliches Gift. Mit einem Spiegel soll man diesen Wesen Herr werden können, allerdings werden auch Wiesel erwähnt, welche sie in einem Todeskampf besiegen könnten. Eine schöne Zusammenfassung bietet folgendes Video:


  • Medusa ist eines der bekanntesten Monster aus der griechischen Mythologie und somit ist sie in so manchen Spielen auch zu finden. Und ja, selbstverständlich in so einigen FinalFantasy-Teilen und das in vielerlei Gestalt. Allen ihren Gestalten aus FF gemein sind aber ihre Schlangenhaare. Granblue Fantasy legt noch eins drauf und zeigt zudem auch Medusas Schwestern, wobei sie aber hier doch ziemlich menschlich aussehen. Tatsächlich wurden Gorgonen grob humanoid dargestellt und ihr Aussehen wandelte sich auch von wild, furchteinflößend und männlich zu immer noch wilden Haares, hübsch und weiblich. Gorgonen wurden gerne als Zierde für Schilde im Kampf genutzt.


    408px-Summon_b_2040328000.png Granblue Fantasy: Die Gorgonenschwestern


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    Es gibt mehrere Versionen von Medusas Geschichte, doch die scheinbar ursprüngliche Variante erzählt von drei Schwestern, welche missgestaltet zur Welt kamen. Sie waren Gorgonen und die Töchter zweier Götter, Phorkys und Keto. Die Namen des Trios lauteten Medusa, Stheno und Euryale. Der Anblick eines Gorgonen ließ jeden zu Stein erstarren. Medusa hatte das Pech, sterblich zu sein, im Gegensatz zu ihren Schwestern. Dennoch war auch sie in der Lage, jeden zu töten, der kam, sie zu schlachten, naja...fast jeden. Weit entfernt begehrt König Polydektes eine Frau mit Namen Danae, welche jedoch unwillig war.


    Ihr Unwille ist ihrem Sohn Perseus Anlass genug, um sie, so gut er kann, vor dem König zu bewahren. Und so ließ er sich auf die gefährliche Aufgabe ein, welche ihm Polydektes stellte. Der Preis für Danaes Freiheit sei der Kopf eines Gorgonen, in dem Fall der der Medusa, da sie ja sterblich war. Natürlich hoffte der König, dass er sterbe, während er sich unabgemacht schon während Perseus Reise an Danae vergriff. Doch ein paar Götter standen Perseus bei. Es mag womöglich daran gelegen haben, dass er ebenso ein Sohn des Zeus war. Jedenfalls köpfte er Medusa, woraufhin sie noch in ihrem Tode Pegasus (ein geflügeltes Pferd) und den Krieger Chrysaor gebar. Sie war vom Gott Poseidon schwanger. Perseus brachte Polydektes Medusas Kopf und strafte ihn damit gleichzeitig, indem er ihn zu Stein werden ließ.


    Eine Erzählung, welche so auch in den Metamorphosen, verfasst vom römischen Dichter Ovid (Publius Ovidius Naso), zu finden war, ist die von Medusa als einzigartige Schönheit. Demnach war sie Priesterin der Athene und wurde auch hier von Poseidon begehrt. Ob sie sich freiwillig hingab oder von Poseidon vergewaltigt wurde, ist je nach Version anders. Laut Ovid handelte es sich um eine Vergewaltigung. Sie wurden von Athene beim Beischlaf erwischt und zur Strafe von der angeblich eh schon neidischen Göttin Athene (Weil Medusa so schön war), wurde Medusa verflucht, ein hässliches Monster zu sein. So wurde sie wohl zur Gorgonin und war fortan allein. Sie besiegte jeden, der kam, sie zu schlachten bis auf...naja, ihr wisst es schon: Perseus.


    Wie bereits im Beitrag zuvor, hier noch ein schön recherchiertes Video (hier gibt es auch sehr schöne Quellenangaben):


    Eine gute Zusammenfassung der Metamorphosen des Ovid habe ich hier gefunden:


    Getabstract.com


    Leider gibt es die Metamorphosen nicht mehr als Original, doch vor allem im Italienischem (wen wunderts), gibt es beinahe vollständige Überlieferungen.

  • Kommen wir zu einem monströs großem Thema, den Zombies. Die zur Zeit populärsten Zombies finden wir in Spielen wie "Left 4 dead" oder "7 days to die". Natürlich darf auch "Resident Evil" nicht fehlen. Im Aussehen anders, aber ansonsten sehr ähnlich sind die aus "The last of us". Allen dieser Gamezombies ist gemein, dass diese durch Infektion die Lebenden infizieren. Die Folge ist eine Zombieapokalypse. Im Falle von "The last of us" sind Pilzsporen die Quelle der Infektion. Diesen Pilz gibt es wirklich, doch befällt dieser Ameisen und keine Menschen. Pilzsporen sind aber die wahrscheinlichsten Kandidaten, wenn man an die Entstehung einer Zombieapokalypse denkt. Generell etwas anders ist es bei "Plants vs Zombies". :grin:



    Untote waren Teil sehr vieler Kulturen, doch in einem Punkt unterschieden sie sich alle von unseren heutigen Zombies. Sie sind nicht durch eine Infektion entstanden, sondern durch ein Unrecht, unzüchtiges Verhalten zu Lebzeiten oder durch mangelhafte Bestattung. Wodurch auch immer sie keine Ruhe finden, sie sind den Lebenden stets feindlich gesonnen. Es gibt so viele Arten, dass ich nicht alle aufzählen werde. In der westlichen Welt gab es die Wiedergänger, die Nachzehrer, die Aufhocker, die kopflosen Reiter und so weiter. Diese Untoten schadeten die Menschen auf unterschiedlichste Weise bis hin zum Tod durch den Entzug der Lebensenergie. Der Jiang Shi stammt aus China und rächt sich für eine mangelhafte Bestattung. Der Draugr stammt aus Skandinavien und ist ein intelligenter Untoter.


    Ja, gut, das sind alles Untote, aber sind das auch Zombies? Am besten lässt sich die Frage um die Herkunft der Zombies angehen, indem nach der Herkunft des Wortes gesucht wird. Es kommt aus der Sprache Kimbundu und hieß ursprünglich mal "nzùmbe" und bedeutet Totengeist. Verwendet in einem Glauben, aus welchem sich der Voodoo entwickelte, welcher heute noch unter Anderem in Haiti Anwendung findet. Dort wird das Wort Zonbi aus dem Kreolischem verwendet, welches Zombi ausgesprochen wird. Durch die Versklavung der Afrikaner in Haiti kam es eben dazu, dass der Voodoo dort aufblühte.


    Das "Erstellen" eines Zombie cadavres im Voodoo ist eine Fähigkeit von Schwarzmagiern und Priestern, welche einem Menschen vorgaukeln konnten, dass er tot sei und ihn auf diese Weise zu ihrem willenlosen Sklaven machten. Hierzu wurde er erst in Scheintod versetzt, begraben und dann rituell erweckt. Wade Davis zufolge, welcher in Haiti forschte, wird dafür das Tetrodotoxin dabei auf die Opfer angewendet. Es kann bis hin zum Scheintod führen, lässt aber auch mit der Zeit nach. Sein Doctorvater fand einen Mann mit Namen Clairvius Narcisse, welcher offensichtlich lebte, doch einst in einem Hospital als tot gemeldet wurde. Dieser erzählte von sich aus, durch Voodoo zu einem Zombie gemacht und als Sklave missbraucht worden zu sein. Er habe sich aber befreien können. Es wird davon ausgegangen, dass viele Menschen, welche für einen Zombie gehalten wurden, psychisch krank waren oder unter einer Erkrankung des zentralen Nervensystems litten. Vielleicht auch infolge von Sauerstoffmangel durch das begraben werden.


    Ist wissenschaftlich erklärbar, aber viele glauben und fürchten dennoch die Magie, weswegen es durchaus üblich war, Tote nochmal zu schädigen, auf dass sie nicht aufstehen mögen. Dies kann beispielsweise durch einen Pfahl geschehen.


    Der Zombie astrale dagegen ist eine dem Körper entrissene Seele, eine umherirrende Seele, wenn man so möchte. Außer, dass solche Seelen durch fachliche Hand in Tongefäße gesperrt werden können, fand ich aber leider nichts Weiteres dazu.


    Als Quellen habe ich übrigens mehrere Dokus, aber auch Wikipedia und weitere Seiten verwendet. Terra X war nicht sonderlich umfangreich erklärend, da war History besser. Dieses Video jedoch neigte zu Wiederholungen und hüpfte die ganze Zeit zwischen den Themen, was ich als unangenehm empfand. Es gibt ein Buch von Wade Davis, aber darin habe ich nicht gelesen, jedoch durchaus einen Teil einer Zusammenfassung dazu.

  • Ich liebäugele ja schon bezüglich des Themas eine Zeit lang mit Chimären. Eigentlich müsste es heißen "mit der Chimäre", denn ursprünglich war es die Bezeichnung eines Wesens. Inzwischen jedoch wird der Begriff inflationär für viele Mischwesen gebraucht, wie etwa in Fullmetal Alchemist. Meinen Besuch im Dalimuseum in Catalonien (Klassenfahrt) empfand ich als recht verstörend. Dali war zwar sehr kreativ, aber die Wesen (vor allem Mischwesen), die er ersann, empfand ich als befremdlich, einfach weil sie so verdammt abstrakt waren, da war wenig Vertrautes. Die ursprüngliche Chimäre fällt da vom Aussehen her noch eher unter Fullmetal Alchemist als in Dalis Werke. Wir können sie beispielsweise in verschiedenen FF-Teilen, aber auch in Dragon's Dogma bestaunen und letzteres Spiel hat das Bild der ursprünglichen Chimäre schon ganz gut getroffen.


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    Wer ist die Chimäre? Das Wesen ist in der griechischen Mythologie Tochter von Echidna und Typhon, wie auch Schwester von der Hydra, dem Kerberos, der Sphinx und Orthos. Auch der Nemeische Löwe soll laut manchen Quellen dazu zählen, wobei aber auch die Herkunft der Sphinx nicht ganz so sicher ist. Die Beschreibung der Chimäre variiert ein wenig, aber die Köpfe eines Löwen, einer Ziege und eine Schlange als Schwanz waren bisher immer dabei. Manchmal war die Schlange ein Drache oder er kam hinzu und dann hatte die Chimäre auch schonmal Drachenflügel. Nach allem, was ich gelesen habe, scheint aber die Schlange die ältere Variante von beiden gewesen zu sein, aber da ich kein griechisch kann, nagelt mich bitte nicht darauf fest. Chimäre bedeutet Ziege, weswegen die Ziege auf keinen Fall fehlen sollte. Sie bildet laut mehrerer Quellen den Hinterleib. Die Geschichte der Chimäre ist nicht sonderlich lang. Sie war ein Monster von vielen in der griechischen Mythologie und natürlich wurde mal wieder einem jungen Mann aufgetragen, sie zu töten. Dieser Held war Bellerophon und SELBSTVERSTÄNDLICH hat der Held, wie immer über das Monster gesiegt. In manchen Fassungen hatte er Hilfe von Pegasus, dem geflügelten Pferd.


    Echidna, die Mutter war übrigens auch ein Ungeheuer und der Vater Typhon, wird als Mischwesen und Sohn von Gaia und Tartaros tituliert. Da wundert es nicht sonderlich, dass ihre Kinderdementsprechend auch ungeheuerliche Gestalt hatten oder gar Mischwesen waren.


    Von all den Geschwistern hat man gehört, die Ausnahme ist einzig Orthos. Doch auch er schaffte es in die Spielewelt und so ist der zweiköpfige Hund in Brave Frontier zu bestaunen. Ein Hund mit zwei Köpfen? Könnte einem bekannt vorkommen, denn zu den Geschwistern gehört auch der bekannte Cerberus, der dreiköpfige Hund, welcher angeblich das Tor zur Unterwelt bewachen solle. In Devil may cry 3 hatte ich Spaß daran, ihn zu besiegen. Auch Orthos wurde als Wachhund eingesetzt. Er bewachte die Rinder des Geryon und wurde in Erfüllung seines Dienstes durch Herakles, welchen wir als Hercules kennen, getötet. Funfact: Es gibt auch Beschreibungen von Cerberus, wo die Anzahl der Köpfe nicht drei war. Welche nun die älteste Quelle ist, weiß ich aber nicht zu sagen.


    Die Hydra, wer Hercules geschaut hat, kennt sie als furchterregendes Monstrum und auch im P&P-Rollenspiel "Dungeons and Dragons" ist sie im Monsterhandbuch zu finden (Selbstverständlich auch in Spielen wie FF). Wird ein Kopf der Hydra abgeschlagen, wachsen zwei wieder nach, doch sie war nicht unbesiegbar. Natürlich war es Hercules, der sie besiegte. Er hat ebenfalls auch das nächste Geschwisterkind getötet.


    Herkules bekam den Befehl, König Eurystheus das Fell des nemeischen Löwen zu bringen und was soll ich sagen, das tat er auch (eine von vielen Aufgaben). Seine Geschichte gibt also auch nicht viel her. Dieser angeblich unsterbliche Löwe bedrohte auf Befehl von Göttin Hera Menschen und Tiere, welche auf ihn trafen. Der Löwe war in seiner Gestalt tatsächlich ein Löwe, also eine Ausnahme seiner Geschwister.


    Auch die Sphinx war ein Mischwesen und doch unterscheidet sie sich sehr von ihren Geschwistern. Sie hatte den Kopf einer Frau, doch den Körper eines Tieres, insgesamt mal mehr und mal weniger menschlich. Oft wurde sie auch mit Schwingen dargestellt. Sie verschlang Reisende, doch in manchen Erzählungen haben diese die Möglichkeit, sich zu retten, indem sie eines ihrer Rätsel lösten. Ödipus löste eines ihrer Rätsel. Seltsam ist, dass die Sphinx aus der griechischen Mythologie kommen soll, wird sie doch von Vielen mit Ägypten in Verbindung gebracht. So spielt das Spiel Sphinx und die verfluchte Mumie im ägyptischen Setting.


    Meine Hauptquelle war Wikipedia, allerdings auch Youtube (mehrere Videos). Das Hauptaugenmerk lag auf der Chimäre, doch auch die Geschwister habe ich einfach mal etwas näher beleuchtet, da es so viel auch nicht zu erzählen gab.

  • Es wird Zeit für unser orientalisches Märschenbuch von 1001 Nacht, denn es geht heute um Dschinn. Die Recherche war nicht gerade einfach, da es teilweise sehr unterschiedliche Informationen gibt. Manche widersprechen sich und andere sind wiederum aus verschiedenen Kulturen stammend, wurden aber manchmal vermischt. Manchmal gab es auch eine Vermischung von Volksglauben mit theologischer Grundlage. Wie habe ich durch dieses Wirrwarr geblickt? Wahrscheinlich gar nicht, aber bei den Dschinn aus dem muslimischen Glauben, habe ich mich an die Theologen gehalten. Die Vetala habe ich nicht mit thematisiert, da diese aus der hinduistischen Richtung kommen und eher sowas wie Vampirvorfahren sind und bei diesen möchte ich sie lieber thematisieren.


    Dschinn oder auch Djinn gibt es in vielen Spielen und sei es auch nur, weil Nathan Drake in Uncharted seinen Sinnen nicht ganz trauen kann. In Might and Magic-Clash of heroes können sie Teil unserer Truppen sein und auch Guildwars hält uns welche bereit. FinalFantasy ist natürlich auch dabei.


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    Im muslimischen Glauben (den Volksglauben außer Acht lassend), wurden die Dschinn von Gott erschaffen und sind ein Volk, wie die Menschen auch. Hier bedeutet der Name soviel wie umhüllt, verborgen, also für den Menschen nicht wahrnehmbar. Unter ihnen gibt es freundliche wie auch weniger freundliche Dschinn, also wie bei den Menschen. Sie gründen Familien und....na keine Ahnung ob sie jährlich ihre Steuererklärung erstellen müssen. Im Koran ist die Sure 72 die der Dschinn und da wird beschrieben, wie sie das Wort Gottes vernehmen. Manche von ihnen nahmen dann den muslimischen Glauben an. Zuerst formte Gott Engel aus Licht, dann die Dschinn aus einem unglaublich heißen Feuer und dann die Menschen aus Erde und Ton. Wesentlich deutlicher wird es nicht. An einer Steller soll Salomo erwähnt werden, wie er einem Ifrit (Afarit) eine Aufgabe gibt. Ob Ifrit auch laut dem Koran als Dschinn gelten? Woanders werden sie als solche gezählt.


    Wesentlich umfangreicher wird dann der Volksglaube, wo auch die Angst deutlich gegenwärtig ist. Zwar heißt es, dass es sowohl nette wie auch nicht so nette Dschinn gibt, doch wie sollst du dich nicht fürchten, wenn der Glaube an Wesen, die mächtiger sind und dazu auch noch unsichtbar, in dir lebendig ist? Manche Leute praktizieren (ihrer Meinung nach) Magie, vielleicht auch mit guten Beweggründen und nutzen hierfür die Macht der Geister und somit auch der Dschinn. Ich las sehr unterschiedliche Angabe über die Lebensdauer von Dschinn bis hin zur Unsterblichkeit im Sinne von nicht altern. An anderer Stelle werden sie mit Dämonen gleich gesetzt.


    Tut mir leid, das klingt sehr wirr, aber ich habe auch Bezeichnungen für verschiedene Arten (außer nur Ifrit) von Dschinn gefunden und diese Arten scheinen mindestens teilweise in 1001 Nacht thematisiert zu werden und stammen somit aus der alten orientalischen Kultur.


    Ifrit

    Geisterwesen des Feuers. Oft werden sie mit Hörnern, Löwenklauen und Eselshufen dargestellt.


    Ghul

    Laut mancher Quelle ein Dschinn und laut manch anderen Quellen eben nicht. Immer wird er aber als leichenfressendes Mythenwesen dargestellt. Weitere Details sind je nach Seite sehr unterschiedlich. Laut einer Quelle haben auch sie Eselsbeine und können diese auch mit Gestaltwandel nicht los werden. Doch das ist eine Quelle unter mehreren. Ich hielt es nur für erwähnenswert, weil auch der Ifrit oft mit Eselshufen dargestellt wird.


    Sila

    Dieser Dschinn scheint die Succubus unter den Dschinn zu sein, zumindest wenn man von einem Succubus ausgeht, wie ihn sich heutzutage viele vorstellen. Oft werden sie wie eine schöne Frau dargestellt. Womöglich für Leute gefährlich, welche sich leicht verführen lassen.


    Marid

    Denken wir an einen Dschinn, dann ist es in der Regel ein Marid. Ein Flaschengeist wie aus Aladdins Wunderlampe. Auch von ihm wird gesagt, dass er sehr gefährlich sei. Wir kennen ja die Geschichten, nach welchen er dazu gebracht werden kann, Wünsche zu erfüllen, doch wer sagt, dass er sie auch so erfüllt, wie du es dir vorgestellt hast? Angeblich sollen die Marid die mächtigsten aller Dschinn sein und oft werden sie mit dem Element Wasser in Verbindung gebracht.

  • Ok ok, ich habe es zwischen den Zeilen ja versprochen, als ich Vetala erwähnte. Heute geht es um Vampire. Würde mich wundern, wenn ihr nicht als erstes an Dracula denkt. Vampire verschiedenster Sorten sind wirklich überall zu finden. Doch woher kommen die Vorbilder? Überraschung, auch die kommen von überall und ein paar werde ich hier nennen.


    Denken wir an Vampire, so ähneln sie wahrscheinlich denen aus Vampire Bloodlines (Ein Pc-Spiel), welches auf dem p&p Rollenspielregelwerk Vampire the masquerade basiert. Das p&p-Rollenspiel gibt es auch mit Mittelaltersetting "Dark Ages". Wer aber weniger auf den Untoten abfährt, welcher ursprünglich mal menschlich war, der kann sich auch mit den Spielen Camazotz oder Megami Tensei vergnügen.


    716bf823f666fb9b535da57a8c1326d6.png Vetala aus Megami Tensei


    Vetala


    Der Vetala (oder auch Baital), stammend aus dem Hinduismus, ist einem Ghul nicht ganz unähnlich, weshalb er auch eine gute Überleitung von den Djinn zu den Vampiren ist. Es handelt sich um einen Geist, welche Leichen besetzt. Anders als ein Zombie, verwest diese solange nicht weiter. Ich fand auch Beschreibungen, in welcher der Vetala als braunes dürres Monster beschrieben wird, teils fledermausartig, doch das klingt nicht gerade nach belebter Leiche. Das ist aber kein Widerspruch. Wenn sich der Geist eine Form gibt, ist es wohl die dieses Monsterwesens und die menschliche Gestalt herrscht dann vor, wenn der Geist in einen menschlichen Körper gefahren ist. Sie ernähren sich von Blut und Fleisch, egal ob menschlich oder tierisch.


    Auf der Suche nach den Wurzeln kam ich angeblich bis fast 2.500 Jahre in die Vergangenheit, zumindest wenn ich der folgenden PDF Glauben schenke. Es handelt sich um eine alte Geschichte, wonach ein König mit Namen Vikram einen Vetala fangen möchte. Es war eine Abmachung zwischen ihm und einem Zauberer. Vetala und König gehen eine Abmachung ein, wonach dem König Geschichten erzählt werden, an deren Ende je eine Frage oder ein Rätsel kommt. Der König muss nach bestem Wissen antworten und erst dann, wenn er keine Antwort weiß, käme der Vetala mit ihm. Nach der 25. Geschichte war es schließlich soweit und der Geist ließ sich freiwillig zum Zauberer bringen, doch nicht ohne den König zu warnen. Der Zauberer hatte schon einmal einen Menschen geopfert, um Macht zu erlangen und der König solle ein Weiteres sein. Sie arbeiten zusammen und besiegen den Zauberer. Die Geschichte habe ich hier sehr vereinfacht dargestellt.


    In einer anderen Quelle war bei der Geschichte von 1870 die Rede. Das angespielte Werk war die ältestse Version des Baital Pachisi in englischer Sprache, die ich finden konnte. Genauer gesagt stammt es aus dem Jahr 1871, womit das indische Original, aus dem damals übersetzt wurde, älter sein dürfte. Ich habe versucht es ein Stück zu lesen, es ist allerdings etwas zäh, da es nicht das heutige Englisch ist (und ich bin eh nicht so pralle in Englisch). Das übersetzte Werk heißt Vikram and the Vampire von John Platts und ist kostenlos als PDF im Netz bei forgotten books zu finden.


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    Camazotz (Todesfledermaus)


    Von den Hindus zu den Maya. Hier haben wir wahrscheinlich das Vorbild für die Vampire des roten Hofes aus der Bücherreihe "Die dunklen Fälle des Harry Dresden". Es handelt sich bei Camazotz um einen Gott der Maya in Fledermausgestalt. Fühlt sich noch wer an "from dusk til ldawn" die Serie zum Film erinnert? Das alte Schriftwerk Popol Vuh erzählt von einer Legende, wo zwei Zwillingsbrüder eine Nacht in der Unterwelt verbringen müssen und dabei von Fledermauswesen bedroht werden. Sie wurden von Camazotz herausgefordert. Die beiden Brüder verbergen sich in einer Röhre und warten auf den Sonnenaufgang. Später im Text soll ein Bote in menschlicher Gestalt und Fledermausflügeln erscheinen, doch dass es sich hierbei um Camazotz handelt, wird lediglich vermutet. Der Bote solle einen Handel überbringen. Menschenopfer für Feuer. Leider konnte ich zu Camazotz nicht mehr in Erfahrung bringen.


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    Dracula, Nosferatu und Co


    Vlad der Pfähler oder auch Vlad III. Draculea aus Rumänien - ist er eine Inspiration für Dracula gewesen? Vlad der Pfähler wird gerne als besonders grausam dargestellt...was auch stimmt, aber damals war das Pfählen übliche Praxis, wenn es ums Foltern und langsame Töten ging. Wegen der Namenverwandtschaft und dem übereinstimmenden Ort wurde die These aufgestellt, dass sich Bram Stoker unter Anderem von ihm habe inspirieren lassen, als er den Roman Dracula schrieb. Woher der Vampirglaube, wie er im Westen verbreitet war, kommt, ist nicht ganz sicher, aber Graf Dracula war bereits eine andere Vorstellung eines Vampirs, als sie zuvor vorherrschte. Ursprünglich wurde geglaubt, dass die Toten aus ihren Gräbern aufstehen und Krankheit wie auch schlechte Ernte mitbrachten. Die Lösung für die Dorfbewohner bestand darin, ein verdächtiges Grab auszumachen und den Leichnam zu untersuchen. Wenn er nicht verwehst war, hatten sie ihren Schuldigen. ...Leider hat es wahrscheinlich nichts gebracht, sie erneut zu töten, also die Toten zu schänden.


    Diese Informationen habe ich bereits früher mal gesammelt gehabt, schaute aber vorsichtshalber nochmal bei Wikipedia rein. Laut einer Doku, ich glaub es war Welt der Wunder, schienen manche Leichen sogar noch als Vampir zu leben, weil man dachte, dass die Haare und Fingernägel wachsen. Allerdings schien es dann nur so, weil die Haut zurückging und so mehr von Haar und Nagel freigelegt war. Ob das so war? Die These klingt jedenfalls interessant und passend, sofern die Leute nicht alle lange Haare hatten (was aber logischer wäre).

  • Ich mag klassische Gruselgeschichten und hätte nicht wenig Lust über die weiße Frau und Yuki Onna zu schreiben. Oft denke ich an Spielfiguren und schreibe dazu, während ich mehr Spiele als Beispiel suche, aber dies war eines der Male, wo es anders herum gelaufen ist. Ich nahm das Thema und stellte die Frage, ob es Spiele mit der Thematik gibt, ohne dass sie nur als Ergänzung dienen sollten.


    Die Spiele gibt es natürlich und sie heißen sogar wie die Figuren. Yuki Onna ist ein Horror-Survivalgame, das gar nicht mal so gut aussieht, ich denke, das ist dem Alter geschuldet. Die weiße Frau ist eines von vielen Grim-Tales-Wimmelbildspielen und ich habe sogar Grim-Tales-Spiele bei Gronkh als Let's play geschaut. Nicht, dass die Wimmelbildspiele so spannend waren... mal von "Dark Strokes- Die Sünden der Väter" abgesehen. Es war eher die Art, wie sich Gronkh über den inflationären Einsatz von Aussparungen aufregte und seine eigene, vornehmliche Vertonung von Lord Grey, welchen er auch Lord Grey Grey nannte.


    Yuki Onna gibt es aber auch in Nioh. Eine sehr hübsche Version.


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    Yuki Onna (Schneefrau)


    Egal um welche Version es sich handelt, es geht immer um eine blasse, wunderschöne Frau im weißen Kimono, entweder mit weißen oder schwarzen Haaren. Sie ist ein Yokai, sowas wie ein Dämon oder Geist. Der Legenden gibt es mehrere, unter anderem auch über ihre Entstehung. Mal ist sie den Leuten wohl gesonnen und warnt vor Schneestürmen und in anderen Versionen lockt sie sie ins kalte Verderben.


    Die frühste Erwähung, die ich fand, ist das Sogi shokoku monogatari von Ino Sogi. Es handelt sich um eine Erzählung aus der Edo-Zeit in fünf Schriftrollen und diese Epoche soll von 1603 bis 1868 reichen. Der Erzählung nach will er eine unglaublich schöne Frau im weißen Kimono gesehen haben, welche aber wieder im Wald verschwindet. Ein Geist, wie es dann von den Dorfbewohnern aufgeklärt wird. Der Autor spielt mit dem Gedanken, dass Yuki Onna eine Göttin aus China gewesen sein könnte oder aber die Mondprinzessin Kaguya.


    Die Theorie, es handele sich um Prinzessin Kaguya findet womöglich in der folgenden Geschichte ihren Ursprung. Demnach solle sich Kaguya des Winters zur Erde begeben haben und fand nicht zurück.


    Lafcadio Hearn (aus Irland) rühmt sich ebenso dessen, eine wahre Geschichte niedergeschrieben zu haben, wenngleich diese Geschehnisse schon lange her gewesen sein sollen. Verfasst hat er die Story 1904. Minokichi und sein Meister schliefen, während Yuki Onna in ihr Haus kam. Die Schneefrau nahm dem Meister sein Leben, aber verschonte Minokichi, welcher sie bemerkte. Dafür müsse er jedoch über sie schweigen, sonst komme sie wieder, um ihm sein Leben zu nehmen. Später lernt er ein hübsche Frau mit Namen Yuki kennen und hat mit ihr dann auch zwei Kinder mit blasser Haut. Das Versprechen wurde gebrochen, als der Ehemann mit seiner Ehefrau darüber sprach, dass sie ihn an die Schneefrau erinnere. Wütend offenbarte sich Yuki daraufhin, verschonte ihn jedoch um der Kinder willen und verschwand.


    Auch sehr oft hörte ich die Geschichte, dass Mann und Frau des Winters in den Bergen herum liefen. Die Ehefrau konnte nicht mehr gut mithalten und der Ehemann ließ sie zurück. Sie starb und kam als grollerfüllter Yokai zurück. Wann diese Geschichte aufkam, weiß ich allerdings nicht.


    19278_0.jpg Gemalt von Victoria Frances


    Habe übrigens auch als Flagge bei mir zu Hause hängen. Wenn ich nur so gut malen könnte wie sie. ^^


    Weiße Frau


    Es gibt viele "weiße Frauen" und allen in ihr hübsches, weißes Gewand wie auch ihre Vergangenheit als Menschfrau gemein. Es sind Geister, welche es oft in alten Geschichten über umspukte Schlösser und Herrenhäuser gibt, eben Gebäude, welche sich nur reiche Leute leisten konnten. Dass es sich stehts um solche Gebäude handelt, könnte damit erklärt werden, dass die Totengewänder der Reichen meist nicht nur weiß waren, sondern auch hübsch und teuer. Die weiße Frau ist eine dramatische Figur, denn immer führen dramatische Geschehnisse dazu, dass eine Verstorbene zu eben einer solchen werden. Die Geister unterscheiden sich jedoch untereinander von ihrem Verhalten her. Manche wollen sich rächen oder stellen verschiedenste Menschen zuerst auf die Probe, ob sie diese verdient hätten. Andere weiße Frauen warnen oder helfen anderweitig


    Die Suche nach dem Ursprung der weißen Frau mündete schließlich bei Kunigunde von Orlamünde, eine Nonne und erste Äbtissin eines Klosters. Sie wurde im Jahre 1303 geboren und starb am 29. April 1382. Zwar wird überall gesagt, dass sie die erste weiße Frau sei, doch das bedeutet lediglich, dass keine älteren Geschichten bekannt sind. Kommen wir zu ihrer Legende. Kunigunde war sehr verliebt und Albrecht, der Schöne wäre nicht abgeneigt gewesen, doch erklärte er ihr, dass vier Augen zwischen ihnen stünden. Gemeint hatte er seine Eltern, Kunigunde bezog es jedoch auf ihre Kinder und ermordete diese daraufhin. Albrecht war ihr Handeln zu wider und Kunigunde pilgerte nach Rom um Vergebung zu erflehen. Sie bekam die Aufgabe ein Kloster zu Gründen und dieses nie wieder zu verlassen.


    Wikipedia erzählt von einem weiteren Ausgang, wonach sie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde und dann, wie ihre Kinder auch, in einem Kloster begraben wurde, sogar im Selben. Wäre dem so, könnte sie allerdings nicht die Äbtissin einer Klosters gewesen sein. Jedenfalls soll sie nach ihrem Tod zur ersten weißen Frau geworden sein, von der man heute noch weiß.


    Und was geschah wirklich? Sicher ist nichts, aber Kunigunde und Otto sollen keine Kinder gehabt haben. Auch die Anrede, mit denen Kunigunde laut Kaufvertrag bedacht wurde, lässt einen Kindermord durch sie als unwahrscheinlich erscheinen. Diesen Kaufvertrag habe ich gesucht, aber nicht als Bild oder Abschrift gefunden, dafür aber bin ich auf eine Stammtafel ihrer Familie gestoßen, falls es euch interessiert.


    Es gibt zahlreiche weitere Geschichten zu weißen Frauen, ein paar davon sogar mit Zitaten aus originalen Berichten, doch sind diese zu zahlreich, als dass ich wählen wollte. Daher belasse ich es dabei und nenne lediglich eine untypische Geschichte, welche ebenso bekannt ist. Die weiße Frau des Ebersberger Forstes. Es soll sich um eine Mutter gehandelt haben, welche mit ihren Kindern am Straßenrand unterwegs war. Sie wurde angefahren, doch der Fahrer beging Fahrerflucht. Sie starb und soll nun an dieser Straße versuchen, per Anhalter mitgenommen zu werden. Wer sie nicht mitnimmt, dem erscheint sie im Auto und versucht ins Lenkrad zu greifen. Belege dafür, dass es den Unfall gab, habe ich keine gefunden, aber das wundert mich auch nicht. Solche Dokumente schwirren nicht einfach im Netz herum. Es wurde lediglich erwähnt, dass ein solcher Unfall in dem Zeitraum nicht verzeichnet wurde.


    Untypisch an der Geschichte ist, dass sie kein prunkvolles Anwesen bespukt. Wenn man so möchte, könnte man argumentieren, dass sich heute jeder in Deutschland schöne weiße Kleider leisten könnte und dazu nicht einer besonders reichen Familie mit Anwesen angehören muss. Zwar glaube ich nicht an Geister und Dämonen, aber widerlegen kann ich die Existenz auch nicht.


    Meine Quellen waren Wikipedia, verschiedene Youtubevideos, religion-in-japan.univie.ac.at, wie auch die sueddeutsche Zeitung

  • Als nächstes dachte ich mir: "Feen, da kannste bestimmt, was Schönes über den irischen Glauben schreiben". Ich fing an zu recherchieren und wurde mir gewahr, was für ein unglaublich weites Thema ich da gewählt hatte. Dies hier wird wohl mehr ein Teil von mehreren sein.


    Es gibt einige Spiele, wo es Wesen gibt, die zumindest Feen genannt werden. Manchmal sind sie sogar hilfreiche Begleiter wie in Zelda Ocarina of time und Majoras Mask. Auch der Begleiter aus Ni no kuni behauptet eine Fee zu sein. In FinalFantasy 14 kann sogar die Feenkönigin Titania besiegt werden.


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    Was ist denn nun eine Fee? Sind sie klein und haben Schmetterlingsflügel oder Libellenflügel? Moment, hießen die nicht Elfen? Nein Moment, hießen so nicht die menschähnlichen Wesen mit den Spitzohren, die Bäume kuscheln? Na, waren diese Art von Elfen nicht eine Erfindung von Tolkeen? Was nun Dinge sind, die eine Fee ausmachen und was alles zu den Feen zählt, ist nicht ganz eindeutig. Tatsächlich dient das Wort Fee als Sammelbegriff für so viele magische Geschöpfe, doch wenn ich das richtig gelesen habe, scheint es viele dieser Wesen bereits lange vor dem Begriff gegeben zu haben.


    Je nachdem, wer über Feen sprach, waren sie etwas Anderes. Die christliche Kirche in Irland nannte sie gefallene Engel oder gar Dämonen. Dann wurde von Menschen mit Flügeln gesprochen und von unwürdigen Toten. Auch die Germanen und Franzosen haben mitgemischt.


    Glücklicherweise fand ich eine Seite, wo einige alte Werke aufgeführt wurden, welche auch Feen thematisierten. Eines der ältesten mir nun bekannten Werke ist das "Daemonologie, in forme of an dialogue". Es handelt sich dabei um drei Bücher, welche 1597 das erste Mal herauskamen. Ziel dieser Schrift war, Hexenwerk, schwarze Magie und Dämonen als existent zu beweisen und Rat zu geben. 1603 wurde es erneut gedruckt.


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    Ich musterte die Bücher nach dem Wort Fee durch und es war richtig nervig. Da dachte ich "Elfe" gelesen zu haben, aber gemeint war "else". Das alte S sieht fast so aus wie ein kleines F. In Buch 3 wurde ich fündig. In diesem Druck beginnt das dritte Buch auf Seite 56 und auf Seite 57 ist bereits von den "Fayrie" die Rede. Wirklich erklärt werden die "Phairie" aber erst auf Seite 73 als Geister der Illusion. Auch wird hier geschrieben, dass "die Heiden von Diana und ihrem wandernden Hof sprechen". Ich frage mich, ob es sich um die Göttin Diana handelt, denn sie wurde neu interpretiert, womit sie mit Luzifer in Verbindung gebracht werden konnte.


    Aber es geht noch älter. Gervase of Tilbury schrieb in den Jahren 1209 - 1214 das Werk Otia imperialia (Kaiserliche Mußestunden). Im Internet scheint es nicht frei lesbar zu sein. Ältere Werke sind mir bis jetzt nicht bekannt, aber einige weitere Werke sind auf dieser Seite mit aufgeführt. Darunter auch "Der Tod des Arthur". Warum möchte ich auf dieses Buch zu sprechen kommen? Weil auf der Seite Morgana le Fay genannt wird. Ihr Name wird als Beweis für ihre Verbindungen zu den Feen angesehen. Da diese Seite aber nicht meine einzige Quelle war, kenne ich noch eine andere Erklärung, warum sie so genannt wurde. Demnach solle das Wort Fee ursprünglich von "fatum" (Schicksal) kommen, welches sich mit der Zeit an Klang und Bedeutung verschob. Am Ende war es eine Bezeichnung für Leute, welche andere Leute verzauberten. Morgana war eine Zauberin. Doch letztendlich weiß ich nicht, welcher Ansatz nun stimmt. Vielleicht würde es helfen, das Buch zu lesen.


    Für jene, die sagen, dass aber die Tuatha de Danann ja noch älter sind und diese doch nun Feen seien, muss ich leider enttäuschen. Sie wurden später zu Feen erklärt, doch ursprünglich wurden sie als alte Götter beschrieben. Ein Werk, wo sie benannt werden, soll schon im 11. Jahrhundert von Lebor Gabala Erenn geschrieben worden sein. Es heißt, sie seien aus dem Norden oder dem Himmel gekommen und führten einen Kampf um das Land. Für eine Weile waren sie auch siegreich, doch irgendwann fochten sie gegen ein Volk, gegen welches sie verloren, weswegen sie sich in die Sidhe (die Feenhügel) zurückgezogen haben sollen.


    Gehen wir nach dem heutigen Feenglauben in Irland, so sind die Feen Bewohner der Anderswelt. Durchgänge seien laut jenen, die glauben, an Stellen mit geographischen Auffälligkeiten zu finden, wie etwa Quellen, Seen oder natürliche Passagen. Auch die Feenhügel gehren dazu.


    Übrigens: weitere Legenden könnt ihr auch der gelinkten Wikibriefseite entnehmen, so ihr Lust habt. Es war mir nur etwas zu viel, um alles hier unter zu bringen.


    Mehr zu den Feen kommt später. Dann reden wir über einzelne Figuren. Quellen waren Wikipedia, Wikibrief, das scheinabr fanatisch geschriebene, gepostete Buch über Dämonologie und ein Video über Feen von Ardko aus seiner Reihe über keltische Mythologie.

  • Es war ja angekündigt, dass ich mit den Feen noch nicht fertig bin. Heute geht es um den König und die Königin der Feen. Die geläufigsten Namen sind hierbei Oberon als König der Feen und Titania als die Feenkönigin.


    Wie ich schon schrieb, kann man in FF14 Titania gegenüberstehen. Es gibt ein Spiel mit dem Namen Oberon, allerdings geht es dort nicht um Feen, sondern um einen Agenten, welcher bezüglich eines Krieges zwischen den Germanen und Großbrittanien eingesetzt wird, das habe ich zumindest gelesen. In Warframe gibt es das Framemodell Oberon, welcher den wilden Geist der Natur repräsentieren soll, also eine Anlehnung an den Feenkönig.


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    Hier Oberon und Titania aus einem Magami Tensei-spiel.


    Fangen wir mit dem Feenkönig an. Ursprünglich gab es aus der irischen Mythologie keinen Feenkönig mit Namen. Den Feenkönig Oberon finden wir als Erstes in William Shakespears "Sommernachtstraum", welches gleichzeitig das bekannteste alte Werk ist, wo die Namen Titania und Oberon vorkommen. In diesem Werk ist das Königspaar der Feen zerstritten. Zum einen werfen sie sich gegenseitig Ehebruch vor, zum anderen streiten sie sich um das Sorgerecht eines Jungen. Oberon möchte ihn zu seinem Diener erziehen und Titania möchte das Kind einer Freundin ihr zu Liebe aufziehen. Mehr zu diesem Werk später bei Titania. Sommernachtstraum war zwar das erste Werk mit Oberon als Feenkönig, jedoch nicht das erste Werk, wo der Name Oberon auftaucht. Diese Ehre wird dem literarischem Werk "Les Prouesses et faitz du noble Huon de Bordeaux" zuteil. Dort trifft der Hauptcharakter im Wald auf Oberon, dem Elf. Dieser war von einer Fee verflucht worden und läuft seither in kleinwüchsiger Gestalt herum. Doch das Herz der Fee erweichte sich Oberon gegenüber und segnete ihn zusätzlich mit einer Menge Schönheit. Der Hauptcharakter musste Aufgaben lösen und fand in Oberon einen treuen Helfer.


    Oft wird interprettiert, dass das Vorbild für Oberon, Alberich, der Albenkönig aus der germanischen Mythologie war und die Kleinwüchsigkeit darauf hindeuten würde. Es gab lichte Alben, Dunkelalben und Schwarzalben, wobei die Schwarzalben das sind, was wir uns unter Zwergen vorstellen. Je nach Quelle werden die Zwerge zu den Dunkelalben gezählt. Alberich, dessen Name auch Albenherrscher bedeutet, hatte laut dem "Nibelungenlied" aus dem 13. Jahrhundert die Gestallt eines solchen kleinen "Zwerges", wird aber ansonsten auch manchmal als Elfenherrscher bezeichnet. Im Nibelungenlied ist er zudem der Hüter des Nibelungenhortes und ist mit einem Tarnmantel ausgestattet. Doch er wird von Siegfried überlistet und dieser wiederum gelangt zum Schatz des Hortes. Siegfried kennt ihr vermutlich als Drachentöter. Er tötet den Drachen und badet in seinem Blut, wobei ein kleiner Teil im Nacken oder Rücken nicht benetzt wird, somit wird er fast gänzlich unverwundbar. Seine Schwachstelle bleibt aber die vom Drachenblut unberührte Stelle.


    Auch die Feenkönigin hatte in der irischen Mythologie ursprünglich keinen Namen. Der Name Titania taucht als erstes in Shakespears Sommernachtstraum auf. Wie ihr schon gelesen habt, waren in dieser Liebeskomödie sie und ihr Gatte Oberon zerstritten. Der Feenkönig rächte sich an ihr, indem er ihr während ihres Schlafes eines Liebestinktur an die Augen träufeln ließ und dafür sorgte, dass sie sich in ein Ungeheuer verliebt. So unreif das auch klingen mag, springt er doch irgendwann über seinen Schatten und so vertragen sich Titania und Oberon schließlich. Oft lese ich im Internet, dass Shakespear den Namen Titania von Titaniae abgeleitet hat, welche in Ovids Werk "Metamorphosen" die Schwester der Titanen war. Ob die es einzig wegen der Übereinstimmung des Namens glauben oder noch mehr dahintersteckt, vermag ich nicht zu sagen. Wäre es nur wegen des Namens, wäre es meines Erachtens etwas dünn.


    Auch den Namen Aine habe ich hier und dort gelesen, fand jedoch keine Ursprungsquelle. Sie wird als Göttin der Sonnenwende angesehen, steht für Feuer Wärme, Geschwindigkeit, eben sehr sommerlich. Sie wird allerdings auch als Mutter oder Königin der Feen bezeichnet. Sie soll sie mit sterblichen Männern gezeugt haben. Es gibt zwar alte Sagen, wo der Name vorkommt, doch bei keiner ist klar erkennbar, dass es sich um eben diese Aine handelt, falls dem so sein sollte.


    Die Quellen waren natürlich wieder unter Anderem, Wikipedia und Youtube, wobei es zwei interessante Videos gab, die auch diese beiden Gestalten thematisierten, eines davon auf englisch. Auch das frwiki hielt her. Glücklicherweise haben sich die Quellen nicht widersprochen. Was Aine angeht, so waren die Infos hier besonders rar und so schaute ich auch auf Seiten wie artedea.net oder goettinnen. org nach.

  • Der Dämonengeschichten gibt es viele, doch zur Zeit interessiert mich nur eine, Lilith. Ich habe letztens in Schubladen gekramt und bin auf mein Schmuckkästchen gestoßen. Die meisten Stücke habe ich geschenkt bekommen und oft weiß ich schon nicht mehr von wem. Meinen Verlobungsring und das billig gearbeitete Herz, welches mir mein Mann (damals Freund) als Zeichen seiner Zuneigung schenkte, fand ich dort wieder. Vielleicht nicht die wertvollsten Stücke, aber wegen ihrer Bedeutung mir lieb und teuer. Von den Verwandten gab es dann noch Erbstücke und sie fanden es auch ganz wichtig, dass ich ein Kreuz als Kette besitze. Früher habe ich mich durchaus ausprobiert, doch inzwischen trage ich Schmuck nur noch, wenn ich dem Anlass entsprechend auszusehen habe oder der Schmuck symbolischen Wert für mich hat.


    Eine Kette hat als Anhänger Lilith und als ich sie das erste mal sah, wusste ich nicht, wer Lilith eigentlich ist. Ich dachte, es sei Eva, welche von der Schlange gerade überredet, regelrecht umgarnt wurde, in die verbotene Frucht zu beißen. Das hat die Verkäuferin zum Lachen gebracht. Sie erklärte mir, warum Eva und Lilith in ihrer häufig für Feministinnen wichtigen Bedeutung nicht gegensätzlicher hätten sein können. Wie wohl meine Verwandten auf das Schmuckstück reagiert haben? Weiß ich schon nicht mehr. Aber das Motiv ist eine wunderschöne Arbeit gewesen und da mich dieses anmutige Bild inspirierte, wollte ich sie unbedingt haben. Jeder Künstler braucht Inspiration.



    Lillith kommt in Spielen wie Darksiders, Darkstalkers und selbstverständlich Diablo 4 vor, wobei sie fast immer als dämonisches Wesen dargestellt wird. Auch im Vampireregelwerk aus der world of darkness, wurde sie verewigt.


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    Ihre Darstellungen als Dämonin oder gar als Vampir sind breit gefächert. Besonders häufig wird sie als Succubus dargestellt. Dämoninnen, welche den Männern ihren Samen stehlen oder sie gar töten. Das männliche Äquivalent ist der Incubus. Je nach Vorbildsquelle wird sie auch als Göttin oder Windgeist dargestellt. Oftmals sind Bilder zu finden, auf welchen sie von einer Schlange umgeben wird.


    Wer ist denn nun Lilith? Die Geschichte von Adam und Eva ist in der Bibel zu finden, doch Lilith nicht und das, obwohl sie die erste Frau des Adams gewesen sein soll. In der Bibel heißt es im ersten Buch Genesis, dem ersten Buch Moses, dass ein Mann und eine Frau geschaffen wurden. In Genesis 2, wurde Adam zuerst geschaffen und dann Eva aus einer seiner Rippen. Nun ließe sich es so interpretieren, dass Genesis 2 einfach nur präziser geschrieben wurde, aber es könnte auch bedeuten, dass nach jüdischem oder christlichem Glauben es zwei Schöpfungsphasen des Menschen gab. Übrigens ist das Wort Lilit in Jesaja 34 in der Bibel zu finden, jedoch in völlig anderem Zusammenhang.


    Lutherübersetzung der Bibel (2017):

    Jesaja 34 Vers 14: "Da werden Wüstentiere und wilde Hunde einander treffen, und ein Bocksgeist wird dem andern begegnen. Auch Lilit wird dort hausen und ihre Stätte finden".


    Im Alphabet des Ben Sira, eine Schrift aus der Zeit 700-1000 nach Christus wird eine kurze Geschichte von Lilith als erste Frau Adams erzählt. Während sie darauf bestand, mit Adam auf gleicher Stufe zu stehen, bestand Adam darauf, dass er niemals neben ihr liegen würde, ihr Platz sei unter ihm. Da verließ Lilith Adam, worauf hin dieser wiederum bei Gott die Lage beklagte. Gott sandte drei Engel zu Lilith und versuchte sie zu erpressen, indem er ihr die Wahl ließ, zurückzukommen oder jeden Tag hundert ihrer Kinder an den Tod zu verlieren. Lilith blieb bei ihrer Entscheidung und nahm den täglichen Tod von hundert ihrer Kinder hin, erklärte den Engeln aber ebenso, dass sie Kindern eine gewisse Zeit nach ihrer Geburt Krankheit bringen würde, es sei denn, die Kinder seien mit einem Amulett geschützt, welches Namen, Gestalt oder dergleichen der Engel (Es klang für mich so, als meinte sie die Engel. Siehe Text) auf sich trägt. Lilith wird als Mutter der Dämonen bezeichnet, weswegen sie daraufhin selbst als Dämonin betrachtet wird, die den Kindstod bringt.


    Diese Geschichte erklärt, warum Lilith heute ein Symbol für Gleichberechtigung der Geschlechter ist. Früher jedoch galt sie in der Geschichte als die Frau, welche die Frechheit besaß, nicht den angemessenen Platz als Adams hörige Frau einzunehmen, weswegen Adam danach eine hörige Frau mit Namen Eva bekam. Die Meinung: "Es ist Gottes Wille, dass die Frau des Mannes Untertan ist", scheint noch heute bei manchen Leuten existent zu sein. Als ich nach Dokus zu Lilith suchte, fand ich eine, wo der Erzähler genauso argumentiert hat. Das Video ist ein schönes Beispiel dafür, wie man es nicht macht und dort sind auch ein paar Fehlerchen zu finden, wie eben das Beziehen auf eine Übersetzung, wo viel Interpretation einfloss.


    Eine ebenso nicht neutral gehaltene Doku, aber dafür recht umfangreich, habt ihr hier. Der Erzähler dieses Videos ist nicht neutral, weil er im Bezug auf die Alphabeterzählung die selbe Meinung wie ich hat und diese ausspricht. Allerdings beleuchtet er sehr schön alle möglichen Quellen, nicht nur jene im Zusammenhang mit der Bibel oder dem Judentum.


    Andere Quellen? Welche wären das? Es gibt Steintafeln, sowohl mit Bildnissen als auch mit Keilschriften, wobei nicht immer völlig klar ist, ob sie es wirklich ist. Es wird vermutet, dass hinter unterschiedlichen Namen, darunter am naheliegendsten Lilitu, ein und das selbe alte Wesen steckt. Ob das wirklich so ist, ist nicht eindeutig zu sagen, aber es wäre nicht das erste Mal, dass Götter- oder Geisterfiguren sich ausbreiteten, in andere Religionen übernommen werden und sich dabei etwas verändern.


    Die älteste mir bekannte Quelle ist eine Erzählung über Gilgamesh oder Utu, da haben die Quellen unterschiedliche Namen genannt (spätestens 3. Jahrtausend vor Christus). Es ist zumindest die älteste Quelle, bei der ich die Zeit benennen kann. Hier geht es um einen entwurzenlten Baum, welchen Inanna mit in ihren Garten nahm, um ihn dort einzupflanzen. Sobald der Huluppubaum erstmal groß genug ist, würde sei sich Thron und Bett daraus zimmern. Doch als sie nach Jahren wiederkam, nistete im Baum der Vogel Anzu, eine Schlange nistete an den Wurzeln (Habe übrigens auch schonmal Drache gelesen) und im Stamm wohnte die Göttin/Dämonin Lilith. Im summerischem Original hieß sie Lildu, Inanna bat dann um Hilfe. In der einen Version den halbgöttischen König eines Menschenreiches, Gilgamesh und in einer anderen Version ihren Bruder Utu, wobei sie selbst eine Göttin war und ihr Bruder war ebenfalls göttlich.


    Meine Quellen waren: Der Gilgameshepos, wo ich die Geschichte mit dem Baum suchte, aber nicht fand. Vielleicht war ich zu müde, vielleicht ist sie dort nicht enthalten. Wikipedia, fragen.evangelisch.de, Bistumpresse.de, de-academic.com, sowie noch weitere Youtubevideos. Es war also ziemlich umfangreich, was daran liegt, dass Lilith als Thema sehr umfangreich ist.

  • Mantikor ist unser heutiges Thema und damit meine ich nicht den Panzer, sondern ihn hier:


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    Diese Figur stammt aus Ark, allerdings gab es das Fabelwesen schon im Modul zum selber bauen im ersten Neverwinter Nights. Der Mantikor ist aus DnD nicht weg zu denken.


    Der Mantikor kommt aus Persien und der Name leitet sich vom altpersischem Wort Martiyaxvāra ab, was Menschenfresser bedeutet. Es gibt ein Werk aus dem 5. Jahrhundert vor Christus, welches als die beste und älteste heute nutzbare Quelle betitelt wird, wenn es um Informationen über den Mantikor geht. Es handelt sich um Indica, geschrieben vom Griechen Ctesias, welcher Leibarzt des damaligen Königs Persiens war. Was ich gefunden habe, wurde nicht von Ctesias verfasst, bezieht sich aber auf den Originaltext. Da dieser aber wahrscheinlich auf latein verfasst wurde, hätte ich den eh nicht lesen können. Wenngleich die Fabel aus Persien stammt, so soll das Wesen laut diesem Buch (zu finden ab Seite 39) aus Indien stammen. Direkt zu Anfang des Absatzes wird das Aussehen des Mantikors in Zitaten aus dem Indica erläutert und danach sein Verhalten.


    Liest man sich die Beschreibung durch, so sieht das Wesen doch ein Stück anders aus als die Figur aus ARK. Es stimmt zwar überein, dass er einen Löwenkörper hat und auch dass er einen Schwanz mit Stachel (zusätzlich wohl noch ein paar Querstachel) wie bei einem Skorpion besitzt, aber im Indica ist zu Anfang nicht die Rede von Flügeln und außerdem besitze der Mantikor ein menschliches Gesicht mit grauen Augen und menschlichen Ohren, welche aber etwas größer sind. Das Fell sei zinnoberrot. Was die Flügel angeht, werden diese jedoch später als übliche Darstellung erwähnt, aber Autor dieses Buches hob dies nicht als Zitat des ursprünglichen Indica hervor. Wie vielen anderen Fabelwesen auch, wurde dem Mantikor häufig im Laufe der Zeit noch andere körperliche Eigenschaften angedichtet. Im Buch wird ein Mensch mit Namen Pausanias erwähnt, welcher davon ausging, dass der Mantikor aus dem Tiger heraus erfunden wurde. Der Tiger hat eine Rotfärbung, wenn man so will und im Vergleich zu manch anderen Tieren, sind die Schnauzen von Katzen nicht so weit hervorstehend, wenn auch die Gesichter nicht ganz so flach sind wie bei Menschen. Wenn der Skorpionschwanz nicht fehlen würde, wäre der Irrtum sehr wahrscheinlich. Im Buch sind Größenangaben, teilweise mit sehr altmodischen Maßeinheiten. Diese habe ich einfach mal weggelassen.


    Kommen wir zum Kampfverhalten. Seine Stacheln kann er verschießen wie ein Mensch Pfeile mit einem Bogen und sie wachsen sogleich wieder nach. Es gäbe aber ein Tier, welche gegen die totbringenden Stacheln immun seien, Elefanten. So würden Menschen auf Elefanten ausreiten, um einen Mantikor zu erlegen.


    Quellen: Mehrere Youtubevideos, welche alle das selbe sagen, was auch auf Wikipedia erwähnt wurde. Ansonsten befragte ich Wikipedia über Ctesias selbst. Die beste Quelle dürfte das Buch aus Oxford sein, welches sich mit Zitaten auf das Indica aus dem 5. Jahrhundert vor Christus bezieht. Die Informationen von Wikipedia widersprechen nicht derer aus dem Buch.