• Die Kosacken oder Cossacks ist ein PC Strategiespiel (bzw. eine mittlerweile dreiteilige Serie) die erstmalig vom ukrainischen Entwicklerstudio GSC Game World im Jahr 2000 released wurde. Während vergleichbare RTS Spiele jener Zeit wie Starcraft, Age of Empires oder Command and Conquer mit teilweise liebevoll gestalteter Kampagne und einzigartigen Völkern aufwartete, hatte Cossacks andere Qualitäten, nämlich ua. für damalige Zeiten konnten man richtig viele Einheiten zugleich befehligen und in epische Schlachten schicken oder ein sehr ausgeklügeltes Wirtschafts- und Militärsystem.


    Man kann in Cossacks eines von 16 (20 in der Erweiterung) Völkern auswählen, die sich aber nur marginal in ihrem Entwicklungsbaum unterscheiden, eher fällt der Unterschied in der Architektur der Gebäude auf. Anders, als zB. in Age of Empires, verbraucht alleinig das Instand halten von Gebäuden ständig zB. Holz und jeder Arbeiter verbraucht minütlich eine gewisse Anzahl an Nahrung, dafür sind Ressourcen unendlich, dh. man kann zB. eine Mühle samt Feld bauen und die Bauern ernten, was das Zeug hält, ohne, dass die Felder erneuert werden müssen. Auch Mienen, in denen Kohle oder Eisen abgebaut wird, sind unerschöpflich und können soweit ausgebaut werden, dass man bis zu 99 Bewohner in eine Miene schicken kann, damit sie dort die nötigen Rohstoffe abbauen. Unbeaufsichtigte Gebäude, bei denen sich keine Militäreinheiten in der Nähe befinden, können von Feinden übernommen werden, wobei eine Change besteht, dass das Gebäude automatisch niedergebrannt wird.


    Außergewöhnlich, wie erwähnt, die epischen Schlachten, die auf großen, offenen Karten stattfinden. Hierbei kann man sich mit Formationen, und div. Einheiten wie Kavalerie, Artillerie oder Infanterie wie auch Musketen oder Bogenschützen oder sogar Schiffen austoben und zig unterschiedliche Einheiten bauen, die man in großen Schlachten in den Kampf schickt. Solche Schlachten können dann auch schonmal mehrere Minuten dauern und fordern hunderte Opfer, die dann das Schlachtfeld übersähen.


    Die Kampagne bietet leider nicht viel Abwechslung, die Story wird in knappen Textboxen erzählt und die Missionsziele sind oft unklar oder teilweise ziemlich schwer zu erreichen. Die Stärke des Spiels liegt eindeutig im Skirmish. Ich habe unzählige Stunden damals verbracht, mein Militär aufzubauen und tausende Einheiten in die Schlacht zu bugsieren, wobei ich ein großer Fan der Musketiere war, weil die nebst Schüssen auch noch mit ihren Bajonetten angreifen konnten. Dahinter noch ein paar ordentliche Kanonen und dann war gleich mal Schicht im Schacht, vielleicht noch ein paar Mörser, wenn es der Feind unbedingt wissen wollte.


    Die Grafik war auch verhältnismäßig einfach, der Sound, welcher hauptsächlich aus Geräuschkulisse besteht, kann halt nicht mit zum Beispiel Age of Empires oder anderen RTS jener Zeit mithalten, aber ich fand Cossacks damals erfrischend anders und eben die großen Schlachten zu Land und zur See haben mir extrem gut gefallen.


    Die zwei Nachfolger habe ich zwar teilweise angespielt, aber ich kehre immer noch am liebsten zum Klassiker zurück.


    Hier ein kleines Gameplay Video

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

    #55: Salem Saberhagen

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    "Das war mal wieder ein Schuss in den Ofen, Miauz."

  • Hätte Cossacks damals einen Zähler gehabt, ich würde nicht wissen wollen wie viele Tausend Stunden ich damit verbracht habe. Cossacks: Back to War ist für mich bis heute ein Meisterwerk des RTS Genres. Es ist komplex, die KI ist brutal, die Schlachten für damalige Verhältnise der absolute Wahnsinn. Die Kanonen, die Reiter, die Linienschiffe - die Kämpfe sind einfach jedes mal verheerend. Es gibt keine absolute Gewinnstrategie, keine Einheit ist wirklich überpowert (Bis auf das Linienschiff des 18. Jh.) und grade das macht das Spiel so genial.


    Cossacks 2 kann man einfach ignorieren, denn das Spiel hat einfach nicht funktioniert. Nichts hat gepasst und das Gameplay war furchtbar.


    Cossacks 3 ist ein Paradebeispiel für ein gekonntes Remake: Es ist eine 100% exakte Kopie vom alten Cossacks, nur eben in total neuer Engine, neuer Grafik, neuem Interface und einer aktiven Community die tolle Mods produziert. Habe auch in das Remake dutzende Stunden versenkt, denn es ist genauso gut wie das Original.

  • Ich bin in der Vergangenheit nur auf Cossacks 2 gestoßen. Ich habe es nur recht wenig gespielt, aber viel zugeguckt. Hat definitiv viel Spaß gemacht und die Spiel-Serie ist mir recht sympathisch.


    Zum ersten Mal befasse ich mich mit Cossacks 1 (und 3) und sehe deutliche Unterschiede zum zweiten Teil, der viel mehr Fokus auf strategischen Kampf statt Micro-Management legt. Also wenn man die Mechaniken auflisten würde sieht Cossacks 2 deutlich übersichtlicher aus, spielt sich aber viel mehr wie ein rundenbasiertes Strategie-Spiel mit Nachdenkzeit. Ich sehe sofort wieso viele Fans des ersten Teils den zweiten nicht mögen und umgekehrt. Es ist einfach etwas völlig anderes.

  • Den zweiten Teil kenne ich glaube ich nicht mal. Kann sein, dass ich ihn irgendwo mal als Demo angespielt habe, aber aktiv kenne ich eben nur Cossacks 1 inkl. Back to War und Cossacks 3, welches ich mir kürzlich auf Steam geholt aber noch nicht so viel gespielt habe, kann da aber zitres zustimmen, es fühlt sich an wie der erste Teil nur eben zeitgemäßer.


    Was mich eben damals fasziniert hat, war, dass man echt bis zu 8.000 Einheiten (ich glaube es waren echt so viel) in den Kampf schicken konnte und das ohne Abstürze. Kann mich jetzt auch nicht erinnern, dass mein damaliger PC großartig geruckelt hätte, wenn dann mehr los war am Bildschirm.


    War schon episch, wenn dann so zwei Armeen mit jeweils mehrern hundert oder tausend Mann aufeinanderprallten, die Formationen sich verschoben, neu formierten und wieder zustießen. Man fühlte sich direkt in einen Film zur Bürgerkriegszeit in den USA versetzt, Musketenfeuer, Kanonen, überall rauch und am Ende war das Schlachtfeld übersäht mit Soldaten, die weniger Glück hatten, während hinter den Stadtmauern sicher die Wirtschaft blühte, Minen erweiter wurden, Felder bestellt wurden, die Zahlen nur so dahinratterten und immer neue Waffen und Technologien erforscht wurden, um dem Feind einen Schritt voraus zu sein.

    Und wenn garnichts mehr half und irgendwo Wasser in der Nähe war einfach eine Fette Fregatte reinschicken und ein Kanonengewitter auf den Feind niederprasseln lassen.

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  • Also das Spiel hat in vanilla eigentlich Bevölkerungslimits, die nur schwer hochgezogen werden können. Die Kasernen des 17. und 18. Jhd. und die Rathäuser erhöhen jeweils das Limit massiv, aber die Baukosten steigen exponentiell, womit man fast nie auf mehr als 2K Einheiten kommen kann. Der Trick ist aber einfach einen gegnerischen Bauern zu entführen, diesen dann weitere Rathäuser und Kasernen bauen zu lassen um das Limit weiter zu erhöhen. Aber 8K sind wirklich kaum machbar. Die KI schafft es auch leider im neusten Teil kaum mit großen Heeren umzugehen und setzt fast immer auf Geplänkel mit wenigen Hundert Truppen, die in regelmäßigen Takten angreifen.

  • Ja, das stimmt leider, was die KI betrifft, aber das ist mir in vielen anderen RTS Spielen auch schon aufgefallen, also kein Einzelfall, dass KIs in solchen Spielen eben derartig angreifen und weniger strategische Tiefe beweisen.

    Das hat mich aber ehrlich gesagt nicht gestört, ich habe dennoch mein fettes Heer aufgebaut und bereit gestellt, bis ich die gegnerischen Stellungen dann überrannt habe. Das Aufbauen des Heeres und der Wirtschaft macht mir in solchen RTS Spielen, die nicht nach 10 Minuten zu Ende sind wie beispielsweise Starcraft, großen Spaß und machen für mich auch einen Teil des Reizes aus. Da ist für mich nicht so schlimm wenn die KI dümmlich reagiert, hauptsache ich kann mich so richtig schön austoben auf meinen Weizenfeldern.

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