Was lest ihr gerade?

  • @Noa Ein sinnvoller Vorschlag, den ich auch sogleich umgesetzt habe, denn tatsächlich wird die Figurenkonstellation ziemlich schnell unübersichtlich. Habe zwar mal einen Film gesehen, aber das hilft auch nicht mehr wirklich, es verwirrt mich sogar fast ein wenig, zumal bei einem so dicken Buch die große Anzahl an Charakteren im Film natürlich untergeht.
    Und auch wenn ich noch nicht so viel russische Literatur selbst gelesen habe bisher (was ich aber so langsam nachholen werde, da ich leicht russophil bin), kann man wohl sagen, dass generell viel anspruchsvolle Literatur aus Russland kommt, vor allem Mitte, Ende 19. Anfang 20. Jahrhundert, aus dieser Zeit stammt viel Weltliteratur aus Russland, Tolstoi, Dostojewski, Puschkin, Gorki, Tschechow sind bekannte Namen, nach Tolstois "Krieg und Frieden" will ich mir auch Gorki und Dostojewski vornehmen. Speziell Dostojewski klingt interessant, da sein Werk als anspruchsvoll und tiefgründig gilt. Habe auch zu Anna Karenina einen Film gesehen, die Handlung war ebenfalls komplex.
    Ganz interessant ist auch das Leben der Autoren, Tolstoi und Dostojewski sagt man nach, sie seien ein wenig verrückt geworden.

  • Ja, auf die Russen werde ich noch öfters zurückkommen. Was mich an den wichtigen Werke der russischen Literatur aber interessiert und auch erstaunlicherweise recht oft ein wichtiges Merkmal ist, wie die damalige Zeit gut eingefangen wird und man dort historisch mit daraus mitnehmen kann.
    Über Tolstoi bin ich da nicht so genau informiert, aber er hatte auch einige große Veränderungen durchlebt und war nicht immer finanziell abgesichert. Ist bei Dostojewski ähnlich. Bei ihn kommt aber noch hinzu, dass er im Exil leben musste, fast zu Tode verurteilt wurde etc.
    Das grandiose an diesen beiden Schriftstellern ist ja gerade, dass ihre eigene Umstände, der finanziellen Not, Krankheit und politische Ablehnung sich zum großen Teil in ihren Werken wiederfindet. Sie umschreiben was sie selbst in ihrer Zeit sehen, selbst erleben und fühlen.
    Aber wie gesagt, hab bisher nur Krieg und Frieden und Anna Karenina gelesen, während ich aktuell zeitgleich Schuld und Sühne und Die Brüder Karamasoff lese.



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    - Spike Spiegel from Cowboy Bebop

  • Mit Rat der Neun bin ich jetzt fertig, nachdem ich noch Selection: Die Elite und Tote Mädchen lügen nicht dazwischen geschoben hatte. Das Buch hatte anfangs viele Längen und ich hatte kaum Lust, weiterzulesen. Am Ende stieg die Spannung und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Den zweiten Teil hole ich mir auch irgendwann. Zu schade, dass noch nicht mal ein Erscheinungstermin bekannt ist.


    Gerade lese ich Die Kane-Chroniken: Die rote Pyramide, den ersten Band der Kane-Chroniken.
    In diesem Buch geht es um die Kane-Geschwister, die nach dem Tod ihrer Mutter getrennt aufwachsen mussten. Während Carter mit seinem Vater um die Welt reist, wächst Sadie bei ihren Großeltern in London auf. Als die beiden am Heiligabend in London aufeinander treffen, passieren einige unvorhersehbare Ereignisse:
    Als ihr Vater in einem Museum versucht, ägyptische Götter zu beschwören, wird er von einer geheimnisvollen Gestalt entführt. Carter und Sadie suchen nun nach einer Möglichkeit, ihn irgendwie zu retten, während sie immer mehr Details über ihre Verbindung mit den Pharaonen erfahren und außerdem immer häufiger auf ägyptische Götter treffen...


    Ich bin schon bei der Hälfte.

  • Ich lese gerade ES von Stephen King. Das Buch hatte ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit hier daheim herumliegen, bin aber nie dazugekommen, es mal anzupacken. Ich kannte nur den Film und habe mich nun vor einiger Zeit dazu entschieden, endlich mal das dazugehörige Buch zu lesen. Bis jetzt gefällt es mir sehr gut, ich habe ca. 450 Seiten gelesen. Aber gut, mir gefällt so ziemlich alles von Stephen King, hehe.


    Wie auch in vielen anderen Werken schafft es Mr. King mich völlig in seine Welt einzusaugen. Er ist einer der wenigen Autoren, bei dem ich es schaffe, völlig in der Szene bzw. in der Situation "dabei" zu sein, mitzufiebern und alles um mich herum zu vergessen. Die Story ist recht gut und insbesondere die Charaktere sind in diesem Buch ausgesprochen gelungen.

  • Die Kane-Chroniken: Die rote Pyramide habe ich jetzt beendet. Zwar habe ich die anderen zwei Bände auch noch ungelesen zu Hause, allerdings brauche ich mal eine Pause von der Serie, da ich den ersten Band eher mittelmäßig fand.


    Gerade lese ich Selection- Der Erwählte. Das ist der dritte Band der Selection-Serie, der den ersten der beiden Handlungsabschnitte abschließen soll. Im letzten Handlungsabschnitt soll es meines Wissens nach um die Tochter Americas gehen.
    In diesem Band soll sich America ja endlich entscheiden, ob sie jetzt ihre Jugendliebe Aspen oder Prinz Maxon haben will. Eigentlich ist es mir ja egal, auf wen die Wahl fällt, da ich die beiden eher uninteressant finde. Eigentlich lese ich die Serie eher wegen den Nebencharakteren.

  • Die Novelle Im Krebsgang von Günther Grass. Ein bemerkenswertes Buch über die fatalen Folgen des Fanatismus und die kollektive Verarbeitung der Vergangenheit. Im gewohnten Stil beschäftigt sich Grass sich hier ausführlich mit dem Untergang des Schiffs Gustloff, sowie der Ermordung des Namengebenden Funktionär. Ein beachtliches Ergebnis über zeitgemäße Kritik an der rechten Politik, ohne sich von dieser Bewegung instrumentalisieren zu lassen, obwohl gerade das Thema in der Szene Anklang fand.



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  • Aktuell habe ich mir Die verlorene Ehre der Katharina Blum von Heinrich Böll vorgenommen. Ein Werk welches man bewusst offen empfangen muss, da die geschilderte Geschichte um der Konstruktion von Boulevard Zeitungen und ihre Praktiken scharf kritisiert und als Mittel zur Selbstjustiz dargestellt wird. Ist also eine unvermeindliche Schilderung der 70er Jahre und in gewissen Zügen auch faszinierend zu lesen, aber auch erschreckend zu erkennen, was für ein Potenzial zur Gewalt hier erläutert wird. Der Beititel Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann suggeriert die Thematik tadellos.



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  • Neben erwähntem Krieg und Frieden (Lew Tolstoi), bei dem ich mich langsam auf die 300 Seiten zubewege, ohne dass es langweilig wird (aber da es sehr lang ist, habe ich doch das Bedürfnis ab und zu was anderes zu lesen), lese ich derzeit noch andere Dinge, allen voran die kürzlich gekauften Chroniken des Cthulu-Mythos I, die, wie der Name ja sagt, die Geschichten des Autors H.P. Lovecraft vereinen, die zum Cthulu-Mythos gezählt werden. Da sind einige äußerst bizarre und unheimliche Geschichten dabei, bisher sind mir vor allem "Die Musik des Erich Zann" und "Das Fest" im Gedächtnis geblieben, derzeit lese ich "Der Ruf des Cthulu", die erste Geschichte die sich namhaft selbst mit dem titelgebenden Ungeheuer beschäftigt. Ich würde schon behaupten, dass einige dieser Geschichten wirklich unheimlich sind, sie lassen sich auch teilweise nur schwer mit den bizarren und metaphysischen Geschichten um Randolph Carter vergleichen, ausgenommen, die "Traumsuche nach dem unbekannten Kaddath", welche sich horrormäßig teilweise ähnlicherer Elemente bedient. Genauere Ausführungen werde ich beizeiten im entsprechenden Thread niederschreiben. Es sei nur jedem empfohlen, speziell Freunden des Horror-Genres (was ich erst so langsam für mich entdecke), denn hier liegen wohl mit die Ursprünge von diesem.


    Das Horror-Genre ist ein gutes Stichwort, denn an dessen Ursprünge wollte ich mich noch näher herantasten und besorgte mit die gesammelten Werke von Edgar Allan Poe, in Originalsprache. Der Schreibstil ist an sich nicht so archaisch und eher einfach zu verstehen, Probleme machen mir einzig und allein die ungebräuchlichen Vokabeln. Ich hoffe und glaube aber einfach mal, dass wenn ich eine Weile darin lese, dass ich dann weniger nachschlagen muss und nur der Einstieg zäh ist, eigentlich bin ich sogar davon überzeugt.
    Lovecraft wird als Vater des modernen Horrors gesehen, Lovecrafts Vorbild war wiederum Poe, dessen Einfluss ist also deutlich. Überdies beeinflussten sein Werk auch den Krimi und Science-Fiction, er schrieb neben Kurzgeschichten auch einige etwas längere Geschichten und zahlreiche Gedichte.
    Die erste Geschichte die mir das Buch präsentiert, kann man eindeutig dem Science-Fiction zurechnen, "The Unparalleled Adventure of One Hans Pfaal" beginnt in Rotterdamm, mit einem riesigen und eigenartigen Luftschiff. Nun ja, aber hier werde ich mich nocht weiter vertiefen müssen, was angesichts anderer Bücher vielleicht noch etwas dauern wird.

  • Ich muss zugeben, dass ich was Bücher angeht oftmals Probleme habe aus meiner „Komfort-Zone“ rauszugehen – deswegen lese ich auch fast ausschließlich nur Horror und Thriller, vorzugsweise von Autoren bei denen ich weiß, dass sie mir gefallen… da ich aber so kaum an genügend Lesestoff komme, lass ich mich halt schon immer dazu breitschlagen, wenn ich mal was sehe bei dem mich z.B. der Einband anspricht.


    So kam es auch dazu, dass ich mir unter anderem Das Lächeln deines Mörders von Karen Rose gekauft habe. Aus einer Laune heraus wollte ich als Erstes reinschnuppern und obgleich der Schreibstil wirklich solide bis gut ist und der Fall des Vergewaltigers / Serienmörders schon spannend aufgebaut ist, bin ich gerade genervt vom Inhalt.
    Man muss dazu sagen, dass ich bisher noch nicht so weit bin und meine Aussage daher mit Vorsicht zu genießen ist, aber ich muss mich gerade einfach darüber auslassen: Der „Romanze-Part“, welcher gerade beschrieben wird, ist Gift. Für mich braucht es jetzt generell keine Romantik in meinen blutrünstigen Romanen, aber wenn es ein Sub-Plot ist – von mir aus. Aber wie sich der Protagonist der Geschichte und die Lehrerin seines Sohns anschmachten ist nicht mehr feierlich und wirkt pubertär. Klar können auch erwachsene Menschen Schmetterlinge im Bauch haben, aber die benehmen sich wie 13 jährige Teenager, welche noch niemals einer attraktiven Person vom anderen Geschlecht begegnet sind. WIE OFT Jenna mittlerweile (innerhalb von zwei Kapiteln, in denen die Beiden miteinander interagieren!!!) betont hat, wie super straff und breit die Schultern von Agent Thatcher sind ist einfach anormal.
    Per se habe ich übrigens nichts gegen Kitsch – wenn es passt. Aber das tut es hier einfach nicht. Wie die aufeinander abgehen, wie kleine Schulmädchen rosa an den Bäckchen werden und weiche Knie bekommen, nur weil die Arme sich kurz berühren… einfach nur lächerlich und ich hoffe wirklich sehr stark, dass der Schmus aufhört, extrem nebensächlich ist oder irgendwann mal anfängt glaubwürdig zu sein – sonst wird das ein extremer Minuspunkt und für mich das Erlebnis auf ganzer Ebene runterziehen.


    Die Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben, bin ja wirklich noch nicht weit (vielleicht 1/10), aber wenn ich jetzt heute noch einmal lesen muss WIE BREIT die Schultern von Loverboy sind, lege ich das Buch für heute (und vielleicht die nächsten Tage) aus der Hand.

  • Mit dem ersten Band der Kane-Chroniken bin ich schon seit einigen Tagen fertig. Zwar könnte ich jetzt den zweiten Band auch noch lesen, aber es gibt gerade ein anderes Buch, was mich mehr interessiert:


    Rabenschatten: Das Lied des Blutes
    Das Buch ist der erste Band einer Reihe, die meines Wissens nach eine Trilogie ist.
    In dieser Reihe geht es um Vaelin al Sorna, der einst nur ein einfacher Junge war, der von seinen Vater zu einem Kriegerorden gebracht wurde, um dort das Kämpfen zu erlernen. Jahre später ist Vaelin ein Krieger, der fast überall auf der Welt bekannt ist. Er wird nun in einem Schiff zu dem Ort gebracht, wo es für ihn um Leben und Tod geht. Während der Fahrt erinnert er sich an seine Vergangenheit...


    Ich fand die Geschichte interessant, also habe ich mir das Buch geholt. Allerdings bin ich noch nicht besonders weit.

  • Ich hab heute Morgen mit der Reclam Ausgabe von Peter Kempers The Beatles angefangen. Ein kurzes und bündiges Buch in den die wenigen Jahre der vier Pilzköpfe vereinfacht wieder gegeben werden. In den unterschiedlichsten Situationen werden auch die Idole der Fab Four auch stigmatisiert. Hinterlässt ein faden Beigeschmack für ein großen Fan. Aber ist zu verschmerzen.



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    - Spike Spiegel from Cowboy Bebop

  • Ich lese gerade Der Wildtöter von James F. Cooper. Ist sozusagen eine Verzweiflungstat, da ich gerade sonst nix neues zur Hand habe, es irgendwie seit Ewigkeiten in meinem Regal rumstaubt und ich mit dem Westerngenre in Buchform nie viel anfangen konnte. Ist aber leichter Stoff für Zwischendurch, so eine Wilder Westen-Abenteuergeschichte, wie sie kleine Jungs heimlich unter der Bettdecke lesen, um das imaginär Erlebte am nächsten Tag im Wald nachzuspielen. Ob ich mir danach die restlichen vier Romane um die Hauptfigur "Wildtöter" und seinen Indianerfreund Chingachgook reintue.. mal sehen. Die Langeweile wird entscheiden :D

    Erlaube mir, dich zu warnen, dass es ein gefährliches Unterfangen ist, meine Genialität in Frage zu stellen; es könnte deinen Tag um einiges surrealer machen.


  • Seit meinem letzten Post habe ich wieder vier Bücher beendet, wobei drei davon in der Kategorie "Self-improvement" einzuordnen sind. Richtig geholfen hat mir davon aber nur So Good They Can't Ignore You, wobei es mir karriere-/studientechnisch auch nicht geholfen hat, eher eine Entscheidung zu treffen. Aber auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass das ganze Gerede über das Verfolgen seiner Leidenschaft nicht zwingend richtig ist.


    Vor einer Woche habe ich mir Der Alchimist gekauft und es prompt an einem Tag, an dem ich sogar noch arbeiten musste, zu Ende gelesen. Bis auf die paar Stellen, in denen von Gott die Rede ist, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es war einfach ein schönes Buch, das nur so vor Optimismus und Lebensfreude strotzt. Mir kamen die Weisheiten, die ich größtenteils schon kannte, manchmal etwas zu aufgesetzt, aber für jemanden, der mit so etwas weniger vertraut ist, enthält das Buch viel Weisheit.


    Momentan lese ich kreuz und quer und alles parallel. Fluent Forever: How to Learn Any Language Fast and Never Forget It kann man auch mit "How to use Anki" zusammenfassen, wobei da schon mehr enthalten ist. Für Leute, die das beste aus ihren Karteikarten herausholen wollen bzw. eine Sprache lernen wollen nur zu empfehlen! Vor allem die Tatsache, dass man Bilder zu den Wörtern suchen und einfügen soll war mir neu.


    Daneben lese ich Die Macht der Geographie von Tim Marshall. Hier wird anhand von 10 Karten (darunter Russland, China, die USA, der Nahe Osten oder Japan und Korea) die heutige Weltpolitik erklärt. Sehr interessant, wenn auch nix, was man mal nebenbei lesen kann. Tim Marshall zeigt auch viele geographische Limitationen wie die vereisten Häfen von Russland auf und erklärt so, warum für Putin die Krim so wichtig ist.


    In die Wildnis von Jon Krakauer lese ich ebenfalls gerade, allerdings bin ich noch nicht sehr weit. Ich finde es schade, dass man den interessanten Trip von McCandless' nur durch Hinweise und Berichte von anderen zurückverfolgen kann, ich dachte immer, das wäre autobiografisches Material. Aber nachdem McCandless am Ende verunglückte bleibt wohl keine andere Wahl.


    Die Känguru-Chroniken habe ich fast durch. Kurz zusammengefasst geht es um den Autor, an dessen Tür eines Tages ein kommunistisches Känguru anklopft. Erst will es nur Zutaten für einen Eierkuchen, dann zieht es bei ihm ein. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, was dem Buch und den witzigen Situationen gut tut. Selten musste ich so viel lachen bei einem Buch, kann ich nur empfehlen! Ich hoffe, dass die zwei folgenden Bücher der Trilogie genauso gut sind.


    Als nächstes steht noch Augustus von John Williams auf der Liste. Nach House of Cards dürstete es mich nach einem politischen Roman, da kam mir Augustus gerade recht.

    No bird soars too high,
    If he soars with his own wings.
    - William Blake

  • @m4xwll Respekt, ich warte momentan drauf, dass mich mal wieder die Motivation packt, mehrere Bücher die Woche durchzuackern. Cool finde ich auch, dass du dich da für viele verschiedene Dinge interessierst :)


    Ich selbst habe nun Der Leibarzt der Zarin von Konsalik gelesen. Der hat ja ein paar echte Bretter wie "Das geschenkte Gesicht" oder "Schloss der blauen Vögel" rausgehauen, aber leider auch viel Schund. So wie das oben erwähnte. Eine kleine, gar nicht mal so putzige Hassliebes-Geschichte um Iwan den Schrecklichen, seiner Zarin Marja und ihrem Arzt Dr. Andreas Trottau, mit dem gemeinsam sie Iwan stürzen und die Herrschaft über Russland übernehmen will. Konnte mir damit ein wenig Zeit totschlagen, da es gerade hier rumliegt, aber das Gelbe vom Ei war es nicht. Da fehlen mir wohl noch so 40-50 Jahre auf dem Tacho, um mich für derlei Groschenromane begeistern zu können.


    Jetzt will ich mal schauen ob ich es schaffe, mich durch Dunkellicht zu kämpfen, worüber ich hier bereits - mit wenig Begeisterung - berichtet hatte.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Vincent Delacroix ()

  • Mit Rabenschatten bin ich jetzt fertig. Das Buch war recht interessant, wobei ich nicht erwartet hätte, dass die Handlung ab der Hälfte sehr viel schneller abgehandelt wird. So langsam, wie die Geschichte anfangs erzählt wurde, hätte ich gedacht, dass die Geschichte um Vaelins Vergangenheit wahrscheinlich erst im dritten Band fertig erzählt wurde. Was ich eher schlecht fand, dass im Buch die ganze Zeit auf den einen Kampf hingearbeitet wurde, dieser dann aber in etwa einer halben Seite kurz erzählt wurde. Erinnert mich etwas an Der Besuch der alten Dame, wobei es in diesem Buch nicht um einen Kampf, sondern um den Tod eines Hauptcharakters ging.
    Die nächsten Bände werde ich mir noch nicht holen, da ich noch einige andere Bücher zu lesen habe.


    Gerade bin ich an zwei Büchern dran.
    Das erste Buch ist Die Kane-Chroniken: Der Feuerthron. Das ist der zweite Band der Kane-Chroniken und handelt davon, wie die Geschwister sich auf die Suche nach Re machen, um den Weltuntergang zu verhindern.
    Das zweite Buch ist Das Schlangenschwert, dass von einem Jungen handelt, der kurz nach dem Tod seiner Eltern seinen Heimatplaneten verlässt, um irgendwo anders ein neues Leben zu beginnen, und dabei in einen Konflikt zwischen gerechtigkeitssuchenden Rittern und einem Imperium gerät. Die Geschichte hat etwas von Star Wars.

  • Ich hab vor wenigen Tagen zusammen mit @Lanayru angefangen Die Stadt in der Wüste von Antoine de Saint-Exupery (der Autor von Der kleine Prinz) zu lesen. Für mich ist es der glaub nun dritte Durchgang. Bisher haben wir zwar nur das Vorwort des französischen Herausgeber durch gelesen, aber für dieses Werk sollte man sich eh viel Zeit lassen, da Antoine selbst sich alle Zeit und Muse der Welt für dieses Werk genommen. Wer nicht unbedingt eine durchgehende Handlung braucht und sehr empfänglich für die Magie der Worte, ihre Klang und Wirkung ist, der sollte sich dieses reich halte Werke mal vormerken. In seiner sprachlichen Kohärenz ist das Werk von Saint-Exupery gut vergleichbar mit Zaratustra von Nietsche.
    Diese Poesie ist für die Zeit erschaffen worden, ebenso wie der Schauplatz des Werkes auch den Sand der Zeit überdauern wird. Etwas womit die Seele ruhen kann und man nur die Zeit ernährt. Dieses Buch mochte in Ruhe und mit Geduld gelesen werden, aber auch mit wachsamen Augen und viel Freude. Ein sehr schönes Buch. Ich freue mich auf die erneute Erfahrung und seine Wirkung.



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  • 5 Tage später und ich habe wieder drei Bücher beendet. Gestern dachte ich mir dann, dass ich vielleicht weniger das Abschließen des Buches als vielmehr den Prozess des Lesens wertschätzen sollte. Ich lese Bücher vielmehr deshalb, um sie abgeschlossen zu haben, ist mir gestern aufgefallen. Wäre mal ne Überlegung wert, das zu ändern. :S


    Endlich habe ich In die Wildnis von Jon Krakauer durch und ich bin gespalten. Auf der einen Seite interessant und fast schon detektivisch, wie Krakauer die Reise des McCandless' nachverfolgt und andere Beispiele hinzuzieht, um sein Verlangen nach der Wildnis verständlich zu machen. Es ist irgendwie schön, dass eine "unbekannte" Person wie Chris McCandless nach seinem Tod eine Art Biografie erhalten hat, auch wenn er davon jetzt nix mehr hat. Auf der anderen Seite teile ich aber nicht die Meinung, dass das Buch irgendwie die Lust nach Abenteuer/Reisen weckt. Das dachte ich nämlich, als ich es kaufte, aber da schon mal die Ich-Perspektive des Erzählers bzw. eindeutige Informationen zur Reise fehlen, weckte das Buch in mir eher Langeweile. Mir fehlte ganz einfach die emotionale Verbindung, wie toll wäre es gewesen, wenn man die Kanufahrt oder die Jagd aus Sicht des Erlebenden gelesen hätte? Ich kann verstehen, wenn Leute das Buch mögen, aber für mich eher Mittelmaß.


    Die Känguru-Chroniken las ich noch am Tag davor. War auch ein tolles Buch, vor allem die politische und gesellschaftliche Kritik war sehr pointiert und deshalb einfach lustig. Den zweiten Teil habe ich mir gleich gekauft und schon ein wenig gelesen. Am besten hat mir wohl gefallen, dass das Buch in seiner Form so kreativ geschrieben wurde. Einmal wird ein kurzes Kapitel wie ein Drehbuch mit den Einstellungen geschrieben, dann wechselt der Erzähler (nach Kritik des Kängurus) in die dritte Person oder schreibt bei einem bayrischen Polizeibeamtem "sogt er". Das Hörbuch soll ebenfalls sehr unterhaltsam sein, und nachdem die Kapitel so kurz sind, ist es wohl auch perfekt für kürzere Autofahrten.


    The Wisdom of Insecurity: A Message for an Age of Anxiety von Alan Watts habe ich gestern angefangen und auch gleich beendet. Das Buch habe ich schon eine ganze Weile hier liegen und nun habe ich mich dazu aufgerafft, das Buch zu lesen. Obwohl ich die ganzen Philosophien schon kannte, konnte ich doch etwas Neues daraus entnehmen. Kurz gesagt beschreibt Watts hier grob die grundlegenden buddhistischen Prinzipien und fordert den Leser auf, sich dem Gefühl der Unsicherheit mehr hinzugeben, denn Sicherheit existiert so nicht. Erst wenn wir uns unseren Gefühlen wirklich hingeben, ohne sie zu bewerten, und im Moment leben, können wir die großen Hürden schaffen. Wenn man dem Schmerz nicht ausweicht, sondern ihn ausnahmsweise zulässt, ohne an ein "Ich" zu denken, dass jetzt verletzt ist, dann ist er um einiges weniger schlimm. Das Schlimmste am Schmerz bzw. negativen Gefühlen ist ja oft die Tatsache, dass wir ihn nicht wollen. Alan Watts beschreibt auch depressive Gefühlsregungen. Wenn jemand sich bei jeder depressiven Stimmung in Alkohol flüchtet, begräbt er das Gefühl ein wenig, nur damit es beim nächsten Mal etwas stärker zurückkommt. Alan Watts' Lösung gegen die Unsicherheit ist, im Moment zu leben. Denn dieser Moment ist unendlich und alles spielt sich jetzt ab. Auch Erinnerungen an die Vergangenheit geschehen im Präsens. Falls jemand einen Einstieg in die "Ichlosigkeit" des Seins und die Verbundenheit mit allen Wesen oder einfach Rat fürs Leben braucht, der sollte dieses Buch in Erwägung ziehen.


    Augustus habe ich gestern angefangen und ich weiß nicht, ob es einfach der Schreibstil des Autors ist oder er ihn aufgrund des Themas bewusst so gewählt hat, auf jeden Fall klingt die ganze Sprache sehr alt und man hat zuweilen wirklich das Gefühl, alte römische Briefe zu lesen. Bis jetzt gefällt mir der Roman, die römische Zeit ist sehr faszinierend und in gewisser Weise relevant für uns.


    Die Macht der Geographie und Fluent Forever lese ich nebenbei, aber da es Sachbücher sind, lasse ich mir mehr Zeit. Nachdem @Sylph im Chat so davon geschwärmt hat, habe ich mir Die Königsmörder-Chroniken 1: Der Name des Windes bestellt und ich bin schon wahnsinnig gespannt drauf. :) Siddhartha von Herman Hesse sollte nächste Woche auch ankommen, ehrlich gesagt habe ich das Buch vor allem wegen des schönen Covers gekauft. Natürlich weiß ich, welche Perle der Literatur ich gekauft habe, aber die Geschichte des Buddha habe ich schon zu oft gehört, als dass ich ein Verlangen nach dem Buch von Hesse gehabt hätte.

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  • Zum Ende meines Urlaubs habe ich etwas, ja ganz was literarisch hochwertiges zu Ende gelesen, das sicherlich einst in den Zenit der von menschlicher Hand erschaffenen Meisterwerke aufsteigen wird: Die Tribute von Panem. Was soll ich sagen; ich hatte einfach Lust auf nette, unverfängliche Teenager-Tragödien mit so zuckersüßen Problemen wie, wen knutsche ich heute und wer liebt mich wohl mehr? Jedenfalls habe ich alle drei Bücher mit großer Unterhaltung gelesen. Klar, sie waren natürlcih keine Meisterwerke, aber gut zu lesen, schön spannend und einfach das perfekte für ausgedehnte Balkon-Morgende unter dem Sonnenschirm. Überrascht hat mich die große Nähe zu den Filmen, die ich insgesamt auch ganz gerne mag. Von den Filmen, zu denen ich die Literarvorlage gelesen habe, liegen die Tribute von Panem tatsächlich mit Abstand am nächsten an den Büchern. Somit gab es zwar für mich keine Überraschungen mehr, hatte ich aber ohnehin nicht erwartet. Fazit: Für mich genau die richtige Hirnabschalt-Sommerurlaubslektüre.


    That's when you know you've found somebody really special, when you can just shut the fuck up for a minute and comfortably share a silence.

  • Die Kane-Chroniken: Der Feuerthron habe ich jetzt fertig. Eigentlich wollte ich ja jetzt Das Schlangenschwert lesen, aber dieses Buch habe ich nun für ein anderes Buch pausiert:


    Into The Water von Paula Hawkins.
    In diesem Buch geht es um Julia, die wenige Tage vor dem scheinbaren Selbstmord ihrer Schwester Nel von ihr angerufen wurde. Es heißt, Nel hätte sich von einer Klippe gestürzt. Auch, wenn Julia sich sicher ist, dass Nel nicht freiwillig gesprungen wäre, kehrt sie nach Beckford zurück, um sich dort um Nels Tochter zu kümmern. Dort muss sie sich den Schatten der Vergangenheit stellen...

    Edit: Ich finde Into The Water bis jetzt eher mittelmäßig. Es hat zwar seine Momente, hat aber bis jetzt noch nichts wirklich herausragendes. Vielleicht kann mich das Buch ja wirklich überzeugen, wenn ich es beendet habe.

  • Eine Woche ist seit meinem letzten Beitrag vergangen, drei Bücher habe ich in der Zwischenzeit beendet. Das ging aber auch nur, weil ich außer Arbeiten und Lesen nicht viel gemacht habe.


    Siddhartha wurde am Tag des Kaufes gleich abgeschlossen. Ich dachte ja erst, dass das Buch die Geschichte des Buddhas, des Siddhartha Shakyamunis beschreibt, aber weit gefehlt. Der Buddha hat auch einen Auftritt darin, allgemein geht es um spirituelle Suche. Viele Aspekte der Geschichte kamen mir vertraut vor, z.B. die spirituelle Suche, gefolgt vom exzessiven Nachgehen der eigenen Gelüste, nur um dann wieder auf den rechten Pfad zu kommen. Das Leben des Siddhartha wirkt sehr wirr, doch auch auf seine eigene Weise real. Unkommentiert bleiben manche Erkenntnisse die er hat, die sich später offensichtlich als "falsch" erweisen. So wird nicht im Vorhinein erzählt, was später passiert, man befindet sich immer in der Gegenwart, interessiert, welchen Pfad Siddhartha als nächsten einschlägt. Der Unterton des Buches kam mir einerseits sehr weise und gleichmütig, andererseits auch etwas tragisch vor - der beste Freund von Siddhartha schließt sich dem Buddha an und macht nur wenig Fortschritt, während Siddhartha, der scheinbar ziellos vor sich hinlebt, dank weisen Wegbegleitern Einblick in die wahre Natur der Dinge bekommt.


    Augustus von John Williams ist wohl sprachlich in der gleichen Sparte anzusiedeln. Geschrieben ist das Buch fast schon nüchtern, die Wahl des Briefromans verstärkt diesen Aspekt. Man bekommt einen Einblick in die Zeit des Augustus' (größtenteils Fiktion um reale Ereignisse gesponnen, soweit ich weiß), der sehr unaufgeregt ist - Brief folgt Brief folgt Tagebucheintrag. Über drei Teile hinweg wird sein Wirken beschrieben, bis auf den letzten Teil jedoch immer aus der Perspektive der anderen. Erst im dritten Teil des Romans meldet sich Augustus, der frühere Geschehnisse nun in einem völlig anderen Licht erstrahlen lässt und philosophisch weise über das Leben und den Zustand Roms sinniert - hier zeigt sich die Aktualität des Buches erst so wirklich, besonders an dieser Passage:

    "In den letzten Jahren kam mir immer mal wieder der Gedanke, dass der dem Menschen angemessene Zustand, also jener, in dem es ihm am besten geht, gar nicht ein Leben in Wohlstand, Frieden und Harmonie ist, wie ich es für Rom mit all meinen Anstrengungen herbeizuführen suchte. [...] Wir leben den römischen Wohlstand. Kein Bewohner Roms, sei er auch noch so arm, muss ohne eine tägliche Ration Korn auskommen. [...] Und doch bemerke ich im Gesicht der Römer einen Blick, der Böses für die Zukunft ahnen lässt. Ehrlicher Annehmlichkeiten überdrüssig sehnen sie sich nach jener Korruption zurück, die den Staat fast die Existenz kostete. Obwohl ich dem Volk zur Freiheit von Tyrannei, Macht und Herkunft verhalf, zur Freiheit, jederzeit ungestraft reden zu können, wurde mir vom Volk wie vom römischen Staat die Diktatur angeboten [...]"

    Nach diesen zwei sehr beeindruckenden Werken etwas Entspanntes: Das Känguru-Manifest. Wie der erste Teil ein sehr unterhaltsames Buch, das voll von Witz und politischer Kritik ist. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. :P


    Jetzt bin ich an Der Name des Windes von Patrick Rothfuss dran, wobei mich der Mix aus Gewicht und Größe des Buches gerade demotivieren, weiterzulesen. Die Schwarze Harfe von Gravity Assist bekomme ich die Woche auch noch, das Buch wurde von einem Autorenkollektiv geschrieben, ich bin auf jeden Fall gespannt.

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