Sega Dreamcast

  • Die Dreamcast ist am 27.11.18 in Japan erschienen (In Deutschland soweit ich weiß im Oktober 1999) und hat somit jüngst ihren 20. Geburtstag gefeiert.


    20 Jahre!!!! Wahnsinn. Den letzten Flashback habe ich mir mit dem Shenmue Remake gegönnt und diese Anschaffung war kein Fehler. Es ist schon erstaunlich was die Entwickler damals zustande gebracht haben und ich habe sofort Erinnerungen an mein 16 jähriges Ich bekommen und wie fasziniert ich damals von diesem Meisterwerk war!


    Die Dreamcast hat damals sofort mein Interesse geweckt. Mein Onkel hat sie sich sofort nach Release angeschafft (Hat er grundsätzlich bei jeder Konsole) und ich war zu diesen Stichtagen stets sein erster Tag! Aufgrund meiner finanziellen Verhältnisse (Ich hatte quasi gar kein Geld) war ich immer auf die Gastfreundlichkeit meines Onkels angewiesen. Von meinem letzten (Kommunions) Geld hatte ich mir das N64 zwei Jahre zuvor angeschafft und von der Anschaffung einer neuen Konsole war ich genauso weit entfernt wie der Pluto von der Sonne.


    Sofort begeistert war ich von der astreinen 128-Bit Optik. Man war das Fett!!!


    Ich sah bei meinem Onkel Sonic Adventures, Ecco the Dolphin und meinen absoluten Liebling Crazy Taxi (Meine persönliche Liebe zum Punk Rock wurde hier geboren dank des unfassbaren Soundtracks von The Offspring und Bad Religion).


    Ich hatte die Verpackung der Dreamcast in meinen Händen, diese blau-metallic schimmernde, edel wirkende Verpackung und mir war eines klar: ich muss diese Konsole haben!!!!!


    Ich sprach mit meiner Mutter. Hartnäckig, eine Woche lang. Ich konnte sie letztendlich davon überzeugen mein Sparkonto leer zu räumen und selbst einen Teil zu dieser Konsole beizutragen. Ich gab ihr vor, diese Konsole sei wichtig um an der Schule am Ball zu bleiben. Ich war dabei so überzeugend, dass ich mir den Schwachsinn fast selbst abgekauft habe.


    Ich bin schließlich mit dem Bus zum Media Markt und habe mir diese Konsole mit Crazy Taxi und Power Stone geholt. Ach ja eine VMU (Virtual Memory Unit) durfte natürlich nicht fehlen. Als ich mit meinem Wunschpaket nach Haus fuhr war ich einfach nur glücklich.... unfassbar glücklich. Es kamen dann noch einige Spiele hinzu. Tony Hawks Pro Skater, Resident Evil Code Veronika, Jet Set Radio, MSR, Record of Lodoss War und natürlich Shenmue.


    Leider bekam ich auch die Skepsis vieler Zocker mit und die Tatsache, dass die Dreamcast weit unter den Erwartungen Segas blieb. Bereits 2001 war die Zeit rum und die Ära des Trios Playstation 2, XBox und GameCube war eingeleitet. Ich finde die Dreamcast hätte es durchaus mit den Folgekonsolen aufnehmen können, sie kam einfach zu falschen Zeit. Sie war so ein Zwischending zwischen zwei Spielekonsolen und vielen war es einfach zu Riskant Geld in die Dreamcast zu investieren. Die meisten spielten noch etwas mit dem N64 oder der Playstation und warteten auf die Nachfolger.


    Ich konnte es damals nicht, da ich von der im Vergleich zum N64 so faszinierten Grafik einfach über alle Wolken war! Ey das war echt ein himmelweiter Unterschied. So einen Aha-Effekt hatte ich nur noch bei Gears of War Anno 2006.


    Ich habe eine Menge positive Erinnerungen an Segas letzte Konsole und mir bleibt nur noch zu sagen:


    Rest in Peace meine Liebe Dreamcast!!!

  • Die Dreamcast ist leider wie viele Konsolen an mir vorübergegangen, da ich erst Ender der 90er angefangen habe zu daddeln und lange nur auf Nintendo (und da auch fast ausschließlich auf Super Mario) fokussiert war. Dennoch würde es mich heutzutage reizen mir eine Dreamcast zu kaufen. Ich weiß nicht woran es liegt, aber diese Konsole strahlt für mich persönlich zu einen heftigen Retrocharme aus, den ich irgendwie mit dem Zeitgefühl Ende der 90er verbinde.


    Zudem wird die Dreamcast ja auch aufgrund der Technik und ihrer Spieleauswahl immer wieder in den Himmel gelobt und viele behaupten sie wäre ihrer Zeit voraus gewesen. Ich für meinen Teil hätte es Sega gegönnt, wenn sie damals hardwaretechnisch Erfolg gehabt hätten und dafür z.B. Microsoft dem Konsolenmarkt ferngeblieben wäre.


    Ich finde ein starkes Sega mit einer starken Konsole würde die heutige Konsolenlandschaft viel besser ergänzen als z.B. die XBox One, die ja schon sehr auf den westlichen Markt zugeschnitten ist. Da die PS 4 diese Ausrichtung auch immer mehr annimt und Nintendo eher famileinfreundliche Spiele entwickelt, fehlt für mich eine Konsole, die etwas mehr japanisch angehaucht ist, aber auch "erwachsene" nicht-mainstreamige Spiele rausbringt. Eben sowas wie eine Dreamcast.

  • Rest in Peace meine Liebe Dreamcast!!!

    Rest in Peace?


    Die Dreamcast ist eine der wenigen Retro-Konsolen, die noch immer „well and alive“ ist, wie man so schön sagt. Tanglewood ist zum Beispiel eins der Spiele, welches für SEGAs alten Konsolen rauskommt und auch einen Dreamcast-Release erwartet.


    Ich selbst habe meine geliebte Dreamcast(s) noch, auch wenn eine schon einmal repariert werden musste. Viele Spiele habe ich darauf nicht, 38 Stück an der Zahl – aber einige davon sind absolute Goldstücke, die ich nicht mehr missen möchte.


    Es ist eine meiner liebsten Konsolen, weswegen ich es so schade finde, dass sie damals so untergegangen ist. Trotzdem gibt es vor allem jetzt viele Retro-Liebhaber, bei denen dieses Gerät einen besonderen Stellenwert hat.


    Persönlich hätte ich gerne noch ein paar Farbvariationen in meinen Besitz… vielleicht stolpere ich irgendwann mal drüber und kann der Dreamcast noch ein bisschen meiner Liebe schenken.

  • Der Sega Dreamcast ist wohl eine der wenigen "populären" Konsolen meiner Zeit, die ich nicht besessen habe und an der ich auch nie gespielt habe. Ich kenne die meisten Games, die als Klassiker bezeichnet werden, nur von Lets Plays oder weil sie später auf andere Konsolen geportet wurden. Ich war immer ein Nintendo Kind, habe deshalb mit Sega Konsolen nicht viel anfangen können und später bin ich dann ein Sony und Microsoft Kind geworden, hatte also eine Playstation 2 und einen Gamecube, danach kam eine Xbox dazu, Segas Konsole ist somit an mir spurlos vorbei gegangen.

    Im Nachhinein betrachtet sehe ich nicht, dass ich hier was verpasst hätte, aber vielleicht auch nur, weil ich es nüchtern objektiv sehe und nicht mit den Augen eines Fans, ich kann also auch gut verstehen, dass es immer noch viele Fans der Konsole gibt die romantisch und ein wenig wehmütig auf das letzte richtige Lebenszeichen von Sega am Konsolenmarkt (nicht Gamingmarkt) zurückblicken. Erstaunlich ist, dass es noch heute anscheinend viele Fans gibt, die den Dreamcast immer noch unterstützen und ihn aufleben lassen.

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

    #55: Salem Saberhagen

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  • Im Nachhinein betrachtet sehe ich nicht, dass ich hier was verpasst hätte, aber vielleicht auch nur, weil ich es nüchtern objektiv sehe und nicht mit den Augen eines Fans, [...]

    Das kann man meiner Meinung nach so nicht sagen. Denn die Dreamcast ist nicht gefloppt, weil sie etwa eine schlechtere Konsole als die der Konkurrenz gewesen ist. Fast schon im Gegenteil. Die CreamCast hat sich das Internet zu nutzen gemacht, lange bevor es andere Konsolen (XBox mit XBox Live, GameCube zumindest mit Phantasy Star Online) vermeintlich als Pioniere in Angriff genommen haben. Man konnte sich z.B. Skins zu besonderen Feiertagen downloaden (die das Spiel weihnachtlich etc. aussehen lassen), oder aber direkt im Spiel ein Leaderboard zu High Scores einsehen. Des weiteren war es auch die erste Konsole mit einem Web-Browser. (Hier hat die Konkurrenz sogar noch bis zur nächsten Generation geschlafen) Damals hat man dafür lustigerweise noch eine "Spiel-CD" namens Web-Browser in die Konsole eingelegt.


    Und selbst die Memory Card war bei Sega's Dreamcast eine Memory Card im High-Tech Gewand. Denn diese war gleichzeitig auch ein kleiner Handheld, siehe:

    Genutzt wurde das in Sonic Adventure und 2 z.B., um unterwegs einen Tamagotchi für seine Chaos zum spielen zu haben. Sodass man seine kleinen Chao-Haustiere während man fern von der stationären Konsole gewesen ist noch trainieren konnte.


    Und was die Spiele anging, hier mal ein paar der Titel die exklusiv für die Dreamcast-Konsole erschienen sind: Soul Calibur, Skies of Arcadia, Shenmue, Jet Set Radio, Resident Evil: Code Veronica, Grandia II, Crazy Taxi, Phantasy Star Online. Während die grafische Leistung der Konsole mindestens ebenbürtig zur PS2 gewesen ist. (Einige Zeit früher wohlgemerkt)

    _____


    Wie man sieht war die Dreamcast in keinerlei Hinsicht ein Flop oder etwas, dass man aufgrund mangelnder Alleinstellungsmerkmale getrost überspringen konnte. Es war eine tolle Konsole mit vielen revolutionären Ansätzen und Ideen, und einer guten Bibliothek an exklusiven Titeln. Allerdings haben trotz allem diverse Gründe dazu geführt, das die Konsole zum marktwirtschaftlichen Reinfall wurde.


    Dazu gehört z.B. schlechte PR und schlechtes Marketing. Zum einen weil der Sega Saturn ein ziemlicher Flop war und schnell von Sega verworfen wurde. Zum Missfallen der Käufer dieser Konsole. Zum anderen, weil außerhalb Japans nicht sonderlich viele Gamer gut über die Existenz der Dreamcast informiert waren - gerade die Hauptzielgruppe "Kinder" nicht. :/

  • Und selbst die Memory Card war bei Sega's Dreamcast eine Memory Card im High-Tech Gewand. Denn diese war gleichzeitig auch ein kleiner Handheld

    Jawoll die VMC. Die hatte ordentlich was auf den Kasten. Eine mangelnde Innovation darf man Sega nicht vorwerfen, denn gerade die Onlinefähigkeit war bahnbrechend. Trotzdem wurde diese von den Nutzern kaum wahrgenommen. Ich frage mich bis heute wieso. Wohl weil es noch nicht ausgereift war, der Markt noch nicht so eine Nachfrage hatte.


    Ich bekomme heute noch Bauchschmerzen wenn ich Leute sagen höre: Die X Box war die erste onlinefähige Konsole. Das stimmt einfach nicht. In der Dreamcast-Ära war sie die erste Ihrer Art.


    Auch die exklusiven Spiele waren eine Liga für sich. Was weniger gut war, war das von Roy bereits angesprochenen Marketing und Segas Ruf. Letztere war gerade nach dem Flop des Saturn ziemlich zerrüttet und viele Gamer fanden die Dreamcast zwar cool, haben aber geduldig auf die Playstation 2 gewartet und Segas Konsole als "Zwischending" betrachtet wofür sie kein Geld ausgeben wollten.

  • Und was die Spiele anging, hier mal ein paar der Titel die exklusiv für die Dreamcast-Konsole erschienen sind: [...]

    Hier muss man aber sagen, dass einige der Spiele nur sehr kurzzeitig exklusive waren – wer sich also Konsolen nicht „sofort“ gekauft hat, hatte nicht wirklich diesen Vorteil. Ich weiß nicht, ob es in den eher minderen Erfolg einspielt, aber ich könnte es mir zumindest vorstellen, dass es auch einen kleinen Teil davon ausgemacht hat.


    Wer sich z.B. erst 2002 auf dem Konsolen-Markt umgesehen hat, hatte schon weitaus weniger „große“ Titel als Exklusive.

  • Hier muss man aber sagen, dass einige der Spiele nur sehr kurzzeitig exklusive waren – wer sich also Konsolen nicht „sofort“ gekauft hat, hatte nicht wirklich diesen Vorteil. Ich weiß nicht, ob es in den eher minderen Erfolg einspielt, aber ich könnte es mir zumindest vorstellen, dass es auch einen kleinen Teil davon ausgemacht hat.


    Wer sich z.B. erst 2002 auf dem Konsolen-Markt umgesehen hat, hatte schon weitaus weniger „große“ Titel als Exklusive.

    Ich denke das liegt daran, dass die Dreamcast sehr schnell von Sega als tote Konsole deklariert wurde. Bereits Anfang 2001 kündigte Sega an, man würde die Produktion der Konsole aufgrund schlechter Verkaufszahlen im nächsten Jahr einstellen. Zu dem Zeitpunkt waren die Xbox und GameCube noch gar nicht auf dem Markt, die Playstation 2 erst seit einer Weile.


    Ich denke da ist es verständlich, wenn die Entwickler von SDC Exklusivtiteln nach weiteren Plattformen für Portierungen Ausschau gehalten haben. Selbst Sega hat seine SDC First Party Titel dann ja auf den Cube re-released. =O

  • Der Internetservice war nicht neu, den gab es schon in einer speziellen Form am SNES und am Sega Saturn später, ich meine sogar, dass es Prototypen auch schon früher gab, zwar meist japan Exklusiv aber gegeben hat es den schon. Außerdem konnte ich das Konsoleninternet erst Jahre später richtig nutzen, das lag einerseits daran, dass ich extra Leitungen verlegen hätte müssen für den Zugang und andererseits, dass wir lange nur ein 56k Modem, danach eine 2MB Standleitung mit begrenztem Datenvolumen hatten.

    Dann kam dazu, dass die lang ersehnte Playstation 2 nur ein Jahr später auf den Markt kam und sogar einen eingebauten DVD Player hatte, sowie eine Vielzahl der vorher exklusiven Titel dann in besserer Form auf die Playstation kamen. Und ein guter Teil der Titel waren damals wohl für den Geschmack vieler Gamer "zu japanisch", würde ich mal sagen. Heute gibt es dafür mehr Leute, die sich für solche Spiele auch interessieren.

    Bemerkenswert ist dieser Earthbound Effekt dennoch, dass die Fanbase trotz der geringen Verkaufszahlen so stark ist. Ich schätze, dieses "Randgruppendasein" am Konsolenmarkt schweißt zusammen

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    #55: Salem Saberhagen

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  • Der Internetservice war nicht neu, den gab es schon in einer speziellen Form am SNES und am Sega Saturn später, ich meine sogar, dass es Prototypen auch schon früher gab, zwar meist japan Exklusiv aber gegeben hat es den schon.

    Online-Funktionalitäten waren vllt. nicht neu, als der Dreamcast erschienen ist, aber der SDC hat sie erst richtig etabliert. Während es vorher experimentellen Prototyp Charakter und nur wenige, ausgewählte Titel unterstütze, konnte man auf dem Dreamcast nach belieben im Internet surfen und erstmals ein MMORPG wie Phantasy Star Online auf einer Konsole spielen.

    Dann kam dazu, dass die lang ersehnte Playstation 2 nur ein Jahr später auf den Markt kam und sogar einen eingebauten DVD Player hatte, sowie eine Vielzahl der vorher exklusiven Titel dann in besserer Form auf die Playstation kamen.

    Ja, eben weil der Dreamcast ein marktwirtschaftlicher Reinfall gewesen ist und eingestellt wurde. Andernfalls hättest du mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit keine dieser aufgewerteten Re-Releases für die Playstation bekommen.

    Bemerkenswert ist dieser Earthbound Effekt dennoch, dass die Fanbase trotz der geringen Verkaufszahlen so stark ist. Ich schätze, dieses "Randgruppendasein" am Konsolenmarkt schweißt zusammen

    Würde die Faszination für den Dreamcast lediglich von einem "Ranggruppendasein"-Effekt herrühren, müsste es das selbe doch auch für Konsolen wie den Sega Saturn, die Ouya oder sogar Wii U geben. Ich persönlich denke aber nicht, dass sich ein Produkt mit mangelnder Qualität überhaupt eine Fanbase erschließen kann.

  • Online-Funktionalitäten waren vllt. nicht neu, als der Dreamcast erschienen ist, aber der SDC hat sie erst richtig etabliert. Während es vorher experimentellen Prototyp Charakter und nur wenige, ausgewählte Titel unterstütze, konnte man auf dem Dreamcast nach belieben im Internet surfen und erstmals ein MMORPG wie Phantasy Star Online auf einer Konsole spielen.


    Sehe ich nicht so. Der Onlinesupport lernte zu dieser Zeit langsam laufen und hat seine ersten Stürze hinter sich. Auch Sony hatte damals Onlinesupport, zwar nur in wenigen Spielen aber immerhin. Erst mit der Xbox hatte der Onlinesupport - zumindest in EU und US - so richtig den Durchbruch und alles lief gut. Klar musste der Onlinesupport ja irgendwo anfangen, aber ich würde jetzt weder sagen, dass der Dreamcast den Onlinesupport im Westen in der Form gepusht hat, wie es Konsolen danach gemacht haben, noch, dass der Dreamcast den Onlinesupport hier "erfunden" hat. Aber vielleicht habe ich da nur eine falsche Einschätzung, zumindest hier bei uns war Online Gaming in der Form noch lange dem PC vorbehalten und erst Jahre später sollte der Durchbruch auch auf Konsolen gelingen. Vielleicht war das in Japan anders, hab nicht dort gelebt, kanns nicht sagen. In Mitteleuropa jedenfalls wars nicht der Fall.


    Ja, eben weil der Dreamcast ein marktwirtschaftlicher Reinfall gewesen ist und eingestellt wurde. Andernfalls hättest du mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit keine dieser aufgewerteten Re-Releases für die Playstation bekommen.


    Die Spiele kamen auf die Playstation 2, weil die Playstation 2 sich gut verkaufte. War mit der Wii ja auch so, dass letzten Endes da alles rauskam. Das hatte weniger damit zu tun, ob eine Konsole nicht so erfolgreich ist. Du darfst nicht vergessen, selbst auf der Wii kamen noch etliche Playstation 2 Ports - einfach weil die Wii so erfolgreich war und nicht umgekehrt. Natürlich kann ich darüber auch nur so viel spekulieren, wie du, aber ich denke, dass die Ports auch so rausgekommen wäre, selbst wenn die Dreamcast erfolgreicher gewesen wäre.


    Würde die Faszination für den Dreamcast lediglich von einem "Ranggruppendasein"-Effekt herrühren, müsste es das selbe doch auch für Konsolen wie den Sega Saturn, die Ouya oder sogar Wii U geben. Ich persönlich denke aber nicht, dass sich ein Produkt mit mangelnder Qualität überhaupt eine Fanbase erschließen kann.


    Das sind schlechte Beispiele. Es gibt übrigens auch genügend Beispiele dafür, dass Soft- oder Hardware zur Zeit ihres Erscheinens kaum geachtet wurde, aber eine hartnäckige Fanbase über die Jahre dafür sorgt, dass das Produkt noch auflebt. Ein gutes Beispiel habe ich sogar schon genannt, Earthbound. Während Nintendo lange keine Liebe für seine Fans übrig hatte, blieben sie hartnäckig und heute hätten wir wohl einige Indietitel, allen voran Undertale nicht, wenn nicht diese paar Fans über die Jahre an der Faszination Earthbound festgehalten hätten. Obwohl Earthbound per se kein allzu gutes Spiel ist.

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  • Sehe ich nicht so. Der Onlinesupport lernte zu dieser Zeit langsam laufen und hat seine ersten Stürze hinter sich. Auch Sony hatte damals Onlinesupport, zwar nur in wenigen Spielen aber immerhin. Erst mit der Xbox hatte der Onlinesupport - zumindest in EU und US - so richtig den Durchbruch und alles lief gut. Klar musste der Onlinesupport ja irgendwo anfangen, aber ich würde jetzt weder sagen, dass der Dreamcast den Onlinesupport im Westen in der Form gepusht hat, wie es Konsolen danach gemacht haben, noch, dass der Dreamcast den Onlinesupport hier "erfunden" hat. Aber vielleicht habe ich da nur eine falsche Einschätzung, zumindest hier bei uns war Online Gaming in der Form noch lange dem PC vorbehalten und erst Jahre später sollte der Durchbruch auch auf Konsolen gelingen. Vielleicht war das in Japan anders, hab nicht dort gelebt, kanns nicht sagen. In Mitteleuropa jedenfalls wars nicht der Fall.

    Vllt. habe ich mich falsch ausgedrückt, wenn ich von etabliert gesprochen habe. Mit etabliert meine ich, das die Technik mit der Dreamcast voll ausgereift gewesen ist und man erstmals ein MMORPG online mit anderen Spielern auf einer Konsole spielen konnte. Alles was Konsolen vorher hervorgebracht haben in Sachen Internet-Funktionalität kann man nicht als viel mehr wie "Gehversuche" betiteln - vereinzelte Online Features für eine Handvoll Spiele, auf die man nur mit externen Addon-Gerät zugreifen kann. Auf dem Dreamcast hingegen wurde vorgemacht, wie man das Internet später mal auf Konsolen nutzen würde. Dass die Konsole seiner Zeit voraus war kann man nicht abstreiten, gerade im Hinblick darauf das es noch kaum Abnehmer für diese Art des Gamings gab.

    Die Spiele kamen auf die Playstation 2, weil die Playstation 2 sich gut verkaufte. War mit der Wii ja auch so, dass letzten Endes da alles rauskam. Das hatte weniger damit zu tun, ob eine Konsole nicht so erfolgreich ist. Du darfst nicht vergessen, selbst auf der Wii kamen noch etliche Playstation 2 Ports - einfach weil die Wii so erfolgreich war und nicht umgekehrt. Natürlich kann ich darüber auch nur so viel spekulieren, wie du, aber ich denke, dass die Ports auch so rausgekommen wäre, selbst wenn die Dreamcast erfolgreicher gewesen wäre.

    Ich denke nicht, Olf. Sega würde seine First Party Titel sicherlich nicht auf der PS2 neu verwursten, wenn ihre eigene Plattform einen finanziellen Erfolg mit sich gebracht hätte. Selbst wenn sich die PS2 besser verkauft hätte. Und im Falle von Third Party Titeln hätte es zumindest mehr Beweggründe wie auch Geldmittel seitens Sega gegeben, um bestimmte Entwickler mit ihren Spielen an ihre Plattform zu binden. Resident Evil: Code Veronica etwa wurde von Capcom in Zusammenarbeit mit Sega exklusiv für den Dreamcast entwickelt. Da die Verkäufe allerdings weit unter den Erwartungen ausfielen, hat sich Capcom verständlicherweise Gedanken darüber gemacht, auf welcher Plattform das Franchise eine Zukunft hat.

    Das sind schlechte Beispiele. Es gibt übrigens auch genügend Beispiele dafür, dass Soft- oder Hardware zur Zeit ihres Erscheinens kaum geachtet wurde, aber eine hartnäckige Fanbase über die Jahre dafür sorgt, dass das Produkt noch auflebt. Ein gutes Beispiel habe ich sogar schon genannt, Earthbound. Während Nintendo lange keine Liebe für seine Fans übrig hatte, blieben sie hartnäckig und heute hätten wir wohl einige Indietitel, allen voran Undertale nicht, wenn nicht diese paar Fans über die Jahre an der Faszination Earthbound festgehalten hätten. Obwohl Earthbound per se kein allzu gutes Spiel ist.

    Warum sind das schlechte Beispiele? Du suggerierst, das sich eine treue Fanbase für Produkte mit mangelnden Qualitäten oder Alleinstellungsmerkmalen bilden kann, nur durch eine Randgruppen-Mentalität. Und da frage ich mich eben, wo die Randgruppen Fanboys der Sega Saturn, Ouya oder auch Wii U sind. Oder wir wäre es mit der PS Vita?

  • Phantasy Star Online ist sicher ein ambitionierter Vorreiter in Sachen MMORPG und viele Spiele danach wären bestimmt nicht möglich gewesen, ohne dieses Spiel. Aber Phantasy Star Online ist nur ein Glied in der Kette, die zu Online Gaming geführt hat, wie wir es heute kennen, eigentlich nicht mehr und nicht weniger.


    Gut, dass du Code Veronica ansprichst, denn das ist ein ganz wunderbares Beispiel für ein Spiel, welches nicht lange auf einen Playstation 2 Release warten ließ. Capcom war zu dieser Zeit ohnehin sehr experimentierfreudig, was Exklusivität betrifft, wir wissen ja heute, dass so Devil May Cry, Resident Evil 4 und auch der gute Suda 51 durch diese Projekte von Capcom damals profitieren durfte. Und ja, ich bin der Meinung, dass zumindest die Third Party Titel zu gunsten der sich besser verkauften Konkurrenz auf diese Plattformen angesiedelt hätten. Ich wiederhole - ich kann, wie du, hier nur spekulieren. Wäre es das Jahr 2001 würde ich dir vielleicht zustimmen, aber die Jahre danach zeigen schlüssig, dass es viel warscheinlicher wäre, dass sich Third Party Titel an der Popularität von Konsolen orientieren - entsprechende Deals und Verträge vorausgesetzt, aber da bin ich kein Spezialist und obwohl ich weiß, wie solche Deals in manchen Fällen zustande kommen, kann ich natürlich nicht zuverlässig sagen, wie es damals bei der Playstation 2 war.


    Warum sind das schlechte Beispiele? Du suggerierst, das sich eine treue Fanbase für Produkte mit mangelnden Qualitäten oder Alleinstellungsmerkmalen bilden kann, nur durch eine Randgruppen-Mentalität. Und da frage ich mich eben, wo die Randgruppen Fanboys der Sega Saturn, Ouya oder auch Wii U sind. Oder wir wäre es mit der PS Vita?

    Hab ich garnicht, ich habe suggeriert, dass eine treue Fanbase sich immer sammeln kann, unabhängig der Soft- oder Hardware. Warum sich so eine Fanbase sammelt, kann ich nicht sagen - vielleicht hat Yuffie da mehr Einblick in solche Demographien. Ich weiß nur, dass es immer wieder Soft- oder Hardware gibt die solche treuen Fangruppen gebären und das hat meist nicht viel mit Qualität zu tun per se, sondern liegt im... Zeitgeist? vielleicht. Es gibt manchmal Produkte die treffen einen gewissen Nerv bei einer Gruppe von Leuten und das zu einer Zeit in der charakterlichen Entwicklung dieser Leute wodurch das Produkt einen ganz besonderen Platz in ihren Herzen einnimmt - Vergleich dazu die rosa-retro-Brille. Dazu vielleicht noch Umweltfaktoren die sowas gedeihen lassen, wie eben dass das Produkt vielleicht nicht die Anerkennung bekam, die es der Meinung der Fans nach verdient hätte, oder verspätete Anerkennung und diese Enttäuschung wird durch Enthusiasmus ausgeglichen, dem Produkt treu zu bleiben. Ich bin kein Soziologe. Frag mich was einfacheres. Ich weiß auch nicht, warum sich jedes Jahr Leute zur selben Zeit treffen um Labyrinth anzuschauen oder die Rocky Horror Picture Show und beim Time Warp fleißig mitsingen. Ich denke um sowas erklären zu können habe ich zu wenig Hirnschmalz und hätte vor 15 Jahren einen anderen Bildungsweg einschlagen müssen.

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  • Phantasy Star Online ist sicher ein ambitionierter Vorreiter in Sachen MMORPG und viele Spiele danach wären bestimmt nicht möglich gewesen, ohne dieses Spiel. Aber Phantasy Star Online ist nur ein Glied in der Kette, die zu Online Gaming geführt hat, wie wir es heute kennen, eigentlich nicht mehr und nicht weniger.

    Phantasy Star Online ist ja auch nur ein Vorzeigebeispiel. Es gab noch Dutzende andere Dreamcast Titel mit Internet-Funktionalitäten. Von Leaderboards über DLC bis hin zu Online Multiplayer. Eben genau das, was man Jahre später mit Xbox Live auf der originalen XBox bekommen, und dann erst seine Abnehmer gefunden hat.

    Ich wiederhole - ich kann, wie du, hier nur spekulieren. Wäre es das Jahr 2001 würde ich dir vielleicht zustimmen, aber die Jahre danach zeigen schlüssig, dass es viel warscheinlicher wäre, dass sich Third Party Titel an der Popularität von Konsolen orientieren [...]

    Was aber in gewisser Weise ein Rabbit Hole ist, wie man es im englischen sagt. Natürlich hat die Geschichte gezeigt, dass viele der einstigen SDC Exklusivtitel später auf populäreren Konsolen re-released wurden. Eben weil der Dreamcast nicht die gewünschten Verkaufszahlen generieren konnte und von Sega totgesagt wurde. Für mich also keine Überraschung, dass alle das sinkende Schiff verlassen haben durch Portierungen zur Konkurrenz.


    Und Beispiele dafür, dass Third Party Exclusives trotz stärkerer Popularität bei anderen Konsolen die Treue zu ihrer Plattform halten können, gibt es doch auch genug. Der GameCube hat sich nicht sonderlich toll verkauft, war aber kein kompletter finanzieller Flop. Von daher sind das Resident Evil 1 Remake sowie Resident Evil 0 auch über die ganze Generation hinweg GC Exklusivtitel geblieben.


    Ich kann dir aber darin zustimmen, dass wir hier beide am Ende bloß spekulieren, wenn es um diese Thematik geht.

    Ich weiß nur, dass es immer wieder Soft- oder Hardware gibt die solche treuen Fangruppen gebären und das hat meist nicht viel mit Qualität zu tun per se, sondern liegt im... Zeitgeist? [...] Vergleich dazu die rosa-retro-Brille.

    Ich persönlich habe als Kind keinen Dreamcast besessen und mich erst als Erwachsener mit der Materie auseinandergesetzt. An einer rosa-roten Nostalgie-Brille kann es bei mir also z.B. nicht liegen. Deswegen stelle ich persönlich auch in Frage, worauf du mit deinen Aussagen hinaus willst.

  • Phantasy Star Online ist ja auch nur ein Vorzeigebeispiel. Es gab noch Dutzende andere Dreamcast Titel mit Internet-Funktionalitäten. Von Leaderboards über DLC bis hin zu Online Multiplayer. Eben genau das, was man Jahre später mit Xbox Live auf der originalen XBox bekommen, und dann erst seine Abnehmer gefunden hat.


    Spiele und Funktionen, die nicht existieren hätten könne, ohne den Konsolen und Prototypen davor und die danach weiterentwickelt wurden. Die Playstation 2 hatte ähnliche Spiele und Funktionen, nur ein Jahr danach, die Xbox ebenfalls, sogar bessere, dh. schon während der Entwicklung dieser Konsolen wurden diese Features - teilweise in besserer Funktionalität erdacht. Das macht die Dreamcast also weder revolutionär in dieser Hinsicht noch hatte sie Pionierfunktion wenn nicht mal ein Jahr später in der selben Generation die Konkurrenz ähnliche oder bessere Funktionalität aufweist. Dein Punkt ist also?


    Ich persönlich habe als Kind keinen Dreamcast besessen und mich erst als Erwachsener mit der Materie auseinandergesetzt. An einer rosa-roten Nostalgie-Brille kann es bei mir also z.B. nicht liegen. Deswegen stelle ich persönlich auch in Frage, worauf du mit deinen Aussagen hinaus willst.

    Bitte lies ein wenig genauer - das mit der Retro Brille war nicht auf dich bezogen, es war ein Beispiel dafür, dass ich nicht richtig erklären kann, warum sich gewisse Fanbases im Mediabereich entwickeln, wie sie es tun. Okay, du hast erklärt, warum du so auf den Dreamcast stehst, das ist ja gut und more power to you, das erklärt aber denke ich das Phänomen trotzdem nicht, weil demzufolge müssten ja andere Spiele, Systeme, Entwicklungen die selbe Fanbase aufweisen - also wenn man es rein aus dem Standpunkt betrachtet, wie sie "ihrer Zeit voraus waren". Und gerade deshalb, weil eben der Dreamcast da so ein Vorzeigebeispiel geworden ist über die Jahre, kann ich es zwar halbwegs verstehen aber nicht erklären, warum dieses Phänomen gerade den Dreamcast trifft und nicht andere Konsolen auch. Vielleicht liegt das einfach daran, dass er sich so schlecht verkauft hat - wie bereits erklärt spielt das bei solchen Phänomenen auch immer eine große Rolle - dass das Produkt in seiner Zeit nicht die Anerkennung bekam, die es wohl verdiente. Hätte sich der Dreamcast wohl 50 Millionen Mal verkauft - abgesehen davon, dass die Zeit danach anders aussähe - gäbe es wohl diese Faszination darum weniger, wie wir sie heute wahrnehmen.

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    #55: Salem Saberhagen

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  • Ich denke wir kommen hier zu keiner Einigung. Deswegen möchte ich bloß nochmal abschließend sagen, das mich persönlich die Internet-Funktionalitäten der Dreamcast, wie oben ausgeführt, beeindruckt haben. Xbox Live ging erst 4 Jahre später online, die PS2 hingegen konnte bis zur Slim Version (2004) nur mit einem externen Netzwerk-Adapter aufs Internet zugreifen. Einen Internet-Browser gab es von der Konkurrenz erst mit der PS3 und Xbox 360.


    Wenn es dich nicht beeindruckt hat, oder du keine besondere Leistung seitens Sega erkennen kannst, ist das okay. Dann unterscheidet sich unsere Ansicht halt.


    Was deine letzten Ausführungen angeht: Ich denke das hat auch etwas mit dem Underdog-Konzept zu tun. Leute mögen es, dem Underdog hinterher zu fiebern, vor allem wenn er es laut ihrer Ansicht verdient hat. Deswegen lieben es Gamer ja auch, von vergangenen Spiele-Perlen zu berichten, die es nie zu finanziellem Erfolg gebracht haben und daher als Franchise eingestellt wurden. Underrated games, wie man es auch nennen würde. Und dieses Empfinden gibt es eben auch für Hardware.