Free to Play, ja oder nein?

  • Durch das Theme zu Gacha Games habe ich mich auch wieder mit Free to Play Games befasst. Pauschal könnte man sagen, alle Gacha Games sind Free to Play, aber nicht alle Free to Play Spiele haben auch Gacha Mechaniken. Aber von Anfang an.


    Free to Play Games gibt es beinahe in jeder Ausführung und quer durch alle Plattformen. Vielfach findet man solche Spiele im Onlinebereich, also im Bereich der MMOs, MOBAs, Shooter oder eben auch Geschicklichkeitsspiele.


    Ich unterteile sie einmal in Singleplayerspiele bzw. Spiele, die dafür gedacht sind, dass man sie alleine spielt und eben kompetitive Spiele.


    Singleplayerspiele im Free to Play Bereich haben, wenn es keine Gacha Games sind, meist eine "Kampagne" oder eine Möglichkeit zum Fortschritt. Hierbei fanden die Spiele oft sehr einfach an, der Schwierigkeitsgrad zieht dann aber oft sehr an, wodurch der Spieler mehr "Continues" braucht. Eine gängige Praxist ist, dass Continues zeitgebunden erneuert werden oder man eben diesen Vorgang beschleunigen kann, indem man Echtgeld für Continues ausgibt.

    Eine zweite Variante ist, dass man besondere Helden, Ausrüstung etc. durch Levelgrinding etc. bekommt, um spätere, schwerere Level zu schaffen - als Beispiel. Das geht aber schon wieder in Richtung von Gacha Games, insbesondere, wenn man benötigte Ausrüstung etc. einfach per Knopfdruck mit Echtgeld erreichen kann. Das muss aber nicht automatisch immer der Fall sein, es gibt vereinzelt F2P Spiele, in denen außerordentliches Grinding nicht unbedingt notwendig ist um weiterzukommen. Oftmals werden diese Spiele dann zwar durch lästige Werbungen oder so Co-finanziert, aber dafür merkt man vom Gameplay her keinen allzu großen Unterschied.


    Im Multiplayer Bereich gibt es bestimmt die meisten Free to Play Spiele, würde ich schätzen - zumindest jene, die vorrangig keine reinen Gacha Systeme zugrunde liegen. Hauptsächlich sind mir solche Spiele ua. im MMO oder kompetitiven Bereich bekannt. In ersterem Bereich (MMO) funktioniert es meist so, dass man üblicherweise, wenn man viel Spielzeit investiert, bestimmte Dinge genauso gut erreichen kann, wie jemand, der bezahlt, der Unterschied ist, dass derjenige, der zahlt, meist bestimmte Ziele durch Boosts etc. viel schneller erreicht und sich so seinen Spielerfolg "erkaufen" kann. Manche dieser Spieler werden dann schnell zu Pay to Win, dh. diejenigen werden stark bevorzugt, die für das Spiel zahlen. In einem gewissen Maße ist das wohl auch ok, schließlich bezahlt derjenige dann aber für jene, die nicht bezahlen, kann das schnell frustrierend werden und das System dahinter ist eben, aus dem Frust bare Münze zu machen.

    Das zweite System im kompetitiven Bereich funktioniert teilweise ähnlich, wobei es meiner Meinung nach tolle Beispiele gibt, va. im MOBA Bereich, wo man ohne zu bezahlen auch schöne Erfolge haben kann und keine nennenswerte Nachteile gegenüber zahlenden Kunden hat. So ist es meist so, dass man eine bestimmte Heldenauswahl hat - am Beispiel MOBA - die eben langsam erweitert wird. Zahlende Kunden können die Auswahl schneller erweitern, aber im Endeffekt kann jemand, der viel Spiel, genausogut seine Heldenauswahl erweitern um so keinen Nachteil gegenüber jemandem zu haben, der alle Helden zB. hat.


    Spielt ihr denn viele Free to Play Games? Inwieweit darf sich ein F2P Game erlaube, Pay to Win zu sein? Wie groß dürfen die Vorteile für zahlende Kunden sein, damit es noch halbwegs im Rahmen ist? Wie viel Geld würdet (oder habt) ihr für F2P Spiele schon ausgegeben (klint blöd aber diese Spiele haben auch div. Finanzierungsmodelle und werden schließlich nicht aus Nächstenliebe entwickelt). Zahlt ihr lieber einmalig und habt dann Zugriff auf das ganze Spiel oder zahlt ihr lieber in Häppchen oder garnicht und erspielt ihr mühsam, was andere einfach kaufen?


    Ich persönlich spiele ganz durchgemischt F2P Spiele und habe da unterschiedlichste Erfahrungen.


    Ich nehme zB. Heroes of the Storm, eines meiner liebsten Onlinespiele der letzten Jahre. Man kann locker ohne Geld zu bezahlen und durch die Heldenrotation immer eine gute Auswahl an Helden haben. Wenn man bezahlt für Exp Boosts zB. dient das hauptsächlich kosmetischen Zwecken. Klar bekommt man mehr Gold und kann sich auch mehr Helden kaufen, aber man hat recht schnell alle Helden beisammen, die einem Gefallen und durch die Heldenrotation hat man immer eine starke Auswahl, daher entfällt ein Großteil des bezahlbaren Bereichs eben auf unwesentliche, das Gameplay nicht beeinflussende Dinge. Sicher eines der meiner Meinung nach tollsten Beispiele - wobei ich da jetzt zB. League of Legends oder so auch nicht unerwähnt lasse möchte, aber das spiele ich zu wenig. Bei Heroes habe ich aber bereits Geld ausgegeben, nämlich für einen Jahresbooster. Der kostet, je nach Rabatt, 40-50 Euro und bietet eben Verdopplungen bei Exp und Gold. Für Vielspieler wie mich ist das ein schöner Bonus und ich fühle mich auch nicht über den Tisch gezogen. Da ich mit Heroes über die letzten vier Jahre unzählige Stunden Spaß hatte, bin ich da auch bereit Geld auszugeben, schließlich sehe ich es da pragmatisch und denke mir, mit einem AAA Game um 60 Euro habe ich 10-20 Stunden Spaß, da kann ich schonmal einen Jahresbooster für Heroes kaufen, wo ich jährlich mehrere hundert Stunden Spielspaß habe. Allerdings ist Heroes eigentlich das einzige F2P Game, wo ich Geld ausgebe und das auch nur, weil ich das Gefühl habe, dass es nicht Pay 2 Win ist und weil sich das Angebot angesichts des Supports auch fair anfühlt.


    Im MMO Bereich habe ich längere Zeit hin und wieder Tera gespielt, auch zB. Knights of the old Republic wurde nach anfänglichen Abos auch dann F2P, mit der Möglichkeit, dass man eben durch Abos etc. besondere Items, Quests, Mounts etc. kauft. Natürlich nicht alles kosmetisch aber ich hatte mit Tera, KOTOR und Elder Scrolls Online auch ohne einen Cent zu bezahlen, nachdem es F2P wurde, großen Spaß - soweit ich eben mit einem MMO Spaß haben konnte.


    Im "Singleplayer" Bereich viel Path of Exile gespielt, das gemeinhin als starke Diablo Alternative gilt, für viele Fans ist es sogar besser als das "Vorbild". Ich habe Singleplayer in Anführungszeichen geschrieben, weil es ja eigentlich viele Züge eines Multiplayer bzw MMOs hat, aber ich habe es hauptsächlich alleine gezockt und hatte damit sehr viel und sehr großen Spaß. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich jetzt an einer Stelle anstehe und mir den Fortschritt leicht erkaufen könnte und da das Gameplay und Level an sich großen Spaß gemacht hat, hatte ich nie das Gefühl, dass es Pay to Win ist, ganz im Gegenteil. Ich glaube, dieses tolle Erfolgsrezept ist auch mitunter der Grund, warum es bei vielen Leuten so einen hohen Beliebtheitsgrad genießt.


    Was zockt ihr so für Free to Play Spiele?

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    #58: Luigi Mario

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  • Ich habe so einige F2P Spiele angetestet und find sie früher oder später immer mies. Es ist immer irgendwo ein Grind, immer lauert irgendwo eine kleine Paywall, immer gibt es künstliche Wartezeiten. Irgendwann ist dann immer der Punkt erreicht, wo der Spaß durch Frust ersetzt wird und dann kommt bei mir der Druck auf "deinstallieren".


    Selbst wenn die Spiele noch so niedlich wie Kirby Super Clash sind, es ist Grind drin und sowas nervt mich einfach massiv. Ich will nicht alles hundert mal machen, nur um irgendwie weiter zu kommen.


    Ich kenne so einige Leute die Geld in F2P Titel stecken. Das sind meist keine großen Summer wenn man sich die Spielzeiten so ansieht, aber ich kann es für mich nicht nachvollziehen. Vielleicht mögen es manche Leute jeden Tag dasselbe Spiel anzuwerfen und täglich etwas geboten zu bekommen, denn die meisten großen F2P Spiele bieten genau so ein umfangreiche Service-Angebot.


    Wie bereits erwähnt, ich verzichte mitlerweile restlos auf diese Mobile Games. Das einzige was ich gelegentlich auf meinem Smartphone spiele ist Mahjong und ein super tolles Puzzlespiel namens Lyfoes. Beides nervt mich dank Android Werbeblocker Blokada nicht mal mit Werbung.

  • Ich habe gute und schlechte Erfahrungen damit gemacht. Letztendlich ist es mittlerweile irrelevant ob ein Spiel "Free To Play" ist. Es bedeutet heutzutage nicht mehr viel, da selbst Spiele mit (hohem) Einstiegspreis "Pay2Win"-Elemente haben können. Aber eins steht fest für mich: Ein Spiel mit "Pay2Win"-Elementen oder einem Grind, der mich zum Geld loswerden anregen will, ist für mich großes Tabu. Zumindest wenn der Grind auch mit spielentscheidenden Elementen verbunden ist. Ganz ehrlich, das ist mir echt zu toxisch, vorallem weil sich das dann gerne irgendwo einschleichen will. Ich werde sowieso schon stark genug von Werbung manipuliert.


    Die ersten wirklich schlechten Erfahrungen mit F2P-Spielen hatte ich damals mit Battlefield Heroes gemacht. Das hat eigentlich echt viel Spaß gemacht und ist grundsätzlich gut angekommen. Auch der Artstyle und die Maps waren echt schön. Einzig und allein die ständige Anbindung ans Internet hat mich gestört und, dass es on Anfang an recht grindy war. Aber dann kamen mehr und mehr Ausrüstungen raus, die man nur (für teils richtig teures) Geld kaufen kann. Hier sind sogenannte "Whales", einzelne Videospiel-Kunden die massenweise Geld für ein einziges Spiel ausgeben, eingesprungen und dann war es nur noch ein Krieg zwischen Leuten die das meiste Geld losgeworden sind. Nein, Danke. Darauf hin ist ein großer Teil der Community abgesprungen, inklusive mir. Aber EA hat sich damit wahrscheinlich trotzdem eine goldene Nase verdient, da es allerlei Leute gibt die tausende von Euros losgeworden sind. Ein paar Jahre später gehen die Server offline und genau diese Leute haben wieder alles erspielte und erkaufte verloren. "Games as a Service" is a bitch.



    Aber es gibt auch echt gute Spiele für die man nichts ausgeben muss:

    • Counter-Strike: Global Offensive - Wird gern übersehen, weil es lange Zeit nicht kostenlos war.
    • Quake Live - Moment. Das ist nicht mehr kostenlos. Aber dafür ist es nun Quake Champions!
    • Trackmania: Nations Forever - Die Community von TM2 ist aber deutlich aktiver, aber auch im SP der renner ;)
    • Fortnite - Klar, total overhyped. Aber auch unnötigerweise gehasst
    • Apex Legends - Soweit ich weiß auch kein F2P... oder?
    • Sven Coop - Half-Life 1 im Coop. Wieso nicht?
    • Team Fortress 2 - Ein populäres Spiel auf Steam, dass irgendwie von keinem mehr Aufmerksamkeit bekommt.
    • Dota 2 - Ihr dürftet es kennen. League of Legends wäre auch eine Alternative.
    • Ironsights - Eine Art F2P Science-Fiction CoD. Noch nicht gespielt, hat aber anscheinend kein P2W und sieht ganz ok aus
    • Guild Wars 2 - Ein MOORPG... Soll gut sein.

    Und hier reine Singleplayer-Spiele:

    • Doki Doki Literature Club! - Ein... spezielles... düsteres Visual Novel
    • Cateau - Ein süßes Visual Novel für zwischen durch! MIT KATZEN!
    • GTA2 - Ja, einfach kostenlos von Rockstar. Bedient euch!

    ...Gibt sicher noch mehr aber es ist schon beachtlich was man alles spielen kann ohne nur einen Cent auszugeben. Ich würde behaupten, dass man in keines dieser aufgelisteten Spiele einen großen Mehrwert hat wenn man doch etwas dafür ausgibt. Bei manchen Spielen könnte man sich aber auch fragen, wie überhaupt das Geld verdient wird.


    Grundsätzlich ist es mir lieber wenn ich einfach einen Einstiegspreis zahle. Lange Zeit war das eine Art "Schutzgeld", dass ich zahle um solch schädliche Monetarisierungsstragien aus dem Weg zu gehen. Leider ist das jedoch keine Garantie mehr. Deshalb ist jedes Spiel auf das ich treffe ein neuer Fall, aber oft fällt der Apfel nicht weit vom Stamm, was die anfängliche Beurteilung viel einfacher macht.

  • Danke für die von dir aufgezählten Spiele, Moody, aber ein kleines Objection! müsste ich da fast einwerfen - mit Free to Play meinte ich eher Spiele, die auf Grund ihrer Mechaniken im Game, als einer Gameplaystruktur, die man eben kostenfrei genießen kann oder wo man eben den Entwicklern auch für Spielefortschritt oder schnelleres Leveln (zB.) Geld bezahlen kann und halt nicht Spiele, die auf Grund ihres Alters oder weil der Entwickler daran schon reichlich verdient hat, gratis geworden sind.

    Dh. GTA II würde ich nicht wirklich als Free to Play im eigentlichen Sinn des Threads meinen, weil es anno 97' ja mal Vollpreis für die PS One kostete und nur jetzt, so wie viele andere Games zB. im Epic Store oder sonstwo einfach gratis sind sozusagen als Appetitanreger für Spieleserien oder Goody um sich div. Launcher, Monatsabos etc. zuzulegen.

    Doki Doki war glaube ich auch nicht immer gratis und Counter Strike Global Offensive ist auch noch nicht so lange gratis, wobei das selbst schon zu Bezahl-Zeiten durch den regen Handel mit Waffenskins etc. leichte Free to Play anwandlungen hatte, aber für mich ist eben Heroes of the Storm ein ganz klassisches Free to Play Spiel, wo man eben "langsamer" levelt, als Bezahlkunden und es eben Mechaniken gibt, wo man durch Vielspielerei gewisse Dinge freischaltet und erhält.

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

    #58: Luigi Mario

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  • Ja, das habe ich mir schon ein bisschen gedacht, dass du da differenzieren würdest. Ich würde sagen, dass das, zumindest was den heutigen Videospiel-Markt angeht, nicht mehr so gut funktioniert. Die Monetarisierungs-Modelle sind dafür zu komplex, experimentell und unterschiedlich geworden. Wo mann da eine Linie zieht ist sehr subjektiv und wenn ich ehrlich bin auch nicht gerade die interessanteste Richtung einer Diskussion. Zum Beispiel gehören Gacha- und Lootboxmechaniken meiner Meinung nach mittlerweile genauso dazu, obwohl diese auch bei Spielen Anwendung finden, die nicht frei erhältlich sind. Und ich wette mit dir, es gibt auch Lootboxen oder Gachamechaniken die in irgendwelchen Spielen vermischt sind und trotzdem den einen oder anderen Namen haben.

  • Gacha Mechaniken an sich sind, soweit ich das kenne, fast immer in Free to Play Spielen zu finden - wenn es denn Elemente sind, die per Definition unter Gacha fallen, dh. eben Glücksspiel-Elemente. Lootboxen würde ich persönlich nicht direkt als Gacha bezeichnen, wobei man bestimmt Parallelen findet, aber Lootboxen sind - soweit ich das bisher in Videospielen selbst mitbekommen habe, öfters Begleitelemente zu ua. Vollpreisspielen, während Gacha meist in sich geschlossene Spiele sind, die rein auf das Element des "Würfelns" (?) aufbauen. Ich versuche gerade mir einen besseren Ausdruck einfallen zu lassen - Gacha ist für mich eben diese Mechanik, in welcher der Spielfluss, die Progression und Completion eben von dem Glückspielfaktor, dem Würfeln und dem Gegenstände-Erhalten abhängen, während Lootboxen, so wie ich es kenne, meist zusätzlich eingebaut werden, sozusagen als Möglichkeit, über das normale Spiel hinaus, an zusätzliche Items zu kommen. Zumindest ist das meine Erfahrung bisher und daher würde ich das auch trennen. Es kann sein, dass Leute da andere Erfahrungen gemacht haben, als ich, aber Gacha ist für mich etwas anderes, als Lootboxen - zumindest, wie diese Begriffe bzw. Elemente in Spielen eingebaut sind.

    Ich würde sagen, dass das, zumindest was den heutigen Videospiel-Markt angeht, nicht mehr so gut funktioniert.

    Was genau funktioniert da im heutigen Markt nicht mehr so gut... ich verstehe dein Statement gerade nicht so gut, sorry.

    Wo mann da eine Linie zieht ist sehr subjektiv und wenn ich ehrlich bin auch nicht gerade die interessanteste Richtung einer Diskussion.

    Subjektiv, vielleicht... dennoch finde ich, dass es eigentlich eine klare Linie gibt zwischen Free to Play Spielen, die als solches herauskommen (released werden), vermarktet und monetarisiert werden und eben Spiele die vormals was gekostet haben und aus unterschiedlichen Gründen einfach im Laufe der Zeit im Zuge von Aktionen, Abos etc. gratis angeboten werden. So schwer, finde ich, ist da der Unterschied eigentlich nicht zu sehen.

    Zum Beispiel gehören Gacha- und Lootboxmechaniken meiner Meinung nach mittlerweile genauso dazu, obwohl diese auch bei Spielen Anwendung finden, die nicht frei erhältlich sind.

    Wie meinst du das? Für welche Art von Spielen gehören diese Mechaniken für dich dazu? Und würdest du zwischen Gacha und Lootbox überhaupt keinen Unterschied sehen (siehe erster Teil des Beitrags) und wenn ja, warum, würde mich interessieren, wie du das begründest, dass Lootboxen für dich das selbe sind, wie Gacha Mechaniken. Welche Spiele (als Beispiel) kennst du, welche rein auf Gacha Mechaniken aufgebaut UND nicht kostenlos erhältlich sind. Da ich nur F2P Gacha Spiele kenne, bin ich da neugierig, denn mir fällt kein Spiel ein, das per Definitivion als Gacha Spiel durchgeht und dazu noch etwas kostet.


    Und ich wette mit dir, es gibt auch Lootboxen oder Gachamechaniken die in irgendwelchen Spielen vermischt sind und trotzdem den einen oder anderen Namen haben.

    Was meinst du mit "dem ein oder anderen Namen"? Meinst du Lizenzspiele, so wie Brave Exvius, One Piece Treasure Cruise oder Another Eden? Oder wie genau meinst du das? Ich werde leider nicht zu 100% schlau aus deinem Beitrag, tut mir leid, wäre nett wenn du ein paar Sache ausführst, damit ichs besser verstehe.

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

    #58: Luigi Mario

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  • Ich hab in meinem Leben schon ein paar Free to Play Spiele ausprobiert und vereinzelt sogar langfristig gezockt. Doch leider befürchte ich, dass mehrere davon nicht immer gratis zu haben waren bzw. meistens weiß ich es ehrlich gesagt auch gar nicht. Klar, hinter vielen werden sich Transaktionen oder ein kostenpflichtiges Upgrade auf die Vollversion verstecken, aber das bedeutet nicht, dass man keinen Spaß an ihnen haben kann.


    TrackMania Nations Forever hatte ich definitiv am intensivsten gezockt, mindestens 50 Stunden. Der spaß schien kein Ende zu nehmen, nur irgendwann gab es mal eine Regelung, dass man ohne Echtgeld jedes zweite Rennen oder so aussetzen musste. Da habe ich direkt abgebrochen und nie wieder in den späteren Jahren einen langfristigen Wiedereinstieg gefunden. Immer mal wieder angezockt und deinstalliert. Mittlerweile bin ich im Besitz von TrackMania United Forever und das geht auch noch genauso online wie früher, aber die Nostalgie ist nicht stark genug, um die gleiche Begeisterung wie damals zu verspüren. Nichtsdestotrotz ein geiles Game!


    Diverse MMORPGs sind recht gängige Beispiele für F2P, in meinem Fall war das Runes of Magic. An einigen Ecken hätte man theoretisch noch feilen können, aber das ist eben der Unterschied zu einem kostenpflichtigen Titel wie World of Warcraft. Früher ist mir das auch noch gar nicht negativ aufgefallen, aber nachdem ich diesen Sommer aus Nostalgie das Game nochmal angespielt hatte, war mir mehreres ein Dorn im Auge. Da hat Guild Wars 2, welches zum Großteil auch kostenlos ist und dafür nicht auf die Transaktionen setzt, schon den wesentlich qualitativeren Eindruck hinterlassen. Doch auch hier habe ich aufgrund des winzigen Inventars und mangelnder Zeit schnell wieder die Lust fürs erste verloren. Lieber spiele ich bald mit Noa und Sylph mal den ersten Teil.


    Früher war ich, bewegt durch einen Bekannten, auch ziemlich für Browsergames zu begeistern. Leider hatten sie wie MMORPGs eben den gewissen Suchtfaktor, da das Spiel auch weiterging, obwohl man nicht online war. So bekam man das Bedürfnis, sich immer und immer wieder einzuloggen, um nach dem Rechten zu sehen oder voranzukommen. Am meisten Zeit hatte ich mit Ikariam, Grepolis und Travianer verbracht. Mit Die Stämme konnte ich nicht ganz so viel anfangen, da mochte ich das antike Griechenland einfach lieber als das Mittelalter.


    Counter Strike: Global Offensive ist seit der Battle Royale Danger Zone auch F2P. Lustigerweise wollte ich mir das Game kurz vorher kaufen, aber so habe ich mir das Geld gespart. Bisher bin ich noch überhaupt nicht reingekommen und werde von so ziemlich jedem plattgemacht, der sonst noch auf dem Feld steht. Dadurch bin ich eigentlich ganz froh, dass ich nichts bezahlt hab, da es mir nicht liegt. Ein paar hier im Forum wollten mir aber mal unter die Arme greifen und da gebe ich dem Game gerne eine zweite Chance.


    Mit Team Fortress 2, das auch nicht immer F2P war, bin ich wirklich gar nicht warmgeworden. Also da hab ich reingespielt und es hat mir null zugesagt. Von daher bin ich auch froh gewesen, kein Geld bezahlt zu haben.


    Ansonsten gibt es auf Steam eine Menge kostenloser Indie-Titel, die teilweise wirklich kreativ sind, aber natürlich auch völliger Blödsinn sein können. Gut gefielen mir auf alle Fälle Awkward Dimensions Redux, Blameless und Doki Doki Literature Club. Das recht beliebte Cry of Fear würde ich auch gerne irgendwann noch zocken, ein düsterer Horror Ego-Shooter mit ein paar Stunden Spielzeit.


    Zuletzt möchte ich auch Mods als positives Beispiel hervorheben. Sie sind zwar von der Community erstellt und setzen grundsätzlich den Besitz des Originalspiels voraus, aber es sind schon extrem geniale Sachen dabei herausgekommen. Besonders loben möchte ich den Portal Mod Portal Stories: Mel, für den ich über 8 Stunden gebraucht habe und mir besser als Portal 2 gefallen hat. Auch Rexaura und Thinking with Time Machine sind schöne kostenfreie Portal Mods auf Steam.


    Letztendlich kam es bei mir hin und wieder schon auf das gleiche raus, wenn ich einen F2P Titel angespielt oder eine Demoversion ausprobiert habe. Viel hat sich das wirklich nicht gegeben, nur mit dem Unterschied, dass bei der Demo irgendwann Ende im Gelände war. Letzteres finde ich eigentlich schöner, weil wenn man dann Geld bezahlt, bekommt man auch was Ordentliches. Bei F2P Spielen wiederum kann es sein, dass diese sich nie aus dem Durchschnitt herausheben können.

  • Das ist alles so eine Sache mit den Free to Play Spielen. Zu Singleplayertiteln kann ich nicht viel schreiben, habe ehrlich gesagt noch kein f2p Singleplayergame länger gespielt. Oft sind das Titel, die nicht zum längeren Spielen animieren oder qualitativ einfach nur grottenschlecht sind. Eine Ausnahme sind vielleicht Retroperlen, die es ab und an "gratis" gibt, aber ihrer Zeit natürlich auch einen Vollpreis hatten. Die ältesten GTAs hatte Moody ja schon angeführt, sonst fällt mir da auch nicht all zu viel ein.


    Was Multiplayertitel und damit den Kern angeht, ich sehe diese Gratismentalität ziemlich kritisch. Um mal das Beispiel Counterstrike aufzugreifen, auf das Trakon vor mir eingegangen ist - mich als durchaus interessierten CS-Spieler hat es ziemlich geärgert, dass Valve CS:GO ftp gemacht hat. Dieser Schritt hat dem Spiel und der Playerbase meiner Meinung nach nicht sonderlich gut getan. In den unteren Rängen sind extrem viele Trolle unterwegs und auch in den höheren Rängen spielen mehr Leute, die einem einfach nur die Nerven rauben wollen. Es ist super leicht sich einen neuen Account zu erstellen, CS hinzuzufügen, ein paar Stunden zu spielen und schließlich den Primestatus zu erhalten. Der Trustfaktor kann da leider auch nicht mehr so viel rausreißen. Natürlich wird man als erfahrener Spieler nicht mit irgenwelchen 30 Stunden Smurfs in ein Match geworfen, aber neuere Spieler oder Spieler die selten spielen, gucken da eben in die Röhre.. Der Battle Royal Modus ist ebenfalls völlig gegen den Ursprungsgedanken von Counter-Strike, nämlich in einem Fünferteam durch Kommunikation in taktischen Runden den Sieg erringen zu wollen. Das Valve auf den Fortnitezug aufgesprungen ist, kann man hier nicht übersehen, schade. Über Fortnite möchte ich nicht so viele Worte verlieren, wem es Spaß macht, der soll es spielen, meins ist es überhaupt nicht. Den Hype um Streamer wie Ninja kann ich ebenfalls null nachvollziehen. Ob dieses Spiel für jüngere Spieler "schädlich" ist, kann auch jeder selbst entscheiden. Klagen von Eltern in den USA, deren Kinder absolut süchtig nach diesem Spiel geworden sind, sprechen für mich jedoch schon Bände. Ob ein Vollpreis für Fortnite daran irgendwas ändern würde, schwer zu sagen. Vermutlich eher wenig bis gar nichts. Das Abomodell in WoW hält ja auch so gut wie niemand davon ab, dieses Spiel über die Maßen zu spielen.


    PUBG ist für viele der erwachsenere, taktische Auswuchs der vielen Battle Royal Spiele. Diesen Titel finde ich persönlich verglichen mit den anderen BR Titeln wesentlich interessanter. Gekauft habe ich mir das Spiel selbst nicht, da ich es ausgiebig genug in diversen Streams gesehen habe und seit Release kaum größere Updates erschienen sind, die das Spielprinzip irgendwie verändert haben. Lustigerweise habe ich aber ausgerechnet vor ein paar Stunden mal PUBG Lite ausprobiert, quasi eine für schwächere Rechner abgespeckte Gratisversion von PUBG. Ich wollte doch mal reinschnuppern und schauen, was der Titel so zu bieten hat, wenn man selbst spielt. Nach 3 Runden und ungelogen 3 fünften Plätzen kann ich das Spiel kompetitiven Taktikern zum "mal reinschnuppern" definitiv empfehlen. Außer dem grafischen Aspekt ist es objektiv kaum schlechter als die Vollversion und dazu mit 3 Gigabyte sehr schlank.


    Lootboxen muss man in diesem Zusammenhang natürlich explizit ansprechen. Ich hasse sie und würde dafür niemals Geld rausschmeißen. Ein Spiel muss mir persönlich als Basis ohne irgendwelche Zusätze so viel Spaß machen, dass ich länger dran bleibe und es gut unterhalten spiele. Schafft das ein Spiel nicht, wird es von der Platte geschmissen, fertig. Gerade jüngere Spieler verleiten diese Boxen jedoch glücksspielartig Geld auszugeben, das sie in ihrem Alter oft nicht haben. Sehe ich sehr kritisch, erste Gesetze in verschiedenen Ländern sind hier ja schon auf dem Weg. In CS sind die Skins ebenfalls omnipräsent. In anderen Spielecommunitys habe ich schon Leute kennengelernt, die für diese Skins mehrere hundert Euro ausgegeben haben, den Einsatz verdreifacht oder vervierfacht hatten und anschließend alles aus Gier wieder auf 0 vertraded wurde, also lieber die Finger von lassen, es ist im Prinzip reines Glücksspiel..


    Ein paar Aspekte beleuchten selbstverständlich nicht das ganze Thema. Die Punkte oben waren die für mich interessantesten. Ein klares Urteil zu ziehen - ftp ja oder nein ist für mich nicht möglich. Es ist eher ein kritisches Jein. Kein Geld ausgeben zu müssen kann ein kleiner Segen sein, wenn man für Videospiele schlicht nicht viel investieren kann oder möchte und trotzdem auf seine Kosten kommen will. Es ist auch eine tolle Möglichkeit mal in Titel reinzuschauen, die man sich nicht gekauft hat, siehe PUBG Lite/Demos gibt es heute im Prinzip nicht mehr. Dafür fördert man indirekt Lootboxen, teilweise toxische Communities/ungesundes Verhalten und die immer weiter voranschreitende Vereinfachung von Spielen. Wer weiß, was das nächste große Ding nach BR sein wird, für gute Singleplayerspiele sehe ich jedoch auf lange Zeit schwarz. Aktuell haben diese Titel nochmal eine kleinere Hochphase, siehe Metro Exodus, Surge2 oder Sekiro, diese wird aber wohl nicht ewig andauern. Das große Geld liegt durch Mikrotransaktionen, Streamern und Events im F2P, ob das man das wahrhaben möchte oder nicht.


    Hier noch ein ganz interessanter Artikel im weitesten Sinne zum Thema, auch mit einem Absatz speziell zu den F2P Titeln: https://www.pcgames.de/Spiele-…-Anthem-Fre2Play-1278125/

  • Bei mir war die große Free-to-Play-Phase so vor etwa zehn Jahren, als ich verschiedene Spiele ausprobiert habe und nur bei den wenigsten länger als einige wenige Stunden geblieben bin. Die meisten dieser Spiele finanzieren sich nun einmal durch einen Itemshop, was an sich nicht verwerflich ist, allerdings war es gefühlt immer so, dass man nur dann Chancen hatte, wirklich etwas zu schaffen, wenn man auch echtes Geld bezahlt hat.


    Einerseits konnte ich das auch nachvollziehen, andererseits war es schon etwas ärgerlich, wenn man als Neuling, der etwas hineinschnuppern möchte, nicht einmal im Anfangsgebiet in Ruhe spielen konnte, ohne dass man mit diversen Einschränkungen konfrontiert wird. Das hat mir meist die Lust genommen, mich mehr mit diesen Spielen zu befassen, weshalb es nie dazu kam, dass ich aktiver wurde und wirklich Geld ausgeben wollte.


    Natürlich wollen die Entwickler Geld verdienen, aber zumindest im Anfangsstadium sollte man als Spieler schon verschiedenes ausprobieren können. Wenn einem aber sowohl das Nutzen des Chats, das Handeln mit anderen Spielern etc. pp. verwehrt wird, war das schon etwas gemein. Offensichtlich gibt es ja Spieler, die gewillt sind, in diese Spiele Geld zu stecken. An sich ist das natürlich nicht schlimm, wenn sie Spaß daran haben, aber ich frage mich manchmal schon, warum es ausgerechnet dieses oder jenes Spiel ist.


    Wie Apo schon angedeutet hat, ist auch die Community in diesen Spielen oftmals schwierig und nicht selten trifft man auf Bots. Irgendwann hat das dazu geführt, dass ich keine Lust mehr auf noch mehr F2P-Spiele hatte, weshalb ich mich nach Alternativen umgeschaut habe.


    Monatliche Kosten sind auch nichts für mich, aber mit Guild Wars habe ich ein Spiel gefunden, das mir vom Konzept her sehr gefällt. Man kauft sich das Spiel einmal und kann dann ohne jegliche Einschränkungen spielen. Der Support ist fabelhaft und die Updates regelmäßig mit speziellen Events zu bestimmten Anlässen. Alle paar Jahre gibt es dann eine Erweiterung mit neuer Story und weiteren Inhalten, die man wieder kaufen kann. Bei Guild Wars 2 haben sie das sogar so weit geführt, dass das Grundspiel mit Release der ersten Erweiterung (also nach drei Jahren) kostenfrei wurde. Das fand ich einen fairen Kompromiss.


    In dem Sinne reizen mich Free-to-Play-Spiele überhaupt nicht mehr und auch Browsergames, von denen es ja auch einige "kostenlose" gibt, habe ich nie allzu lange gespielt.