Was lest ihr gerade?

  • Zuletzt habe ich für die Uni das Jugendbuch "Das hier ist kein Tagebuch" von Erna Sassen gelesen. Ein Roman, verfasst in Form eines Tagebuchs, der von der Gefühlswelt des 16jährigen Boudewijn handelt. Boudewijn leidet nach dem Suizid seiner Mutter an Depressionen und bekommt von seinem Vater den Auftrag, jeden Tag etwas in ein Tagebuch zu schreiben. Das Buch ist auf eine sehr ehrliche Weise berührend geschrieben, für ein Thema dieser Art ungewöhnlich authentisch und trifft an vielen Stellen den richtigen Nerv. Ich trage es auch immer noch ein bisschen mit mir herum, deswegen wollte ich ein paar Worte darüber schreiben. Jedenfalls ist das ein Buch, das ich nach dem Semester nicht direkt wieder verkaufen werde, sondern behalten möchte.

  • Hurra, ich habe mich durch die letzten ca. 150 Seiten von Haruki Murakamis Kafka am Strand gequält. Nach meinem Murakami-Einstieg mit "1Q84" hatte ich sehr hohe Erwartungen, immerhin wurde dort eine umfangreiche, abgeschlossene Story geboten, die keine Wünsche offen ließ. Im Gegensatz zu dem sich über 600 Seiten erstreckenden, zusammengekifftem Haufen Mist, mit dem ich es jetzt zu tun hatte. Über die ersten 200 Seiten baute sich eine gewisse Spannung auf, man hatte das Gefühl, da passieren jetzt Schlag auf Schlag vollkommen überraschende Dinge, die das bisher gelesene komplett über den Haufen werfen und einen "Aha!"-Effekt der positiven Art auslösen. Aber es ist nichts passiert, absolut NICHTS. Am Ende des Buches wird keine einzige Frage, die der Leser sich während der Lektüre gestellt hat, beantwortet. Nach dem durchforsten einiger Reviews anderer Leser bemerkte ich zwar, dass es durchaus Leute gibt, die diesem pseudointelektuellen um den Brei-Gerede und auf Teufel komm raus-Surrealismus eine tiefere Bedeutung beimessen und es von daher keine vernünftig zuende erzählte Geschichte braucht, aber ich gehöre nicht dazu. Da sich mir aus jenen Reviews erschlossen hat, dass "1Q84" wohl eine Ausnahme war und Murakamis andere Romane in eine ähnliche Kerbe wie "Kafka am Strand" schlagen, werde ich künftig die Finger von ihm lassen.

    Erlaube mir, dich zu warnen, dass es ein gefährliches Unterfangen ist, meine Genialität in Frage zu stellen; es könnte deinen Tag um einiges surrealer machen.


  • Ich habe bis vor kurzem "Nostradamus und die Johannes Offenbarung" gelesen....ich habe aufgehört, da es nicht das ist, was ich mir erhoffte.


    Aus mir nicht erklärlichen Gründen, glauben heute noch so manche Leute an seine "Prophezeihungen" und ich war neugierig warum, weil, dass er kein Hellseher ist, steht für mich fest. Es hieß, der Autor der Bücherreihe, die ich mir holte hätte der Unverfälschtheit zu liebe sich Wörterbücher aus der Zeit des Nostradamus geholt und ginge kritisch mit dem Thema um. Leider las ich dann, dass er zwar mal sagte, es sei Dummfug, aber dann auf der Welle mitritt, zumindest gibt mir das das Vorwort zu verstehen. Und auch das erste, was ich danach las, vertrieb mir leider die Lust. Glaubte ursprünglich, er würde sagen, der Glaube an diese und jene Prophezeihung fußt auf einem Übersetzungsfehler oder die Prophezeihung ist so ungenau gehalten, dass sie zwangsläufig irgendwann eintreffen muss.

  • Jetzt ist bei mir gerade Misery (SIE) von Stephen King bei mir dran. Ein etwas älteres Werk von 1987, und ich finde ja seine älteren Sachen um Welten besser als die Neuen - auch wenn diese größtenteils schon der Knaller sind. Aber hier ist so eine einzigartig beklemmende Stimmung am Werk, die King in seine späteren Romane SO nicht mehr einarbeiten konnte oder wollte. Was wohl größtenteils dem minimalen Setting geschuldet ist, und jetzt, nach gerade mal 180 Seiten, kann da noch wunderbar jede Menge eskalieren. Freue mich nach dem lesen vor allem darauf, endlich mal den Film zu sehen, für den Kathy Bates mit dem Oscar für die beste Hauptrolle ausgezeichnet wurde.

    Erlaube mir, dich zu warnen, dass es ein gefährliches Unterfangen ist, meine Genialität in Frage zu stellen; es könnte deinen Tag um einiges surrealer machen.


  • Aktuell lese ich "Qual" von Stephen King, vor nicht all zu langer Zeit habe ich "Joyland" beendet. Der Einstieg von Qual gefiel mir nicht so sehr, aber nun nach gut 200 Seiten hat der Roman an Fahrt aufgenommen und ist doch ganz interessant. Die Erzählweise mit einem Charakter, der de facto gar nicht existiert, ist schon etwas speziell. Bin gespannt, wie sich die Story noch entwickelt. Needful Things und Desperation liegen noch zum Lesen unter dem aktuellen Titel auf dem Nachttisch.

  • Ich hab Sprengstoff von Stephen King nun beendet und musste feststellen, dass es nicht meinen Erwartungen entsprach. Sonderlich zugesagt hat es mir dadurch nicht. Ein älterer Herr, genannt Bart, wird gezwungen aus seinem Haus auszuziehen. Nicht nur dieses, sondern ebenso viele andere - darunter auch seine Arbeitsstelle - sollen abgerissen werden. Dies dient dem Ausbau einer Straße. Natürlich wehrt er sich mit allen Mitteln dagegen. Aber anstatt einem ständigen Hin und Her zwischen ihm und den Behörden werden vielmehr seine Vergangenheit und Lebensumstände beschrieben, was sich mal wieder eindeutig zu stark zieht. Typisch King, es ist bei fast jedem Buch dasselbe, ich beschwer mich immer wieder, warum lese ich ihn überhaupt noch? Dieses mal hat mich selbst das Finale kein bisschen überzeugt. Wahrscheinlich in der Hoffnung, irgendwann mal wieder etwas Geniales wie mein Lieblingsbuch Todesmarsch in den Händen halten zu können. Bin jedenfalls wieder deutlich weniger motiviert, den 5kg Brocken ES zu lesen, und werde mich womöglich mal anderen Genres widmen, anstatt einem Autor eine weitere Chance nach der anderen zu geben.

  • Trakon "Sprengstoff" gilt als einer der schwächsten Romane von King, das schreibt er sogar selbst im ziemlich langen Nachwort von "Qual", mit dem ich gestern noch fertig geworden bin. Die Titel aus der Bachmann Phase muss man halt mögen, sie unterscheiden sich schon von Kings restlichen Werken und sind wie ich finde oft plumper und stellenweise ziemlich ungeschliffen. Es sind eben alles Titel aus Kings frühesten Schreibphasen. Man sollte bedenken, dass diese Bücher relativ alt sind (späte 70er Jahre bis Mitte der 80er Jahre verfasst). Viele Titel wurden sehr intensiv nochmal überarbeitet, gerade Qual war fast 20 Jahre in Manuskriptform in einem Pappkarton verstaut und wurde von King vor der Veröffentlichung ziemlich radikal bearbeitet.


    Todesmarsch fand ich auch grandios, aber der Titel ist ein Roman, der einen ansprechen muss. Er ist ziemlich düster und stellenweise stumpf. Nicht wenige können damit auch nicht viel anfangen. Das ist mit Menschenjagt meiner Meinung nach ähnlich. "Es" wird dir wohl auch nicht so gut gefallen, wenn dir Passagen mit relativ langen Beschreibungen zuwider sind. Ich finde gerade das macht die King Romane auch aus, es ist eine Stärke von ihm, Dinge zu be- und umschreiben, ohne dass das Ganze zäh wirkt. Bei Todesmarsch könnte man genau den gleichen Punkt anbringen, klar emotional ist die Handlung sehr abwechslungsreich, aber vom Schauplatz her eines der am wenigsten variablen Bücher von Stephen King.

  • Todesmarsch fand ich auch grandios, aber der Titel ist ein Roman, der einen ansprechen muss. Er ist ziemlich düster und stellenweise stumpf. Nicht wenige können damit auch nicht viel anfangen. Das ist mit Menschenjagt meiner Meinung nach ähnlich.

    Beide Bücher haben mich von der Story her sehr stark angesprochen. Menschenjagd fehlte allerdings das gewisse Etwas, das einen bei Todesmarsch in den Bann zog. Die Konversationen zwischen den Läufern wurden hier durch den Fokus auf einen einzigen Charakter ersetzt, was wieder sehr den reinen Beschreibungen ähnelte. Zudem fand ich das generelle Prinzip der Verfolgung rund um den Globus nicht ausreichend ausgeschöpft. Das Gleiche Problem hatte Fitzeks AchtNacht allerdings auch und mich würde es nicht wundern, wenn es bei den Purge Filmen wieder so wäre.

    "Es" wird dir wohl auch nicht so gut gefallen, wenn dir Passagen mit relativ langen Beschreibungen zuwider sind. Ich finde gerade das macht die King Romane auch aus, es ist eine Stärke von ihm, Dinge zu be- und umschreiben, ohne dass das Ganze zäh wirkt.

    Ich glaube auch. Mein Vater meinte heute morgen zu mir, dass auf den ersten 300 Seiten lediglich die Hauptfiguren beschrieben werden und bis auf die Anfangsszene mit dem Jungen nicht großartig etwas passiert. Für das Kreieren einer detaillierten Welt ist das nötig, aber ich habe leider Gottes meine Probleme mit exakt diesen Einstiegen. Ich kanns mir nicht merken, selbst wenn ich es 3x lesen würde. Ab und zu muss ich bei manchen Sätzen von King schmunzeln, weil seine Vergleiche sehr schräg, aber zugleich auch realistisch wirken. Demnach kann ich sogar nachvollziehen, was sämtliche Leser an seinem Stil zu schätzen wissen. Für mich darf es allerdings nicht so trocken sein.

    Bei Todesmarsch könnte man genau den gleichen Punkt anbringen, klar emotional ist die Handlung sehr abwechslungsreich, aber vom Schauplatz her eines der am wenigsten variablen Bücher von Stephen King.

    Das stimmt, in diesem Punkt hätte Todesmarsch nicht simpler sein können. Doch genau das fand ich so stark, zumal man sich nicht auf zu viel gleichzeitig konzentrieren musste. Ich hatte immer die joggenden Jugendlichen im Kopf, während ich das Buch las. Bei Spielen liebe ich diese Simplizität auch gerne, bestes Beispiel sind diverse Walking Simulatoren, für dich ich mich begeistern kann. Komplexe Handlungen können toll sein, nur ich komme lediglich in ihren Genuss, wenn das Storytelling auch meinen Geschmack trifft, indem es die Balance zwischen Fortschritt und Details aufrecht erhält sowie einen roten Faden besitzt.

  • Brian Greene - Der Stoff aus dem der Kosmos ist



    Habe den Vorgänger, Das dunkle Universum nahezu verschlungen. Auch die Werke vom kürzlich vestorbenen Stephen Hawking habe ich mit großer Begeisterung gelesen.


    Interessant an diesen Werken ist es, wie die Schriftsteller/Physiker einem Nichtphysiker (Wie ich es nunmal bin) verständlich erklären, was die Menschheit bis jetzt über das Hier uns Jetzt herausgefunden hat. Erschütternd ist dabei, dass lediglich 5 % von allem erklärt sind. Der Rest ist dunkle Materie und dunkle Energie. Aufgrund Berechnungen wurde das Vorhandensein zwar bewiesen aber es konnte bsiher nicht erforscht werden, was es genau ist.


    Während Greenes erstes Werk sich primär um Einsteins allgemeine Relativitätstheorie befasste und später noch die Quantenmechanik ankratzte, geht es bei diesem Werk hauptsächlich um das Letztgenannte.


    Ich persönlich hatte mit der Quantenmechanik deutlich mehr zu kämpfen. Die allgemeine Relativitätstheorie lässt sich anhand schöner Beispiele erklären wie z.B. dem Zwillingsparadoxon (Welches ja kein Paradoxon ist), dem Äquivalenzprinzip,dem Gravitationslinseneffekt und dem Zeitpfeil im Kontext zur anwachsenden Entropie.


    Der Zeitpfeil taucht dann auch in diesem Werk auf in Verbindung mit der Quantenmechanik und der Frage, was Zeit überhaupt ist oder wie man sie messen kann.


    Ich finde es schwierig zu lesen und ich erwische mich öfters damit, dass ich einen Absatz lese und ich ihn dann direkt ein zweites Mal lesen muss.


    Ich hatte die ersten 200 Seiten gelesen und erstmal unterbrochen und mir Bücher zur Quantenmechanik geholt (Zum Beispiel Schrödingers Katze: Einführung in die Quantenmechanik. Nun habe ich begonnen weiter zu lesen und es flutscht besser. Ich finde im Vergleich zu den anderen Büchern die Schrift etwas klein und es gibt deutlich weniger Skizzen als noch in seinem ersten Buch.


    Als Fazit kann ich sagen, dass es zwar als Nicht-Physiker lesbar ist, man sich aber ganz schön konzentrieren muss. Da aber Interesse meinerseits vorhanden ist, nehme ich das gerne in Kauf.


    Empfehlen kann ich aber in diesem Zuge Brian Greenes : Das dunkle Universum. Es liest sich einfacher und bringt eine Fülle hervorragender theoretischer Beispiele wie z.B. über die Zeitdilatation. Klar verständlich und unfassbar interessant (Wenn man sich dafür interessiert.

  • Ich bin gerade dabei, your name. another side: Earthbound zu lesen.

    Das Buch ist ein Spin-Off des your-name-Buches (beziehungsweise Anime-Films) und ist eine Kurgeschichtensammlung, die ein wenig das YN-Universum erweitern sollen. Ich bin gerade mal mit der ersten Kurzgeschichte fertig, die einen der ersten Tage beschreibt, an denen Taki in Mitsuhas Körper war. Sie hat mir recht gut gefallen, besonders, da es ziemlich gut beschrieben wurde, wie seltsam es für ihn ist, in einem anderen Körper zu sein. Ich fand es auch gut, dass in dem Kapitel einige Szenen gezeigt wurden, die im richtigen Buch nur kurz angeschnitten wurden, wie zum Beispiel der Teil, in dem Taki einige Leute zusammenscheißt, die sich über Mitsuha lustig machen.


    Was ich lesen werde, wenn ich mit dem Buch fertig bin, weiß ich nicht. Entweder mache ich mich daran, den ersten Band von The Devil is a Part-Timer zu lesen, oder ich fange jetzt endlich mal mit "Der Verschwundene Halbgott", dem ersten Band der Helden-des-Olymp-Reihe, an.

  • Ein wirklich interessantes Buch!


    Es startet mit einer Menge an Informationen über die ursprünglichen Menschenarten und was aus ihnen wurde (Hypothetisch). Es gibt Informationen wie der Homo Sapiens tickt und warum er das macht und vor allem was ihn von den anderen Menschenarten unterscheidet. Dies ist auch der Grund seiner Überlegenheit.


    Bin noch im ersten Drittel des Buches aber das wird sich schnell ändern. Das gefährlichste Lebewesen der Welt wird hier durchleuchtet und in manchen Punkten erkennt man sich selbst ein wenig wieder. Besonders interessant ist es, wie der Schriftsteller beschreibt was den Menschen ausmacht und warum er so gefährlich und der blanke Horror für das Ökosystem ist!!!!


    Kann ich nur weiterempfehlen!!!

  • Vor ein paar Wochen habe ich "Billy Marvins Wunderjahre" von Jason Rekulak gelesen, ein ziemlich niedlicher und vor allem kurzweiliger Roman. Die Geschichte beginnt damit, dass der 14jährige Billy gemeinsam mit seinen Freunden verzweifelt versucht, im Kiosk nebenan den aktuellen Playboy in die Hände zu kriegen - komme, was wolle. Die drei Jungs schmieden einen mehr oder weniger ausgefeilten Plan, bei dem Billy jedoch nach und nach die Tochter des Kioskinhabers, Mary, kennenlernt. Die beiden knüpfen ein zartes Band der Freundschaft, die hauptsächlich darauf basiert, dass sie gemeinsam ein eigenes Videospiel namens "The Impossible Fortress" für einen bevorstehenden Wettbewerb programmieren. Für Billy, der sein verborgenes Talent im Programmieren bisher eher im stillen Kämmerlein ausgelebt hat, entpuppt sich das Verhältnis zu Mary auf mehreren Ebenen als Bereicherung, die sein Leben Stück für Stück verändert.

    Der Roman spielt in den 80ern, und dementsprechend "retro" sind auch die darin vorkommenden Spiele, was die Geschichte sehr charmant macht (und bei einigen sicher Nostalgie auslösen könnte). Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Coming of Age Roman, der mir einen netten Nachmittag beschert hat - leider gibt es gegen Ende hin einen Plot twist, der mir doch etwas unrealistisch vorkam und mich einfach nicht mitnehmen konnte. Das fand ich echt schade, den hätte es meiner Meinung nach gar nicht unbedingt gebraucht.

    Ein cooler Bonus ist, dass man das von den Romanfiguren programmierte Spiel tatsächlich online spielen kann!


    Am Wochenende habe ich von Gavin Extence "Libellen im Kopf" gelesen. Nachdem ich mich in seinen Debütroman "Das unerhörte Leben des Alex Woods" einfach nur verliebt habe, war ich natürlich gespannt, seinen zweiten Roman zu lesen - meine Erwartungen waren vielleicht etwas zu hoch, denn er konnte mich nicht ganz von den Socken hauen. Der Autor wagt sich mit dem dem Buch an das sensible Thema Psychische Störung, genauer gesagt leidet die Hauptfigur an einer bipolaren Störung. Mutig: Die Geschichte wird konsequent aus der Innenperspektive der Erzählfigur interessiert, wodurch der Leser einen sehr intensiven (manchmal schon unangenehm zu lesenden) Eindruck des Krankheitsbildes erhält. Die Darstellung dieser zerrütteten Innenwelt ist dem Autor meiner bescheidenen Meinung nach ziemlich gut gelungen und erscheint zumindest für mich als nicht direkt betroffenen Leser authentisch. Das machte das Buch für mich auf jeden Fall spannend.


    Heute habe ich mit "Extrem laut und unglaublich nah" von Jonathan Foers angefangen. Das Buch hatte ich schon mehrmals in der Hand und bereue es jetzt ein wenig, es nicht früher gelesen zu haben - denn schon nach den ersten 50 Seiten bin ich vor allem vom Erzählstil seeehr angetan. Der Roman schildert die Gedankenwelt des neunjährigen Oskars, der seinen Vater bei den Anschlägen vom 11. September verloren hat.

  • Ich habe Blackout - Morgen ist es zu spät von Marc Elsberg gelesen, nachdem ich es schon seit 1½ Jahren im Blick hatte. Der sichtlich beliebte und gelobte Thriller ist äußerst technisch verfasst und basiert auf massenhaft Recherchen. Die Story dreht sich um einen Hackerangriff auf das europäische Stromnetz. Wie reagieren Menschen, wenn der Storm mal länger als zwei Stunden ausfällt? Welche Folgen zieht dies mit sich? Das Worldbuilding auf den ersten 300 Seiten ist spitze und extrem interessant. Es stecken weitaus mehr fatale Folgen hinter einem langfristigen Stromausfall, als man zunächst vermutet. Nichtsdestotrotz fand ich das Gesamtwerk schlussendlich nicht mehr als mittel. Auf den restlichen 500 Seiten wurde sie hauptsächlich auf die Hauptfiguren fokussiert, die ich nicht so gut geschrieben fand. Die Geschichte plätscherte für mich einfach nur noch dahin und konnte sich kaum noch im Gedächtnis festigen. Schade, denn der anfängliche Stil hatte mir sehr zugesagt und das Thema fand ich die ganze Zeit schon hochinteressant. Mein Fazit: Stark angefangen, stark nachgelassen. Marc Elsbergs "Zero - Sie wissen was du tust" war in meinen Augen auch nicht ganz das Gelbe vom Ei. Bleibt die Frage, ob ich jemals "Helix - Sie werden uns ersetzen" lesen soll. Jedenfalls nicht in der 22€ teuren Hardcover Ausgabe.

  • Nachdem ich jetzt ein paar Wochen daran gelesen habe, bin ich gestern mit "Extrem laut und unglaublich nah" fertig geworden. Und das ist wirklich ein wahnsinnig tolles Buch! Wie oben schon kurz angerissen, handelt es von einem Jungen namens Oskar und seiner Trauer über den Verlust seines Vaters bei 9/11. Die Gegenwartshandlung des Romans wird verknüpft mit der Lebensgeschichte von Oskars Großeltern, die im zweiten Weltkrieg die Luftangriffe auf Dresden miterlebt haben. Vor allem diesen zweiten Handlungsstrang fand ich zum Teil sehr bedrückend zu lesen. Ich habe jetzt schon mehrere Bücher gelesen, die Dresden aufgreifen, deshalb bleibt das immer so ein bisschen an mir kleben, habe ich das Gefühl.

    Schmunzeln kann man eher mal bei den Erlebnissen von Oskar, der sich auf die Suche nach dem passenden Schloss zu einem mysteriösen Schlüssel, den sein Vater hinterlassen hat, macht. Dabei begegnet er einer Reihe von außergewöhnlichen Menschen, und ich muss den Autor hier besonders für die tolle, individuelle Gestaltung der Figuren loben.

    Gleichzeitig wird sehr eindrücklich geschildert, wie Oskar mit seinem erfahrenen Trauma und den damit verbundenen Gefühlen umgeht. Ich musste das Buch hin und wieder aus der Hand legen und eine Pause beim Lesen machen, weil der Schreibstil so ehrlich ist. Um die tatsächlichen Geschehnisse vom 11. September geht es tatsächlich eher weniger.


    Besonders innovativ ist, dass der Autor auch die äußere Gestalt des Textes miteinbezieht - zum Teil gibt es Markierungen im Text, leere Seiten, Fotos (meistens aus Oskars "Was-ich-erlebt-habe"-Album, das er während der ganzen Geschichte führt), oder Besonderheiten in der Typographie.

  • Gerade bin ich dabei, Der Sohn des Neptun zu lesen. Das Buch ist der zweite Band der Helden-des-Olymp-Reihe. Das Buch spielt in etwa zur gleichen Zeit wie der erste Band und erzählt, warum Percy Jackson verschwunden ist und was er macht, während die Protagonisten des ersten Bandes versuchen, Hera zu befreien.


    In diesem Band hat Percy Jackson das Gedächtnis verloren, allerdings erinnert er sich nur noch dunkel an seine Freundin Annabeth und weiß, dass er eine Mission erfüllen muss, um wieder an seine Erinnerungen zu kommen. Nachdem er schon einige Tage vor einigen Monstern geflohen ist, landet er im Camp Jupiter, in dem die Kinder von römischen Gottheiten leben. Dort trifft er auf die beiden Halbgötter Hazel und Frank, die die Mission erhalten haben, den Totengott Thanatos aus seiner Gefangenschaft zu befreien.


    Ich hab vielleicht erst einmal die ersten zehn Seiten gelesen, aber das Buch scheint ja ganz interessant zu sein, besonders, da ja im ersten Band so ein großes Drama draus gemacht wurde, wo denn Percy jetzt wäre. Naja, mal schauen, wie es so wird.

  • Bin kürzlich mit The Vegetarian von Han Kang fertig geworden und als Nächstes steht Der Ozean am Ende der Straße von Neil Gaiman bereit.

    Das südkoreanische Werk handelt von einer Frau, die gemeinsam mit ihrem Ehemann in der Hauptstadt Seoul lebt und eines Tages beschließt kein Fleisch mehr zu essen. Das Ehepaar könnte nicht durchschnittlicher sein. Er hat sein Bürojob und sie ist die Hausfrau. Ambitionen und Leidenschaft sind keine vorhanden. Die Eintönigkeit der Ehe verschwindet jedoch, als Yeong-Hye dann eines Tages beschließt Vegetarierin zu werden. Sie verbannt alle tierischen Produkte aus dem Haushalt und begründet ihr plötzlichen Wandel damit, dass sie einen Traum hatte. Ein Akt der Unabhängigkeit gegen die fleischversessene koreanische Küche und strenge soziale Normen des Landes. Doch die passive Rebellion von Yeong-Hye nimmt weitere Ausmaße an, bis sie eines Tages von einem Leben als Pflanze träumt und sich ihre gesamte Familie sich gegen sie wendet..


    Ein sehr spannendes und bedrückendes, aber auch verstörendes, sowie hypnotisierendes Buch. Die kafkaeske Geschichte erzählt von menschlicher Begierde, Obsession und Individualismus. Das doch recht kurze Buch ist harter Tobak, immerhin wird es offiziell auch als kafkaesk bezeichnet. Hauptfaden ist die Ächtung des Vegetarismus in Südkorea und den fehlenden Individualismus, der in dieser Gesellschaft anscheinend nicht ertragen wird. Han Kangs Werk kommt mit einer einfachen Sprache daher, die man als schlichte Schönheit bezeichnen kann, da hier ohne große Schnörkel die Handlung strikt geschildert wird. Was gerade den bizarren und verstörenden zweiten Akt untermauert.



    I’m just watching a bad dream I never wake up from.

    - Spike Spiegel from Cowboy Bebop

  • Gerade lese ich Thunderhead von Nel Shusterman. Das Buch ist der zweite Teil der Arc-of-a-Scythe-Reihe und spielt einige Monate nach dem ersten Band.


    Die Serie spielt einige Jahrhunderte in der Zukunft. Die Menschen sind nun so gut wie unsterblich, allerdings müssen immer noch einige Menschen sterben, damit die Erde nicht überbevölkert wird. Das Töten dieser Menschen übernehmen sogenannte Scythes, die allerdings teilweise untereinander verstritten sind, da immer mehr von ihnen Spaß am Töten empfinden.


    Eines Tages nimmt der sogenannte Scythe Faraday zwei Schüler, Citra und Rowen. Sie wollten eigentlich nie Scythe werden, da allerdings Faraday der Meinung ist, dass diejenigen, die den Job am wenigsten wollten, ihn auch ausführen sollen, fügen sie sich ihrem Schicksal. Dann erfahren sie, dass nur einer von ihnen Scythe werden darf und der andere sterben muss...



    Schon der erste Band war recht gut, und auch der zweite steht da in nichts nach. Er zeigt, wie sich das Ende des ersten Bandes auf die Welt ausgewirkt hat und ist auch sehr interessant geschrieben. Die ganzen Konflikte verdichten sich und ein mysteriöser Scythe Lucifer taucht auf, der Selbstjustiz an den Scythes verrichtet, die Spaß am Töten haben oder einfach nur voreingenommen töten. Insgesamt ist das Buch recht interessant und ich bin sehr interessiert, wie das ganze jetzt weitergeht.