Kakariko {Siedlung}

    • Kakariko {Siedlung}


      Ein Besuch ist immer ein sinnliches Erlebnis: Wenn man in Kakariko steht und einatmet, dann kann man den unverkennbaren Duft des Dorfes riechen: die Reetdächer, die Kürbisse, die Karotten und die Hühner. Sogar die Erde hat einen eigenen Duft - jedem Besucher fällt das sofort auf. Zudem klackern überall die Hyoshigi im Wind und erzeugen einen einmaligen Klang.
      Weil es in einem tiefen Tal im mittleren Osten Hyrules liegt, erreicht die Sonne das Dorf nur zum Teil; eine Seite liegt immer im Schatten. Alle Dorfbewohner sind ruhig und freundlich, aber leben zurückgezogen. Jeder hat seine Aufgabe und seinen Tagesablauf.
      Am Nordrand befindet sich ein alter Friedhof und ein großer alter Baum. Von dort kann man das Schloss sehen; es heißt, Impa die Weise verbringe dort viel Zeit zum Meditieren. Sie lebt in dem größten Haus des Dorfes, welches an den gewaltigen Wasserfällen steht. Am Dorfrand befindet sich ein kleines Wäldchen, aus dem manchmal ein Schluchzen zu hören ist. Die Dorfbewohner sagen, es würde von einer Fee stammen, aber niemand hat diese Fee jemals gesehen.
      Ich arbeite gerade am ZF-Breath of the Wild-Lexikon!
    • Geschafft! Seufzend setzte sich Daniela auf dem lederbezogenen Sessel in ihrer gemütlichen Küche. Ihr Frühstück war fertig. Es musste nur noch aufkochen und dann konnte sie die leckere Kartoffelsuppe, die sie mit Liebe zubereitet hatte, essen. Heute war ihr erster freier Tag nach dem anstrengenden aber schönen Schuljahr. Ihre Klasse hatte sie gestern verabschiedet und ihnen eine schöne Zeit gewünscht. Zur Feier der fünf erfolgreichen Jahre mit den kleinen Süßen, hatte Daniela sich etwas schönes ausgedacht: Eine kleine Wanderung durch die Gegend von Kakariko. Das war selbstverständlich auch mit den Eltern abgesprochen worden. Die Kinder hatten sehr viel Spaß und sie waren traurig, dass sie sie jetzt als Lehrerin zweier Fächer nicht mehr hatte. Daniela fühlte ähnlich, wie sie. Es waren allesamt brave, liebenswürdige und unschuldige Kinder, vor dessen Füßen wahrscheinlich eine glänzende Zukunft lag. Allesamt hatten mit guten Noten abgeschlossen und konnten nun mit gutem Gewissen in das 6. Schuljahr starten.

      Nun hatte sie endlich Ferien und sie konnte sich so richtig ausruhen und ihre freie Zeit genießen. Sie hatte sich vorgenommen die ersten paar Wochen vor die Haustür zu kommen, vielleicht wandern zu gehen und ihre Blumendekoration zu erweitern. Außerdem hatte sie vor den Autor ihrer liebsten Buchreihe zu sehen. Sie hörte, er würde sich in wenigen Wochen in Hateno aufhalten und sein neues Buch vorstellen. Daniela hatte ihn noch nie gesehen: Deswegen hieß es die Chance zu ergreifen. Ihr lagen viele Fragen auf der Zungenspitze, die sie klären wollte. Was hatte es mit seinen extrem verschiedenen Welten, die er beschrieb, auf sich? War er dort? Sie musste versuchen, es aus ihm herauszukriegen, weil er nie eine wirklich klare Antwort zu diesen Fragen gegeben hatte – laut anderen Lesern, die ihm ähnliche Frage gestellt hatten.

      Daniela hörte das blubbern im Kochtopf und sie packte dem Topf von Feuer weg und stellte ihn auf einer Eisenplatte. Der Duft von leckerer Sauce und den gut gewürzten Kartoffeln krochen in ihre Nase. Sie seufzte. Kartoffeln waren nicht nur energiereich, sondern auch gesund. Wenn man lange leben wollte, sollte man sich entsprechend ernähren. Daniela wollte unbedingt mindestens hundert Jahre alt werden. Ob sie das schaffen könnte? Als sie den kleinen Topf mit der Suppe auf dem Tisch stellte, nahm sie sich eine ordentliche Portion und aß sie genüsslich auf. Die mittlerweile 35-jährige Gerudo war schwer zufrieden, was ihren Kochkünsten anbelangte. Schade, dass sie ihr gutes Essen nicht teilen konnte.

      Als sie fertig war, zog sie sich ihre leichten Sandalen an – es war ein warmer Tag – und ging hinaus in das schöne Kakariko. Sie konnte sich noch an den Augenblick erinnern, als sie das erste Mal hier herkam. Das erste Mal eine so saftig grüne Landschaft zu sehen war so, als würde man ins Paradies hereinspazieren! Sie war so baff und überrascht sowie begeistert, dass sie für einige Minuten mit offenem Mund da stand und den Augenblick in sich saugte. Jetzt noch – nach all den Jahren – ist sie fasziniert von der Schönheit, was man von der kargen, kahlen Landschaft in ihrer Heimat nicht sagen kann, dieser Gebiete von Hyrule. Sie hatte sich fest vorgenommen für heute Abend leckeres Rührei zu kochen. Also schlenderte sie mit einem Korb durch das große Dorf und lauschte den Vögeln, die zwitscherten, den Grillen die zirpten... Ihr Herz machte einen Luftsprung vor Freude. Sie fühlte sich unglaublich wohl und ihr Leben war bis auf die sehr traurigen Verluste ihrer Familie einfach wunderbar. Sie war dankbar für die Möglichkeit, die Danielas Familie ihr gab. Dankbar für alles.

      Als sie am Hühnerstall angekommen war, fragte sie den Inhaber, ob sie vielleicht ein paar Eier kaufen könnte. „Ich habe da ein kleines Angebot für Sie, schöne Frau.“, sagte der Herr. „Wenn Sie zehn Eier kaufen, bekommen Sie 5 davon kostenlos. Na, möchten Sie es annehmen?“ Daniela lächelte und ihre Grübchen warfen tiefe Schatten an den Wangen. „Selbstverständlich. So ein Angebot kriegt man nicht jeden Tag. Ich danke Ihnen vielmals für diese Großzügigkeit!“ Der Mann gab ihr die zehn Eier und packte sie in Danielas mitgebrachten Körbchen und sie zahlte den Preis. „Unsere lieben Tiere haben uns die letzten Tage so viele Eier gebracht und heute ist so ein schöner, sonniger Tag – da muss man den ein oder anderen Einwohner doch eine kleine Freude bereiten.“, sagte er fröhlich und verabschiedete sich mit einer leichten Verbeugung von Daniela. „Einen schönen Tag noch!“ rief Daniela gut gelaunt, verbeugte sich ebenfalls und ging. Sie musste sich am Anfang, wo sie nach Kakariko gekommen ist, erst daran gewöhnen, dass man sich verbeugen sollte. Es war ein Ding der Höflichkeit und sie wollte sich dieser Kultur vollkommen anpassen. Dieser wirklich sehr schönen Kultur!
      Ich hasse jedes Wort von dem, was Sie sagen; aber werde bis zu meinem Ende dafür kämpfen, dass Sie es auch weiterhin sagen dürfen

      Wenn Du wissen willst, wer dich beherrscht, musst Du nur herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst
      — François-Marie Arout Voltaire.

      „Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen“
      — Georg Orwell.