Life is Strange


  • Über das Jahr 2015 hinweg veröffentlichte Dontnod Entertainment für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One das 5-teilige Life is Strange. Episode 1 lässt sich kostenlos downloaden, die restlichen können einzeln oder alle zusammen via Season Pass nachgekauft werden. Die PS4 und Xbox One Versionen wurden auch auf CD veröffentlicht.


    Es handelt sich um ein extrem vielschichtiges und detailliertes Game, das einen mit Leichtigkeit in seine Spielwelt entführen kann. Man schlüpft in die Rolle der 18-jährigen Max Caulfield und besitzt die Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen. Dadurch lassen sich gewonnene Informationen nach Zurückdrehen bereits früher oder aber an anderen Orten anwenden, um die Zukunft zu ändern und in der Geschichte voranzuschreiten. Der zweite große Punkt sind die zahlreichen Entscheidungen, die man treffen muss. Völlig egal, ob es sich dabei um Konversationen oder Aktionen handelt, sehr vieles zieht Konsequenzen über den Spielverlauf mit sich. Diese können völlig unbedeutend sein, z.B. dass die Zimmerpflanze in Episode 3 noch lebt, je nachdem ob man sie in 1 und 2 gegossen hat oder nicht, aber genauso auch schwerwiegendere Folgen mit sich ziehen. In das Prinzip der Entscheidungen und Zeitreisen findet man mit Leichtigkeit hinein, denn ein Schmetterlings- bzw. Sprechblasen-Symbol deuten an, ob Entscheidungen Konsequenzen haben oder man erhaltene Informationen in der Vergangenheit anwenden kann. Wer sich unsicher ist kann Entscheidungen direkt nach der Wahl dadurch auch nochmal kurz überdenken und bei Bedarf rückgängig machen, grundsätzlich lädt das Spiel aber zum vermehrten Durchspielen ein. Es gibt derart viele Möglichkeiten, dass man mindestens zwei oder drei Spielstände benötigt, um fast alles gesehen zu haben.


    In Episode 1 wird man mit dem Alltag an der Blackwell Academy konfrontiert. Man besitzt die Möglichkeit mit nahezu allen Charakteren zu interagieren, die man im Spiel treffen kann. Sich mit ihnen zu unterhalten ist völlig optional, hilft aber ungemein sich in die Welt von Arcadia Bay hineinversetzen zu können. Je nach Spielweise kann man mit einer Episode bereits in 1-2 Stunden durch sein, aber auch mindestens 3-5 benötigen. Die spannende Handlung, welche übrigens einen wirklich lobenswerten Erzählfluss besitzt, beginnt noch recht mysteriös. Einerseits scheint ein gigantischer Tornado auf die Stadt zu ziehen. Ebenso war sich Max ihrer eigenen Kräfte nicht bewusst und sie weiß demnach genauso wenig wie die Spieler, weshalb man sich immer optimal in ihre Lage versetzen kann. Sie erlebt, wie ein Schüler namens Nathan Prescott auf der Toilette die Schülerin Cloe Price erschießt. Durch ihre Fähigkeit weiß sie die Tat zu verhindern und versucht hinter die Geschehnisse zu gelangen und Licht ins Dunkle zu bringen. Aber wie bereits angedeutet haben auch ihre Entscheidungen und Taten ungeahnte Folgen.


    Life is Strange sprudelt nur so mit Details über. Die Spielwelt ist anhand von amerikanischen Idealen sehr realitätsnah und maßstabsgetreu erstellt worden. Der Tagesablauf und die Figuren wirken unglaublich authentisch und lebendig. Überall an den Wänden, in den Ecken oder generell finden sich Plakate, Graffitis, Hinweise, Easter Eggs und mehr, sodass man frei nach Belieben Erkunden kann. Wer dies ausnutzt, wird erkennen, wie viel das Spiel zu bieten hat. So etwas sieht man in derartigem Ausmaß nur äußerst selten, zumal alles zur Wirkung beiträgt und wunderbar in die Handlung einordbar ist.


    Die Geschichte wird dramatisch und spricht ernste Themen an. Was für den einen teilweise lediglich eine Depri-Teenager-Story ist, ist für andere ein ernstzunehmendes und faszinierendes Erlebnis, das noch lange Nachwirkungen hat. Das Gesamtpaket der fünf Episoden stellt ingame eine einzige Woche dar, deren Fortschritte in Max's Tagebuch dokumentiert werden und jederzeit nachgelesen werden können. Die Einträge sind mit Liebe zum Detail gestaltet. Auch nehmen andere Figuren via Handy Kontakt zu einem auf und durch die Chatverläufe werden sie erneut interessant charakterisiert. Life is Strange überzeugt bis zum Schluss und schafft es trotz mehrere Stränge letztendlich beim Abschluss nicht mit Enttäuschungen dazustehen.


    Aufgrund des meines Erachtens berechtigten Erfolgs erschien 2017 das dreiteilige Prequel Life is Strange: Before the Storm für PC, PS4 und Xbox One. In diesem spielt man die zweite große Hauptfigur Cloe Price drei Jahre vor den Ereignissen des ersten Teils. Es wird die Geschichte von ihr und Rachel Amber erzählt, welche später als vermisst gilt. Dieses Spiel wird für mich definitiv noch ein Pflichtkauf.


    Außerdem wird am 27. September dieses Jahres die erste Episode von insgesamt fünf zu Life is Strange 2 erscheinen. Mit "The Awesome Adventures of Captain Spirit" ist bereits eine kleine kostenlose Einführung zum Download veröffentlicht worden, deren getroffene Entscheidungen ins Hauptspiel mitgenommen werden können. Gleiches gilt für die finale Entscheidung aus Teil 1. Ich persönlich werde zwar abwarten, bis alle Inhalte vollständig erschienen sind, aber lasse mich bezüglich der Fortsetzung jedenfalls überraschen und bin gespannt, ob wieder ein derart gutes Adventure dabei herauskommt.


    Habt Ihr Life is Strange oder Before the Storm gespielt? Wie gefallen Euch die Zeitreisen und Entscheidungen, aber auch die Handlung, Spielwelt und Figuren? Freut Ihr Euch auf Teil 2?


    Gerne könnt Ihr auch Eure getroffenen Entscheidungen in Spoiler-Tags schildern. Diskussionen sind gerne gesehen und die Tage werde ich auch noch genauer auf meine persönlichen Erlebnisse eingehen, nachdem ich bereits zwei Spielstände in kürzester Zeit verschlungen habe.

  • Von Life is Strange habe ich schon oft gehört, eben auch, weil es so erfolgreich und offenbar beliebt ist, zumindest nehme ich das an, da ich bisher nur Positives darüber gehört habe. Leider muss ich zugeben, nicht eine einzige Episode gespielt zu haben.


    Ich war letztes Jahr irgendwann einmal sehr neugierig und habe dann bei einem Steam-Sale zugeschlagen und mir das komplette Spiel für gerade einmal 5 Euro gekauft, schließlich kann man bei dem Preis ja so gut wie nichts falsch machen. Dennoch bin ich bis heute nicht dazu gekommen, es auszuprobieren aus einem einfachen Grund - da ich es über Steam gekauft habe, habe ich es auf dem PC, und PC-Spiele "vergesse" ich gerne und oft einmal, weil ich einfach kaum am PC spiele. In dem Sinne hatte ich mir also vorgenommen, es zu spielen, wollte aber erst etwas anderes (Konsole oder Handheld) beenden und als ich dann damit fertig war, hatte ich schon wieder vergessen, dass Life is Strange auf dem Computer auf mich wartet.


    Als auf der E3 ein Trailer zum zweiten Teil gezeigt wurde, hat das das Spiel wieder etwas in den Vordergrund gerückt und auch dein Post erinnert mich wieder daran, dass ich dieses so viel gelobte Spiel endlich einmal spielen sollte. Ich mache mir etwas Sorgen wegen der Spielzeit, also ob ich viel dafür einplanen sollte, andererseits ist es sicherlich recht einfach, Pausen zu machen, da das Spiel ja in Episoden eingeteilt ist, nicht wahr?

  • Sylph :


    Da musst du dir keine großen Sorgen machen - übermäßig groß ist das Spiel nämlich nicht. Ich hab das Spiel an einem Wochenende durchgespielt, ohne dass ich auf Schlaf und Essen verzichtet hätte oder so. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange ich pro Episode gebraucht habe, aber viel mehr als drei Stunden (pro Episode) waren es wohl nicht. Außerdem gibt es, wenn ich mich richtig erinnere, immer wieder Auto-Save-Punkte - man muss also nicht mal eine Episode am Stück spielen.


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    Ich erinnere mich, dass ich einige Einstiegsschwierigkeiten mit Life is Strange hatte. Der Anfang war mir irgendwie zu zäh und der Einsatz von Max' besonderer Fähigkeit zu erzwungen. Außerdem konnte ich mich mit Max' Persönlichkeit nicht anfreunden. Sie war mir zu... depressiv und neurotisch, ohne dass es für mich als Spieler einen Grund (oder zumindest eine Ahnung) gab, warum. Kurzum: Am Anfang ging mir das Spiel echt auf die Nerven.

    Aber weil ich immer wieder nur Gutes von dem Spiel gehört habe, hab ich mich gezwungen, weiterzuspielen und bin im Nachhinein sehr froh darum, denn Life is Strange erzählt eine spannende und vor allem emotionale Geschichte, die zwar nicht sonderlich überraschend ist (Wer The Butterfly Effect gesehen hat, kann sich schon sehr schnell denken, worauf das Ganze hinausläuft.), aber Momente und Bilder zaubert, die einem total ans Herz gehen.

    Im Verlauf der Geschichte hab ich mich dann auch immer mehr mit Max angefreundet, die vor allem durch die wieder in ihr Leben tretende Chloe immer mehr aufzutauen und zu sich selbst zu finden scheint.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Trotz anfänglicher Antipathie Spiel und Protagonistin gegenüber, haben beide es mit zunehmender Spielzeit geschafft, sich in mein Herz zu schleichen und ich kann das Spiel nur weiterempfehlen.


    Da ich Chloe immer etwas lieber mochte als Max hab ich mir fest vorgenommen, auch Before the Storm zu spielen, bin aber bislang nicht mal dazu gekommen, mir das Spiel zu kaufen. Irgendwie vergesse ich es immer wieder... Aber irgendwann werde ich es auf jeden Fall nachholen! Letztes Jahr auf der Gamescom hab ich schon einiges von der ersten Episode gesehen und das sah verdammt spaßig aus.

    Chloe verfügt zwar nicht über Max' besondere Fähigkeit, aber das sollte dem Spiel keinen Abbruch tun. Denn die Stärken von Life is Strange lagen, wenn man mich fragt, sowieso nie im Gameplay, sondern im Storytelling.

  • Ich mache mir etwas Sorgen wegen der Spielzeit, also ob ich viel dafür einplanen sollte, andererseits ist es sicherlich recht einfach, Pausen zu machen, da das Spiel ja in Episoden eingeteilt ist, nicht wahr?

    Ich weiß nicht mehr genau, wie lange ich pro Episode gebraucht habe, aber viel mehr als drei Stunden (pro Episode) waren es wohl nicht. Außerdem gibt es, wenn ich mich richtig erinnere, immer wieder Auto-Save-Punkte - man muss also nicht mal eine Episode am Stück spielen.

    Völlig korrekt, es gibt andauernd automatische Speicherpunkte und nach rund 15 Stunden ist man eigentlich durch. Auch ich habe nicht mal drei Tage gebraucht und das Spiel letztendlich sogar innerhalb von vier ganze 2x durchgespielt. Bei Life is Strange: Before the Storm verhält sich die Spielzeit ähnlich. Es sind zwar nur drei Episoden, aber sie kamen mir minimal länger vor. Auf 10-12 Stunden kommt man hier auch pro normalem Durchlauf, ohne durchzurennen.

    Dann solltest Du die Bonusepisode "Lebewohl" von Life is Strange: Before the Storm spielen. Die behandelt exakt dieses Thema!


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    Life is Strange:


    Nun möchte ich wie gesagt noch etwas genauer auf meine Entscheidungen aus Teil 1 eingehen, da ich im zweiten Durchlauf sehr gegensätzlich gespielt habe, um möglichst viel mitnehmen zu können. Der in meinen Augen größte Knackpunkt ist wohl die Geschichte um Kate Marsh.

    Wenn ich das Game dann ein drittes mal durchzocken werde, voraussichtlich spätestens bevor ich Life is Strange 2 spielen sollte, versuche ich nochmal alles, um das zu verhindern.


    Auch Drogendealer Frank Bowers spielt eine nicht unwichtige Rolle und hier braucht man sogar mindestens drei Spielstände, um alle Möglichkeiten abgedeckt zu haben.

    Letzteres bewirkte leider, dass man im Two Whales Diner gegen Ende des Spiels nicht mehr mit ihm reden konnte. Das war definitiv das Gespräch, welches erstmals ein wenig Sympathie in ihm aufkommen ließ. Doch spätestens bei Before the Storm merkt man dann, dass er von seiner Persönlichkeit her gar kein so übler Typ ist.


    Episode 5 fand ich einfach nur top. Sie war genial umgesetzt und stellenweise richtig Mindfuck. Aber eben dieser Kick hat dem Game noch richtig gut getan und das Finale ordentlich ins Rollen gebracht. Die letzte Entscheidung fiel mir dann aber eigentlich recht leicht.

    Ansonsten fand ich auch die vielen Entscheidungen bei Kleinigkeiten so cool, z.B. dass man in jeder Episode Alyssa helfen kann und sich alles auf die Begegnung mit ihr in der letzten Episode auswirkt. Das Zocken macht einfach nur großen Spaß und die Detailverliebtheit sowie der Soundtrack haben mir ausgesprochen gut gefallen. Vieles habe ich ja bereits im Startpost geschrieben, doch hiermit möchte ich meine Empfehlung erneut betonen.




    Life is Strange: Before the Storm


    Wie auch schon im ersten Spiel wird hier eine fesselnde Geschichte erzählt, die mich allerdings nicht von der ersten Stunde an gepackt hat und auch definitiv nicht dem Vorgänger das Wasser reichen kann. Erst am Ende von Episode 1 gab es für mich den entscheidenden Kick, der mich direkt am Ball blieben ließ. Doch ein Großteil jener war lediglich halbwegs interessant. Aber es war wirklich toll, nun Rachel Amber kennenzulernen und sie ist manchmal eine echt coole Socke, auch wenn ich nicht alle Handlungen von ihr wirklich nachvollziehen konnte und sie teilweise ein wenig stimmungsschwankend und unberechenbar erschien. Chloe dagegen wirkte noch weitaus nicht so rebellisch wie drei Jahre später in Life is Strange, doch wird nun ihre Entwicklung deutlich klarer.


    Das Fehlen der Zeitreisen ist ein richtiger Minuspunkt im direkten Vergleich. Before the Storm ist ein gutes Drama, doch wesentlich linearer als sein Vorgänger. Die Komplexität in der Geschichte ist nicht mehr wirklich vorhanden und die Entscheidungen, die man trifft, haben nicht derart riesige Konsequenzen. Stattdessen besitzt das Game Konflikt-Gespräche, bei denen es darum geht, in begrenzter Zeit den richtigen Konter auszuwählen. Anschließend bekommt Chloe oder eben die andere Person einen Punkt gutgeschrieben. Im Normalfall benötigt Chloe mehrere, um das Wortgefecht für sich zu entscheiden, während dem anderen oftmals nur ein oder zwei ausreichen. Doch nicht alle Konfliktgespräche führen zwangsweise zu unterschiedlichen Ausgängen, sondern lediglich zu einer anderen Cutscene im Anschluss. Das fiel mir natürlich erst im zweiten Durchlauf auf und war ein wenig enttäuschend. So humorvoll die vielen Konter auch waren, der Tiefgang ist einfach nicht derselbe.


    Gut wiederum waren die zahlreichen Möglichkeiten, wie man mit dem Geld umgehen kann, das man im Spielverlauf erhält. An mehreren Stellen kann man es einsetzen oder aber für sich behalten und wenn man die Chance auslässt, dann hat man später in einer anderen Szene die nächste. Ebenfalls waren die optionalen Graffitis cool, die quasi die Fotos aus dem ersten Spiel ersetzt haben. Der Unterschied ist allerdings, dass Chloe fast immer zwischen zwei Motiven die Wahl hat und ein wenig mehr Abwechslung reinkommt. Genauso kann der Soundtrack erneut überzeugen und dank der Limited Edition, die ich besitze, habe ich ihn sogar auf CD. Hätte ich mir beim Vorgänger auch gewünscht, aber nun höre ich mir Tracks eben auf Youtube an.


    Es war sehr interessant zu sehen, wie sich einige Mitschüler noch drei Jahre früher verhalten haben. Doch leider wurde nicht viel auf sie eingegangen und manche, wie beispielsweise Warren, bekam man gar nicht zu Gesicht. Hier wäre definitiv noch Luft nach oben gewesen. Dafür wurden aber neue Figuren eingeführt, die nicht weniger schlecht waren. Das Tabletop-Game mit Mikey und Steph hat sogar Spaß gemacht. Ich frage mich, was aus den beiden später geworden ist.


    Das Finale fand ich nur bedingt gut.

    Generell hat mir die große Wendung nicht so gut gefallen und der Wiederspielwert ist vergleichsweise nicht ganz so hoch. Ein dritter Durchlauf muss eigentlich irgendwann noch her, einfach um trotzdem so gut wie alles gesehen zu haben. Life is Strange: Before the Storm ist ein schönes Drama, aber hat nicht sein volles Potential ausgenutzt.



    Die Bonusepisode war zwar relativ kurz, aber schön zu spielen. Max und Chloe waren bis in ihre Jugend immer noch richtig verspielt und hatten tolle Einfälle, den Alltag zum Abenteuer zu gestalten. Vor allem die Geschichte zum Blättern mit den Entscheidungen fand ich richtig gut. Aber natürlich wurde es dann auch hier nochmal ziemlich emotional und sie hat alles noch gekonnt abgerundet. Einzig und alleine schade finde ich, dass Spieler des ersten Teils auf den Kauf von Before the Storm angewiesen sind, um diese Episode zocken zu können. Denn im Grunde ist sie dem ersten Ableger zugehörig.



    Die fantastischen Abenteuer von Captain Spirit:


    Selbstverständlich habe ich auch schon die Demo zu Life is Strange 2 gespielt. Hier schlüpft man in die Rolle eines Jungen namens Chris. Seine kindliche Ader wirkt sich komplett auf die gesamte Atmosphäre und das Erkunden aus. Es ist wesentlich schwerer sich mit ihm zu identifizieren, da man nicht mehr diese verspielte Denkweise besitzt. Er projiziert in alle möglichen Objekte seine Superhelden-Fantasien und die Spielwelt erlebt man nun mal aus seinen Augen. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig.


    Diesmal wurde allerdings keine lineare Geschichte erzählt, sondern man hat eine Art To-Do Liste mit Aufgaben bekommen, von denen man nicht alle erledigen musste und die Reihenfolge beliebig war. Nichtsdestotrotz habe ich natürlich jede einzelne abgearbeitet, auch wenn man für zwei Stück einen Zahlencode benötigt hat und besonders einer davon VIEL zu weit hergeholt war, um auf ihn zu kommen. Ich musste sogar für beide googlen und das gefiel mir nicht gut, da ich auf so etwas möglichst verzichten möchte.


    Das Design gefällt mir nicht mehr so sehr wie in den beiden Vorgängern. Wenn man beim Erkunden ein Objekt anvisiert hat, dann wurde es nicht mehr mit einer Markierung hervorgehoben, sondern es hat lediglich ein Pfeil auf es gezeigt. Das war deutlich unauffälliger. Auch die bunten Knöpfe sind mir etwas kindisch. Vom Soundtrack war noch nicht viel zu hören, hängengeblieben ist nur der Track aus dem Epilog der Demo. Die bot immerhin ca. 2 Stunden Spielzeit, wenn man möglichst alles zu Gesicht bekommen wollte.


    Die Story hat definitiv Potential, denn Chris wird alleine von seinem Vater aufgezogen und die Situation könnte auf jeden Fall besser sein. Auch die Nachbarn werden wohl mit hineingezogen, da bin ich echt gespannt. Ebenfalls neugierig ist die Frage, ob Chris genau wie Max eine Art Superkraft besitzt. Es gibt zwar Andeutungen, aber so wirklich klar ist es für mich noch nicht. Seine Fähigkeiten als Captain Spirit könnten schließlich auch lediglich seiner Fantasie entspringen.


    Letztendlich stelle ich mir aber auch die Frage, was Life is Strange 2 für einen Bezug zum ersten Teil haben soll. Wenn ich das richtig verstanden habe kann man nicht nur die Entscheidungen aus der Demo mit auf den Hauptspielstand übertragen, sondern auch die finale Wahl aus Life is Strange 1. Letzteres würde aber bedeuten, dass der neue Ableger mit seiner Story doch noch an den Vorgänger anknüpft und nicht seine komplett eigene Geschichte erzählt. Insgesamt bin ich noch etwas skeptisch, dennoch werde ich mir Life is Strange 2 mit recht hoher Wahrscheinlichkeit zulegen, sobald alle Episoden draußen sind.



    Hyrule Warrior Was sind Deine Eindrücke zu Before the Storm und Erwartungen an Life is Strange 2? Wirst Du den ersten auch noch spielen? Der ist für mich das bisher beste aus dem Franchise.

  • Hyrule Warrior Was sind Deine Eindrücke zu Before the Storm und Erwartungen an Life is Strange 2? Wirst Du den ersten auch noch spielen? Der ist für mich das bisher beste aus dem Franchise.

    Ich kenne bis jetzt nur Before the Storm, Captain Spirit und Teile der ersten Episode von LiS 1.


    In LiS 1 bin ich gerade an dem Punkt, kurz nachdem ich Chloe davor gerettet habe, erschossen zu haben.

    Um ehrlich zu sein, geht mir Max ein wenig auf die Nerven mit ihrem "Ich hab mich bei Chloe für ein paar Jahre gar nicht gemeldet, allerdings mach ich das jetzt mal, wenn ich auf der Schule bin". Kann ja sein, dass da mal Chloes Enttäuschung, dass Max sich nicht gemeldet hat, als sie selber Unterstützung mit ihrem Vater brauchte, ein wenig auf mich abgefärbt hat, allerdings finde ich es schon ein wenig unfair von Max, dass sie es nicht mal schafft, sich bei ihrer besten Freundin zu melden, kurz bevor sie wieder auf ihre Schule geht. Naja, vielleicht ändert sich ja meine Meinung noch, wenn ich etwas weiter bin. Die Story scheint ja ziemlich interessant zu sein und ich habe bereits wohl erste Konsequenzen für mein Handeln erfahren.

    Interessanterweise wurde mir an einer Stelle, als ich einen Baum in Max' Zimmer gegossen habe, gezeigt, dass dadurch die Zukunft wohl ziemlich stark verändert wurde. Mal schauen, wie das das Spiel beeinflussen wird.


    Die Idee, durch die Zeit zu reisen, ist mal was anderes und kann auch ziemlich interessant eingesetzt werden, zum Bespiel, um alternative Gespräche zu bekommen. Ich glaube allerdings, dass ich die Fähigkeit nicht wirklich nutzen werde, um irgendwelche Entscheidungen rückgängig zu machen. Vielleicht werde ich bei einigen unwichtigen Dialogen schauen, ob es vielleicht einen Unterschied macht, wenn ich ganz anders geantwortet habe, allerdings werde ich das sonst nicht machen.


    Davor hatte ich allerdings Before the Storm gespielt und fand das Spiel ziemlich gut. Zwar hatte ich anfangs gedacht, dass das Spiel sich mehr darum dreht,

    allerdings gefiel mir das Spiel ansonsten sehr. Zwar hatte ich an einigen Stellen das Gefühl, dass ich eigentlich hätte handeln können, wie ich will, da ein bestimmtes Ereignis sowieso eintritt.

    Das ganze basiert allerdings auch nur auf einem Gefühl von mir, da ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen bin, die Szenen noch mal durchzuspielen und zu schauen, ob das wirklich so ist.


    Ansonsten hat mich das Spiel allerdings sehr gut unterhalten und es ist eines der besten Spiele, was ich für PS4 gespielt habe. (Allerdings habe ich bis jetzt nicht viele PS4-Spiele, weil ich sie erst seit wenigen Monaten habe.


    Captain Spirit habe ich auf dem PC gespielt und fand es anfangs etwas ungewohnt, das Spiel so zu spielen, da ich Before the Storm vorher halt nur auf PS4 gespielt hatte und mich erst an die Steuerung umgewöhnen musste. Hat auch ein wenig gedauert, bis ich herausgefunden hatte, dass man die Antwortoption ändern kann, wenn man das Mausrad nutzt. Irgendwie ist das die letzte Taste, von der ich das erwartet hätte...

    Aber egal. Das Spiel war eigentlich ganz in Ordnung. Ich konnte zwar nicht alle Punkte auf der Liste abhaken, allerdings hatte ich keine Schwierigkeiten, an das Ende zu kommen.

    Das Spiel war eigentlich in Ordnung. Besonders viel Umfang hat es nicht, ich bin in eineinhalb Stunden mit dem Spiel fertig geworden und besonders beeindruckt hat es mich nicht wirklich. Allerdings fand ich das Ende ziemlich beeindruckend.

    Ebenfalls neugierig ist die Frage, ob Chris genau wie Max eine Art Superkraft besitzt. Es gibt zwar Andeutungen, aber so wirklich klar ist es für mich noch nicht. Seine Fähigkeiten als Captain Spirit könnten schließlich auch lediglich seiner Fantasie entspringen.

    Dazu habe ich mal eine Theorie gelesen, dass...

    Allerdings glaube ich, dass der Rest der Szenen, in denen es so aussah, als ob er welche hätte, nur damit zusammenhängen, dass er sich gerne vorstellt, ein Superheld zu sein.


    Aber egal. Ich werde LiS 2 spielen, wenn mir der Rest von LiS1 gefällt und jede Episode rausgekommen ist. Ich hab eher gesagt keine Lust, nach dem Spielen eines Spiels ewig zu warten, bis ich weiterspielen kann. Da spiele ich es lieber am Stück, um ehrlich zu sein.

  • Interessanterweise wurde mir an einer Stelle, als ich einen Baum in Max' Zimmer gegossen habe, gezeigt, dass dadurch die Zukunft wohl ziemlich stark verändert wurde. Mal schauen, wie das das Spiel beeinflussen wird.

    Nein, tut es nicht, das kann ich Dir jetzt schon verraten. Das Schmetterlingssymbol bedeutet lediglich, dass sich irgendwas ändern wird. Es gibt keine Auskunft darüber, wie stark die Wirkung sein wird. Die Pflanze gehört in diesem Fall nur zu den kleinen Details, die man ändern kann.

    Ich glaube allerdings, dass ich die Fähigkeit nicht wirklich nutzen werde, um irgendwelche Entscheidungen rückgängig zu machen. Vielleicht werde ich bei einigen unwichtigen Dialogen schauen, ob es vielleicht einen Unterschied macht, wenn ich ganz anders geantwortet habe, allerdings werde ich das sonst nicht machen.

    Habe ich auch nicht. Nachdem man eine wichtige Entscheidung getroffen hat denkt Max immer, was bei der anderen Option passiert wäre. Aber ich wollte meinen ersten Spielstand so erleben, wie ich die Entscheidungen für richtig gehalten habe.

    Ich hab eher gesagt keine Lust, nach dem Spielen eines Spiels ewig zu warten, bis ich weiterspielen kann. Da spiele ich es lieber am Stück, um ehrlich zu sein.

    Geht mir genauso. Ich habe die Spiele verschlungen und konnte es kaum erwartet weiter zu zocken. Die Wartezeiten würden mir den Wind aus den Segeln nehmen.


    Ich hoffe jedenfalls, dass Dir Max mit der Zeit noch ein wenig sympathischer wird und Du viel Freude am Game hast!


    Sehr interessant, das habe ich noch gar nicht in Betracht gezogen. Jetzt bin ich noch neugieriger als vorher :D

  • Mittlerweile wurde ein Debut-Trailer für den zweiten Teil veröffentlicht, der ja kaum mehr als in einem Monat an den Start geht:




    Selbst bin ich zwar kein Fan, aber diejenigen die es sind, dürfte dieser erste Einblick ja vielleicht erfreuen. Konnte mit der ersten Episode einfach nichts anfangen – auch wenn ich „nur“ ein Let’s Play angeschaut habe und niemals selbst gespielt.

    Ich denke, diese Art von Spiel ist einfach nicht für mich gemacht, wobei der Hype sicherlich berechtigt ist. Man kann eben nicht von allem Teil sein.

  • Ich bin überrascht...im Sinne von, dass ich mit dem Inhalt dieses Trailers nicht gerechnet hätte. Mit der Demo hat er nämlich null komma null gemeinsam. Ich hab grad kein exaktes Bild mehr im Kopf, aber handelt es sich bei den zwei Jungs zufällig um die Nachbarn von Chris?

    Nun habe ich die Vermutung, dass sich die Geschichte um mehr als angenommen drehen wird. Eventuell kann man sogar auch mehrere Charaktere steuern? Eine Erzählung aus verschiedenen Perspektiven fänd ich richtig cool. Das wäre eine Alternative zu den Zeitreisen, in der Potential steckt. Doch vor Release sind und bleiben das alles Spekulationen meinerseits

  • Nein, tut es nicht, das kann ich Dir jetzt schon verraten. Das Schmetterlingssymbol bedeutet lediglich, dass sich irgendwas ändern wird. Es gibt keine Auskunft darüber, wie stark die Wirkung sein wird. Die Pflanze gehört in diesem Fall nur zu den kleinen Details, die man ändern kann.

    Hmm... Na, dann mal danke für die Information! Mal schauen, wie jetzt die Pflanze später aussehen wird...

    Ich bin überrascht...im Sinne von, dass ich mit dem Inhalt dieses Trailers nicht gerechnet hätte. Mit der Demo hat er nämlich null komma null gemeinsam. Ich hab grad kein exaktes Bild mehr im Kopf, aber handelt es sich bei den zwei Jungs zufällig um die Nachbarn von Chris?

    Ich bin mir auch sicher, dass das die selben Charaktere aus dem Spiel sind. Ich frage mich gerade, wie es wohl weiter geht, nachdem die beiden ihn gerettet haben...


    Ich habe übrigens Captain Spirit vor ein paar Wochen noch einmal gespielt und habe dabei entdeckt, dass man auf einem Tisch eine Zeitung finden kann, in der von Unruhen in Seattle berichtet wird, nachdem dort vor ein, zwei Monaten bei Schusswechseln ein Zivilist und ein Polizist verstorben sind. Eigentlich müsste das doch der Schusswechsel sein, der dafür gesorgt hat, dass die beiden Hauptcharaktere fliehen mussten, oder?


    Um ehrlich zu sein, finde ich es ja interessant, dass wir eigentlich schon die ganze Zeit lang ungefähr wussten, was am Anfang des zweiten Teil passiert, ohne zu wissen, dass das, was wir bereits kannten, der Anfang des zweiten Spiels war...


    Ach ja...
    Ich habe heute die Bonusepisode von Before the Storm, Lebewohl, durchgespielt, die sich wie gesagt auf den letzten Tag konzentriert, den Max und Chloe miteinander verbringen. Den Großteil der Episode fand ich recht langweilig, wahrscheinlich, da sie sich auf Max konzentriert und ich sie nicht wirklich mag, wie gesagt. Zwar hatte sie ein paar lustige Stellen ("Denkt immer an das wichtigste im Leben, und das wäre..." "Freundschaft?" "Liebe?" "...genügend Geld für's College!" oder die Szene, wo die beiden nach dem Schatz suchen und sie sich nicht entscheiden konnten, ob mit "Geh etwas weiter nach rechts" jetzt das rechts von Max oder das von Chloe gemeint ist), allerdings habe ich nicht wirklich das Gefühl gehabt, dass die Geschichte groß was zum Universum der Reihe beigetragen hatte. Zwar war es recht süß anzusehen, wie die beiden ihren letzten Tag erleben, allerdings hätte ich mir da schon mehr erwartet...

    Allerdings fand ich das Ende recht traurig.

    Trotzdem kann ich nach dem Ende irgendwie nicht erklären, warum Max so lange Chloe ignoriert hat, nachdem sie ihr ja soooo versprochen hat, dass sie immer für sie da sein wird und sie auch immer unterstützen wird. Was zur Hölle ist in Seattle passiert, dass sie auf einmal so fies gegenüber ihrer Freundin ist?

    Um ehrlich zu sein, hatte ich eigentlich gehofft, dass ich vielleicht in dieser Episode vielleicht etwas Sympathie für Max aufbauen könnte, allerdings habe ich das Gefühl, dass das Gegenteil passiert ist.


    Naja, ich spiel einfach mal LiS 1 weiter, vielleicht erfahre ich da ja, woran das genau liegt. Seitdem ich das letzte Mal die erste Episode gespielt habe, bin ich nicht groß weitergekommen und hab noch nicht mal Chloe zum zweiten Mal getroffen.

  • Dann solltest Du die Bonusepisode "Lebewohl" von Life is Strange: Before the Storm spielen. Die behandelt exakt dieses Thema!


    Das hab ich heute nachgeholt und ehrlich gestanden kann ich jetzt noch weniger verstehen, warum Max Chloe derart im Stich lässt. Die Beiden standen sich so nah wie manche Geschwister nicht und dann zieht Max weg und fängt plötzlich an, Chloe zu ignorieren, obwohl sie ihr versprochen hat, dass sich durch den Umzug nichts/kaum etwas ändern wird.

    Hm... Also, wenn ich mir vorstelle, dass meine beste Freundin, die sowieso schon Sorgen hat, weil sie in der Schule gemobbt wird und die schon über den Tod ihrer Haustiere nur schwer hinweg gekommen ist, ihren Vater genau zu dem Zeitpunkt verliert, indem ich wegziehen muss, dann würde ich mir das Telefon quasi an die Ohrmuschel nähen, um zumindest auf telefonisch für sie da zu sein.

    Und Chloe leidet so unter Max' Verhalten... Sie tut mir so wahnsinnig leid... (Vor allem, wenn man bedenkt, was dann noch mit Rachel und ihr selbst passiert.)


    Nachdem ich jetzt Life is Strange: Before the Storm inklusive Bonusepisode gespielt habe, fällt mir eigentlich nur eines dazu ein: Max, du bist ein gigantisches Arschloch!

  • Vor ca. 2-3 Wochen habe ich erfahren, dass man in Life is Strange 2 nicht direkt da beginnt und weiterspielt, wo die Demo Captain Spirit angefangen hat. Der Reveal Trailer, den Yuffie gepostet hatte, ließ das ja bereits vermuten. Tatsächlich wird man den älteren der beiden Brüder steuern, während der Jüngere wiederum die Superkraft besitzt. Sie ist in der Lage, anderen Menschen oder Objekten ziemliche Schäden zuzufügen. Die Frage ist allerdings, ob sich der Junge des Einsatzes bewusst ist. Fakt ist jedoch, dass man selbst als älterer Bruder ihn durch die Entscheidungen sozusagen erziehen kann und das wieder späteres Geschehen beeinflusst.

    Die Handlung selbst umfasst einen Roadtrip. Das bedeutet, dass man über das Spiel hinweg nicht an einem einzigen festen Ort bleibt. Life is Strange 1 und Before the Storm haben ja davon gelebt, dass sich die Charaktere entwickelt und im Laufe der Kapitel verändert haben. Dass mehrere Aktionen ineinerander verstrickt waren und sich vieles erst später ergab. Nun sind aber nur die zwei auf Reisen, Nebencharaktere kommen und gehen. Kann das altbewährte Prinzip da noch greifen oder kommt etwas Neues Überraschendes um die Ecke? Ich kann die ersten Eindrucke demnächst kaum erwarten, möchte mich selbst für später allerdings nicht spoilern.


    Für alle, die bereits einen Kauf in Erwägung ziehen, wollte ich diese Infos nur nochmal hierlassen, damit Ihr wisst, was ungefähr auf Euch zukommen wird! ^^

  • Ich habe jetzt mal die erste Episode von Life is Strange durchgespielt und muss sagen, sie war in Ordnung.


    Um ehrlich zu sein... Ich hatte mir das erste Treffen von Max und Chloe irgendwie anders vorgestellt. Ich fand es zwar ziemlich verständlich, dass Chloe ziemlich angepisst war, dass Max die ganze Zeit nicht mit ihr geschrieben hat und es nicht einmal erwähnentswert fand, dass sie jetzt wieder in Arcadia Bay wohnt, allerdings hatte ich irgendwie das Gefühl, dass die ganze Sache etwas schnell unter dem Tisch gefallen ist und Chloe die Sache auch ungewöhnlich schnell beruhigt hat. Könnte zwar sein, dass die ganze Sache noch später im Spiel noch mal aufgegriffen wird, aber dass die beiden erst mal fünf Minuten darüber reden, dass Max sich nicht gemeldet hat und die beiden dann fröhlich zu Chloes Haus fahren, als ob nie was passiert wäre, finde ich recht unrealistisch.


    Und naja, eine Erklärung, warum Max sie ignoriert hat, habe ich auch nicht bekommen. Ist es überhaupt möglich, beim ersten Gespräch zwischen Max und Chloe so zu entscheiden, dass man danach ungefähr weiß, warum Max nichts geschrieben hat? Es ist nämlich ein wenig seltsam, dass Max während "Lebewohl" noch als ein Mädchen dargestellt, dass immer für ihre Freundin da sein will und sogar oft mit ihr schreiben will, selbst, wenn Chloes Vater nicht gestorben wäre. Um ehrlich zu sein... Ich finde es etwas seltsam, dass Max in der Bonus-Episode einerseits so dargestellt wird, wie ich es gerade beschrieben habe, während LiS uns verkaufen will, dass sie einfach so ihre beste Freundin ignoriert hat.


    Wenn ich mich recht erinnere, war es in Before the Storm möglich, Teile der Chatverläufe zwischen den beiden zu lesen, und es wurde auch angedeutet, dass Max anfangs kaum Zeit hatte, mit Chloe zu schreiben, da sie sich noch in Seattle eingewöhnen musste. Aber das ist doch kein Grund, dann irgendwie später, wenn die Eingewöhnungszeit vorbei ist, sie zu ignorieren! Und ich habe jetzt nicht wirklich das Gefühl, dass sie einfach irgendwann in der ganzen Aufregung vergessen hat, dass sie noch mit ihr schreiben wollte, denn wenn ich mich recht erinnere, hat Chloe ihr immer wieder Nachrichten geschickt und versucht, ein Gespräch aufzubauen, während Max diese an einem Punkt gar nicht mehr beantwortet hat...


    Naja, um was gutes über Max zu sagen... Sie ging mir gegen Ende der Episode nicht mehr auf die Nerven, was allerdings nicht heißt, dass ich sie jetzt mag.


    Die Story der ersten Episode ging eigentlich, auch, wenn noch nicht wirklich viel passiert ist. Allerdings muss ich ehrlich sein, ich fand es recht interessant, zu sehen, wie sich einige Charaktere verändert haben in der Zeit zwischen Before the Storm und LiS 1...


    Chloe scheint zwar die gleiche zu sein, allerdings habe ich das Gefühl, dass ihr Stiefvater David sich ziemlich verändert hat. Da ich in Before the Storm noch das Gefühl hatte, dass er eigentlich noch ein ganz normaler Mensch, nur das Beste für Chloe wollte für Chloe wollte und sogar ziemlich darunter gelitten hat, dass Chloe ihn gleich so gehasst hatte, war ich ziemlich überrascht davon, wie schlecht er in diesem Teil dargestellt wurde...

    Auch habe ich das Gefühl, dass er irgendwie viel aggressiver geworden ist. Zwar habe ich das Gefühl, dass er indirekt schon noch daran interessiert war, dass es Chloe irgendwie gut geht, allerdings ist er so schlimm geworden, dass ich ihn irgendwie nicht mehr mögen kann...

    Allerdings kann ich jetzt wenigstens nachvollziehen, dass Chloe ihn nicht leiden kann. In Before the Storm hatte ich das Gefühl, dass sie ihn eigentlich nur gehasst hatte, weil sie immer noch um ihren Vater getrauert hat und deshalb das Gefühl hatte, dass ihre Mutter ihren Vater zu schnell mit ihm ersetzen wurde, während sie gar nicht bemerkte, dass er eigentlich ganz okay war, während ich in diesem Teil irgendwie die Abneigung verstehen kann.
    (Mir fällt gerade ein, dass es mich ein wenig genervt hat, dass in Before the Storm alle Erwachsenen, die Chloe sagen, dass das, was sie tut, nicht gut für sie ist, gleich irgendwie ins schlechte Licht gerückt werden, ohne, dass sie irgendwie versucht, diese zu verstehen. Zwar ist sie immer noch 16, allerdings fand ich es etwas dumm von ihr, dass sie nicht mal versucht hat, über die Kritik nachzudenken...)


    Und Nathan...

    In Before the Storm hatte ich eher das Gefühl, dass er nur ein einfaches Mobbingopfer ist und vielleicht ganz in Ordnung wäre, wenn man mit ihm reden würde, allerdings war ich recht überrascht, dass er plötzlich Chloe mit einer Pistole bedroht und sogar angedeutet wurde,

    Irgendwie etwas seltsam, dass genau die Charaktere, die ich eigentlich als ganz normal eingeschätzt habe, plötzlich voll die Bösewichte sind oder sonst irgendwie voll seltsam geworden sind... Naja, um es mal etwas anders zu sehen... Hätte ich vielleicht den ersten Teil vor dem Prequel gespielt, wäre ich wahrscheinlich überrascht gewesen, dass genau diejenigen, die ich eher als Böse eingeschätzt hätte, eigentlich auch ganz nette Personen sind.


    Die erste Episode hat mich auf jeden Fall unterhalten und ich werde mir die restlichen auch bald mal holen.

  • allerdings hatte ich irgendwie das Gefühl, dass die ganze Sache etwas schnell unter dem Tisch gefallen ist und Chloe die Sache auch ungewöhnlich schnell beruhigt hat

    Bei genauerer Betrachtung passt das eigentlich sehr gut zu Chloes Charakter. Sie ist, trotz ihres rebellischen und autarken Auftretens, ein sehr, sehr treuer Mensch, der sich schon beinah fanatisch an den Gedanken an das Gute in den Menschen, die sie liebt, klammert. In Before the Storm gibt es einen Tagebucheintrag, wo sie sich zuerst (völlig zurecht) über Max und deren ignorantes Verhalten aufregt, nur um dann mit der Erkenntnis zu schließen: "Wenn sie jetzt vor mir stünde und wieder Pirat mit mir spielen wollen würde, wäre ich sofort dabei." (sinngemäß)

    Natürlich ist Chloe von Max' Verhalten verletzt, aber sie liebt ihre beste Freundin so sehr, dass sie ihr dieses sofort verzeiht (auch in der Hoffnung, ein Stück von ihrem früheren, glücklicheren Leben zurück zu bekommen). Das zeugt nicht unbedingt von besonders viel Selbstwertgefühl, aber das überrascht bei Chloes Vergangenheit auch nicht wirklich.


    Warum Nathan sich in der Zeit zwischen BtS und LiS deutlich zum Negativen entwickelt hat, wird in LiS übrigens noch aufgegriffen, wenn ich mich richtig erinnere.

    Und bei David waren diese Ansätze in BtS auch schon da: Sobald er etwas Macht hatte, hat er diese auch auf etwas merkwürdige Weise ausgelebt. (Ich erinnere z.B. an die Szene, wo er versucht, Chloe dazu zu bringen, ihre Taschen für ihn auszuleeren, was sie, verständlicher Weise, als Eingriff in ihre Privatsphäre empfindet.) Dass David mit seinem neuen Job als Campus-Security diese neue Macht ebenfalls ziemlich schräg auslebt, ist eigentlich nur eine konsequente Fortsetzung der Ansätze, die er in BtS zeigt. Aber ich gebe dir Recht, dass er in BtS deutlich positiver dargestellt wird und seine Charakterentwicklung zwischen Prequel und Hauptstory nur mit Wohlwollen als stimmig ausgelegt werden kann.