Gacha Games

  • Um nicht andere Thread damit zu belasten mache ich nun einen eigenen Thread auf.


    Was sind Gacha Games? Gacha ist im Grund eine simple Spielmechanik, die vor allem in Handyspiele implementiert wird. Der Begriff ist eine Vereinfachung des Japanischen Gashapon, was für eine Vielzahl an Kapsel-Automaten steht. Bei uns sind solche Automaten am ehesten als "Kaugummiautomaten" bekannt, bei denen man neben kleinen Naschereien auch oft kleine Spielzeuge oder Accessoires bekommen kann. Der Clou daran ist, dass man Geld einwirft und selbst nicht bestimmen kann, welchen Preis man erhält, es also eine Art von Glückspiel ist. Um wieder zur Gacha oder Gashapon Mechanik in Videospielen zu kommen, so sind das eben Mechaniken bei denen im Spiel Preise, Helden, Ausrüstung oder was auch immer durch Zufall freigeschalten werden und in die restlichen Spielmechaniken integriert werden. Hauptsächlich, wie erwähnt, finden solche Mechaniken in eigens dafür entwickelten Handyspielen ihre Verwendung, die mehr oder weniger um das Gacha Prinzip herum entwickelt und als Free to Play angeboten werden. Der Gedanke dahinter ist, dass man durch regelmäßiges und intensives Spielen im Game bessere Items bekommt bzw. seine Chancen auf seltene Gegenstände erhöht, aber wer die Zeit oder Geduld nicht hat, für denjenigen sind ingame Kaufmechaniken eingeflochten, die eben das eigene Glück durch Mikrotransaktionen beeinflussen können, meist schlägt sich das nieder in besonderer ingame Währung die nur durch Echtgeld bekommen werden kann und durch die eben manchmal Boni freigeschaltet werden, die ansonsten nur durch viele Spielstunden oder erst garnicht erreicht werden können, oft locken auch zusätzliche Boni oder Abomodelle den Spieler, echtes Geld zu investieren. Solche Gacha Spiele gibt es in div. Ausführungen, die sich, vereinfacht gesagt, in der Art der Gewinnchance unterscheiden, während es div. Mechaniken gibt eben durch mehrmalsiges "Rerollen" die Preise zu ändern oder bei jedem Fehlschlag die Gewinnchance erhöht wird. Gerade Rollenspiele sind auf Grund ihres Aufbaus sehr beliebt, aber Gacha Spiele gibt es beinahe in jeder Ausführung.


    Warum sind Gacha Spiele bei Entwicklern so beliebt?

    Das ist einfach, Gacha Spiele werden als finanzielles Standbein und "fixe Einkommensquelle" also von Entwicklern als eine Art von "Backup" gesehen. Während die Entwicklung selbst in vielen Fällen outgesorced wird und lediglich von den Entwicklern teils Engine, Teils Intellectual Property in Form von Lizenzen zur Verfügung gestellt werden, haben diese kaum Ausgaben, während die meist kleine Firma, die per outsorcing das Spiel entwickelt eben für den Handymarkt produziert, was uns zum nächsten Punkt bringt. Der Handymarkt ist je nach etabliertem System ein Markt, wo durch solche Apps bis zu mehreren hundert Millionen potentielle Kunden angesprochen werden können. Erscheint so ein Spiel also im Samsung App-Store und auch im Apple Store, kann es auf eine etablierte Hardware von geschätzt einer Milliarde Mobiltelefonen zugreifen, das sind eben Zahlen, die für ua. Konsolenspiele astronomisch sind. Selbst wenn dann nur 0,1% der Leute sich das Spiel tatsächlich auch herunterlädt, wäre das ein größerer Absatz als ihn die meisten Videospiele schaffen.

    Natürlich sind diese Apps meist kostenlos, aber an den Downloadzahlen von ua. Apps wie Mario Run oder Pokemongo sieht man, dass der Markt sehr groß ist und oft auch Leute angesprochen werden, die wohl weniger eine Konsole samt zugehörigem Spiel kaufen würden.

    Zusammengefasst kann man also sagen, dass Entwickler mit minimalem Kostenaufwand eine rießige Zielgruppe ansprechen und die Gewinnspanne sehr genau berechenbar ist, dh. so ein Spiel beinahe risikolos auf den Markt gebracht werden kann, denn floppt es, war der Kostenaufwand vergleichsweise gering zu dem eines ua. Konsolenspiels.


    Während laienhaft geschätzt rund 99% der Gacha Games, die es im Appstore gibt, wirklich nur Müll im wahrsten Sinne des Wortes sind, entwickelt von chinesischen Shovelwarefirmen wo man bereits nach wenigen Sekunden aufgefordert wird, irgendwie Echtgeld zu bezahlen und die nicht einmal besonders gut verstecken, dass es sich um einarmige Bandigen in Appform handelt, sind es eher die 1% der Spiele, die man dann wirklich an der Oberfläche sieht und wo nicht selten große Firmen dahinterstehen und diese Spiele entweder beauftragen oder auch selbst entwickeln.


    Aber jeder ist doch für sein eigenes Geld verantwortlich?

    Jein. Im Grund zwar schon, weil von jedem mündigen Erwachsenen erwartet werden sollte, dass er weiß, wofür er sein Geld ausgibt. Gacha Spiele sind aber oft sehr geschickt versteckte Glückspiele, bei denen eben der Erfolgsfaktor gekonnt verschleiert und mit bunten Zahlen, Leveln, Items oder sonstigem Eyecandy verhüllt wird. Der Spieler sieht nur Level und Items - am Beispiel eines RPGs - und möchte natürlich seine Helden aufleveln und in der Kampagne weiterkommen. Meist bekommt man zu Beginn auch recht schnelle Erfolge und der Spieler hat das Gefühl, dass es gut möglich ist, auch ohne Echtgeld an div. seltene Items zu kommen, aber das Erfolgssystem ist genau so programmiert, dass die Erfolgschance dann ab einem Punkt rapide abnimmt und je näher dieser Punkt an einem bestimmten Punkt angenähert ist - ich nenne ihn einfach "Bereitschaftspunkt" - desto größer ist die Bereitschaft des Spielers, Geld auszugeben. [Es gibt, wie eingangs erwähnt, einige unterschiedliche Gacha Systeme die eben auf geschickte (und unterschiedliche) Art und Weise diesen Bereitschaftspunkt ausreizen.]

    Erstmals war das Spiel ja gratis und die meisten kleineren Pakete kann man um 3-4 Euro kaufen. Bei 4 Euro ist die Bereitschaft noch groß und die Hemmung gering, denn es ist ja nicht viel Geld und ein "richtiges" Spiel kostet ja mitunter 50 Euro und mehr, was soll also bei 4 Euro schon kaputt sein? Und so werden die ersten ingame Einkäufe getätigt. Übrigens ist das ein ganz ähnliches System das bei vielen Spielen mittels Lootboxen implementiert wurde, hier gibt es aber schon erste Länder, die hier Verbote fordern oder diese Art von System als Glückspiel eingestuft und für unter 18-Jährige verboten haben, weitere Verbote sind innerhalb der EU bereits Inhalt von Debatten.


    Aber wieder zurück zum Gacha. Das System ist so programmiert, dass man bei den ersten Verkäufen kaum große Chancen hat das gewünschte Item zu erhalten. Und so wird der "Bereitschaftspunkt" vom Spiel ausgereizt, bei manchen Spielern ist das schon bei 15 Euro der Fall, bei anderen erst bei 40 Euro. Danach, kurz bevor der Spieler dann kein Geld mehr ausgeben will, bekommt er das gewünschte Item oder wird mit zusätzlichen Boni belohnt, die ihm das Weiterkommen im Spiel immens erleichtern. Zu diesem Zeitpunkt hat der Spieler dann schonmal Geld ausgegeben. Dann kommt das nächste Austesten des "Bereitschaftspunktes" und der Spieler gibt wieder Geld aus oder nicht, wenn er das Spiel nicht schon vorher deinstalliert hat.


    Manche Spieler geben also kein Geld aus, andere 4 Euro und andere widerum 200 Euro. Je geschickter das System programmiert ist und besser der "Bereitschaftspunkt" gewählt ist, desto weniger bemerken die Spieler, dass sie hier eigentlich einen einarmigen Bandigen bedienen, der als Rollenspiel getarnt ist, weil je bunter und besser das Item, oder je cooler und seltener der Held (hier punkten gerade Lizenzspiele) desto größer die Bereitschaft zu bezahlen.


    Das führt uns wieder zum Anfang zurück, zu den 0,1% der hundert Millionen etablierten Geräten. So kann also eine Firma recht einfach und zielgenau kalkulieren, wie viele Leute sich die App herunterladen und wie viele davon bereit sind, echtes Geld zu bezahlen. Hat man also 500 Millionen potentielle Kunden braucht es nur einen Bruchteil und man kann locker 10 Millionen Apps an den Kunden bringen. Wenn davon jetzt "nur" rund 50.000 Kunden Echtgeld bezahlen und im Durchschnitt 15 Euro ausgeben, habe ich einen reingewinn von 750.000 Euro für ein Appspiel, dessen Entwicklungskosten bei vielleicht 100.000 Euro und weniger liegen, die laufenden Kosten sind sehr gering und die Chance, dass zusätzliche Kunden anbeißen sehr hoch, dh. für eine Firma ist diese Art des Spiels eine sehr risikoarme Variante Geld zu verdienen.


    Abgesehen davon, dass erwachsene Spieler ihr Geld verschleudern können, wie sie wollen, ist ein weiterer Faktor, dass ein guter Teil der Kernkunden, also jener, die statistisch gesehen warscheinlicher zu einer solchen App greifen 18 Jahre und jünger, dh. teilweise Jugendliche und Kinder sind und dass jene Kunden noch anfälliger für bunte Items und dicke Belohnungen sind, sollte klar sein. Ist es dann aber nicht in der Verantwortung der Eltern, das Handy für solche Apps zu sperren bzw. ingame Käufe zu verhindern? Jein, eigentlich sollte es so sein, aber viele Eltern kennen sich mit den Geräten und Apps zu wenig aus, weil sie nicht damit aufgewachsen sind und wenn der Junior erstmal wild geklickt und Geld ausgegeben hat, ist es schon zu spät. Viele dieser Gacha Spiele oder Apps an sich, das hat auch eine jüngste Studie der Stiftung Warentest ergeben, sind gänzlich nicht für Kinder geeignet, darunter aber Apps, die sich ob ihres Inhaltes direkt an Kinder und Jugendliche richten. Oft sind Kosten, Abos und Käufe nicht eindeutig gekennzeichnet, zu leicht ohne Sicherungsmechanismus abschließbar und entsprechen keinen der gängigen Geschäftsbedingungen die für einen solchen Vertragsabschluss oder Kauf erforderlich sind, kurz gesagt, es wird damit Geld gemacht, dass Kinder sich damit nicht auskennen und zu wenig informiert werden. Ob das durch die Entwickler bewusst oder gar vorsätzlich gemacht wird, kann man natürlich nicht sagen. Kein Entwickler würde hergehen und zugeben, seine Apps per geschickter Werbung an Kinder zu vermarkten mit dem Vorsatz, diese als einfachere Kunden auszunutzen.

    Abgesehen davon werden durch verschleierte Versprechungen und intransparente Zufallsgeneratoren aber nicht nur unsere Jüngsten durch solche Mechaniken getäuscht oder durch geschickte Implementierung bestimmter Gewinnchancestrukturen zur ingame-Bezahlung animiert.


    In wenigen Worten zusammengefasst sind diese Art von Games bzw. Mechaniken nichts anderes, als Glückspielautomaten. Anstatt Früchten und glücklichen Zahlen rattern eben Levels und Ausrüstungsgegenstände vor dem Spieler herunter, anstatt aber aufzustehen und in ein Wettlokal gehen zu müssen, kann diese Art von Glückspiel von jedem Spieler weltweit, also zig Millionen von Handybesitzern, von daheim genutzt werden, egal wie jung oder alt der Spieler ist. Dazu kommt, dass diese Art der Spiel von Entwicklern selbst als finanzielles Standbein gesehen wird, da das Risiko und der Aufwand minimal sind bei gleichzeitig sehr hohen Einkommensprognosen. Kurz gesagt, Gacha Spiele(mechaniken) sind eine faule Art von Entwicklern an Geld zu kommen, während sie durch geschickte Mechaniken Spieler darüber hinwegtäuschen, dass sie an einem einarmigen Banditen sitzen aber anstatt Geld kann man nur Fortschritt gewinnen, der den Spieler nur noch mehr an die Software bindet und die Chance auf ingame Verkäufe erhöht. Mit dieser Art von Software werden Spieler bewusst irregeleitet, meiner Meinung nach gar vorsätzlich, da sich viele solche Games an Kinder und Jugendliche richtet und mit Mechaniken ausgestattet sind, die eben genau auf das (Glück)Spielverhalten des Anwenders anspricht und bei oa. Zahlen ist es eine reine Warscheinlichkeitsrechnung, wie viele Nutzer am Ende Geld locker machen.

    Warum es für mich also schwer verständlich ist, solche System mit whataboutism und "muss jeder selbst wissen" zu schützen oder zu rechtfertigen, sollte auf Grund meines leider etwas lang gewordenen Beitrags nun hoffentlich etwas verständlicher geworden sein.


    Edit: Ich hoffe der Beitrag kam nicht schärfer rüber als nötig, ich weiß nämlich dass einige User hier nicht nur Gacha Games spielen sondern auch eine andere, bessere Meinung davon haben, als ich.

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

    #56: Herakles

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    "Zieh dir Hosen an, Iolaus!"

  • Der Beitrag lässt mich vermuten, dass du selbst noch niemals auch nur ein „populäres“ Gacha-Game gespielt hast, denn es stimmt zum Beispiel nicht, dass die InGame-Währung nur durch Echtgeld erlangt werden kann – ein gutes Gacha-Spiel ist sogar sehr großzügig mit kostenlosen Möglichkeiten daran zu kommen.


    Außerdem liegt die Verantwortung tatsächlich bei den Eltern: Dass ein Kind sich ein Spiel zu Gemüte führt, welches vielleicht nicht für es selbst bestimmt ist, ist dabei nicht einmal das Problem. Wenn man ein solches Gacha-Game spielt, kann man nicht einfach so auf einen kleinen Knopf drücken und hat dann auf einmal 3 – 100 € ausgegeben.

    Man braucht dazu einen gültigen PayPal-Account (inklusive Passwort und Email) oder sogar eine Kreditkarte. Diese Beträge können nicht „einfach mal so“ von deinem Konto abgezogen werden oder bedienen sich an deinem Handy-Guthaben (wenn man PlayStore-Guthaben hat o.ä. kann man es tatsächlich verknüpfen), aber es ist ein Irrglaube, dass ein Kind mal „versehentlich“ Geld ausgeben kann.


    Es sei denn natürlich man gibt seinem Kind einfach mal so eine Kreditkarte, aber wenn es dann für 1.000€ Kristalle, Sterne oder sonst-was kauft… dann ist das wirklich eher Aufsichtsvernachlässigung. (Jetzt könnte man damit Argumentieren, dass es die Kreditkarte klaut, aber dann hat dein Kind ja wiederum ein anderes Problem).


    Wenn Leute mit Gacha ihre Freude haben und Geld für ein Spiel ausgeben möchten, an dem sie Spaß haben? Warum nicht? Ein Kind unter 18 Jahren sollte noch keine Kreditkarte und kein Paypal haben und wenn jemand mit Geld generell nicht so gut umgehen kann, ist dies zwar tragisch, aber ich verteufele auch keine Schokoladen-Fabriken oder Kaffee-Hersteller, weil Leute eventuell eine ungesunde Sucht dafür entwickeln.


    Die Kritik kann ich dennoch auf einer Seite verstehen, denn es gibt dreiste Methoden. Zum Beispiel das jüngste Beispiel: Mario Kart Tour. Dort wird ein kompletter Hubraum hinter einem Abo versteckt, welches im Monat mehr kostet als eine Nintendo Online Mitgliedschaft. Zudem sind die sehr geizig mit der Ausgabe der Kristalle, die man dazu braucht um neue Karts und Charaktere zu kriegen.

    Solche Spiele gibt es, aber da hilft (wie bei allem) vorher Informationen einzuholen oder; wenn man sich unsicher ist; das Spiel zu testen und dann aufzuhören, wenn man das Gefühl hat, dass es ohne Echtgeld nicht mehr funktioniert.

    So etwas ist mir auch schon passiert – dann habe ich die App eben wieder gekickt.


    Solange ein Spiel aber ein faires Balancing hat und einem die Möglichkeit gibt auch so durch zu kommen, bin ich dem offen gegenüber. Ich möchte hier auch einmal erwähnen, dass ich seit 2013 (dem Release-Jahr von Love Live! School Idol Festival) Gacha-Games spiele und noch niemals auch nur einen Cent Echtgeld ausgegeben habe.


    Manche Spiele habe ich gekickt, weil sie mir generell keinen Spaß gemacht haben, andere weil schnell das Gefühl aufkam, dass man es ohne die Investition von Echtgeld nicht schaffen kann bzw. es sehr frustrierend ist.

    Aber es gibt zig Games, welche ich seit min. einem Jahr spiele (die meisten weitaus länger) und niemals ein Problem hatte weiter zu kommen. Als Beispiel möchte ich Dragalia Lost von Nintendo bzw. Cygames nennen: selbst wenn man keinen 5-Stern-Charakter (das Seltenste aus dem Gacha) bekommt, kann man auch gute Teams mit 3-Stern- und 4-Stern-Charakteren zusammenstellen.

    In meinem Wasser-Team ist sogar ein 3-Stern-Charakter, obwohl ich bereits genug 5-Stern-Wasser-Charakter hätte, um ihn auszutauschen.


    Alle Spiele kann und will ich nicht verteidigen, aber Gacha an sich finde ich nicht das Problem, solange man sich seriöse Spiele aussucht und nicht auf jede Anime-Tiddie-App im AppStore reinfällt und dann schwach wird.

    Viele der namenhaften Spiele (Granblue Fantasy, Fate/Grand Order, Fire Emblem: Heroes, Love Live! School Idol Festival, Dragalia Lost, Azure Lane, Dissidia Final Fantasy Opera Mini9…) kann man ganz entspannt spielen ohne jemals Geld hineinzustecken.


    Wer aber Geld hineinstecken möchte; und wenn es 1.000€ sind; der hat jedes Recht dazu, solange dies aus der eigenen Motivation geschieht und nicht, weil man vielleicht Glücksspielabhängig ist.


    Fun Fact:

    Leute, die Geld in solche Spiele investieren, tragen zu einem großen Teil dazu bei, dass das Franchise generell mehr Budget bekommt oder neue Projekte (z.B. Anime) erscheinen können… ;3

  • Der Beitrag lässt mich vermuten, dass du selbst noch niemals auch nur ein „populäres“ Gacha-Game gespielt hast, denn es stimmt zum Beispiel nicht, dass die InGame-Währung nur durch Echtgeld erlangt werden kann – ein gutes Gacha-Spiel ist sogar sehr großzügig mit kostenlosen Möglichkeiten daran zu kommen.

    meist schlägt sich das nieder in besonderer ingame Währung die nur durch Echtgeld bekommen werden kann

    Vielleicht habe ich es missverständlich geschrieben - gemeint war, dass man neben der "Fluff" ingame Währung noch oft eine weitere ingame Währung hat, welche irgendwo das Bindeglied zu Echtgeld herstellt und mit dieser zweiten ingame Währung können dann eben bestimmte Boni erkauft werden, dh. ein "10 Tage Set" kostet dann nicht 5 Euro, sondern 5.000 Diamanten, während man "normalerweise" nur Gold bekommt... hoffe, das ist verständlich erklärt. Diese erfahrung habe ich in sehr vielen solchen Spielen gemacht.


    Man braucht dazu einen gültigen PayPal-Account (inklusive Passwort und Email) oder sogar eine Kreditkarte. Diese Beträge können nicht „einfach mal so“ von deinem Konto abgezogen werden oder bedienen sich an deinem Handy-Guthaben (wenn man PlayStore-Guthaben hat o.ä. kann man es tatsächlich verknüpfen), aber es ist ein Irrglaube, dass ein Kind mal „versehentlich“ Geld ausgeben kann.

    Wenn man einmal sein Google Konto mit Paypal verknüpft, der kann sich ingame durch genau drei Klicks ohne doppelte Bestätigung durch zB. ein Elternteil um Echtgeld Zeug kaufen. Natürlich muss man dazu erst einmal das Konto verknüpfen, aber das muss nur einmalig gemacht werden, das muss nur für ein Google Konto, dh. es ist nicht ausgeschlossen, dass Kids das am eigenen Handy machen, abgesehen davon wäre es am Handy der Eltern somit überhaupt kein Hinderniss. Ist vielleicht jetzt nicht so richtig wichtig, aber ich kenne in meinem Bekanntenkreis mehrere Leute, wo tatsächlich das passiert ist - nämlich dass die Kids halt das Handy zum Spielen bekommen haben und auf einmal die Rechnungen reingeflattert sind. Klar, dass man als Elternteil vorher schauen sollte, dass sowas nicht passiert bzw. das dann eh wohl nicht wieder passiert, wenn man erst Lehrgeld gezahlt hat, aber es zeigt (mir) eigentlich deutlich, dass es bei solchen Apps (Spielen) keinerlei externe Sicherungsmöglichkeiten vor solchen Purchases gibt, man muss nichts mehr doppelt bestätigen und es ist praktisch Kinderleicht, sich für Echtgeld mit wenigen Klicks Zeug zu kaufen.


    Ansonsten kann ich deine Meinung verstehen, wer Spaß an solchen Gameplaymechaniken hat, soll ihn haben. Ich sehe das aber eben aus der Vielzahl an Gründen anders, denn Gacha Games sind eben für mich kleine Glückspielautomaten die den jeweiligen Entwicklern halt ohne Aufwand schnell Kohle bringen sollen, anstat ein anständiges Spiel zu entwickeln (es ist ja immer noch mehr im Trend, nicht nur Gacha sondern an sich Handyspiele auch im Westen auf den Markt zu bringen), während die Spiele selbst, zumindest jene, die ich bisher am Handy hatte, sich nicht groß in ihrer Spieltiefe etc. unterscheiden und recht schnell nach Echtgeld lechzen. Aber ich habe zB. einen Knack für Browsergames, die viele Leute unglaublich sinnlos finden und nicht als Videospiele bezeichnen würden, so what, darum kann ich ein Stück weit auch verstehen, dass man solche Gacha Spiele ihres Gameplays wegen gern haben kann.

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    #56: Herakles

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  • Also, wenn man seinem Kind unbeaufsichtigt sein Handy mit verknüpften PayPal-Account gibt, dann ist es einzig und alleine vollkommene Dummheit der Eltern. Sorry, dass ich es jetzt so sage, aber der Logik folgend, könnte das Kind auch Geld für bunte, lustige Spiele im AppStore ausgeben oder bei Amazon die „lustigen“ Sachen kaufen.


    Gerade im AppStore generell gibt es ja viele Spiele, welche locken und dann doch Geld kosten.


    Dafür, dass Eltern zu dumm sind Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, habe ich absolut kein Mitgefühl. Und von „Unwissen“ kann kaum die Rede sein, wenn man die Kreditkarte oder PayPal-Konten ohne Sicherung auf dem Handy hinterlegt sind. (Oder man die Email ignoriert, die man sofort nach einem Kauf bekommt und seinem Kind nicht sofort einen Arschtritt verpasst…)

  • Der Punkt ist, dass es zu leicht ist, in solchen Games, die hauptsächlich (auch) an Kinder gerichtet sind, ingame purchases zu machen - das wird ua. auch im Bericht von Stiftung Warentest kritisiert, dass keines dieser Spiele die Erfordernisse erfüllt, die üblicherweise bei Vertragsabschlüssen notwendig wären und keinen Schutzmechanismus bietet, dass Kids nicht einkaufen gehen können ohne zusätzliche Bestätigung zB. eines Elternteils oder durch 2-Phasen-Bestätigung. Ich weiß nicht, ob das noch gängig ist, da ich es nicht als Bezahlungsmodalität nutze, aber es ist noch nicht so lange her, dass man in Apps per "SMS" bezahlen konnte und dann die Rechnung über den Mobilfunkbetreiber eingehoben wurde, aber ich glaube, das ist heute nicht mehr übliche Praxis.


    Natürlich sind Gacha Games nicht die einzige Sorte Apps bzw. Spiele, die beim Konsumentenschutz durchfallen, auch ua. Mario Run oder Fortnite und ähnliche Games, die sehr populär sind, wurden genauer angeschaut. Es ist halt so, nur weil es andere tun, ist es nicht weniger verwerflich. Mich stören diese Praktiken bei anderen Games genauso, aber erstens geht es hier um Gacha Games - weswegen ich einen eigenen Thread zu Free to Play Spielen (und Apps) gemacht hab und weiter sind Gacha Games für mich mehr Spielautomat als Videospiel und daher noch "gefährlicher" für Kids (und Leute, die ihre Geldtasche nicht im Griff haben).

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  • Also, wenn man seinem Kind unbeaufsichtigt sein Handy mit verknüpften PayPal-Account gibt, dann ist es einzig und alleine vollkommene Dummheit der Eltern. Sorry, dass ich es jetzt so sage, aber der Logik folgend, könnte das Kind auch Geld für bunte, lustige Spiele im AppStore ausgeben oder bei Amazon die „lustigen“ Sachen kaufen.


    Gerade im AppStore generell gibt es ja viele Spiele, welche locken und dann doch Geld kosten.


    Dafür, dass Eltern zu dumm sind Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, habe ich absolut kein Mitgefühl. Und von „Unwissen“ kann kaum die Rede sein, wenn man die Kreditkarte oder PayPal-Konten ohne Sicherung auf dem Handy hinterlegt sind. (Oder man die Email ignoriert, die man sofort nach einem Kauf bekommt und seinem Kind nicht sofort einen Arschtritt verpasst…)

    Das ist erstmal richtig, aber es gilt eben immer zu bedenken das sowohl Eltern als auch Kinder oftmals nicht die ausreichenden digitalen Kompetenzen haben, solche Dinge zu regulieren.


    Genau das ist dann gefährlich, denn die Eltern haben Paypal dann einfach auf Autologin oder die KK liegt einfach rum, die Kinder werden schneller verleitet, haben eine geringere Hemmschwelle und können das nicht abschätzen und für die Entwickler rollt der Rubel. Das ist dann einfach irgendwie leicht Verantwortungslos von allen.



    Das Gacha Games irgendwie blöd sind, scheint hier eine einhellige Meinung zu sein. Vielleicht kann man die Diskussion durch eine provokante These anheizen:

    Ich finde das Gacha Games, F2P und Lootboxen erstmal kacke sind, aber schlimmer sind noch die Leute die solche Mechaniken auch nutzen bzw. kaufen. Diese Kunden sind verantwortungslos und sorgen dafür das die gesamte Branche qualitativ den Bach runter geht. Mit jedem Euro der in eine Lootbox fließt, wird bei echtem Gameplay gespart. Ghost Recon Breakpoint ist ja grade ein tolles Beispiel dafür, dass ohne Not einfach lauter Bezahlmechaniken eingebaut werden nur weil es Leute gibt die das nutzen werden. Die Kunden die einfach nur Vollpreis zahlen und nicht irgendwelche Fantasypreise sind dann mal wieder gelackmeiert.

  • zitres Stimme dir in deinem Statement voll und ganz zu, aber muss auch zugleich mich selbst an der eigenen Nase nehmen, da ich sowohl in Overwatch als auch bei zB. Heroes of the Storm schon Geld für sinnlosen Scheiß ausgegeben hab. Selbst in Counterstrike GO habe ich schon zwei Musikpakete die erstmal eigentlich nichts zum Spiel beitragen. Ich versuche, meine Ausgaben da immer in einem Verhältnis zu sehen, also wie viel Spielspaß und Zeit habe ich mit dem Spiel - aufgerechnet auf ein normales Vollpreisspiel. Wenn ich also in Heroes 2.000 Stunden investiere, dann sind das 100+ Vollpreisspiele. Das heißt nicht, dass ich 5.000 Euro da reinscheiße, aber für mich persönlich rechtfertigt das, jährlich 30-40 Euro für Booster zu bezahlen. Kann aber verstehen, wenn das wer sinnlos und scheiße findet. Auf der anderen Seite liefert Blizzard schon seit Jahrzehnten wahnsinns Support in seine Games, sowohl die F2P Spiele als auch die "normalen" Games werden super unterstütz und ich habe nicht das Gefühl, dass Blizzard mich abzockt und deren F2P Spiele oder Lootboxen ein Ersatz für "echte" Spiele sind.

    Aber im Grunde gebe ich dir Recht, Lootboxen und Gacha sind im Endeffekt der Bodensatz des Genres und machen aber leider den jeweiligen Entwicklern viel leichter Kohle, als es eben AAA Games, die Jahre in Entwicklung stecken, könnten und können.

    Die nächste Frage ist dann - ist es verwerflich, wenn ein Entwickler eben mit solchen Minispielen Geld reinholt um eben große Projekte leichter querzufinanzieren und geregeltes Einkommen reinzuholen, das mit wenig Risiko verbunden ist? Schließlich sind ja Firmen auch irgendwo drauf angewiesen, dass Geld reinkommt, um ihre Angestellten zu bezahlen und wenn zB. ein neues Spiel floppt, kann das für eine Videospielfirma schonmal ein großes Risiko sein. Kann man also einer Firma vorwerfen, dass sie eben das tut, was Firmen halt so tun, nämlich Geld machen?

    Ja, schon, denn es gibt, meiner Meinung nach, immer noch sowas wie eine moralische Verantwortung. Geld machen, ja, aber nicht zu jedem Preis und Gacha oder F2P Cashgames oder eben Lootboxen sind meiner Meinung nach eben schon an der Grenze (oder unterschreiten diese) zu dem, was ich als der Industrie zuträglich bezeichnen würde.

    Natürlich ist es nur meine Meinung und für manche Leute werden Gacha oder Lootboxen oder F2P Cashgames zum besten, was sie gezockt haben und wenn sie Spaß damit haben, zählen eben diese Argumente dann nicht, aber abgesehen davon sage ich mal plakativ - egal was man von solchen Games und Mechaniken hält - man bekommt in keinem einzigen dieser Spiele annähernd das für sein Geld, was man in einem Vollpreisspiel bekommen würde vom Vergleich her - und das jetzt unabhängig von Spieldauer oder Spielspaß, rein vom Inhalt her gemessen zum Spielumfang. Dh. zahle ich in einem F2P Spiel, als Beispiel, oÄ. den Preis für ein herkömmliches Vollpreisspiel, sagen wir 50-60 Euro, bekomme ich aber ingame selten einen Gegenwert an Gegenständen, Inhalt etc. was auch immer, der, gemessen am Spielumfang an sich, nicht einen Bruchteil des Spielumfangs beinhält. Vereinfacht gesagt zahle ich für ein F2P oder Gacha Spiel, wenn ich "alles freikaufen möchte" zigfach mehr, als für ein Vollpreisspiel in dem "man mit dem Erwerb alles freischaltet" - ich hoffe, das ist verständlich? Und das ist irgendwo der Witz, finde ich. Denn niemand, der klar im Kopf ist, würde für ein Vollpreisspiel 500 Euro bezahlen, rechnet man aber den Gegenwert auf für das, was man landläufig in einem F2P Spiel für 5 Euro bekommt, käme man in diesen Preisbereich, wollte man "alles" freikaufen.

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    #56: Herakles

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  • Und was wenn man den Spieß umdreht und auf den asiatischen Markt geht, wo Gacha-Spiele dafür verantwortlich sind, dass Idol-Gruppen entstehen (μ, Aquors, Perfect Dream Project, Idolish 7…), Anime produziert werden können (Love Live, Idolish 7, Tsuki Project, A3, Ensemble Stars) oder zum Beispiel auch ganze „richtige“ Spiele entstehen (Granblue Fantasy VS, Granblue Fantasy RE:Link, Azure Lane, Genshin Impact…) was sagt man dann dazu?


    Ich wüsste nicht, wo es den Markt zerstört, wenn man Diversität erlaubt, Entwicklern sich zu entfalten und durchaus auch Spiele die offensichtlich mit Liebe gemacht sind. Oder hat es dem Fire Emblem-Franchise geschadet, dass es ein Handy-Spiel gibt? Nein, Fire Emblem: Three Houses war noch immer ein Spiel mit hohen Verkaufszahlen, extrem guten Bewertungen, von Fans geliebt.

    Das neue Animal Crossing: New Horizons sieht klasse aus und ein Teil des Budgets kommt vom Handy-Game. Ich bin mir sehr sicher, dass das Game toll wird und nicht darunter leidet, dass es ein Mobage dazu gibt.


    Eine Medaille hat zwei Seiten und man sieht immer nur die, die man sehen will. Games mit schmierigen Methoden unterstütze ich nicht – aber jemand verantwortungslos zu nennen, weil er sein Geld für etwas investiert, was ihm Spaß macht, sehe ich irgendwie nicht.

    Es gibt sicherlich genug Methoden bei denen die Entwickler faul und dreist werden (will und kann ich nicht leugnen, weil ich mit westlichen Spielen z.B. keine Erfahrung habe), aber wenn es „verantwortungslos“ ist, dass ich mit meinem Geld (nur hypothetisch, wie gesagt, ich gebe kein Geld aus) die Produktion von künftigen Projekten einer Firma finanziere, bin ich gerne Verantwortungslos. Durch die Leute die in die Tasche greifen, bekomme ich nämlich nächstes Jahr einen der vielversprechendsten Fighter im Anime-Genre der letzten Jahre und auch noch ein super entspannendes Animal Crossing.


    Danke an alle, die den Rubel rollen lassen also mal an der Stelle.

  • Also heiligt der Zweck die Mittel, wenn dadurch andere, schöne Games entstehen können? Legitime Ansicht, nur muss halt garantiert sein, dass durch solche Mobilegames auch wirklich das Geld zurück in richtige Spiele fließt und nicht bloß, um das Konto der Investoren und Inhaber aufzufetten, damit die Aktien steigen. Wäre nämlich dann eigentlich schade, wenn eine Firma statt eines richtigen Videospiels halt vermehrt auf solche Goldesel und dafür weniger Videospiele das Licht der Welt erblicken, weil wieso überhaupt noch "richtige" Videospiele machen, wenn man so halt schneller und einfacher Geld ohne Ende scheffeln kann? Weil ein Vollpreisspiel ist einmal gekauft und da kann man den Kunden höchstens mit DLC noch nerven und zur Kassa bitten, aber ein Mobile Game kann beinahe unendlich Geld generieren.

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    #56: Herakles

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  • Der Zweck heiligt die Mittel nicht: Wenn ein Spiel aber faire Gacha-Mechaniken hat, auch ohne den Einsatz diesen zu schaffen ist und dann auch noch andere Projekte finanziert, gibt es für mich daran nichts auszusetzen.


    Es gibt nicht nur das EINE und das ANDERE. Ja, es gibt beschissene Spiele mit beschissenen Mechaniken, aber es gibt auch genug Spiele dieser Art, die Gacha als Bonus haben und sehr gut ohne den Einfluss dieser Spielerei gespielt werden können.

  • Was heißt für dich im übrigen "ohne den Einsatz... zu schaffen ist". Also Gacha Games sind ja meist (zumindest meiner Erfahrung nach) so aufgebaut, dass man am Anfang schnell eine Art Ergolgsgefühl hat, das sich aber schnell einstellt, während man mit den "normalen" Mitteln, die einem das Spiel zur Verfügung stellt, schnell ansteht - weswegen ja auch das Bedürfnis aufkommt, spezielle Einheiten (zB.) zu erwerben, mit denen man schneller fortkommt.

    Du hast ja erwähnt, dass du gewisse Spiele (?) schon seit mehreren Jahren zockst und zB. dem Thread zu dem Pokemon Gacha Game zu entnehmen, hattest du recht schnell (?) soweit das Spiel durchgespielt. Der Knackpunkt ist doch, wie viel Zeit investiere ich in so ein Game und wie viel Erfolgschancen verspricht es? Meiner Erfahrung nach hören diese Spiele nach wenigen Wochen auf, dich zu beschenken und dann kommt erstmals der Punkt, wo man eben mehr Zeit investieren und eben grinden muss, um in einem vernünftigen Tempo weiterzukommen. Dazu gibt es ständig Events die einen auffordern, weiter zu spielen, weil es spezielle Items oder Charaktere zu bekommen gilt. Inwiefern ist es für dich ein vernünftiges Gefühl des Fortkommens und wie viel Zeit steckst du denn in div. Gachas um eben, ohne zu bezahlen, gewisse Punkte zu erreichen? Denn alleine die Aussage - alles erreichen zu können - ist ja an sich nur dann relevant, wenn man weiß in welchem Zeitraum man alles erreichen kann und wieviel Zeit man eben grinden muss, um das zu erhalten - worin ja der Knackpunkt liegt, denn die Spiele leben ja hauptsächlich davon, dass man Geld investiert um den Grind zu minimieren und trotzdem seine geliebten Charaktere etc. zu bekommen.

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    #56: Herakles

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  • Das Pokémon Gacha-Spiel ist absolut keines, welches ich als positives Beispiel nennen würde. Man bekommt sehr wenig Belohnungen und es ist tatsächlich sehr schnell nicht mehr fair. So kam es mir vor, ich will ein Spiel, welches ich zwei Tage (oder vielleicht drei?) gespielt habe, aber nicht verteufeln.


    Aber um ein anderes Beispiel zu nennen:


    Fire Emblem Heroes – ich habe das Spiel seit es Angefangen hat auf meinem Handy, spiele es jetzt nicht „exzessiv“ (es gibt Phasen, da logge ich mich nur ein) und trotzdem habe ich noch niemals Geld ausgeben müssen, um in dem Spiel weiter zu kommen oder gut in einem Event abzuschneiden.


    Selbiges gilt für Dragalia Lost und zum Beispiel eben auch Love Live: School Idol Festival. Ich konnte beim Event immer alle Preise abräumen, selbst wenn mein Team „schlecht“ war.


    Da wird dann natürlich mit „Waifu“ gelockt und da geben Leute dann vielleicht gerne Geld aus, aber das sind dann meist erwachsene Frauen und Männer, die viel Kontrolle darüber haben (die Spiele sind auch nicht unbedingt an „Kinder“ gerichtet, bei denen ist ja eher sowas wie Fortnite angesagt).


    In meinem Bekanntenkreis sind ganz viele, die noch Grandblue Fantasy und Fate/Grand Order spielen, oder noch andere Versionen von Love Live o.ä. und ich glaube noch niemand hat jemals auch nur einen Pfennig Geld dafür ausgegeben.

    Die ärgern sich dann, wenn sie vielleicht ihr „Waifu“ nicht bekommen, haben im Fortlauf des Spiels aber keinerlei Probleme.


    Dragalia Lost ist sogar ein gutes Beispiel: DAS was du brauchst, um deine Charaktere gut zu machen kannst du gar nicht kaufen. Dazu musst du Quests spielen und die kann man mit 3-Stern-Charakteren (Schwächste), genauso gut schaffen, wie mit 5-Stern-Charakteren (Stärkste).

    Klar ist es mit manchen Charakteren schwerer, dies hängt aber nicht mit der Seltenheit zusammen, sondern mit dem Team und dass man sich bei einem RPG um sein Team Gedanken machen muss, ist ja wohl klar.


    Wie gehabt: In meinem Hauptteam in dem Spiel sind teilweise 3-Stern oder 4-Stern-Charaktere, obwohl ich alle meine Teams mit 5-Stern-Charakteren füllen könnte. Gleiches gilt für Fire Emblem Heroes.


    Dies übrigens auch nicht nur so „meine“ Ansicht: viele Charaktere die innerhalb der Spiele nicht als „Selten“ gewertet werden, sind in den inoffiziellen „Tier-Listen“ weiter oben.


    Und wenn eine Mechanik so fair ist, dass ich ohne Geld-Investition meinen Spaß haben kann, sie oben drauf auch noch Story hat und jede Woche neue Events, dann finde ich Gacha-System einfach nicht schlimm.

  • Ich sehe das ganze auch mit geteilter Meinung. Einerseits finde ich es doof, dass es dieses System in seiner Form gibt. Bei vielen Spielen, welche ich nebenher auch mal ganz gerne Spiele (Final Fantasy Brave Exvius, Summoners War..) gibt es eben genau dieses System. Wobei ich bei beiden kein Geld ausgebe. Habe dennoch meinen Spaß mit. Klar gibt es eben coolere Monster/Charaktere, aber durch das ganze RNG ist es eben nicht sicher. Man kann viel Geld ausgeben und eben nichts haben. Und es ist ja nicht so, dass man sich 'ne Scroll oder Beschwörungsstein für 0,50€ mal kurz kauft. Meist werden Pakete angeboten die bis zu 120,- Euro hochgehen.


    Da sagt mir mein vernünftiger Menschenverstand, nein auf gar keinen Fall.


    DENNOCH! bin ich froh, dass es solche Leute gibt, die auch gerne das vorhandene Geld für sowas ausgeben. Ich habe oft mich virtuell mit solchen Leuten unterhalten, die meinten, sie geben sonst kein Geld aus. Letztendlich sind 2 Spiele im Monat eben schon wenns gut läuft diese 120,- Euro. Oder Private Kosten wie Zigaretten & Co.


    Letztendlich stimmt es ja auch. Meine Prio liegt halt eben auf das ein oder andere Spiel für die Konsole. Da Handyspiele eben nur ganz nebenbei sind.


    Trotzdem kann ich froh sein, denn so kann ich FFBE seit einiger Zeit spielen und habe keine Angst, dass es erstmal eingestellt wird. Gleiches gilt für Summoners War, welches ich seit mehreren Jahren spiele. Mal mehr, mal weniger.


    Und wenn man als Kind via Paypal/KK Ingame Käufe hinkriegt, dann sollte man einiges hinterfragen. Aber vielleicht nicht zuerst beim Spiel selbst.


    Oben waren positive Beispiele genannt. Vielleicht sind die Beispiele auch nur Positiv, weil ich mittlerweile eine andere Sicht habe. So meide ich Spiele wie FIFA mittlerweile komplett, die einfach nur noch darauf ausgelegt sind Geld auszugeben (FUT).

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    Leben ist, wenn man trotzdem lacht.

  • Ok, ich habe jetzt einige vernünftige Dinge gehört, die mir einleuchten, was ich aber halt dennoch ein wenig blöd finde, ist, dass in den Spielen, die ich kenne, die Leistung für den Preis der Pakete nicht so richtig stimmt. Wie ich schon kurz angerissen hab und daniaelx anführt, klar zahlt man für ein Vollpreisspiel 50 Euro und wenn man vier solche Spiele kauft, hat man 200 Euro, die man in Gacha Games stecken kann, wenn man nur solche Games spielt. Was ich aber etwas komisch finde ist dennoch, dass man da halt für zB. das Geld eines Vollpreisspiels bei weitem keinen Vollpreiscontent bekommt und man in ein Gacha Spiel beinahe "endlos Geld schaufeln kann" ohne, dass man "irgendwann fertig ist". Bisher habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass zB. Content, für den man vor Jahren mal Geld ausgegeben hat, mit der Zeit einfach nichts mehr wert ist, weil neuer Content kommt, Ballancing angepasst wird etc. und man eben für etwas Geld gezahlt hat, das an Wert verliert.

    Das Klügste wird dann wohl sein, einfach geduldig zu sein und das Spiel ohne zu zahlen zu spielen. Dennoch finde ich, sollten solche Spiele allesamt nicht nur erst ab 18 Jahren erhältlich sein, sofern man bezahlen kann und es würde auch nicht schaden seitens der Entwickler, faire Geschäftsmodelle und eine doppelte "Kindersicherung" einzubauen. Wer bezahlen möchte, kann es dann ja trotzdem tun und dennoch gibts ein wenig mehr Sicherheit, falls ein Gerät mal in falsche Hände kommt etc.

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

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    "Zieh dir Hosen an, Iolaus!"

  • Ja das ist natürlich die Gefahr die grundsätzlich dort besteht. Man muss nicht wirklich voran kommen. Ich kann halt nur von Spielen sprechen, mit denen ich derweil zu tun habe.


    Als Beispiel Summoners War. Es gibt F2P Teams. Das sind quasi Monster die man sich zusammen fusionieren kann, in dem man farmt. Es gibt aber auch reine P2W Teams, die man auch erfarmen kann, aber mit Echtgeld funktioniert das ganze deutlich schneller. MUSS es aber nicht, weil eben auch sehr viel RNG dazu gehört. Demnach ja, mit nem AAA-Titel hast du natürlich den kompletten Content. Was du dort erstmal nicht hast. Weil die Phasen Early - Mid - Endgame aber auch deutlich länger sind. Ist halt die Frage, was fürn Spieler ist man.


    Ich finde vieles auch nicht gut, dennoch kann ich über dieses System "froh" sein, weil sie mein Spiel finanziert, fördert und mich am Ende mit Content versorgt.


    Und die Preise der Pakete sind wirklich meist extrem dämlich. Beim o. g. Spiel gibt es zB. oftmals für 120 Euro 10+1 Scrolls, Kristalle (wovon man sich nochmal 10-20 Scrolls locker kaufen kann). Spielenergie, die man sich auch ohne Echtgeld besorgen kann.

    Am Ende kommt vielleicht 1-2 gute Monster raus. Die anderen kann man dann verballern für Entwicklungen und Konsorten.


    Wenn ich überlege, dass ich bei meinem letzten Kristallkauf (man sich Kristalle erfarmen kann, durch wöchentliche Events und Co.) locker 50 Scrolls hatte, wo nichts drin war.. Da hätte ich mich mit meinen 120,- Euro gut in den Arsch gebissen. xD

    Das sind dann eben auch solche Sachen, die ich halt gar nicht cool an dem System finde. Preis/Leistung ist dort halt meistens echt Mau.

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    Leben ist, wenn man trotzdem lacht.

  • Dennoch finde ich, sollten solche Spiele allesamt nicht nur erst ab 18 Jahren erhältlich sein, sofern man bezahlen kann und es würde auch nicht schaden seitens der Entwickler, faire Geschäftsmodelle und eine doppelte "Kindersicherung" einzubauen. Wer bezahlen möchte, kann es dann ja trotzdem tun und dennoch gibts ein wenig mehr Sicherheit, falls ein Gerät mal in falsche Hände kommt etc.

    Das wäre ein gutes Kompromiss – wobei diese doppelte Sicherung zumindest eigentlich ganz gut von Eltern umgesetzt werden könnte. Wenn bei mir etwas von PayPal abgezogen werden will, bekomme ich erst einen Code an mein Handy gesendet.


    Eine Möglichkeit wäre hier z.B. dass es nicht möglich ist PayPal überhaupt zu verknüpfen. Ich bin mir sicher, dass dann auch Leute wegen „Komfort“ meckern würden, aber persönlich würde es mich jetzt nicht stören mein PW einzugeben, wenn ich einen Kauf innerhalb einer App tätigen will.