Zelda in Breath of the Wild

  • Wie gefiel euch die neue Prinzessin in Breath of the Wild?


    Also vom Charaktermodell her muss ich sagen, dass sie mir richtig gut gefiel. Die Animationen sind echt gut geworden, die Sprachausgabe ist, je nach Sprache, wohl sehr unterschiedlich. Ich werde mir die deutsche Version einmal anhören, die englische Version hat ihre Höhen und Tiefen, ich bin jedoch zum Schluss gekommen, dass die Stimme von Zelda etwas unpassend ist.


    Wie im Thread zu den Memories bereits erwähnt finde ich Zeldas Verhalten an sich für die Serie fast unpassend. Derart deprimiert und hoffnungslos kenne ich Zelda garnicht, ich könnte mich nicht erinnern, dass sie in einem anderen Spiel so schwarz gemalt hat. Auf ihr lastet großer Druck, die Macht, die in ihr schläft, zu entfesseln und Ganon zu besiegen, aber wo ist die toughe Prinzessin hin verschwunden, die stets Links Hoffnung war, wenn alles andere Aussichtslos schien?

    Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

    #51: Val Hallen

    valhallenxqcyi.png

    "Upsurge!"

  • Ein schöner Thread.


    Ich find es unterm Strich spannend, wie man sie im Spiel eingesetzt hat. Zelda ist als Prinzessin von Hyrule im ganzen Land unterwegs und nicht mehr nur in ihrem Schloss. Sie hat einen Bezug zu den relevanten Geschehnissen (die Erforschung von Schreinen, Titanen, Wächtern) und nimmt quasi direkt Teil an der lebendigen Welt. Sie ist 16 bzw 17 Jahre alt, steht unter dem Druck, sich als Prinzessin nützlich machen zu müssen, was ihr aber nicht gelingt. Sie hat Angst und ist verzweifelt, weil sie in dem Glauben aufwächst, dass sie als einzige die Verheerung aufhalten kann. In einer der Erinnerungen kann man miterleben, wie ihr eigener Vater sie demütigt, weil sie seinen Ansprüchen nicht genügt.
    Auf eine Art wird in BotW mMn eine ganz neue Seite von Zelda gezeigt. Ich mochte die Figur Zelda schon immer sehr. In TP fand ich sie so taff und so standhaft und so weiblich. Auf jeden Fall ist sie immer eine ganz besondere Person gewesen. Aber in TP oder OoT habe ich mich mal gefragt, ob Zelda eigentlich ihr Land kennt, die Dörfer, die Gegend, all diese Menschen und all diese symbolträchtigen Orte, ob sie weiß wie das Leben in Hyrule ist. Wenn ich einfach mein Leben in einer sicheren Umgebung in einem schönen Schloss verlebe und Zugang zu allen Büchern usw habe, dann kann ich taff sein.Die Zelda in BotW ist da definitiv menschlicher und greifbarer. Sie läuft schmutzig herum, kennt den Deku-Baum und klettert auf Berge. Sie reitet und hat normale Sorgen, wie das Zähmen einen Pferdes. Sie ist im Lernprozess und nicht schon eine fertige Figur. Sie hat Ecken und Kanten, ist launisch und zickig.
    Ich fand es gut. Aus meiner Sicht verliert sie dadurch nicht diese Prinzessinen-Aura, denn wenn man auf unsere royalen Familien auf der Welt guckt, gibt es auch überall Querschläger usw.

    Auf ihr lastet großer Druck, die Macht, die in ihr schläft, zu entfesseln und Ganon zu besiegen, aber wo ist die toughe Prinzessin hin verschwunden, die stets Links Hoffnung war, wenn alles andere Aussichtslos schien?

    Ich habe die Erinnerungen immer so verstanden, dass Link sie genau so sieht und im Inneren nie an ihr gezweifelt hat. Er weiß, dass er sie retten muss, denn sie ist der Schlüssel. In der 13. Erinnerung hat er das ja noch miterlebt,


    Aber ich glaube ich weiß was du meinst. Sie ist eben nicht die Zelda aus TP. Wäre aber aus gegebenen Umständen aus meiner Sicht auch nicht ganz passend. Stark ist sie zumindest am Ende dann schon, immerhin hält sie Ganon seit 100 Jahren auf und auch nach dem Abspann


  • Also vom Design finde ich Zelda sehr gelungen, besonders wenn sie die ihre Outdoor-Klamotten anhat (also blaues Oberteil schwarze Hose). Wäre ich Link, hätte ich mich über beide Ohren in sie verschossen :-D!




    Derart deprimiert und hoffnungslos kenne ich Zelda garnicht, ich könnte mich nicht erinnern, dass sie in einem anderen Spiel so schwarz gemalt hat. Auf ihr lastet großer Druck, die Macht, die in ihr schläft, zu entfesseln und Ganon zu besiegen, aber wo ist die toughe Prinzessin hin verschwunden, die stets Links Hoffnung war, wenn alles andere Aussichtslos schien?

    Joa, deckt sich ähnlich mit meiner Meinung. Ich konnte garnicht verstehen, warum sie anfangs so einen Groll gegen Link geschoben hat. Ja klar, er hat sein Schicksal erfüllt, sie hingegen noch nicht, aber was kann den Link bitte dafür? Die war erst lieb zu ihm, als er sie gerettet hat.


    Hm, ich fand es aber ehrlich gesagt mal eine schöne Abwechslung, dass Link + Zelda mal nicht direkt beste Freunde waren, wie z.B in OoT oder TP. Dieses Zickenverhalten fand ich teilweise sogar echt unterhaltsam. Diese Dauerdepression hat für mich aber gut in den Gesamtkontext gepasst: Alle um sie herum haben ihre Bestimmung erfüllt oder erfüllen sie gerade (Link+ die vier Recken) und Zelda scheint als einzige nutzlos zu sein ("Prinzessin Machtlos" ;-) ).
    Die Krönung war für mich die Erinnerung, wo sie Link weinend in die Arme gefallen ist!

  • Ich mag Zelda in dem Teil ziemlich gerne und ich finde auch, dass es der erste Teil ist, indem sie eine etwas tiefergehende Persönlichkeit hat – wobei man dies gewiss nicht nur der Sprachausgabe zuteilen werden lassen kann… oder eigentlich gar nicht. In der englischen Version mag ich ihren UK-Akzent nicht, in der deutschen Version klingt sie belämmert und die japanische Version finde ich in Ordnung. Noch am besten, aber ihre Stimme sticht da jetzt für mich persönlich auch nicht megamäßig positiv hervor.


    Ansonsten ist ihr Design natürlich sehr gut gelungen und ich mag es, dass sie eben auch mal was zu erzählen hat und nicht nur existiert. In Legend of Zelda; generell jeden Teil; empfand ich die Charaktere aber niemals das Herzstück des Spiels – das sag ich ganz ehrlich. Sie waren zwar da und hatten auch oberflächliche Charakteristiken, aber ich hab mich niemals wirklich mit wem identifiziert. In meinen Augen hat BotW hier einen richtigen Schritt in die richtige Richtung getan. Gerne mal etwas mehr Dramatik, die sich auf mehr als das Grundszenario (Gut gegen Böse) schützt, sondern vielleicht auch persönlichere Konflikte mit sich bringt. Bisher hatte ich das Gefühl von starken Geschichten und Persönlichkeiten tatsächlich fast nur bei den ganzen Masken Nebenquests in Majoras Mask, haha.


    Demnach ist sie für mich die beste Zelda. Charakterlich und auch im Bezug auf das Design. Da kann man aber definitiv noch mehr rausholen, aber für mich war das ein sehr guter Start und ich hoffe sehr, dass man sich weiterhin Mühe macht die einzelnen Charaktere stärker zu portraitieren.

  • Also vom Charaktermodell her muss ich sagen, dass sie mir richtig gut gefiel. Die Animationen sind echt gut geworden, die Sprachausgabe ist, je nach Sprache, wohl sehr unterschiedlich.

    Vom Modell her hat mir Zelda auch gut gefallen. Man sah ihr deutlich an, dass sie ja eigentlich noch ein Kind ist, und auch ihre Mimik ist gut gelungen meiner Ansicht nach.


    Ich fand die deutsche Stimme jetzt nicht direkt schlecht, aber manchmal wirkte sie doch ziemlich unpassend auf mich oder sogar emotionslos. In der englischen Version hat sie einen britischen Akzent, was ich merkwürdig fand, aber nicht unbedingt schlimm, dafür fand ich aber insgesamt fand ihre Stimme zu tief. Hat für mich nicht gepasst, sie klang dadurch viel zu alt. Die japanische Stimme war in Ordnung, aber stach auch nicht besonders hervor meiner Meinung nach, da stimme ich @Yuffie zu. Vielleicht sollte ich mir noch die anderen Sprachen anhören, eventuell finde ich ja davon eine noch besser.


    Aber in TP oder OoT habe ich mich mal gefragt, ob Zelda eigentlich ihr Land kennt, die Dörfer, die Gegend, all diese Menschen und all diese symbolträchtigen Orte, ob sie weiß wie das Leben in Hyrule ist.


    Ich verstehe, was du meinst. Sie war als Prinzessin wirklich nur im Schloss anzutreffen und schien wenig Ahnung von der Welt "da draußen" zu haben. Aber man sollte berücksichtigen, bei OoT war sie zunächst noch ein Kind, da kann sie natürlich nicht draußen herumlaufen und auf Reisen gehen. Stattdessen beobachtet die Ganondorf im Schloss und macht sich Sorgen über seine Pläne, und später hilft sie Link ja auch auf seinen Reisen.


    Natürlich ist das kein Vergleich zu BotW, wo sie bereits in jungen Jahren im Land unterwegs ist, eigenständig Forschungen durchführt und nach einem Mittel gegen die Verheerung Ganon sucht. Sie mag ihre Macht noch nicht entfaltet zu haben, aber dennoch gibt sie nicht auf und tut das, was sie kann, indem sie die Forschung über die antike Shiekah-Technologie vorantreibt. Ihr Vater setzt sie dabei sehr unter Druck; die Recken und auch Link halten zu ihr, aber ich kann verstehen, wie sehr sie das fertig macht. In gewisser Weise kann ich ihre Niedergeschlagenheit schon nachvollziehen, aber dennoch hätte ich mir ein wenig mehr Selbstbewusstsein gewünscht, schließlich ist es ja nicht so, dass sie nichts erreicht hätte.


    Ich konnte garnicht verstehen, warum sie anfangs so einen Groll gegen Link geschoben hat. Ja klar, er hat sein Schicksal erfüllt, sie hingegen noch nicht, aber was kann den Link bitte dafür? Die war erst lieb zu ihm, als er sie gerettet hat.

    In der Erinnerung, wo sie so pampig gegenüber Link ist, fand ich sie mega unsympathisch. Ich meine klar, auf ihr lastet ein großer Druck und ihr Vater ist auch nicht gerade verständnisvoll, aber Link kann da absolut nichts für, im Gegenteil, er unterstützt sie doch die ganze Zeit. Immerhin schien sie einzusehen, dass sie ihm Unrecht tut und hat danach nicht mehr so zickig reagiert. Andererseits hat sie dadurch viel menschlicher gewirkt als die immerzu reservierte Prinzessin, also das sollte man ihr schon lassen.


    ich mag es, dass sie eben auch mal was zu erzählen hat und nicht nur existiert.

    Das fand ich auch. In vielen älteren Teilen wirkte sie sehr distanziert auf mich. Sie war einfach da, war eine Prinzessin und wohnte im Schloss, aber einen eigenen Hintergrund und eigenes Handeln habe ich doch irgendwie vermisst. Klar, sie erfüllte nur den Zweck, das Triforce der Weisheit innezuhaben, aber dennoch finde ich schön, dass mit BotW versucht wurde, ihr mehr Tiefe zu verleihen. Das ist meiner Meinung nach auch wirklich gut gelungen und kann in neueren Teilen gerne wieder aufgegriffen werden.

  • Im Schloss von hyrule gibt es übrigens noch ein verstecktes Schriftstück das ein wenig vom König und seiner Tochter Zelda erzählt. Da sind ein paar interessante Informationen die parallel zur Erinnerung passen.


    Schade das es von sowas nicht mehr gab. Es muss meiner Meinung nach nicht alles visualisiert werden, ich mag Schriftstücke manchmal sogar lieber in openworld Games.


    Wenn ich die Konsole das nächste mal anmache, dann gucke ich mir mal alle Erinnerungen am Stück an.

  • Im Schloss von hyrule gibt es übrigens noch ein verstecktes Schriftstück das ein wenig vom König und seiner Tochter Zelda erzählt. Da sind ein paar interessante Informationen die parallel zur Erinnerung passen.

    Genau das hatte meine Ansichten zu Zelda verändert. Anfangs war ich von der neuen Zelda in BotW total irritiert muss ich zugeben. Die Erinnerungen haben mir ein negatives Bild von Zelda verschafft und dass sie solche Schwierigkeiten hatte ihre Kräfte zu wecken war auch nicht gerade gewöhnlich. Aber wenn man Zelda's Tagebuch liest versteht man alles viel besser.


    Letztendlich kann man ihr Verhalten und die Umstände verstehen und nachvollziehen. Inzwischen bin ich total beeindruckt und überzeugt von Zelda in BotW. :)

    Shadow and light are two sides of the same coin, one cannot exist without the other.

  • Ich habe mir nach einiger Zeit nochmal alle Erinnerungen in der richtigen Reihenfolge angesehen und bin nach wie vor ergriffen von ihrem Kampf gegen die Zeit, ihren Vater und sich selbst. Übrigens kann ich zwischen den einzelnen Sequenzen eine Verbindung herstellen, so dass eine kleine Geschichte über die gemeinsame Zeit der beiden Hauptfiguren zu sehen ist, aber das nur am Rande.


    Mich interessiert immer noch, warum die Göttin Hylia stumm blieb. Heute, 100 Jahre nach Zeldas Versuchen, "redet" sie mit uns. Warum tat sie das nicht mit Zelda?


    Es gibt ja einige Möglichkeiten.

    • Es könnte sein, dass Hylia sie nicht hören konnte oder wollte, weil die Prinzessin nicht so weit war. Zelda verlor ihre Mutter und Mentorin sehr früh und niemand sonst konnte ihr die Kommunikation mit Hylia beibringen.
    • Eine andere Möglichkeit ist, dass König Rhoam und seine Tochter einem falschen Glauben aufsaßen und nicht die richtigen Rituale leisteten. Zelda erwähnt mehrfach, dass die Siegelkraft durch Gebete erweckt wird. Doch was ist, wenn das gar nicht stimmt? Was ist, wenn sich diese Kraft zb erst dann zeigt, wenn Ganon erwacht und das alles nichts mit den Gebeten zu tun hat?
    • Dann kann es natürlich auch stimmen, was Rhoam ihr vorwarf. Sie beschäftigte sich zu intensiv mit anderen Dingen und konzentrierte sich zu wenig auf "ihren" Teil der Vorbereitung. Es ist einfach denkbar, dass sie nicht 100%ig bei der Sache war.
    • Und die letzte Erklärung, die mir noch einfällt ist, dass sie möglicherweise selbst nicht an sich glaubte und deswegen mental nicht stark genug war. Ich kann mir vorstellen, dass sie sich bestimmt oft sehr einsam gefühlt haben muss und sie jeden Tag ein dickes Päckchen mit sich rumtragen hat.


    Was denkt ihr? Warum hat Zelda versagt? Hat sie überhaupt versagt?


    Von den von mir aufgeführten Überlegungen halte ich nach wie vor die erste oder die zweite wahrscheinlich. Ich kann mich letztlich nicht richtig entscheiden, weshalb ich auch gern mal eure Einschätzung lesen würde.

  • Von den von dir genannten Gründen halte ich noch den ersten und vierten für am wahrscheinlichsten. Ich kann mir gut vorstellen, dass Zelda einfach noch nicht bereit dafür war, die Stimme der Göttin zu vernehmen. Vielleicht ist es auch eine Art "Prüfung", die Zelda erst bestehen muss, damit Hylia sie anerkennt - aber in der Vergangenheit sieht man ja, dass Zelda stellenweise sehr launisch ist, störrisch ihrem Vater gegenüber und vor allen Dingen unentschlossen - sie weiß nicht direkt, was sie tun kann und was sie tun will. Sie scheint auch unglücklich mit der ihr auferlegten Bürde zu sein; vermutlich hat sie einfach ein größeres Interesse daran, die Wächter und Shiekah zu erforschen (was wiederum zu deinem dritten Punkt passt).
    Insgesamt kann man daher auch vielleicht sagen, dass mehrere Faktoren dazu geführt haben, dass Zelda Hylias Stimme nicht wahrnehmen konnte: Ihre Unentschlossenheit und Unsicherheit führten dazu, dass Hylia sie noch nicht als "bereit" ansah, ihr Schicksal anzunehmen. Dass ihr Vater, der König, ihr auch dauernd Druck gemacht hat, hat die Sache vermutlich auch nicht einfacher gemacht.


    Hat Zelda versagt? Das ist eine gute Frage. In meinen Augen hat sie das nicht. Vor 100 Jahren war sie wie alt - 16? Ist die Bürde da nicht etwas zu groß für sie? Insbesondere, da sie ohne Mutter aufgewachsen ist, die ihr bei dem Ritual hätte helfen können - nun aber muss Zelda praktisch ganz allein herausfinden, wie sie mit Hylia in Kontakt treten kann. Alles, was sie weiß, ist, dass dafür Gebete erforderlich sind - das ist aber schon ziemlich vage und ich kann mir vorstellen, dass Zelda sich einfach überfordert und im Stich gelassen gefühlt hat - etwas so Großes bewerkstelligen, und das so gut wie ohne Anleitung eines Mentors oder Lehrmeisters. Der Druck, der auf ihr gelastet hat, war einfach zu groß für sie.


    Völlig machtlos war sie aber auch nicht; das Masterschwert beispielsweise hat ihr signalisiert, dass Link noch lebt und was es zu tun gibt; ich finde, das sollte man nicht außer Acht lassen. Ohne Zelda wäre Link 100 Jahre zuvor umgekommen - das muss man ihr anrechnen und auch wenn es vielleicht nicht direkt mit Hylia zu tun hatte, so kann man wohl auf keinen Fall davon sprechen, Zelda hätte "versagt". Ich kann mir auch vorstellen, dass nicht mehr viel fehlte, bis ihre Kräfte vollständig erweckt werden.


    Nun, 100 Jahre später, befinden sich Hyrule und Zelda selbst nicht nur in einer völlig gefährlichen Lage, nein, Zelda ist in ihrem steten Kampf gegen die Verheerung Ganon stärker geworden - mental - und auch Link ist wieder erwacht. Ich kann mir vorstellen, dass Hylia nun, wo sie gesehen hat, was für Opfer Zelda gebracht hat und dass sie es trotz ihrer Unsicherheit so lange geschafft hat, Ganon in Schach zu halten (und Link gerettet hat!), Zelda endlich als bereit dafür ansieht, mit ihr zu kommunizieren und ihre Macht zu erwecken. Vielleicht waren die Gebete auch gar nicht nötig, oder vielleicht hatte Zelda auch alles richtig gemacht - wie auch immer, nach den 100 Jahren ist sie endlich stark genug und Hylia schenkt ihr ihre Kraft.

  • Oh ich muss sagen Zelda gefiel mir sehr gut, modelltechnisch sowie charakterlich.
    Durch die ganzen Erinnerungen und einzelnen Passagen der Vergangenheit, hatte ich oftmals den Gedanken: Oh, ha, du Diva!
    Es ist schön zu beobachten wie das Schicksal Hyrules auf einen fiktiven Charakter lasten kann. Man konnte sehr gut den inneren Twist, den Zwiespalt, die Unsicherheit ihrer Aufgabe beobachten. Ihr war einfach alles zu viel. Zelda hatte sich selbst auserkohren die Retterin Hyrules zu sein und hat es bis zum Schluss nur verkackt. Gerade dadurch fand ich es sehr gut getroffen, wie sich unsere Zelda dabei fühlt. Die verschiedenen Züge die in Wut und Zweifel zusammenlaufen. Ihr Tagebuch, dass man im Schloss findet, einfach wow. Wie Liebe, Eifersucht und andere Emotionen zusammen mit dem Untergang Hyrules zusammenkommen, respekt. Selten habe ich so viel Charaktertiefe erlebt, aber das hat das Spiel generell bereits richtig gemacht. Die einzelnen Recken oder auch die wichtigen Personen die eine spezielle Hauptrolle verkörpern, alle haben eine sehr gut dargestellte Charaktertiefe die man gerne annimmt.


    Ach und dann haben wir eine ooT Zelda:



    Charaktertiefe!

  • In diesem Spiel wirkt das Design von Zelda und die Kleidung mit den Accessoires moderner und zeitgemäßer. Die unterschiedlichen Klamotten, ähnlich wie bei Link, im Laufe des Spiels passen auch bedeutend besser in das Gesamtbild als eine Kleidungsvorschrift als Prinzessin.

    Aber sieht sie jetzt "besser" aus als in den Vorgängern? Ich denke nicht, aber langsam löst sich Nintendo von dem rosa-weißen Kleid, welches Zelda lange Zeit trug und gehen mit Skyward Sword und BotW einen Schritt in eine modernere Richtung.

    Die charakterliche Entwicklung von Zelda insgesamt war eher lahm und nervig. Diese zähen Selbstzweifel und irrationale Abneigung gegenüber Link, die sich durch das Spiel ziehen machen ihre Reaktionen vorhersehbar und langweilig, so fand ich es immer spannender zu sehen wie Mipha und Urbosa drauf sind. Zum Ende hin verträgt sie sich ja mit Link, aber das war ja abzusehen - weshalb dann am Anfang der Story einen negativen Ansatz starten -> Thema Vorhersehbarkeit.

    Ihr Characterbuilding hat allgemein einige Widersprüche und es hat mir den Anschein als ob Nintendo "auf Teufel, komm raus" etwas basteln wollten, weshalb aber ausschließlich die Echtheit der Persönlichkeit gelitten hat. Es hätte vom Verlauf her viel mehr Sinn gemacht, wenn Zelda am Ende tiefergehende/romantische Gefühle für Link zugegeben hätte - ob eine Romanze zwischen den beiden allgemein gut/schlecht ist, sei jetzt mal dahingestellt.

    Unter´m Strich, Design Top, Charakter Flop.

    Ich mag Signaturen nicht, weil sie die Scroll-Leiste ohne Kontext verlängern.